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Autor Thema: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein  (Gelesen 330148 mal)

Bloody

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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1260 am: 25.Juli 2015, 00:40:38 »

Den alltäglichen Einblick der Lehrerseite zu lesen (gerade weil meine Schulzeit noch nicht lange her ist) finde ich wirklich äußerst interessant. Willst du da nichtmal einen Blog für erstellen, Octa? :)

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Octavianus

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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1261 am: 25.Juli 2015, 00:44:28 »

Habe ich mir schon öfter überlegt, aber der Zeitmangel (;)) und dann kann ich die teils sehr persönlichen Geschichten zwar im Bekanntenkreis mal anonymisiert erzählen, als Blog täte ich mich da aber eher schwer. Gerne erzähle ich hin und wieder mal einen Schwank über meine fußballerischen (Un)Fähigkeiten, die uns immerhin nicht den letzten Platz im diesjährigen Fußballturnier beschert haben. Aber zu detailliert möchte ich das dann doch nicht tun, auch wenn es reizvoll wäre.
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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1262 am: 25.Juli 2015, 01:20:43 »

http://www.sueddeutsche.de/thema/Der_Referendar
Die SZ führt einen ganz interessanten Lehrerblog (bzw. einen von einem Referendar).
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Bloody

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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1263 am: 25.Juli 2015, 02:28:48 »

Sehr interessant zu lesen, habe so eben alle Artikel durchgelesen. :D

Mal eine etwas banale Frage an die Lehrer, die mich vor allem als Schüler "beschäftigt" hat: Wieso wechseln Lehrer (in der selben Stadt) die Schule? Gibt es schlichtweg an der Schule im anderen Bezirk eine bessere Bezahlung, gibt es auch in Lehrerkreisen unangenehme Kollegen oder sogar Mobbing, hat man als Lehrer an verschiedenen Schulen unterschiedliche Freiräume oder was gibt es da für Gründe?
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Leland Gaunt

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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1264 am: 25.Juli 2015, 05:06:48 »

Meine Freundin ist Lehrerin, daher führe ich diese Diskussion regelmäßig.
Ihr habe ich letztens die Lösungen der Blidungsmisere vorgeschlagen:
Nur noch 6 Wochen Ferien im Jahr.
Lehrer gleichen sich normalen Arbeitnehmern an, teurer wird nix, da Schulen 'eh-da-Kosten' sind und die Kinder lernen mehr.
Nachteile?

Das muss ein Witz sein. ;D

Natürlich ist es nicht hundertpro ernst gemeint und mit leichtem Augenzwinkern zu sehen, aber vom Grundtenor bleibe ich bei der Idee.

Dass es den Kindern schaden würde sehe ich nicht so, denen täte ein wenig mehr Regelmäßigkeit eher besser als schlechter, auch wenn das so pauschal übertrieben ist.
Lieber häufiger in der Schule, als allein vor der Konsole oder dem Fernseher etc.

Maturin hat viele gute Punkte getroffen wie ich finde, wie zum Beispiel mangelnde Lehrerkontrolle, den Vorteil der freien Zeiteinteilung usw.
Wenn wir Projekte finalisieren müssen, kann ich mir das nicht über die Ferien hinweg einteilen, sondern muss das zur Not am Wochenende erledigen.
Aber auch das ist längst nicht in allen Bürojobs so.

Trotzdem ist Lehrer sein per se kein einfacher Beruf, definitiv nicht, denn die Schicksale die teilweise auf der anderen Seite sitzen, sind sicherlich nicht immer ohne.
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Immer schön GErade bleiben!

Octavianus

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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1265 am: 25.Juli 2015, 10:08:18 »

Mal eine etwas banale Frage an die Lehrer, die mich vor allem als Schüler "beschäftigt" hat: Wieso wechseln Lehrer (in der selben Stadt) die Schule? Gibt es schlichtweg an der Schule im anderen Bezirk eine bessere Bezahlung, gibt es auch in Lehrerkreisen unangenehme Kollegen oder sogar Mobbing, hat man als Lehrer an verschiedenen Schulen unterschiedliche Freiräume oder was gibt es da für Gründe?
Bessere Bezahlung ist es in der Regel nicht, es sei denn, jemand wechselt das Bundesland. Mobbing im Kollegium kann es geben, aber auch das ist sicher nicht der Hauptgrund. In der Regel sind es entweder freiwillige Entscheidungen (beispielsweise Familiengründung am neuen Einsatzort) oder man möchte die eigenen Fahrtkosten minimieren und stellt einen Versetzungsantrag.
Ein weiterer Grund: Es existiert einfach ein Bedarf. So kann man abgeordnet werden für eine bestimmte Zeit, weil an der dortigen Schule ein Fachmangel besteht, der durch den Kollegen aufgefangen wird.
Bei Referendaren ist es in der Regel so, dass sie nicht an der Einsatzschule übernommen werden und an eine neue Schule kommen.
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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1266 am: 25.Juli 2015, 10:44:00 »

@Lelant Gaunt: Wenn du wirklich nur noch sechs Wochen Ferien für die Schüler willst (oder sagen wir acht, neun Wochen), dann passt du sie aber schon ab der Grundschule dem Arbeitsklima an. Das kommt mir viel zu früh, denn Kinder sind solch langen Anstrengungen noch nicht gewohnt, außerdem wird es an der Konzentration mangeln.
Eine Idee wäre dann, den Lehrstoff zu strecken, sodass es nur noch anstatt sieben Stunden (in den letzten Schuljahren) jeden Tag fünf Stunden gäbe und man so effektiv die gleiche Unterrichtszeit bei weniger freien Tagen und mehr freien Nachmittagen hätte. Doch dann werden die Klischees über Lehrer ("vormittags Recht und nachmittags frei haben") auch nicht weniger.

Aber dann könnte man auch endlich den Unterrichtsstart in eine für Kinder optimalere Position, nämlich ungefähr 9 Uhr, bringen. Diverse Studien beweisen, dass Kinder vor allem in der Pubertät einen späteren Schlafrhythmus haben und so in der ersten Stunde ab 8 Uhr (hier in Sachsen auch gern mal ab 7.30 Uhr) einfach nicht zu gebrauchen sind. Damit hilft das vermittelte Wissen in dieser Stunde den Schülern nicht, andererseits haben die Lehrer auch weniger Lust, wenn vor ihnen eine völlig müde Truppe sitzt, die nicht mitmacht und nicht aufnahmefähig ist.

Ein letzter Einwand zum Thema Urlaub: Man vergleicht es ja oft mit dem "normalen" Arbeitnehmer. Dieser kann sich den Zeitraum seines Urlaubs aussuchen, der Lehrer hat vorgegebene Ferientermine und da meist auch nur die Sommerferien für längere Trips. Das schränkt dann doch wieder ein und sollte ebenso bedacht werden.
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Schiebulski

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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1267 am: 27.Juli 2015, 09:31:17 »

Das haben alle Eltern auch ....
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Ich bin überzeugter Demokrat, habe nichts gegen Schwarze, Rote, Gelbe, Grüne oder Blaue und lehne Leute erst nach Kennenlernen ab; allerdings liebe ich schwarzen Humor und hasse political correctness sowie Lehrer; irgendein Vorurteil muss man ja haben

gruffi

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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1268 am: 27.Juli 2015, 10:22:25 »

Ein letzter Einwand zum Thema Urlaub: Man vergleicht es ja oft mit dem "normalen" Arbeitnehmer. Dieser kann sich den Zeitraum seines Urlaubs aussuchen, der Lehrer hat vorgegebene Ferientermine und da meist auch nur die Sommerferien für längere Trips. Das schränkt dann doch wieder ein und sollte ebenso bedacht werden.

Und das fängt schon im Kindergarten an. Unser macht im Sommer 3 Wochen zu, genau in den Sommerferien. Also können wir auch nur den Ferien verreisen und Urlaub machen. Da kann ich als "normaler" Arbeitnehmer nicht wirklich flexibel sein.
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Tony Cottee

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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1269 am: 27.Juli 2015, 10:55:22 »

Interessante Dikussionen hier:

Hausarbeiten sollten nur geschrieben werden, wenn sie auch benotet werden. Schüler sollten "nur" 6 Wochen Ferien bekommen. Lehrer natürlich auch.

Es scheint wirklich eine mittlerweile in der Gesellschaft verbreitete Meinung zu sein, dass Schule und Studium das Ziel verfolgen sollten Kinder/Jugendliche/junge Erwachsene möglichst effektiv auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Ich halte davon gar nichts. Ich halte an der Schule und auch am Studium den Faktor der Persönlichkeitsentwicklung für viel, viel wichtiger. Und eine Persönlichkeit, die sich daran entwickelt, möglichst alles effizient und zielgerichtet zu "erledigen" wird selbst für den aktuellen Arbeitsmarkt aus meiner Sicht nicht dauerhaft "nutzbar" sein. Von den Mängeln in sozialem Umgang, Empathiefähigkeiten etc. mal ganz abgesehen, die dann auch noch im gesellschaftlichen (außerberuflichen) Leben für Probleme sorgen könnten.

Ich habe z.B. mein Studium kurz vor dem Staatsexamen abgebrochen und bin mittlerweile im unteren/mittleren Management eines DAX-30-Unternehmens tätig.

Ich stelle immer wieder fest, dass die besten Mitarbeiter nicht zwangsläufig die mit einem "geraden" Lebenslauf und besten Qualifikationen sind, sondern die, die auch schon mal etwas völlig fachfremdes getan haben, außergewöhnliche Interessen haben oder anderweitig gerne mal über den Tellerrand blicken. Motivation und Einsatzfreudigkeit kann man aus meiner Sicht nämlich nicht aus möglichst schnell abgeschlossenen Studiengängen mit Bestnoten ablesen.

Entsprechend besetze ich auch freie Stellen immer öfter eher "unkonventionell". Bereut habe ich das bisher in keinem Einzelfall....und das interessanterweise, obwohl ich Mitarbeiter brauche, die möglichst effizient und zielgerichtet Dinge erledigen.

edit: Zum Thema Belastung von Lehrern auch noch ein Gedanke:

Ich habe auch die Verantwortung für ca. 60 Mitarbeiter und ein Millionenbudget. Da kann ich auch nicht immer/oft nach Feierabend abschalten und mache mir zuweilen auch im Urlaub/an den Wochenenden Gedanken. Dennoch kann ich nachvollziehen, dass es nochmal einen Unterschied macht, ob man die Verantwortung für Kinder/Jugendliche trägt, oder aber für erwachsene Menschen, die selbst auch verantwortlich handeln (sollten).

Außerdem: Der Stress etwas zu "lehren" bzw. vorzutragen oder zu moderieren sollte nicht unterschätzt werden. Wenn ich selbst Schulungen gebe oder besuche sind diese Tage in der Regel gefühlt deutlich anstrengender, als ein regulärer Bürotag - und Lehrer haben das jeden Schultag.

Sicher gibt es auch unter Lehrern unterschiedlich motivierte Menschen, dennoch habe ich großen Respekt vor diesem sehr verantwortungsvollen Job.
« Letzte Änderung: 27.Juli 2015, 11:14:14 von Tony Cottee »
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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1270 am: 27.Juli 2015, 11:08:37 »

@Toni: Glaube ich bewerbe mich bei dir ;)
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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1271 am: 27.Juli 2015, 11:13:35 »

@Toni: Glaube ich bewerbe mich bei dir ;)

Keine Chance.

Ich achte z.B. bei Bewerbungen ziemlich genau auf Rechtschreibung und formelle Genauigkeit, da ich mir einbilde, dass man daraus ablesen kann, wie viel Mühe sich der Bewerber gemacht hat. Da Du meinen Namen schon falsch geschrieben hast (Toni statt Tony), wäre Deine Bewerbung vermutlich schon in der Rundablage gelandet ;-))
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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1272 am: 27.Juli 2015, 12:12:23 »

@Toni: Glaube ich bewerbe mich bei dir ;)

Keine Chance.

Ich achte z.B. bei Bewerbungen ziemlich genau auf Rechtschreibung und formelle Genauigkeit, da ich mir einbilde, dass man daraus ablesen kann, wie viel Mühe sich der Bewerber gemacht hat. Da Du meinen Namen schon falsch geschrieben hast (Toni statt Tony), wäre Deine Bewerbung vermutlich schon in der Rundablage gelandet ;-))

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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1273 am: 27.Juli 2015, 13:15:26 »

Dass es den Kindern schaden würde sehe ich nicht so, denen täte ein wenig mehr Regelmäßigkeit eher besser als schlechter, auch wenn das so pauschal übertrieben ist.
Lieber häufiger in der Schule, als allein vor der Konsole oder dem Fernseher etc.

Das ist so eine Diskussion, in die Schüler eigentlich einbezogen werden müssten, um ihre Sicht der Dinge darzulegen. Meiner Erfahrung nach sind die nämlich selbst bestens dazu in der Lage, zu artikulieren, was gut für sie ist und was nicht - da sie den Schulalltag selbst miterleben und in dessen Zentrum stehen sogar besser, als so mancher Erwachsener oder Lehrer.

Meine Schulzeit ist noch nicht so lange her und ich kann für mich feststellen, dass weniger Ferien für mich nicht gut gewesen wären. Im Gegenteil - ich brauchte die Ferien in den letzten beiden Schuljahren sogar, um überhaupt meinen sehr guten Abitur-Schnitt erreichen zu können, weil ich im Grunde genommen den kompletten Stoff mithilfe von Büchern selbst erarbeitet habe. Die Zeit, die ich in der Schule 'rumsitzen musste, war für mich völlig vergeudet. Ohne den Lehrern hier zunahe treten zu wollen (ich kann die Lehrer hier ja nicht beurteilen und will auch nicht generalisieren) - aber meine Lehrer haben mir rein gar nichts beigebracht, sondern waren eher als eine Art Gefängniswärter mit Prüffunktion zu verstehen, die meine Anwesenheit registrierten und dann wahllos Informationen von mir abriefen, um mich benoten zu können. Die einzige Funktion dieser Leute war es aus meiner Sicht, mir eine Note zu geben. Das war's. Gearbeitet und gelernt habe ich am Nachmittag zu Hause. Ich bin davon überzeugt, dass ich einen perfekten Abischnitt hätte haben können, wenn mir das Absitzen der Schulzeit jeden Tag gleich erspart geblieben wäre und ich stattdessen nur für ein paar Minuten hätte 'reinfahren müssen. "Hallo, heute irgendeine Abfrage, Ex, Schulaufgabe in irgendeinem Fach?" Wenn ja, wird geschrieben, wenn nein, ab nach Hause und die Zeit sinnvoll nutzen. Das hätte mich vermutlich sogar weniger Zeit gekostet, als die Zeit, die ich für das Erreichen meines jetzigen Schnitts gebraucht habe. Ich brauchte also die Ferien, um mich in der Zeit auf die Prüfungen vorbereiten zu können - etwas, das an der Schule undenkbar gewesen wäre, weil ich dort eher noch vom Lernen abgehalten wurde und stattdessen stupide herumsaß.

Übrigens: Am Fernseher, vor der Konsole und beim Lesen von Büchern habe ich in meinem Leben so viel mehr gelernt, als in der Schule. Ich sähe also Vorteile in mehr Ferien oder einer Reformierung des Schulsystems hin zu einem System, das den Schülern grundsätzlich mehr Freiräume lässt und ihnen die Chance gibt, nicht zum Unterricht zu gehen, wenn sie das als unnötig erachten. Falko Peschels Idee eines "offenen Unterrichts" fände ich in dem Zusammenhang interessant und erstrebenswert, wenn auch vielleicht eine Nuance zu radikal.
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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1274 am: 27.Juli 2015, 13:36:59 »

@Toni: Glaube ich bewerbe mich bei dir ;)

Keine Chance.

Ich achte z.B. bei Bewerbungen ziemlich genau auf Rechtschreibung und formelle Genauigkeit, da ich mir einbilde, dass man daraus ablesen kann, wie viel Mühe sich der Bewerber gemacht hat. Da Du meinen Namen schon falsch geschrieben hast (Toni statt Tony), wäre Deine Bewerbung vermutlich schon in der Rundablage gelandet ;-))

Ich denke mir dann immer, wenn Leute die Äußerlichkeiten (Rechtschreibung, Dresscode, etc.) vor und im Bewerbungssgespräch so wichtig nehmen und eventuell genau deswegen einen doch fähigen Mann nicht nehmen bzw. gar nicht erst einladen, dann wäre es auch besser, dass man bei solch oberflächlichen Unternehmen gar nicht arbeiten möchte.
Ich habe es schon im Freundeskreis (und bei Bekannten/Verwandten) schon gemerkt. Ab und an wurde es provoziert. Man hatte eine Stelle so gut wie sicher und ist dann zum nächsten Bewerbungsgespräch bei einer anderen Firma zwar auch mit dem nötigen Ernst, aber eben nicht im Anzug, sondern in "normaler" Straßenkleidung gegangen. Am Ende wurde der Freund nicht genommen, da sein Auftreten nicht zur Firma passe, obwohl seine Qualifikationen scheinbar dringend gesucht wurden. Der Mann im Anzug kann da eher blenden.
Leider handeln Menschen (und potentielle Kunden) in solchen Situationen unterbewusst emotional und nicht rein rational (Einschätzung der fachlichen Qualität, ohne Bewertung der unwichtigen Äußerlichkeiten), sodass viele unfähige Blender eingestellt werden. Als Konsequenz werde ich dann in späteren Bewerbungsgesprächen, wenn ich keine Lust dazu habe, auch nicht hochgedresst erscheinen.
Wer mich dann trotz fachlicher Kompetenz nur deswegen ablehnt, der soll das tun (da bin ich dann wegen bereits genannter Gründe auch froh darüber). Der öffentliche Dienst erscheint deshalb (oft auch wegen geregelter Arbeitszeit und weniger Überstunden, sicherer Arbeit) wesentlich attraktiver.
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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1275 am: 27.Juli 2015, 13:50:07 »

Hmm, das ist dann schon etwas härterer Tobak, den Du da auffährst.

Als "Einstellender" ist es mir wichtig, dass der Bewerber Interesse und Engagement zeigt und Motivation mitbringt. Ein gepflegtes Äußeres gehört zwar dazu, aber Anzug o.ä. wären jetzt für mich nicht Pflicht.

"Saubere" Bewerbungsunterlagen hingegen schon. Zumindest bilde ich mir ein, dass Bewerber, die dort Fehler einbauen (wobei ich kleinere Rechtschreibfehler verzeihe, größere Klopper aber nicht), schon bei der Bewerbung nicht die notwendige Sorgfalt an den Tag legen. Ich will da auch nicht zu spießig klingen, aber das hat auch etwas mit Wertschätzung mir gegenüber zu tun. Ich erwarte also durchaus vernünftige Bewerbungsunterlagen. Die dürfen gerne auch unkonventionell sein und nicht unbedingt den Standards entsprechen. Rechtschreibfehler oder irgendwas "dahingepfuschtes" würde ich aber nicht als Zeichen von Kreativität, sondern als Phlegma, Faulheit oder Desinteresse werten.

Ich werde in der Regel nicht mit allen Bewerbern Gespräche führen können. Woran soll ich also Deiner Meinung nach den "fähigen Mann" oder die "fähige Frau" anhand der Bewerbungsunterlagen erkennen und zum Gespräch einladen? Die vermeintliche fachliche Kompetenz bringen in der Regel (fast) alle Bewerber mit und - wie in meinem Posting oben beschrieben - ist aus meiner Sicht die fachliche Kompetenz nicht mal der ausschlaggebende Punkt. Die meisten fachlichen Dinge kann man lernen. Die richtige Einstellung in der Regel nur sehr schwer.

Und: Wenn Du zu einem Bewerbungsgespräch keine Lust hast, dann empfehle ich Dir: Geh nicht hin. Du stiehlst dann nur anderen Leuten und Dir selbst die Zeit.
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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1276 am: 27.Juli 2015, 14:07:35 »

Also zuerst: Der Post ging nicht gegen dich, das Zitat sollte nur den Ausgangspunkt meiner Aussagen kennzeichnen. ;)

Natürlich muss man eine Vorauswahl treffen, aber dazu hat man ja meist nur die Bewerbungsunterlagen. Die kann man aber eh kaum mehr unterscheiden. Der eine war vielleicht im Ausland, der andere hat fünf Praktika gemacht, der dritte war Assistent vom Professor, der letzte hat die Welt umsegelt. Das muss man dann nach eigenem Gusto gewichten.
Rechtschreibfehler sind natürlich eine Sache, die man auch beachten kann. Aber kleinere Fehler sollte man verzeihen können, außer man bewirbt sich vielleicht als Schreiber für irgendwas, dann fließt das direkt in die fachliche Kompetenz mit ein. Dein Post hat nur (von dir sicher überspitzt formuliert, habe ich nicht gemerkt) den Eindruck vermittelt, dass du wirklich jeden kleinen Rechtschreibfehler direkt aussortierst (Toni anstatt Tony).
Man hört halt allgemein immer über Bewerbungsgespräche anderer. Vor allem berichtet man über das, was nicht gut lief oder warum man nicht genommen wurde. Bei großen Firmen stört es ja viele, dass ein Personaler dabei ist (oder man nur mit ihm spricht), der fachliche Bereich durch einen Mitarbeiter aus dem direkten Arbeitsbereich aber nicht dabei ist oder nur selten zu Wort kommt. So wird der Bewerber eben auf Äußerlichkeiten reduziert, weil das Fachliche kaum besprochen werden kann.

Dass es den Kindern schaden würde sehe ich nicht so, denen täte ein wenig mehr Regelmäßigkeit eher besser als schlechter, auch wenn das so pauschal übertrieben ist.
Lieber häufiger in der Schule, als allein vor der Konsole oder dem Fernseher etc.

Das ist so eine Diskussion, in die Schüler eigentlich einbezogen werden müssten, um ihre Sicht der Dinge darzulegen. Meiner Erfahrung nach sind die nämlich selbst bestens dazu in der Lage, zu artikulieren, was gut für sie ist und was nicht - da sie den Schulalltag selbst miterleben und in dessen Zentrum stehen sogar besser, als so mancher Erwachsener oder Lehrer.

Meine Schulzeit ist noch nicht so lange her und ich kann für mich feststellen, dass weniger Ferien für mich nicht gut gewesen wären. Im Gegenteil - ich brauchte die Ferien in den letzten beiden Schuljahren sogar, um überhaupt meinen sehr guten Abitur-Schnitt erreichen zu können, weil ich im Grunde genommen den kompletten Stoff mithilfe von Büchern selbst erarbeitet habe. Die Zeit, die ich in der Schule 'rumsitzen musste, war für mich völlig vergeudet. Ohne den Lehrern hier zunahe treten zu wollen (ich kann die Lehrer hier ja nicht beurteilen und will auch nicht generalisieren) - aber meine Lehrer haben mir rein gar nichts beigebracht, sondern waren eher als eine Art Gefängniswärter mit Prüffunktion zu verstehen, die meine Anwesenheit registrierten und dann wahllos Informationen von mir abriefen, um mich benoten zu können. Die einzige Funktion dieser Leute war es aus meiner Sicht, mir eine Note zu geben. Das war's. Gearbeitet und gelernt habe ich am Nachmittag zu Hause. Ich bin davon überzeugt, dass ich einen perfekten Abischnitt hätte haben können, wenn mir das Absitzen der Schulzeit jeden Tag gleich erspart geblieben wäre und ich stattdessen nur für ein paar Minuten hätte 'reinfahren müssen. "Hallo, heute irgendeine Abfrage, Ex, Schulaufgabe in irgendeinem Fach?" Wenn ja, wird geschrieben, wenn nein, ab nach Hause und die Zeit sinnvoll nutzen. Das hätte mich vermutlich sogar weniger Zeit gekostet, als die Zeit, die ich für das Erreichen meines jetzigen Schnitts gebraucht habe. Ich brauchte also die Ferien, um mich in der Zeit auf die Prüfungen vorbereiten zu können - etwas, das an der Schule undenkbar gewesen wäre, weil ich dort eher noch vom Lernen abgehalten wurde und stattdessen stupide herumsaß.

Übrigens: Am Fernseher, vor der Konsole und beim Lesen von Büchern habe ich in meinem Leben so viel mehr gelernt, als in der Schule. Ich sähe also Vorteile in mehr Ferien oder einer Reformierung des Schulsystems hin zu einem System, das den Schülern grundsätzlich mehr Freiräume lässt und ihnen die Chance gibt, nicht zum Unterricht zu gehen, wenn sie das als unnötig erachten. Falko Peschels Idee eines "offenen Unterrichts" fände ich in dem Zusammenhang interessant und erstrebenswert, wenn auch vielleicht eine Nuance zu radikal.
Wenn man wie du die Schule auf das reine Lernen reduziert, klingt es nicht so falsch. Aber in der Schule geht es, vor allem in den ersten Jahren, auch um Erziehung, Freundeskreis, soziale Kenntnisse (allein ohne Familie, Schulweg meistern, Umgang mit fremden Erwachsenen), außerdem können die Eltern die Kinder kaum betreuen.
Und seien wir ehrlich: Die Kinder sind faul und spielen lieber als zu lernen. Wer nicht den Zwang hat in die Schule gehen zu müssen, der macht es nicht und macht dann zu wenig. Erst nach vielen schlechten Noten zu reagieren, ist zu spät, denn zum nachzuholenden Stoff kommt ja neuer dazu. Das geht auf Dauer nicht gut, wenn man kein Überflieger ist. Und das sind die wenigsten. Wer sich nach der Schule gern noch mit dem Stoff beschäftigt und viel lernen will, darf das ja gern tun.
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Emanuel

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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1277 am: 27.Juli 2015, 14:26:18 »

Dass es den Kindern schaden würde sehe ich nicht so, denen täte ein wenig mehr Regelmäßigkeit eher besser als schlechter, auch wenn das so pauschal übertrieben ist.
Lieber häufiger in der Schule, als allein vor der Konsole oder dem Fernseher etc.

Das ist so eine Diskussion, in die Schüler eigentlich einbezogen werden müssten, um ihre Sicht der Dinge darzulegen. Meiner Erfahrung nach sind die nämlich selbst bestens dazu in der Lage, zu artikulieren, was gut für sie ist und was nicht - da sie den Schulalltag selbst miterleben und in dessen Zentrum stehen sogar besser, als so mancher Erwachsener oder Lehrer.

Meine Schulzeit ist noch nicht so lange her und ich kann für mich feststellen, dass weniger Ferien für mich nicht gut gewesen wären. Im Gegenteil - ich brauchte die Ferien in den letzten beiden Schuljahren sogar, um überhaupt meinen sehr guten Abitur-Schnitt erreichen zu können, weil ich im Grunde genommen den kompletten Stoff mithilfe von Büchern selbst erarbeitet habe. Die Zeit, die ich in der Schule 'rumsitzen musste, war für mich völlig vergeudet. Ohne den Lehrern hier zunahe treten zu wollen (ich kann die Lehrer hier ja nicht beurteilen und will auch nicht generalisieren) - aber meine Lehrer haben mir rein gar nichts beigebracht, sondern waren eher als eine Art Gefängniswärter mit Prüffunktion zu verstehen, die meine Anwesenheit registrierten und dann wahllos Informationen von mir abriefen, um mich benoten zu können. Die einzige Funktion dieser Leute war es aus meiner Sicht, mir eine Note zu geben. Das war's. Gearbeitet und gelernt habe ich am Nachmittag zu Hause. Ich bin davon überzeugt, dass ich einen perfekten Abischnitt hätte haben können, wenn mir das Absitzen der Schulzeit jeden Tag gleich erspart geblieben wäre und ich stattdessen nur für ein paar Minuten hätte 'reinfahren müssen. "Hallo, heute irgendeine Abfrage, Ex, Schulaufgabe in irgendeinem Fach?" Wenn ja, wird geschrieben, wenn nein, ab nach Hause und die Zeit sinnvoll nutzen. Das hätte mich vermutlich sogar weniger Zeit gekostet, als die Zeit, die ich für das Erreichen meines jetzigen Schnitts gebraucht habe. Ich brauchte also die Ferien, um mich in der Zeit auf die Prüfungen vorbereiten zu können - etwas, das an der Schule undenkbar gewesen wäre, weil ich dort eher noch vom Lernen abgehalten wurde und stattdessen stupide herumsaß.


Mir persönlich waren die Sommerferien nur immer zu lange. Nach 4 Wochen totaler Freizeit waren die letzten beiden Wochen dann wirklich "Quälerei" bzw. hatten einfach keinen weiteren Erholungseffekt mehr. Da wäre eine Verkürzung des Schultages oder "Zwischenferien" während des Schuljahres sinnvoller.

Wenn ich dann aber deinen Beitrag lese @Kalle und du dafür plädierst die Ferien auszubauen, um mehr Zeit zum Arbeiten zu haben, dann muss ich aber auch sagen, dass es mir das an deiner Stelle nicht Wert gewesen wäre. Wolltest du unbedingt einen gewissen NC für ein bestimmtes Studium erreichen? Anforderungen und Umfänge sind im Abitur relativ gering, bekommst du da ein Studium hin? Der Tag hat schließlich auch nur 24h :P
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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1278 am: 27.Juli 2015, 14:40:42 »

Und seien wir ehrlich: Die Kinder sind faul und spielen lieber als zu lernen. Wer nicht den Zwang hat in die Schule gehen zu müssen, der macht es nicht und macht dann zu wenig.

Die Behauptung (oder eher schon Stigmatisierung) kannst du nicht belegen. Wie geschrieben - ich biete mich da als gegensätzliches Fallbeispiel an. Ich hätte komplett ohne Schulzwang noch bessere Noten und obendrein auch noch mehr Freizeit für das Sammeln von Erkenntnissen gehabt, die ich im Gegensatz zum leistungsorientierten, stupiden Aneignen von Fähigkeiten tatsächlich für erstrebenswert halte - da bin ich mir sicher. Ich würde dir bezogen auf die Grundschule und vielleicht die 5., 6. und 7. Klasse partiell zustimmen, aber darüberhinaus nicht mehr.

Aus deinem Beitrag geht auch etwas hervor, das ich jetzt als Erwachsener nicht nachvollziehen kann und als Kind und Jugendlicher nie nachvollziehen konnte - mangelnde Achtung vor Kindern. Kinder sollten in unserer Gesellschaft meines Erachtens gehört und geschützt werden. Stattdessen herrscht eher die Tendenz, sie zu übergehen, zu bevormunden und vor enorme Ansprüche zu stellen.

Wenn ich dann aber deinen Beitrag lese @Kalle und du dafür plädierst die Ferien auszubauen, um mehr Zeit zum Arbeiten zu haben, dann muss ich aber auch sagen, dass es mir das an deiner Stelle nicht Wert gewesen wäre. Wolltest du unbedingt einen gewissen NC für ein bestimmtes Studium erreichen? Anforderungen und Umfänge sind im Abitur relativ gering, bekommst du da ein Studium hin? Der Tag hat schließlich auch nur 24h :P

Mein Bachelor-Studiengang war zwar zulassungsbeschränkt, den Schnitt hatte ich aber locker. Den Einwand verstehe ich nicht ganz. Es ging mir weniger darum, mehr Zeit zum lernen zu haben, sondern eher darum, meine Zeit an der Schule vergeudet zu haben. Statt zur Schule zu gehen hätte ich auch gleich ausschließlich zuhause lernen können, da meine Anwesenheit in der Schule ohnehin überflüssig war. Ich habe daraus nichts mitgenommen. Im Studium komme ich ohne Schwierigkeiten klar und habe einen sehr entspannten Alltag, da ich mir meine Zeit weitestgehend selbst einteilen kann und beim Lernen und Erarbeiten des Stoffs viele Freiräume habe. So hätte ich mir das an der Schule auch schon gewünscht.
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Re: Studium/Schule alles mit Bildung hier rein
« Antwort #1279 am: 27.Juli 2015, 15:59:54 »

Ich kann Kalles Einwurf verstehen. Jedoch gibt es nur sehr wenige Schüler, die sich selbst so gut motivieren können und aus eigenem Antrieb dann Versäumtes nachholen (ob nun durch den schlechten Lehrer oder einen selbst, sei mal dahingestellt). Der Spagat im Alltag besteht für uns Lehrer auch darin, eben diese Schüler zu fordern und andere wiederum zu fördern. Das gelingt bei weitem nicht immer, das muss ich auch zugeben. Ich finde das folgende Bonmot sehr schön:

Zitat
Gerecht soll er sein, der Lehrer, und zugleich menschlich und nachsichtig, straff soll er führen, doch taktvoll auf jedes Kind eingehen, Begabungen wecken, pädagogische Defizite ausgleichen, Suchtprophylaxe und Aids-Aufklärung betreiben, auf jeden Fall den Lehrplan einhalten, wobei hochbegabte Schüler gleichermaßen zu berücksichtigen sind wie begriffsstutzige.

Mit einem Wort:

Der Lehrer hat die Aufgabe, eine Wandergruppe mit Spitzensportlern und Behinderten bei Nebel durch unwegsames Gelände in nordsüdlicher Richtung zu führen, und zwar so, dass alle bei bester Laune und möglichst gleichzeitig an drei verschiedenen Zielorten ankommen.

Prof. Dr. Müller-Limmroth
02.06.1988 in der "Züricher Weltwoche"

Ich hoffe, dass ich meine offene Sicht auf Schülerbelange noch möglichst lange behalte. Ich finde es wichtig, dass man immer im Hinterkopf behält, dass das da vor einem keine Erwachsenen sind und auch keine Trichter, in die man Wissen stopfen soll, sondern Kinder und Jugendliche, die eben noch nicht wissen, was sie mal werden wollen und die die meiste Schulzeit damit beschäftigt sind, sich ihre eigene Identität zu erschaffen und auszufüllen. Dass da der Geschichtsunterricht in der 8. Stunde ziemlich nervig sein kann, ist mir durchaus bewusst.
Ich schüttle selbstverständlich den Kopf über die teils extreme Smartphone-Sucht oder die bewusst aufreizende Kleidung gerade in den unteren Jahrgangsstufen, aber zum Glück kann man so etwas ja sehr gut im Unterricht problematisieren. Wenn man da ein Problembewusstsein weckt, ist schon einiges erreicht worden. Ich gebe auch zu, dass der Alltagsbezug mitunter bei den Themen flöten geht. Da gäbe es sicher noch Optimierungsbedarf. Die Frage ist nur, was die Schule noch alles abzudecken vermag? Irgendwann stößt man dann einfach an Grenzen.
Gespeichert
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