Der ManCity-Fall ist so ungeheuerlich wie er kompliziert ist. Unisono hört man, dass hier die Glaubwürdigkeit der Premier League insgesamt auf dem Spiel steht, Das sehe ich ebenfalls so. Kommt City mit einer Geldstrafe davon, wäre das lächerlich geradezu und in Newcastle und Paris wird man sicher sehr genau beobachten, was hier durchgewunken wird und was nicht. Der Kicker hat in einer Dreisatzrechnung ermittelt, dass ManCity 185 Minuspunkte erhalten würde, würde man das abgemilderte Strafmaß ansetzen, das Everton erhalten hat. Allerdings hat Everton kooperativ gehandelt und Reue gezeigt, was Manchester City in beiden Fällen nicht getan hat. Alternativ gäbe es das Modell, 300 Minuspunkte zu bekommen, die erst im laufenden Spielbetrieb abgearbeitet werden müssen, was einem Abstieg bis in die vierte oder fünfte Liga bedeuten würde.
Interessant ist, dass aktuell der Zeitraum 2009 bis 2018 betrachtet worden ist. Was, meint Ihr, wird herauskommen, wenn man den Zeitraum nach 2018 beleuchtet? Ich gehe nicht davon aus, dass die Selbstherrlichkeit und Arroganz der Verantwortlichen hier nachgegeben und die Geschäfte sauber abgelaufen sind. Man betrachte dafür alleine die Transfers in diesem Sommer. Und so ganz sicher sollte sich Chelsea auch nicht sein, denn deren Aktivitäten werfen bei leichter Betrachtung alleine auch Fragen auf.
Es bleibt am Ende die persönliche Bewertung: ist dieser Vorgang um Manchester City und der Vorgang um Infantino in diesem Jahr gerade ein Beleg für die Verkommenheit und Abgehobenheit des modernen Fußballs? Oder ist es eher positiv, dass es hier wie dort den Anschein hat, dass der große Widerstand (natürlich nicht aus moralischen Gründen!) doch für eine verbliebene Selbstreinigungskraft steht?