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Autor Thema: Familienhilfe  (Gelesen 23529 mal)

Mchairhill

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Familienhilfe
« am: 06.Dezember 2014, 21:11:26 »


Welch aufregenden Wochen, ein denkwürdiger Jungessellenabschied, ein tosendes Hochzeitsfest und zum Schluss 16 tolle Flitter-tage in der Sonne. Ab sofort wird als „Wir“ gedacht, oder besser als„we“. Meine Frau kommt gebürtig aus dem wasserumgebenen Königreich England. Im Zuge ihres Studium an der  FH Starnberg, lernten wir uns kennen und lieben. Die mangelnden Sprachkenntnisse waren bisher eher positiv als das sie beeinträchtigten aufgefallen wären. Man muss sich halt die nötige Zeit in der Kommunikation nehmen, dann geht das schon. Wie heißt es so schön,“ Liebe ist eine universelle Sprache“.
Jetzt gibt’s Leute die behaupten, nach knapp 20 Monaten zu heiraten wäre verrückt, aber das sehen wir anders. Manchmal weiß man einfach, wenn etwas richtig ist und muss die Chance ergreifen.

Jetzt steht Familienkunde an, mein erster Inselbesuch liegt vor mir. Auf der Hochzeit hat man sich kurz kennengelernt, allerdings war mein Schwiegervater weder begeistert noch lange anwesend. Man wird sehen, ob jetzt mehr Zeit vorhanden ist, um sich auszutauschen.

Nach kurzem Flug, landet unsere Maschine im, wie soll es auch anders sein, sonnigen Westengland. Gar nicht so schlimm hier, denk ich mir. Allerdings stelle ich fest, das meine Frau zunehmend nervöser wird, um so näher wir ihrer Heimat kommen. Ein dezentes Auto, holt uns vom Flughafen ab. Beim einsteigen, mache ich mir erstmals Gedanken, aus welchem Haus meine Frau eigentlich kommt. Mir fällt auf, ich weiß irgendwie nix bis gar nix über die Familie meiner Frau. Wohlhabend scheint sie zu sein, die Familie Oyston, das ganze wird noch mal unterstrichen, von der kleinen S-Klasse, die uns gerade befördert.

Die Fahrt führt und nach Bispham, einem Vorort von Blackpool. Abgelenkt von der glänzenden Irischen See, realisiere ich erst recht spät, vor was für einem Anwesen wir halten. Ungläubig blickd ich meine  Frau an, die mich verlegen anschaut. Ich fühle das meine Hände schwitzig werden, als mein Schwiegervater mich per kräftigen Händedruck begrüßt. Aus dem Bauch heraus zu entscheiden, mag ja oft ganz gut sein, aber vielleicht sollte man manchmal auch den Kopf, oder zumindest die Ohren, benutzten. Ich hab keine Ahnung was mich hier erwartet und ich weiß nicht ob meine Frau darüber aufklärt hat oder nicht. Mein Englisch sollte zeitnah besser werden. Herr Karl Oyston, also mein Schwiegervater, macht ein ganz ruhigen, sachlichen und freundlichen Eindruck. Nach der Begrüßung, zeigt uns das Haus und unsere Zimmer und gibt uns dann ein wenig Ruhe. Ich versuche meiner Frau Information zu entlocken, werde aber immer wieder vertröstet, oder von ihr darauf hingewiesen, mir selber ein Bild von ihrer Familie zu machen. Begeisterung ist bei ihr allerdings nicht entdecken, wenn wir über das Thema sprechen. 

Die Tage ziehen so dahin, viel Smalltalk, man trifft sich zu den Mahlzeiten. Herr Oysten verlässt meist früh das Haus und kommt abends spät wieder, aber am Wochenende, da hat er Termine für uns freigeräumt. Meine Frau benimmt sich sehr merkwürdig und ist sehr zurückhaltend im Umgang mit Ihren Eltern.

Am Samstagmorgen, empfängt mich Hr. Oysten in sportlicher Klamotte, er läd mich auf eine Rundfahrt durch seine Stadt ein. “Seine Stadt”, hat er wirklich gesagt. Nach 2 Stunden Fahrt, unzähligen semiinterresanten Sehenswürdigkeiten und viel unbehaglichem Schweigen finden wir endlich ein Thema. Fussball.
Ich erzähle von meine 35 Toren in der Bezirksliga, den 13 Buden in der Bezirksoberliga. Ganz spannend findet er, den Aufstieg meiner B-Jugend. Meine Sprachkentnisse führen zu einigen Missverstädnissen, aber mir fielen nicht die Übersetzungen für Dorfclub, Abstauberkönig und Altherrenhallenrunde ein. Den Unterschied zwischen Kreisklasse und Kreisliga konnte ich auch nicht wirklich darstellen.

Hr. Oysten erzählte irgendwas vom FC Blackpool. Die Worte Tangerines, Seasiders und Football League Championship fielen andauernd, so richtig folgen konnte ich aber nicht. Wir kamen dann an einem Fussballstadion an, also ein richtiges Fussballstadion. Kein Fussballplatz, ein richtiges Stadion.
Merkwürdigerweise wurde mein Schwiegervater, überall namentlich begrüßt. Ganz schön bekannt der Knabe , vielleicht hat er ja mal gespielt hier. Bei uns im Dorf kennt mich ja auch jeder.

An der Bloomfield Road, so heißt das hier, stehen ein paar Statuen, ich hab sie mir alle angeschaut, konnte meinen Schweigerpa aber nicht erkennen. Der ließ mich eine gute Stunde warten, verschwand währen der Zeit im Inneren des Stadion, kam dann recht aufgewühlt und schlecht gelaunt zurück. Von vielen Flüchen begleitet und mit minimaler Tempoüberschreitung fuhren wir heim.
Denn Rest des Abends und die halbe Nacht verbrachte er am Telefon, recht laut und aufgeregt, führte er fast 50 Telefonate, nur in der Zeit die mitbekommen habe.

Am Frühstückstisch, war Karl auffallend freundlich, er legt mir diverse Listen vor, die ich mir anschauen sollte. Viele Namen, Zahlen und € sowie Pfundzeichen. Ich hab nicht alles verstanden, war aber auch nicht ganz bei der Sache. Später zeigte er mir Videos von Fussballspielern und wollte meine Meinung hören. Auch wollte  er wissen, was in Deutschland  bezahlt wird im Fussball und ob ich Tipps für arbeitslose Trainer hätte. Ich konnte ihm immer nur wieder erzählen, das ich Amatuerfussballer gewesen sei und nur mit Müh und Not die C-Lizenz bestanden habe. Nachmittags ließ er mich dann in Ruhe, allerdings sollte ich am Abend ordentlich gekleidet zum Essen erscheinen. Besuch hat sich angekündigt.

Gegen 19 Uhr stand wurde zum Essen geläutet, mein Schwiegervater stellte uns dem Besuch vor, der mir gleich bekannt vor kam. Ein Pärchen sie, deutlich jünger als er, recht hübsch, sprach wenig. Er, in den Fünfzigern angekommen, fiel mit sehr schlechten Englisch und blendend weißen Zähnen auf. Als sein Name genannt wurde , bekam ich dann weiche Knie. Ich schüttele gerade einem Weltmeister von 1990 die Hand.
Ein Dinner mit Lothar Matthäus und Frau. Das ganze wurde zum Abenteuer.

Die Kommunikation am Tisch verlief sehr zäh. Als Herr Matthäus rausfand, dass ich Deutscher bin, wechselte er dauernd zwischen Englisch und Deutsch hin und her. Ich freute mich, endlich mal jemand, dessen Englischkenntnisse ähnlich beschränkt sind wie meine. Hauptthema war natürlich Fussball, Geld und dass Herr Matthäus ungerecht behandelt wird. Ein Weltfussballer habe schließlich Respekt verdient.

Nach dem Essen gingen Herr Oysten und Herr Matthäus ins Büro, aus dem Herr. M nach einer Stunde wutentbrannt alleine wieder rauskam. Er schrie nach seiner Jacke, seiner Frau und verließ fluchtartig das Haus. Draußen merkte er dann, dass er mit Taxi angereist war. Ein Bediensteter des Hauses rief ihnen dann einen Wagen. In den 30 Minuten Wartezeit, beruhigte er sich ein wenig, freundlich schaute er trotzdem nicht.
Zu gerne hätte ich gewusst was Inhalt des Gespräches gewesen ist, aber mein Schwiegerpa ließ sich den Abend nicht mehr blicken.
Meine Frau erklärte mir, das ihr Vater wohl Präsident vom FC Blackpool sei und gerade auf der Suche nach einem Trainer und Spielern sei. Da der Verein, aber nicht gerade die größte Nummer im englischen Fussball ist und ihr Vater bei den Gehaltsverhandlungen meist einen Igel in der Tasche hat, stelle sich das gerade als sehr schwierig da. Insgesamt sei es gerade nicht einfach, dem Verein würde es an Personal, Spieler und Geld fehlen, so meine Frau, aber genau wisse sie das nicht, da ihr Vater darüber selten spreche. Und das was in den Zeitungen stehe, wolle sie nicht immer glauben. Aber ich solle mir doch selber ein Bild machen, sagte sie mal wieder. Ich glaube zwar nicht ans Internet, versuchte mir aber Information über den Computer zu besorgen. Dem Datennetz zufolge, sah es tatsächlich nicht so rosig aus. Fernsehgelder seinen verschwunden, die Kassen leer, die Fans sauer, Spieler kaum vorhanden, einen Trainer suche man auch seit Wochen erfolglos. Seit dem kurz Gastpiel in der Premierleague 2010, gehts auch in der zweiten Liga immer weiter runter in Tabelle. Dabei scheint der Verein eine ruhmreiche Vergangenheit zuhaben, in den 50iger Jahren holte man den FA-Cup, spielte mehrfach um den Ligatitel mit und wurde einmal Vizemeister. Problem daran, das ist ewig her. Im Moment sieht es ganz anders aus und welche Rolle Herr Oysten dabei spielt, ist für mich nicht zu erkennen.
« Letzte Änderung: 17.Dezember 2014, 20:31:44 von Mchairhill »
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Mchairhill

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Re: Familienhilfe
« Antwort #1 am: 07.Dezember 2014, 21:09:39 »

Die nächsten Tage ging es so weiter, Herr. O. war viel unterwegs. Wenn er zuhause war, telefonierte er häufig, oder er empfing Besuch, der entweder lachend oder meist angesäuert das Haus verließ. Zwischendurch fragte mich mein Schwiegervater, nach mir unbekannten Namen, zeigt mir Videos und Scoutberichte und wollte meine Meinung dazu wissen. Ich entgegnete ihm, das ich nur ein Amateurkicker gewesen sei. Es war für mich aber immer wichtig gewesen sein, in Mannschaften zu spielen, die sich durch Teamgeist, Laufbereitschaft und Zielstrebigkeit auszeichneten. Ziehen alle an einem Strang, kann man auch viele spielerische Mängel kompensieren. So trainiere ich auch meine Jugendmannschaft. Zudem sehe ich es so, das Fußball Spaß machen sollte, da es ja ein Spiel ist.Spaß sollte immer im Vordergrund stehen. Nachdem Gespräch verließ Karl nachdenklich den Raum und wurde den Rest des Tages nicht mehr gesehen.
Am nächsten Tag, noch vor dem Frühstück fing mich Karl ab und fuhr mit mir zum Trainingsgelände vom FC Blackpool. Ich war beeindruckt, wenn man sonst auf dem Nebenplatz des Nebenplatzes trainiert, ist man allerdings schnell beeindruckt. Karl, sagte mehrfach, hätten wir Geld würden wir hier was machen, aber die Stadt müsste auch einen Teil tragen, der Verein sei Aushängeschild der ganzen Region. Aber solange von denen nichts kommt, können wir auch nicht investieren. Wir müssen halt sparen, so seine Aussage.

Auf dem hinteren Platz spielten gerade 7 junge Männer 5gg2, ein paar weitere drehten Runden in sehr gemächlichen Tempo. Das wurde beobachtet von zwei Männern, die als uns sahen, sofort auf uns zukamen. Sie stellten sich als, John Murphy und Tony Warner vor. John war momentan Interimstrainer der ersten Mannschaft, sonst aber eigentlich Co-Trainer. Tony ist Torwarttrainer, allerdings hätte er gerade aber gar keine Keeper da. Die beiden Nachwuchsfänger wären gerade in der Schule, andere Schnapper gibt es nicht.

Irgendwie bedrückend hier, auf Fragen bekam ich nur sehr ausweichende Antworten. Ich zählte nur 10 oder 11 Spieler die aussahen wir Seniorenspieler, dazu vielleicht 5 bis 6 Knaben, die höchstens A-Jugendspieler sein konnten. Es würden schon noch mehr Spieler werden, die Verhandlungen laufen, sagte Karl.
Morgen oder Übermorgen kommt ein erfahrener Torsteher zum Probetraining, sagte Tony.
Und das wichtigste sei, schon im Laufe der Woche gibt es einen neuen hauptamtlichen Trainer, gab Karl an. John und Tony mussten grinsen, sie hatten die Worte wohl schon öfter gehört.

30 Minuten später kamen zwei blutjunge Keeper, es wurden Mannschaften gebildet und ein Abschlussspiel fand statt. Gar nicht schlecht, dachte ich mir so, für so einen bunten Haufen. Da waren schon ein paar gute Kicker dabei, aber auch sehr viel Stückwerk und die Motivation ließ durchgehend zu wünschen übrig.
Da würde viel Arbeit auf den neuen Trainer zukommen, vorallem in der Hinsicht, das die Saison schon in ein paar Wochen losgeht. Wer wird sich sowas schon antun?

Zudem erzählte mir Karl, das der Job des Sportdirektors ebenso vakant war. Stellenanzeigen für Scouts, Therapeuten und Assistenztrainer liefen seit Wochen, die eingehenden Bewerbungen sein aber spärlich. Dabei würde hier gut und pünktlich bezahlt werden, versicherte Karl. Die Leute wollen nur noch zu den ganz großen Vereinen, aber hoch arbeiten will sich keiner mehr. Und was die alle verdienen wollen. Mein Schwiegervater hielt auf der Rückfahrt einen halbstündigen Schimpfmonolog über Profifussball, Geldgier und diverses Anderes. Vieles konnte ich nicht genau verstehen, aber es waren viele Schimpwörter dabei.

Wieder zuhause, bat mich Karl, mir am Abend Zeit für  ihn zunehmen, er hätte ein Anliegen. Allerdings müsste er vorher, noch ein paar Sachen erledigen und klären. Wir verabredeten und für halb 8. Er ließ mich stutzig zurück. Meine Frau warnte mich, ihr Vater hat das Talent, andere Leute einzuspannen und auszunutzen, ohne das man es selber merkt. Ich sagte ihr, was wird er schon von mir wollen. Sei vorsichtig, für meinen Vater hat jeder einen Nutzen, war ihre Antwort.

Und dann fragte ich mich selber mal, was wird er schon von mir wollen?
« Letzte Änderung: 17.Dezember 2014, 20:33:48 von Mchairhill »
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Mchairhill

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Re: Familienhilfe
« Antwort #2 am: 07.Dezember 2014, 21:32:50 »

Meine erste Story, Format und Gestalltung sicherlich mit Luft nach oben. Über Anregungen, Kritik und Rückmeldung würde ich ich sehr freuen. :)
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Signor Rossi

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Re: Familienhilfe
« Antwort #3 am: 08.Dezember 2014, 09:28:55 »

Mir gefällt es bisher sehr gut.
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Octavianus

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Re: Familienhilfe
« Antwort #4 am: 08.Dezember 2014, 16:23:47 »

Hin und wieder ein Bild oder eine Markierung (fett, kursiv, unterstrichen, farbig) würden als auflockernde Elemente sicherlich gute Dienste leisten.
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Ständig im Einsatz für einen besseren FM und für ein tolles Forum :)

Du hast FRAGEN? Hier gibt es ANTWORTEN rund um den FM!

Mchairhill

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Re: Familienhilfe
« Antwort #5 am: 08.Dezember 2014, 21:31:04 »

Das Angebot


Es ist Abend, halb 8, wir treffen uns in seinem Arbeitszimmer. Zimmer ist gut, Bibliothek trifft es eher. Chesterfieldsessel, ein Schreibtisch so groß wie mein Wohnzimmer, wahrscheinlich jedes jemals geschriebene Buch im Regal sowie eine pompöse Whiskeybar. Aus eben dieser bot mir Karl,  sein Lieblingsexemplar an.


Ich: Mhh, verflüssigter Torf.

Karl: Du kannst dir vorstellen warum wir uns hier treffen?

Ich: Eigentlich weiß ich es nicht genau, ich hab heute viel darüber nachgedacht, aber ich weiß es nicht.

Karl: Wie du mit bekommen hast, fehlt meinem Verein dem ich vorstehe, Personal an allen Enden und Ecken?


Ich: Ja, es scheint so. Ist es denn wirklich so schwer, vernünftiges Personal zubekommen? Die Englische 2.Liga ist ja jetzt auch nicht so schlecht. Stadion und Infrastruktur scheinen ja auch zu passen, so weit ich das beurteilen kann.

Karl: Es fällt mir schwer ein passenden Trainer zu finden. Ich habe ein Profil angelegt, in das die wenigsten Trainer passen, zudem haben wir strenge ideelle Vorgaben seitens des Vereins. Wir wollen uns auf ein gesundes Fundament stellen und für gradlinige Ideale stehen. Wir wollen der etwas andere Verein sein, der der für Fussball steht, wie er puristischer nicht seien könnte. Teamgeist, Siegeswillen, Kampfgeist, Leidenschaft, Laufbereitschaft, dafür soll der Blackpool FC stehen. Das ganze soll auf einer vernüftigen Finanzierung stehen. Die Fans sollen wieder voller Stolz ins Stadion gehen, und mit Garantie diese Ideale zu sehen bekommen. Am besten mit Jungs aus der Nachbarschaft, zumindest aus England bzw aus Grossbritanien. Keine Gehaltsmillionäre, keine Snobs, keine verhätschelten Jungsstars. Fußball, der nach Fußball riecht und schmeckt. Fußball, Fußball du verstehst Fußball.

Ich: Schöne Rede, vielleicht ein wenig utopisch, aber die Vorstellung gefällt mir. Aber was genau soll ich dabei tun?


Karl: Was gibt es da besseres als einen Trainer aus dem Land zu verpflichten, welches für diese Tugenden steht wie kein anderes?


Ich: Ach jetzt möchtest du Tipps zur Trainerwahl von mir. Also der Lothar passt da nicht, der steht für andere Ideale. Und sonst, mal überlegen,mmhhh ....

Karl: Nein, hör mir zu. Ich möchte das du der neue Trainer vom Blackpool FC wirst, du bist unser Mann.

Ich(Brauche kurz um mich zusammeln und schieße dann los): Alter, jetzt hör mal auf, ich bin B-Jugend Kreisligatrainer. Ich scheuche 15jährige Buben über einen Acker in Oberbayern und keine Profis in über englischen Rasen in Westengland. Du verarscht mich doch, macht es Spaß mit Träumen anderer Menschen zu spielen? Was meinst du, hört ein englischer Fußballprofi auf einen ehemaligen Bezirkligakicker, der sich die C-Lizenz ermogelt hat? Da stehen Nationalspieler im Kader, die sollen  mir zuhören? Und was soll ich den sagen, was sie noch nicht wissen? In 2 Wochen sind die Semesterferien in Deutschland rum, dann darf ich wieder als Aushilfsdozent in der FH arbeiten.


Karl: Ich kann mir vorstellen, das es für dich unglaublich klingt. Aber schaffst du es diese Leidenschaft, die du jetzt an den Tag legst, in eine Kabine zu übertragen, dann hört dir jeder zu. Du bist authentisch, du bist echt, du liebst Fußball. Du hast Mut, sonst würdest du nicht in meinem Haus so mit mir reden. Du bringst Erfahrung mit, du hast selber gespielt. Du weiß wie Fußball funktioniert. Du kannst Emotionen wecken, darauf kommt es an. Ich will nicht mit deinen Träumen spielen, ich geb dir die Chance dir einen Traum zu verwirklichen. Du hast meine Tochter geheiratet, ohne mich zu fragen, jetzt frage ich dich ob, zu meiner Familie gehörst? Familie hilft sich, zumindest hier bei uns!

Ich(Ich hab mir mittlerweile 2 mal vom Torf, äh Whiskey nachgeschenkt): Oh man, ich weiß nicht, ich hab tausend Fragen, du ehrst mich, aber gleichzeitig überforderst du mich. Ich muss nachdenken, ich weiß es nicht. Oh man. Profifußballtrainer??!!?In England, zweite Liga oh mein Gott. Ich weiß nicht.

Karl: Wir haben noch ein wenig Zeit, überleg es dir. Ich werde dir all deine Fragen beantworten. Sprich mit deiner Frau, denk drüber nach. Morgenfrüh sprechen wir noch mal drüber. Komm erst mal runter, sortiere dich. Morgen schauen wir weiter. Trainer vom Blackpool FC.

Ich:(Sortiere dich erst mal, du bist lustig) Ja Karl, ich bin eh erst mal sprachlos. Reden wir morgen weiter.



Völlig durch den Wind, verlasse ich den Raum und gehe Richtung Schlafgemach.
« Letzte Änderung: 17.Dezember 2014, 20:36:45 von Mchairhill »
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Mchairhill

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Re: Familienhilfe
« Antwort #6 am: 09.Dezember 2014, 22:28:44 »

Die Vorgaben

Lange, sehr lange sprach ich mit meiner Frau. Wir haben hin und her gewogen, diskutiert, Listen gemacht, Pros und Contras gesammelt.
Trau ich mir das zu?
Wollen wir überhaupt in England leben?
Was wird mit meinem Unijob?
Welches Spiel treibt mein Schwiegervater?
Warum findet sich kein Trainer? Und keine Spieler?
 
Viele Fragen konnte, weder ich noch meine Frau beantworten. Bei einem Nachtspaziergang, verblieb ich mit mir selbst, das ich in der Früh noch diverse Fragen an Karl stellen würde und aus dem Bauch heraus entscheiden würde.
Meine Frau war mittelmäßig begeistert, und gab mir folgende Worte mit in den Schlaf: ”Denk dran, mein Opa hat nicht so ein Vermögen angesammelt, weil er fair gespielt hat. Und mein Vater hat dieses nicht behalten, weil er fair spielt. Sei kritisch.”
Die Anspielungen meiner Frau machen mich auf der einen Seite neugierig auf der anderen weiß ich nicht so recht. Wäre schön, wenn sie sich etwas konkreter äußern könnte.

Am nächsten Morgen wartete Karl schon auf mich, er wollte mit mir einen Ausflug machen. Wir fuhren zum Stadion an der Bloomfield Road, welches wir auch betraten. Er sprach viel von Stimmung, Tradition,Atmosphäre, vergangene Erfolge und wer  hier schon alles hat Federn lassen müssen. Irgendwie ein sehr plumper Versuch, eine emotionale Bindung zum Verein herzustellen. Aber ich muss sagen es funktioniert, ich höre die Fans schon meinen Namen schreien.

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In seinem Büro im Stadion, wollte ich meine Zweifel darstellen.

Ich: Karl, ich weiß nicht, es ehrt mich wirklich, aber ich weiß nicht ob, ich das kann. Ich glaube nicht das ich die taktischen Kenntnisse mitbringe, die von Nöten wären. Zudem bin ich kein Genie, in Sachen Menschenführung, vor allem nicht mit erwachsenen Fußballprofis. Über Medienkontakte ganz zu schweigen. Zudem das Problem mit der Sprache.

Karl: Also als Erstes, für die Taktik gibt es Co-Trainer und ganz ohne Ahnung bist du ja auch nicht. Zweitens, du arbeitest als Dozent an der Fachhochschule, bringst also Kenntnisse in Didaktik, Methodik und Führung mit. Du musst die Menschen mit deiner Leidenschaft erreichen, dann hören sie dir auch zu und folgen dir auch. An die Medien gewöhnst du dich schon, ich werde dich unterstützen und unter uns, in Wirklichkeit schreiben die eh nur Dreck. Was die in der letzten Zeit über mich geschrieben haben, pah. Und dein Englisch wird doch schon besser, wir verstehen uns ja auch!

Ich: Wie stehen wir finanziell da? Kriegen wir noch Spieler? Wen können wir uns leisten? Was mache ich mit meinem Job in Deutschland? Was verdiene ich? Kann ich mir meinen Co-trainer aussuchen? Was gibt es für Vorgaben? Wer übernimmt die Transferangelegenheiten, wer das Management?

Karl: Wir führen diverse Gespräche mit Spielern, Assistenten, Scouts und weiterem Personal. Viele wollen sich erst entscheiden, wenn wir einen Cheftrainer präsentieren. Deswegen drängt die Zeit ein wenig. Im Laufe der Woche, stellen sich mehrere Bewerber für den Posten als Sportdirektor vor. Grundsätzlich soll es so sein, dass du bei Verpflichtungen das vorletzte Wort hast. Das letzte hab natürlich nicht. Als Co würden wir gerne John Murphy behalten, zu Not finden wir aber auch nen andern Posten für ihn im Verein. John ist hier ein berühmter Mann im Verein und auch in der Stadt, das wollen wir nutzen. Er arbeitet hart und diszipliniert, das zählt hier. Dein Job in Deutschland, was verdienst du da? Wir zahlen dir netto 75000€, plus Prämien, Dienstwagen und Wohnung. Ach ja und meine Tochter hast du ja schon als Vorschuss bekommen!

Ich: 75000€, nicht schlecht. Da überspringe ich aber ein paar Gehaltsklassen. Irgendwie weichst du aber aus, wenn es um die Finanzen geht. Kreist der Pleitegeier schon? Was für ein Budget wäre da?

Karl: Geld ist vorhanden, der Verein ist gesund. Allerdings sind auch keine großen Sprünge drin. Wir haben uns als Ziel gesetzt, das keiner unser Spieler mehr als 500000€ verdient und das sollten dann absolute Schlüsselspieler sein. Also wenn es günstigere Spieler gibt, die uns weiter bringen, her damit. Ich sagte ja schon gestern das wir gerne überwiegend Engländer im Kader hätten. Aber auch andere Briten sind erwünscht. Die Identifikation mit dem Verein und unseren Idealen muss vorhanden sein.

Ich: Sitzen Ablösesummen drin? Scouting? Gibt´s Norasca noch? 

Karl: Wir wären in der Lage Ablösesummen zu zahlen, aber nur unter der Voraussetzung das mit gekauften Spielern Geld verdient werden kann. Das heißt eine höhere Ablösesumme beim Verkauf generieren. Also überleg es dir gut, ob du da Geld ausgeben willst. Ob es rechtens ist, oder nicht, da würde ich dich haftbar machen. Da kenne ich weder Freund noch Familie. Geld verschwenden wir hier nicht. Wir können hier nicht von Idealen und Leidenschaft sprechen und dann die Millionen raushauen. Nur weil Geld da ist, heißt es nicht, dass man es ausgeben muss. Norasca, die Datenbank ist  nicht mehr ausführlich genug, leider muss man da heute mehr ins Detail gehen. In die Transferarbeit wirst du dich schon einarbeiten, das traue ich dir zu!

Ich (In Sachen Geld, hab ich wohl nen wunden Punkt getroffen, aber so ganz hab ich das nicht verstanden, das frag ich besser später noch mal): Was ist dabei deine Rolle?

Karl: Ich stehe hinter dir, und manchmal auch vor dir! Ich hab hier das Kommando, ich trage die Verantwortung und ich mache die Vorgaben, die du mit Leben füllen sollst?

Ich: Vorgaben? Was meinst du?

Karl: Unsere Mannschaft soll offensiv spielen, wir wollen den Ball haben. Wir wollen laufen, kämpfen und trotzdem Fußball spielen. Die Tabelle ist erst mal nicht wichtig, Hauptsache nicht nach unten rutschen. Wir wollen Briten, wir wollen britisch spielen, wir wollen die eigene Jugend stärken, wir wollen eine Marke im englischen Fußball werden. Wir wollen ein Team auf dem Platz, das die Zuschauer begeistert und unterhält. Wir wollen finanziell gesund bleiben, so das am Ende was übrig bleibt. Also was sagt du? Bist du ein Seasider?

Ich: Wir müssen uns die Mannschaft noch mal anschauen, gib mir Informationen über die Spieler, das erleichtert mir vielleicht die Entscheidung.

Karl: Du bist gewissenhaft, das gefällt mir. Trink dein Kaffee aus, wir fahren zum Training.


Wir fahren also zum Trainingsgelände, treffen dort auf John Murphy und analysieren zusammen das Team.
« Letzte Änderung: 17.Dezember 2014, 20:40:32 von Mchairhill »
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Mchairhill

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Re: Familienhilfe
« Antwort #7 am: 10.Dezember 2014, 23:37:04 »

Das Team:


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Keeper:

Die Situation im Tor ist schwierig. Es stehen bis jetzt nur 2 Jugendkeeper im Kader, beide haben nicht das Zeug für die erste Mannschaft. Der 17jährige Australier Dean Gardikiotis, schafft es vielleicht als dritter Mann in den Kader, aber auch nur vielleicht.

Im Moment trainiert Danny Coyne mit, ein Veteran aus Wales. Er geht hart auf die 40 zu, wäre aber günstig und würde einen soliden zweiten Mann, sowie einen guten Mentoren abgeben.

Fazit:

Eine klare Nummer 1 muss definitiv verpflichtet werden.


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Innenverteidigung:

Auch hier Notstand. Die IV besteht momentan aus Gary MacKanzie, ein 26jähriger Schotte. Wirkt solide, bleibt auf den Beinen im Zweikampf, spielt aber sehr aggresiv.In der Luft klasse, Tempo ausbaufähig. Spielte vorher bei den Rangers in Glasgow, in Dundee und die letzten Jahre bei den Milton Keynes Dons. Bringt also etwas Erfahrung mit, die fehlende Fähigkeit zur Konzentration verhinderte wohl größere Taten.

Fazit:

Aber auch hier würde akuter Handlungsbedarf bestehen. Hier fehlt es an Qualität und Quantität. Die beiden vorhandenen Jugendspieler, bringen weder die passende Einstellung, noch das Potenzial mit, um eine Rolle zu spielen.


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Verteidigung links:

Jack Robinson ist 18Jahre alt und eine Leihgabe aus Liverpool. Er ist mutig, schnell und zielstrebig. Er gilt als Mannschaftsspieler, hat Schwächen in der Luft, weswegen er wohl nicht als Aushilfe in der Innenverteidigung in Frage kommt. Sollte links gesetzt sein, bringt Potenzial mit und kostet vor allem nichts, da die Reds das Gehalt weiterzahlen. Spieler dieser Art dürften mehr im Kader stehen.

Fazit:

Hier bräuchte es zumindest eine Ergänzung.


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Verteidigung rechts:

Tony McMahon ist  26 Jahre alt und ist neu im Verein. Der Engländer dürfte seine Seite dicht machen. Sehr aggressiver, ausdauernder, zielstrebiger Teamspieler, der sehr mutig und einsatzfreudig daher kommt. Hört sich so weit ganz gut an, wenn da nicht die fehlenden Fähigkeiten im Spiel nach vorne wären, sowie die Verletztungsanfälligkeit. Er verbrachte die meiste Zeit seiner Karriere beim FC Middlesbrough, hat dort sogar ein paar Premier League Einsätze absolviert. Kennt den Verein aus einer Leihsaison von vor ein paar Jahren.


Emmanuel N'Daw, 17 Jahre alt aus dem eigenen Nachwuchs. Eltern von der Elfenbeinküste, er selber hat den  englischen Pass. Er kann beide Seiten als Außenverteidiger mit seiner Laufstärke beackern. Teamworker, der sehr aggressiv spielt. Weitere Stärken sind leider nicht vorhanden. Vielleicht kann er den Backup der Backups auf außen geben, aber auch nur vielleicht.

Fazit:

Die Verletzungsanfälligkeit von McMahon macht eine Ergänzung unabdingbar. Der Neue sollte Fähigkeiten nach vorne haben.


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Zentrales Mittelfeld:

David Perkins, 30jähriger zentraler Mittelfeldspieler, der auch auf der 6 spielen kann. Passstark, robust, laufstark und vor allem sehr zielstrebig, fällt er durch Einsatzfreude und Mut auf. Er ist beidfüßig, hält sich gerne in der Mitte des Platzes auf und hat sein größtes Manko im Kopfballspiel. Mit 168cm aber auch kein Wunder. Hat viel gesehen in England, 7 Vereine in den letzten 9 Jahren, sammelte dabei 2. und 3. Liga Erfahrung.


Fazit:
Auch hier fehlt es an Klasse und Masse. Die Jugend gibt nichts her.


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Außenbahn links:

Steven Davies, Standardkönig und Distanzschütze. Der 24 Jährige ist sehr flexibel, er kann links, zentral und im Sturm spielen. Bringt vieles mit, leider auch eine arge Verletzungsanfälligkeit. Der ruhende Ball ist seins, das Körperbetonte eher nicht. In wichtigen Spielen übernimmt er Verantwortungen, sonst glänzt er durch schlechte Entscheidungen und mangelndes Spielverständnis. Hat letztes Jahr 11 Tore für Derby County in der 2.Liga gemacht.

Sergei Zenjov ist ein 23jähriger Sprinter aus Estland. Sein Vorzüge liegen eindeutig im Bereich der Athletik. Fußballerisch lässt er alles vermissen, aber zumindest stimmt der Einsatz. Lernte sein Handwerk bei Karpaty Lviv. Mit 500000€ Jahresgage einer der Topverdiener im Verein. Der Rechtsfuß, kann auch im Sturm oder auf rechts aushelfen.

Bobby Grant ist schnell, technisch ok und gerne verletzt. Der 22jährige schießt gute Freistöße und ist sicher vom Punkt. Er kommt aus der Jugend vom FC Liverpool, tingelte dann über die Dörfer und hat jetzt seine letzte Chance im höherklassigen Fußball.

Fazit:

Quantität stimmt, Qualität ist zweifelhaft. Gibt aber wichtigere Baustellen im Kader.


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Außenbahn rechts:


Tom Barkhuizen ist ein Eigengewächs des Vereins. Blitzschnell, gut im Dribbling bringt er Potenzial mit. Erzielte im letzten Jahr 11 Tore als Leihgabe in Hereford. Der 19jährige muss noch viel lernen, könnte aber auf seine Einsätze kommen.

Fazit:

Stammkraft dringend benötigt.


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Sturm:

Stephen Dobbie, Leihgabe von Crystal Palace. Ein starker Techniker, mit guten mentalen Werten, aber leider nicht der Fitteste. Spielwitz, Zielstrebigkeit und ein gutes Dribbling zeichnet ihn aus. Dem 29jährigen Schotten fehlt manchmal der Mut, trotzdem ist er in wichtigen Spielen zur Stelle. 9 Vereine stehen in seinem Lebenslauf, 2 mal war er schon an Blackpool ausgeliehen. Der Rechtsfuß kann in vorderster Front und hinter den Spitzen spielen.

Andrew Keogh ein 26jähriger, irischer Stürmer der eigentlich bei Millwall in Lohn und Brot steht. Beeindruckt durch unglaubliche Zielstrebigkeit und Einsatzfreude. Physisch sehr gut, allerdings in der Luft ausgesprochen schwach. Seine besten Leistungen zeigte er in wichtigen Spielen. Auch er ist viel rumgekommen, 8 Vereine in den letzten 9 Jahren. Der Rechtsfuß erzielt ein Tor in seinen 22 Länderspielen. Er bevorzugt den Pass, vor dem Abschluss, wobei er gerne gezielt abschließt. Alternativ kann er die linke offensive Seite bekleiden.

Fazit:

Zwei gute Spieler vorhanden, Alternativen fehlen. Ein Kopfballspieler wäre wichtig. Auch hier sollte man tätig werden.


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Der Kader ist eine riesengroße Baustelle, es fehlt überall alles. Aus der Jugend kommt nichts nach, die zweite Mannschaft ist nicht besetzt. Vorteil wäre, das man Spieler nach eignen Vorlieben verpflichten kann. Einsatz und Zielstrebigkeit scheint zu passen, allerdings könnte die Verletztungsanfälligkeit zum Problem werden. In der Luft gibt es gar nichts zu holen, dass fällt sofort auf. Von den 12 Spielern sind auch noch 3 ausgeliehen, 2 sind Jugendspielern, von den nicht viel zu erwarten ist. Es müssen mindestens 8 bis 10 Spieler verpflichtet werden, um mithalten zu können. Mit den Vorgaben des Vereins nicht einfach, vor allem da es ja auch noch Ansprüche bezüglich der Spielweise gibt. Erschwerend kommt hinzu, dass es im Verein nur einen Scout gibt und der auch keine Ikone seiner Zunft ist. Die passenden Spieler zu finden wird nicht so einfach und dann müssen sie auch noch finanzierbar sein.  Ein ziemliche Aufgabe für ein Trainernovitzen.

Ich bin mir unsicher, aber die Herausforderung ist verlockend. Karl gibt mir noch eine Nacht Bedenkzeit. Das wird eine Nacht ohne viel Schlaf. Mein Bauch sagt, los nutzte die Chance, der Kopf sagt, tu es dir nicht an. 
« Letzte Änderung: 17.Dezember 2014, 20:46:42 von Mchairhill »
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Mchairhill

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Re: Familienhilfe
« Antwort #8 am: 11.Dezember 2014, 22:40:57 »

John Murphy will Blackpool Posten
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Blackpool Ikone John Murphy gab gegenüber der Blackpool Gazette an, sich den Cheftrainerposten zu zutrauen. Es in an der Zeit, die Ärmel hoch zu krempeln und die Arbeit zu erledigen. Er wäre der richtige Mann dafür, er kennt Verein und Leute und lebe diesen Club. Herr Oyston soll sich einen Ruck geben und ihm den Job anbieten. Es muss gehandelt werden und er würde es tun.

Murphy hat schon die unterschiedlichsten Jobs im Verein gemacht, momentan ist er Co-Trainer, betreut aber die erste Mannschaft interimsmässig hauptverantwortlich.

Die Fans wünschen sich endlich eine Lösung auf der Trainerbank, halten Murphy aber nicht für den richtigen Mann. Sie erkennen seine Leistungen für den Verein an, träumen aber von einen großen Pauckenschlag. Gerüchte besagen, das Oyston mit Topleuten aus Deutschland verhandelt. Angeblich geht es nur noch um das Geld. So wie man Oyston kennt, wird sich es dann aber noch hinziehen.

Auf dem Transfermarkt hat sich bisweilen auch nichts getan, der Kader vom Blackpool FC zählt nicht mal 10 Profis. Es könnte ein hartes Jahr werden, für aller Anhänger der Seasiders. Die Fans haben einen Schuldigen, Karl Oyston.
« Letzte Änderung: 25.Dezember 2014, 14:59:23 von Mchairhill »
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Rejs

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Re: Familienhilfe
« Antwort #9 am: 12.Dezember 2014, 19:44:41 »

Auch bei dir gebe ich mal ein bisschen Feedback. Vom Schreibstil her und den Gesprächen, die du einbaust, machst du das schon ganz gut. Erst recht, wenn man bedenkt, dass das dein erster Versuch ist. Die Vereinswahl ist, vor allem wegen dem "aufgeblähten" Kader, sehr interessant. Da hast du noch einiges an Arbeit vor dir, um da ein schlagkräftiges Team aufzubauen. Bin gespannt, was du daraus machst.

Ich habe aber auch negatives anzumerken: Die Darstellung musst du verbessern! Der letzte Teil war ok und kann so auch als Vorlage für die weiteren Teile dienen, aber die große, fette Schrift davor war einfach zu viel. Das war mir fast zu anstrengend zu lesen. Da ist manchmal weniger mehr. Ab und an mal Highlights setzen muss natürlich sein, der Fließtext ist aber am Besten in der Standardschriftgröße zu verfassen, das liest sich so viel besser. Ich hoffe, du fast das jetzt nicht als persönlichen Angriff auf, sondern als gut gemeinte Tipps. Ich bin schon auf weitere Teile gespannt. Mach weiter so und du wirst dann auch einen passenden Stil für dich finden  :)
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MTF goes Südosteuropa - Werde Spieler und verfolge deine Karriere. Die Nord- und Mittelamerikaner wurden auf die Fußballwelt losgelassen!

Mchairhill

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Re: Familienhilfe
« Antwort #10 am: 13.Dezember 2014, 09:55:22 »

Danke für die sachliche Kritik, du hast Recht, an der äußern Form tüfftel ich noch. Und keine Angst, ich nehme es nicht persönlich, es ist ja konstruktive Kritik. Aber schön das es dir inhaltlich gefällt.
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Mchairhill

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Re: Familienhilfe
« Antwort #11 am: 13.Dezember 2014, 21:54:24 »

Blackpool verpflichtet neuen Cheftrainer
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Kennen sie Magnus Falkner?

Der 33jährige Neuling trainiert ab sofort den Blackpool FC. Was sich anhört wie ein Scherz, ist der volle Ernst von Karl Oyston. Er setzt seinen Schwiegersohn als Cheftrainer ein. Der junge deutsche Nachwuchstrainer bringt keinerlei Profierfahrungen mit, weder als Spieler noch als Trainer und soll den Blackpool FC durch die Saison bringen. Es wirkt so, als bräuchte Karl Oysen eine weitere Marionette im Verein um seine Vormachtstellung zu untermalen. Die Anhänger des Vereins können einem nur Leid tun.

Um das Ganze noch zu krönen, wurde bekannt gegeben, dass man sich mit sofortiger Wirkung von Co-Trainer John Murphy trennt. Man möchte neue Wege gehen, bedanke sich aber für die treuen Dienste und wünsche Murphy alles Gute auf seinem weiteren Karriereweg.

Die Blackpool Gazette will erfahren haben, das es hinter den Kulissen zwischen Murphy und Oyston zum Streit gekommen sei. Wir werden weiter berichten.

Am morgigen Vormittag soll bei einer Pressekonferenz, der neue Trainer vorgestellt werden. Angeblich sollen auch 2 Neuverpflichtungen präsentiert werden.

Es wird eine lange, harte Saison für alle Seasider.
« Letzte Änderung: 25.Dezember 2014, 15:00:50 von Mchairhill »
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Leland Gaunt

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Re: Familienhilfe
« Antwort #12 am: 13.Dezember 2014, 23:33:51 »

Blackpool - stark!
Habe mit ihnen gespielt als sie damals in der Premier League waren, absolutes Himmelfahrtskommando!

Führe sie wieder dahin!
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[FM 18] Leland Gaunt - Master of Puppets



Immer schön GErade bleiben!

Mchairhill

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Re: Familienhilfe
« Antwort #13 am: 15.Dezember 2014, 22:15:08 »

Der erste Auftritt

Jetzt ist es entschieden, ich übernehme den Job. Mein Bauch sagt ja, obwohl mein Kopf förmlich “Vorsicht” schreit. Nach langen Gesprächen mit meiner Frau Magret, meinen Kumpels und auch meinen Fußballbuben bin ich zumindest im Moment davon überzeugt, das ich das Zeug dazu hab, Trainer in der zweiten englischen Liga zu sein. Hört und fühlt sich verrückt an, Profifußballtrainer, in England. Ich trete bald gegen Clubs wie Fulham, Leeds, Sheffield Wednesday oder die Blackburn Rovers an. Das sind andere Kaliber als Fürstenfeldbruck, Garching oder Wolfratshausen, aber letztendlich derselbe Sport. Die Rückmeldung meiner Freunde und meiner B-Jugendlichen war eindeutig: “Mach das, das is deine Chance.” “Das musst du machen, die Chance kommt nicht wieder.” “Du hast das Zeug dazu, jetzt hast du die Möglichkeit.” “Das du überhaupt noch darüber nachdenkst, das is doch genau deins.” “Nächstes Jahr will ich ne Freikarte gegen Chelsea.” “Würg dem Magath einen rein.” Und sie hatten recht, ich könnte nicht mehr in Spiegel schauen, beim Auslassen dieser Chance. Ich hab ja nicht zu verlieren, zumindest keinen guten Ruf als Trainer. Das Einzige was auf dem Spiel steht, ist meine Beziehung zu meinem Schwiegervater. Meine Frau freut sich, wieder in ihrer Heimat zu leben.

Mein Chef in der FH, selber begeisterter Fußballfan, zeigte viel Verständnis, gewährt mir ein Sabbatjahr. Ich kann also jederzeit zurück, falls es nicht klappt. Meine Wohnung vermiete ich erst mal unter.


Gleich geht es los, mein erster Auftritt als Cheftrainer. Pressekonferenz. Ich bin aufgeregt, mein Herz rast, ich schwitze. Reicht mein Englisch? Wie viele Journalisten werden da sein? Kameras? Was werden Sie fragen? Was reagieren die Fans? Was sagen die Spieler?

Noch 30 Minuten, ich lerne meinen neuen Co-Trainer kennen.  Darren Cross, ein 41-jähriger Schotte. Karl hat ihn als absoluten Taktikfuchs angepriesen. Ich bin gespannt, wie schnell wird er merken, dass ich eigentlich Amateur bin. Hilft mir da die Sprachbarriere? 1000 Gedanken schießen mir durch den Kopf. Dann alles halb so schlimm, es stellt sich ein sympathischer, leicht verschlossener Mann vor, der sehr professionell mit der Situation umgeht. Er strahlt etwas natürlich Autoritäres aus, was mich sofort beruhigt. Wir unterhalten uns kurz, wobei es mir schwerfällt, seinem harten Dialekt zu folgen.

Karl will mir noch zwei weitere Personen vorstellen. Er stellt mir 2 Männer circa meines Alters vor. Der eine kommt mir bekannt vor, den hab ich schon auf dem Trainingsplatz gesehen.  Danny Coyne, neuer zweiter Keeper, hat heute Morgen einen Einjahresvertrag unterschrieben. Die andere Person,  Lee Bowyer   35-jähriger Mittelfeldrecke, 477 Pflichtspiele in den beiden höchsten englischen Ligen, ein Länderspiel für England. Er kommt ablösefrei und soll den Taktstock im Mittelfeld schwingen. Auch Coyne, ist ehemaliger Nationalspieler, er kommt auf 16 Einsätze für seine Heimat Wales.

Was mir an Erfahrung fehlt, versucht Karl wohl durch diese Verpflichtungen zu kompensieren. Da stehen fast 900 Spiele und 40! Jahre Profifußball in meinem Büro. Bowyer hat zudem einige Jahre mit Leeds in der Champions League gespielt. Ich muss zugeben ich bin ein bisschen beeindruckt, ich schüttle gerade zwei Nationalspielern die Hand. Die Akzeptanz, die mir entgegenstößt, beruhigt mich wieder. Auch die beiden gehen recht relaxt und professionell mit dem Kennenlernen um.

Wir fünf gehen zusammen zum Presseraum, wo eine kleine Schar Journalisten auf uns wartet. Sogar ein Nachrichtensender hat ein Kamerateam geschickt. Sofort schießt mein Puls wieder in die Höhe.
Zum Glück sind dir ersten Fragen an Karl gerichtet, der natürlich sehr souverän mit der Situation umgeht. Karl stellt die beiden neuen Spieler, dann Darren Cross und als Letztes mich vor. 

Erst als ein älterer Schreiberling sehr kritisch fragt: “Hr. Oyston, ist es wirklich ihr Masterplan, einem absoluten Traineranfänger, ohne Referenzen die Leitung eines Championship-Team zu übergeben. Unterstützt durch einen Co-trainer aus Schottland, dessen einzige Trainerstation bisher ein Torwarttrainerposten bei den Albion Rovers war. Falls es jemand nicht weiß, Albion spielt in der dritten Liga Schottlands. Das ist ihr Plan? Das kann nicht ihr ernst sein? Und dann wollen sie uns Lee Bowyer und Danny Coyne als gute Einkäufe verkaufen? 2002 wären das Granaten gewesen, aber das ist zehn Jahre her. Zumindest kriegen sie jetzt 11 Mann zusammen, das ist ja auch schon was. Alle vier sind wahrscheinlich recht günstig und nur noch darum geht es hier. Geld sparen, für ihren Geldbeutel. Dazu noch die Entlassung von John Murphy, der Mann war der personifizierte FC Blackpool. Und sie jagen ihn davon wie einen reudigen Hund, sie sollten sich schämen.”

Karl reagiert ihm ersten Moment recht ungehalten, kriegt sich dann aber wieder in den Griff. Er antwortet dann sehr kontrolliert: “Sehr geehrter Herr Cohen, wir haben tatsächlich einen Plan, den wir auch verfolgen. Alle unsere Entscheidungen sind sehr durchdacht und geplant. Ich verstehe ihre Sorge um unseren tollen Verein, kann sie aber beruhigen. Wir sind auf einem guten Weg, wir präsentieren heute einen jungen, unverbrauchten und leidenschaftlichen Trainer, von dem wir alle hier im Verein überzeugt sind. Mit Herrn Cross konnten wir ihm einen absoluten Fachmann zur Seite stellen. Der Blackpool FC soll ein Club sein der jungen Leuten eine Chance gibt. Zudem ist unser Verein reizvoll genug, um verdiente Spieler wie Lee Bowyer und Danny Coyne anzulocken. Wir stehen in  Verhandlungen mit Spielern und werden schon bald, weitere schlagkräftige Neuzugänge bekannt geben. Wir sind mit John übereingekommen, dass wir unterschiedliche Wege gehen, er wurde nicht verjagt. Wir sind ihm sehr dankbar für die treuen Dienste, aber es ist Zeit für neue Ideen. Geben sie uns noch ein wenig Zeit und bringen sie uns Vertrauen entgegen. Es ist wichtig, dass der Club auf finanziell gesunden Füßen steht. Unser Hauptaugenmerk liegt auf kaufmännischer Vernunft, mit dem nötigen aber kalkulierten Risiko.
Und glauben sie mir, zu Beginn der Saison wird eine Mannschaft auf dem Platz stehen, auf die die Fans stolz sein wird. Und die Spieler werden das Trikot mit Stolz tragen. ” 


Herr Adam Cohen, verlässt darauf hin den Raum. Der Rest der Journalie wendet sich dann mir zu. Ich versuche mich zu konzentrieren und höre genau den Fragen zu. Karl hat mich vorher versucht vorzubereiten, und tatsächlich auf die meisten Fragen hatte ich die passenden Antworten.

Ich erzählte mit Leidenschaft und Stolz, dass Blackpool ab sofort für offensiven, attraktiven Teamfußball steht. Hier würden die Spieler als Menschen gesehen und auch so behandelt werden, nicht wie Handelsware. Die Verantwortung wird im Trainerteam geteilt, aber das letzte Wort habe ich. Natürlich würden wir noch Verstärkungen suchen, vor allem einen neue Nummer 1. Aber auch das bisherige Personal bekommt natürlich eine faire Chance. Vor der Sprachbarriere hätte ich keine Angst, schließlich würde ich auch meine Ehe so führen. Der Wille zur Kommunikation steht erst mal im Vordergrund.
Nach gut 20 Minuten beendete Karl die Konferenz. Er war ganz zufrieden mit mir, was mich ebenfalls zufrieden stellte. Als ich mich verabschieden wollte, lachten Karl und Darren, wir hätten noch einen langen Tag vor uns. Taktikbesprechung, Scoutberichte, Vorstellungsgespräche mit weiteren Assistenten und vieles mehr stand auf unserer Agenda für heute.

Also packen wir es an.
« Letzte Änderung: 17.Dezember 2014, 20:30:22 von Mchairhill »
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itsdabomb

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Re: Familienhilfe
« Antwort #14 am: 16.Dezember 2014, 08:49:30 »

Nur kurz zwischen rein:
Ich bin einigermaßen begeistert von deinem Schreibstil und auch die Präsentation ist im letzten Beitrag nun viel besser!

Weiter so und ich wünsche dir einen langen Atem! :)
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13 km Boschko :D

Mchairhill

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Re: Familienhilfe
« Antwort #15 am: 16.Dezember 2014, 19:12:33 »

@ Leland Gaunt: ich werd mein bestes geben, bin mir aber nicht sicher, ob Aufstieg das richtige Ziel ist.

@ itsdabomb: einigermassen begeistert? dann werde ich mir Mühe geben dich gänzlich zu überzeugen ;)

Euch beiden Danke für die Rückmeldung, werd am Ball bleiben.
« Letzte Änderung: 16.Dezember 2014, 22:35:51 von Mchairhill »
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Grimmax

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Re: Familienhilfe
« Antwort #16 am: 18.Dezember 2014, 18:57:27 »

auch mir gefällt dein Schreibstil sehr gut! Freu mich schon auf die folgenden Passagen  :D
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Mchairhill

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Re: Familienhilfe
« Antwort #17 am: 18.Dezember 2014, 22:33:59 »

Der erste Arbeitstag

In Karls Büro angekommen, ließen wir uns erst mal einen Kaffee kommen. In den nächsten Stunden standen Vorstellungsgespräche an. Wir waren auf der Suche nach Personal für alle Jobs. Ganz nebenbei hat mir Karl verraten, dass er unseren einzigen Scout entlassen hat. Im Angesicht unserer Kadersituation sicherlich nicht die cleverste Aktion, aber Karl erklärte sich recht emotional, das er nicht anders handeln hätte können. Mehrfach fielen die Worte Loyalität, Integrität und sehr häufig Gehaltserhöhung. Da ich es eh nicht hätte rückgängig machen können, hab ich nicht weiter drüber nachgedacht, sondern stattdessen mir die ersten Bewerbungen und Profile angeschaut. Karl hatte nach Gehaltsvorstellungen schon mal vorsortiert. Den einen Stapel hatte er gleich zur Seite gepackt. Lange konnten wir aber nicht sondieren, da schon die ersten Gespräche anstanden. Karl hatte  18 Gespräche geplant in den nächsten 5 Stunden, der Mann hat eine Ausdauer, unglaublich. Am Ende des Gesprächsmarathons hatten wir 4 neue Assistenten, 2 neue Physios einen neuen Chefscout und rauchende Köpfe. Nur Karl wirkte noch taufrisch. Während er telefonisch weiter auf der Suche nach einem Sportdirektor war, gab er uns 30 Minuten Pause. 

Bei einer Pizza und dem wohl achten Becher Kaffee heute, kamen Darren und ich zum ersten Mal ins Gespräch. Er erzählte mir, wie er an den Job gekommen sei. Er habe sich vor 2 Jahren als Jugendcouch bei Karl beworben, dann ewig nichts gehört. Jetzt aufmal habe Karl sich gemeldet und den Job als Co angeboten. Zwar habe man ihm nur 60% seiner Gehaltsvorstellungen geboten, aber nach 2 Jahren Arbeitslosigkeit, ist man halt nicht wählerisch. Meine “Bewerbungsgeschichte” fand er dann noch interessanter, wobei ich mir nicht sicher war, wie viel ich ihm anvertrauen könne. Schließlich erzählte ich ihm meine fußballerische Vorgeschichte, was er eigentlich recht gefasst aufnahm. Er wirkt grundsätzlich recht entspannt, wertschätzend und strahlt eine angenehme Ruhe aus.

Wir überzogen unabsichtlich unsere Pause, da wir beim Thema Taktik die Zeit vergaßen. Wir bemerkten schnell, dass wir dort bei vielen Punkten gemeinsamer Meinung waren. Darren war überrascht, wie gut deutsche C-Lizenzler taktisch geschult werden. Auf einem Schmierzettel zeichneten wir unseren ersten taktischen Rohentwurf. Wir waren uns schnell einig, dass wir es versuchen sollten “Hoch” zuverteidigen. Ziel solle es sein, Ballgewinne in gefährlichen Zonen zu generieren, um dann einen kurzen Weg zum Tor zu haben. Grundgedanke solle es sein ein gutes, hartes Pressing/Gegenpressing einzutrainieren. Dafür bräuchten wir jetzt nicht zwingend überragende Fußballer, sondern fitte, teamorientierte, einsatzfreudige und zielstrebige Profis. Überragende Fußballer können wir uns eh nicht leisten. Also war auch schon schnell klar, welche Art von Spieler unser neuer Chefscout suchen solle. Zudem passen die Attribute auch sehr gut zu den Idealen, die Karl vorgegeben hat.

Als wir merkten, wie spät es schon war, gingen wir zurück ins Büro. Karl erwartete uns recht ungehalten, Unpünktlichkeit sei Unprofessionell, wir hätten eine Vorbildfunktion, seien jetzt Führungspersonen und eine Pizza hätten wir ihm auch nicht mitgebracht. Irgendwie fühlte ich mich, wie ein Jugendlicher der den Zapfenstreich überzogen hat. Wir versuchten ihn zu beruhigen, indem wir ihm unseren ersten Taktikentwurf vorlegten. Er erkannte, dass wir ein 4-2-3-1 aufgezeichnet hatten, woraufhin er loslederte: “Magnus, was hab ich dir gesagt? Wir wollen britisch spielen. Wie spielen Briten? Darren hilf ihm. Wie spielen Briten?”
Ich entgegnete:”Kick&rush?”
Darren: “Ich glaub er meint 4-4-2. Das “einzige wahre” britische System ist 4-4-2.”(Darren sagte später in einer ruhigen Minute mal zu mir, das die Schotten auch Jahrzehnte dachten, das einzige wahre System sei die “schottische Furche”, also ein 2-3-5. Wir sollten also froh sein, südlich des Hadrianswalles zu arbeiten.)
Ich: “Wir müssen zwingend 4-4-2 spielen, Karl? Ist das so?”
Karl: “Ich glaub, ich hab dir im Vorfeld meine Bedingungen und Vorgaben offen dargelegt. Jetzt halte dich auch dran.”
Ich: “Ich war mir nicht bewusst, dass es so enge Vorgaben sind. Aber gut, es war ja nur ein Rohentwurf, wir werden weiter dran arbeiten und 4-4-2 spielen.”
Karl: ”Gut, ich war nicht untätig in der Zeit. Ich hab mit einem niederländischen Sportdirektor verhandelt, der gerne zu uns wechseln würde. Ich muss gleich noch per Videokonferenz mit dem Aufsichtsrat von Sparta Rotterdam die Ablöse drücken, ähh aushandeln. Ein absoluter Fachmann und bezahlbar, es hat den Anschein als würde in Holland nicht gerade gut gezahlt.”
Ich:”Holland? Ich denke wir bevorzugen Briten?”
Karl:”Vorsicht, Magnus Vorsicht. Ich mach hier die Regeln und du stellst sie nicht infrage. Vielleicht geht ihr lieber an eurer Taktik tüfteln. Ich kann euch hier gerade eh nicht gebrauchen.”
Ich:”Ich dachte wir wollten noch über passende Neuzugänge sprechen?”
Karl:”Oh hab ich ganz vergessen, ab morgen trainieren Lee Naylor und Bernardo Corradi mit. Beide kommen ablösefrei, haben Jahresverträge unterschrieben und spielen für relativ kleines Geld. Sie bringen die nötige Erfahrung mit die wir brauchen.”
Darren und ich, gucken uns verwundert an.
Darren:”Herr Oyston, wo haben sie die denn so plötzlich die her. Corradi sagt mir nichts. Aber Naylor, hat der nicht mal bei Celtic?”
Karl: ”Ja hat er. Naylor kommt auf Anraten von Paul Montgomery, unserem neuen Chefscout. Bei Corradi hab ich einen Tipp von einem befreundeten Agenten bekommen, dass der aus Geldnot für einen Apfel und ein Ei unterschreibt. Ich hab ihm eine Scheibe Toast geboten. Wie gesagt, morgen auf dem Trainingsplatz. Jetzt hab ihr einen Auftrag, oder?”
Ich:”Ich dachte, ich hätte als Trainer Mitspracherecht bei Neuverpflichtungen?”
Karl: “Ja das glaubt die Zeitung auch, so jetzt an die Arbeit.”

Perplex wechseln wir den Raum.

Darren schmunzelt: “Na hoffentlich kommt deine Frau nicht nach ihren Vater?
Ich: “Ja, das hoffe ich auch.”

Per Mail, hat mir  Paul Montgomery einige Scoutberichte zukommen lassen. Tüchtiger Mann, der Paul. Die Tinte ist noch nicht trocken unter seinem Vertrag, da macht er schon Überstunden. Darren und ich, werten die ersten Berichte aus. Da wir 2 neue Spieler im Kader haben, befassen wir uns zuerst mit denen.

Lee Naylor, ist 32 Lenze alt. Er sammelt seit Jahren Profierfahrungen in den ersten und zweiten Ligen Englands und Schottlands und kam bei allen seinen Stationen auf ordentlich Einsätze. Er gibt einen guten Linksverteidiger ab, kann dort seine hervorragende Ausdauer in die Wagschale werfen. Er gilt als Teamspieler, der hart spielt und gerade in wichtigen Spielen seinen Mann steht. Technisch ist er solide, körperlich noch voll auf der Höhe. 419 Profispiele und 12 Tore bringt er mit, ich denke es kommen noch ein paar dazu bei uns. Ich denke kein schlechter Mann, er passt gut ins Team.

Bernardo Corradi ist Italiener, 189cm groß und ein Mittelstürmer. Er lebt von einer Kraft, seiner Balance und ist zudem noch recht fit. Vor dem Tor ist er eiskalt, sicher vom Punkt, eine Macht in der Luft und vor allem ein absoluter Anführer. 1993 begann er seine Kariere in Siena, er spielte im Laufe der Jahre für Topclubs wie ManCity, Inter, Valencia, Chievo, Lazio und noch ein Paar mehr. 13Mal durfte er das Trikot seiner Heimat anziehen und erzielte dabei 2 Tore. In der letzten Saison spielte er in Kanada, kam dort auf 4 Tore in 11 Spielen. Seine mentalen Werte sind hervorragend, solange er den Rest seiner Athletik behält, wird er noch für ein paar Tore gut sein. Der 36jährige wird wohl als Joker eine tragende Rolle spielen. Aus seiner Zeit in England bringt er die nötigen Sprachkenntnisse mit, um eine Führungsrolle einzunehmen.

Die Art und Weise der Verpflichtung stößt mir sauer auf, aber die Spieler sind gut. Wobei mir neu ist, das Italien in Großbritannien liegt. Aber Karl macht die Regeln.
Darren macht uns noch einen Kaffee, noch kurz eine Nachricht an Magret, das ich später komme und dann ab in die Nachtschicht. Taktik ausarbeiten.
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Mchairhill

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Re: Familienhilfe
« Antwort #18 am: 19.Dezember 2014, 23:34:29 »

Die Taktik


Wie schon am Nachmittag kamen Darren und ich, schnell auf einen Nenner. Es war sehr zeitsparend, das wir uns keine Gedanken über das System machen mussten. 4-4-2 war ja klar, wir entschieden uns allerdings nicht für die flache Vier, sondern für zwei Sechser, um die Abstände im Zentrum möglichst gering zuhalten. Abstände gering halten, sollte eh eine unserer Hauptaugenmerke werden. Kompaktheit über alles, die allerdings in des Gegners Hälfte. Zwischen der Viererkette, die wie schon gesagt sehr hoch verteidigen soll und den beiden Stürmern, sollen maximal 25 bis 30 Meter liegen. Wir waren uns bewusst, dass es eine extreme  Laufbereitschaft und auch eine ausgeprägte Fitness braucht, um so ein System zu spielen. Wir hatten unseren Chefscout, aber ja schon über unsere Vorlieben informiert. Wir erweiterten unsere Wünsche, da wir es für sinnvoll hielten, schnelle Innenverteidiger im Kader zu haben.

Unsere Stürmer haben die Aufgabe, die Gegner zu anzulaufen, dass sie entweder selber den Ball erobern, oder das Spiel zumindest auf den Flügel lenken. Unser Zentrum wollen wir immer geschützt sehen. Ist der Ball auf dem Flügel, soll der Gegner gedoppelt werden. Wir werden versuchen, extrem ballorientiert zu verschieben, um so die Räume eng und sehr schlecht zu bespielen zu machen. Bei Ballgewinn geht es dann schnell in die Räume. Wir wollen eine einfache Struktur vorgeben, die leicht zu verinnerlich ist und den Spielern Sicherheit gibt.Im Laufe der Zeit sollen die Spieler die Struktur immer mehr mit Leben füllen, die Spieler dürfen ihre Kreativität also mit einbringen, dürfen dabei nie ihre Aufgaben und Pflichten im Teamverbund vergessen oder vernachlässigen. Wir werden vermehrt darauf achten, dass der Teamgedanke immer Vordergrund steht.

Unsere Außenverteidiger, sollen im Verbund mit den klassischen Außenmittelfeldspielen die Seiten beackern und für Druck nach vorne sorgen. Bei passenden Gelegenheiten streben wir Überzahl auf den Flügeln an. Das heißt nach dem Ballgewinn, nicht nur den Pass in Raum spielen, sondern sofort nachrücken und zuvor festgelegten Spuren besetzten, um die Variantenmöglichkeiten in den Angriffen zuerhöhen.
Am Anfang werden wir dosiert, im Prinzip der kleinen Schritte die Mannschaft an die Taktik heranführen und versuchen den Spielern Spaß an der Balljagd und dem schnellen Umschalten zu vermitteln. Gerade die älteren Spieler wollen wir für taktische Arbeit nutzen, und sie als Mentoren einsetzten und in der täglichen Arbeit auf dem Platz einbinden.

Viele weitere Themen behandelten wir, wir diskutierten, wir lachten viel und stritten noch mehr. Aber am Ende haben wir in dieser Nachtschicht ein Taktikkonzept entwickelt, welches uns erst mal zufriedenstellte. Viele Feinheiten werden wir in der nächsten Zeit noch ausarbeiten müssen, aber einiges macht auch erst mit kompletten Kader Sinn. Um halb 5 in der Früh beendeten wir unseren ersten Arbeitstag, gut das um 9:30Uhr schon wieder unser erstes Training anstand.

Auf dem Heimweg schossen mir viele Sachen durch den Kopf. Ich war froh darüber, dass mein Englisch schon ganz gut läuft. Die Zusammenarbeit mit Darren resümierte ich ebenfalls als positiv. Das sehr bestimmende und teilweise aggressive Verhalten von Karl verwirrt mich immer mehr , um so länger ich darüber nachdachte. Trotzdem fuhr ich stolz nach Hause, ich fand ich hatte meinen ersten Tag als Profifußballtrainer mit Bravour rumgebracht. Viele Hürden, wie Pressekonferenz und Bewerbungsgespräche hab ich gemeistert, im Gegensatz zum Fahren im Linksverkehr. Zuhause angekommen, stieg ich zu meiner schlafenden Frau ins Bett und schlief mit Vorfreude auf das erste Training ein.
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Mchairhill

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Re: Familienhilfe
« Antwort #19 am: 21.Dezember 2014, 22:33:24 »

Das erste Training

Morgens springe ich gut gelaunt raus aus dem Bett, trotz nur 3 Stunden Schlaf, strotze ich nur so vor Energie. Ein schnelles Frühstück mit Magret und dann geht es auch schon wieder los. Eigentlich wollte ich mich mit ihr noch über ihren Vater unterhalten, aber die Zeit war zu knapp. Das holen wir abends nach.
Im Auto werde ich dann doch ein wenig nervös, mein erstes Training. Ich bin gespannt, wie die Spieler auf mich reagieren werden. Werden sie mich respektieren, werden sie mir zuhören, werden sie mich überhaupt verstehen? Ich versuche mir einzureden, dass es im Prinzip auch nicht anderes ist, als mit meinen Fußballbuben aus der B-Jugend.  Eigentlich weiß ich, dass ich mich gerade selbst belüge, da es mich aber beruhigt, nehme ich es mal so hin. Es mischt sich aber auch ein wenig Vorfreude und Neugierde mit in meine Gefühlswelt. Training auf einem richtigen Fußballplatz, darauf habe ich mich jedes mal beim Betreten des Ackers in meinem Heimatort gefreut.

Auf dem Weg in mein Büro stelle ich mir selbst die Frage: “Was werde ich denn für ein Trainer sein? Wie will ich auftreten? Werd ich Aufgaben im Training delegieren und nur beobachten?”
Ich beschließe, es einfach auf mich zukommen zulassen.
 
Vor meinem Büro wartet Darren schon auf mich, er hat ein paar weitere Männer im Schlepptau. Einen davon kenne ich schon, Tony Warner. Tony ist unser Torwarttrainer, er ist auch erst seit wenigen Wochen im Verein. Er hat letztes Jahr, noch aktiv in Australien bzw. in Neuseeland gespielt. Vorher tingelte er 20 Jahre durch den englischen und schottischen Fußball, stand bei über 15 Vereinen unter Vertrag. Sein Stammverein ist der FC Liverpool, wo er auch in der Jugend spielte und seine ersten Profijahre verbrachte.
Mir kommt mein Lebenslauf gerade zu mickrig vor. Als sich der nächste Mann bei mir vorstellt, fällt mir die Kinnlade runter, David Platt. Ja genau, der David Platt, der WM Teilnehmer von 1990, der gegen Deutschland einen Elfer versenkt hat. Ist ja eher unüblich für einen Engländer. Ich fühle mich gerade so klein und trotzdem riesengroß, ich als Bezirkligakicker soll einem englischen Nationalspieler, sagen was er zu tun hat. David arbeitet seit 2 Jahren für den Verein, vorher assistierte er  bei ManCity, der englischen Nationalmannschaft und war Cheftrainer bei Notthingham und jetzt ist er mein Assistent. Seine Stationen als Spieler sind noch eindrucksvoller, Juve, Arsenal, Samptoria, Aston Villa, ManU und Bari.  Ich versuche mir nicht anmerken zu lassen, wie beeindruckt ich bin.
Der dritte Mann, der sich vorstellt hat einen deutschen Akzent und spricht so rumpeliges Englisch wie ich. Er stell sich als Oliver Otto vor und würde die nächste Zeit bei uns als Fitnesstrainer zur Probe arbeiten. So sei es mit Herrn Oyston abgesprochen, in zwei Wochen soll ich entscheiden, ob Herr Otto bleiben darf. Oliver war als Spieler bei dem Ulmer Bundesligaabenteuer dabei, spielte im Anschluss noch ein paar Jahre in der Regional und Oberliga. Nach dem Erwerb der B-Lizenz und des Fitnesstrainerscheins stand er letzte Saison beim Vfb in Stuttgart unter Vertrag. Jetzt ist er gerade arbeitslos und würde gerne bei uns anheuern.

Ich begrüße alle herzlich, stelle mich kurz vor, verschweige dabei meine unzähligen Profifußballvereine und versuche das Augenmerk auf die Trainingsarbeit zu lenken. Ich übergebe das Wort an Darren, der unsere frisch entwickelte Taktik erläutern soll. David ist begeistert und bringt gleich ein paar Ideen mit ein, die sich sehr überzeugend anhören. Er hat auch gleich Vorschläge wie wir das im Training umsetzten könnten. Tony gibt zu Bedenken, das man für diese Art zu spielen, einen bestimmten Torhütertyp braucht, der recht selten und somit auch teuer sein dürfte. Er wolle sich aber mal umhören, was der Markt so hergibt. Um so länger das Gespräch umso mehr gewinne ich an Sicherheit. Da ich weiß, dass wir eine topfitte Truppe brauchen, wende ich mich an Oliver.

Ich: “Ich denke du wirst nicht wissen, wo hier die besten Wälder sind?”
Oliver: “Ich verstehe nicht so ganz. Wälder?”
Ich: “Meine alten Trainer haben immer gepredigt, Spiele gewinnt man im Wald. Und dann verbrachte man die Vorbereitung im Wald und spulte dann Kilometer um Kilometer ab.”
Oliver: “Ja die gute alte Schule, die Sprüche kennen wir wahrscheinlich alle. Spiele gewinnt man in Wald, Spiele gewinnt man im Sommer, ihr müsst Kilometer fressen usw. Ich verfolge aber einen anderen Ansatz. Kondition baut man eher auf, im Intervalltraining. Fitness ist ein Prozess. Es bedarf der individuellen, zugeschnittenen, richtigen Mischung aus Belastung und Erholung. Der klassische Dauerlauf hat ausgesorgt. Zudem bevorzuge ich es als Exspieler, das Konditionstraining mit Ball zu machen, das motiviert und schult zugleich. Außerdem macht es mehr Spaß.”
Ich: “Das hört sich gut an, wie lange brauchst du um die Truppe fit zu machen?”
Oliver: “Ohne jetzt genau den Fitnessstand zu wissen, denke ich das man nach 2 Wochen schon Fortschritte sehen wird. Harte Arbeit und den richtigen Fokus vorausgestetzt.”
David: “Oliver hat Recht, die Jungs haben es nötig, jetzt eine ordentlich Vorbereitung zumachen. Da sollten wir den Fokus, gerade jetzt am Anfang, drauf haben.”
Darren: “Ich sehe das ähnlich, gerade bei unserem angedachtem Spielstill, sollten die Jungs jetzt ordentlich schwitzen.”
Ich: “Ganz meine Meinung, legen wir los. Ich würde gerne noch die beiden Einheiten heute strukturieren und dann geht los. Heute Abend treffen wir und kurz zur Reflexionsrunde bei mir im Büro. Wer bringt Bier mit?”

Mit einem Grinsen im Gesicht,gingen wir geschlossen rüber zum Training. Die Mannschaft wartete schon, sie wirkte recht motivierte und hing mir an den Lippen, als ich anfing zu sprechen.
Ich versuchte locker und entspannt, trotzdem mit Leidenschaft rüber zukommen. Es half, mir vorzustellen das ich vor meiner B-Jugend stehen würde. Ein paar Wortwitze zündeten leider nicht, was wohl meinen Sprachkenntnissen geschuldet war. Die Resonanz der Spieler war aber durchgehend positiv, Corradi und Dobbie sprachen im Namen der Mannschaft, die sich auf die Zusammenarbeit freue und gemeinsam an unseren Zielen arbeiten wolle. Nach der Gesprächsrunde übergab ich Truppe an mein Trainerteam und übernahm eher eine beobachtende Rolle. Ich war fasziniert von dem Niveau des Trainings, so was hatte ich bis dato noch nicht gesehen. Ich sprach immer wieder Lob aus, was die Spieler noch mehr anspornte. Zwischendurch sprach ich immer wieder mit Spielern in kurzen Einzelgesprächen. Es war mir wichtig mich noch mal kurz persönlich vorzustellen und sofort eine persönliche Beziehung herzustellen. Nach 2 Stunden schweißtreibender Trainingsarbeit, entließen wir die Spieler mit viel Lob in die Mittagspause.
Ich hatte gleich noch einen Termin zusammen mit unserem Chefscout bei Karl. Der Kader war immer noch recht klein und wir brauchten immer noch dringend Verstärkungen.
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