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| Die Chroniken von Charleroi |
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| Poseidon:
Willkommen! Ich habe momentan einen interessanten Spielstand beim FM 2010 am laufen und befinde mich dort bereits im Jahr 2016. Ich wollte schon öfters eine Story über meine Zeit bei "Sporting du Pays de Charleroi" in der ersten belgischen Liga schreiben und jetzt - an dem Punkt, an dem der größte Vereinserfolg eingetreten ist und neue Herausforderungen warten - ist ein guter Zeitpunkt dafür. Es ist eine Geschichte die gemächlich anläuft, dann aber schnell an Fahrt gewinnt ohne dabei über das Ziel hinaus zu schießen. Es erwartet euch kein Spielstand in dem schon im 3. Jahr das Champions League-Finale erreicht wird, ich bin sogar sehr zufrieden mit dem Realismus des Spielstands. Wie ich mir das vorgestellt habe: Ich stelle ausführlich den Verein und die Vorgeschichte dar, um dann im "Jetzt" (Mai-August 2016) anzukommen und ab da (soweit es positives Feedback und die Nachfrage danach gibt) regelmäßig die weitere Entwicklung des Vereins bzw. des Spielstands in Updates zu veröffentlichen. Dabei werde ich nicht so tun als wäre es ein "echtes Leben" was hier erzählt wird, sondern immer mit dem Bewusstsein, dass ich als Computerspieler die Geschicke leite und es so nicht zu fiktiven Dialogen mit meinen Spielern oder den Vereinsbossen kommen wird. Doch genug der Vorrede, springen wir direkt rein in die Chroniken von Charleroi. Ich will nur noch anmerken, dass ich den Football Manager 2010 auf englisch spiele (siehe Screenshots) und versuchen werde möglichst wenige Anglizismen zu benutzen. Spielbare Ligen: Deutschland bis zur 3. Liga, die restlichen in der Regel bis zur 2. Liga. Darunter alle "üblichen Verdächtigen", sowie manche Exoten wie Südkorea, USA, Argentinien und Brasilien, Schweden, Russland und Griechenland. Aber vor allem auch Belgien. Und mitten in Belgien, in Wallonien genauer gesagt, liegt die etwa 200.000 Einwohner große Stadt Charleroi. Und der größte Verein dieser Stadt ist Sporting Charleroi, ein beständiges Mitglied der ersten belgischen Liga. Immerhin sind sie seit 1985/86 nicht mehr aus der 1. Liga abgestiegen. (Zumindest in meinem Spielstand, im "Real Life" sind sie diese Saison nämlich abgestiegen.) Große Titel sucht man in den Vitrinen auf der Geschäftsstelle vergeblich, wahrscheinlich stehen dort noch nicht mal welche. Die Erinnerungen an die größten Erfolge haben aber auch ohne Schaukästen schon etwas Staub angesetzt: - Belgischer Vizemeister 1968/69 - Belgischer Vizepokalsieger 1977/78 und 1992/93 Europäisch hat der Verein, der von seinen Fans aufgrund der Vereinsfarben und Trikots "die Zebras" genannt wird, übrigens auch schon ein paar Mal gespielt. 1969/70 schied man in der zweiten Runde des Uefa-Pokals gegen FC Rouen (Frankreich), 1994/95 in der ersten Runde gegen Rapid Bukarest (Rumänien) aus. Die internationale Erfahrung beschränkt sich damit auf 6 Spiele im Uefa-Pokal und 10 im Intertoto Cup zwischen 1995 und 2005 (3 Teilnahmen). Genau der richtige Ort um meinen deutschen Trainer Daniel Raum (Name der Redaktion bekannt) ins kalte Wasser des Profitrainergeschäfts zu werfen. Startreputation war übrigens "Professioneller Fußballer". Über den größten Teil der folgenden Ereignisse hatte er eine nationale Reputation. Und mehr als sieben Saisons lang kam auch nicht ein einziges Angebot eines anderen Vereins, was erklärt warum er immer noch in Charleroi trainiert. Und hier sind sie, die Chroniken von Charleroi 1. Saison (2009/2010) Und da stand in dann nun zu Beginn meiner ersten Saison. Von den Medien als einer der größten Abstiegskandidaten abgestempelt und mitten in der Reform des belgischen Ligasystems. Darüber allein könnte man schon Bücher füllen, hier die Kurzversion des Ligasystems: Die 16 Mannschaften spielen in der regulären Saison jeweils 30 Partien, danach spielen die Top 6 nochmal jeweils 2x gegeneinander, macht also 10 zusätzliche Partien. Nach den 30 ersten Spielen werden allerdings die Punkte geteilt, sodass die 10 letzteren an Wichtigkeit gewinnen. Wer dann oben ist hat die Liga gewonnen. Platz 2 startet in der Champions League-Quali, Platz 3 in der UEFA Cup-Quali und der 4. spielt ein Entscheidungsspiel gegen ... der Reihe nach: Die Teams auf den Plätzen 7 bis 14 spielen in je zwei 4er-Gruppen gegeneinander (ergo 6 Spiele pro Team). Die beiden Gruppenköpfe spielen dann nochmal gegeneinander (Hin- und Rückspiel!), sodass am Ende ein Team übrig bleibt. Und was hat das gewonnen? Es spielt gegen den 4. der Champions-Gruppe (oben beschrieben, die "Top 6") um den letzten verbleibenden Startplatz in der UEFA-Cup-Quali. Verwirrend genug? Anscheinend nicht, denn die beiden letzten der regulären Saison spielen in einer Relegationsgruppe unter Zunahme der besten Teams der 2. Liga um den Verbleib in Liga 1, aber das nur am Rande. Und ja, ihr habt richtig gelesen. Man kann Drittletzter werden und trotzdem im Jahr darauf Uefa Cup spielen! Die obige Version gilt so ab meiner zweiten virtuellen Saison, in der ersten Saison waren nur 15 Teams am Start obwohl es in der Realität schon 16 waren, keine Ahnung was SI damit erreichen wollte. Das hatte aber nur Auswirkungen auf die Abstiegsreglungen, ab der zweiten Saison waren es dann 16 Teams. (2008/09 waren es noch 18 Teams, wie gesagt: Ligareform im belgischen Fußball) Puh. Wo war ich? Ach ja. Mein Ziel war es die Abstiegsrelegation zu vermeiden und möglichst zwischen Platz 7 und 14 anzukommen um mit etwas Glück sogar das Ticket für Europa zu lösen, denn in Belgien ist alles möglich! Die finanzielle Lage des Vereins war nicht gerade rosig, für die ersten Jahre in Charleroi musste ich in der Regel mit 2-3 Millionen Euro für Gehälter und nochmal 1-2 Millionen für Transfers auskommen. Standard Lüttich beschäftigt gleichzeitig Spieler die alleine schon bis zu 2 Millionen im Jahr verdienen. Soviel zum Größenvergleich zwischen mir und den Spitzenteams, zu denen auch RSC Anderlecht gehört. Da die ersten Jahre schon sehr lange zurück liegen kann ich sie nur noch grob zusammenfassen. Die meisten Spieler spielen im Jetzt auch keine Rolle mehr. Spieler, die jedoch auch heute noch im Verein sind oder große Leistungen erbracht haben werden aber immer angemessen gewürdigt. Mit dem Franzosen Chabbert hatten wir einen guten Rückhalt im Tor stehen, die beiden ausgeliehenen Spieler Ederson und Raineau bildeten das zentrale Mittelfeld und mit dem Franzosen Théréau spielte ein erfahrener Torjäger im Sturm. Théréau war in dieser Saison auch der Spieler mit den meisten Toren, der besten Durchschnittsbewertung und obendrauf zum Liebling der Fans und Torschützen des Jahres gewählt worden. Außerdem hatten wir mit Badou Kéré einen Mann im Verein der schon weit über 250 Mal die Stiefel für Charleroi geschnürt hat. Die meisten Neuzugänge habe ich vereinslos von der Straße aufgesammelt: Darunter Djamel Belmadi, der Stammspieler im rechten Mittelfeld wurde, und Marcelo Silva, der immer starke Leistungen als rechter Verteidiger zeigte. Mein Königstransfer war jedoch die Verpflichtung von Thibaut Courtois, einem jungen belgischen Keeper, den ich für läppische 80.000 € aus Genk loslösen konnte. Er spielte zuerst keine Rolle und wurde Ersatzkeeper, aber merkt euch diesen Namen schonmal. Thibaut Courtois! Zum sportlichen Teil: Die reguläre Saison konnte ich auf dem 12. Tabellenplatz beenden, der Abstieg wurde also verhindert und in Folge die Jagd nach dem Europapokal-Ticket eröffnet. Leider wurde ich in der 4er Gruppe nur Zweiter, sodass die Saison für mich vorbei war. Im Pokal schied ich in der 7. Runde gegen Anderlecht aus (7. Runde! Das klingt mal nach einem Durchmarsch, nicht wahr? Leider nicht, die Erstligisten greifen im Pokal nämlich erst in der 6. Runde ein, ich schied quasi in Runde 2 aus.) Meister wurde Club Brugge nachdem sie in der regulären Saison nur 5. wurden und dann in der Championsgruppe richtig loslegten. Mechelen und Westerlo waren die Überraschungssteams, Genk auf dem 14. Platz die Enttäuschung. Generell muss man immer mit den 4 Teams Standard Lüttich, RSC Anderlecht, Club Brügge und Genk rechnen. Was hat der Rest so gemacht? Belgischer Meister: Club Brugge Belgischer Pokal: Standard (Finalgegner: KV Mechelen) Belgischer Supercup: Standard (Genk) Champions League: Juventus (Man Utd) UEFA Cup: AS Rom (Bremen) Premier League: Chelsea Ligue 1: Lyon Bundesliga: Bayern M. Serie A: Juventus Primera Division: Barcelona Weltmeisterschaft 2010: Brasilien (Serbien) [Deutschland verliert im Halbfinale gegen Serbien, Spanien scheitert in der Gruppenphase an Serbien und Honduras] Wie schlugen sich die belgischen Clubs international? Standard Lüttich: Champions League, 4. in der Gruppenphase RSC Anderlecht: UEFA Cup, Viertelfinale (vorher in der Champions League Qualifikation ausgeschieden) Club Brugge: UEFA Cup, 4. in der Gruppenphase Genk: UEFA Cup, 4. Qualifikationsrunde AA Gent: UEFA Cup, 3. Qualifikationsrunde |
| Poseidon:
2. Saison (2010/2011) Nachdem ich in der ersten Saison immerhin 96.000 € an Ablösesumme gezahlt habe, versuchte ich es im zweiten Jahr gänzlich ohne Griff ans Festgeldkonto. Gleich 7 Spieler kamen zu Saisonbeginn ablösefrei aufgrund von auslaufenden Verträgen. Erwähnenswert waren dabei nur Geoffrey Ghesquiére, ein defensiver Mittelfeldspieler und der Belgier Bram De Ly (linker Verteidiger), die langfristig wichtige Rollen im Team übernahmen. Ein weiteres Wort zum belgischen Ligasystem: Man muss pro Spiel mindestens 6 "homegrown players" im Kader haben. Das bedeutet, dass mindestens 6 Spieler bis zum 21. Lebensjahr für mindestens 3 Jahre in einem belgischen Verein ausgebildet worden sein mussten. Daher war es immer wichtig genug Belgier zu verpflichten bzw. aus der eigenen Jugend hochzuholen*. Ich machs kurz: Ich wurde in den ganzen Jahren eigentlich nur mit zwei Talenten gesegnet: Grégory Lazitch. Linker Verteidiger, seit Anfang an im Verein. Er spielte in dieser Saison noch keine Rolle, sollte aber ab der nächsten Stammspieler werden. * Eine weitere und von mir später oft praktizierte Methode ist es natürlich auch ausländische Spieler VOR ihrem 19. Geburtstag zu verpflichten. Solche Spieler kamen aber erst in den späteren Jahren. Das größte Talent Charlerois wird aber auf ewig Matteo De Coster sein. Er tauchte in dieser zweiten Saison in meiner Jugendabteilung auf und war von Anfang an gut genug für die 1. Mannschaft. In dieser Saison kam er zwar nur auf 6 Einsätze in der Liga, aber er deutete bereits sein Potential an, dass mit 3,5 bis 4 Sternen den Rest des Teams überragte. Er war somit der größte Hoffnungsträger der Stadt. Position: Zentrales Mittelfeld. Torgefährlich. Beide sind übrigens in Charleroi geboren und beide Namen sollte man sich merken, denn sie spielen auch im Jetzt eine Rolle. Grégory Lazitch und Matteo De Coster! Sportlich lief es alles andere als rund. Mit dem 14. Tabellenplatz konnte man noch gerade so den Abstieg verhindern. Es war am Ende auch nur die Gnade des Fußballgottes, die Lierse hinter uns ließ. Wir sind eigentlich ganz gut in die Saison gestartet, doch in der zweiten Saisonhälfte ging nichts mehr und wir haben mehrere Spiele am Stück verloren. Auch das richtungweisende Spiel gegen Lierse etwa 4 Spieltage vor Schluss konnte nicht gewonnen werden. Am Ende war es wirklich nur die Niederlage Lierses am letzten Spieltag, die uns vor dem Abstieg bewahrte, da wir selber auch nicht punkten konnten. Ich meine mich zu erinnern, dass Thibaut Courtois (der Torhüter den man sich merken sollte!) die zweite Saisonhälfte im Tor stand und die Leistungen alles andere als berauschend waren. Also hab ich für die nachfolgende Gruppenphase (Belgien! 14. Platz = Playoffs, Europapokalchance!) wieder auf den routinierten Chabbert gesetzt und damit sogar fast Erfolg gehabt. Am Ende wurde Charleroi immerhin 2. in der 4er Gruppe. Hauptsache war, dass die unsägliche Niederlagenserie gestoppt werden konnte. Chabbert war am Ende der Mann mit der besten Durchschnittsbewertung und wurde zum Spieler der Saison durch die Fans gewählt. Überraschender Meister wurde AA Gent, die auch ins Pokalfinale einzogen, dort aber gegen Anderlecht nicht die Überraschung packten. Im belgischen Pokal war für mich im Viertelfinale gegen Sint-Truiden Schluss. Das war aber kein Problem, da das Viertelfinale das obligatorische Minimalziel im Pokal darstellt. Was hat der Rest so gemacht? Belgischer Meister: AA Gent Belgischer Pokal: Anderlecht (Finalgegner: AA Gent) Belgischer Supercup: Club Brugge (Standard) Champions League: Man Utd. (Inter Mailand) UEFA Cup: Arsenal L. (HSV) Premier League: Chelsea Ligue 1: Lyon Bundesliga: Bayern M. Serie A: Juventus Primera Division: Barcelona [FC Sevilla steigt ab] Wie schlugen sich die belgischen Clubs international? Standard Lüttich: Champions League, Achtelfinale Club Brügge: Champions League, 4. in der Gruppenphase KV Mechelen: UEFA Cup, 4. in der Gruppenphase Roeselare: UEFA Cup, 4. Qualifikationsrunde RSC Anderlecht: UEFA Cup, 3. Qualifikationsrunde 3. Saison (2011/2012) Neue Saison, neues Glück. Wie wahr, wie wahr! In dieser Saison wurden auf den verschiedensten Seiten die Weichen für die weitere Zukunft Charlerois gelegt. Zum einen war da der beendete Stadionneubau. Zum Ende der Saison zogen wir in eine neues 35.493 Plätze umfassendes Stadion. In der Folge stieg der Zuschauerschnitt ab der 4. Saison von 14.000-16.000 auf 23.000-25.000 Zuschauer an. Und in der Kasse klaffte ein Riesenloch. Und wenn ihr euch kein Riesenloch vorstellen könnt, dann macht mal die Augen zu. Soviel Geld war noch übrig! Satte 70 bis 80 Millionen Euro an Verbindlichkeiten standen auf einmal in meinem Finanzschirm und ab da wurde von Charleroi nur noch als "the debt-ridden club" berichtet. In der Folge musste ich jeden Cent bei Transfers doppelt umdrehen und konnte oft nicht die Gehälter zahlen die ich wollte. Ich verlor pro Monat massiv an Geld und so manche Jahresbilanz ist am Ende in den roten Zahlen gelandet, manchmal konnte ich aber auch mit ein paar Millionen Gewinn abschließen, es lag halt immer an den Transfers. Auf jeden Fall hab ich momentan deswegen in meinem Profil beim Finanz-Attribut eine kümmerliche 1 stehen. In der 3. Saison war davon noch nichts zu spüren, das Geld war noch da (bitte an die Relationen denken! 2 Spieler von Lüttich verdienen soviel wie mein gesamtes Team!) und ich konnte mir die Spieler holen, die die nächsten Jahre prägen sollten. - Facundo Parra (ablösefrei). Ein argentinischer Stürmer, der schnell mein torgefährlichster Mann wurde. Ein Topspieler, der Charleroi sofort auf eine neue Stufe hob. Wurde in seiner Premierensaison bei der Wahl zum Spieler des Jahres Dritter. - Pablo Jerez (ablösefrei). Ein weiterer Argentinier (ich fahre oft die Noah-Taktik: Zwei von jeder Nation, obwohl es meistens Zufall ist, tbh), diesmal rechter Verteidiger. Er löste den Brasilianer Marcelo Silva auf dieser Position ab, mit Erfolg. - Koen van de Laak (ablösefrei). Ein niederländischer Stürmer. Bildete mit Parra die neue Spitze. Clublegende Théréau landete schnell auf der Bank. - Miroslav Radovic (800.000). Eine weitere Gottheit. Über Jahre der Stammspieler im rechten Mittelfeld mit ordentlich Zug zum Tor. Er machte viele wichtige Buden wenn im Sturm nichts lief. Diese 4 Spieler waren alle nicht mehr die jüngsten als sie kamen (so um die 26-28 rum) und schlugen sofort ein. Und dann war da Alexandre Coeff. Der Franzose kam für 250.000 vom RC Lens und dürfte um die 19 Jahre gewesen sein. Grade alt genug um nicht mehr als "homegrown player" in Frage zu kommen. Er spielte im zentralen Mittelfeld und bildete mit Matteo De Coster schnell die belgische Variante des Dortmunder Kinderriegels, nur eben im Mittelfeld. Die beiden Jungstars mit einem Potential von 4 Sternen haben die Liga richtig aufgemischt, wobei vor allem De Coster der torgefährlichere der beiden war. Wir fassen die Eckpfeiler von Sporting Charleroi nochmal kurz zusammen: Courtois im Tor, Grégory Lazitch als linker Verteidiger, Pablo Jerez auf der rechten Seite, im Mittelfeld Coeff und De Coster, die jungen Wilden sammeln erste Spielpraxis. Über rechts trifft Radovic öfter als dem Gegner lieb ist und vorne schieben Parra und van de Laak die Abpraller rein. Natürlich kamen noch ein paar mehr Spieler (vor allem junge Talente die den Sprung allesamt nicht wirklich schafften), sodass am Ende 10 Spieler für 1,1 Millionen Euro kamen. Etwa 10 weitere Spieler verließen auch wieder den Verein und brachten 800.000 € ein. Auf dem Platz war der große Umbruch zu Beginn noch nicht von ebenso großem Erfolg gekrönt, wobei ein 12. Platz mit 19 Punkten Abstand auf die Abstiegsplätze schon mal für ruhigere Nächte in Charleroi sorgte. Und in der abschließenden Gruppenphase gelang uns nach zwei 2. Plätzen diesmal der große Wurf. Cercle Brügge, Zulte Waregrem und Lokeren hatten nur das Nachsehen und Sporting Charleroi wurde Erster der Gruppenphase. Im darauf folgenden Match gegen den anderen Gruppensieger Westerlo kam es zu einer bitteren Niederlage. Nach dem Hinspiel sah alles ganz gut aus, aber dann ging es doch noch ins Elfmeterschießen. Meine Kicker verloren dort mit 3:1, weil sie nur einen von vier Elfmetern über die Linie würgen konnten. Der Traum von Europa war damit geplatzt, doch ein Schmankerl hatte die Saison noch! Lierse. Roeselare. Mechelen. Standard Lüttich. Und auf einmal stehst du im Pokalfinale! Koen van de Laak machte das einzige Tor in den beiden Spielen gegen Lüttich und sorgte somit für den ersten Sieg überhaupt gegen Standard zu diesem Zeitpunkt. Den kann man sich dann auch Mal fürs Rückspiel des Pokalhalbfinals aufheben. Und nach 77/78 und 92/93 stand Charleroi zum dritten Mal im Finale, der Gegner: RSC Anderlecht, das andere große Kaliber des belgischen Fußballs. Thibaut Courtois wurde mit 9.0 zum Spieler des Spiels erklärt, musste aber trotzdem zwei Mal hinter sich greifen. Anderlecht gewann standesgemäß 2:0 und wurde zum 11. Mal Belgischer Pokalsieger. Zum Europapokal wurden wir leider nicht eingeladen, Anderlecht brauchte das Startrecht selbst da man das Finale im Kampf um das Europapokalticket (4. gegen Sieger von Platz 7 bis 14) gegen Westerlo verloren hat. Westerlo war also doppelt Schuld dass wir nicht in den Uefa Cup kamen. Erst haben sie uns geschlagen, dann den Pokalsieger. Was hat der Rest so gemacht? Belgischer Meister: Standard Lüttich Belgischer Pokal: Anderlecht (CHARLEROI) Belgischer Supercup: Anderlecht (AA Gent) Champions League: Juventus (Valencia) UEFA Cup: Atl. Madrid (Benfica) Premier League: Chelsea Ligue 1: G. Bordeaux Bundesliga: Stuttgart Serie A: Catania [!!!] Primera Division: Barcelona [FC Sevilla steigt wieder auf] Wie schlugen sich die belgischen Clubs international? AA Gent: Champions League, 4. in der Gruppenphase RSC Anderlecht: UEFA Cup, 1. KO-Runde Standard Lüttich: UEFA Cup, 1. KO-Runde (in der Champions League Quali ausgeschieden) Roeselare: UEFA Cup, 4. Qualifikationsrunde Genk: UEFA Cup, 3. Qualifikationsrunde |
| Alcatraz:
Klasse Story bisher von den Carolos. War schon zweimal live im Stadion dort ;). Aber echt schade dass gerade Westerlo dich 2 mal ärgert um Europa :( |
| Poseidon:
@Alcatraz: Danke! :) Ja, Westerlo war mein Waterloo. ######### 4. Saison (2012/2013) Nachdem sich mein Kader während der letzten Spielzeit langsam gefunden hat konnten wir jetzt richtig angreifen. Durch den Stadionneubau waren in der Saison im Schnitt fast 10.000 Zuschauer mehr in der neuen Arena. Gegen Club Brugge war das Stadion zum ersten Mal komplett ausverkauft (35.493), dies blieb definitiv eine Seltenheit, der Schnitt lag bei etwa 25.000 Zuschauern. Die angespannte finanzielle Situation lies keine teuren Neuzugänge zu, der Großteil des Transferbudgets musste für die Gehälter eingesetzt werden. Letztendlich haben wir die Saison mit einem Transferplus von etwa 500.000 € beendet. Der Kader wurde verkleinert um Gehälter einzusparen, besonders die der älteren Ersatzspieler. Marcelo Lopes (Brasilien) und Adrián (Spanien) waren zwei junge Torhüter die ich als Ersatz hinter Thibaut Courtois eingeplant hatte. Sie waren beide U19, sodass sie zu "homegrown" Spielern werden konnten. Mit einem "homegrown" Torhüter und Ersatzkeeper hat man immerhin schon ein Drittel der Auflagen (6 HG-Spieler) erfüllt. Am Anfang war Adrián das größere Talent, später sollte Marcelo Lopes ihn einholen. Die beiden jungen Südamerikaner Severino (Brasilien) und Armando Blanco (Argentinien) wurden für die beiden Außenbahnen geholt. Severino war der schwächere, dafür sowohl im rechten als auch linken Mittelfeld einsetzbar, Armando Blanco ein guter Mann fürs linke Mittelfeld. Casper Noel wurde von Mechelen ausgeliehen und am Ende der Saison fest verpflichtet. Das passierte übrigens nicht wegen einer Kaufoption, sondern weil sein Vertrag in Mechelen schlicht auslief. Er war ein junger belgischer Mittelfeldspieler und als Mann für die nächsten Jahre gedacht. Wie gesagt, in dieser Saison erfolgten viele Transfers mit Blick auf die Zukunft, die Stammelf blieb größtenteils unverändert. Matteo De Coster war spätestens jetzt der unbestrittene Mittelfeldspieler und Kapitän der Mannschaft. Den Verein verlassen haben viele ältere Spieler die bereits seit der ersten Saison im Team waren, darunter auch der hoch angesehene Cyril Théréau, der allerdings keine Perspektive mehr im Kader hatte, genauso wie Kage und Kéré. Geoffrey Mujangi Bia hat den Verein ablösefrei verlassen und dafür hätte man mich eigentlich sehr leicht kritisieren können. Er war zu Spielbeginn zu Wolverhampton ausgeliehen und hatte einen Marktwert im sieben-stelligen Bereich. Es gab da nur ein großes Problem: Seine beste Position war linksaußen zwischen Mittelfeld und Sturm. Eine Position, die in meinem 4-2-2 keine Rolle spielte. Und als linker Mittelfeldspieler war er einfach nicht stark genug. Deswegen habe ich ihn bereits vor dieser Saison für 700.000 € Leihgebühr nach Hoffenheim geschoben. Leider wollten diese die stattliche Kaufoption nicht ziehen, sodass sein Marktwert immer tiefer fiel und ich ihm letztlich keinen neuen Vertrag angeboten habe. Finanziell hätte man da wahrscheinlich mehr rausholen können, allerdings hatte ich auch immer noch die Hoffnung er könnte sich gut weiterentwickeln. Dem war nicht so. Ich habe bisher noch kein Wort zu meiner Innenverteidigung verloren. Die ersten Jahre habe ich größtenteils komplett auf die 3 Innenverteidiger gesetzt, die schon seit Spielbeginn zum Kader von Charleroi gehörten. Vandenbroeck, Chakouri und Brillaut. Daran gab es auch in der 4. Saison nichts zu ändern, doch die drei Spieler wurden natürlich auch älter, sodass man bald über Alternativen nachdenken musste. Aus der eigenen Jugend kamen leider keine vielversprechenden Talente nach. Sportlich lief es in der "normalen" Saison vor den Playoffs mal so richtig rund. Von Oktober bis Mitte Dezember blieben wir 13 Spiele lang ungeschlagen (Vereinsrekord), darunter 5 Spiele in Folge ohne Gegentor (Vereinsrekord). Am Ende sicherte uns der zweite Platz zwar nicht die Vizemeisterschaft, aber zumindest die Teilnahme an der sechsköpfigen Championsgruppe. Ein Abschneiden unter den ersten Drei hätte für Europa gereicht, bei einem vierten Platz wäre man in die Playoffs gekommen (Spiel gegen den Besten der unteren Tabellenhälfte). Der zweite Platz konnte nicht gehalten werden, was aber kein Grund für lange Gesichter war. Bei einem Blick auf die Tabelle werdet ihr euch vielleicht fragen warum Charleroi 4. wurde, wo Genk doch ein schlechteres Torverhältnis hatte. Hier zählt bei Punktgleichheit zu aller erst die Anzahl der Siege, dann das Torverhältnis und dann die Anzahl der geschossenen Tore. Schade. Der vierte Platz konnte also nur eines bedeuten: Extraschicht! Wir mussten im Spiel um den letzten Europapokalplatz nun das beste Team der Plätze 7 bis 14 besiegen. Nach einer epischen Partie Schnick-Schnack-Schnuck hat man sich in der unteren Tabellenhälfte darauf geeinigt Germinal Beerschot ins Rennen zu werfen. Mit einem 5:2-Sieg "im Aggregat" (wie der Kaiser sagen würde) konnten wir Hin- und Rückspiel für uns entscheiden und waren somit in der nächsten Saison europäisch vertreten. (Hierzu ein Video der Feierlichkeiten in Charleroi: http://www.youtube.com/watch?v=PyJRKtpUUtU Ok, das mit dem Sekt müssen unsere Fanshop-Mitarbeiter offensichtlich noch üben.) Nichts zu feiern gab es dagegen im Pokal. In der 7. Runde (aka 2. Runde) war gegen den späteren Titelgewinner Anderlecht Schicht. Nach dieser erfolgreichen Saison gab es auch den ein oder anderen "Award" für meine Kicker: Facundo Parra (der argentinische Stürmer) wurde zum Spieler des Jahres gewählt, sowohl von der Liga, als auch von den eigenen Fans. Außerdem war er Dritter der Torschützenliste (16 Tore), 11x Man of the Match (Vereinsrekord) und hatte die beste Durchschnittswertung der Liga: 7.40 Mein linker Mittelfeldspieler Radovic wurde in der selben Kategorie mit einem Schnitt von 7.09 Zweiter. Was hat der Rest so gemacht? Belgischer Meister: Standard Lüttich Belgischer Pokal: Anderlecht (Finalgegner: Zulte-Waregrem) Belgischer Supercup: Anderlecht (Standard) Champions League: Barcelona (Liverpool) UEFA Cup: Zenit St. Petersburg (Arsenal L.) Europameisterscahft 2012: Frankreich (Belgien) [Da hab ich nichts mit zu tun, ehrlich! War auch keiner meiner Spieler im Kader. Deutschland und ("Anti-Turniermannschaft") Spanien in der Gruppenhase schon raus] Premier League: Man. Utd. Ligue 1: Lyon Bundesliga: Bayern M. Serie A: Juventus Primera Division: Real Madrid Wie schlugen sich die belgischen Clubs international? Standard Lüttich: UEFA Cup, 1. KO-Runde (vorher 3. in der Gruppenphase der Champions League) RSC Anderlecht: UEFA Cup, Viertelfinale Club Brugge: UEFA Cup, 1. KO-Runde (vorher in der Champions League Quali raus) Genk: UEFA Cup, 4. Qualifikationsrunde Westerlo: UEFA Cup, 3. Qualifikationsrunde |
| Poseidon:
5. Saison (2013/2014) Die neue Saison stand vor der Tür und die Vorfreude auf Europa wuchs. Bald würde man in der 3. Qualifikationsrunde des UEFA Cups ins Geschehen eingreifen. Da in den letzten Jahren viele ältere Spieler mit hohen Gehältern den Verein verlassen haben und durch junge Talente ersetzt wurden war etwas Spielraum für Transfers vorhanden. Für 575.000 € kam der portugiesische linke Mittelfeldspieler Carlos Cândido aus Valencia und war von Beginn an Stammspieler. Juanpe (190.000 €) war als Alternative in der Innenverteidigung gedacht. Leider war sein Potential letztendlich begrenzter als ich es erwartet habe, sodass es eher beim Backup-Dasein blieb. Romain Falkenberg (Mittelfeld) und Mamadou Doucouré (Sturm) waren weitere junge Talente, die vorerst in der U21 blieben. Arnaud Souquet (französischer defensiver Mittelfeldspieler) war als Ersatzspieler geplant. Im zentralen Mittelfeld starteten weiterhin De Coster und Coeff. Ich dachte mir, dass uns etwas Erfahrung im UEFA Cup sicherlich nicht schaden würde, sodass ich den belgischen Stürmer Igor de Camargo als vereinslosen Spieler verpflichtete. Sein Vertrag bei Standard Lüttich lief zuvor aus. Ansonsten vertraute ich ruhigen Gewissens auf den Großteil der Stammelf des letzten Jahres. Das Highlight des Saisonstarts waren natürlich die internationalen Partien. In der Auslosung der 3. Qualifikationsrunde wurde uns ein mehr als machbares Los zuteil: Beitar Jerusalem. Sehr interessant finde ich übrigens die Farbe der Sitzschalen im Jerusalemer Stadion: Teddy-Kollek-Stadion Am ersten August stieg das Hinspiel in eben diesem Stadion und wir konnten es locker mit 3:0 für uns entscheiden und waren quasi schon in der 4. Qualifikationsrunde. Vor nicht einmal 10.000 Zuschauern trafen Radovic (2) und Parra. Das Rückspiel vor heimischem Publikum wurde ebenfalls gewonnen: 1:0 nach Tor von Ghesquière. Die nächste Runde wartete. Wir waren nicht gesetzt bei der Auslosung und trafen so zwangsläufig auf einen starken Gegner. Es hätte schlimmer kommen können, war aber trotzdem eine sackschwere Herausforderung: CFR Cluj. Erneut mussten wir zuerst auswärts antreten. Cluj fertigte uns dabei souverän mit 2:0 ab, die Hoffnungen für das Rückspiel waren nur noch sehr gering. Im Rückspiel waren wir die letzten 30 Minuten zwar in Überzahl, doch 80 Minuten lang passierte nicht viel vor heimischer Kulisse (etwa 15.000 Zuschauer) bis Koen van de Laak in der 81. Minute das Netz zum Zittern und die Tribüne zum Beben brachte. Aber letztendlich blieb es beim 1:0-Sieg, zu wenig fürs Weiterkommen aber trotzdem eine gute Leistung. Nach dem Aus im UEFA Cup konnten wir uns vollends auf die Liga konzentrieren, und das war auch notwendig, denn am Ende war es eine Punktlandung auf Platz 6 die uns die Teilnahme an der Champions-Gruppe noch gerade so sicherte. Dabei half uns diesmal die selbe Regelung der belgischen Liga, die uns im Jahr zuvor den vierten Platz versaute: Bei gleicher Punktzahl und schlechterem Torverhätlnis hatten wir einen Sieg mehr als Sint-Truiden aufzuweisen. In den letzten 10 Spielen wurde Westerlo noch eingeholt, sodass am Ende ein guter 5. Platz zu Stande kam, leider zu wenig um sich für Europa zu qualifizieren. Oder doch nicht? Mit den beiden Zweitligisten Tournai und Union SG, sowie Roeselare und Zulte-Waregrem meinte es die zuvor mit feinster belgischer Schokolade bestochene Losfee sehr gut mit uns. Und schon war es wieder so weit: Zum vierten Mal stand Charleroi im Pokalfinale. Würde es diesmal reichen? Im Finale wartete leider kein ebenso leichtes Los sondern der amtierende und neue Meister Standard Lüttich. Und damit war klar: Charleroi würde auch nächstes Jahr international spielen! Das Finale lief denkbar bitter ab: Nach 22 Minuten brachte Miroslav Radovic (LM) uns in Führung, doch bereits in der 39. Minute glich Moussa Traoré für Standard aus. Mit dem 1:1 ging man in die Pause und auch in der zweiten Halbzeit änderte sich daran lange nichts. Alles sah schon nach Verlängerung aus, als Standards Starstürmer Artem Milevskyi in der 85. Minute zum 2:1-Sieg einnetzte. Wiedermal wurde es nichts mit dem Pokaltriumph aber die Teilnahme am UEFA Cup im nächsten Jahr war ein Trostpflaster, das beim Abziehen alles andere als weh tat. Miroslav Radovic wurde zum Spieler mit der zweitbesten Durchschnittsbewertung "gewählt" (der dritte Platz hatte einen besseren Schnitt, aber egal) Und ich durfte mich über den Preis des zweitbesten Trainers des Jahres freuen. Jippie! Was hat der Rest so gemacht? Belgischer Meister: Standard Lüttich Belgischer Pokal: Standard (Finalgegner: CHARLEROI) Belgischer Supercup: Standard (Anderlecht) [nationales Triple] Champions League: Chelsea (Lyon) UEFA Cup: Sevilla (Aston Villa) Premier League: Arsenal Ligue 1: Paris Saint-Germain Bundesliga: Bayern M. Serie A: Genua Primera Division: Barcelona Wie schlugen sich die belgischen Clubs international? Standard Lüttich: Champions League, 4. in der Gruppenphase Anderlecht: UEFA Cup, 4. Qualifikationsphase (vorher in der Champions League Quali raus) Genk: UEFA Cup, 4. in der Gruppenphase CHARLEROI: UEFA Cup, 4. Qualifikationsphase Zulte-Waregrem: UEFA Cup, 3. Qualifikationsphase |
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