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| Die Chroniken von Charleroi |
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| Poseidon:
@Zweikampfsieger: Danke fürs Weiterlesen! :) ### Ganze sieben neue Spieler standen am ersten Januar vorm Vereinsheim. Okay, gestanden haben nur drei, der Rest befand sich aufgrund der vorangegangenen Silvesternacht eher in einer Schräglage (Trainer mit eingeschlossen): Ties Peeters*: 21-jähriger Belgier, Zentrales Mittelfeld, 4 Sterne, 10.000.000 € von Rapid Wien Raul: 28-jähriger Brasilianer, Rechte Abwehrseite, 3,5 Sterne, 9.000.000 € von Juventus Turin Anton Yakovlev*: 21-jähriger Russe, Defensives Mittelfeld, 3 Sterne, 5.250.000 € aus Charleroi Bartosz Salamon: 27-jähriger Pole, Zentrales Mittelfeld, 3 Sterne, 5.000.000 € von Manchester City Álvaro: 19-jähriger Brasilianer, Stürmer, 2,5-3 Sterne, 2.900.000 € aus Bahia Michiel Hermans*: 17-jähriger Belgier, Linkes Mittelfeld, 1-3 Sterne, 675.000 € aus Charleroi Danielzinho: 18-jähriger Brasilianer, Linkes Mittelfeld, 2,5-3 Sterne, 525.000 € aus Goiás * = Belgier oder eingebürgerte Spieler, die nicht mehr unter die Ausländerbegrenzung fallen. Mit Michael Smith ging der beste Verteidiger für 2,4 Millionen nach Bordeaux. Dieser Transfer war schon vor meinem Amtsantritt klar. Außerdem gab ich im Laufe der Transferphase noch drei Mittelfeldspieler für jeweils eine gute Millionen ab. Durch die Abgänge von Maicon und Thielen hatte ich viel Geld zur Verfügung. Mehr als 13 Millionen waren am Ende sogar noch übrig. Peeters und Yakovlev waren wichtige Transfers, da die beiden homegrown Spieler sind. Raul, mit 3 Millionen Gehalt neuer Topverdiener, ist mit Abstand bester Spieler auf der rechten Abwehrseite und Salamon wird in der nächsten Saison eine wichtige Rolle spielen wenn Topstar Mauricio Pereyra den Verein ablösefrei verlassen wird. Der Kauf zweier Charleroi-Spieler war übrigens keine Racheaktion. Mit Orozco und De Coster ist man im Mittelfeld gut aufgestellt. Außerdem wechselte am selben Tag ein brasilianischer Mittelfeldspieler namens Daniel nach Charleroi. Den Transfer hatte ich noch vor meiner Entlassung eingefädelt. Yakovlev konnte also gut kompensiert werden und auch im linken Mittelfeld wäre Hermans erst einmal eh nicht zum Zug kommen. Die Transfers haben Lüttich auf jeden Fall vorangebracht. Zuvor hatte die Mehrheit der Spieler eine 2,5-Sterne-Wertung, dazu die drei großen Kicker M. Pereyra (Mittelfeld), Witsel (Mittelfeld) und Romero (Tor) mit 4 Sternen. Raul (3,5 Sterne), Peeters (4), Yakovlev (3) und Salomon (3) brachten also jede Menge Klasse mit. Danielzinho und Álvaro waren ebenfalls von Beginn an Kandidaten für die Startelf, vor allem Danielzinho sollte im linken Mittelfeld schnell neuer Stammspieler werden. Es wurden vier Freundschaftsspiele durchgeführt: Standard - LASK Linz 4:1 (Quique, Prosenik, Eigentor, Todorov) Standard - Slovan Liberec 2:0 (Tóth, G. Pereyra) Standard - Brondby 3:1 (Ojo, Tóth, Tóth) Standard - Chapelle 2:0 (Danielzinho, G. Pereyra) Nach sechs Jahren in Folge ging der Goldene Schuh zum ersten Mal nicht nach Lüttich. Ivan Perisic (Club Brügge) gewann vor Mauricio und Guillermo Pereyra (beide Standard Lüttich und weder verwandt, noch verschwägert) Rund um das Pokalspiel gegen Eupen wurden weitere Personalien geklärt: Faouzi Bejaoui, 22-jähriger Tunesier im defensiven Mittelfeld, wechselte für 800.000 € zu den Queens Park Rangers. Durch den Abgang meines besten Innenverteidigers in der Winterpause wurde Aleksandar Ignjatovic kurzfristig aus Kiew ausgeliehen. Der 30-jährige ist etwa auf dem gleichen Niveau wie die beiden besten verbliebenen Innenverteidiger und sorgte für die notwendige Tiefe auf dieser Position. Das wären nun auch alle Neuzugänge gewesen. Dann stand es an, das erste Spiel im Jahr 2019: Pokal gegen Eupen. 2016 kreuzten Lüttich und Eupen bereits die Klingen im heimischen Pokal, damals eine Runde zuvor. 6:1 gewannen die Lütticher, mir hätte heute auch ein 2:0 gereicht. Die mit sechs Neuzugängen bestückte 1B-Elf erreichte bereits nach einer halben Stunde die 2:0-Vorgabe und schaukelte diese gekonnt ins Ziel. Die beiden Tore erzielte der Ungar Pál Tóth. Charleroi setzte sich indes mit 1:0 gegen Cercle Brügge durch. Mein neuer Stürmer Álvaro wurde kurz nach seiner Ankunft bei uns für die südamerikanische U20-Meisterschaft berufen und fehlte uns somit für etwa vier Wochen. Am Ende wurde Argentinien U20-Meister Südamerikas und Álvaro in der vierten Partie der Hauptrunde verletzt. Er fiel zwar nur drei Wochen aus, aber es war in einer Zeit in der auch Milevyski verletzt war und wenig später die Saison für Pál Tóth schon beendet aussah. Im Februar verletzte sich mein ungarischer Stürmer für drei bis vier Monate - das tat weh. Die Viertelfinal-Auslosung des belgischen Pokals bescherte uns ein Duell mit Sint-Truiden. Mein Ex-Arbeitgeber Charleroi bekam mit Beveren das definitiv leichteste Los zugeteilt. Da auch das Halbfinale ausgelost wurde war klar: Standard - Charleroi würde frühstens im Finale stattfinden. Bei einem Sieg gegen Sint-Truiden würde unser Gegner entweder Club Brügge oder Genk sein. Aber: One step at a time! Machen wir doch sofort weiter mit Pokal: Hinspiel gegen Sint-Truiden: Nach einer desaströsen ersten Halbzeit (0:14 Torschüsse) kamen wir wie ausgewechselt aus der Halbzeit. In der 46. Minute gelang G. Pereyra per Kopf quasi mit der ersten Torchance das 1:0. Als ich das Tor pflichtbewusst auf einem Notizblock festhielt wunderte ich mich, warum die Wiederholung zum zweiten Mal eingeblendet wurde. Doch es war das 2:0! In der 53. Minute fiel es exakt wie das 1:0: Peeters mit dem Freistoß von der rechten Seite und diesmal stand Innenverteidiger Galván am langen Pfosten und köpfte die Kugel rein. Zwei Minuten später traf Tóth die Latte (natürlich wieder ein Kopfball), doch es blieb bei einem tollen 2:0-Sieg im Pokal-Hinspiel gegen Sint-Truiden. Bei meinem Ex-Club Charleroi fand indes der große Ausverkauf statt. Okay, ich habe auch zwei Spieler abgeworben, aber Hermans ist nur ein Nachwuchskicker und für Yakovlev habe ich 5,25 Millionen bezahlt - eigentlich viel zu viel. Aber neben Yakovlev gingen in der Winterpause sechs weitere Spieler des Profikaders zu neuen Vereinen: Rubén De Peretti (550.000 €, Steaua Bukarest), August Batoha (3.800.000 €, Hull), David Alcibiade (1.800.000, HSV), Sean Breen (1.800.000, Lille), Carlos Cândido (5.250.000, AZ Alkmaar) und Erivaldo (1.700.000, Schalke 04). Wenn ich mich recht erinnere kamen diese Spieler für einen Bruchteil der Ablösesummen nach Charleroi. Ich hatte also wirkliche Schnäppchen gemacht, bzw. die Kicker gut ausgebildet. Ich hätte sie nur nicht gleichzeitig verkauft, aber so regelt das der FM-Markt nunmal. Der Kader war über den Verhältnissen bestückt und das Management haute die Spieler jetzt raus, naja. Zusammen mit den Transfers von Mischenko, Courtois und Coeff kam Charleroi somit auf einen Transfererlös von ziemlich genau 50 Millionen Euro - fünfmal so viel wie man diese Saison ausgegeben hat. Neben dem Mittelfeldspieler Daniel, dessen Wechsel ich noch persönlich eingefädelt habe, wurden vier weitere Spieler geholt - doch das steht in keinem Verhältnis zu den Abgängen. Schade, wie schnell das Team auseinander brach. Das man trotz Geld nicht viel bzw. gut in neue Spieler investiert scheint ein großes Problem im FM 2010 zu sein. Vermutlich vor allem wenn man von der Reputation keine großen Fische an Land ziehen kann, obwohl das Geld dafür da wäre. Das ist so meine Theorie nach der Betrachtung der Transfertätigkeiten von Charleroi und Standard vor meiner Amtszeit. Wie es der Zufall so wollte, trafen wir in der ersten K.O.-Runde der Europa League auf Celtic Glasgow. Das Team, gegen das ich mit Charleroi bereits in der Gruppenphase spielen durfte und zweimal verlor. Nun hatte ich also die Chance auf Wiedergutmachung mit Standard Lüttich. Keeper Romero ging mit 483 gegentorlosen Minuten im Rücken in die Partie. Beinahe ebenso viele Minuten hatte Stürmer Philipp Prosenik nicht mehr für uns getroffen, doch wir hatten ja noch den starken Artem Milevskyi. Die erste Halbzeit hatte es bereits in sich und war das Eintrittsgeld wert. Nach 10 Minuten beendete Leigh Griffiths die Serie von Romero, doch Axel Witsel konnte nach einer Vorlage von Milevskyi ausgleichen. Wenige Momente später stand unser Verteidiger Galván unglücklich im Strafraum und lenkte den Ball ins eigene Tor. Doch Milevskyi hatte eine Antwort parat und traf zum 2:2. Mit dem Halbzeitpfiff knallte ein Kopfball von uns noch an die Latte, doch so blieb es zur Pause beim Gleichstand. In der 55. Minute musste ich bereits zum zweiten Mal verletzungsbedingt wechseln, doch der eingewechselte Ritchie Kitoko erhöhte mit seiner ersten Aktion in der Partie zum 3:2 für uns - ein super Weitschuss war das. Glasgow hatte darauf keine Antwort mehr, sodass wir ein 3:2 aus dem Celtic Park entführen konnten. Eine super Ausgangssituation für das Rückspiel im heimischen Stadion. Nach dem Sieg bekam ich eine Newsmeldung, die festhielt wie zufrieden alle in Lüttich mit mir waren. Aus meinen ersten 15 Partien konnten nämlich 10 gewonnen werden. Dies war anscheinend der Auslöser für diese News. Ich konnte auch sehr glücklich mit der bisherigen Leistung sein, lediglich die Verletzungssorgen wurden größer. Das Rückspiel gegen Celtic: Philipp Prosenik beendete seine über 600 Minuten andauernde Torflaute mit dem 1:0 für Standard in der 37. Minute. Ein schottischer Verteidiger war über das Tor so erzürnt (Abseits-Verdacht), dass er nach Meckerns mit gelb-rot den Platz verlassen musste. Entsprechend entspannt konnten wir die zweite Halbzeit mit einem "4:2" im Rücken und in Überzahl angehen. In der 65. Minute erhöhte der zur neuen Saison ablösefrei nach Porto wechselnde Prosenik gar auf 2:0 (also 5:2), der Drops war zu diesem Zeitpunkt gelutscht, zumal Glasgow zuvor einen weiteren Spieler mit der Ampelkarte verlor. Nur ein paar Minuten später machte der Österreicher den Hattrick perfekt und verwandelte per Elfmeter zum 3:0. Der bereits gelb vorbelastete Verursacher des Strafstoßes durfte gnädigerweise auf dem Feld bleiben. Genau so muss man eine Torflaute beenden! Standard Lüttich zog somit durch ein 3:2 und 3:0 gegen Celtic Glasgow ins Achtelfinale der Europa League ein. Gegner dort: Palermo, der zu diesem Zeitpunkt Sechste der Serie A. In der Liga bekamen wir langsam ein paar Probleme. Den vielen Englischen Wochen am Stück und langfristigen Verletzungen dreier Stammspieler mussten wir irgendwann Tribut zollen. Nachdem wir mit fünf Siegen und zwei Unentschieden ins Ligajahr starteten, verloren wir im Spiel nach dem tollen Sieg gegen Glasgow 0:1 gegen Mechelen. Da Germinal Beerschot mit unserer Serie Schritt halten konnte (fünf Siege, drei Unentschieden, also ein Punkt mehr als wir im neuen Jahr) und keine Dreifachbelastung erleiden musste, standen wir zu diesem Zeitpunkt sogar nur auf dem zweiten Tabellenplatz. Auch Genk und Mechelen spielten eine bärenstarke Rückrunde, sodass die vier Teams an der Spitze drei Spieltage vor Ende der regulären Saison nur vier Punkte trennten: Beerschot: 54, Lüttich: 53, Genk und Mechelen: 50. Doch nach der regulären Saison würden wir in 10 Partien gegen die Top 6 der Liga spielen und die Zuversicht war groß, dass wir uns dann etwas absetzen könnten. Aber die vermeintlichen Außenseiter Beerschot und Mechelen waren nicht zu unterschätzen! Alles in allem sah es aber gut aus: Zweiter in der Liga, 2:0-Führung vor dem Rückspiel gegen Sint-Truiden im Pokal und alle Chancen gegen Palermo in der Euro League. Solange sich keine weiteren Stammkräfte verletzten würden, konnte man darauf aufbauen. Meine Angst war lediglich, dass die Dreifachbelastung uns im Titelendspurt teuer zu stehen kommen könnte. |
| Poseidon:
Der vorletzte Beitrag. Rückspiel im Pokal gegen Sint-Truiden: Beim Auswärtsspiel in Sint-Truiden ging es darum den 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel über die Zeit zu retten und im Optimalfall mit einem eigenen Auswärtstor die Sache klar zu machen. Es war natürlich wieder Ex-Carolo Facundo Parra, der uns die Suppe versalzen wollte. Sein 1:0 kurz nach der Halbzeit wäre noch kein größeres Problem gewesen, doch nach einer Stunde lenkte mein Verteidiger Funso Ojo einen Freistoß der Gastgeber unhaltbar ins Tor. Somit stand es 2:2 und alles war wieder offen. Doch nur Sekunden später lenkte mein anderer Innenverteidiger, Israel Galván, wiederum eine Ecke auf der anderen Seite des Platzes ins Tor und wir führten mit 3:2 nach beiden Partien. Sint-Truiden musste nun zwei Tore schießen, traf allerdings gar nicht mehr. So konnten wir uns trotz einer 1:2-Niederlage für die nächste Runde qualifizieren. Dort trafen wir auf Genk, zeitgleich ging es für Charleroi gegen Anderlecht zur Sache. Zwischen dem Pokalspiel und der Europa League gegen Palermo war wieder die Liga angesagt: Diesmal setzten wir uns mit 2:0 deutlich gegen Sint-Truiden durch. Der einzige Wermutstropfen: In beiden Partien gegen Sint-Truiden haben sich jeweils die eingesetzten linken Mittelfeldspieler verletzt. Auf dieser Position krochen wir auf dem Zahnfleisch in die Partie gegen Palermo. Die Mannschaft stellte sich vor der Partie gegen das Team der Serie A praktisch von selbst auf. Vor allem im zentralen Mittelfeld drückte der Schuh. Entweder waren die Spieler verletzt, nicht registriert (Yakovlev, Peeters und Salomon spielten bereits für ihre Ex-Vereine international), oder mussten auf den Flügeln aushelfen. Somit gingen wir mit gebremster Euphorie in das Gastspiel in Palermo. In der dritten Partie in Folge verletzte sich ein Flügelspieler, diesmal Axel Witsel, einer meiner besten Spieler und eigentlich in der Zentrale zu finden. Doch diese Tatsache rückte am Abend schnell in den Hintergrund, den wir konnten uns einen sensationellen 1:0-Auswärtssieg erkämpfen. Artem Milevsyki - wer sonst? - köpfte die Kugel in der 25. Minute ins Tor. In der zweiten Halbzeit verlegten wir uns komplett aufs Kontern und verteidigten mit Mann und Maus die fragile Führung. Für das Rückspiel würden meine beiden Flügelspieler auch wieder fit sein - wenn sie sich bis dahin nicht erneut verletzt haben sollten. Bei Cercle Brügge erkämpften wir uns einen Last-Minute-Sieg (3:2). Trotz zwei neuer Verletzungen gingen wir mit Zuversicht ins Rückspiel gegen Palermo. Das Rückspiel gegen Palermo: Aus dem Hinspiel nahmen wir eine 1:0-Führung ins heimische Stadion mit. Als Danielzinho nach fünf Minuten die Kugel an den rechten Pfosten setzte und der Ball dann gefährlich nahe entlang der Torlinie tänzelte, blieb mein Herz kurz stehen. Doch die frühe Führung blieb uns verwehrt. Zwei Minuten später knallte der Ball nach einer gehörigen Portion Strafraumgewimmel sogar an die Latte, es war zum Verzweifeln. Doch wir waren das klar bessere Team bisher. Wir machten das Feld sehr breit und stellten Fabio Cannavaros Männer wie bereits im Hinspiel vor ernsthafte Probleme. Auch in Halbzeit waren wir besser, sodass gar keine Notwendigkeit darin bestand die 1:0-Führung aus dem Hinspiel mit aller Kraft zu verteidigen. Und so kam es, dass Danielzinho, der nach fünf Minuten nur den Pfosten traf, in der 55. Minute das 1:0 erzielte. Palermo musste nun schon zwei Treffer machen, wäre dann aber auch direkt weiter gewesen. In der 71. Minute gelang Palermo auch der erste Treffer, sodass unseren Fans zwanzig Minuten Fingernägelkauen bevorstand. Als die Nachspielzeit bereits ein paar Sekunden überschritten war und der letzte Palermo-Kopfball über das Gehäuse schwirrte war grenzenloser Jubel angesagt! 1:0 und 1:1. Wir standen im Viertelfinale der Europa League! Zusammen mit Napoli, AS Monaco, Catania, Deportivo, Man. City, Aalborg und den Young Boys Bern. Der Manchester-City-Kelch ging an uns vorüber, doch aus den letzten drei Losen Bern, Aalborg und Monaco bekamen wir mit dem AS Monaco den vermutlich schwierigsten Gegner zugesprochen. Aber natürlich besser als die Teams aus England, Spanien oder Italien. Sollten wir gegen Monaco gewinnen, wäre unser Gegner im Halbfinale entweder Deportivo La Coruna oder Napoli. In der Vorsaison erreichte Lüttich erstmals das Viertelfinale der Europa League und konnte sich gegen Olympique Marseille durchsetzen. Im Halbfinale war dann gegen Catania Schluss. Die Auslosung im Überblick: Standard/AS Monaco - Deportivo/Napoli Catania/Man. City - Young Boys/Aalborg Am letzten Spieltag der regulären Saison kam es zum Spitzenspiel zwischen Lüttich und Beerschot. Die Ausgangslage war einfach: Der Sieger würde am Ende oben stehen und die beste Ausgangslage für den Endspurt in der Meistergruppe haben. Es wäre übrigens der erste virtuelle Sieg für Beerschot gegen Lüttich überhaupt. Das galt es zu verhindern! Und das gelang auch äußert erfolgreich. Mit einem klaren 3:0 (Elfmeter Milevskyi, Eigentor Beerschot, Kopfball Witsel) fegten wir die Gäste vom Feld und holten somit wenigstens einen Mini-Vorsprung auf die Verfolger heraus. Die Abschlusstabelle der regulären Saison und die Starttabelle der Meistergruppe findet ihr hier: Charleroi schaffte den Cut nur deshalb nicht, weil sie einen Sieg weniger als Roeselare auf dem Konto hatten. Das war zwar schade, aber in der unteren Tabellenhälfte konnte man sich ja auch einen Europapokal-Startplatz erkämpfen. Für den waren die Carolos sicherlich ein großer Favorit. Die Ausgangslage war dieses Jahr so einfach wie nie zuvor: Da Genk, Beerschot und Mechelen eine ungerade Anzahl an Punkten hatten und somit einen halben Zähler geschenkt bekamen, war klar: Sollten wir am Ende mit einem dieser Teams punktgleich liegen, würden wir in jedem Fall die bessere Platzierung erreichen. Unser Ziel konnte es also sein, am Ende genauso viele Punkte zu haben, wie der beste Konkurrent. Warum auch nicht? Bevor es in der Liga so richtig zur Sache ging stand wiedermal der Pokal an. Hinspiel im Duell mit Genk, zuerst mussten wir auswärts ran. Es war eine richtig hart umkämpfte Partie in der ich die Gastgeber auch als die bessere Mannschaft sah. Doch ein 0:0 wurde es nicht, denn in der 85. Minute bediente der gerade erst eingewechselte Bartosz Salamon den Brasilianer Álvaro optimal und dieser schob den Ball zum entscheidenden 1:0 ins Netz! Das Auswärtstor war da, wiedermal eine super Ausgangslage für das Rückspiel gelegt - klasse! Es freute mich auch für Salamon, er kam seit seinem Wechsel nicht auf allzuviele Einsätze. In der Liga lief es rund, zwei 1:0-Siege gegen Mechelen und Beerschot sorgten für einen komfortablen 4-Punkte-Vorsprung. Doch im Spiel gegen Beerschot verletzte sich ausgerechnet Topstürmer Artem Milevskyi. Der Ukrainier drohte in beiden Spielen gegen Monaco auszufallen. Womit wir beim Thema wären: Heimspiel gegen den AS Monaco. Europa League, Viertelfinale. Und die Monegassen fuhren ganz dicke Geschütze auf. Stürmer 1 (Haris Seferovic) schoss 12 Tore in 13 Europapokalspielen und 11 in 16 Ligaspielen, Stürmer 2 (Ishak Belfodil) traf 14x in 11 internationalen und 13x in 24 Ligaspielen. Die Verhinderung des Auswärtsgegentores wurde somit zur "Operation wacklige Brücke". Das Spiel war auch ein Wiedersehen mit einem ehemaligen Charleroi-Verteidiger: Stjepan Svrljuga spielte 1,5 Jahre unter mir und war auch auf dem Papier damals der stärkste Verteidiger in Charleroi, doch seine Leistungen waren sehr bescheiden und mit einer Millionen Euro Transfergewinn schob ich ihn nach Tel Aviv. Jetzt spielt er also für den AS Monaco. Wir verloren die Partie zwar mit 0:1, aber die Leistung war trotzdem ganz beachtlich. Zu Beginn waren wir das bessere Team, Prosenik traf sogar das Lattenkreuz, doch nach 30 Minuten gingen die Gäste in Führung. Auf dem Ergebnis kann man aber trotzdem aufbauen. Ein bisschen Zielwasser hätte allerdings nicht geschadet, die Chancen waren schließlich da. Die Generalprobe fürs Rückspiel im Viertelfinale glückte mit einem 2:0 gegen Roeselare in der Liga. Milevskyi wurde für das das Spiel gegen Monaco nicht rechtzeitig fit, trotzdem setzte ich ihn auf die Bank. Wir konnten wiedermal gut mithalten, doch bereits nach 18 Minuten trafen die Monegassen in unser Netz. Somit brauchten wir schon zwei Tore. Die Chancen dazu hatten wir auch, aber die Bälle gingen entweder knapp vorbei oder wurden vom glänzend aufgelegten Torwart entschärft. Erst in der 65. Minute traf Álvaro mit einem ansehnlichen Drop Kick aus der Drehung zum 1:1 (bzw. 1:2). Das ging auch voll in Ordnung. Wir waren unserem ersten (und auch unserem zweiten) Tor näher als die Monegassen ihrem zweiten Treffer. Jetzt fehlte uns nur noch ein Tor und die Devise war klar: Alles auf Angriff. Als Benteke in der 72. Minute mit viel Anlauf den Kopfball nach einer Álvaro-Flanke ansetzte, hab ich die Kugel schon drin gesehen, doch der Keeper konnte erneut entschärfen! Álvaro setzte kurz vor Schluss noch einen Schuss aufs Tor, doch auch dieser Ball ging nicht rein. Anscheinend wurde uns in der 82. Minute auch noch ein Elfmeter verwehrt. Passiert! So verabschiedeten wir uns mit einem verdienten Auswärtsunentschieden aus der diesjährigen Europa League. Nach einem nicht ganz zufriedenstellenden 0:0 gegen Mons traten wir zum vierten Mal in Folge zu einem Spiel unter der Woche an: Pokalhalbfinale gegen Genk, das Rückspiel. Gleichzeitig war dies der erste von drei Vergleichen mit Genk innerhalb von zwei Wochen. Aus dem Hinspiel nahmen wir eine 1:0-Führung mit in die Partie vor heimischer Kulisse. Das Ziel war ganz klar: Die Null halten. Philipp Prosenik beglückte uns bereits nach acht Minuten mit einem seiner seltenen Tore (1:0). In der 50. Minute erzielte Genk das erste Gegentor, sodass nun wieder Zittern angesagt war. Ein weiteres Tor, und wir wären vorerst raus gewesen. Axel Witsel hätte in der 77. Minute den Sack zumachen können, doch er traf nicht und so ging das Zittern weiter. Am Ende konnten wir jedoch das Unentschieden halten und erreichten somit das Pokalfinale. Gegner - na klar! - Sporting Charleroi. Die Spieler mussten nach der Partie erstmal geschlossen ins Sauerstoffzelt. Als ich ihnen das Restprogramm zeigte, wollten die ersten schon ihre Verträge kündigen. Sechs Ligaspiele standen noch aus. Am 27.04., 01.05, 04.05., 06.05., 08.05. und 11.05. Das war wirklich ein grenzwertiger Terminplan, in den auch keine Europa League mehr reingepasst hätte. Drei Spiele in fünf Tagen, was soll das? Und es war ja bei weitem nicht so, als müssten wir die Spiele nur locker runter spulen. Zu diesem Zeitpunkt lagen wir punktgleich mit Mechelen auf dem ersten Platz, da diese bereits eine Partie mehr absolviert hatten. Zumindest die Verletzungssorgen hatten sich gelegt und ich konnte auf beinahe alle Spieler zurückgreifen. Auf ein peinliches 0:1 gegen Germinal Beerschot (erste Ingame-Niederlage für Lüttich gegen diesen Gegner!) folgte ein souveränes 2:0 in Genk. Vier Spieltage vor Schluss schien lediglich KV Mechelen noch ein ernsthafter Konkurrent um den Titel. Der Vorsprung betrug gerade einmal drei Punkte und ein direktes Duell stand noch aus. Genk und Beerschot waren mit sieben Punkten Rückstand bereits weit abgeschlagen. Im Auswärtsspiel gegen Roeselare kamen wir nicht über ein 0:0 hinaus (2x Latte, 1x Pfosten!). Dabei wurden manche Schlüsselspieler für das zwei Tage später stattfindende Match gegen Mechelen in einer Woche geschont. Unerwartete Schützenhilfe bekamen wir (fast) von Beerschot. Bis zur 87. Minute sah alles nach einem Sieg der Antwerpener gegen Mechelen aus, doch am Ende ging die Partie 1:1 aus. Immerhin: Der Abstand von drei Punkten blieb somit gewahrt. Am drittletzten Spieltag ging es nach Mechelen, zur richtungweisenden Partie beim Zweitplatzierten. Ein Sieg, und wir wären so gut wie Meister, denn durch die Regelung mit den geraden und ungeraden Punkten würde es uns am Ende der Saison bekanntlich reichen, wenn wir genau so viele Punkte wie Mechelen auf dem Konto hätten. Doch Racing Genk wäre mit einem Sieg im Parallelspiel theoretisch noch in der Lage gewesen, einen Punkt mehr als wir zu holen. Eine vorzeitige Meisterschaftsfeier hing also auch von dem Ergebnis der Partie Beerschot - Genk ab. Der Fitnessvorteil lag klar auf unserer Seite. Beim Gegner waren mehrere Spieler müde, wir konnten dagegen auf die geschonten Stammspieler zurückgreifen. Kiew-Leihgabe Aleksandar Ignjatovic, seines Zeichens Innenverteidiger, erzielte in der 13. Minute das 1:0 nach einer Ecke. Der Ball wurde von einem Verteidiger unglücklich abgefälscht und brachte uns auf die Meisterstraße. Nur zehn Minuten später verloren wir den anderen Innenverteidiger Funsu Ojo nach einer Notbremse an Mechelens Topsstürmer Valk. Ein schlimmer Rückpass von Guillermo Pereyra brachte ihn in diese brenzlige Situation. Ein 1:1 zur Halbzeit wäre gar nicht unverdient gewesen, wir hatten teilweise großes Glück in der Abwehr. Nach 54. Minuten war jedoch klar: Mechelen würde nicht mehr Meister werden. Axel Witsel stand einmal mehr am langen Pfosten in der Luft und köpfte die Kugel ins freie Tor (2:0). Mechelen erholte sich nicht mehr von diesem Schock, doch der Sekt musste warm bleiben. Genk gewann 1:0 gegen Beerschot und konnte somit noch 49 Punkte erreichen, während wir nur 48 auf dem Konto hatten. Ein Punkt in den verbleibenden zwei Spielen hätte also gereicht. Da traf es sich ja gut, dass wir nur zwei Tage später ein Heimspiel gegen Genk bestreiten durften. Für beide Teams war es das dritte Spiel innerhalb von fünf Tagen. Entsprechend wild gestaltete sich meine Mannschaftsaufstellung mit zwei Jugendspielern und einem völlig übermüdeten rechten Mittelfeldspieler. Meine Starspieler Milevskyi, Witsel und Peeters mussten beim Aussteigen aus dem Mannschaftsbus bereits von den Co-Trainern gestützt werden und blieben dementsprechend auf der Bank. Danielzinhos Tor nach acht Spielminuten wurde wegen Abseits nicht gegeben. Mit 0:0 ging es in die Halbzeit und es sah eigentlich danach aus, als würden wir mit einem Unentschieden Meister werden, doch in der 58. Minute köpfte der talentierte Verteidiger Stanislav Chovan sein erstes Tor für Genk und brachte die Gäste somit auf zwei Punkte an uns heran. Das gefiel mir jetzt nur bedingt und machte die Geschichte nur unnötig spannend. Denn auch der eingewechselte Milevskyi konnte kein Tor mehr erzielen, sodass die Meisterschaft auf den letzten Spieltag vertagt wurde. Genk traf dann zuhause auf Mechelen, während wir nach Mons reisen durften. Uns reichte weiterhin ein Unentschieden für die Meisterschaft. Das sich mein 8-Millionen-teurer Rechtsverteidiger im Spiel gegen Genk für zwei bis drei Monate außer Gefecht setzte, trug ebenfalls nicht zu einer besseren Stimmung in der Kabine bei. Im nächsten und letzten Post dann die Auflösung: Wird Lüttich Meister? Und wer wird eigentlich Pokalsieger? |
| Poseidon:
La grande finale 11. Mai 2019. An diesem Tag entschied sich die belgische Meisterschaft. Genk oder Lüttich, das war die Frage. In 20 Duellen gegen Mons verlor Lüttich nur ein einziges. Eines der 19 anderen Ergebnisse hätte an diesem Tag gereicht, ein Punkt war genug. Die Müdigkeit meiner Spieler war bei weitem nicht so schlimm wie befürchtet, man konnte schon von einer fitten Stammelf reden. Milevskyi wartete derweil seit 488 Minuten auf einen Treffer. Vorschlag: Heute. Genk empfing Mechelen, wir spielten in Mons. Nach 25 Minuten stand es in beiden Stadien noch 0:0. Zu diesem Zeitpunkt holte sich ein Offensivspieler von Mons nach einer Schwalbe in unserem Strafraum seine zweite gelbe Karte ab. 65 Minuten in Überzahl - aber gerne doch! In der 43. Minute öffnete Clublegende Artem Milevskyi die Tür mit der Aufschrift "Meisterschaft", die mir in Charleroi mehrmals verschlossen blieb. Nach einer langen Flanke von Rechtsverteidiger Babb nahm Milevskyi den Ball seelenruhig an und schob ihn am Keeper der Hausherren vorbei zum 1:0. Zur Halbzeit stand es in Genk weiterhin 0:0, jetzt mussten in der zweiten Hälfte schon drei unglücklich Tore fallen um uns auf die bittere Verliererstraße zu bringen, es roch nach dem Titel. Auch nach 75 Minuten hatten die Spielstände bestand. Jetzt konnte doch nichts mehr schief gehen, oder? In der 87. Minute erzielte der Marokkaner Mbark Boussoufa im letzten Ligaspiel seiner Karriere das 2:0 für Standard Lüttich! Jetzt war es durch. Standard Lüttich wurde Meister und Boussoufa konnte in Ruhe seine Laufbahn als Meisterheld beenden. Dafür brauchte er gerade mal 12 Ligaspiele, der Flügelspieler wechselte erst zu Saisonbeginn zu Standard Lüttich. Kurze Zeit später pfiff der Schiedsrichter ab. 0:0 in Genk. 0:2 in Mons. Lüttich war Meister! Nicht souverän, nicht glorreich, aber trotzdem. Und das zum vierten Mal in Folge! Das letzte Saisonhighlight stieg traditionsgemäß in Brüssel, im Stade Roi Baudouin. Das belgische Pokalfinale. Nachdem ich 2015/16 und 2016/17 den Pokal zweimal hintereinander mit Charleroi gewann, gab es für mich nun die Möglichkeit den zweiten Titel in Folge für Lüttich einzufahren. Letztes Jahr gewann man mit 4:0 gegen Zulte Waregem, als ich mich mit Charleroi bereits früh aus dem Pokal verabschiedete. Das Wiedersehen mit meinem Ex-Team soll die vorerst letzte Partie in diesem Spielstand bzw. dieser Story sein. Auf Lütticher Seite spielte mit Anton Yakovlev ein Ex-Carolo. In der Startaufstellung von Charleroi fand ich neun Spieler, die ich in Charleroi verpflichtet oder ausgebildet hatte, darunter das Eigengewächs Matteo De Coster und der Brasilianer Daniel, den ich zwar gekauft, aber nie unter mir spielen lassen konnte. Die Torwartposition überraschte mich jedoch. Der Brasilianer Marcelo Lopes stand in der Startaufstellung. Von Nikolay Bakhtin, dem Ausnahmekeeper, war im Spielberichtsbogen keine Spur. Grund: Er wurde vor zwei Monaten nach Moskau verkauft und spielt nun für ZSKA. Ist natürlich auch eine Taktik: Ich holte ihn damals ablösefrei und nach einer 3/4 Saison verkauft das Management ihn für 10,25 Millionen weiter. Dadurch verpasste Charleroi jedoch als Siebter die Teilnahme an der Meistergruppe und auch im Kampf um die Europapokalplätze (-> belgisches Ligasystem, siehe Beitrag Nr. 1) gewann man zwar das Halbfinal-Rückspiel gegen Club Brügge mit 3:0, verlor jedoch zuvor das Hinspiel mit 5:0. Die letzte Möglichkeit für einen versöhnliches Saisonabschluss war somit der Pokalsieg, und ausgerechnet ich sollte das jetzt verhindern. In den ersten zwanzig Minuten waren wir das klar bessere Team. Yakovlev schlug gefährliche Ecken und Freistöße auf den Kasten seiner Ex-Teamkollegen und Artem Milevskyi scheiterte nach einem Bilderbuch-Konter an Marcelo Lopes. Nach genau einer halben Stunde hatte jedoch Charleroi die erste Möglichkeit und Mads Stokkelien traf sogar ins Netz! Doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits. Das wäre ja noch schöner gewesen, wenn ausgerechnet der Norweger, der in meiner letzten Saison in Charleroi nie einen Treffer erzielte und damit Mitschuldiger an meinem Rausschmiss war, heute das Tor zum Pokalsieg erzielen würde. So blieb es beim 0:0 zur Halbz... Nein! Philipp Prosenik schoss in der zweiten Minute der Nachspielzeit die 1:0-Führung für Standard Lüttich! Alle haben sie schon auf den Halbzeitpfiff gewartet, doch Axel Witsel legte den Ball auf den Österreicher, der die Kugel in seinem letzten Spiel für Lüttich (er wird zum FC Porto wechseln) in die Maschen haute. So ging es mit 1:0 in die Halbzeit. Ausgerechnet Buyens! Der fußballerisch eher limitierte Belgier, der erst zur zweiten Hälfte eingewechselt wurde, traf in der 60. Minute zum 1:1-Ausgleich für Sporting Charleroi. Unter mir hat er nicht so oft gespielt, vielleicht war er ja deswegen heute hoch motiviert. Das lässt der amtierende Meister und Pokalsieger natürlich nicht lange auf sich sitzen! Bereits fünf Minuten später köpfte Artem Milevskyi den Ball nach einer Flanke von Ties Peeters an Lopes vorbei ins Tor. 2:1, der alte Vorsprung war wiederhergestellt. Wiederum nur zwei Minuten später: Felipe Bastos (der war neu in Charleroi) zog aus der Distanz ab, Sergio Romero konnte den Ball nur abprallen lassen und Roberto Castillo verwandelte den Abstauber zum 2:2. Der alte Spielstand war wieder hergestellt. Also, der von vor dem alten Vorsprung. Egal, weiter geht's! Nach drei Toren in sieben Minuten beruhigte sich die Parte und langsam aber sicher lief die reguläre Spielzeit dem Ende entgegen. In der 91. Minute explodierte der Lütticher Fanblock nachdem Ties Peeters den Ball im gegnerischen Kasten versenkte. Doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits und die Aussicht auf eine Verlängerung wurde wieder real. Das war eine ganz knappe Entscheidung, im Zweifelsfall gleiche Höhe. 2:2 der Spielstand. Doch Lüttich hatte noch einen im Köcher: In der 90+2. Minute köpfte Artem Milevskyi den Ball aufs Tor - Glanzparade Marcelo Lopes! Die finalen Sekunden der vierten Minute der Nachspielzeit liefen, als Anton Yakovlev zum Eckball schritt. Die letzte Aktion der regulären Spielzeit, das war sicher. Anton Yakovlev, 119 Pflichtspiele bestritt er für Sporting Charleroi, wurde zweimal Pokalsieger, zweimal Vizemeister, einmal Vizepokalsieger, zu Saisonbeginn gewann er noch den Super Cup gegen Lüttich, jetzt schlug er die Flanke vor 50.000 Zuschauern. Nicht im schwarz-weißen, sondern im roten Dress. Der Ball segelt in den Strafraum, Ziel kurzer Pfosten. Buyens, Stokkelien und Dogaru warten nur darauf die Kugel rauszuköpfen. Doch da kommt Aleksandar Ignjatovic! Der Serbe rauscht in die Flugbahn und verlängert den Ball in Richtung langer Pfosten. Lopes streckt sich, doch er kommt nicht ran! Der Ball ist drin! Ignatovic erzielt in der vierten Minute der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer! Das Spiel wurde gar nicht mehr angepfiffen. Standard Lüttich war Pokalsieger! Der 1,92m-Serbe bescherte mir den dritten Pokalsieg! Und den 7. Platz in der belgischen Hall of Fame. Einmal Meister mit Lüttich, zweimal Pokalsieger mit Charleroi, und jetzt noch einmal mit Lüttich. Macht 60 Punkte. Ron Jans, der aktuell führende in dieser Liste, hat 120. Was aber viel wichtiger war: Mein erstes Double! Und ein würdiges Ende für diese Story. Das war also der "kleine" Epilog zu dieser Story. Zu den 450 Spielen in Charleroi gesellten sich noch 39 als Cheftrainer von Standard Lüttich. Macht 489, davon 228 Siege, 127 Unentschieden und 134 Niederlagen. Titel: Drei belgische Pokalsiege, einen Super Cup und eine Meisterschaft. Innenverteidiger Israel Galván gewann mit 21 Jahren die Auszeichnung als bester junger Spieler des Jahres. Sergio Romero wurde Torhüter der Saison. Romero, Witsel und G. Pereyra kamen in die Elf des Jahres (kein Charleroi-Spieler schaffte dies) und ich wurde nach fünf Podestplätzen in Folge (1x Dritter, 4x Zweiter) zum Manager des Jahres gewählt! Das Präsidium von Standard Lüttich gab am Abend des Pokalsiegs bekannt, dass das Stadion um 16.000 Sitzplätze erweitert werden soll. Die neue Kapazität würde dann beinahe 54.000 Plätze betragen. Da hat wohl jemand noch was vor. ############## Aber ohne mich. :) Vielen Dank fürs Lesen und Tippen, es hat mir großen Spaß gemacht. So, das wärs dann eigentlich auch von meiner Seite. Ich kann euch natürlich noch meine neue Story "Der Gerdmann kommt" ans Herz legen. Merci. |
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