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Autor Thema: Glaube, Religion, Ethik  (Gelesen 15278 mal)

Joe Hennessy

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Re: Glaube, Religion, Ethik
« Antwort #120 am: 21.August 2019, 16:13:09 »

@Fuchs: nur kurz nebenbei. Der Betrieb von Kindergärten und Krankenhäusern gehört mMn nicht in die Hand der Kirche. Das ist natürlich keine Verfehlung derjenigen, sondern des Staates.
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Sie dürfen nicht alles glauben, was Sie denken! - Heinz Erhardt

Fuchs

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Re: Glaube, Religion, Ethik
« Antwort #121 am: 21.August 2019, 17:38:50 »

Darüber lässt sich natürlich diskutieren, bin da aber auch eher bei dir. Ist aber trotzdem nicht von der Hand zu weisen, dass das gesellschaftlich relevante Aufgaben sind. Möchte nicht wissen, was los wäre, wenn alle kirchlichen Einrichtungen dieser Art auf einmal schließen würden.

Maddux

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Re: Glaube, Religion, Ethik
« Antwort #122 am: 21.August 2019, 18:39:28 »

Das Problem der/den Kirche/n als Träger von Einrichtungen ist auch das sie ihre Ideologien dort durchsetzen obwohl sie oft nur eine Minderheitsbeteiligung haben und das für kirchliche Einrichtungen andere arbeitsrechtliche Regeln gelten. Eine kirchliche Einrichtung kann geschiedene und homosexuelle Bewerber aus diesen Gründen ablehnen und ihnen auch deswegen kündigen. Und dabei ist es egal ob die Einrichtung zu 100% oder zu deutlich unter 50% von der jeweiligen Kirche finanziert wird.
Es ist ja verständlich das man solchen Menschen den Zutritt zum Priesteramt und anderen kirchlichen Ämtern verweigert. Wenn die Kirche als normaler Arbeitgeber agiert haben für sie aber die gleichen Regeln zu gelten wie für andere Unternehmen auch. Besonders wenn wie vielerorts "kirchlich" drauf steht, die nicht beitragsbezogene Finanzierung aber zu 90+ % vom Staat kommt.
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neps90

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Re: Glaube, Religion, Ethik
« Antwort #123 am: 21.August 2019, 20:32:59 »

Du hast da auch Erfahrungen gemacht, oder? Hab ich das richtig in Erinnerung?

Ja ich bin als Zeuge Jehovas aufgewachsen.

@fussballmonster: Ich bin absolut kein religiöser Mensch, habe dazu keinen Bezug. Ich finde aber das, was du da schreibst - oder zumindest wie du es schreibst - gegenüber religiösen Menschen anmaßend. Es wirkt ein bisschen so, als blickst du von oben auf sie herab, weil du von den Erkenntnissen der Wissenschaft erleuchtet wurdest. Du degradierst Religionen zu reinen Macht- und Erklärungsinstrumenten, die ihre unwissende Menschenherde nach ihrem Gusto steuern, das ist übrigens auch gegenüber den Anhängern egal welcher Religion respektlos. Im Übrigen gehen auch Wissenschaft und Glaube sehr gut zusammen. Auch stimme ich nicht zu, dass Religionen ihre Rolle "eigentlich immer" zum Schaden der Allgemeinheit ausgenutzt haben. Ja, die Geschichte von Religionen, von Kirchen ist voll dunkler und auch blutiger Kapitel, das der Religion als solcher und nicht den handelnden Menschen vorzuwerfen, halte ich aber für falsch. Außerdem darf man die Rolle von Religionen als einigendes und befriedendes Element innerhalb ihrer Anhängerschaft nicht kleinreden (demgegenüber steht natürlich das abgrenzende Element gegenüber Andersgläubigen). Nicht zuletzt sollte man auch die karitativen und gesellschaftsrelevanten (Betrieb von Kindergärten, Krankenhäusern etc.) Aufgaben, die sie übernehmen berücksichtigen - um nur ein paar positive Aspekte zu nennen. Verstehe mich nicht falsch, religiöse Institutionen und Religionen sind kritikwürdig, keine Frage, aber sie per se als schlecht zu bewerten wird ihnen weder historisch noch in der Gegenwart gerecht.

Bitte werte das nicht als Angriff auf dich. Vielleicht interpretiere ich bei diesem sensiblen Thema auch einfach zu viel in das Geschriebene hinein. Vielleicht ist es auch wie so oft mit dem geschriebenen Wort: Man bekommt weder Mimik noch Tonfall mit, was leicht zu Fehlinterpretationen führt. So wie ich es aber gelesen habe, fand ich das nicht förderlich für einen respektvollen Austausch miteinander und will das an der Stelle kurz loswerden. :)

Ich bin ziemlich sicher dass Fussballmonster diese Aussage speziell auf Zeugen Jehovas bezogen hat, da diese, was deren Weltansicht angeht, absolut "unbelehrbar" sind und sich in einer Art und Weise "wegdrehen/ducken" die seinesgleichen sucht.
Denn es gibt genau so viele "Glaeubige" (also explizit "Nicht-Zeugen Jehovas) die trotzdem an den Erkenntnissen der Wissenschaft interessiert sind.
Nur bei Zeugen Jehovas ist das halt auf einem ganz anderen Level als z.B. in der Katholischen Kirche bzgl. der Ignoranz der wissenschaftlichen Erkenntnisse.
Bzgl. der Einrichtungen die religioes unterstuetzt werden, das ist meiner Meinung nach eine prinzipiell schlechte Sache weil es eigentlich IMMER einen Hintergedanken zur Kontrolle ebendieser Einrichtung gibt, selbst wenn dies nur im "kleinen" Ausmass passieren sollte.
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fussballmonster

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Re: Glaube, Religion, Ethik
« Antwort #124 am: 21.August 2019, 20:33:38 »


Bitte werte das nicht als Angriff auf dich. Vielleicht interpretiere ich bei diesem sensiblen Thema auch einfach zu viel in das Geschriebene hinein. Vielleicht ist es auch wie so oft mit dem geschriebenen Wort: Man bekommt weder Mimik noch Tonfall mit, was leicht zu Fehlinterpretationen führt. So wie ich es aber gelesen habe, fand ich das nicht förderlich für einen respektvollen Austausch miteinander und will das an der Stelle kurz loswerden. :)
Das war nicht meine Intention. In einem Gespräch kann man solche sensible Theorien bestimmt besser rüberbringen als auf der Tastatur.
Ich fühle mich nicht überlegen oder erleuchtet. Die Idee wie Religionen und Götter entstanden sind sind für mich persönlich eine Möglichkeit. Für mich persönlich nachvollziehbarer. Es kann aber auch ganz anders sein und ich liege falsch.

Bei den Zeugen gibt es eine eigene Sprache bzw viele Begriffe die für Aussenstehende sehr befremdlich erscheinen. So bezeichnen Zeugen ihre Ansichten und Lehren als "die Wahrheit". Wer Zeuge ist ist in "der Wahrheit", ein bisschen steht man über anderen die die Wahrheit nicht haben und ihr folgen.
Das wird auch schon Kindern eingetrichtert. Als mein Bruder 8 war hatten die Nachbarskinder Geburtstag gefeiert - das ist bei Zeugen verboten. Als die Gäste kamen hat er die Tür einen spaltbreit aufgemacht und in den Flur "ihr werdet alle sterben" gesagt. Er war davon völlig überzeugt.

Als ich ausgetreten bin habe ich die tägliche Beeinflussung hinter mir gelassen und nach und nach habe ich die Dinge die ich als 100%ige Wahrheit angesehen habe hinterfragt. Daher meine Überlegung mit der Entstehung von Göttern. Dahin gespielt hat auch der Punkt das es so viele Religionen gibt und man, je nachdem in welcher Region man geboren wird, die vorherrschende Religion meist als "die Wahrheit" ansieht.

Beim Thema Religionen und deren schädlichen Einflüsse hätte ich besser differenzieren müssen, da hast Du Recht. Es gibt viele Menschen die ihre Position in Religionsgemeinschaften ausnutzen und anderen schaden - wie auch im Berufsleben, in Vereinen usw. Grundlegend predigen die meisten Religionen etwas Gutes, die Umsetzung ist aber selten so eindeutig.

Religion ist ein sehr sensibles Thema und der Spruch " über Politik und Religion spricht man nicht" ist gar nicht so verkehrt. Grade bei Religionen gibt es keinen gemeinsamen Nenner, es ist aber trotzdem immer interessant sich andere Lebensmodelle anzuhören.
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Fuchs

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Re: Glaube, Religion, Ethik
« Antwort #125 am: 21.August 2019, 20:59:50 »

Alles gut, ich habe deswegen ja extra nochmal betont, dass der Raum für Fehlinterpretationen beim geschriebenen Wort groß ist. Ich wollte einfach nur der Einseitigkeit entgegentreten, die ich aus deinem Kommentar gelesen habe, bin aber selbst wie gesagt nicht religiös.

Danke auch für deine Ausführungen, so weit sind wir ja gar nicht auseinander. Was die Zeugen Jehovas anbelangt, bin ich ziemlich unbeleckt, daher war das auch sehr aufschlussreich für mich. :)