Aber grundsätzlich hast du natürlich Recht, ein Wiederholungsspiel ist etwas anderes als das Ändern des Ergebnisses.
Ich sage mal so, mit einem Wiederholungsspiel wären die Bayern auch zufrieden gewesen, wenn das Unmögliche tatsächlich möglich geworden wäre, dass ein 2x gelb verwarnter Spieler weitergespielt hätte, und die Bayern im weiteren Spielverlauf noch ausgeschieden wären.
Und nur dann wäre es ja (wahrscheinlich) zu einerm Protest gekommen.
Wäre Bayern, trotz dass Real mit 11 Mann weitergespielt hätte, auch weitergekommen, hätte sich in so einem Fall die Frage ja auch nicht gestellt....wobei....wie ich Real kenne, hätten sie sich dann vermutlich selber bei der UEFA "angezeigt" und den Regelverstoß gemeldet, dass es ein Wiederholungsspiel gibt....

Auch wenn dein letzter Punkt natürlich nicht ganz ernst gemeint ist: aufgrund der Blüten die das Ganze treibt kann ich nur noch einmal betonen, wie froh ich bin, dass sich diese gesamte Diskussion im hypothetischen Raum abspielt.
Ich würde gerne nochmal auf das Spiel als solches zurückkommen. Ich hatte sogar zuvor auf 3:3 getippt und war damit ja wirklich verdammt nah dran. Irgendwie hatte ich ein Hin- und Her kommen sehen. Aber das was es dann am Ende wirklich war, damit konnte ich beim besten Willen nicht rechnen. Nach dem 0:1 dachte ich, es kann doch nicht sein, dass das schon wieder so läuft wie jedes Mal gegen Real. Das 1:1 war zwar ebenso ein Geschenk von Lunin wie das 0:1 von Neuer, aber es ging ja dann direkt so weiter. Zweifelhafter Freistoß, Fehler Neuer, 1:2. Beim 2:3 hätte man vorher Foul pfeifen können etc.
Vini trifft die Latte, Laimer rettet einmal in höchster Not vor Mbappé und Neuer musste auch nochmal sein ganzes Können gegen selbigen und gegen Valverde aufbieten. Das war defensiv echt keine Galavorstellung. ABER was dieses Mal (wie schon im Hinspiel) verglichen mit anderen Partien gegen Real anders war, war die Mentalität der Mannschaft. Eigentlich lief bis zur 86. Minute gar nichts nach Plan, aber wir lagen nie hinten, haben im Prinzip das gemacht, was sonst man sonst von Real gewohnt war. Rückschläge weggesteckt und die Ruhe bewahrt. Ja, das war jetzt nur ein Spiel/eine Begegnung und Paris ist spielerisch der dickere Brocken. Aber ich glaube, ein solches Weiterkommen kann mehr bewirken, mehr in einer Mannschaft auslösen, als wenn wir Real mit 3 oder 4 Toren Differenz nach Hause geschickt hätten. Real spielerisch beizukommen haben schon viele geschafft, aber Real in einer Nervenschlacht niederzuringen ist nochmal eine ganz andere Leistung. Ich hoffe sehr, dass das Kräfte beim Team mobilisiert hat, die uns hoffentlich bis zum Titel und gemeinsam mit Kompany in eine neue Ära der Dominanz auf europäischer Ebene tragen.
Klar sind das sehr optimistische Tagträume, aber erstmalig ist die Ausgangslage dafür gegeben. Die 2013er Mannschaft hatte direkt danach einen Trainerwechsel zu verarbeiten und egal was alle sagen, die Heynckes-Bayern waren, was die Mischung an Mentalität und spielerischer Klasse angeht, im Gesamtpaket die bessere Mannschaft als die Guardiola-Bayern.
Nach 2020 blieb Flick zwar noch ein Jahr, aber mit ihm gingen mehrere wichtige Stützen und sowohl ich als auch viele andere Bayenfans hatten bei ihm gehofft, dass er länger da sein würde als diese eineinhalb Jahre.
Jetzt mit Kompany ist endlich ein Trainer da, bei dem ich den Eindruck habe, dass er erst am Anfang dessen steht, was er mit der Mannschaft und dem Verein erreichen kann, zudem hat er einen langfristigen Vertrag bis 2029. Meinetwegen darf auch die eine oder andere Meisterschaft nach Stuttgart oder Leverkusen (nicht Dortmund) gehen, wenn wir dafür auf europäischer Bühne wieder diese Wucht und Selbstverständlichkeit entfalten wie in den 2010er Jahren.