Verschiedenes > Sonstiges
Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
BlueSnakeRD:
Es wird ein Schulfach "Finanzen und Steuern" nicht geben. Das gibt machttheoretisch keinen Sinn für die Entscheider; gleich welcher Coleur. Zumal man sich darauf einigen müsste, was denn "gute Lehre" in Sachen Finanzen und Steuern bedeutet. Das würde sowas von lobbymäßig zerpflückt werden.
Realistisch betrachtet könnte man nur in Zukunft besser lehren, wie man ein guter Arbeitnehmer mit solidem Verdienst wird und was damit alles zusammenhängt. Da kann man so Themen wie Finanzen auch adäquat drandocken (z.B. "worauf es beim Häuslebauen ankommt" und "wieso die Pendlerpauschale für dich wichtig ist"). Da kriegt man auch die Industrie, Lobbygruppen etc. halbwegs unter einen Hut. Schließlich hat auch der Arbeitgeber nix davon, wenn der Nachwuchsmitarbeiter hoffnungslos überschuldet ist und sich dann irgendwann selbst aufgibt.
So Träume wie "finanziell frei mit ETFs ab 50" werden jedoch sicherlich niemals auf dem Lehrplan stehen. Da haben alle was dagegen - von der Bank über die Industrie bis hin zur Politik.
kn0xv1lle:
Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht wieso die Schule dafür herhalten sollte. Letztlich ist Umgang mit Geld auch eine Sache der Erziehung. Es ist natürlich blöd wenn die Eltern selber mit Geld kaum Umgehen können aber ich sehe nicht das die Schule der richtige Ort dafür ist. Mal davon ab das BlueSnakeRD es richtig sagt. Was ist denn richtiger Umgang mit Geld ?
DragonFox:
--- Zitat von: BlueSnakeRD am 14.März 2022, 16:56:14 ---Es wird ein Schulfach "Finanzen und Steuern" nicht geben. Das gibt machttheoretisch keinen Sinn für die Entscheider; gleich welcher Coleur. Zumal man sich darauf einigen müsste, was denn "gute Lehre" in Sachen Finanzen und Steuern bedeutet. Das würde sowas von lobbymäßig zerpflückt werden.
Realistisch betrachtet könnte man nur in Zukunft besser lehren, wie man ein guter Arbeitnehmer mit solidem Verdienst wird und was damit alles zusammenhängt. Da kann man so Themen wie Finanzen auch adäquat drandocken (z.B. "worauf es beim Häuslebauen ankommt" und "wieso die Pendlerpauschale für dich wichtig ist"). Da kriegt man auch die Industrie, Lobbygruppen etc. halbwegs unter einen Hut. Schließlich hat auch der Arbeitgeber nix davon, wenn der Nachwuchsmitarbeiter hoffnungslos überschuldet ist und sich dann irgendwann selbst aufgibt.
So Träume wie "finanziell frei mit ETFs ab 50" werden jedoch sicherlich niemals auf dem Lehrplan stehen. Da haben alle was dagegen - von der Bank über die Industrie bis hin zur Politik.
--- Ende Zitat ---
Die interessantere Frage ist nicht, ob es das nicht geben wird, sondern ob es gut wäre. Es gibt einige Punkte an denen die Schule Erziehungsaufgaben übernimmt, die auch bei den Eltern liegen könnten. Wo ist die Grenze?
Das mit dem Arbeitnehmern stimmt und ist eine gute Idee. Wobei hier wahrscheinlich die Lobby der Selbstständigen etwas dagegen hat. ;)
Es hat auch niemand nach einem Fach das "Finanzen und Steuern" heißt gerufen, in dem der eine Weg gezeigt wird. Genau so wenig wie man Henningways Liste nicht 1:1 in Schulfächer gießen kann und wahrscheinlich auch nicht sollte. Es gibt genug Schulfächer in die man so etwas als Transferleistung bringen könnte, ohne das es aufgesetzt oder künstlich wirkt. Du hast bereits ein Beispiel gebracht.
Finanziell frei mit 50 ist eine Lebenseinstellung - und Ziel. Sowas hat in der Schule sowieso nichts verloren. Manche wollen Astronaut werden. Für die gibt es auch kein Schulfach. So etwas kann auch nicht so klar methodisch sein wie ein Mathematik-Unterricht. Aber man kann die aktuellen Fakten und Situationen aufarbeiten: Deutlich aufzeigen, was eine Rentenlücke ist, wie es ist mit minimaler Rente zu leben, eine Reihe von Möglichkeiten zeigen die aktuelle existieren, um die Rente aufzustocken, auf Verschuldungsfallen im Konsum hinweisen und so weiter. Das stopt weit davor Finanzprodukte oder Strategien als richtigen Weg zu empfehlen. Die Lehrkraft soll nicht zum Steuer- und Finanzberater werden.
Im Biologieunterricht wurde euch auch nur beigebracht, welche Verhütungsmittel es gibt. Um alles drum herum habt ihr euch dann schon selber kümmern müssen... ;)
KI-Guardiola:
--- Zitat von: BlueSnakeRD am 14.März 2022, 16:56:14 ---So Träume wie "finanziell frei mit ETFs ab 50" werden jedoch sicherlich niemals auf dem Lehrplan stehen. Da haben alle was dagegen - von der Bank über die Industrie bis hin zur Politik.
--- Ende Zitat ---
Das sowieso nicht. :D Das ist auch für die wenigsten machbar, nicht nur vom Gehalt her -- es bedarf auch einer sehr besonderen Persönlichkeit, die bereit ist, ihren Konsum zu minimieren.
Was den ganzen Machtkomplex angeht, und was die Politik dagegen haben könnte gegen ein solches Fach: Bei manchen Parteien habe ich in der Tat das Gefühl, dass sie daran absolut null Interesse hätten. Insbesondere solche, die sich an all die "Abgehängten" wenden, um auf Wählerfang zu gehen. Wen wollten die denn ansprechen, wenn es die nicht mehr in dieser Zahl gäbe?
Mit diesem Tweet von 2015 war eigentlich schon alles gesagt.
Die Frage ist nicht, inwieweit die Schule für Erziehung verantwortlich ist, für mich. Die Frage ist vielmehr, warum es sich ein Staat leistet (oder leisten kann), in der staatlichen Förderung wenig bis gar nichts davon zu vermitteln, worum sich letztlich vieles im Leben dreht. Ohne Moos nun mal nix los.
Hier fängt sie schon an, die Sache mit der Chancengleichheit. Die einen kriegens von daheim mit (oftmals von Eltern, die einigermaßen Geld haben). Die anderen eher nicht (oftmals von Eltern, für die das selbst eher kein Thema ist).
Octavianus:
--- Zitat von: kn0xv1lle am 14.März 2022, 17:18:30 ---Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht wieso die Schule dafür herhalten sollte. Letztlich ist Umgang mit Geld auch eine Sache der Erziehung. Es ist natürlich blöd wenn die Eltern selber mit Geld kaum Umgehen können aber ich sehe nicht das die Schule der richtige Ort dafür ist. Mal davon ab das BlueSnakeRD es richtig sagt. Was ist denn richtiger Umgang mit Geld ?
--- Ende Zitat ---
Ich wollte gestern schon einen langen Beitrag dazu schreiben, werde das aber morgen Mittag nachholen. Aber zu deiner Aussage will ich nur kurz etwas ausführen:
Der Grundstein für den richtigen Umgang mit Geld ist in meinen Augen dann gelegt, wenn jeder Schüler nach Verlassen der Schule in der Lage ist, seine Einnahmen und Ausgaben nach einem selbst festgelegten Intervall (beispielsweise monatlich oder jährlich) im Blick zu behalten. Wer sich nur kurz Zeit für seinen eigenen Konsum nimmt, kann nachher nicht einfach behaupten, nichts von horrenden Ausgaben gewusst zu haben, die einen in die Schuldenfalle treiben.
Ein weiterer Eckpfeiler wäre wohl zudem, sich für schlechte Zeiten immer ein finanzielles Polster zuzulegen. Das mag als Schüler nur eine Summe von 20 Euro sein, aber mit steigendem Alter sollte man die oft zitierten 3 Monatsgehälter als stille Reserve ansparen und auch nicht antasten, um im Fall der Fälle eben gewappnet zu sein. Dieser Schritt ist natürlich nicht für jeden drin, aber man könnte das vermitteln.
Der letzte wichtige Eckpfeiler wäre aus meiner Sicht, den Schülern zu vermitteln, dass Altersvorsorge nicht viel kostet und dass man bei einer geringen Sparquote oder Investitionsquote direkt zu Monatsbeginn sicherstellen kann, dass man regelmäßig etwas zurücklegt, um im Alter nicht blank dazustehen. In welches Produkt man dabei investieren soll, das ist natürlich schwierig. Aber das Wissen um eine frühe Investition, die danach auf viele Jahre ausgelegt ist, kann junge Menschen dazu animieren, ihrem Konsum nur so weit zu frönen, bis eben das "Spielgeld" aus ist.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln