Zumindest nicht mit der aufgeblähten Kostenstruktur die Volkswagen sich hier aufgebaut hat.
Jetzt bekommt man dafür die Quittung.
Da brauchen wir wohl gar nicht erst in die Diskussion einzusteigen.
Was gibt es da auch zu diskutieren ? In Deutschland gibt es genau drei Autos für um die 15000€ zu kaufen. Dacia Sandero, Kia Picanto und Fiat Panda. Keins davon wird in Deutschland gefertigt. Ich glaube da erübrigt sich jede Diskussion das VW das schaffen könnte. Vor allem nicht bei den Gehältern die vom einfachen Bandmitarbeiter bis zum Management gezahlt werden.
Aber das ist jetzt auch keine neue Erkenntnis, dass Produktonsgewerbe in Deutschland teuer ist. Hat schon viele Branchen getroffen und jetzt ist die Automobilbranche dran.
Viel trauriger ist, dass VW für einen Cupra Tavascan, der mittlerweile aus China nach Europa gekarrt wird, 55000€ haben will. Da fragste dich dann auch wofür ? Da kann man der EU dann auch danken für die Mindespreisregelung bei Autoimporten. So können die Autohersteller sogar den schwarzen Peter der EU zuschieben und bekommen einen netten Mindestpreis garantiert ...
Der XPeng G9 LongRange ist genauso teuer und wird in Graz (Österreich) gebaut. Das sind auch jede Menge europäische Teile drin übrigens von europäischen Zulieferern. Das ist also nicht nur schuld der Bandmitarbeiter. Vielleicht brauchen wir in Deutschland nicht weniger Bandmitarbeiter, sondern weniger im indirekten Bereich. Mercedes Abbauprogramm im Rahmen von "Next Level Performance" zielt genau darauf. Sie wollen Mitarbeiter aus dem indirekten Bereich (Verwaltung, IT, Entwicklung, Finanzen, HR und Marketing) über Abfindungen zum gehen bewegen. Von den 600000 VW-Beschäftigen (ohne China-JV) arbeiten etwa 240000 am Band oder in der Produktion, der Rest im indirekten Bereich. Und ich verkenne nicht, dass die deutsche Regulierungswut und die ganzen Vorgaben und Quotenregelungen es den deutschen Herstellern nicht einfacher machen, diesen indirekten Bereich zu verkleinern. Aber da tragen auch die Entscheidungen der Unternehmen selbst zu bei. Ich gehe da weiter unten nochmal drauf ein.
Das Personalproblem ist aber nur eines der Probleme die bei der deutschen Autoindustrie bestehen. Wenn die deutschen OEMs etwa 4% ihrer Herstellungskosten in Form von Energiekosten haben und 15-20% (je nach Hersteller, VW eher mehr, BMW eher weniger) Personalkosten, dann zeigt das auch, wie stark die Politik diese Probleme noch verstärkt. Senke die Energiekosten um die Hälfte und du bist schonmal mit 2% weniger Kosten unterwegs.
Um nochmal auf den indirekten Bereich zu kommen. Wir reden von 15-20% Personalkosten. Am Band wirst du kaum Leute entlassen können in großer Zahl, vor allem wenn 60% nicht mehr am Band oder in der Produktion arbeiten. KI (und da kommen wir zu Energiekosten) kann im indirekten Bereich auch für Entlastung sorgen. Und schmeißt die Gewerkschaften bitte raus. Sie bringen die Unternehmen um. Allein dort kannst du auf mindestens 30% der Mitarbeiter in direkten Bereich verzichten. Das allein sind 4% der Gesamtkosten beim Auto. Damit bist du locker bei 6% im Gesamtrahmen.
Damit du soviele Leute einsparen kannst im indirekten Bereich brauchst du die nächste Effizienzstufe : Das elendige Upselling beenden. Die Konfiguratoren der deutschen Autoindustrie sind einfach nur kompliziert, ekelhaft und giergetrieben. Wer unbedingt sind Auto individualisieren will, der kann gerne nach D&W in Bochum fahren. Macht es doch einfach wie andere Hersteller : Grundmodell mit extrem vielen Sachen enthalten. Warum das sinnvoll ist? Im indirekten Bereich ist auch die IT und Software enthalten : OTA-Updates werden einfach, weil weniger Konfigurationen und Kombinationen. Die Fertigung wird dadurch auch einfacher, Transport und Logisitik sowieso. Das nennt sich Skalieren und Massenfertigung. Und dann braucht man nur noch aufhören, mehr als einen Zulieferer für das gleiche Bauteil zu nutzen, um sie gegeneinander auszuspielen.
Im Moment ist es so : In jedem Modell 10 verschiedenen Sitze und für jede Sitzkonfiguration auf 2 Zulieferer um sie gegeneinander auszuspielen. Heisst bei 1 mio. Autos : 50000 Sitze pro Zulieferer. Welchen Preis kriegt man beim Zulieferer eigentlich wenn man 1 mio. Sitze bestellt. Genauso machen es die Chinesen, Japaner und Koreaner. Vielleicht mal die eigene Arroganz ablegen und einfach deren Erfolg kopieren. Es gibt noch jede Menge weitere Maßnahmen. Ich habe das mal extrem detailliert Punkt für Punkt untersucht und mir überlegt. Ich kam auf etwa 25% Kosteneinsparung pro Auto. Das reicht um ohne Schutzzölle Autos aus China in Deutschland und auch Europa preismässig Paroli zu bieten. Die höheren Verkäufe verbessern dann auch die niedrige Auslastung der Werke und erhöhen die Marge. Ohne Bandmitarbeiter zu feuern btw.
Wie haben wir uns über die 25% auf europäische Autos aufgeregt als Trump die erheben wollte. Die EU als Hort der Heuchelei und Doppelzüngigkeit nimmt für e-Autos von BYD 17% Zoll, Geely 18,8% Zoll, SAIC 35,3%. Wenn man aber bedenkt, dass darauf noch 10% regulärer Einfuhrzolll kommt, dann ist SAIC (MG) bei 45,3%. Und der Deutsche schimpft über Trumps 25%, weil seine Autos dort zu teuer werden. Ganz mein Humor. Wenn China uns in Europa das gleiche antun würde, dann bricht die Autoindustrie hier komplett zusammen. Das haben diese Politikversager scheinbar nicht verstanden. Dann ist der Export nämlich komplett tot. Eigentlich müssten Trump und China 45% Zoll auf deutschen Autos einführen. Dann würde auch der letzte Deutsche erkennen, dass diese Zölle schwachsinnig sind. Die chinesischen Hersteller versuchen das über Hybride zu umgehen, aber die EU will ja die Zölle auch auf diese ausweiten.
@Knoxville : Deutschland kann ein Auto wie den Kia Picanto vielleicht nicht für 15000 Euro rausbringen, aber 16000-17000 Euro schaffen sie sicherlich, wenn sie sich reformieren würden und die Komplexität, den indirekten Wasserkopf und die Modellvielfalt einschränken würden.
Ich füge hier am Ende mal bei, wieviele Mitarbeiter ein Mitarbeiter auf die Strasse bringt :
Kia 30-35
Ford 26
Toyota 25
XPeng 22 (Produktion in Graz für Europa)
Stellantis (u.A. Fiat/Opel/Peugeot) 21
Honda 17
BMW 16
Mercedes 13
VW 13
Es gibt Hersteller die eine viele höhere Fertigungstiefe haben und weniger Zulieferteile, z.B.
Tesla 12
Bei Tesla ist das Problem, dass dort auch die Mitarbeiter für die anderen Bereich z.B. Ladeinfrastruktur drin sind. Das verfälscht die Zahl gewaltig.
BYD 5
Bei den beiden gibt es leider Sondereffekte. Bei BYD sind nicht nur Mitarbeiter bei den Autos gemeint in der Zahl, sondern vom Gesamtkonzern und der stellt Batterien, Elektronik, Halbleiter, Busse (e-Bus in Oberhausen z.B.), Handys und Solartechnologie her. Daher ist das kaum aussagekräftig.
Ich habe mal versucht es ungefähr abzuschätzen.
Tesla hat 135000 Mitarbeiter, ohne Energy (Megapack, Powerwall, Solar noch 125000). Nehme ich Supercharger, KI-Cluster Service raus, bin ich bei etwa 70000. Dann wäre Tesla also bei 24.
Bei BYD sind es 870000 Mitarbeiter. Die börsennotierte Elektroniktochter hat davon 165000 Mitarbeiter. Nehme ich noch PV, Speicher und Schienenverkehr raus bin ich bei 550.000. Das macht dann 8 Fahrzeuge pro Mitarbeiter und Jahr. Leider sind da 3 Sachen drin, die ich nicht rausrechnen kann : Sie bauen die Elektromotoren selbst, die komplette Batterie (+Zellen) und es sind auch die Busse drin.