Aus dem Blog „Nebenplatz“ – Wir berichten über abseitige Stories (manchmal auch über den großen Weltfußball)
Vom Nebenplatz bis ins Finale - Alexander Falkes Weg (1)Das Flutlicht des Stade du Pays de Charleroi beleuchtet den etwas abgekämpften Rasen, es ist Samstag, der 24. Mai 2031, etwa 18 Uhr. Der Betonklotz, umgeben von ebenso klotzartigen Wohngebäuden, erwacht langsam zu Leben. In Warnwesten gekleidete Ordner, ein paar Mitglieder aus einem Betreuungsstab und Servicepersonal machen sich bereit für den 34. Spieltag in der Proefvotbal 1A, also der ersten belgischen Spielklasse im Herrenfußball.
Die Partie zwischen Sporting Charleroi und dem ZD Oud-Heverlee Leuven wird in rund 90 Minuten angepfiffen. Das Wetter war den Tag über prächtig. In der Arbeiterstadt im wallonischen Teil Belgiens konnte man, je näher der Abend rückte, eine gewisse Vorfreude auf diesen letzten Spieltag der Liga spüren. Überfüllte Kneipen, die jeder Biersorte auch ein eigenes Glas widmen, platzten schon am frühen Nachmittag aus allen Nähten. Normalerweise verirren sich aus Deutschland zu solch einer Paarung maximal wenige Groundhopper, Urlaub machen vermutlich nur wenige in Charleroi.
Doch heute lohnt der Blick aus Deutschland in die belgische Fußballoberklasse, denn der deutsche Coach, Alex Falke, hat hier an der Sambre, die große Chance sportliche Geschichte im toten Winkel der Bundesliga oder der anderen großen europäischen Ligen zu schreiben. An diesem 34. Spieltag entscheidet sich die belgische Meisterschaft. Neben dem Topfavoriten, dem Club Brügge, der etwa 50 Kilometer südlich gegen den SV Zulte Waregem antritt, hat auch Sporting Charleroi die Chance auf den Titel.
Bislang blickt Sportling Charleroi auf zwei Pokalsiege in den Jahren 1978 und 1993 zurück, in der Liga gelang den Wallonen bisher kein Titel. Nennenswert sind aber ein dritter Platz im Jahr 2020 und die Vizemeisterschaft von 1969. Auch in der Kategorie „bekannte, ehemalige Spieler“, muss man schon ein ausgewiesener Experte sein, denn ausgenommen von Daniel von Buyten oder Enzo Scifo braucht man schon mehr als Fachwissen, um sich mit Sporting Charleroi gut auszukennen, wenn man denn kein Fan der „Zebras“ ist. Eine Klärung der Trikotfarben im Heimdress wäre damit auch geklärt.
Kommen wir aber, es ist ja noch reichlich Zeit bis zum Anpfiff, erstmal zu Alexander Falke, dessen fußballerischer Background vermutlich den meisten eher unbekannt ist. Der 37-jährige deutsche Inhaber der A-Lizenz, aktuell paukt er für die Pro-Lizenz, hat selbst keine Sekunde als Profi auf dem Platz gestanden. Aus Interviews, die eher rar sind, kann man lediglich entnehmen, dass er den Fußball seit jungen Jahren verfolgt, sich für Taktikblogs interessiert hat und dann bei seinem Heimatverein einen C-Trainerschein gemacht hat. Eigentlich sollte der gebürtige Essener Co-Trainer bei der ersten Herren der DJK Blau-Weiß Mintard werden, doch irgendwie ist daraus nie etwas geworden. Letztendlich ist er mit einem Hauch von Nichts in der Hand Cheftrainer des belarussischen Zweitligisten FK Orsha geworden. Man sagt, familiäre Bände hätten ihm diese Chance ermöglicht, als er im November 2025 den Job von Nikolay Kitaev übernahm.
Der FK Orsha stand zu diesem Zeitpunkt mit dem Rücken zur Wand, es drohte der Abstieg in eine niedere Spielklasse, doch es gelang Falke der 16. Tabellenplatz, der auch den Klassenerhalt bedeutete. Was Alex Falke im Gorodskoy aber vorfand, war eine durchaus talentierte Truppe. Dank des „offensiven Dreizacks“ um die Spieler Arsenyi Drab, Pavel Krutko und Vladislav Vanenok stieß der FK Orsha in der Folgesaison hinter BATE Borissow, auf den zweiten Platz in der Tabelle und stieg in die erste Liga auf. In der Folgesaison erreichte Orsha, mit 9 Siegen, 11 Unentschieden und 10 Niederlagen einen soliden neunten Rang im belarussischen Fußball-Oberhaus. In seiner dritten Spielzeit bei Orsha gelang schon eine kleine Sensation, denn Orsha konnte hinter Dynamo Brest und Slaviya-Mozyr den dritten Tabellenplatz belegen.
Im Zenit seines Erfolgs in Belarus trennten sich jedoch die Wege von Alex Falke und dem FK Orsha. Sucht man triftige Gründe, tappt man fast im Dunklen. Ohne Falke dazu befragt zu haben, verweisen einige Quellen auf interne Streitigkeiten, fakt ist jedoch, Falkes Vertrag wurde nicht verlängert. So verabschiedete sich Falke mit einem Aufstieg und dem Titel „Bester Trainer der Saison“ aus dem Gorodskoy in die Arbeitslosigkeit, inzwischen aber einen B-Trainerschein im Gepäck, digital konnte er sogar bereits an der Theorie für den nationalen A-Trainerschein lernen.
Da nun aber das Saisonfinale in Belgien sich immer mehr dem Finale nähert und vermehrt hektisch dreinblickende Ordner nach einem Presseausweis fragen, wird Teil 2 aus der Geschichte Alex Falkes auf ein anderes anstehendes Großevent verschoben, denn wenige Tage nach dem Saisonfinale treffen die Ligakonkurrenten, Club Brügge und Sporting Charleroi in einem Europapokalfinale, dem Finale in der Conference League, aufeinander.
Eigentlich wollte ich den FM26 nicht öffentlich spielen und endlich mal einen Journeyman-Spielstand starten. Nach einem langen Anschwitzen und Warmlaufen mit dem FM26 habe ich dann letztlich begonnen und weil die Story mir richtig Spaß macht, dachte ich, ich wähle eine Form des Erzählens, die großschrittig Alex Falkes Weg in Blogperspektive darlegt.
Die Stationen aus Orhsa und folgende sind bereits gespielt. Erst in Charleroi habe ich das Schreiben wieder vermisst. Außerdem stehe ich das erste Mal, so meine ich, in einem Spiestand in einem Europapokalfinale, seit ich den FM (seit FM19), spiele!
Ausgewählt sind 48 Nationen mit mindestens zwei spielbaren Herren-Ligen, diese sind hier einmal aufgelistet: Belarus, Belgien, Bulgarien, China, Dänemark, Deutschland, England, Finnland, Frankreich, Griechenland, Indien, Island, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kroatien, Lettland, Mexiko, Nordirland, Österreich, Schottland, Litauen, Niederlande, Ungarn, Norwegen, Polen, Portugal, Irland, Rumänien, Russland, Gibraltar, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei, Tschechien, Serbien, Australien, Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ukraine, Südafrika, USA.
Weil es schon ein wenig her ist, weiß ich nicht genau, welche „Add-Ons“, ich neben Face- und Logopacks eigentlich verwende. Sicher bin ich mir, dass es ein Verletzungs-File beinhaltet, ein Realismus Paket und ein Medienpaket.