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Autor Thema: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread  (Gelesen 1651955 mal)

Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3900 am: Gestern um 21:07:10 »

Wenn wir die FDP nicht wählen, warum sollten es andere machen? Es gibt für mich keine Partei, die so nah an meinen Positionen ist. Daher wähle ich sie auch wenn sie unter 5 Prozent hat. Das ist sozusagen die Keimzelle eines Comebacks, wenn genug Leute sich nicht entmutigen lassen.  [..]
Die Machtoptionen für eine FDP sind also durchaus nicht vorhanden. Trotzdem muss jemand auch die Fahnen für Liberalität unter den ganzen Autoritären hochhalten.

Ja, damit hast du wohl recht.
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kn0xv1lle

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3901 am: Heute um 01:46:15 »

Naja die Position der FDP klingt erstmal natürlich Toll. Massive Entlastungen bei gleichzeitiger Reduzierung des Sozialstaates. Die Durchführbarkeit des Parteiprogramm darf dann doch eher bezweifelt werden. Vor allem wenn man es mit Einhaltung der Schuldenbremse machen wollte. Aber gut das komische ist der AfD glauben die Wähler das sie ihr Programm finanziert bekommen. Der FDP glaubte das scheinbar keiner.
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TNDO

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3902 am: Heute um 08:12:19 »

Naja die Position der FDP klingt erstmal natürlich Toll. Massive Entlastungen bei gleichzeitiger Reduzierung des Sozialstaates. Die Durchführbarkeit des Parteiprogramm darf dann doch eher bezweifelt werden. Vor allem wenn man es mit Einhaltung der Schuldenbremse machen wollte. Aber gut das komische ist der AfD glauben die Wähler das sie ihr Programm finanziert bekommen. Der FDP glaubte das scheinbar keiner.
Die Position der FDP kann man nicht durchbringen. Ich sagte ja schon, dass dort keine Machtoptionen sind. Bei der Linken, Grünen sind z.B. bei den ganzen Rechnung nicht einbezogen, dass z.B. die zusätzlichen Ausgabenprogramme das ins negative drücken können und bei der SPD kommt ja laut Programm ein kreditfinanzierter Deutschland-Fond (100 Mrd. Euro) dabei.


Thema afD : Es gibt natürlich nur Schätzungen aber ein Dexit würde zwischen 200 und 690 Milliarden kosten, die Zölle die Exporte nach Europa richtig in die Krise stürzen und mutmasslich mehrere Millionen Arbeitsplätze kosten. Wir würden eine Absatzkrise bei den Autobauern wie in China nur in 4-facher Stärke produzieren.

Ein weiteres Thema sind die Target-Salden. Laut Bundesbank sind das knapp unter 1 Billionen Euro. Wenn sich dann die europäischen Länder entscheiden, dass die EZB kollabiert und die Forderungen nicht mehr beglichen werden, kannst du das auf die Rechnung hinzufügen. Denn selbst wenn die Bundesbank das nur buchhalterisch abschreiben muss, wäre ihr Eigenkapital negativ. Um das wieder auszugleichen (ohne Bundeszuschuss) würden die Gewinne der Bundesbank nicht mehr in den Staatshaushalt fliessen. Fairerweise muss man sagen, dass die Bundesbank in den letzten 5 Jahren keine Gewinne gemacht hat, sondern in den letzten 2 Jahren sogar 8,6 Mrd Euro (2025) und 19,2 Mrd. Euro (2024) Verlust gemacht hat. Der letzte Überschuss war 2019...
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3903 am: Heute um 08:17:26 »

Hier könnte man massiv einsparen, indem man den Großteil der Leute*) nach Hause schickt oder halt nur die Basics abdeckt, da hört und liest man nur nie von Sparplänen, immer nur müssen Arbeitnehmer bluten (mehr einzahlen, weniger Leistungen bekommen): https://archive.is/uUSra#selection-2145.0-2145.91

Ja, ich weiß, das ist jetzt wieder voll rechtspopulistisch oder noch schlimmer, aber ich habe es ehrlich gesagt satt, für Leute arbeiten zu gehen, die keinerlei Anrecht auf Schutz oder Asyl haben, weil sie weder politisch verfolgt werden, noch weil Krieg oder Bürgerkrieg in deren Heimat tobt.

Für Leute, die über tausende Kilometer durch x sichere Staaten reisen, um sich dann hier niederzulassen und die großzügig angebotenen Leistungen abzugreifen. Wenn ich schon lese, dass diese Unterkünfte einen Reinigungsservice haben, bekomme ich das kalte Kotzen. Können diese Menschen ihre Bude nicht selber sauber halten? Nein, das müssen wir auch noch teuer bezahlen.

Das geht einfach nicht, das ist eine Perversion des Asylrechts, so war das nie gedacht. Dieses Geld fehlt an anderer Stelle, jedes Jahr 40 Mrd. EUR, von "Menschen, die schon länger hier leben" hart erarbeitet und belohnt mit höchsten Steuern und Abgaben und kaputten Schulen, Straßen und Brücken, weil das Geld an anderer Stelle mit vollen Händen rausgeworfen wird. Es reicht.

Und nein, das ist kein Angriff auf diese Menschen, käme ich aus einem Shithole am Ende der Welt und da gäbe es in Europa ein Land, dass mich in ein world class Sozialsystem einlädt, würde ich mich als junger Bursche ohne Perspektive auch auf den Weg machen. Dafür habe ich vollstes Verständnis, diese Menschen sind das nicht Schuld, Schuld ist die Politik, die Asylmissbrauch ermöglicht.

*) Ja ich weiß, offiziell sind nur ein paar hunderttausend ausreisepflichtig, imho müsste aber jeder Asylantrag, jeder Schutzstatus und jede Duldung noch einmal objektiv durchleuchtet werden, ob es überhaupt ein Anrecht auf Asyl oder Schutz gibt. Nordafrikaner, Menschen vom Balkan, Türken, Syrer, Libanesen, Afghanen, Schwarzafrikaner, oft und viele junge Männer, wo sind da die Asylgründe? Das muss streng überprüft, die Herkunft und die Verfolgung faktisch nachgewiesen werden. Gelingt das dem Asylbewerber nicht, muss es heißen "Gute Heimreise". Aber das will unser Staat ja überhaupt nicht mehr, man will diese Leute unbedingt im Land haben, selbst wenn es sich um Kriminelle handelt, Stichwort "Coesfelder Liste". Und da wundern sich manche Leute wirklich noch, warum die AfD so einen Erfolg hat.
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3904 am: Heute um 08:20:51 »

Ein weiteres Thema sind die Target-Salden.
Erkläre das Thema bitte mal mit eigenen Worten, nicht mit Zitaten, Artikeln, links oder Videos, warum sollte das ein Problem sein? Hat der dt. Lieferant kein Geld vom EU-Kunden bekommen?

Und nein: ich bin selbstverständlich gegen einen Austritt aus der EU, das wäre totaler Irrsinn, trotz aller berechtigter Kritik an Brüssel.
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TNDO

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3905 am: Heute um 09:13:40 »

Ein weiteres Thema sind die Target-Salden.
Erkläre das Thema bitte mal mit eigenen Worten, nicht mit Zitaten, Artikeln, links oder Videos, warum sollte das ein Problem sein? Hat der dt. Lieferant kein Geld vom EU-Kunden bekommen?

Und nein: ich bin selbstverständlich gegen einen Austritt aus der EU, das wäre totaler Irrsinn, trotz aller berechtigter Kritik an Brüssel.
Target-Salden entstehen über Handelsungleichgewichte.
Ich nehme mal ein Beispiel :
Ein Italiener kauft einen Mercedes für 70000 Euro. Diese Transaktion läuft über die nationalen Notenbanken (in unserem Fall die Bundesbank und die Banca d'Italia) und die EZB. Welche Bank der Kunde und Mercedes haben ist dabei egal. Um wieder auf unser Beispiel zurückzukommen. Die Banca d'Italia bucht eine Verbindlichkeit bei der EZB, die Bundesbank eine Forderung. Das "gleicht" sich dann aus. Aber es ist buchhalterisch Geld aus Italien nach Deutschland geflossen. Umgekehrt wäre es, wenn ein Fiat in Deutschland verkauft wird. Daraus ergibt sich am Ende der aktuelle Target-Saldo. Es gibt Länder, die einen negativen Target-Saldo haben. Ein Beispiel ist Spanien mit 442 Mrd. Euro im Oktober 2026, Italien mit 344,95 Mrd. Euro und Frankreich mit 181,34 Mrd. Euro. Demgegenüber hat Deutschland (Stand Oktober 2026) 1071,77 Mrd. an Forderungen an die EZB. Das Geld ist schon aus Italien nach Deutschland "geflossen" bzw. "gebucht". Der deutsche Lieferant ist zwar bezahlt. Aber jetzt stell dir vor, Deutschland tritt aus und stellt seine Forderung fällig, weil es ja nicht mehr Teil der EZB und des Target-Systems ist.
Wo holen denn Spanien, Italien und Frankreich das Geld her?

Italien liegt bei etwa 3,2 Billionen Euro Staatsverschuldung und über 130% des BIP. Jetzt packst du da nochmal 345 Mrd. drauf, die sie der Banca d'Italia zur Verfügung stellen müssen. Meloni hat durch Sparmassnahmen die Neuverschuldung irgendwie auf 2,8 Prozent gedrückt für 2026 und nun kommen das nochmal um die 15% drauf nach dem Dexit. 2026 zahlt Italien voraussichtlich 92 Milliarden Euro nur an Zinsen ohne Tilgung. Das wird sich bis 2028 laut Banca d'Italia auf 105 Mrd. Euro steigern. Wenn dann noch diese 345 Mrd. Euro hinzukommen wird das ungeahnte Auswirkungen haben. Schon jetzt liegen 10-jährige italienische Staatsanleihen bei 4,55%, im Sommer waren sie noch knapp unter 4%. Das würde explodieren, wie wir das in Griechenland gesehen haben.

Frankreich ist jetzt schon in leichten Schwierigkeiten (117,5 Prozent des BIP) und hat weniger Target-Salden. Aber auch dort hat das Konsequenzen. Im Gegensatz zu Meloni fährt Frankreich keinen Sparkurs und hat trotz niedrigerer Schulden im Vergleich zum BIP jetzt schon einen Zins von nahezu 5% auf 10-jährige Staatsanleihen. 2027 wird die Zinslast Frankreich 92 Mrd. Euro kosten. Und im Gegensatz zu Italien fährt Frankreich keinen Neuverschuldung von unter 3% dieses Jahr, sondern über 5%. Und das jetzt 4 Jahre in Folge...

Fehlt noch Spanien. Spanien hat 101,6% des BIP an Staatsschulden oder 1,74 Billionen Euro. Das Defizit ist mit 2,4% aber vergleichweise niedrig. Aber die Refinanzierung der nationalen Notenbank würde die Schulden dort ja schlagartig auf 2,25 Billionen ansteigen lassen. Das wäre ein immenser Schock.
Um mal den Vergleich zu schlagen : Argentinien hatte 2023 154,6% des BIP an Staatsschulden ist jetzt mittlerweile runter auf 70,41%. 1900 war Argentinien beim Pro-Kopf-Einkommen vor den USA und vielen europäischen Ländern. In den 40ern hat der Peronismus und überbordende Staatsapparate das angefangen zu vernichten und über die Jahrzehnte das Land wieder zum Schwellenland werden lassen.

Das Fazit : Ja Mercedes hat sein Geld in unserem Beispiel bekommen. Die Banca d'Italia hat aber einen Überziehungskredit dafür bekommen bei der EZB und die Bundesbank ein Guthaben. Die Bundesbank kommt nur nicht beim Dexit so leicht an das Guthaben dran. Daraus wird ein Verlust im schlimmsten Fall. Des weiteren wird Mercedes ohne Target-Salden dem Italiener kein zweites Auto verkaufen. Das kostet Arbeitsplätze. Ferner wird die Steuerbelastung auch noch steigen, wenn wir die über 1000 Milliarden für die Refinanzierung der Bundesbank ausgeben müssen. Das trifft dann Mercedes doppelt : Höhere Abgaben und weniger Kaufkraft in Deutschland, weil auch die Mittelschicht viel höher besteuert werden wird.
« Letzte Änderung: Heute um 09:58:02 von TNDO »
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