Ich war jetzt ziemlich lange inaktiv - war jetzt auch wenn eher der Leser, denn der Schreiber - und denke, hier passt es am ehesten rein.
Es soll einfach nur ein kleiner Erfahrungsbericht aus meiner Elternzeit sein, falls das jemanden interessiert oder sich das einer von euch noch überlegt.
Ich bin vergangenes Jahr Ende November in Elternzeit gegangen, geplant waren 9 Monate. Ich war schon bei unseren beiden Jungs jeweils 2 Monate in Elternzeit, aber diesmal bei unserer Tochter haben wir dazu entschieden, einfach, weil es finanziell am meisten Sinn ergibt, da meine Frau mehr verdient, ihre Arbeitszeiten als Schulsozialpädagogin an einer Grundschule natürlich ganz human sind (gekoppelt an die Unterrichtsstunden) und sie obendrein ach meinte, "Jetzt bist du mal an der Reihe, ich habe keinen Bock mehr!"

Sie war aber auch bei unserem Großen ganze 2 Jahre zu Hause und bei unserem zweiten Sohn auch nochmal ein Jahr. Somit haben ihr jetzt bei unserer Tochter 7 Monate (Elternzeit inkl. Mutterschutz) ausgereicht.
Ich muss sagen, ich habe bisher auch jedes Mal die Zeit zu Hause genossen, war aber natürlich nie alleine, bei den Jungs waren wir ja immer gemeinsam zu Hause, diesmal also vom einen auf den anderen Tag komplett alleine. Aber es hat wirklich alles gut geklappt. Somit war ich dann (endlich mal) in der Alleinverantwortung. Nachdem ich zuerst noch dachte, ah, wenn meine Kleine ihren Mittagsschlaf macht, finde ich sicher mal Zeit die Playsi anzuschmeißen oder auch mal nen Film zu schauen. Habe mir sogar noch von einer Arbeitskollegin vor meiner Abwesenheit einen Tipp für eine Serie eingeholt. Bis heute habe ich davon nicht eine Minute geschaut, nie angefangen. Haha, obwohl ich wusste, was alles zu tun ist, habe ich mir dann tatsächlich auch selber Sachen gesucht, die mich wirklich beschäftigt haben, wie z. B. den Keller ausmisten und als das Wetter besser wurde draußen im Garten was zu machen. So war dann am Ende fast gar kein PS oder TV. Ich habe aber auch nochmal stärker gemerkt, wie durchgetaktet und voll alles bei uns ist (mit Haushalt, Einkauf, Mittagessen), da ich einige Ideen hatte, wenn ich die Jungs ausm Kindergarten abhole, was wir dann alles machen. Das heißt nicht, dass wir nix gemacht haben, aber gemessen an dem, was ich vorhatte, war das echt wenig. So viele Faktoren, wie schlechtes Wetter, krank, andere Verabredungen, Fußballtraining, sonstige Hobbys oder einfach nur der Wunsch zu Hause bspw. Holzeisenbahn zu spielen, haben das echt nicht leicht gemacht.
Naja, schlussendlich war es wie bei allen Projekten, die man sich auch so vornimmt, man wird irgendwie nie fertig und hat dann noch was für den nächsten Tag übrig.
Es war aber echt eine schöne Zeit, in der ich die Arbeit auch zu keiner Sekunde vermisst habe. Hatte mir sogar noch meinen Laptop mit nach Hause genommen und meinte, ich kann vlt. hin und wieder mal unterstützen, wenn es nötig ist. Halt dann nur vormittags, während dem Mittagsschlaf. Im Endeffekt ist es nie dazu gekommen, zum Glück.
Einige meinten auch, ob mir nicht die Decke auf den Kopf fallen würde. Das kann ich klar verneinen. Wenn man es richtig angeht und das auch wirklich als Zeit für und mit seinen Kindern und seiner Familie sieht, kann das gar nicht passieren. Meiner Meinung nach. Und abends, wenn die Kinder schlafen, und wir haben da seit jeher feste Rhythmen und Rituale, die das einfach machen, bleibt auch immer noch Zeit, um was anderes zu erleben, Zeit mit der Frau (Partner*in) verbringen, Freunde treffen, Fußball oder einfach nur chillen.
Dies soll wie oben erwähnt nur ein eigener Erfahrungsbericht sein und niemandem vorgreifen das zu machen, aber die Zeit gibt einem keiner zurück und ich bin total glücklich das gemacht zu haben, und wenn es finanziell möglich gewesen wäre, hätte ich bzw. hätten wir sicherlich noch mehr dieser Zeit in Anspruch genommen. Aus eben auch diesen finanziellen Gründen bin ich dann tatsächlich auch einen Monat eher, also nach insgesamt 8, wieder zur Arbeit gegangen. Elterngeld Plus ist nunmal nicht so der Burner. Aber nur für 15 Stunden den ersten Monat, auch wegen Eingewöhnung der Kleinen im Kindergarten und der bevorstehenden Einschulung vom Großen. Ab dem zweiten Monat habe ich dann aufgestockt, arbeite jetzt täglich bis 13 Uhr. Mein Arbeitgeber is in dieser Hinsicht sehr gut aufgestellt, es gibt viele Teilzeitkräfte bei uns. Und auch dieser Punkt ist der einzig logische, denn da meine Frau wie erwähnt an einer Grundschule arbeitet, muss sie auch oftmals an Nachmittagen arbeiten, zu Hause was auf- bzw. vorbereiten (Projektarbeit) oder auch mal an Konferenzen teilnehmen. Daher hätte ihr Teilzeit gar nix gebracht, außer weniger Geld und die Frage, was machen wir an solchen Tagen nachmittags mit den Kindern. Unterstützung von der Familie wie Großeltern haben wir da nicht wirklich, das müssen wir alles alleine organisieren.
Meine Frau ist als in der Regel auch ab 13:30 Uhr, 14:00 Uhr zu Hause, da haben wir somit alle Nachmittage für uns. Und das ist schon was schönes, wir haben alle viel Zeit miteinander und auch, wenn ich nicht immer der Vater des Jahres bin, sind unsere Kinder doch froh und glücklich darüber nur bis mittags max. 14:30 Uhr in externer Betreuung zu sein und zu Hause mit den Eltern sein zu können.
Daher einfach nur meine Empfehlung, falls sich einer von euch das überlegt, auch für längere Zeit, es
finanziell machbar ist und auch beruflich (bspw. als Selbstständiger ist das so eigentlich gar nicht drin) und auch organisatorisch, dann macht es! Es lohnt sich. Es ist ein "Dienst" für eure Kinder und eure Familie.
Auch egal, falls andere Familienmitglieder das nicht so gut finden oder Arbeitskollegen meinen, das könne man aber nicht machen, weil dann die Arbeit liegen bleibt, entscheidet euch für euch und eure Familie, wenn ihr das vorhabt und wenn alle Voraussetzungen auf eurer Seite stimmen.
Das solls dann auch erstmal sein mit dem Roman.
