Wobei gerade das imo nicht Wissenschaft per se auszeichnet, sondern schlechte Wissenschaft. Was schon geschrieben wurde, muss nicht wiederholt werden, wenn ich nicht etwas substanzielles daran auszusetzen habe oder eben meine Argumentation darauf stütze. Wenn ich das aber mache, kann ich eben auch zitieren oder darauf verweisen, dass der argumentative Grundgedanke von wo anders stammt.
Insbesondere bei einer Doktorarbeit oder einer Habitilation sollte man das sicher erwarten können. Vor allem als Student in Geisteswissenschaften ist man aber meiner Meinung nach je nach Aufgabenstellung ziemlich arm dran und natürlich auch an diese gebunden. Bei den fallbezogenen juristischen Hausarbeiten, die ich z.B. schreibe und die wissenschaftlichen Anspruch haben sollen, ist das sogar nochmal schlimmer, da die (unterbezahlten) Korrektoren streng nach Lösungsskizze korrigieren und sowieso nur die Argumente anerkennen, die irgendwo in der Literatur oder der Rechtsprechung vertreten werden.
Das ist es. Ich bin immer bemüht, in den Hausarbeiten "neue" Perspektiven aufzuzeigen, unklare Vorgänge zu analysieren. Dabei versuche ich natürlich methodisch korrekt wie möglich zu arbeiten etc. Leider wird man dort gebremst: Ich finde es bedenklich, wenn man sich in der Geschichtswissenschaft kaum mehr auf Quellen beruft, sondern beinahe ausschließlich Forschungsmeinungen wiederholt. Klar, vielleicht sind das Anbringen neuer Ansätze eher Sachen für Promotions- oder Habilitationsschriften, dennoch will ich doch mit Hilfe meiner Fragestellung wie gesagt, neue Perspektiven aufzeigen bzw. Impulse setzen. Ich kann schon verstehen, wenn es den Korrektoren danach geht, dass man methodisch einwandfrei arbeitet, aber neue Ansätze schlecht zu bewerten, nur weil sie neu sind, geht da zu weit.
Ich hatte bei all meinen Hausarbeiten bisher immer Glück, da ich letztendlich immer auf Nummer sicher gegangen bin und brav Forschungsmeinungen diskutiert habe, doch ich habe auch schon einige Arbeiten von Freunden/Bekannten gelesen, wo ein Ansatz als schlecht verworfen wurde, weil zu wenig Forschungsliteratur und zu viel Quellenanalyse vorkam (

). Klar sind Quellen immer kritisch zu betrachten (Verfasser,Kontext etc.) , aber das ist bei Forschungsliteratur ja nicht anders.
Ich habe fertig
