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Ein Mann geht seinen Weg
Rastadarti:
Persönliche Aufzeichnungen – Manipulationen
Coupe de la Ligue 1. Runde
War insgesamt eine enge Geschichte, auch wenn es eher an uns lag, als an der Ausgeglichenheit. Wir haben das Spiel zu lange offen gehalten und hätten am Ende durch einen „Lucky Punch“ auch gut und gerne den kürzeren ziehen können. Haben wir aber dank der Matchwinner Darbion und Rodelin nicht, die jeweils vier Minuten nach ihrer Einwechslung zusammen glänzen konnten. Wobei der 30m Schuss von Darbion noch Extralobes bedarf.
Nantes – Clermont Foot 1:0
Tore: (62.) 1:0 Darbion
1. Spieltag
Djordjevic! Das kann es doch nicht sein. Wie kann man in den ersten 15 Minuten zwei hundertprozentige haben und versieben? Hab ich ihn nach dem Spiel auch gefragt, aber beantworten konnte er es mir natürlich nicht. Am Ende durfte sich Assembe ein ums andere Mal auszeichnen, weswegen er zu Recht Spieler des Spiels geworden ist. So blieb es nämlich bei der Nullnummer. Jedenfalls was die Tore angeht. Verletzungstechnisch haben wir die Partie klar mit 2:0 zu "unseren Gunsten" entschieden. Bekamenga fällt zwei Monate wegen einer Wirbelsäulenverletzung aus und Tixier vier Wochen, wegen einer Fußverletzung. Das geht ja gut los!
Nantes – Le Mans 0:0
2. Spieltag
Über das vergangene Spiel will ich gar nicht nachdenken. Nicht nur, dass uns dieser Schiedsrichter ständig benachteiligt hat, waren wir ungefähr so organisiert wie ein Ameisenhaufen, der plötzlich keine Königin mehr hat! Eine bodenlose Frechheit war der Auftritt und wenn sich die Mannschaft nicht bald zusammenreißt, wird das weitreichende Konsequenzen haben. Einzig und allein Darbion weiß erneut nicht zu enttäuschen. Damit ist die Idee Hanni als Stammspieler einzusetzen erst mal wieder vom Tisch.
Troyes (2) – Nantes (13) 5:1
Tore: (3.) 1:0 Psaume, (38.) 2:0 Marcos, (42.) 3:0 Bettiol, (50.) 3:1 Darbion, (54.) 4:1 Obbadi (Elf.), (90.+1) 5:1 Keita
3. Spieltag
Der Schiedsrichter hätte das Stadion wohl nicht unbeschadet verlassen, hätte er seine krasse Fehlentscheidung nicht noch etwas gemildert, indem er auch uns einen Elfmeter zugesprochen hätte. Ich war jedenfalls schon drauf und dran mich zu maskieren und dem Streifenhörnchen nach dem Spiel aufzulauern. Wie man in der Szene, die zum gegnerischen Strafstoß geführt hat auch nur im Ansatz einen solchen sehen konnte, ist den tausenden Zuschauern und vor allem mir bis jetzt ein Rätsel. Der Start in die Saison ist damit wirklich gehörig in die Hose gegangen.
Nantes (15) – Evian (19) 1:1
Tore: (20.) 0:1 Adnane (Elf.), (64.) 1:1 Cheyrou (Elf.)
4. Spieltag
Ich bin mir jetzt ganz sicher! Ich bin hier eindeutig in eine tiefgreifende, absolut verwerfliche Manipulation geraten. Jeder Schiedsrichter pfeift hier das Blaue vom Himmel herunter und das kann kein Zufall mehr sein. Ein völlig offenes Spiel wird ab der 65. Minute von uns kontrolliert, nein was sage ich, diktiert! Die gegnerische Mannschaft kommt nicht mehr aus der eigenen Hälfte und sieht sich mit unzähligen Torchancen durch uns konfrontiert. Nur ein Ausflug in unsere Hälfte gelingt ihnen noch und wieder ertönt der Pfiff des Schiedsrichters. Das Elfmetertor ist dann nur noch Formsache.
Laval (2) – Nantes (18 ) 1:0
Tore: (83.) 1:0 Gerest (Elf.)
Coupe de la Ligue – 2. Runde
Die Luft wird dünner! Nicht etwa für mich, sondern für die Verantwortlichen des Komplotts gegen mich. Es war ja vorauszusehen, dass der Gegner gegen uns gewinnt. Aber so langsam wird es auffällig und wenn ich nur alles ganz genau beobachte, werde ich die Drahtzieher hinter diesem Vorgehen sehr schnell enttarnt haben. Wahrscheinlich wird man mir für diese Aufdeckung unendlich dankbar sein und mir einen Job bei einem größeren Verein anbieten. Verdient hätte ich es nach diesen Vorgängen allemal.
Nantes – Guincamp 1:2
Tore: (23.) 0:1 Scarpelli, (28.) 1:1 Capoue, (71.) 1:2 Gilmar (Elf.)
5. Spieltag
Eigentlich hätte ich erwartet, dass die Wettmafia ihre durch und durch verdorbenen Vorhaben besser zu verdecken sucht, aber da habe ich mich wohl getäuscht. Sie scheinen allmählich auf eine direkte Konfrontation abzuzielen, anders kann ich mir das heutige Ergebnis nämlich nicht erklären. Der Gegner führt durch Glück und Zufall bereits mit 1:0, aber um wirklich sicher zu gehen, dass nichts mehr schief geht, legen sie noch einen drauf und lassen erneut durch einen Elfmeter das Ergebnis noch etwas aufpolieren. In meinem Arbeitszimmer stapeln sich so langsam aber sicher die Beweise, mit denen ich jetzt früher oder später vor die Presse treten werde.
Nantes (18 ) – Vannes (14) 0 :2
Tore : (56.) 0:1 Macquet, (72.) 0:2 Faivre (Elf.)
Juelz_no6:
Ou ou ou, das fängt ja gar nicht gut an, welche Erwartung hast du eigentlich seitens der Vereinsführung und was ist der Medientipp?
Rastadarti:
Juhu, ein Feedbacker. ;D Die Medien tippen auf obere Tabellenhälfte. Mein Vorstand präzisiert das Ganze auf den 9.Platz. :)
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Persönliche Aufzeichnungen – Langsames Erwachen
6.Spieltag
Ich lasse mich durch die Geschehnisse jedoch nicht demotivieren und ziehe meinen Trainingsplan konsequent durch. Die nächsten zwei Wochen, die uns aufgrund der Länderspiele zur Verfügung stehen, stopfe ich deshalb mit sämtlichen Torschuss-, Spielaufbau- und Taktikübungen voll, die ich bisher kannte - nebenbei erfinde ich noch ein paar neue. Im Spiel gegen Metz wird mir dann schnell klar, dass auch ein Spieler aus meiner Mannschaft in die Manipulationen verstrickt sein muss. So offensichtlich schlecht kann Torwart Erwin Zelazny, der aufgrund einer Flugverspätung von Assembes Flieger (von dem ich ausgehe, dass auch das kein Zufall ist) in die Formation rutscht, gar nicht spielen, als dass ich da noch an einen schlechten Tage glauben kann. Ich glaube meinen Augen kaum, dass wir tatsächlich mit 2:0 in Führung liegen, bis sich dann doch alles der Normalität zuwendet. Metz bekommt nämlich, wen wundert es, einen Elfmeter zugesprochen und der „Übeltäter“ Keita wird in seinem ersten Spiel für uns gleich mal vom Platz gestellt. Das ist dann des Guten zu viel und mir platzt am Ende des Spiels der Kragen. Auch wenn wir 3:3 spielen, was nur der kämpferischen Leistung meines Teams zu verdanken ist, renne ich schreiend über den Platz und rufe „Manipulation, Manipulation, Manipulation!“ Vor den Mikrofonen präzisiere ich dann meine Aussagen, denn für die Presse ist das natürlich ein gefundenes Fressen. Für mich ist das nur der Beginn einer offen ausgesprochenen Kampfansage. Die sollen ruhig wissen, dass ich die Machenschaften durchschaut habe!
Metz (7) – Nantes (19) 3:3
Tore: (5.) 0:1 Yong-Jae, (32.) 0:2 Guerriero (Eg.), (37.) 1:2 Cassan, (41.) 2:2 Duhamel (Elf.), (52.) 3:2 Cassan, (85.) 3:3 Darbion (Elf.)
7. Spieltag
Anscheinend hat mein öffentlicher Auftritt etwas bewirkt! Den Rüffel vom Verband klebe ich aber noch schnell in mein Fleißheftchen, denn wie sagt man doch so schön: Euer Neid, ist meine Anerkennung! Der Schiedsrichter hält sich auffällig zurück und schon gelingt uns das nächste Remis. Kein Elfmeter ist es diesmal, der dem Gegner noch den Ausgleich beschert, sondern ein individueller Fehler meines Innenverteidigers Sasso. Aber damit kann ich heute leben, denn ich weiß jetzt, dass die Wettmafia weiß, dass ich sie genauestens beobachte.
Reims (13) - Nantes (19) 1:1
Tore: (77.) 0:1 Djilobodji, (82.) 1:1 Fauré
8. Spieltag
Na wer sagt es denn! Endlich können wir die Trainingseindrücke auch mal ins Spiel mitnehmen. Wir lassen von der ersten Minute weg keinen Zweifel aufkommen, dass wir das Ding heute gewinnen. Und wer braucht da schon einen funktionierenden Sturm, wenn man den Kopfballkiller Djilobodji in seinen Reihen weiß. Der Schiedsrichter hat zwar mehrmals die Pfeife an den Lippen, um doch noch das Spiel zu drehen, aber ab dem 4:1 gibt auch er sich seinem aussichtslosen Unterfangen hin und blickt mich geradezu traurig an. Meine zwei Finger, die unentwegt von meinen Augen in seine Richtung weisen, zeigen ihm aber auch eindeutig, dass ich ihn die ganze Zeit im Blick habe.
Nantes (19) – Grenoble (10) 6:1
Tore: (10.) 1:0 Djilobodji, (22.) 2:0 Gakpé, (40.) 3:0 Djilobodji, (45.+1) 4:0 Djordjevic, (58.) 4:1 Ravet, (60.) 5:1 Darbion, (71.) 6:1 Djilobodji
9. Spieltag
Never change a running system ist die Devise dieses Spieltages. Das ist dann auch tatsächlich das erste Mal in dieser Saison, dass ich genau die gleiche Mannschaft auflaufen lasse, wie im Spiel zuvor. Aber wieso sollte ich auch vorhaben, das neue Innenverteidigerpärchen Lusinga/Djilobodji zu trennen oder Nego und Tixier auf der Außenverteidigerposition auszutauschen. Genauso wäre es geradezu fahrlässig Gakpé und Othon nicht auf den Flügeln angreifen zu lassen. Und Keita und Bonnes im defensiven Mittelfeld zeigen auch erneut positive Ansätze. Am Ende können wir aber dennoch nicht gewinnen, aber immerhin hat die Serie ungeschlagener Spiele Bestand.
Ajaccio (19) – Nantes (15) 0:0
10. Spieltag
Meine Vorgaben fruchten endlich und so wie es scheint, hat sich die Wettmafia damit abgefunden, dass es sich nicht mehr lohnt unsere Spiele zu manipulieren. Festzuhalten nach diesem Spiel ist, dass Djilobodji kaum aufzuhalten ist, wenn er seinen Schädel erst mal an den Ball bekommt. Nach 15 Minuten hatte der gegnerische Keeper schon feuchte Augen, weil erst ein Mitspieler auf der Linie klären musste und später die Latte für eine Führung im Weg war. Geholfen hat das aber alles nicht, denn am Ende konnte Djilobodji doch noch sein Tor feiern. Nebenbei bemerkt entwickelt sich Darbion zum Leader des Teams. Der kann ja richtige Zuckerpässe spielen, wenn er Lust hat. Mit dem ersten füttert er Gakpé und mit dem zweiten schickt er Bekamenga auf die Reise, der nach seiner langen Verletzung gleich im ersten Spiel einen Treffer markieren kann. Allmählich sieht es damit auch in der Tabelle wieder erfreulicher aus.
Nantes (14) – Tours (9)
Tore: (18.) 1:0 Gakpé, (36.) 2:0 Djilobodji, (76.) 3:0 Bekamenga
Rastadarti:
Persönliche Aufzeichnungen - Belehrungen
11. Spieltag
Nach dem letzten Spiel wird das Training neu strukturiert. Einheitliche Trainingsgruppen adé – ab sofort heißt es neue Wege zu beschreiten. So finden sich Djilobodji und Gakpé beispielsweise in einer neugeschaffenen Gruppe zusammen wieder, um die Arbeit des anderen besser verstehen zu lernen. Während Gakpé bisher nämlich zu wenig nach hinten gearbeitet hat, konnte ich mich über den Einsatz und die Moral von Djilobodji bisher nicht im Geringsten beschweren. Und wie es scheint, fruchtet die „Behandlung“ auch gleich. Gakpé arbeitet sich im anschließenden Spiel den Allerwertesten auf und düpiert im Zusammenspiel mit Darbion die gesamte Hintermannschaft Boulognes im Minutentakt. Außer im Sturmzentrum und in der Innenverteidigung neben Djilobodji hat sich die Formation gefestigt. Zu Saisonbeginn noch zum 2.Kapitän bestimmt, ist für Pierre das Kapitel Nantes beendet, während Sasso, Lusinga und Barré den Dreikampf um den letzten Innenverteidigerstammposten aufgenommen haben. Pierre hat sich aus diesem schon verabschiedet und soll bei einem anderen Verein Geld und Nerven kosten. Interessenten gibt es überraschenderweise genug.
Boulogne (8 ) – Nantes (13) 0:2
Tore: (45.+1) 0:1 Gakpé, (61.) 0:2 Gakpé
12. Spieltag
Ich wette die Journalisten haben nach dem schwachen Beginn schon die Messer gewetzt, um mich öffentlich zu zerpflücken. Dumm nur, dass der unbekannte Trainer plötzlich eine Mannschaft auf den Platz schickt, die nicht von allen überrannt wird. Stattdessen muss man sich jetzt vor uns in Acht nehmen und genauso soll es auch sein. Ich will ja schließlich nicht ewig in der zweiten französischen Liga festhängen. Obwohl mir die Jungs so langsam aber sicher ans Herz wachsen. Naja, dann müssen wir eben so schnell wie möglich aufsteigen. Ein Mann, der das vielleicht möglich machen könnte, ist und bleibt unser „Babyface“ Djilobodji, dem man seine Aggressivität im Zweikampf und seine Abgebrühtheit vor dem Tor rein äußerlich gar nicht anmerkt. Mir soll es recht sein, denn damit können wir nur unterschätzt werden. Vielleicht sollte ich demnächst nur noch Spieler holen, die handzahm wirken?!
Nantes (12) – Chateauroux (16) 2:0
Tore: (3.) 1:0 Djilobodji, (89.) 2:0 Lusinga
„... Ihnen auch. Auf Wiederhören.“ Den Telefonhörer noch an sein Ohr gepresst bedeutete mir Marcel mit seiner anderen Hand, doch bitte vor seinem Schreibtisch Platz zu nehmen. Ich blieb jedoch in der Tür stehen, um abzuwarten, ob es sich überhaupt lohnte, seiner Bitte nachzukommen. „Kannst du einmal das machen, was man von dir will?!“ „Ist das eine rhetorische Frage?“ Anstatt auf meine Bemerkung einzugehen, kam Marcel direkt auf den Grund für meine Einbestellung zu sprechen. „Das am Telefon war gerade der Spielerberater von Jean-Jaques Pierre.“ „Du willst mir doch jetzt nicht sagen, dass sein Spielerberater einem Wechsel nicht zustimmen wird. Wäre ja auch keine Überraschung. Sein Klient bekommt ja bis zu seinem Vertragsende noch sein Gehalt und dann kann man sich ja in Ruhe einen neuen Verein suchen. Gott, wie ich so etwas has...“ „Hey, spar dir deine Luft für das Training!“ unterbrach mich Marcel jäh, um sogleich weiterzureden. „Die Verhandlungen mit Pescara sind sehr gut verlaufen, was bedeutet, dass Jean-Jaques in der Winterpause bereits seine neue Arbeitsstelle antritt und uns 375.000€ in die Kassen spült.“ „Puh! Ich dachte schon, ich muss mir jetzt noch bis zum Saisonende sein Gegurke ansehen.“ „Sein Gegurke?! Deswegen hast du ihn auch zum 2. Kapitän ernannt?“ „Hey, jetzt bleib mal auf dem Teppich. Da war ich gerade einmal vier Wochen im Amt und wer konnte denn ahnen, dass er sich im Training so gut verstellen kann! Aber darüber muss ich mir ja jetzt glücklicherweise keinen Gedanken mehr machen. Dann weiß ich ja Bescheid und werde es in meine Planungen aufnehmen. Ich wünsche dir noch einen schönen...“
„Stopp! Nicht so schnell. Schon vergessen, dass du noch jemanden verkaufen willst?!“ Irritiert blieb ich stehen und blickte Marcel mit in Falten gelegter Stirn an. „Ronny?!“ sagte er fast schon beschwörend, aber er hätte mir auch genauso gut seinen Einkaufszettel vorlesen können, denn da hätte ich ungefähr den gleich Durchblick gehabt. „Kannst du deine Aussage vielleicht präzisieren? Oder holst du gleich eine Sanduhr aus deinem Schreibtisch und beginnst mir per Zeichnungen zu erklären, was du von mir willst.“ „Na Ronny Rodelin! Für ihn liegt ein Angebot von Trabzonspor vor! Klingelt‘s jetzt?“ „Achso, nee, denen kannst du absagen. Ich wollte dem Jungen nur ein bisschen Druck machen. So von wegen, arbeite härter oder du kannst wo anders deine Brötchen verdienen. Psychologie verstehst du?“ „Das kann jetzt nicht dein Ernst sein, oder? Wie soll ich das denn jetzt bitte den ganzen Interessenten erklären? Kannst du mir das mal verraten?“ „Ähm, nein. Ist aber auch nicht meine Aufgabe. Ich bin der Trainer, hast du das etwa schon vergessen? Ich versuche dir nicht, meine taktischen Überlegungen zu erklären und du lässt mich bitte mit deinem Finanz-Bla in Ruhe. Wobei ich eine Absage auch noch hinkriege. Oh, so spät schon?“ Ein Blick auf meine Uhr, ein kurzer Wink in Richtung Marcel und schon war ich aus seinem Büro heraus, um mich wieder meinen Aufgaben zu widmen.
13. Spieltag
Um meinen Worten auch Taten folgen zu lassen, entschied ich mich dafür, Rodelin nach langer Zeit wieder einmal das Vertrauen auszusprechen, als Sturmspitze zu agieren. Gegen den Tabellenletzten schien mir dafür jedenfalls der geeignete Zeitpunkt gekommen. Insgesamt machte er seine Sache da vorn auch ganz gut. Zwar kam er nicht zum Torerfolg, aber er rieb sich für das Team auf und ließ sich trotz einer leichten Blessur, die er in einem Zweikampf erlitt, nicht aus der Ruhe bringen. Die Tore, die zum nächsten Sieg für uns führten, erzielten aber wieder einmal andere.
Dijon (20) – Nantes (11) 0:2
Tore: (17.) 0:1 Bonnes, (90.+2) 0:2 Djordjevic
14. Spieltag
Die Blessur von Rodelin hat sich leider als etwas schwerwiegender herausgestellt. Mit einer Leistenzerrung fällt er vier Wochen aus, was seine Ambitionen, in der 1.Mannschaft Stammkraft zu sein, zwangsläufig wieder schmälert. Aber um individuelle Wünsche kann ich mich jetzt nicht weiter kümmern. Am Ende des Tages haben wir dann noch schön gepflegt zwei Punkte hergeschenkt, was angesichts unserer Dominanz seltenblöd ist. Zwei Mal war die Latte im Weg und die anderen Male die Unfähigkeit meiner Stürmer. Einzig und allein Othon reißt hier ein Spiel nach dem anderen runter, weshalb ich Marcel dazu kriegen muss, den Mann am Ende der Saison unbedingt zu verpflichten. Da Capoue unter der Woche für 500.000€ an Levante verschachert wurde, müsste das nötige Kleingeld ja langsam gesammelt sein.
Nantes (6) – Nimes (16) 0:0
Rastadarti:
Überraschungen
15. Spieltag
„Sind sie denn total verblödet?! Ich dachte, als Fitnesstrainer weiß man, wie viel ein Spieler verträgt. Ich will hier keine Bodybuilder, sondern Spieler, die 90 Minuten durchspielen können!“ Schuldbewusst blickte mir Bernard hinterher, als ich auch schon wieder aus dem Fitnessraum gestürmt war. Aufgrund seiner Inkompetenz muss ich jetzt nämlich auf meinen linken Verteidiger verzichten, der die nächsten drei Monate damit zubringen wird das Bett zu hüten. Wehe ich sehe ihn auch nur beim Hochheben seiner Kinder, dann kann er sich auf was gefasst machen. Wie kann man bitteschön einen Bandscheibenvorfall mit 30 Jahren haben? Irgendwas läuft hier grundlegend falsch! Doch alles Lamentieren hat keinen Sinn, das nächste Spiel steht an und da darf Nego beweisen, dass er nicht nur als rechter Verteidiger nütze ist. Aber stattdessen beweist fast die komplette Mannschaft, dass sie auch zu einer inakzeptablen Leistung im Stande ist. Gegen Angers bekommen wir ab der ersten Minute keinen Fuß auf den Boden und gehen, dank unserer Mithilfe, gekonnt unter. Eine beschi**ene Woche geht damit zu Ende.
Angers (17) – Nantes (7) 4:1
Tore: (13.) 1:0 Charbonnier, (45.) 1:1 Yong-Jae, (55.) 2:1 Manceau, (61.) 3 :1 Renouard, (88.) 4 :1 Diers
Coupe de France (7.Runde)
Überraschung, Überraschung, wir sind tatsächlich in der nächsten Runde. Hätten wir das nicht geschafft, hätte ich aber auch ganz schnell das Weite gesucht, denn gegen diesen regionalen Regionalligisten konnten wir nur gewinnen. Am Ende steht auch ein schönes 3:0 zu Buche, aber zufrieden bin ich dennoch nicht. Allein schon die Moral zur Halbzeitpause war beschämend. Lusinga, Fabinho und Othon lümmeln auf der Bank und sind drauf und dran ein Kartenspiel zu zücken. Ich unterbreche die Herrschaften ja nur ungern, aber TICKT IHR NOCH GANZ RICHTIG?! Wir sind doch hier nicht beim Kaffeekränzchen! Wenigstens Othon kneift in der zweiten Halbzeit nochmal die Arschbacken zusammen, was man von manch anderem leider nicht behaupten kann. Ich würde sie ja gern im nächsten Spiel ersetzen, aber da ist niemand. Da muss wohl im Training das Tempo angezogen werden.
Feurs – Nantes 0:3
Tore: (35.) 0:1 (Darbion), (45.+1) 0:2 (Bonnes), (82.) 0:3 (Othon)
16. Spieltag
Ich brauche einen Stürmer, der trifft, und zwar schnell! So einer wie Privat wäre schön, denn der hat vorgemacht, wie man wenige Ballkontakte haben kann, aber dennoch das Tor trifft. Meine Stürmer wiederum haben viele Ballkontakte, aber treffen das Tor nicht! Mehr als trainieren, trainieren und nochmal trainieren kann ich doch nun auch nicht machen. Das Tor treffen kann indes Keita auch ganz gut, nur leider das falsche. Och wie süß, da hebt er entschuldigend die Hand. Wäre ja noch schöner, wenn er das mit Absicht gemacht hätte!
Nantes (10) – Clermont Foot (11) 0:2
Tore: (40.) 0:1 Privat, (78.) 0:2 Keita (Eg.)
17. Spieltag
Vor dem Spiel bittet Cheyrou um ein Gespräch, in dem er mir mitteilt, dass er auch mal wieder gern auf dem Platz stehen will. Nachdem ich Gakpé und Hanni auf dem rechten Flügel so langsam aber sicher nicht mehr sehen kann, ist das für mich die ultimative Chance mal wieder ein bisschen zu experimentieren. Darbion spielt gegen Istres jetzt auf der Außenbahn und Cheyrou kann sich als Diktator im offensiven Mittelfeld verdient machen. Und heureka! es klappt. Nicht, dass ich Zweifel an meiner Taktik hätte – doch meinen Spielern traue ich den Totalkollaps mittlerweile in schöner Regelmäßigkeit zu. Außerdem scheint sich die „Wünsch dir was“- Aktion rumgesprochen zu haben, denn mein Co Philippe hat mir plötzlich auch noch einen Vorschlag zu unterbreiten. Wieso wollen wir denn nicht Guy Assembe mal eine Pause gönnen und Erwin Zelazny spielen lassen, fragt er mich ernsthaft! Aha, da haben wir wohl noch so einen Verstrickten in die Manipulation, denn anders ist die Bitte nicht zu erklären. Philippe wird mit dem Auftrag doch auch in meinem Namen 1000€ auf den Sieg von Istres zu setzen hinaus komplementiert. Könnte ihm so passen, dass ich seine dunklen Machenschaften nicht durchschaue.
Istres (18) – Nantes (11) 1:3
Tore: (12.) 0:1 Cheyrou (Elf.), (22.) 0:2 Bonnes, (34.) 0:3 Cheyrou, (87.) 1:3 Ciaravino
Bevor wir in zwei Tagen die 8.Runde im Coupe de France bestreiten werden, ist es für mich an der Zeit, eine Konferenz einzuberufen, bei der die Vorgänge der letzten Wochen konstruktiv besprochen werden sollen. Zu meiner Überraschung ist auch Marcels Vater mit von der Partie. Das ist natürlich noch besser, denn letztlich kann er dann gleich entsprechende Maßnahmen einleiten. „Schön, dass auch unser Präsident zu dieser außerordentlichen Versammlung zugegen ist. Damit wird der Schuldige für die letzten Wochen auch gleich mit der angemessenen Strafe bedacht. Nämlich seiner Entlassung!“ Ich mache eine längere Pause, um die Nervosität bei demjenigen, der für diese hinterlistigen Versuche, mir meine Arbeit noch schwerer zu machen, als sie sowieso schon ist, aus der Reserve zu locken. Doch noch sind alle Beteiligten ruhig. Noch! „Wahrscheinlich wird Sie das Thema dieser Unterredung nicht allzu sehr überraschen, aber ich nenne es trotzdem. Es geht um die Verpflichtungsversuche von Simone Del Nero, Karel Pitká, Julien Gorius und Hugo Baras, die allesamt nur daran gescheitert sind, dass es hier eine undichte Stelle gibt! Irgendjemand hier im Raum singt wie ein kleines Rotkehlchen, wenn es darum geht einen neuen Spieler für diesen Verein zu finden! Und ich werde diese Konferenz nicht eher verlassen, bis sich der Schuldige zu seinen Taten bekannt hat und aus dem Verein entfernt wird!“
Selbstzufrieden blickte ich einem nach dem anderen tief in die Augen, um den Verräter an seinem verdächtigen Blick zu identifizieren und dingfest zu machen. Mein Versuch wurde allerdings jäh durch das Räuspern des Präsidenten unterbrochen. „Nun, Yanis, woher sollen wir denn wissen, dass du nicht selbst für die Preisgabe verantwortlich bist?“ „Aber das macht doch überhaupt keinen Sinn! Warum sollte ich mir das Leben denn selbst schwer machen.“ Hilfesuchend blickte ich Marcel an, der mit versteinerter Miene in die Leere starrte. Was wurde denn hier gespielt? Eilig drehte ich mich zu Waldemar Kita um, der in meinem Rücken saß. „Auch ich war in den letzten Wochen nicht untätig, Yanis. Auch ich habe viele Gespräche geführt, die mir den Schuldigen überführen sollten, doch egal mit wem ich sprach, die Spur führte nur zu einer Person, die, seit sie hier begonnen hat, viel Unruhe gestiftet hat.“ „Unruhe?! Habe ich nicht etwa die Ligaposition erreicht, die sie sich gewünscht haben ohne dabei das Budget zu sprengen? Habe ich...“ „Haben Sie nicht drei Leistungsträger verkauft, die dem Verein noch hätten weiterhelfen können? Wechseln nicht Sie ständig die Aufstellung ohne der Mannschaft eine Chance zu geben, sich einzuspielen?“
Der abrupte Wechsel zum Sie machte mir nun doch etwas Angst, aber ich ließ es mir nicht anmerken. Stattdessen fuhr ich herum und fixierte meinen Co-Trainer Philippe. „Sie stecken hinter dieser Geschichte, nicht wahr?! Deshalb sitzen Sie hier so selbstverliebt und grinsen mich in aller Seelenruhe an. Dieses Zusammentreffen dient doch nur einer Sache, oder? Meinem Rausschmiss!“ Mit dem letzten Satz wandte ich mich wieder Waldemar zu und der antwortete nur mit einem: „Sie lassen uns leider keine andere Wahl.“
....2 Tage später...
60 Stunden waren nun seit meinem Rauswurf vergangen. Nicht das mir mein Jobverlust irgendetwas ausmachte. Immerhin war ich es gewohnt, dass man als Revolutionär und Genie nicht immer nur auf Zustimmung stoßen würde. Mit meinem Engagement hatte ich aber sicherlich andere Vereine auf mich aufmerksam gemacht und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sie sich bei mir melden würden. Bis dahin konnte ich meine Freiheit genießen und mich auf den nächsten Job vorbereiten. Einzig und allein das Klopfen an meiner Tür zu solch später Stunde unterbrach meine Überlegungen für den Moment. „Wenn ihr kleinen Pis...“ Mir blieb der Satz im Hals stecken, denn vor mir standen nicht etwa die Rotzgören, die mich seit Tagen terrorisierten, sondern Marcel, bepackt mit zwei Taschen. „Ach du.“ sagte ich deshalb nur knapp. „Was kann ich für dich nachts um 23:40 für dich tun?“ „Ich wohne jetzt hier!“ Verdattert blickte ich ihm nach, als er sich auch schon an mir vorbei in meine Wohnung gedrängt hatte. „Sicher! Fühl dich wie zu Hause. So ein, zwei Tage wird das sicherlich geh...“ „Ein bis zwei Tage?!“ Marcel hatte die Taschen zu Boden geworfen und funkelte mich jetzt an. „Oh nein, mein Freund! Du hast mich meinen Job gekostet und auch meine Wohnung! Du wirst mich jetzt wohl oder übel ertragen müssen, genauso wie ich dich bisher ertragen musste. Dank dir ist meine Karriere jetzt vorbei, denn nach diesem unrühmlichen Abgang, wird mich wohl kein Verein mehr einstellen wollen. Und das habe ich nur der Freundschaft zu dir zu verdanken. Jetzt darfst du mal zeigen, was für du für einen Freund tust!“
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