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| Henningway:
Ich habe mir die Frage schon tausend Mal gestellt. Ich stelle sie mir nun ein tausendeinstes Mal. Eine Freundin, schwer in rechter Verschwörungsthematik versunken, teilt per WhatsApp den Screenshot der AGB der ADAC-Versicherung. Dort steht wortwörtlich: "Die Unfallversicherung leistet nicht bei folgenden Unfällen: [...] Impfschäden aufgrund staatlich angeordneter Massenimpfungen [...]". Untertitelt mit dem erwartbaren "Haben wir es doch gewusst!!"-Kommentar. Gut, denke ich, das lässt sich ja sicher recherchieren. Fünf Worte bei Google und ich finde: Faktencheck und Widerspruch von Correctiv, Stellungsnahme des ADAC, diverse Erläuterungen von Versicherungsagenturen und Versicherungsmaklern sowie einen X-Feed des Tatort-Regisseurs Bohn, der dieser Sache ebenfalls nachgegangen und sie aufgeklärt hat. Tenor: ja, es stimmt, dieser Passus steht in den AGB des ADAC, allerdings seit 2007. Und er steht deshalb darin, weil die Versicherung Impfschäden im Einzelfall prüfen möchte, anstatt sie, wie bis dato üblich, pauschal gar nicht zu versichern. Massenimpfungen erschienen den Justiziaren dann wohl als sinnvolle Ergänzung, um sich vor Klagewellen zu bewahren. Jedenfalls: die Behauptung, der ADAC hätte klammheimlich die AGB nach Corona geändert, ist falsch. Alles halb so wild also. Und jetzt frage ich mich: wenn es so einfach ist, sowas zu recherchieren und aufzuklären, warum werden diese Dinge dann dennoch geteilt? Natürlich, kaum jemand wird sich die Mühe einer Recherche machen. Aber was sitzt so tief, dass man solche Dinge dann unkritisch teilt? Was geht im Kopf vor? Einerseits: der Politik zu misstrauen, geschenkt. Aber es geht hier um den ADAC. Oder um belieb ige andere privatwirtschaftliche Unternehmen. Womit haben die sich denn ihr Misstrauen verdient? Eine ähnliche Frage stelle ich mir aktuell in der Klimadebatte: nachdem die Leugnung des Klimawandels inzwischen aus der Mode gekommen ist und man kaum mehr die früher üblichen "Aber früher gab es das auch!"- oder "Eiszeit"- oder "Normale Zyklen!"-Postings finden kann, findet man heute statt dessen simple Herbeisehnungen des Klimawandels: "40 Grad in Südfrankreich im Februar? Hoffentlich bei uns auch bald." Der totale Niedergang der Diskussionskultur wird immer totaler. Warum nur? |
| j4y_z:
Die Logik ist einfach: der ADAC steckt mit dem Deep State unter einer Decke bzw ist unterwandert von bösen Mächten, die dich kaputtimpfen wollen. |
| DragonFox:
Weil früher keine Diskussionskultur in diesem Umfang stattfand. Mal hier und da im Stammtisch, in der Familie, im Freundeskreis oder beim Friseur. Aber nie in der Masse, wie wir es in den Social Media erleben, mit Querfeuer von allen möglichen Seiten. Je mehr Informationsangebot es gibt, desto diverser ist die Auswahl. Und einfache Lösungen, die bequem sind und ins eigene Weltbild passen, sind einfacher zu akzeptieren. Es ist einfacher sich nicht für den Klimawandel verantwortlich zu zeigen und abzulehen. Es ist nochmal einfacher ihn einfach als wünschenswert anzunehmen als ständig gegen etwas zu sein. Es spart Energie. Abgesehen davon passt die Komplexität der meisten Sachverhalte nicht in einen 160 Zeichenpost und zu mehr als Überschriften lesen reicht die Zeit nicht. Diese anderen Meinungen gab es früher sicher auch, aber nicht in dem Umfang und mit der Verfügbarkeit. |
| GameCrasher:
Ich glaube nicht dass das irgendwas mit dem ADAC an sich zu tun. Irgendwelche Deep Staates. Die Größe des Unternehmens alleine reicht dazu. Das hätte jede andere größere Organisation genauso sein können. Die Frage nach der Recherche. Als Kind wurde mir immer gesagt "Wer nichts weiß, muss alles glauben." Und viele glauben eben lieber denen, die ihre Meinung bekräftigen. Mehr steckt wohl auch da nicht dahinter. Eine Kombination aus Faulheit, ideologischer Blindheit, gepaart mit einer nicht geringen Menge Dummheit würde ich das umschreiben. |
| Tim Twain:
Ich denke es ist einfach Vertrauen in die Informationsquelle |
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