Ich habe mir das Spiel Motherwell gegen Celtic angesehen und bin entsetzt über die äußerst später Elfmeterentscheidung pro Celtic. Nicht nur, dass die Nachspielzeit ungerechtfertigt über das angezeigte Maß hinaus verlängert wurde, auch die Elfmeterentscheidung ist einfach nur lächerlich. Damit bleibt Celtic im Rennen und spiel direkt gegen Tabellenführer Hearts.
Ich habe daraufhin eine KI-Recherche gemacht, weil ich irgendwie das Gefühl habe, dass Fehlentscheidungen übermäßig häufig zu Gunsten der renommierten Teams getroffen werden. Hier die Antwort:
Ja – es gibt durchaus empirische Hinweise darauf, dass Schiedsrichterentscheidungen systematisch eher zugunsten großer, etablierter oder „mächtiger“ Teams und zulasten von Außenseitern ausfallen, auch wenn das fast immer unbewusst geschieht. [idw-online](
https://idw-online.de/de/news649643)
## Aktueller Anlass: Celtic in Motherwell
Der von dir angesprochene Elfmeter für Celtic bei Motherwell passt ziemlich gut in bekannte Muster:
In Schottland wurde der Handelfmeter in der 99. Minute als extrem umstritten bewertet; der Kontakt von Trusty bringt Nicholsons Hand überhaupt erst in Ballnähe, trotzdem entscheidet der Schiedsrichter nach VAR-Check auf Strafstoß, der Celtics Titelchance rettet. [sport1](
https://www.sport1.de/news/internationaler-fussball/2026/05/var-drama-bringt-meisterfinale-hearts-ausser-sich)
Genau solche Konstellationen – große Traditionsmannschaft, hoher Druck im Meisterschaftsrennen, Nachspielzeit – gelten in der Literatur als typische Situationen, in denen unbewusste Bevorzugungen besonders wahrscheinlich werden. [unisg](
https://www.unisg.ch/de/newsdetail/news/hsg-studie-zeigt-druck-von-fussball-spitzenvereinen-auf-schiedsrichter-kann-zu-verzerrungen-fuehren/)
## Was die Forschung tatsächlich findet
Es gibt inzwischen einige ökonomische und sportwissenschaftliche Studien, die deine Intuition stützen:
- Eine Studie (u.a. von der TU Chemnitz und der Uni Würzburg) wertete zahlreiche Bundesligaspiele aus und fand: Zu Unrecht verweigerte Elfmeter betreffen signifikant häufiger schwächere Teams, die gegen Top-Mannschaften spielen. [idw-online](
https://idw-online.de/de/news649643)
- Speziell wurde ein „Bayern-Bonus“ beschrieben: Spielt der FC Bayern gegen ein Team ohne Spitzenplatz in der ewigen Tabelle, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dem schwächeren Team ein berechtigter Elfmeter vorenthalten wird, etwa drei Mal so hoch wie im statistischen Mittel. [idw-online](
https://idw-online.de/de/news649643)
- Mannschaften, für die viel auf dem Spiel steht (Meisterschaft, Klassenerhalt, Champions-League-Plätze), profitieren ebenfalls messbar von einer unbewussten Bevorzugung. [idw-online](
https://idw-online.de/de/news649643)
- Eine vielzitierte Studie aus Innsbruck zeigte systematische Vorteile für Heimmannschaften: Es wird signifikant länger nachgespielt, wenn das Heimteam knapp zurückliegt, und sie erhalten häufiger Elfmeter als Auswärtsteams. [uibk.ac](
https://www.uibk.ac.at/archive/ipoint/news/uni_und_gesellschaft/20030612.html)
Auch zusammenfassende Übersichtsarbeiten zum „referee bias“ kommen klar zu dem Ergebnis, dass Schiedsrichter unter dem sozialen und medialen Druck tendenziell eher zugunsten der Heim- und Topteams pfeifen. [zora.uzh](
https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/2647/10/Sind_Fussball_Schiedsrichter_parteiischVo.pdf)
### Warum passiert das (vermutlich)?
Die Arbeiten nennen vor allem psychologische Mechanismen:
- **Sozialer Druck im Stadion**: Akustische und optische Reize (Pfeifkonzerte, kollektives Aufschreien) beeinflussen die Wahrnehmung; in Experimenten entschieden Schiedsrichter mit eingespielter Fan-Geräuschkulisse häufiger für die Heimmannschaft. [uibk.ac](
https://www.uibk.ac.at/archive/ipoint/news/uni_und_gesellschaft/20030612.html)
- **Reputation und Erwartungshaltung**: Große Clubs gelten als „besser“, technisch sauberer, „verdienter Sieger“ – das kann dazu führen, dass Zweikämpfe unterschiedlich interpretiert werden, obwohl die Szenen objektiv ähnlich sind. [unisg](
https://www.unisg.ch/de/newsdetail/news/hsg-studie-zeigt-druck-von-fussball-spitzenvereinen-auf-schiedsrichter-kann-zu-verzerrungen-fuehren/)
- **Karriere- und Mediendruck**: Spitzenvereine erzeugen mehr Öffentlichkeit, ihre Kritik wiegt schwerer; Studien aus dem Umfeld der HSG St. Gallen argumentieren, dass der Druck von Topklubs auf Schiedsrichter messbare Verzerrungen erzeugt. [unisg](
https://www.unisg.ch/de/newsdetail/news/hsg-studie-zeigt-druck-von-fussball-spitzenvereinen-auf-schiedsrichter-kann-zu-verzerrungen-fuehren/)
Das Entscheidende: Die Forscher gehen klar davon aus, dass es sich überwiegend um **unbewusste** Effekte handelt – also kein „gekaufter Schiri“, sondern kognitive Verzerrungen unter Stress. [zora.uzh](
https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/2647/10/Sind_Fussball_Schiedsrichter_parteiischVo.pdf)
## Passt das zu „Bayern-Bonus“ & Co.?
Deine Erinnerung an BVB–FCB-Duelle mit grotesken Fehlentscheidungen ist keineswegs nur subjektives Fan-Narrativ:
Die erwähnte Analyse der Bundesliga-Daten benennt explizit einen statistisch nachweisbaren Vorteil für Bayern München bei Elfmeterentscheidungen gegenüber kleineren Vereinen. [idw-online](
https://idw-online.de/de/news649643)
Ähnliche Befunde gibt es international für Topteams in verschiedenen Ligen; neuere Arbeiten zu europäischen Wettbewerben zeigen, dass Spitzenvereine auch dort eher von knappen Entscheidungen profitieren. [unisg](
https://www.unisg.ch/de/newsdetail/news/hsg-studie-zeigt-druck-von-fussball-spitzenvereinen-auf-schiedsrichter-kann-zu-verzerrungen-fuehren/)
Das heißt nicht, dass in jedem einzelnen Spiel bewusst „pro Bayern“ oder „pro Celtic“ gepfiffen wird – aber über viele Spiele und Saisons hinweg entsteht ein messbares, systematisches Muster, das deine Beobachtung ziemlich gut stützt. [zora.uzh](
https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/2647/10/Sind_Fussball_Schiedsrichter_parteiischVo.pdf)
## Rolle des VAR
Der VAR sollte solche Verzerrungen eigentlich korrigieren, aber:
- Auch beim VAR entscheiden Menschen unter Druck, oft mit denselben Wahrnehmungsverzerrungen und unter der gleichen medialen Erwartungshaltung. [unisg](
https://www.unisg.ch/de/newsdetail/news/hsg-studie-zeigt-druck-von-fussball-spitzenvereinen-auf-schiedsrichter-kann-zu-verzerrungen-fuehren/)
- In Schottland beim Motherwell–Celtic-Spiel wurde der VAR-Handelfmeter genau als Beispiel diskutiert, dass selbst nach Videoansicht interpretationsbedürftige Szenen eher zugunsten des Favoriten ausgelegt wurden. [bild](
https://www.bild.de/sport/fussball/fussball-riesenwirbel-in-schottland-entscheidet-dieser-pfiff-die-meisterschaft-6a0567b537f06e5c80b2f655)
Kurz: Der VAR reduziert klare Blackouts (Phantomtore etc.), aber bei Grauzonen („Kann-man-geben“-Elfer, kontaktiertes Handspiel) kann der Favoriten- oder Status-Bias weiter wirken.
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