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Autor Thema: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread  (Gelesen 1618654 mal)

Viking

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3840 am: 29.September 2026, 22:30:49 »

Und schon wieder Spahn. Als Vorsitzender des Haushaltsausschuss fehlt er bei den beiden ersten Sitzungen. Offizielle Begründung : Muss sich um sein krankes Kind kümmern. Dumm nur, dass dann Bilder von ihn auf Sardinien auftauchen (zwar mit Baby) und es wohl eher ein schöner Kurzurlaub war... Nach Maskenaffäre, Leihmutteraffäre nun die nächste Dummheit. Sorry, aber was ist dort los? Der denkt doch wirklich für ihn gelten keine Regeln. Der dürfte nie wieder ein politisches Amt bekleiden. Er hat ja mehrfach bewiesen wie ungeeignet und charakterlich kaputt er ist.
Auch lustig, dass Merz den Bürgern ja quasi vorgeworfen hat Krank sein vorzuspielen um einen freien Tag zu bekommen und dann kommt das sogar in der ersten Reihe der CDU vor.  :D
Kann mir vorstellen, das ihn einer aus seiner Partei da ans Messer geliefert und Tipps gegeben hat wo er zu finden ist damit man passend berichten kann, gehe aber mal davon aus, das er früher oder später wieder in der Spitzenpolitik auftaucht.
Allgemein wundert mich aber,dass Spahn solche Fehler macht, er ist ja auch aus dem Maskendeal rausgekommen und jetzt 2 Fehleinschätzungen in kurzer Zeit.

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veni_vidi_vici

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3841 am: 29.September 2026, 22:51:16 »

Aktuell keine Zeit für eine lange Antwort.

Habeck hat für mich ständig eine schlechte Figur gemacht.

Wenn Spahn wegen des Maskendeals z.B. gehen muss, wie ist es dann bei Habeck mit der Northvolt-Affäre. Von der finanziellen Größenordnung sicher nicht zu vergleichen. Waren aber glaub ich auch bis zu 500 Millionen Euro vom Steuerzahler, die hier verbrannt wurden. Gibt es also eine Grenze ab wann der Politiker bei finanziellem Schaden nicht mehr tragbar ist?

Aber es soll hier keinesfalls der Eindruck entstehen, dass ich Spahn verteidige. Gehört weg. Braucht in der Politik niemand. Punkt.

Dann schon eher die FDP, dessen größter Fehler es war die Ampel nicht früher gesprengt oder überhaupt da mit reingegangen zu sein. Rot-Grün war ja nicht auszuhalten. Leider ist es jetzt nicht besser geworden. Der Untergang wäre dann nur noch links. (und nein, brauchen wir wirklich nicht versuchen - bitte nicht)  ;)

Wir brauchen uns wegen dieser unterschiedlichen Ansichten aber nicht in die virtuelle Wolle bekommen. Einen guten Politiker würde ich wählen, mit wenigen Abstrichen unabhängig von der Partei. Sehe so einen aber nicht.

LG Veni_vidi_vici

Der Baske

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3842 am: 30.September 2026, 10:16:56 »

Aktuell keine Zeit für eine lange Antwort.

Habeck hat für mich ständig eine schlechte Figur gemacht.

Wenn Spahn wegen des Maskendeals z.B. gehen muss, wie ist es dann bei Habeck mit der Northvolt-Affäre. Von der finanziellen Größenordnung sicher nicht zu vergleichen. Waren aber glaub ich auch bis zu 500 Millionen Euro vom Steuerzahler, die hier verbrannt wurden. Gibt es also eine Grenze ab wann der Politiker bei finanziellem Schaden nicht mehr tragbar ist?

Aber es soll hier keinesfalls der Eindruck entstehen, dass ich Spahn verteidige. Gehört weg. Braucht in der Politik niemand. Punkt.

Dann schon eher die FDP, dessen größter Fehler es war die Ampel nicht früher gesprengt oder überhaupt da mit reingegangen zu sein. Rot-Grün war ja nicht auszuhalten. Leider ist es jetzt nicht besser geworden. Der Untergang wäre dann nur noch links. (und nein, brauchen wir wirklich nicht versuchen - bitte nicht)  ;)

Wir brauchen uns wegen dieser unterschiedlichen Ansichten aber nicht in die virtuelle Wolle bekommen. Einen guten Politiker würde ich wählen, mit wenigen Abstrichen unabhängig von der Partei. Sehe so einen aber nicht.

LG Veni_vidi_vici

Schöner als in diesem Satz hätte ich es nicht sagen können.

P.S. Weiß nicht wer gestern Steinbrück gesehen hat im TV. Aber ich kann seinen Aussagen und Einschätzung grundsätzlich viel abgewinnen. War immer so.
Seine Klarheit und Pragmatik fehlt allen Politikern auf der aktuellen Bühne.
« Letzte Änderung: 30.September 2026, 10:18:45 von Der Baske »
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Viking

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3843 am: 30.September 2026, 17:15:18 »

Schwachkopf-Affäre: Auch ein Minister darf Strafantrag stellen und ist nicht vogelfrei. Den Antrag hat er gestellt, die Hausdurchsuchung haben aber Staatsanwaltschaft und ein unabhängiges Gericht angeordnet. Ihm jetzt einen Strick daraus zu drehen, dass diese Maßnahme unverhältnismäßig gewesen sein soll, finde ich falsch, denn darauf hatte er keinen Einfluss. Und persönlich finde ich, dass Beleidigung und Hass im Internet eher zu wenig als zu streng verfolgt werden.
Ich bin da immer noch der Meinung, dass das Gesetz in der Form Anzeigen und Verfolgung solcher Bagatellen nicht hergibt und nicht hergeben sollte, die Messlatte liegt da einfach sehr niedrig. der
Zitat
und ist die Tat geeignet, sein öffentliches Wirken erheblich zu erschweren
Teil ist doch so gut wie nie erfüllt.
Das selber Anzeigen stellen ist auch gut und schön aber bitte auch nur wenn er den Text selbst gelesen hat und er ihn so stört das wirklich was passieren muss, der Ablauf das irgendwelche Dritte über Meldeportale sowas sammeln und er das dann blind unterschreibt ist komplett daneben und ich finde wenn er es unterschreibt muss er auch mit der Kritik leben,dass der Mann der das Schwachkopf Meme geteilt hat dann auch noch als Nazi diffamiert wurde kommt da noch obendrauf.
Das ist aber nicht etwas das er jetzt exklusiv hat, gibt ja Politiker aus allen Parteien die sich an der Form der Einschüchterung beteiligen und wie du schon schreibst sollte das meiste durch die Justiz auch nicht weiter verfolgt werden.

Bei Schlüttsiel würde ich Fragen wieviel Einfluss er und sein Umfeld da auf die Medien hatten, da wurde ja einiges verdreht, will ihm aber nichts unterstellen.

Das Northvolt unsicher sein kann war vorher auch abzusehen, ich erinnere mich noch wie ich das in der Zeitung gelesen habe und mich gefragt habe ob die Absicherung durch das Land wirklich genau geprüft wurde, wirkliche Konsequenzen gab es da ja auch nicht. Bei sowas wird mMn zu leichtfertig mit Steuergeld umgegangen und ich wünsche mir schon eine Art Haftung wenn es erwiesen leichtsinnig war sich da so festzulegen.

Allgemein war er auf seinem Posten einfach fehlbesetzt,wie einige Minister der Ampel und auch die Zusammenlegung von Wirtschafts und Klimaministerium war ein Fehler, weil da ja Interessen gegeneinander standen.  Wenn man ihm etwas zugute halten will,dann das er bei der Außenpolitik mehr Weitblick hatte als andere aus der ersten Reihe, bevor Lambrecht  Helme geschickt hat hat er schon Waffenlieferungen an die Ukraine ins Spiel gebracht und dafür auf den Deckel bekommen.

Bei all dem gemecker über die aktuelle Regierung sollte man nicht vergessen wie schlecht die Ampel war, alleine Baerbock als Außenministerin steckt schon das meiste in die Tasche was im Moment so abläuft.

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fussballmonster

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3844 am: Gestern um 08:53:47 »

Wer die ZDF Doku "Inside CDU" noch nicht gesehen hat, es ist ein Meisterwerk und irgendwo zwischen Stromberg und Little Britain anzusetzen.
Einzig Hansi Flick fehlt noch mit einem Kurzfilm zum Thema Graugänse. Die Doku habe ich bereits 2 Mal gesehen und weiterhin fasziniert, verstört und belustigt. Eine, ehemals große, Partei im Sinkflug während der Piloten fröhlich winken und nichts unternehmen.
https://www.youtube.com/watch?v=Ustem_fsNSA

CDU Schulze Politiker die auf Wahlkampfpartys sich selbst zusichern, dass die Rückmeldung auf der Straße überhaupt nicht zu den Umfragen passt und man ja große Hoffnung haben kann.
Philipp Amthor, der selbst in den 90ern schon skurril gewesen wäre. Sein Strandkorb ist mir recht egal, den hat er privat bezahlt. Warum sich genau drauf im nachhinein gestürzt wurde, finde ich sehr seltsam.
Immerhin bringt er den großartigen Satz: „Es gibt ja dieses schöne Sprachbild, dass Glaubwürdigkeit zu Fuß kommt, aber mit dem Pferde davonreitet."
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kn0xv1lle

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3845 am: Gestern um 12:30:52 »

Ich bin da immer noch der Meinung, dass das Gesetz in der Form Anzeigen und Verfolgung solcher Bagatellen nicht hergibt und nicht hergeben sollte, die Messlatte liegt da einfach sehr niedrig. der
Zitat
und ist die Tat geeignet, sein öffentliches Wirken erheblich zu erschweren
Teil ist doch so gut wie nie erfüllt.
Das selber Anzeigen stellen ist auch gut und schön aber bitte auch nur wenn er den Text selbst gelesen hat und er ihn so stört das wirklich was passieren muss, der Ablauf das irgendwelche Dritte über Meldeportale sowas sammeln und er das dann blind unterschreibt ist komplett daneben und ich finde wenn er es unterschreibt muss er auch mit der Kritik leben,dass der Mann der das Schwachkopf Meme geteilt hat dann auch noch als Nazi diffamiert wurde kommt da noch obendrauf.
Das ist aber nicht etwas das er jetzt exklusiv hat, gibt ja Politiker aus allen Parteien die sich an der Form der Einschüchterung beteiligen und wie du schon schreibst sollte das meiste durch die Justiz auch nicht weiter verfolgt werden.

Das sehe ich komplett anders. Hass im Internet ist ein großes Problem und alles andere als  eine Bagatelle aus meiner Sicht. Dazu kommt dann auch noch das eine Person wie Habeck täglich Hunderte wenn nicht tausende persönliche Anfeindungen bekommen hat. Alleine schon die Berichterstattung der Springer Presse hat ihn damals ja zur Hassfigur Nummer 1 gemacht. Das er dann dafür Agenturen beauftragt ist einfach normal für eine Person des öffentlichen Lebens. Das machen Promis genauso und sicherlich ist es auch ein Stück weit gut für die geistige Gesundheit, wenn man sich nicht jeden Schwachsinn durchlesen muss, den die Leute über dich im Internet schreiben. Mal davon ab das ein Minister am Ende des Tages auch noch ganz andere Aufgaben hat, als sich ständig mit Anfeindungen ihm gegenüber auseinanderzusetzen.

Auch finde ich es gut das Politiker hier noch ein Stück weit mehr geschützt werden. Die Lehren kommen aus der Weimarer Republik, wo Verächtlichmachung und Herabwürdigung von Politikern und der Verrohung der politischen Sitten praktisch an der Tagesordnung war. Heutzutage macht das Internet dies noch einfacher.
Ob dieses Schwachkopf Meme jetzt eine Hausdurchsuchung begründet sei dahingestellt. Aber das war dann am Ende des Tages Sache des Gerichtes.

Dann zu dem "armen Rentner", wenn ich NS Bilder teile dann darf man sich auch nicht wundern als Nazi betitelt zu werden. Meines Wissens wurde er dafür auch zu einer Geldstrafe in der 1. Instanz verurteilt.

Das als Einschüchterung zu bezeichnen seitens Politiker halte ich für sehr albern.

Zu Schlüttsiel  was genau soll da verdreht worden sein ? Meines Wissens wurden da mehrere Personen wegen Nötigung verurteilt. Also was genau wurde da deiner Meinung nach verdreht ?

Zu Northvolt muss man wohl nicht viel sagen. Das war ein Griff ins Klo und ich kann es mir nur so erklären, dass man irgendwie auf den Batterie Hype aufspringen wollte und das als großes Plus für den Wirtschaftsstandort Deutschland gesehen hat. Dabei hat man dann halt jegliche Warnsignale ignoriert. Ist jetzt aber auch kein einmaliger Prozess gewesen. Solche Vorfälle gab es schon desöfteren. Bspw. Galeria Karstadt Kaufhof 680 Millionen Euro, MV Werften Dreistelliger Millionenbetrag. Es war jetzt also kein Ampelspezifisiches Problem das man leichtfertig mit Steuergeld umgeht, sobald es irgendwie darum geht Arbeitsplätze in Strukturschwachen Regionen aufzubauen.
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Viking

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3846 am: Gestern um 16:52:00 »

Das sehe ich komplett anders. Hass im Internet ist ein großes Problem und alles andere als  eine Bagatelle aus meiner Sicht. Dazu kommt dann auch noch das eine Person wie Habeck täglich Hunderte wenn nicht tausende persönliche Anfeindungen bekommen hat. Alleine schon die Berichterstattung der Springer Presse hat ihn damals ja zur Hassfigur Nummer 1 gemacht. Das er dann dafür Agenturen beauftragt ist einfach normal für eine Person des öffentlichen Lebens. Das machen Promis genauso und sicherlich ist es auch ein Stück weit gut für die geistige Gesundheit, wenn man sich nicht jeden Schwachsinn durchlesen muss, den die Leute über dich im Internet schreiben. Mal davon ab das ein Minister am Ende des Tages auch noch ganz andere Aufgaben hat, als sich ständig mit Anfeindungen ihm gegenüber auseinanderzusetzen.

Auch finde ich es gut das Politiker hier noch ein Stück weit mehr geschützt werden. Die Lehren kommen aus der Weimarer Republik, wo Verächtlichmachung und Herabwürdigung von Politikern und der Verrohung der politischen Sitten praktisch an der Tagesordnung war. Heutzutage macht das Internet dies noch einfacher.
Ob dieses Schwachkopf Meme jetzt eine Hausdurchsuchung begründet sei dahingestellt. Aber das war dann am Ende des Tages Sache des Gerichtes.
Es geht in dem Fall ja nicht um Hass, wobei da die Definition schon schwammig ist was jetzt genau Hass und Hetze sein soll. Ich würde da die Grenze bei Drohungen ziehen die ihn wirklich in seiner Arbeit beeinflussen, wenn z.B irgendeiner Bilder von seinem Wohnhaus mit einem Fadenkreuz oder ein Bild mit ihm am Galgen Posten würde wäre das eindeutig und sollte untersucht und die Leute bestraft werden, dazu müsste er aber auch selbst keine Anzeigen unterschreiben.
Ich würde es eher umdrehen, gerade weil Politiker auf so einem Posten sind müssen die sich Kritik gefallen lassen und mehr aushalten als normale Bürger und wenn es wie in dem Fall ein Meme ist gibt es gar keinen Grund da tätig zu werden, dass ist einfach eine normale Meinungsäußerung und das dagegen vorgegangen wird ohne eine strenge Grenze zu ziehen ist Einschüchterung um Leute in Zukunft von sowas abzuhalten.

Habeck war am Ende ja sogar selbst der Meinung, dass die Aktion übertrieben war, also hat er sich in dem konkreten Fall auch nicht so gestört gefühlt, dass er eine Anzeige hätte schreiben müssen, das nur auf Gerichte und Staatsanwälte zu schieben ist zu einfach, wer weiß denn ob es nicht auch extra Einfluss hat wenn ein Bundesminister oder der Bundeskanzler da eine Anzeige schreibt und dadurch auch bei Sachen hingeschaut wird die nicht vefolgt werden sollten?
 ch persönlich wäre für eine Abschaffung des 188 oder zumindest für mehr Verantwortung durch Politiker und Justiz bei der Anwendung, wenn ich ein Meme von Merz mit Pinoccio Nase oder eine Habeck Karikatur poste sollte ich mir keine Gedanken darüber machen müssen ob deswegen dann ein Strafbefehl ins Haus flattert oder ich Besuch von der Polizei bekomme.

Dann zu dem "armen Rentner", wenn ich NS Bilder teile dann darf man sich auch nicht wundern als Nazi betitelt zu werden. Meines Wissens wurde er dafür auch zu einer Geldstrafe in der 1. Instanz verurteilt.

Das als Einschüchterung zu bezeichnen seitens Politiker halte ich für sehr albern.
Ich würde da schon zustimmen,dass man nicht irgendwelche dummen Nazi Vergleiche posten sollte,dass macht den Mann aber nicht gleich selbst zum Nazi,er hat das ja gepostet weil er sich ungerecht behandelt gefühlt hat und sich durch den Vegleich auch gegen Nazis gestellt,ist dumm aber keine Volksverhetzung.Wenn ich es richtig im Kopf habe war die Erzählung ja, dass er die Durchsuchung  wegen des Nazi Posts und Volksverhetzung bekommen hat und die eigentlich nach der Habeck Sache gesucht haben.
Gerade noch mal geschaut, Volksverhetzung wurde fallengelassen und er wurde wegen verbreitung von Kennzeichen verurteilt,was umstritten war und ist leider vor der Berufung verstorben.

Zu Schlüttsiel  was genau soll da verdreht worden sein ? Meines Wissens wurden da mehrere Personen wegen Nötigung verurteilt. Also was genau wurde da deiner Meinung nach verdreht ?

Zu Northvolt muss man wohl nicht viel sagen. Das war ein Griff ins Klo und ich kann es mir nur so erklären, dass man irgendwie auf den Batterie Hype aufspringen wollte und das als großes Plus für den Wirtschaftsstandort Deutschland gesehen hat. Dabei hat man dann halt jegliche Warnsignale ignoriert. Ist jetzt aber auch kein einmaliger Prozess gewesen. Solche Vorfälle gab es schon desöfteren. Bspw. Galeria Karstadt Kaufhof 680 Millionen Euro, MV Werften Dreistelliger Millionenbetrag. Es war jetzt also kein Ampelspezifisiches Problem das man leichtfertig mit Steuergeld umgeht, sobald es irgendwie darum geht Arbeitsplätze in Strukturschwachen Regionen aufzubauen.
Medienberichte von dem Vorfall wurden so verbreitet,dass es so aussah als hätte ein großer gewaltbereiter,aggressiver Mob da versammelt und versucht die Fähre zu stürmen und u.a  Feuerwerk darauf abgeschossen, mit passend geschnittenen Videos. Dabei bestand die Gruppe einfach aus normalen Leuten und Familien + einer sehr kleinen Gruppe von Störern. Später kam ja auch raus,dass es gar kein Erstürmungsversuch war wie dargestellt. War da gerade die Zeit in denen es Unruhe und Proteste bei den Bauern gab, passte da ganz gut um die dann in eine bestimmte Ecke zu stellen, ähnlich wie ja später auch die Protestfahrten teilweise als rechtsextrem geframed wurden.

Ja das Politiker zu leichtfertig mit Steuergeld umgehen ist ein allgemeines Problem , Scheuer mit der Maut, Spahn mit dem Maskendeal, Lauterbach mit Impfstoffen und unzählige andere Sachen die unnötig waren oder erstmal mit sehr niedrigen Kosten angegeben wurden und später das 10 fache gekostet haben. Einiges undurchsichtig und vielleicht nicht abzusehen aber vieles absolut vermeidbar.

Wer die ZDF Doku "Inside CDU" noch nicht gesehen hat, es ist ein Meisterwerk und irgendwo zwischen Stromberg und Little Britain anzusetzen.
Einzig Hansi Flick fehlt noch mit einem Kurzfilm zum Thema Graugänse. Die Doku habe ich bereits 2 Mal gesehen und weiterhin fasziniert, verstört und belustigt. Eine, ehemals große, Partei im Sinkflug während der Piloten fröhlich winken und nichts unternehmen.
https://www.youtube.com/watch?v=Ustem_fsNSA

CDU Schulze Politiker die auf Wahlkampfpartys sich selbst zusichern, dass die Rückmeldung auf der Straße überhaupt nicht zu den Umfragen passt und man ja große Hoffnung haben kann.
Philipp Amthor, der selbst in den 90ern schon skurril gewesen wäre. Sein Strandkorb ist mir recht egal, den hat er privat bezahlt. Warum sich genau drauf im nachhinein gestürzt wurde, finde ich sehr seltsam.
Immerhin bringt er den großartigen Satz: „Es gibt ja dieses schöne Sprachbild, dass Glaubwürdigkeit zu Fuß kommt, aber mit dem Pferde davonreitet."
Ich frage mich da schon ob das nicht absichtlich so zusammengeschnitten wurde um die CDU schlecht aussehen zu lassen, alleine die Musik die da bei Amthor unterlegt wurde,da hat man gleich diese dekadenten Königshäuser im Kopf,wirkt wirklich fast wie Satire.  :D  und das sie jetzt denken,dass der Strandkorb das Problem wäre passt auch perfekt rein, ich meine wenn er den selbst bezahlt hat juckt das doch keinen.
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DragonFox

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3847 am: Gestern um 18:07:17 »

Ich würde es eher umdrehen, gerade weil Politiker auf so einem Posten sind müssen die sich Kritik gefallen lassen und mehr aushalten als normale Bürger und wenn es wie in dem Fall ein Meme ist gibt es gar keinen Grund da tätig zu werden, dass ist einfach eine normale Meinungsäußerung und das dagegen vorgegangen wird ohne eine strenge Grenze zu ziehen ist Einschüchterung um Leute in Zukunft von sowas abzuhalten.
Eine Beleidigung ist weder Kritik noch eine normale Meinungsäußerung. Die Trennschärfe mag vielleicht manchmal schwer sein und muss in Deutschland immer wieder verhandelt werden. Aber ich bin froh, dass die normale Meinungsäußerung nicht erst bei der Drohung für Leib und Leben aufhört.

Habeck war am Ende ja sogar selbst der Meinung, dass die Aktion übertrieben war, also hat er sich in dem konkreten Fall auch nicht so gestört gefühlt, dass er eine Anzeige hätte schreiben müssen, das nur auf Gerichte und Staatsanwälte zu schieben ist zu einfach, wer weiß denn ob es nicht auch extra Einfluss hat wenn ein Bundesminister oder der Bundeskanzler da eine Anzeige schreibt und dadurch auch bei Sachen hingeschaut wird die nicht vefolgt werden sollten?
Hier interpretierst du etwas rein. Nur weil man eine Hausdurchsuchung auf Grund einer Anzeige für übertrieben findet, heißt das nicht, dass man sich nicht so gestört fühlt, dass man deswegen die Anzeige nicht hätte schreiben müssen.
Wenn es so einen Einfluss gibt ist das ein Fehler der Gerichte und Staatsanwälte und auch nicht dem Politiker anzuheften.

Wenn ich es richtig im Kopf habe war die Erzählung ja, dass er die Durchsuchung  wegen des Nazi Posts und Volksverhetzung bekommen hat und die eigentlich nach der Habeck Sache gesucht haben.
Gerade noch mal geschaut, Volksverhetzung wurde fallengelassen und er wurde wegen verbreitung von Kennzeichen verurteilt,was umstritten war und ist leider vor der Berufung verstorben.
Der Fall wurde nie richtig aufgearbeitet. Die Durchsuchung war schon genehmigt bevor Habeck Anzeige gestellt hat. Was es noch absurder macht ihn damit in Verbindung zu bringen. Einzig und alleine die Staatsanwaltschaft muss sich dazu äußern wie es dazu kommen konnte. Die hat es verbockt, wenn es dabei nicht um mehr ging.


« Letzte Änderung: Gestern um 18:12:31 von DragonFox »
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Viking

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3848 am: Gestern um 18:39:07 »

Eine Beleidigung ist weder Kritik noch eine normale Meinungsäußerung. Die Trennschärfe mag vielleicht manchmal schwer sein und muss in Deutschland immer wieder verhandelt werden. Aber ich bin froh, dass die normale Meinungsäußerung nicht erst bei der Drohung für Leib und Leben aufhört.

Hier interpretierst du etwas rein. Nur weil man eine Hausdurchsuchung auf Grund einer Anzeige für übertrieben findet, heißt das nicht, dass man sich nicht so gestört fühlt, dass man deswegen die Anzeige nicht hätte schreiben müssen.
Wenn es so einen Einfluss gibt ist das ein Fehler der Gerichte und Staatsanwälte und auch nicht dem Politiker anzuheften.
Wo fängt da die Beleidigung an? Wenn sich jemand wirklich so sehr durch das teilen ein Memes gekränkt und eingeschüchtert fühlt,dass er sich in seiner Arbeit behindert sieht und deswegen eine Anzeige stellt ist er in dem Job falsch, Satire ist genauso erlaubt wie Persiflagen und sollte von der Meinungsfreiheit gedeckt sein, ich bin wirklich erstaunt das so ein Vorgehen hier wirklich ernsthaftverteidigt wird. Noch mal, es ging da um das teilen!eines Memes!!
Und wie gesagt sollten aufgrund des Gesetzestextes die meisten Sachen sowieso nicht verfolgt werden weil der eine Absatz eher selten gegeben ist.
https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__188.html "und ist die Tat geeignet, sein öffentliches Wirken erheblich zu erschweren" das wäre bei Drohungen der Fall, bei Memes nicht, darum das Beispiel.
Ich denke in der Bewertung machst du es dir zu einfach, der Politiker ist nicht gezwungen da irgendetwas zu unterschreiben, die sollen sich zumindest genau anschauen um was es geht, so eine Anzeige ist doch kein leichtfertiger Vorgang den man nebenbei erledigt,da sollte man die Folgen für die Leute bedenken. Habeck ist es am Ende egal ob der Mann Zuhause belästigt wurde und sich deswegen Stress macht wegen gar nichts vor Gericht zu stehen.

Abgesehen davon das es in der öffentlichen Meinung auch ein schlechtes Bild abgibt und statt ein Miteinander zu fördern weiter eine "wir gegen die " Haltung zementiert.

Der Fall wurde nie richtig aufgearbeitet. Die Durchsuchung war schon genehmigt bevor Habeck Anzeige gestellt hat. Was es noch absurder macht ihn damit in Verbindung zu bringen. Einzig und alleine die Staatsanwaltschaft muss sich dazu äußern wie es dazu kommen konnte. Die hat es verbockt, wenn es dabei nicht um mehr ging.
Jemand aus der Ecke wird es schon angestoßen haben,wie sollen die sonst auf sowas kommen? Er hat es ja auch später noch unterschrieben. Ich stelle mir den Ablauf so vor,dass die Meldestellen Kontakt zu dem Umfeld der Politiker haben und das dann entsprechend weiterleiten, irgendein Mitarbeiter legt denen dann den Stapel vor und die unterschreiben das ungelesen. Wenn du jetzt irgendwo deine Unterschrift drunter setzt wirst du dich später auch nicht mit "Ich hatte damit nichts zu tun" rausreden können.
Mir geht einfach das ganze System dieses automatisierten verpetzens und Anzeigenschreibens gegen den Strich, ich meine die Justiz ist eh schon überlastet es bringt gar nichts sich mit sowas zu beschäftigen und vielleicht rutscht wegen solcher Lappalien mal ein richtiger Extremist durch.
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3849 am: Gestern um 19:30:59 »

Das Problem am dt. Majestätsbeleidigungs§ ist: wird ein Normalmensch beleidigt, muss der selber Anzeige erstatten, die dann oft im Nichts endet. Bei Politikerbeleidigung (bzw. "beleidigung"), dann durchkämmen Polizei und NGOs proaktiv das Netz und "melden" brave Bürger was das Zeug hält. Da gibt es dann durchaus auch empfindliche Strafen, die es bei Hinz und Kunz meist nicht gibt.

Dadurch kommt der Eindruck einer Zwei-Klassen-Justiz und dass Politiker etwas Besseres als der Normalbürger wären, auf. Hier die Herrscher, dort der Pöbel. Dass die Politiker, auch die regierenden, Diener des Volkes sind, kommt viel zu kurz, auch in deren eigenem Universum.

Ich gönne dem Herrn Amthor ja sein Riesenbüro, die gewaltige Dachterrasse und die dicke Dienstlimousine, den selber bezahlten Strandkorb fand ich sogar noch nett, der zeigte Heimatverbundenheit, schade, dass er da so schnell eingeknickt ist. Aber die Sprüche, die ich da in den kurzen Clips gehört habe, und der Habitus, die kommen halt schon sehr abgehoben rüber.

Die Politiker müssen imho dringend geerdet werden und vor Augen geführt bekommen, wer ihnen diese Annehmlichkeiten und auch den Luxus eines Corbusier-Sofas ermöglicht: die in der freien Wirtschaft arbeitende Bevölkerung, die als Dank noch zu hören bekommt, sie würde zu wenig arbeiten, würde sich zu oft krank melden und überhaupt viel zu faul sein.

So geht es nicht. Die Union kann noch froh und dankbar sein, dass die AfD so ein furchtbarer Haufen ist und es noch viele konservative Demokraten gibt, die die nicht wählen. Gäbe es eine vernünftige konservative Partei mit halbwegs charismatischem Führungspersonal, wäre die Union wohl schon lange weg vom Fenster.
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kn0xv1lle

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3850 am: Heute um 00:21:41 »

Auweia Majestätsbeleidigung ? Man könnte die Diskussion auch einfach sachlich führen ohne auf Beleidigungen zurückzugreifen und schon hat der Pöbel keine Probleme.  ::)
Mal davon ab das § 188 StGB nicht nur Spitzenpolitiker oder wie du es nennst "die besseren", sondern auch ganz normale Kommunal Politiker schützt, die wohl fernab von solchen Annehmlichkeiten der Spitzenpolitiker leben.
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DragonFox

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3851 am: Heute um 01:33:13 »

Wo fängt da die Beleidigung an? Wenn sich jemand wirklich so sehr durch das teilen ein Memes gekränkt und eingeschüchtert fühlt,dass er sich in seiner Arbeit behindert sieht und deswegen eine Anzeige stellt ist er in dem Job falsch, Satire ist genauso erlaubt wie Persiflagen und sollte von der Meinungsfreiheit gedeckt sein, ich bin wirklich erstaunt das so ein Vorgehen hier wirklich ernsthaftverteidigt wird. Noch mal, es ging da um das teilen!eines Memes!!

Nur so am Rande: Du tust so, als sei ein Inhalt harmlos, sobald er eine Meme ist.  Ein Meme kann alles ausdrücken und damit auch alles was unter Strafe steht. Ich weiß nicht, wie du darauf kommst, dass es harmlos ist (sein muss?), weil es ein Meme ist. Ein Meme ist nicht immer Satire oder Persiflage. Weiter unten in deinem Text machst du das nochmal. Auch mit einem Meme kann man jemanden bedrohen. Haben wir einfach unterschiedliche Verständnisse was ein Meme ist?

Darüber hinaus ist die Frage, was eine Beleidigung ist von Gerichten und Staatanwaltschaften zu entscheiden. Das führt auch das häufige Argument "unter dem Strafmaß" ad absurdum. Man kann alles anzeigen. Man sollte nicht alles anzeigen. Aber ob etwas eine Beleidigung ist und ob etwas das Strafmaß erfüllt weiß man erst, wenn man es ins System gegeben hat. Es wird täglich unter dem Strafmaß angezeigt. Aber warum und wie sollte der Anzeigende das selbst beurteilen? Dafür sind die Gerichte da.

Und wie gesagt sollten aufgrund des Gesetzestextes die meisten Sachen sowieso nicht verfolgt werden weil der eine Absatz eher selten gegeben ist.
https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__188.html "und ist die Tat geeignet, sein öffentliches Wirken erheblich zu erschweren" das wäre bei Drohungen der Fall, bei Memes nicht, darum das Beispiel.
Das macht doch nichts. 188 ist nur eine Verschärfung von 185. Wenn eine Anzeige gestellt wird kann natürlich auch 185 zum Einsatz kommen, wenn die Vorraussetzungen von 188 nicht erfüllt sind.

Ich denke in der Bewertung machst du es dir zu einfach, der Politiker ist nicht gezwungen da irgendetwas zu unterschreiben, die sollen sich zumindest genau anschauen um was es geht, so eine Anzeige ist doch kein leichtfertiger Vorgang den man nebenbei erledigt,da sollte man die Folgen für die Leute bedenken. Habeck ist es am Ende egal ob der Mann Zuhause belästigt wurde und sich deswegen Stress macht wegen gar nichts vor Gericht zu stehen.
Ich habe eigentlich noch gar nicht bewertet oder irgend ein Vorgehen verteidigt. Ich habe lediglich gesagt, dass eine Beleidigung keine Kritik ist und dass unvorhersehbare, nicht beeinflussbare Folgen nicht zwangsläufig dazu führen, dass man die ursprüngliche Handlung im Nachhinein anders bewerten muss.  ;)

Ich finde diese Massenanzeigen auch befremdlich und ich gehe bei der Kritik mit. Es hat einen Einschüchterungseffekt, es zeigt ein Ungleichgewicht von Macht, es belastet die Justiz und es verschärft die Grenzen zwischen Kritik und Beleidigung.
Ich finde auch, dass man mit Anzeigen verantwortungsvoll umgehen sollte. Beim Fall des Schwachkopf-Meme war das meiner Meinung nicht der Fall. Habeck hätte das nicht anzeigen müssen, auch wenn er das Recht dazu hat. Laut der Staatanwaltschaft handelte es sich bei dem Meme um eine Ehrverletzung im "niederschwllligen Bereich". Ich weiß nicht wie solche Agenturen oder Meldestellen arbeiten. Aber ich hoffe, dass dort zumindest in sofern eine Auffassung der Gesetze existiert, dass nur zur Anzeige gebracht wird was die Chance hat auch wirklich eine Beleidigung zu sein. (Wobei man fairerweiße sagen muss, dass es zu dem Meme kein Urteil gibt. Eine Einstellung des Verfahrens bedeutet nicht, dass es straffrei ist. Ich kann das nicht so klar beurteilen wie du, dass das nichts ist.)

Gleichzeitig bin ich aber auch nicht klar gegen Massenanzeigen, Meldestellen, Agenturen und das zb Habeck sowas nutzt. Auf der anderen Seite stehen Menschen die am Tag zum Teil hunderte und tausende Male beleidigt werden. Und zwar auch mit wesentlich eindeutigeren Inhalten als das Schwachkopf-Meme. Wenn ein normaler Bürger einmal beleidigt wird erstellt er Anzeige und keinen interessiert es. Er hat das Recht dazu. Verliert ein Spitzenpolitiker das Recht dem Rechtsweg zu folgen, weil er ein hohes Amt hat? Mit welcher Begründung?
Und genau so wirfst du die Frage auf, ob eine Beleidigung schlim ist, wenn sich der Beleidigende damit nicht genug auseiander gesetzt hat. In dem Fall wissen wir, dass Politiker zum Teil nicht selbst das Internet durchforstet und hunderte Beleidigungen zusammen sammelt. Für dich scheint klar zu sein, dass das nicht das gleiche ist. Da bin ich mir nicht so sicher. Ist eine Beleidigung keine Beleidigung, nur weil der Beleidigte sie nicht hört?
Daraus leitet sich auch die Frage ab, ob jemand der hunderte Male pro Tag potentiall beleidigt wird wirklich die Lebenszeit aufwenden muss, um den Rechtsweg zu bestreiten, oder ob es nicht reicht zu wissen, dass man beleidigt wird. Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft und die Delegation von Rechtsverfolgung- und vertretung ist ganz normal. Wir haben das schon zig Jahre bei Persönlichkeitsverletzungen gegen rechtswidrige Veröffentlichungen, unwahre Tatsachenbehauptungen oder Verletzungen von Persönlichkeitsrechten. Oder denken wir, dass Günther Jauch oder Thomas Gotschalk die ganzen Schmierblätter in ihrer Freizeit durchlesen und danach persönlich die Polizei anrufen, um auf Unterlassung klagen? Oder, dass die bei jeder Anzeige recht bekomme und alle Anzeigen treffsichere eine erfolgreiche Unterlassung mit sich zieht?

Es gibt eben grundsätzlich gute Gründe dafür und dagegen. Ich finde nicht, dass ich mir die Bewertung hier zu einfach mache.

Jemand aus der Ecke wird es schon angestoßen haben,wie sollen die sonst auf sowas kommen? Er hat es ja auch später noch unterschrieben. Ich stelle mir den Ablauf so vor,dass die Meldestellen Kontakt zu dem Umfeld der Politiker haben und das dann entsprechend weiterleiten, irgendein Mitarbeiter legt denen dann den Stapel vor und die unterschreiben das ungelesen. Wenn du jetzt irgendwo deine Unterschrift drunter setzt wirst du dich später auch nicht mit "Ich hatte damit nichts zu tun" rausreden können.
Mir geht einfach das ganze System dieses automatisierten verpetzens und Anzeigenschreibens gegen den Strich, ich meine die Justiz ist eh schon überlastet es bringt gar nichts sich mit sowas zu beschäftigen und vielleicht rutscht wegen solcher Lappalien mal ein richtiger Extremist durch.

Na klar kann man sich zu diesem Punkt rausreden. Ich habe auch schon Menschen angezeigt. Dadurch bin ich doch nicht für alle eventuellen überzogenen Maßnahmen und allen möglichen Aktionen unseres Rechtssystems dieser Person gegenüber verantwortlich oder hätte antizipieren müssen unter welchem Strafmaß der Staatsanwalt das einordnet und die Personen konfroniert. Ich bin grundsätzlich verantwortlich, dass die Person mit dem Rechtssystem in Berührung kommt. Aber das war ja auch meine Absicht, als ich Anzeige erstatte habe...

Dein letzten Satz kann ich nachvollziehen. Auch ich bin unzufrieden mit dem aktuellen System. Der Paragraph 188 kam mit der starken Begründung regionale Politiker und kleinere Beamtenposten wie Ortvorsteher zu schützen und nicht mal vordergründung nur die Person, sondern auch das Amt und damit die Teilnahme am öffentlichen Leben. Ich gebe dir recht, dass ein Spitzenpolitiker im Bundestag wesentlich mehr aushalten muss als ein Bürgermeister im kleinen Dorf. Ich finde, hier müsste ein Weg gefunden werden das etwas besser auszudifferenzieren...
Aber ich finde die Kritik ist an das Gesetz und an das ausführende System zu richten. Nicht an Personen die den Rechtsweg bestreiten. Spitzenpolitiker oder nicht Spitzenpolitiker. In dem Fall war der Politiker nicht mal beim Beschluss des Gesetzes im Bundestag.




Zu guter Letzt:
Die Anfangskritik war, dass Habeck Anzeige gestellt hat und dann gabs eine Hausdurchsuchung. Das ist faktisch falsch. Auch falsch ist die Kritik an Habeck, dass er dann als Nazi hingestellt wurde. Die Ermittlungen liefen seperat.

https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/habeck-beleidigung-schwachkopf-geldstrafe-100.html
Mit Blick auf den "Schwachkopf"-Post selbst seien die Ermittlungen vorläufig eingestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft Bamberg mit. Neben den anderen Vorwürfen gegen den Mann falle die zu erwartende Strafe für die im Frühjahr 2024 auf X hochgeladene Bilddatei mit einem Porträtfoto Habecks und dem Schriftzug "Schwachkopf PROFESSIONAL" "nicht beträchtlich ins Gewicht".
Die Staatsanwaltschaft Bamberg teilte später mit, die Durchsuchung sei schon beantragt worden, bevor der Grünen-Politiker in dem Fall selbst Anzeige stellte.

https://www.br.de/nachrichten/bayern/nach-schwachkopf-post-prozess-am-amtsgericht-beginnt,UoNpVRx
Im vergangenen Jahr hatte der "Schwachkopf"-Post den Durchsuchungsbeschluss ausgelöst. Diesen hatte die Staatsanwaltschaft Bamberg beantragt.
In den Ermittlungen spielte das Habeck-Meme jedoch bald keine Rolle mehr. Die Staatsanwaltschaft erklärt auf Anfrage des BR: Sie habe den Vorwurf nicht weiterverfolgt. Es handele sich um eine Ehrverletzung im "niederschwelligen Bereich". Das Habeck-Meme falle neben den Vorwürfen im Strafbefehl nicht ins Gewicht.

Ich würde zusammenfassen, dass Habeck Anzeige gestellt hat, was man kritisieren kann. Die Anzeige kam am 12. September. Der Durchsungsbeschluss war allerdings schon vom 6. August. Nunja... Wenn man so spitzfindig ist und die Handlung einer Person haargenau nehmen muss, muss man hier der Staatsanwaltschaft Bamber auch zurechnen, dass sie offensichtlich durch die Zeit reisen kann. Sonst hätte sie ja den Durchsungsbeschluss für den Habeck verantwortlich sein soll unmöglich vor seiner Anzeige beantragen können.  ;) Es ist natürlich nicht nur die Staatsanwaltschaft Bamber in der Kritik, sondern auch der Richter, der sie genehmigt hat.
Das alles wird noch schlimmer, wenn man überlegt, dass laut Aussage der Staatanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt wurden, weil es sich bei dem Post nur um eine Ehrverletzung im "niederschwelligen Bereich" handelte. Hätte man das nicht beurteilen können bevor man den Durchsuchungsbeschluss beantragt? Das würde ich zumindest mal in Frage stellen. Auch wenn ich weiß, dass eine spätere Beurteilung nicht automatisch bedeuten, dass die Maßnahme unverhältnismäßig war und meine Kritik daran hängt...

Aber bei all dem: Welchen Anteil hatte Habeck an der konkreten Durchsuchung? Auf den Durchsuchungsbeschluss hatte seine Anzeige jedenfalls keinen Einfluss. Der war bereits beantragt und erlassen, bevor Habeck selbst Strafantrag stellte.
In Deutschland werden über eine viertel Million Strafanträge wegen Beleidigung pro Jahr gestellt. Wenn diese hier nicht zu einer vom Staatsanwalt eingeleiteten kontroversen Hausdurchsuchung mit der anschließenden Nazi-Thematik geführt hätte, wäre das in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.
Bei aller Kritik an Habeck, dass man diesen Punkt neben wirklich große Skandale und Fehler in der Politik stellt halte ich für absurd. Genau so wie die Kritik mit dieser Fähre wenn überhaupt eine Medienkritik ist oder das mit den Möbeln was nicht mal passierte. Aber wenn man halt Punkte machen will, bekommt man sie schon zusammen. ::)


« Letzte Änderung: Heute um 03:40:15 von DragonFox »
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3852 am: Heute um 07:59:25 »

Mal davon ab das § 188 StGB nicht nur Spitzenpolitiker oder wie du es nennst "die besseren", sondern auch ganz normale Kommunal Politiker schützt, die wohl fernab von solchen Annehmlichkeiten der Spitzenpolitiker leben.
Man könnte auch einfach bei §185ff für alle bleiben, es braucht keinen Majestätsbeleidigungs§. Ansonsten bleibt halt der Eindruck der Zwei-Klassenjustiz.
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fussballmonster

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3853 am: Heute um 10:06:09 »

Ich gönne dem Herrn Amthor ja sein Riesenbüro, die gewaltige Dachterrasse und die dicke Dienstlimousine, den selber bezahlten Strandkorb fand ich sogar noch nett, der zeigte Heimatverbundenheit, schade, dass er da so schnell eingeknickt ist. Aber die Sprüche, die ich da in den kurzen Clips gehört habe, und der Habitus, die kommen halt schon sehr abgehoben rüber.

Die Politiker müssen imho dringend geerdet werden und vor Augen geführt bekommen, wer ihnen diese Annehmlichkeiten und auch den Luxus eines Corbusier-Sofas ermöglicht: die in der freien Wirtschaft arbeitende Bevölkerung, die als Dank noch zu hören bekommt, sie würde zu wenig arbeiten, würde sich zu oft krank melden und überhaupt viel zu faul sein.
Ich glaube das mit dem "erden" wird nicht passieren. In den Kreisen besteht keine Verbindung mehr zu "normalen" Menschen.
Es ist wie in großen Konzernen. Nach oben kommen nur die Furzwegschnüffler, die die sich komplett anpassen und den Vorgesetzten das erzählen was sie hören wollen. Und wenn sie oben sind, läuft es genauso weiter. Jemand der das Ganze hinterfragt, kommt erst gar nicht höher.

Ein Amthor oder ein Spahn, die schon in jungen Jahren in diese Kreise aufgenommen wurden, kennen das "richtige" Leben von Millionen Einwohnern nicht ansatzweise.
Bei Regionaltreffen kommen die Schulterklopfer und wiegen die in Sicherheit. Der Wahlkampfhelfer in der "Inside CDU" Doku, der Schulze glaubhaft versichern will, dass er auf der Straße das Gegenteil von dem hört was in Umfragen abgebildet wird. Vielleicht wollte er Schulze und/oder sich nur Mut machen und nicht resignieren. Das ist ja ganz nett, aber komplett blauäugig.
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