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Autor Thema: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!  (Gelesen 2178 mal)

Tony Cottee

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Re: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!
« Antwort #20 am: 19.November 2018, 09:40:55 »

Der 9. Juli war gekommen - und ich stand zum ersten Mal meiner Mannschaft gegenüber. 19 Spieler, 18 Franzosen, 8 davon aus Bastia, dazu einer aus Ajaccio.


Ich hoffe, das hast Du Deinen Jungs nicht so gesagt. Die Korsen aus Bastia und Ajaccio moechten naemlich ganz sicher nicht zu den anderen 9 "Franzosen" gezaehlt werden.
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Cassius

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Re: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!
« Antwort #21 am: 19.November 2018, 10:55:19 »

Die Korsen würde ich auch nicht unbedingt als Franzosen bezeichnen.  :D

Cool, dass du kurz nachgeforscht hast. Dann wünsche ich Kévin ausnahmsweise keinen Erfolg vor dem Tor und würde mich freuen, wenn es zur Zusammenarbeit mit dem immer unterhaltsamen Planté kommen könnte.  ;D
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Assindia 1907

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Re: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!
« Antwort #22 am: 19.November 2018, 13:49:07 »

Sehr cool ein Frankreich Save. Ich werde es mitverfolgen was du mit Bastia so erreichen wirst :) ich hoffe du kommst schnell nach oben.
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OH RWE, Wir lieben DICH, weil es für uns, nichts schönres gibt!!!

HeP1982

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Re: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!
« Antwort #23 am: 08.Dezember 2018, 01:24:32 »


Passt der Anzug? Vorbereitung, Teil 1

Die Pläne waren also gemacht, die Mannschaft war sortiert - Zeit für die ersten Spiele, um zu überprüfen, wie gut das alles in der Praxis funktionierte. Wir begannen gegen die eigene Reserve - alle Spieler sollten eine Halbzeit auflaufen, Louis Poggi und Ludovic Genest mussten durchspielen. Mathieu Manset stellte ich als Teil der Reservemannschaft ins Schaufenster. Schon nach 3 Minuten ging meine Erste durch Santelli in Führung, nachdem zwei Klärungsversuche der Reserve stecken blieben. Wie nicht anders zu erwarten, funktionierten viele Spielzüge noch nicht und es flogen mir auch noch zuviele lange Bälle über das Feld, aber ab und an blitzte schon durch, wozu diese Mannschaft imstande war. In der zweiten Hälfte stellte ich etwas um, sodass Ludovic Genest, der bis zur Pause ziemlich in der Luft hing, nun als offensiver Mittelfeldspieler agierte. Eben Genest verwandelte kurz nach Wiederanpfiff einen Elfmeter zum 2:0, nachdem Nicolas den aufgerückten Louis Poggi rechts im Strafraum klar fällte. Eine Minute später wurde Soufian Akkani überraschend mit einer glatten roten Karte vom Platz gestellt, wodurch die Aufgabe der Ersten noch einfacher wurde. Kifoueti setzte Genest, der in der neuen Rolle besser zurecht kam, clever ein, der aus 16 Metern mit Kraft den Ball zum 3:0 in die Maschen drosch. Auch das 4:0 erzielte er nach einer Flanke von Jérémi Santini, die durch den gesamten Strafraum rutschte - 65 Minuten waren gespielt. Den Hattrick komplett machte er wiederum per Elfmeter - diesmal war Hamm gegen Schur links im Strafraum ungeschickt zu Werke gegangen. Mit zunehmender Spieldauer kombinierten die Jungs auch zunehmend mehr, während sie nach hinten grundsolide standen und nichts zuließen - nur einmal kam nach einem langen Ball Mesbah durch und vollendete in der Nachspielzeit sehenswert zum 5:1-Endstand.



Nach dieser ersten Bestandsaufnahme hatte ich eine bessere Vorstellung davon, wie ich die Mannschaft aufbauen wollte. Dazu hatte ich eine dicht gedrängte Vorbereitung geplant, durch die ich meinen Teilzeitkickern, in deren Leben derzeit kein tägliches Training vorgesehen war, bis zum Saisonstart die nötige Wettkampfhärte und Systemsicherheit einimpfen wollte.



Highlights waren sicherlich die Partien gegen den Serie-A-Aufsteiger aus Frosinone und die Serie-B-Mannschaft aus Perugia, aber auch die Partien gegen die lokalen Größen sollten uns Sicherheit und Schwung für die Saison geben.

Los ging der Marathon durch die Vorbereitung gegen Fréjus. Dem Viertligisten sollten wir auf Augenhöhe begegnen, daher spielte ich mein geplantes Standardsystem - auch wenn die Spieler vor dem klassenhöheren Gegner in seinem flachen 4-4-2 zitterten. Die Reservebank füllte ich mit Soufian Akkani aus der Reserve und Yoann Kherbache, einem 16-jährigen Talent. Diesmal sollte wirklich jeder nur eine Hälfte auf dem Platz stehen. In einem ausgeglichenen Spiel im Furiani traf nach gut einer Viertelstunde Tristan Campeon zum vermeintlichen 1:0 für die Gäste, stand dabei aber knapp im Abseits, was auch den Unparteiischen nicht entgangen war. Wir hielten gut mit, aber es flogen wieder zu viele lange Bälle nach vorn, das wird hoffentlich bald besser. Insgesamt entwickelte sich in den ersten 45 Minuten ein Spiel ohne ernsthafte Torgelegenheiten, sodass ich in der Pause nicht nur meine Bank einwechseln, sondern mir auch etwas ausdenken musste. Um die langen Bälle zu unterbinden, wollten wir uns in Hälfte 2 Pässe in die Tiefe sparen und dafür geduldiger unsere Chance suchen. Dazu sog ich unser Talent Yoann Kherbache etwas zurück, sodass wir nun im 4-1-2-2-1 aufliefen. Es zeigte Wirkung, und genau Kherbache traf nach einem Schur-Freistoß von rechts, den Fréjus nicht anständig klären konnte, in Minute 55 zum 1:0. Zehn Minuten später mussten wir allerdings nach einer flachen Flanke von Ryad Nadifi den Ausgleich durch Idris Kadded hinnehmen. Auch wir versuchten es jetzt mehr mit flachen Flanken, was allerdings nicht von Erfolg gekrönt war. Stattdessen schlug vier Minuten vor dem Ende Julien Mouillon einen langen Ball, Bocognano schlief, Idres Kadded lief - und es stand 1:2. Nun war die Gegenwehr gebrochen, Idris Kadded legte in der 90. Minute im Strafraum kurz von rechts quer auf Sébastien da Silva, ein krachender Abschluss genau unter die Latte, 1:3, beide Innenverteidiger sahen schlecht aus. Dies war auch gleichzeitig der Endstand in einem Spiel, das erst ganz zum Ende hin deutlich wurde, jedoch keinen Klassenunterschied zeigte.



Während wir auf dem Transfermarkt die Ruhe weg hatten und unsere Scouts durch das Land schickten, um die Mannschaft gezielt zu verstärken, sah das bei anderen Teams zu diesem Zeitpunkt, Mitte Juli, doch deutlich anders aus. Den Rekord hielt der FC Bastelicaccia aus dem Süden Korsikas, der in den ersten zwei Wochen der Transferperiode bereits neun Spieler verpflichten konnte - aber offenbar vorher auch praktisch keine Spieler im Kader hatte. Ähnlich viel Ruhe hatten der AS Gémenos, der seine Heimat östlich von Marseille hatte, und Cannet-Rocheville aus Le Cannet, nördlich von Cannes. Auch beim AS Cannes ging es recht entspannt zu - zwei Neuzugänge konnte man an der Côte d'Azur begrüßen.
Wir hingegen konnten uns über etwas anderes freuen - selbst in diesen Niederungen konnten wir bereits über 2000 Dauerkarten absetzen - und mein Präsi war zuversichtlich, dass es noch mehr werden.





Ich stellte für das nächste Spiel ein wenig um, weil ich vom Verfolgen der ganzen hohen und langen Bälle schon Nackenschmerzen bekam. Außerdem sollte auch Bachana Tskhadadze in der Spitze eher flach angespielt werden, damit er sein Talent im Dribbling auch umsetzen konnte und gleichzeitig seine Schwäche in der Luft nicht so auffiel. Schließlich sollte sich eben jener Tskhadadze einzig auf das Toreschießen konzentrieren, da es ihm an den Fähigkeiten für ein gepflegtes Passspiel fehlte. Schließlich arbeiteten wir auch im Training daran, einen gepflegten Ball über die Flügel zu spielen.


Der EC Bastia, der mit einer Fünferkette auf defensive Sicherheit bedacht war, sollte im Furiani als Testgegner für diese neuen Ideen herhalten - und es lief hervorragend, denn schon nach 17 Sekunden brach Tskhadadze im Strafraum durch, legte scharf zurück auf Genest, der auf dem Elfmeterpunkt völlig frei stand und zum 1:0 einschob. Dennoch flogen besonders in Umschaltsituationen die Bälle wieder bevorzugt lang, weit und in Höhe des Tribünendachs über den Platz, sodass ich bereits nach 15 Minuten umstellte und meine Jungs anwies, diese unbeholfenen Konterversuche zu unterlassen und den Luftraum über Korsika nicht weiter zu gefährden. In der Folge hörten nicht nur die sinnbefreiten langen Schläge auf - nach einer schönen Kombination über den linken Flügel spielte Cioni wunderbar Santelli links am Fünfmeterraum frei, der eiskalt flach auf 2:0 erhöhte. Nach 20 Minuten musste ich allerdings Steve Haguy ersetzen, der im Zweikampf einen Schlag auf den Fuß bekommen hatte. Mein Toptalent Jérémi Santini sollte also einen längeren Einsatz bekommen. Knapp zehn Minuten später musste auch mein Stratege Christophe Vincent runter, für ihn sollte nun Michel Moretti im Mittelfeld die Fäden ziehen. In jedem Fall war die erste Hälfte schon ein riesiger Fortschritt - besonders das kultiverte Spiel auf dem linken Flügel war schon eine echte Freude, einzig an Zielstrebigkeit fehlte es noch etwas. Daher verschärfte ich für die zweite Hälfte das Tempo etwas.
Wie üblich wechselte ich in Hälfte zwei den Rest meiner Ersatzbank ein - auf links sollte diesmal Matieu Manset noch einmal Werbung in eigener Sache machen und vielleicht endlich einen Käufer anlocken. Unsere in weiß spielenden Gäste hielten nun defensiv konsequenter dagegen - in der Offensive jedoch blieben sie praktisch wirkungslos. Diese wenig freundliche Herangehensweise beförderte nach 65 Minuten auch Jérémi Santini wieder vom Platz, sodass Kévin Schur, der als zwölfter Bankspieler eigentlich eine kleine Pause bekommen sollte, nun doch noch auf dem linken Flügel zum Einsatz kam - Rahavi Kifoueti rückte nach rechts, Mathieu Manset ging in die Spitze. "Verdammtes Treterpack, das war der dritte Spieler heute!" fluchte ich in Richtung meines Kollegen. Von diesem Vorfall einmal abgesehen, verlief die Halbzeit relativ ereignislos, sodass wir den Sieg entspannt nach Hause schaukelten. Meine Torhüter blieben gar völlig ohne Beschäftigung, da kein einziger Schuss auf das Tor kam.



Wir hatten also endlich den Schlüssel zu etwas wie Spielkultur gefunden - das Spiel allerdings böse bezahlt. Steve Haguy hatte sich den Knöchel verdreht und hatte mindestens bis Mitte August Pause, Jérémi Santini hatte mit einem Muskelfaserriss in der Wade eine Zwangspause für den gesamten Juli - und auch Christophe Vincent holte sich mit einem verdrehten Knie eine Woche unfreiwilligen Sonderurlaub ab. Für die nächste Partie, bereits drei Tage später beim FC Bastia-Borgo im Stade Paul Antoniotti, mussten wir also personell etwas rotieren. Außerdem wollten wir endlich die letzten Lücken im Kader schließen und luden daher einige Spieler zum Probetraining ein, die bei meinen Scouts einen ersten positiven Eindruck hinterlassen hatten. Als Verstärkung rechts hinten zeigte sich Jessy Rotsen, ein 19-jähriger Pariser. Als Stratege spielte der 20-jährige Maher Hammed vor, und um die freie Planstelle auf der Zehn schließlich sollten sich der 22-jährige Michel Araai, der zuvor zwei Jahre beim AC Ajaccio unter Vertrag stand und auch für die zentrale Strategenposition in Frage kam, und Youness El Baillal duellieren - der 27-jährige kam aus einem Vorort von Paris und stand bereits in Le Havre und bei PSG unter Vertrag.
So gestärkt fuhren wir in die Nähe des Flughafens, wo uns Bastia-Borgo erwartete. Araai und Hammed spielten von Beginn an, Genest sollte diesmal den rechten Flügel bearbeiten, Rotsen und El Baillal sollten die zweite Halbzeit nutzen, um sich zu zeigen. Die Partie gegen den eine Klasse höher spielenden Gegner ließ sich gut an, auch wenn den neuen zu Beginn noch die eine oder andere Abstimmungsschwäche anzumerken war. Dennoch gingen die Gastgeber nach elf Minuten durch einen direkten Freistoß von Jean-François Grimaldi in Führung. Wir zeigten uns unbeeindruckt und schlugen nach einer Ecke zurück: Santelli fand von rechts Mary am langen Fünfmetereck, der ließ per Kopf kurz in die Mitte zum freien Genest prallen - und mein heutiger Rechtsaußen drosch das Leder volley aus neun Metern unter die Latte. Kurz vor der Pause stand auch Tskhadadze kurz vor seinem ersten Tor für die Löwen, doch aus sechs Metern nagelte er die Kugel von halbrechts ans Lattenkreuz, sodass es zur Pause beim Unentschieden blieb. Insgesamt war ich mit dem Spielverlauf zufrieden, offenbar hatte ich die Taktik gefunden, die das beste in meinen Spielern hervorholte. Auch Ludovic Genest zeigte sich stark auf der Außenbahn, wo seine Einsatzfreude zum Tragen kam und er das Spiel nicht gestalten musste.
Wie üblich, wechselte ich zur Pause durch, sodass sich auch die anderen Spieler eine Halbzeit lang beweisen durften. In Hälfte Zwei sollten dann keine Tore fallen, obwohl wir insbesondere durch Youness El Baillal die Chance hatten, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden, aber auch mit dem zweiten Anzug machten sich die spielerischen Fortschritte bemerkbar. So blieb es beim 1:1 gegen den klassenhöheren Gegner.



Die zentrale Erkenntnis der Partie am Flughafen war, dass Ludovic Genest auf dem rechten Flügel wesentlich auffälliger agierte als in der Zentrale, sodass ich nun für die Saison auf dieser Position mit ihm planen wollte, wenn sich seine Leistung, wie auch die meiner beiden Probespieler für die Zentrale, im kommenden Spiel gegen den AS Nebbiu bestätigen sollte.
Die Partie ließ sich zwar gut an, einzig an klaren Torchancen fehlte es in der ersten Hälfte - Maka Marys Lettenkopfball nach einer Ecke von rechts war schon das Höchste der Gefühle, da die Jungs vor lauter Freude am Passspiel vergaßen, wirklichen Zug zum Tor zu entwickeln. Nur kurz vor der Pause kam noch einmal kurz Gefahr auf, als Michel Araai aus 30 Metern den gegnerischen Torwart Lagadec ernsthaft prüfte, der damit wesentlich mehr zu tun hatte als Anthony Martin, der lediglich ein paar Rückpässe unter den Innenverteidigern verteilen musste. Im Rahmen der üblichen Großrotation zur Pause sollte sich Manset noch einmal links zeigen, während ich Nafoual Mesbah aus der Reserve in den Sturm stellte - Kévin Schur sollte sich diesmal schonen. Nebbiu stellte sein flaches 4-4-2 um, griff jetzt nur noch mit einer nominellen Spitze an und bot im Mittelfeld eine Art Raute auf, die durch einen zentralen Mittelfeldspieler ergänzt wurde. Es ergab sich also ein 4-1-3-1-1. Aber auch hiermit entstanden weder Durchschlagskraft noch eine echte Sicherheit in der Defensive. Da allerdings auch unser Offensivspiel etwas lahmte, rief ich nach einer Stunde El Baillal an die Seitenlinie und wies ihn an, etwas mehr zu versuchen. Eben jener El Baillal hatte mit einem Freistoß halbrechts vonr der Strafraumkante auch eine Riesenmöglichkeit, setzte die Kugel jedoch an die Latte. So blieb es letztlich beim torlosen Unentschieden.



Defensive und Spielaufbau gefielen mir mittlerweile - aber wir bekamen den Ball nicht in den Sechzehner, geschweige denn ins Tor. Außerdem musste ich mir Gedanken machen, was ich mit den Spielern machen wollte, die in meinen Plänen keine Rolle spielten. Besonders Rahavi Kifoueti wurde langsam nervös, da mein Vorgänger ihn noch als Schlüsselspieler verpflichtet hatte, ich allerdings aufgrund seiner unübersehbaren Schwächen nicht auf ihn setzen wollte. Ich suchte also das Gespräch mit ihm. "Rahavi, in den letzten Tagen wirkten Sie etwas abwesend. Bedrückt Sie etwas?" Mein Rechtsaußen legte los. "Chef, ich habe das Gefühl, dass Sie nicht auf mich setzen. Mir wurde bei meiner Unterschrift versprochen, dass der Verein hier mit mir etwas aufbauen möchte. Ich war überall Stammspieler, auf Zypern, in Bulgarien, und auch in der National 1. Sie geben mir das Gefühl, hier in der zweiten Reihe zu stehen - und ich fühle mich hier ein wenig verarscht." Oha, ich stellte mich auf ein äußerst angenehmes Gespräch ein. "Rahavi, Sie haben recht. Sie haben in Ihrer Karriere 150 Spiele gemacht, alle in höheren Ligen. Dazu hatte mein Vorgänger offenbar andere Pläne mit Ihnen. Tatsache ist allerdings, dass ich Sie nicht in dieser entscheidenden Position sehe. Daher möchte ich schauen, ob es Möglichkeiten für Sie gibt, Ihre Karriere in einem anderen Verein fortzusetzen, der Ihnen..." "Sie miese Drecksau! Sie wollen sich keine Gedanken machen und mich jetzt abschieben? Ich bin aus der zweiten türkischen Liga zu Ihnen gekommen und Sie schieben mich ab? Ich sage Ihnen, das kommt nicht in Frage! Und verlassen Sie sich darauf, bevor ich gehe, gehen Sie! Verdammter Chefdarsteller!" "Rahavi, Sie vergessen hier eine Kleinigkeit: Ich kann Sie hier vor die Tür setzen, Sie mich aber nicht! Und Ihr Verhalten zeigt mir, dass Sie offenbar nicht bereit sind, zugunsten des Teams Ihre Eigeninteressen zurückzustellen. Solche Egomanen kann ich nicht brauchen, daher kann ich Ihnen nur noch eine Vertragsauflösung anbieten." "Kommt gar nicht in Frage! Ich bleibe hier und sorge dafür, dass es hier bald richtig knallt! Chef!" Mit diesen Worten verließ er mein Büro und fing an der Tür an, seine Ankündigung in die Tat umzusetzen. Ich atmete kurz durch, bevor ich Claude Ferrandi anrief. "Bonjour, Monsieur Ferrandi. Ich muss mit Ihnen über Rahavi Kifoueti sprechen. Ich muss Ihnen leider dringend nahelegen, dass wir uns zügig von ihm trennen sollten - der Mann ist kein Teamplayer, und es fehlt ihm jeglicher Respekt. Außerdem kann ich ihn nirgends einsetzen. Ich will den Mann nicht mehr in unserem Trikot sehen." "Monsieur Heiko, zunächst einmal vertehe ich Ihre Bedenken - wenn ein Spieler den Teamgedanken mit Füßen tritt, hat er im Verein nichts verloren. Eine Vertragsauflösung können wir uns aber leider nicht leisten. Désolé." Na großartig, jetzt fängt hier einer an zu zündeln, und ich habe keine Möglichkeiten, ihn loszuwerden. Rahavi allerdings begann noch im Flur, das Handy zu zücken und sich bei den Mannschaftskameraden auszuheulen. Diese reagierten, wie erwartet, zwiegespalten. Während ich bei einigen Stammspielern mit dieser Aktion an Ansehen gewinnen konnte, waren insbesondere einige Spieler aus der zweiten Garde der Meinung, dass ich der Böse in diesem Streit sei - erstaunlicherweise auch Jérémi Santini, auf den ich anstelle von Rahavi als Backup rechts vorne setzen wollte. Ich hoffte nur, dass sich das bald legen würde.



Die Hoffnung zerschlug sich am nächsten Tag, als es an der Tür klingelte und die vier Kritiker Einlass begehrten. Als erster ergriff Kévin Schur das Wort. "Wir haben mitbekommen, dass Sie Rahavi aus dem Verein drängen möchten. Wir sehen das anders und sind heute hier, um mit Ihnen über die unsägliche Weise zu sprechen, mit der Sie Rahavi behandeln. Was haben Sie nur für ein Problem mit dem Mann?" "Kévin, zunächst einmal finde ich es großartig, dass Sie Partei für einen Mitspieler ergreifen. Ich sehe allerdings, dass er in einigen Bereichen Schwächen hat, auf die ich großen Wert lege. Daher möchte ich ihn abgeben - außerdem ist unser Budget limitiert, daher müssen wir uns von Spielern trennen, wenn wir uns verstärken möchten." Jérémi Santini lenkte als erster ein. "Ich sehe, dass Sie nachvollziehbare Gründe haben. Rahavi und ich konkurrieren um eine Position, und Sie haben mich mit derselben Argumentation aus der Reserve hochgezogen. Ich kann also Ihre Linie erkennen. Natürlich finde ich es schade, wenn ein Spieler gehen soll, aber Sie werden sich das alles auch nicht leicht gemacht haben. Wenn Sie also Rahavi abgeben möchten, werde ich keinen Ärger machen." Kévin verdrehte die Augen. "Ich lehne diesen geplanten Transfer nach wie vor ab. Rahavi kann hier immer noch eine wichtige Rolle spielen. Wir müssen darauf bestehen, ihn hier zu behalten." "Wie gesagt, ich habe meine Argumente und die Entscheidung fällt mir sicherlich nicht leicht. Und Jérémi, ich bin froh, dass ich Sie überzeugen konnte. In jedem Fall bedanke ich mich für das konstruktive Gespräch. Wir sehen uns beim Training."
Tags darauf allerdings die überraschende Wende - Rahavi erklärte sich tatsächlich bereit, aktiv an seinem Abgang mitzuarbeiten.



Auf dem Transfermarkt kam langsam allerdings Bewegung auf. Zunächst machten wir dem heiß begehrten Jessy Rotsen ebenso ein Vertragsangebot wie Michel Araai. So bekamen wir auf der Zehn mehr Ideenreichtum, gleichzeitig war Ludovic Genest nun endgültig frei für den Einsatz auf der rechten Seite. Im Gegenzug konnte Mathieu Manset endlich die Aufmerksamkeit eines anderen Vereins auf sich ziehen. Der Drittligist wollte meinen Stürmer für ein Jahr ausleihen und dafür 40 % des Gehalts übernehmen. Da er in meiner Mannschaft ohnehin nicht mehr benötigt wurde, gingen wir die Vereinbarung dankend ein.



In dieser Situation steuerten wir auf das Highlight der Vorbereitung zu - die Serie A-Aufsteiger aus Frosinone kamen ins Furiani, in das sich an diesem Abend gut 1000 Zuschauer verlaufen hatten. Ich schraubte wieder ein wenig an der Taktik, um diesmal vielleicht meine Gegner überraschen und zu ein paar Chancen kommen zu können.
Das Spiel ließ sich gut an, wir zeigten den Ball, den wir spielen wollten und traten sogar dominant gegenüber dem Erstligisten auf. Dennoch ging dieser nach einem sehr harten Elfmeterpfiff durch Joel Campbell in Führung - dieser wurde vorher angeblich von Coulibaly gefoult, aber mit der Meinung stand der Schiri doch recht allein da. Diese Führung hielt allerdings nicht lange, denn nach einer Ecke schlugen wir zurück: Santelli brachte sie von rechts herein, Tskhadadze legte per Kopf kurz zurück, Vincent stand am Elfmeterpunkt völlig blank und ließ sich per Volley nicht zweimal bitten. Insgesamt konnte man keinen Unterschied von vier Spielklassen erkennen. Wir waren bis zur Pause sogar die klar bessere Mannschaft, und sogar Kakhaber Tskhadadze beteiligte sich endlich am Spiel - wenn auch nicht als Torschütze.
Zur Pause rotierte ich wieder einmal durch - Kévin Schur sollte sich als Spitze versuchen, auf Rechtsaußen sollte Maher Hammed für Druck sorgen - Rahavi Kifoueti blieb 90 Minuten auf der Bank, als Dank für sein Verhalten in den letzten Tagen.
Nach der Pause zeigten wir uns weiterhin tonangebend, das Tor machte jedoch nach 54 Minuten erneut Joel Campbell - diesmal aus dem Spiel heraus, die Vorlage kam vom eingewechselten Luca Matarese. Kurze Zeit später hatte er sogar das 3:1 auf dem Fuß, doch Jessy Rotsen brachte im Strafraum noch mutig die Fußspitze an den Ball. Doch wieder hatten wir eine Antwort parat. 62 Minuten waren gespielt, als Jessy Rotsen mit einem langen Ball Kévin Schur auf die Reise schickte, der Bartosz Salamon abhängte, aus zehn Metern zentral vor dem Tor die Nerven behielt und Francesco Bardi die Kugel eiskalt zum Ausgleich rechts oben in den Knick hämmerte. Auch der zweite Anzug saß gut, wir beschäftigten den italienischen Erstligisten ordentlich und fuhren nach insgesamt 95 Minuten ein hochverdientes Unentschieden ein.



Wir hatten also die erste Krise innerhalb der Mannschaft verarbeitet, unsere Spielweise gefunden - und als Bonus konnten wir eine wichtige Vertragsverlängerung fixieren - Christophe Vincent blieb uns zu spürbar verringerten Bezügen ein weiteres Jahr erhalten - eine Unterschrift, die sicherlich auch für den Rest des Kaders Symbolwert haben sollte.
Dazu setzte ich mich mit meinem Mannschaftsrat zusammen, der aus Kapitän Louis Poggi, seinem Vertreter Samuel Guibert sowie Gary Coulibaly, Anthony Salis, Jérémi Santini, Bachana Tskhadadze und Urgestein Gilles Cioni bestand, um die Prämien auszuhandeln. Glücklicherweise waren die Jungs nicht allzu gierig, sodass auch diese Verhandlungen schnell zu unser aller Zufriedenheit abgeschlossen waren.


Wir hatten also langsam eine funktionierende Formation gefunden, nun stand der Feinschliff für den Saisonstart an, und es wir freuten uns schon darauf, dass es bald richtig losging.




Schön, dass ihr alle dabei seid - den Aufstieg sehe ich für mich allein aus finanzieller Sicht auch als Pflicht an, außerdem steckt in der Mannschaft viel Potenzial. Und keine Sorge, ich werde meine Korsen selbstverständlich nicht als Franzosen beschimpfen - sollte ich das tun, tritt mich Gilles Cioni im nächsten Trainingsspiel mit einer eingesprungenen Blutgrätsche bis in den Elsass.
« Letzte Änderung: 10.Dezember 2018, 01:42:12 von HeP1982 »
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Aktuelle Story: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!

Grimmax

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Re: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!
« Antwort #24 am: 12.Dezember 2018, 17:44:40 »

Schöne Story - sehr angenehm zu lesen! Freu mich auf Weiteres  :)
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HeP1982

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Re: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!
« Antwort #25 am: 16.Dezember 2018, 13:25:31 »



Bereit für die Liga? Vorbereitung, Teil 2


Die ersten Vorbereitungsspiele waren also absolviert, und so langsam hatten die Spieler und ich eine Ahnung davon, wie wir gute Laune auf den Rängen des Furiani verbreiten konnten. Das Unentschieden gegen die Erstligisten aus Frosinone förderte den Optimismus in Mannschaft und Umfeld weiter, genauso wie die beiden Neuen in der Mannschaft und die Verlängerung von Christophe Vincent. Nun ging es daran, die gut besetzte Offensive wirklich zum Toreschießen zu bringen, da gerade Bachana Tskhadadze, der Sohn des ehemaligen Verteidigers von Eintracht Frankfurt, Kakhaber Tskhadadze, nach wie vor eher die Torgefahr seines Vaters ausstrahlte, der in 307 Spielen gerade einmal acht Tore erzielen konnte. Ich sortierte also wieder einmal die Offensivabteilung etwas um und hoffte, meinen dribbelstarken Georgier, der seit zweieinhalb Jahren auf ein Tor wartete, so vielleicht häufiger in gute Positionen zu bekommen.



Gegen die AJ Bibuglia, eine Amateurtruppe von der Insel, nahmen wir also den nächsten Anlauf. Bereits nach 81 Sekunden konnten wir das erste Tor markieren. Santelli schlug eine Ecke von links an den langen Pfosten, wo Guibert frei zum Kopfball kam und Philipo Lopez und Torhüter Gaëtan Bonnin sich am rechten Pfosten gegenseitig behinderten, sodass der Ball beiden über den Fuß und durch die Handschuhe rutschte - verbucht wurde diese unfreiwillig komische Szene als Eigentor des Verteidigers. Nur vier Minuten später erhöhte Santelli per Freistoß vom rechten Strafraumeck, den mein Linksaußen wunderbar über die Mauer ins kurze Eck zirkelte. Es sah schon nach wenigen Minuten so aus, als wären nun in der Offensive die Räume besser besetzt, da durch die letzten Umstellungen auch der Offensivdrang meiner Außenverteidiger deutlich stärker in freie Räume führte, wovon gerade auf der linken Seite Santelli und Cioni profitierten, da sich mein Verteidiger nun als Rechtsfuß mehr nach innen orientierte, statt ineffektiv die Außenbahn zu bearbeiten. Dann dauerte es zwar etwas, aber nach 27 Minuten legte Michel Araai von der Strafraumkante den Ball nach links zum eingerückten Benjamin Santelli, der aus sechs Metern keine Mühe hatte, den Spielstand weiter zu erhöhen. Zwei Minuten später schepperte es erneut - Poggi schlug einen Freistoß von links ans lange Fünfmetereck, wo Louis Poggi am höchsten stieg und zum 4:0 einnickte. Sechs Minuten vor der Pause machte Santelli dann sogar sein drittes Tor, nachdem Vuillaume eine Poggi-Flanke unglücklich verlängerte, nickte er vom linken Fünfmetereck unbedrängt ein. Zur Pause stand es also 5:0, und auch wenn drei Tore aus Standardsituationen resultierten, lieferten wir ein überzeugendes Spiel ab.
Da die Fitness meiner Spieler sich langsam in einem annehmbaren Bereich befand, wollte ich nun nicht mehr zur Pause durchwechseln, sondern langsam eine Startelf finden. Daher wechselte ich zur Pause nur dreimal - für 45 Minuten sollten Jessy Rotsen, Michel Moretti und Youness El Baillal eine Chance bekommen. Alle anderen Spieler sollten im Laufe der Zeit kommen. Nach 53 Minuten kam allerdings endlich der Moment, auf den ich so lange gewartet hatte. Youness El Ballal schlug einen langen Ball in die Spitze, Bachana Tskhadadze verlängerte ihn per Kopf - und hob ihn damit über den Torwart zu seinem erlösenden ersten Tor für die Löwen von Furiani! Wenig später kombinierten wir uns von links über Schur und Cioni durch den Strafraum, Schur versuchte es, Keeper Bonnin wehrte stark ab. Lopez klärte allerdings vor dem Strafraum genau zu Gary Coulibaly, der sich ein Herz fasste und eine Lenkrakete zündete - von der Unterkante der Latte und den Rücken des machtlosen Bonnin schlug die Kugel zum nächsten Treffer ein. Wir hatten noch nicht genug, und fünf Minuten vor Schluss schickte El Baillal Kévin Schur links auf die Reise, seine Flanke fand am langen Fünfmetereck Maher Hammed, der höher sprang als Mathieu, sodass auch der eingewechselte Keeper Brian Garande noch sein Gegentor hinnehmen musste. Bei diesem 8:0 sollte es dann am Ende auch bleiben - und auch, wenn der Gegner eher dankbares Schlachtvieh war, konnte die Mannschaft zeigen, wie gut die Offensive mit diesen Änderungen funktionieren konnte. Es galt nun, dies in den nächsten Spielen gegen stärkere Gegner zu bestätigen.



Nach seinen bisherigen Vorstellungen und dem Nachweis, dass er uns in diesem System weiterhelfen konnte, entschlossen wir uns, die Mannschaft auf der Zehn mit Youness El Baillal zu vervollständigen. Somit sollte uns nach Ablauf seines Probespielervertrages nur Maher Hammed verlassen, der vor allem durch sein mangelndes Gespür für Spielsituationen keine Alternative zu Christophe Vincent werden konnte. Allerdings konnte auch er sein Probetraining nutzen, um sich bei den Hamilton Academicals aus der Scottish Premiership ins Gespräch zu bringen und letztlich dort einen Vertrag zu unterschreiben. Somit war die dreiwöchige Probezeit für alle Seiten ein voller Erfolg. Um weiterhin auch meine Spieler in die Richtung zu trainieren, die ich auf dem Platz sehen wollte, beschloss ich, auch gegen den Rat meines Co-Trainers, Gary Coulibaly seine Vorliebe für lange Bälle auszutreiben, die ich auf dem Platz einfach nicht sehen wollte, da es nicht nur meiner Spielphilosophie widersprach, sondern weil Gary auch die Fähigkeiten dazu fehlten; weder hatte er den Fuß noch das Auge für diese Spielweise.
Mit diesem Rückenwind gingen wir in das nächste Spiel gegen die italienischen Drittligisten aus Pontedera. Jérémi Santini war zwar wieder fit, sollte jedoch langsam an die Mannschaft herangeführt werden.
Die Italiener liefen in einem 5-3-2 auf und wollten uns damit das Leben sicherlich durch Mauern und Kontern schwer machen. Dieser Plan ging jedoch von Beginn an nicht auf, mit zuviel Überzeugung traten wir gegen den klassenhöheren Gegner an. Besonders meine Außenverteidiger, deren Offensivdrang mir ohnehin bereits in allen Formationen aufgefallen war, fühlten sich pudelwohl und unterstützten Santelli und den nach innen ziehenden Genest auf den Außenbahnen hervorragend. Dazu unterstützte aus der Viererkette der vorrückende, gelernte Mittelfeldspieler Guibert den Spielaufbau nach Kräften. So war die Führung nach 18 Minuten zwangsläufig. Santelli zog auf links an, flankte präzise in den Strafraum, und dort stieg Tskhadadze am Fünfmeterraum am höchsten - Torhüter Bogdan Marinca war chancenlos. Auch am zweiten Tor nach knapp 26 Minuten war Santelli beteiligt, diesmal brachte er eine Ecke von rechts herein. Die flache Hereingabe an den kurzen Pfosten wurde zwar geklärt, aber an der Strafraumkante nahm Gary Coulibaly den Abpraller auf, zog aus der Drehung flach ab, und der Ball schlug flach links neben dem Pfosten ein - wieder gab es für Marinca nichts zu halten. Pontedera war aber noch nicht geschlagen, und nach einer halben Stunde nahm Fabio Cassani dem in der Ballannahme zu sorglosen Christophe Vincent den Ball im Mittelfeld ab, schlug einen langen Ball auf seinen Sturmkollegen Riccardo Benedetti, der Maka Mary entwischte und auch Anthony Martin mit einem gezielten Schuss von halblinks ins rechte Tordreieck überwand. So war das Spiel aus dem Nichts wieder scharf. Wir zeigten uns jedoch unbeeindruck und spielten weiter druckvoll nach vorne. Für das nächste Tor musste wieder eine Ecke her, die Santelli diesmal von links hereinbrachte. Tskhadadze legte per Kopf kurz zurück auf Genest, und der nagelte den Ball aus acht Metern flach und staubtrocken ins Netz. So ging es dann auch in die Pause, und es war kaum zu glauben, dass unser Gegner gleich zwei Ligen höher spielen sollte.
Nach der Pause kontrollierten wir das Spiel weiter und wurden gelegentlich gefährlich, jedoch nahm auch Pontedera nun mehr am Spiel teil und erspielte sich auch einige Chancen. So dauerte es bis in die Nachspielzeit, bevor Anthony Salis unbedrängt von links in den Strafraum zog und butterweich ans lange Fünfmetereck flankte, wo der 1,91 m lange Santini einmal kräftig nickte und zum 4:1-Endstand verwandelte.



Langsam aber sicher verstand die Mannschaft, was ich von ihr wollte - und ebenso verstand ich, die Spielanlagen meiner Spieler zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen. Natürlich sollte es noch eine Weile dauern, bis die Automatismen endgültig griffen, aber wir waren mit überzeugenden Vorstellungen auf einem guten Weg. Jedoch mussten wir auch einen kleinen Rückschlag hinnehmen, als mich am Tag nach dem Spiel eine Nachricht auf meinem Handy erreichte: Wir müssen reden. Ich habe ein Angebot aus Lens und möchte dort unterschreiben. Gruß JR. Tatsächlich suchten mich nach dem Auslaufen Jessy Rotsen und sein Bruder Johan, der in Mondeville bei Caen in der Normandie spielte, in meinem Büro auf. Jessy begann: "Monsieur Pfeil, ich hatte Ihnen ja geschrieben. In Lens kann ich jetzt unter professionellen Bedingungen trainieren. Außerdem spielt mein Bruder ebenfalls im Norden, so können wir uns häufiger sehen." Dieser Entwicklungsmöglichkeit und der Familie konnte ich mich bei diesem 19-jährigen Talent nicht entgegenstellen, sodass ich ihm schweren Herzens meine besten Wünsche für die weitere Karriere mit auf den Weg ins Pas-de-Calais gab. Da jedoch Michel Araai genauso wie Youness El Baillal ihre Vertragsangebote annahmen, war dies nicht sonderlich tragisch - und zur Not konnten wir dort auch noch Soufian Akkani aus der Reserve aufbieten, was für die noch ausstehenden drei Freundschaftsspiele genauso umgesetzt werden sollte.
Das erste dieser Spiele sollte einen weiteren Höhepunkt der Vorbereitung darstellen, da wir den Zweitligisten AC Perugia mit seinem Trainer Alessandro Nesta erwarteten. Zwar wurden die Umbrier als Abstiegskandidat gehandelt, aber alleine der Trainer, Weltmeister von 2006, brachte etwas Glanz ins Furiani. Ich entschied mich, diesmal Youness El Baillal eine Chance in der Startelf zu geben, und auch rechts hinten sollte sich Soufian Akkani verstärkte Spielpraxis holen.
Das Spiel ließ sich wieder einmal hervorragend an, und es war kein Klassenunterschied erkennbar. Wir hatten sogar einige Chancen, doch das erste Tor machten die Italiener. Giovanni Terrani legte im Mittelfeld vom linken Flügel quer, Christophe Vincent verpasste den Ball, Vlad Dragomir zog an, zog in die Mitte, zog an Mary vorbei, zog von der Strafraumkante ab - und zog mit seinem platzierten Flachschuss nach rechts unten zum 1:0 die Stimmung unserer Fans ein wenig in den Keller - eine knappe halbe Stunde waren wir dem ersten Treffer erkennbar näher. Dies schien meine Abwehr ein wenig in Schockstarre zu versetzen, denn wenige Minuten später kombinierten sich die Gäste über rechts nach vorne, Pietro Orlandi legte vor dem Strafraum quer zu Christian Kouan, der fand die Lücke, überraschte meine gesamte Defensive mit einem schnellen Antritt und drehte die Kugel aus 14 Metern von halbrechts wunderbar und unhaltbar für Anthony Martin zum 2:0 links oben in den Knick. Ich baute meine Jungs ein wenig auf - auch wenn es hier und heute deutlich werden sollte, das Ergebnis war doch eigentlich zweitrangig. Unsere Maßstäbe waren andere Gegner, und die gesamte Art und Weise des Auftritts gab trotz des Spielstandes Grund zum Optimismus. Wir hatten mehr Ballbesitz, spielten mehr Pässe, brachten davon auch noch deutlich mehr zum Mitspieler, wir hatten Chancen, im Grunde war das Ergebnis auf der Anzeigetafel das Einzige, das nicht für uns sprach. Dies machte ich den Jungs auch in der Halbzeitpause klar, in der ich meine mit Gelb belasteten Spieler herunternahm - der Rest fasste neuen Mut und sollte dies auch nach Wiederanpfiff auf den Platz bringen. In Hälfte Zwei bot sich ein ähnliches Bild, das noch dadurch verstärkt wurde, dass Perugia das 2:0 offenbar reichte und sie sich etwas zurückzogen. Und wieder schlugen die Gäste aus dem Nichts zu: Bordin schlug einen Freistoß von rechts in den Strafraum, dort spielten Jérémi Santini und Nicolas Medori eine Partie Flipper, irgendwie sprang die Kugel am Fünfmeterraum zu Mario Correia, und der ließ sich nicht lange bitten, nach 75 Minuten zum 3:0 einzuschießen. Bei diesem Spielstand blieb es dann auch, und sogar die Spieler in Rot rieben sich beim Blick auf die Videowand des Furiani verwundert die Augen.



Die Zeit bis zum nächsten Spiel nutzte ich, um mich mit Steve Haguy zusammenzusetzen. Mein 37-jähriger Flügelstürmer hatte nur noch einen Vertrag bis zum Saisonende, und noch war nicht klar, ob er ab Sommer 2019 im Trikot oder im Anzug unterwegs sein wollte. In jedem Fall wollte ich ihn auch nach seiner Karriere an den Verein binden und lud ihn nach dem Training in mein Büro ein. "Hallo Steve, setzen Sie sich. Sie sind mittlerweile in einem Alter, in dem viele Fußballer sich Gedanken machen, wie es nach der aktiven Karriere weitergeht. Ich möchte Sie jetzt wahrlich nicht dazu überreden, die Schuhe an den Nagel zu hängen, es interessiert mich aber doch, welche Ideen Sie für diese Zeit haben. Konkret hatte ich den Gedanken, sie vielleicht langsam an den Trainerstab heranzuführen." Steve lächelte verlegen. "Zunächst einmal vielen Dank für dieses Vertrauen, Chef. Ich muss aber ehrlich gestehen, dass ich mich nicht auf dem Trainingsplatz sehe, dazu gebe ich viel zu ungern den Ton an. Vielmehr möchte ich mein gutes Auge nutzen und nach meiner Zeit als aktiver Spieler junge Talente finden." "Es zieht Sie also mehr ins Scouting? Auch ein großartiger und wichtiger Aufgabenbereich, und auf unserem Weg werden wir sicherlich auf ein gutes Scouting angewiesen sein. Ich möchte Ihnen hiermit die volle Unterstützung des Vereins zusagen, in unserem Scoutingbereich werden wir schon einen Platz für Sie finden und Ihnen beim Einstieg helfen." Nun war die Verlegenheit aus dem Lächeln verschwunden, und er strahlte, als hätte er gerade seinen ersten Profivertrag unterschrieben. "Vielen Dank, das wäre wunderbar. Das gibt mir etwas, worauf ich mich auch langfristig freuen kann - denn ich hatte ehrlich gesagt schon Sorge, wie es nach der Karriere weitergehen sollte. Danke, dass Sie mir diese Last genommen haben, so kann auch meine Frau wieder beruhigt schlafen." Es gibt doch nichts schöneres, als Familien glücklich zu machen.

Dazu wurden nun, zwei Wochen vor Saisonbeginn, in der größten Tageszeitung Korsikas, der "Corse Matin", die Wettquoten auf den Aufstieg bekanntgegeben. Wie erwartet, galt die Zweitvertretung des AC Ajaccio, denen auch Erstligaspieler wie Sejad Salihovic zur Verfügung standen, als Favorit - aber wir folgten bereits knapp dahinter. Auch der andere gefallene Stern der Liga, der AS Cannes, befand sich unter den Favoriten. Auch im Dream Team der schreibenden Zunft waren wir stark vertreten.



Mit diesem neuen Optimismus erwarteten wir Virtus Entella, einen italienischen Drittligisten aus Chiavari in Ligurien. Der berühmteste Name des Vereins war sicherlich Luciano Spalletti, der dort insgesamt acht Jahre lang die Fußballschuhe schnürte. Der aktuell namhafteste Akteur war sicherlich der Brasilianer Raphael Martinho auf dem linken Flügel, der in Catania, Cesena, bei Hellas Verona und in Carpi bereits Serie A-Erfahrung sammeln konnte. Auch hier rechneten wir uns wieder einiges aus - auf dem Niveau eines Drittligisten war der Kader allemal.
Nach starken Trainingsleistungen setzte ich wieder auf Michel Araai auf der Zehn, dafür setzte ich im Tor auf Jean-Louis Carlotti. Mein Kapitän Louis Poggi stand wieder rechts in der Viererkette, weiter vorne sollte Jérémi Santini nach seiner Verletzung erstmals eine Chance von Beginn an bekommen.
Wie erwartet waren wir tonangebend, besonders Gilles Cioni fühlte sich als in der Offensive einrückender Außenverteidiger pudelwohl. Nach 22 Minuten wurde er allerdings auf der Außenbahn von Gary Coulibaly freigespielt, flankte flach und scharf vor das Tor, kam im zweiten Versuch auch durch - und am kurzen Pfosten musste Bachana Tskhadadze den Fuß hinhalten, um zur Führung einzuschießen. Virtus hielt allerdings konsequent dagegen und bekam nach 39 Minuten eine Ecke von links. Leonardo di Cosmo brachte sie flach und scharf nach innen, Mario Merlonghi wurde im Sechzehner völlig vernachlässigt und drosch aus acht Metern voll drauf - und Carlotti bekam die Fäuste nicht mehr rechtzeitig hoch, als der Ball unter der Latte zum Ausgleich einschlug. Wir zeigten uns unbeeindruckt und konnten kurz vor der Pause die erneute Führung erzielen. Santelli bekam den Ball vor dem Strafraum, spielte in den Sechzehner zu Michel Araai, der geistesgegenwärtig das Spiel schnell machte und direkt nach rechts zu Jérémi Santini herauslegte. Mein Rechtsaußen wurde von Verardo nicht eng genug gedeckt, zog aus 13 Metern halbrechts sofort ab und feuerte die Kugel humorlos hoch rechts oben in den Knick. So ging es auch in die Pause, und ich wurde mit jeder Minute zuversichtlicher für den Saisonstart.
Nach der Pause machten wir genau da auf, wo wir 15 Minuten zuvor aufgehört hatten. Cioni bekam den Ball am linken Flügel, zog nach innen in den Sechzehner und legte vor dem Strafraum auf Christophe Vincent zurück. Mein Stratege war völlig unbewacht und drehte halblinks von der Strafraumgrenze den Ball ansatzlos und derart zum Niederknien schön zum 3:1 in den rechten Winkel, dass sogar die italienischen Gästefans applaudierten. Anschließend rotierten wir nach und nach durch, wobei mit dem 19-jährigen Lucas Balbinot auf der Sechs ein weiteres Talent eine Chance erhielt. Wir machten weiter Druck, doch Virtus wollte sich noch nicht geschlagen geben. Leonardo di Cosmo legte 20 Meter vor dem Tor kurz auf Mario Merlonghi quer, der aus dem Getümmel einfach draufhielt und Keeper Carlotti auf dem falschen Fuß erwischte - nur noch 3:2, und noch 15 Minuten auf der Uhr. Nun hatten wir einen offenen Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten - wir wollten den Sack zumachen, Virtus nicht mit leeren Händen zurück nach Hause. Letztlich hatten jedoch die Italiener das Visier nicht genau genug eingestellt, während wir mehrfach am eingewechselten Hexer Samuele Massolo scheiterten. Der Schiedsrichter fand soviel Gefallen an der Partie, dass er sie noch einmal um 5 Minuten verlängerte - und zeigte in der vierten Minute der Nachspielzeit nach einem Foul von Urso am eingewechselten Naoufal Mesbah auf den Punkt. Der ebenfalls eingewechselte Ludovic Genest blieb eiskalt und verlud Massolo zum 4:2-Endstand in einer Vorstellung, nach der die Fans immer lautere Aufstiegsgesänge anstimmten.



Wir waren vor dem letzten Freundschaftsspiel hervorragend für die Saison gerüstet, die Spieler und ich konnten sich jeden Tag besser auf eine Art einigen, Fußball zu spielen, die Fans waren auf unserer Seite - und ich hatte die Unterstützung der Führungsspieler gewonnen, auch in der Causa Kifoueti. Dieser stellte auch mein einziges Problem in der Mannschaft dar, da sich einfach kein Verein fand, der Rahavi unter Vertrag nehmen oder auch nur ausleihen wollte.
Zum letzten Spiel der Vorbereitung erwarteten wir den AS Cannes als Gegner. Der Pokalsieger von 1932, in dem auch in jüngerer Vergangenheit große Namen wie Alen Bokšić, Zinedine Zidane, Patrick Vieira oder Jan Koller die Stiefel geschnürt hatten, erholte sich gerade von einer Zwangsrelegation, die den Verein 2014 in Liga 7 zurückwarfen - wie bei uns aufgrund finanziellen Unvermögens in der Führungsetage. In dieser war seit 2016 ein anderer Ex-Spieler zum Präsidenten ernannt worden, den man auch in Deutschland nur als "Le chef" kennt - es handelte sich um niemand geringeres als Johan Micoud, der dort geboren war und die ersten vier Jahre seiner Karriere das Angriffsspiel der "Dragons" dirigierte. Auch auf der Trainerbank fand sich mit Mickaël Marsiglia ein Clubveteran, der insgesamt acht Jahre lang für die Dragons in der Defensive aktiv war. Solche Talente fanden sich in der aktuellen Mannschaft nicht. Die Abwehr wurde allerdings immerhin vom Rekordspieler des Vereins, Mickaël Cériélo, dirigiert, und für Tore sollte der frisch aus Chambly verpflichtete Kévin Lefaix sorgen, der seine Karriere an der Côte d'Azur ausklingen lassen wollte.
Wir gaben einigen Spielern der wohl stärksten Elf eine Pause, es rotierten Samuel Guibert, Gary Coulibaly, Ludovic Genest, Michel Araai und Benjamin Santelli auf die Bank. Für sie liefen Nicolas Medori, Yannick Lorenzi, Jérémi Santini, Youness El Baillal und Kévin Schur auf, die allesamt noch etwas Spielpraxis sammeln sollten. Außerdem wollten wir zu diesem Zeitpunkt gegen einen Ligakonkurrenten nicht direkt in Bestbesetzung unser wahres Potenzial zeigen - beste Grüße an Sepp Herberger. Steve Haguy konnte zwar am Spieltag als letzter Spieler das Lazarett verlassen und saß auch als zwölfter Reservespieler auf der Bank, allerdings wollte ich ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht einsetzen.
Bei sommerlichen 31 °C pfiff der Schiri an diesem Donnerstagabend den Abschluss der Vorbereitung an. Wir zeigten uns bissig, doch in der siebten Minute schenkte der Schiri dem AS Cannes einen Elfmeter - Medori sollte die Haltbarkeit der Gästetrikots im Sechzehner getestet haben. Mickaël Darnet trat an und prügelte das Leder humorlos in bester Johan-Neeskens-Manier zur Führung unter die Latte. Auch in der Folge wurde sichtbar, wie wichtig das Zusammenspiel von Samuel Guibert und Gary Coulibaly für Offensive und Defensive war - Nicolas Medori war einfach noch zu grün für den anspruchsvollen Posten als vorgerückter Innenverteidiger in der Viererkette, und Yannick Lorenzi fehlte bei aller Kampfkraft die fußballerische Klasse, um Coulibaly im Spielaufbau auch nur ansatzweise ersetzen zu können. Dennoch erspielten wir uns weiter Chance um Chance, doch die Dragons retteten mit einer Mischung aus Glück, Härte, Fledermaustaktik und gelegentlichen Hail-Mary-Kontern die Führung in die Pause.
Zum Seitenwechsel nahm ich meinen mit Gelb belasteten Kapitän Louis Poggi genauso vom Feld wie Maka Mary, der nicht ganz bei der Sache schien. Dazu forderte ich die Jungs auf, in den zweiten 45 Minuten eine Schüppe draufzulegen - was diese auch prompt umsetzten und Keeper Pierre Portets gleich mächtig ins Schwitzen brachten. Leider war dies nur ein Strohfeuer, denn die Gäste von der Côte d'Azur verwalteten ihren Vorsprung sehr geschickt und nahmen bei jeder Gelegenheit Zeit von der Uhr. Doch ewig konnte das nicht gut gehen - und nach 74 Minuten war es soweit. Der eingewechselte Araai spielte nach einem Einwurf den Ball flach von links in den Fünfmeterraum, Talerico schoss bei seinem Klärungsversuch im Fünfmeterraum den ebenfalls eingewechselten Mesbah ab, und von dessen Schienbein flipperte der Ball zum Ausgleich ins Tor. Leider hielt dieser Spielstand nicht allzu lange an, denn in der 82. Minute bekam Cannes eine Ecke. Darnet schlug sie von links herein, Martin flog vorbei, der aufgerückte Talerico blieb mit seinem Schuss noch hängen, doch Romain Chauvet stocherte den Ball durch alle Abwehrbeine hindurch, Giordane Mendes da Silva stand frei und praktisch auf der Torlinie - 2:1 für die Gäste. Wir warfen noch einmal alles nach vorne, doch trotz bester Chancen wollte uns der mehr als verdiente Ausgleich an diesem Abend der geschenkten Tore nicht mehr gelingen. So blieb es bei einem kollektiven "Humane memento" und einer knappen Niederlage, auch wenn wir bewusst auf einige Stammspieler verzichtet hatten.



Natürlich konnte ich mit der Niederlage im letzten Testspiel nicht zufrieden sein, besonders an der Chancenverwertung mussten wir noch arbeiten. Dennoch zeigte sich das spielerische Potenzial der Mannschaft, und es war auch sichtbar, dass wir ein System gefunden hatten, mit dem wir guten Fußball spielen konnten.


Gilles Cioni unterstützte im Aufbau Christophe Vincent im Allgemeinen vorzüglich, ebenso harmonierten weiter hinten Samuel Guibert und Gary Coulibaly. Louis Poggi ging in die Lücken, die Ludovic Genest auf der Außenbahn hinterließ, wo seine Stärken voll zur Geltung kamen, und auch Bachana Tskhadadze war endlich ins Spiel eingebunden. Dazu fanden sich mit Michel Araai und Youness El Baillal auf der Zehn genau die noch fehlenden Puzzleteile für die Mannschaft:


In den noch verbleibenden drei Trainingstagen wollten wir noch an den Automatismen arbeiten, um die schon ordentlich funktionierende Taktik noch besser auf den Rasen zu bringen.
Unter dem Strich zeigte sich, dass die Mannschaft bereit war, mit mir zu arbeiten. Und auch, wenn nicht alle Ergebnisse optimal waren, zeigte sich doch, dass wir in der Lage waren, um den Aufstieg in der Liga mitzuspielen und vielleicht auch im Pokal für die eine oder andere Überraschung zu sorgen - die Qualität, höherklassige Gegner zu ärgern, hatten wir auf jeden Fall.





@Grimmax: Vielen Dank für das Lob, ich freue mich immer über neue Mitleser!
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Aktuelle Story: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!

Cassius

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Re: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!
« Antwort #26 am: 16.Dezember 2018, 13:54:46 »

Youness! Den kenne ich doch noch. Schön, dass dein damaliges Zauberfüsschen hier nochmals eine Rolle spielen darf. Und viel Erfolg jetzt für die anstehende Saison!
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Re: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!
« Antwort #27 am: 08.Januar 2019, 00:57:59 »



Hungrige Löwen auf Punktejagd! Der Saisonauftakt

Wir hatten uns seit Monaten auf diesen Tag gefreut: Der erste Spieltag auf unserem Weg zurück nach oben stand an, und da es ein Auswärtsspiel war, stand uns auch das bevor, was für unseren Verein eine Herausforderung und für die Spieler eine zusätzliche Belastung darstellen sollte: Um nach Gémenos zu kommen, östlich von Marseille, mussten wir zunächst die Insel verlassen. Auf der Insel hatten wir die Auswahl zwischen sechs Häfen, auf dem Festland mussten wir aus dreien auswählen. Als Ziel hatten wir eine möglichst anständige Nachtruhe der Spieler vor dem Spiel, eine Möglichkeit, mit den Jungs am Sonntag zu trainieren und möglichst geringe Übernachtungskosten für die Mannschaft - wobei wir bei einer regulären Anstoßzeit von 18:00 wohl grundsätzlich eine Übernachtung nach dem Spiel auf dem Festland einplanen mussten, da die letzte Fähre um 21:00 von Toulon in Richtung Korsika ablegte, was mit Pflichtterminen wie Pressekonferenzen und Interviews nicht zusammenpasste. So Wir entschieden uns für eine Nachtpassage von Bastia nach Toulon - von dort waren es nur 50 Kilometer bis Gémenos. Eventuelle Sonntagseinheiten sollten dann auf dem Festland stattfinden, um anschließend die Fähre am Sonntagabend zurück nach Korsika zu nehmen.
Da wir in der Woche vor Saisonstart drei Trainingstage hatten, konnten wir endlich einmal gezielt daran arbeiten, etwas am Zusammenspiel und den Automatismen zu arbeiten. Dazu warf ich auch auf das individuelle Training meiner Jungs einen Blick - und traute meinen Augen nicht. Offenbar hatte Frédéric Née noch nicht wirklich realisiert, was ich taktisch vorhatte, was auch die flache Lernkurve beispielsweise bei Gilles Cioni erklärte. Ich beschloss, mich fortan vollständig selbst um das Training zu kümmern und bereitete ausführliche taktische Dossiers für die Spieler vor - offenbar etwas, dem Frédéric trotz meiner Aufforderung nicht nachgekommen war, weder für die erste Mannschaft noch für die anderen Teams. Besonders Louis Poggi freute sich: "Ich hatte mich schon über das Training gewundert, aber jetzt, da Sie das Training selbst übernehmen, verstehe ich immer besser, wie Sie sich meine Rolle vorstellen."



Während am Samstagmorgen die Stimmung im Bus entspannt war, als wir die Fähre verließen, war ich zunehmend nervös. Nach unserer Ankunft ging ich in den Parc de Saint-Pons, in dem sich die ehemalige Zisterzienserinnenabtei befand, um das Dossier, das mir Lionel Roussey über den Gegner zusammengestellt hatte, noch einmal genau zu studieren. Er erwartete Gémenos, die als Abstiegskandidat gehandelt wurden, eher defensiv mit einer Fünferkette - wobei mein Kollege Lassad Hasni, seit fast fünf Jahren im Amt, allerdings auf beiden defensiven Außenbahnen improvisieren musste, was uns sehr in die Karten spielte. Alles in allem sah es gut für uns aus, wenn wir konzentriert blieben und uns nicht von den Medien einwickeln ließen, die bereits meinten, die Gastgeber sollten die Punkte einfach per Post auf die Insel schicken, und die ich wirklich im Zaum halten musste. Besonders auf Benjamin Santelli sollte es heute ankommen, der mit seinem Gegner leichtes Spiel haben sollte.


Auch das Wetter spielte mit, und bei 34 °C und strahlendem Sonnenschein wurde an diesem frühen Samstagabend die Saison für uns eröffnet. Wir waren hochmotiviert und hatten nach einem Poggi-Freistoß von rechts bereits nach 37 Sekunden die erste Großchance, doch Santellis Kopfball aus kurzer Distanz strich knapp über die Latte. Schon wenige Minuten später schenkten sich die Gastgeber einen ungenauen Rückpass fast selbst ein, als Dumortier seinen Keeper Gueydon überraschte, doch der Ball rollte knapp am Tor vorbei zu einer Ecke. Wie erwartet verschanzte sich Gémenos am eigenen Strafraum, doch nach einer Viertelstunde schickte Guibert mit einem langen Ball von der Mittellinie Genest steil, der war auf und davon, die Fahne blieb unten, Genest zog von rechts in den Strafraum, hielt aus sieben Metern voll drauf - und schoss nur den Torwart ab! Es gab nur eine Ecke. Diese wurde zwar zunächst geklärt, gelangte in der zweiten Welle jedoch an der Strafraumgrenze zu Araai, der eine Rakete zündete - und die Gastgeber konnten sich bei Torwart Gueydon bedanken, nicht jetzt schon hinten zu liegen. Wir wurden immer dominanter und nahmen das Tor unter Dauerfeuer, doch entweder waren die Abschlüsse zu ungenau, wie bei Araai mit einem erneuten Versuch in der 18. Minute, zu harmlos, wie bei Tskhadadze in der 25. Minute - oder Gueydon hielt hervorragend. Nach einer halben Stunde fasste sich dann links an der Mittellinie Santelli ein Herz und zog einen Sprint an, die Gastgeber sahen nur zu und standen Spalier, Santelli schwenkte mit Dampf von links nach innen, hielt aus 13 Metern flach drauf - knapp am rechten Pfosten vorbei. Die Fans stöhnten und ich raufte mir die Haare, das wäre ein tolles Tor geworden! Langsam begann ich mir Sorgen zu machen, denn gerade solche Spiele waren meist diejenigen, die am Ende mit 0:1 verloren gehen. Doch noch war von der einen Chance für unsere Gegner nichts zu sehen, im Gegenteil: 37 Minuten waren gespielt, da kombinierten sich Cioni und Santelli über den linken Flügel, mein Linksverteidiger flankte vom linken Sechzehnmetereck und fand am Fünfer den Kopf von Genest - doch wieder rauschte der Ball über die Latte! "Mach den Scheißball rein, Ludo! MAAAAAANNNNNNNNNNNN!!!!!!!!" verzweifelte ich auf der Bank. Die Abwehr von Gémenos schwamm verzweifelt um ihr Leben und wusste sich zunehmend nur noch mit Fouls zu helfen, doch wir bekamen die Kugel einfach nicht über die Linie. So blieb es zur Pause bei einem unnötig torlosen Unentschieden. In der Halbzeit baute ich die Jungs etwas auf und beruhigte vor allem die Nerven meines Stürmers Bachana Tskhadadze, der etwas flattrig wirkte, was die Jungs sehr gut aufnahmen.
Beide Mannschaften starteten unverändert in die zweite Hälfte, und auch der Spielverlauf blieb gleich - bis auf eine Kleinigkeit: Sechs Minuten nach Wiederanpfiff bekam Gilles Cioni den Ball nach einem Einwurf am linken Flügel und schlug ihn lang ans rechte Fünfmetereck. Dort fiel er Ludovic Genest genau auf den Fuß - und der brach endlich den Bann, 1:0 Bastia (52.), und diesmal konnte Gueydon wirklich nur noch hinterherschauen! Wir drängten weiter auf das zweite Tor, während die Gegenwehr von Gémenos nur noch aus Treten und ungezielten Verzweiflungsschüsse aus 30 Metern bestand - Innenverteidiger Simon Estornel wandelte hierbei bereits gefährlich nahe an einem Platzverweis. Nach einer Stunde nahm ich den heute unscheinbaren Tskhadadze vom Feld und brachte den kombinationsstärkeren Kévin Schur, wenig später ging der leider etwas überheblich wirkende Vincent für El Baillal, und schließlich brachte ich noch Yohan Bocognano für den etwas müde wirkenden Guibert, der kurz zuvor noch beim ersten zu Ende gespielten Konter der Gastgeber hinterherlief - zum Glück hatte Anthony Martin gegen Mehdi Hakkar die Ruhe weg und konnte den Schuss des durchgebrochenen Stürmers zur Ecke abwehren. "Leute, konzentriert euch! Ich hab keine Lust, hier Punkte sinnlos zu verschenken!" mahnte ich meine nachlässige Defensive zu mehr Aufmerksamkeit, und sogleich waren die Jungs wieder hellwach auf dem Weg nach vorn - und hatten nach wie vor das Visier nicht genau genug eingestellt, sodass ich in der Coachingzone nervös auf und ab tigerte, unterbrochen von Haareraufen im Fünfminutentakt, wenn eine weitere vielversprechende Chance knapp über die Latte rauschte oder von Gueydon vereitelt wurde, der an diesem Tag klar der beste Mann der Gastgeber war. Weiter standen wir mit 11 Mann auf Dauerfeuer vor dem Kasten der Gegner, doch es sollte einfach kein Tor mehr fallen. Am Ende standen 27 Torschüsse, 10 davon gingen auf das Tor - und das Ergebnis war trotz eines überzeugenden Auftritts ein mageres 1:0.




Nach seiner fehlerfreien und souveränen Leistung, die durch seine Vorlage zum goldenen Tor der Partie gekrönt wurde, sprach ich zum Auslaufen Gilles Cioni an und sagte ihm, wie zufrieden ich mit seiner Leistung war, besonders mit seiner Beweglichkeit und seinem sicheren Passspiel. Wir waren beide froh darüber, dass sich taktisch eine Möglichkeit gefunden hatte, unsere beiden hervorragenden Außenverteidiger sinnvoll einzubinden, und Gilles freute sich, seine Fähigkeiten in der Offensive in meinem System wiederzufinden. Auch mit meinem Keeper Anthony Martin musste ich sprechen - allerdings aus nicht ganz so erfreulichen Gründen. Trotz seiner sicheren Vorstellung am Spieltag ließ er nämlich das Training ein wenig schleifen, was mir nicht entgangen war. Tony war einsichtig und gelobte Besserung - während ich ihm versprach, dies im Auge zu halten. Die gleichen Gespräche musste ich mit Samuel Guibert führen - und leider auch mit meinen Talenten Nicolas Medori und Jérémi Santini, außerdem mit Yohan Bocognano, Benjamin Santelli und meinem zweiten Torwart Jean-Louis Carlotti. Erleichtert nahm ich auf, dass alle die Ansprache wie gewünscht annahmen und in den verbleibenden Trainingseinheiten mit mehr Einsatz bei der Sache waren.
Währenddessen fragte ich mich immer noch, wie wir Rahavi Kifoueti zu einem anderen Verein bewegen konnten - schließlich stand der heißeste Tag des Transferfensters unmittelbar bevor, Rahavi trainierte schlecht, und auch wenn ich die Rückendeckung meiner Führungsspieler hatte, wollte ich nicht riskieren, dass dies auf die Mannschaft abfärbt. Um ihn zumindest vom Trainingsbetrieb der ersten Mannschaft fernzuhalten, degradierte ich meinen renitenten Möchtegern-Maradona in die zweite Mannschaft.Dort sollte er wohl auch zumindest bis zur Winterpause bleiben, denn auch am Deadline Day wollte ihn niemand verpflichten oder auch nur ohne Gehalt ausleihen.



Unser erstes Heimspiel der Saison stand an, und wir erwarteten den FC Bastelicaccia aus dem Südwesten der Insel. Der Aufsteiger wurde zu Saisonbeginn im unteren Mittelfeld erwartet und hatte sein erstes Saisonspiel in einer hart umkämpften Partie unglücklich mit 2:3 gegen Le Pontet vom Festland verloren und brannte im Furiani auf Wiedergutmachung. Wir wollten dies unterbinden, indem wir wie einstudiert hoch pressten. Mein Assistent Rodolphe Mouchel riet mir zwar zu einer noch aggressiveren Herangehensweise, aber die zwei Tore im letzten Spiel waren für mich Warnung genug, dies nicht zu versuchen. Personell hatten wir keine Sorgen und konnten auf die gleiche Startelf wie im letzten Spiel zurückgreifen - zumal mir auch im Training niemand deutlich machen konnte, warum ich etwas verändern sollte. Auch bei Bastelicaccia fehlte mit Innenverteidiger Pierrich Prévert lediglich ein Backup, sodass wir uns bei besten Bedingungen auf eine spannende und offensiv geführte Partie freuen durften.


Wir machten von Beginn an Druck und benötigten nur wenige Sekunden, bis wir das erste Mal gefährlich im Strafraum waren. Genest lief ungestört durch das Mittelfeld, um mit einem No-Look-Pass gegen die Bewegung der Abwehrspieler Michel Araai in Szene zu setzen, der genau in die entstandene Lücke startete, doch mit seinem Abschluss zunächst hängen blieb, sodass nur eine Ecke heraussprang. Diese brachte nichts ein, und den anschließenden Konterversuch unterband mein Zehner höchstpersönlich per Grätsche. Wenige Minuten später wurde es wieder gefährlich, und wieder war Araai beteiligt. Genest brachte eine Ecke von rechts herein, die etwas zu kurz geklärt wurde. Vincent verpasste den Kopfball, doch vom Strafraumrand zog Araai volley und satt ab. Wieder blieb der Ball hängen, doch der Ball war noch heiß. Vincent holte den Abpraller, spielte mit Genest am rechten Flügel die Abwehr ein wenig auseinander und setzte meinen Zehner erneut in Szene - und diesmal kam sein flacher Schuss zentral aus 17 Metern durch, pfiff aber hauchdünn am rechten Pfosten vorbei. Wir blieben dran und ließen uns auch von der Härte der Gäste nicht beeindrucken. Nach 18 Minuten wurde Cioni links von Coulibaly freigespielt, zog in den Strafraum, ließ Anthony Remy stehen, fand keine Lücke zum Abschluss und spielte stattdessen Benjamin Santelli kurz an. Der sah sich halblinks im Sechzehner gleich zwei Gegenspielern gegenüber, legte quer - und Tskhadadze kam unbedrängt aus acht Metern zum Abschluss! Letard brachte im letzten Moment noch seine Fußspitze in die Schussbahn. Kurze Zeit später rollte über Genest der nächste Konter durch das Mittelfeld. Mein Rechtsaußen schaute kurz und schlug den Ball dann nach halblinks an den Strafraum zum startenden Tskhadadze, der völlig frei, aber überhastet per Volleyschuss abschloss - genau auf Torwart Tony Foglia, der keine Mühe hatte. Genauso entspannt fing er zwei Minuten später einen gut geschossenen Poggi-Freistoß aus 25 Metern. Doch auch er konnte nicht alles halten - nach knapp einer halben Stunde brachte Ludovic Genest eine Ecke von rechts an den kurzen Pfosten, Maka Mary stieg hoch - und verlängerte die Kugel genau in die lange Ecke, 1:0 Bastia (29.), und es war hochverdient!
Weiterhin fanden die Gäste im Furiani nicht statt - nach einer halben Stunde fing Anthony Martin bereits an, sich mit lockerem Stretching auf Betriebstemperatur zu halten. Stattdessen versuchte unser Gegner, unser Spiel durch zahlreiche kleine Fouls zu stören, was allerdings überhaupt nicht gelang. Kurz vor der Pause zeigte sich Bastelicaccia erstmals bei einer Ecke, aber diese führte lediglich zu einer besseren Rückgabe auf Martin, die dieser dankbar an sich zog und dabei grinste. Zur Pause blieb es beim eigentlich zu knappen 1:0. In der Kabine machte ich den Jungs klar, dass sie noch viel mehr drauf hatten als das, was sie ohnehin schon auf dem Platz zeigten - und das für das heutige Spiel sicherlich bereits ausreichend war.
Nach Wiederanpfiff das gleiche Bild - und auch die kleinen Nickligkeiten seitens der Gäste blieben Teil des Spiels, was in zahlreichen Freistößen resultierte. Schon nach vier Minuten in der zweiten Hälfte wurde einer diese Freistöße erstmals wieder gefährlich. Poggi schlug ihn in den Strafraum, fand den Kopf von Guibert - knapp am rechten Pfosten vorbei! Wenig später foulte Sibade 20 Meter kurz vor dem Strafraum Genest und sah wegen wiederholten Foulspiels die gelbe Karte. Poggi trat zum fälligen Freistoß an - und der nächste Ball schlug knapp neben dem rechten Pfosten auf die Bande, wieder hätte Foglia keine Chance gehabt. Wir hielten Bastelicaccia mit unserem Chancenwucher künstlich am Leben. Das Spiel verflachte zusehends, und langsam zeigte die Strategie der kleinen Fouls Wirkung. Um der Partie neuen Schwung zu verleihen, brachte ich nach einer Stunde Youness El Baillal für Michel Araai, der nach starkem Start zunehmend abtauchte. Die Idee erwies sich als goldrichtig, denn schon wenige Minuten später fing Coulibaly einen geklärten Ball ab und spielte ihn postwendend zu El Baillal, der die Kugel am Sechzehner annahm. Youness sah, dass Benjamin Santelli etwas Platz hatte, spielte ihn an, mein Linksaußen wurde von seinem Gegenspieler Remy nicht eng genug bewacht, zog aus 14 Metern flach ab - 2:0 Bastia (64.), Foglia flog vergeblich, während der Ball auf seinem Weg über die Linie noch den linken Innenpfosten rasierte.
Auch nach dem 2:0 versuchten die Gäste weiter, ihr Defensivkonzept mit kleinen Fouls durchzuziehen, doch der Unparteiische hatte langsam genug und fing an, die längst überfälligen gelben Karten zu verteilen. Jedoch hatten sie damit offenbar auch Bachana Tskhadadze mürbe gemacht, für den nach 70 Minuten Kévin Schur kam - zuvor hatte ich bereits Ludovic Genest vom Feld genommen und Jérémi Santini eine Chance gegeben. Eben jeder Santini brachte kurz nach dem dritten Wechsel eine Ecke von rechts nach innen - und fand seinen frisch eingewechselten Kollegen am kurzen Pfosten, 3:0 Bastia (73.) - alle drei Einwechselspieler hatten damit eine Torbeteiligung, und ich kam aus dem Grinsen nicht mehr heraus!
Nun brachen alle Dämme, und offenbar hatten einige Spieler noch nicht verstanden, dass die Geduld des Schiris erschöpft war. Anders ließ es sich nicht erklären, dass der bereits mit Gelb verwarnte Anthony Ruffaldi knapp 30 Meter vor dem Tor gegen Kévin Schur in bester Eishockeymanier zum Bodycheck ansetzte. Schiri Philippe Lucas blieb trotz seiner generell großzügigen Linie keine andere Wahl, als den Mittelfeldspieler nach 76 Minuten mit seiner zweiten gelben Karte unter die Dusche zu schicken. Zehn Minuten vor Ende war dann Bastelicaccia wie aus dem Nichts auf einmal vor meinem Tor. Anthony Remy wurde am rechten Flügel nicht eng genug gedeckt und konnte flanken, Ayadi konnte ebenso ungestört links im Strafraum an der Grundlinie zurücklegen - von Poggi keine Spur -, doch Guibert konnte Moracchini mit einer perfekt getimten Grätsche noch am Abschluss hindern. Poggi jedoch weigerte sich weiter, Ayadi zu decken, der den Abpraller aufnahm und sofort abzog - doch Martin war nich nicht eingeschlafen und wehrte den Ball am linken Pfosten ab! Immer noch war die Szene nicht vorbei, wieder schaltete Ayadi am schnellsten und zündete eine Lenkrakete aufs lange Kreuzeck - doch nicht mit Martin! Irgendwie brachte mein Keeper seine Fingerspitzen noch an den Ball und drehte ihn über die Latte! Das Stadion tobte, und meine Nummer Eins stauchte seine Abwehr sofort in seinem Gemisch aus Französisch und Arabisch gehörig zusammen. Auch ich wies meine Jungs überdeutlich an, die letzten zehn Minuten noch hellwach zu bleiben. Hellwach war auf jeden Fall auch der Schiri, der nach einem unsinnigen Stoßen gegen El Baillal in einer eigentlich ungefährlichen Position ein weiteres Foul pfiff - und in der 89. Minute mit Nicolas Sibade den nächsten Spieler mit Gelb-Rot in die Kabine schickte. Der Schlusspunkt blieb Gilles Cioni vorbehalten: Nicolas Poggi nutzte die nun reichlich vorhandenen Räume auf dem rechten Flügel, lief einfach durch und flankte an den Fünfmeterraum. M'Boungou klärte, doch aus dem Hintergrund rauschte mein Linksverteidiger heran, holte sich den Abpraller, lief noch ein paar Schritte und hielt präzise von der Strafraumkante drauf - 4:0 Bastia (90.+1), präzise schlug die Kugel neben dem rechten Pfosten ein.
Noch immer war nicht Schluss. Kurz vor dem Schlusspfiff spielte Vincent noch einmal einen Flügelwechsel auf Poggi, der nun ohne Gegenspieler war. Mein Rechtsverteidiger zog kurz Richtung Strafraum und spielte im Strafraum Santini an, der sofort knallhart abzog - und das Leder mit Vehemenz ans Kreuz nagelte! Der Abpraller wurde geklärt, woraufhin Philippe Lucas ein Einsehen hatte und die Schlacht beendete. Am Ende standen nicht nur 4:0 Tore und 63% Ballbesitz, sondern auch 12:30 Fouls.




Mit diesem ersten Ausrufezeichen konnten wir klarstellen, dass der Aufstieg in dieser Saison über uns entschieden wird. Wir waren auf jeden Fall stolz auf unsere Leistung, was sich auch auf die Stimmung im Kader niederschlug - auch wenn uns die erste richtige Standortbestimmung noch bevorstand. Gleichzeitig machte ich mir Gedanken, wie ich meine Jungs noch gezielter fördern konnte. Hierzu wollte ich meine Führungsriege aus Gilles Cioni, Ludovic Genest und Gary Coulibaly intensiv einspannen und holte sie - zusammen mit meinem Kapitän Louis Poggi, der in seiner Rolle auch von der Mannschaft gut angenommen wurde."Schön, dass Sie Zeit haben. Ich möchte unsere jungen Spieler bei ihrer Entwicklung unterstützen und denke, dass Sie dabei eine wertvolle Rolle übernehmen können. Daher möchte ich Sie als Mentoren einspannen. Was halten Sie davon?" Gilles Cioni meldete sich als erster zu Wort. "Chef, das klingt nach einer guten Idee, ich helfe gerne!" Auch die drei anderen sagten mir ihre Unterstützung zu. "Louis, was meinst Du, sollen wir uns um Nicolas Medori kümmern? Dem Jungen können wir sicher noch einiges mit auf den Weg mitgeben, was er als Verteidiger brauchen kann!" motivierte Gilles seinen Kollegen Louis Poggi. "Gute Idee! Ludo, möchtest Du Dich um Jérémi kümmern? Er spielt doch sogar eine ähnliche Position ..." "Gerne, und unsere beiden Zehner können auch in der Gruppe mitarbeiten. Gary, hast Du schon Ideen, wer bei Dir in die Gruppe mitmachen könnte?" "Ja, Benjamin Santelli könnte etwas Unterstützung vertragen - und Du kannst nicht alle Außenspieler übernehmen, Ludo. Außerdem kann Yannick Lorenzi vielleicht in dieser Gruppe noch etwas am Ball lernen." "Wunderbar, damit haben wir unsere Kleingruppen bereits festgelegt!" freute ich mich, dass die Jungs die Planung bereits sinnvoll für mich übernommen hatten.


Bei aller Euphorie um den guten Start machte mir allerdings die finanzeille Situation etwas Sorgen. Besonders die Tilgung eines Staatsdarlehens in Höhe von 16,75 Millionen Euro machte der Vereinskasse schwer zu schaffen - immerhin wurde dieses im Juli 2017 zu Erstligakonditionen abgeschlossen, mit einer Rückzahlung von monatlich 475.000 Euro. So sollten uns noch zwei finanziell harte Jahre bevorstehen, bis wir diesen Kredit ablösen konnten. Dem gegenüber standen Einnahmen des Trikotsponsors von gerade einmal 79.000 Euro, wir mussten also im Pokal einiges reißen, um die nächsten Jahre zu überleben - oder auf Claude Ferrandis Spendabilität hoffen, da dieser Verein aus eigener Kraft niemals 5,7 Millionen erwirtschaften konnte. Uns könnte wirtschaftlich also möglicherweise schon bald die Luft ausgehen.




Das erste Spitzenspiel der Saison stand an - das korsische Derby gegen Ajaccios Zweite. Nach den Tipps von France Football das absolute Topspiel, tatsächlich empfing der Dritte aus Ajaccio uns als Tabellenzweiten. Wir hatten beide unsere ersten beiden Spiele gewonnen und wollten die Serie nicht abreißen lassen. Zudem sollten beide Mannschaften das Spiel wohl in Bestbesetzung bestreiten - bei uns waren ohnehin alle Spieler fit, und auch im Südwesten der Insel fehlten mit Jean-Baptiste Delfini und Shelove Achelus nur zwei Nachwuchsspieler, sodass Mickaël D'Amore praktisch aus dem Vollen schöpfen konnte - und glücklicherweise auf Spieler aus der Ersten verzichtete. Taktisch versuchte ich es mit einem kleinen Trick: Um Ludovic Genest mehr Platz in der Spitze zu verschaffen und auch Youness El Baillal, der nach dem starken letzten Spiel diesmal den Vorzug vor Michel Araai erhielt, mehr Raum für Vorstöße zu geben, zog ich Bachana Tskhadadze etwas nach links. Dazu saßen diesmal Nicolas Medori und Michel Moretti auf der Bank - Yannick Lorenzi und Yohan Bocognano rotierten nach schwachen Trainingsleistungen auf die Tribüne. Diese war im Stade Antoine Marinotti etwa halb gefüllt - eine etwas schwache Kulisse für dieses Derby.


Wir drückten von Beginn an, genauso, wie wir es geplant hatten. Allerdings holte sich Gary Coulibaly bereits früh im Spiel nach einem Foul im Mittelfeld eine gelbe Karte ab. Schon nach sechs Minuten wurde es zum ersten Mal gefährlich, und es ging genau durch die Lücken, die ich durch meine Umstellungen schaffen wollte. El Baillal sezierte mit einem Pass aus der Mittelfeldzentrale die gegnerische Viererkette, Genest war eingerückt und frei durch, doch mein Rechtsaußen verzog überhastet. Wenig später flog ein langer Diagonalball genau in den Lauf von Tskhadadze - doch der Stürmer war einen Hauch zu früh gestartet, daher ging die Fahne an der Seitenlinie zu Recht nach oben. Nach knapp neun Minuten war der Widerstand dann aber gebrochen. Santelli behauptete den Ball gegen drei der Hausherren an der linken Strafraumkante und legte kurz nach hinten zum nachrückdenden Cioni. Der schlug einen langen Diagonalball ans rechte Fünfmetereck - wo Ludovic Genest das Kopfballduell gegen Finidori und hob den Ball clever über Torwart Cédric Lunardi hinweg in die lange Ecke, 1:0 Bastia (9.)!
Auch weiter lief unsere Kombinationsmaschine auf Hochtouren, während sich Anthony Martin schon mit ein wenig Show auf Betriebstemperatur hielt. Doch wie aus dem Nichts schlug Ajaccio zurück. Torwart Lunardi schlug den Ball lang in die gegnerische Hälfte und Lejeune verlängerte diesen in die Mitte zu Leverton Pierre. Der fand sich zwar drei Gegenspielern gegenüber, aber besonders Maka Mary fühlte sich nicht wirklich zuständig, Pierre zog aus 17 Metern unbedrängt ab - und Martin war machtlos gegen den platzierten Schuss, der genau neben dem rechten Pfosten einschlug, 1:1 (13.).
Nun waren die Gastgeber aufgewacht, und kurze Zeit nach dem Ausgleich flog der nächste lange Ball in den Lauf von Pierre - doch dessen direkter Abschluss aus 16 Metern wurde eher zu einer schwachen Rückgabe, die Martin sicher aufnahm. Ich entschied, den gegnerischen Stürmer etwas intensiver zu bearbeiten - ein zweites Tor sollte er mich nicht einschenken. Doch zunächst konnte sich Lejeune auf links durchsetzen und gefährlich flanken, in der Mitte stieg wieder Pierre am höchsten, und nur die Latte bewahrte uns vor einem Rückstand! Außerdem verletzte sich Youness El Baillal bei einer Ballannahme und musste nach 24 Minuten für Araai das Feld verlassen. Uns beeindruckte dies jedoch nicht - im Gegenteil. Auch Genest hatte einen guten Tag erwischt, setzte sich auf dem rechten Flügel durch und flankte in den Strafraum, und dort brachte Tskhadadze seine Fußspitze an den Ball - klar drüber! Auch Araai fügte sich gleich gut ein, wurde links am Sechzehner von Vincent kurz angespielt, zog kurz parallel zum Strafraum an und hielt dann aus 16 Metern drauf - nur eine Glanztat von Lunardi verhinderte die erneute Führung! Danach verflachte die Partie etwas. Wir blieben feldüberlegen, aber vor den Toren passierte nicht mehr viel, sodass es zur Pause bei einem Untentschieden blieb. Ich erinnerte die Spieler daran, dass einige unserer Fans anwesend waren und sie ihnen eine starke Partie abliefern sollten.
Meine Worte kamen gut an, und schon nach wenigen Sekunden setzte Araai Tskhadadze in Szene. Der Georgier ließ Denis und Pellegrini mit einem Haken ins Leere laufen und hielt aus 20 Metern drauf, der Ball drehte sich genau auf das rechte obere Eck - Lunardi streckte sich, kam nicht an den Ball, und dieser klatschte an die Latte! Doch nach diesem kurzen Strohfeuer begannen beide Mannschaften wieder, sich gegenseitig zu neutralisieren. Erst nach einer guten Stunde passierte wieder etwas - und Anthony Martin stand im Mittelpunkt: Cioni klärte einen langen Ball in die Spitze gezielt vor die Füße von Pierre, der am Sechzehner frei und unbedrängt an den Ball kam und sofort den linken Knick anvisierte - aber mein Keeper hatte den Braten gerochen und wehrte hervorragend zur Ecke ab. Nun war wieder Leben in der Bude, was sich dadurch verstärkte, dass ich links Kévin Schur eingewechselt hatte und bei Ajaccio Denis als auch Allione langsam müde wurden. Poggi schickte mit einem langen Ball Tskhadadze auf die Reise, der eben jenem Denis davonlief - doch bei seinem Abschluss genau auf Lunardi zielte! Wieder einige Minuten später schickte Genest meinen Stürmer über den rechten Flügel, der vernaschte Bucchini und zog mit Dampf in den Strafraum - musste aber direkt vor dem Tor ein Phantom gesehen haben, denn anders ließ sich sein Querpass in den ganz freien Raum nicht erklären.
In der Nachspielzeit warfen wir noch einmal alles nach vorne. Araai leitete einen weiteren Angriff aus der Zentrale ein und legte kurz nach halblinks zu Guibert, der nach Medoris Einwechslung für den mit Gelb belasteten Coulibaly nun auf der Sechs agierte. Cioni zog von links in den Sechzehner, wurde von Guibert perfekt in Szene gesetzt, Allione wusste nicht, ob er den Linksverteidiger oder den ebenfalls eingewechselten Kévin Schur decken sollte - traf die falsche Entscheidung, Cioni zog aus 12 Metern flach aufs linke Eck ab, 2:1 Bastia (90.+2), der Rest war grenzenloser Jubel auf der Gästetribüne - und Lunardi sah richtig alt aus!
Aber noch war das Spiel nicht vorüber, und die Gastgeber bekamen noch einmal eine Ecke. NGouemou schlug sie von links hinein, Finidori stieg mittig am Fünfer mit Anlauf hoch und flog regelrecht in den Ball - doch dieser flog knapp über die Latte. Und noch immer wollte der Schiedsrichter nicht abpfeifen, sodass wir noch eine Chance zum Angriff bekamen. Guibert legte vor dem Strafraum quer auf Vincent, der passte weiter auf Araai, und mein Zehner blieb mit seinem Schuss hängen. Der Abpraller landete wieder bei Vincent, der sofort lang nach rechts heraus zum aufgerückten und völlig freien Poggi spielte. Mein Kapitän hatte Platz und flankte lang in den Strafraum - wo Tskhadadze volley abzog, doch Lunardi stand gut und wehrte wieder zur Ecke ab. Genest brachte sie nach innen, Lejeune klärte mit dem Kopf viel zu kurz und direkt vor die Füße von Vincent, der den Ball an der Strafraumgrenze annahm und sofort eine Rakete zündete. Allione bekam das Geschoss an die Schulter und machte es dadurch richtig scharf - 3:1 Bastia (90.+5), der Ball flog abgefälscht genau links oben in den Winkel, Lunardi flog vergeblich! Das Ding war durch, und letztlich war es verdient! Der Schiri pfiff zwar noch einmal an, hatte aber kurz darauf ein Einsehen und beendete die Partie.




Wir hatten also die erste Nagelprobe bestanden, den ersten großen Favoriten bezwungen und sahen uns nun nach drei Spieltagen die Liga von oben an. Als Schlüsselspieler in unserem System erwies sich zunehmend Gilles Cioni, der ursprünglich aus der Not heraus auf die Linksverteidigerposition rückte, auf dieser Position richtig aufblühte und nach drei Spielen bereits zwei Tore, zwei Vorlagen und drei Ernennungen zum Spieler des Spiels auf dem Konto hatte.




@Cassius: Ich bin auch froh, meinen einstigen Dirigenten auf der Zehn wieder in der Mannschaft zu haben - auch wenn er hier wohl nicht die zentrale Rolle spielen wird wie seinerzeit bei Red Star.
« Letzte Änderung: 08.Januar 2019, 01:02:47 von HeP1982 »
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Aktuelle Story: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!

Stefan von Undzu

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Re: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!
« Antwort #28 am: 08.Januar 2019, 16:03:43 »

Wow, sehr schöne Aufmachung. Da lese ich gerne mit.
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Die aktuelle Station des Stefan von Undzu:

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Céline Dion

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Re: [FM 19] SC Bastia - lasst die Löwen wieder brüllen!
« Antwort #29 am: 08.Januar 2019, 16:11:29 »

Sehr schön von dir wieder einmal eine Story  zu sehen :)

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lehnerbua (09/2015 - 12/2018)