Also wenn der antike Autor ein Vorsokratiker ist, dann möchte ich auf Karl Popper verweisen, denn sie sind dem kritischen Rationalismus nach Popper schon sehr nahe. Ob dort dann auch Argumente, die für eine Auseinandersetzung mit dem Willen im Kathlozimus zu finden sind, weiß ich nicht, dafür kenne ich mich nicht genug aus mit Popper. Aber vllt findest du in diesem Zusammenhang eine zitierfähiges Argument für ein Werturteil, denn Popper hat sich natürlich mit Katholizismus und dem freien Willen auseinandergesetzt. Wenn die Argumente wissenschaftliche wenig belastbar sein müssen, da sie mit Kernthesen der Bachelorarbeit nicht viel zu tun haben, kann natürlich auch ein Sachurteil erfolgen und wenn ich dich richtig verstanden habe, ist es das, was du willst.
Das ist aber recht holprig, denn der antike Autor geht ja schon von der Nichtexistenz Gottes aus, was diametral zu katholischen Lehren ist. Auch die Frage auf zweiter Ebene, also ob sich der Mensch über Einflüsse Gottes hinwegsetzen könnte, ist auch katholischer Sicht mit der Omnipräsenz Gottes widerlegt. Gleichzeitig heißt das aber nicht, dass in der katholischen Lehre automatisch freier Wille aberkannt wird. Ich kenne mich da wie gesagt nicht besonders aus, aber Erasmus von Rotterdam war ja ein großer Vertreter des liberum arbitrium. Diese Konstrukt beschreibt die freie menschlichen Entscheidungen als von Gott gelöst, aber von Gott gegeben. Die Freiheit liegt darin, sich von den Möglichkeiten nicht zwingen zu lassen, also die Fähigkeit, immer das individuell Bessere vorziehen, das Schlechtere ablehnen zu können. Also eine Vorzugswahl von Gott etabliert, die weder willkürlich ist, noch der Zwanghaftigkeit der Natur unterliegt. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass Luther oder Thomas von Aquin da widersprochen hätten, denn diese Annahme des liberum arbitrium steht ja wieder im Gegensatz zu Luthers Kritik am Katholizismus. Ich kann da aber leider keine belastbaren Quellen aus dem Stand liefern und erhebe keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit. Ich würde mir aber als Korrektor die Frage stellen, weshalb du eine These eines antiken Philosophen überhaupt der keineswegs einheitlichen katholischen Lehrer gegenüberstellen musst, wo doch schon auf den ersten Blick durch die Ablehnung ein Vergleich nicht besonders nahe liegt oder produktiv erscheint. Aber ich will dir das nicht madig machen, ich kenne ja den Gesamtzusammenhang nicht. Ich wollte nur darauf hinweisen.