Dem kann ich nur zustimmen, GameCrasher. Die Klimakrise ist die Mutter aller Krisen. Ich denke, auf diesen Satz lässt sich das alles eindampfen. Und genau dieser wesentliche Punkt ist in der Breite der Gesellschaft, aber dramatischerweise eben auch in Politik und Medien, vielfach glaube ich noch nicht wirklich begriffen worden. Australien und China haben jetzt beispielsweise schon angekündigt, an ihren Plänen zum Klimaschutz (die unzureichend sind) nichts ändern zu wollen. Viele Konservative scheinen immer noch zu glauben, man könne über den Klimawandel in irgendeiner Form verhandeln, das Problem lösen durch die Art und Weise Politik zu machen, wie man es schon immer getan hat: verhandeln, verschleppen, verzögern, um am Ende bei einem Minimalkonsens zu landen.
Und ja, alles was du oben schreibst, wird eintreten, wenn wir beim Klimaschutz nicht endlich aus dem Quark kommen (und mit "wir" meine ich die Weltgemeinschaft, denn nochmal: niemand behauptet, Deutschland könne die Welt alleine retten). Einige der genannten Folgen werden so oder so eintreten, egal was wir tun. Ich glaube aber auch, dass diese nach Panikmache anmutenden Szenarien - so fundiert sie auch sein mögen - niemanden überzeugen werden. Das ist zu abstrakt, zu weit weg. Im besten Fall erzeugt es Angst, im schlimmsten Fall halten die Leute es für übertrieben, winken ab und nehmen einen in der Diskussion nicht ernst.
Daher muss man, finde ich, konkret benennen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf unseren Alltag haben wird. Was es bedeutet, wenn Extremwetterereignisse zunehmen. Was es konkret heißt, wenn in Deutschland 3-4°C mehr sind. Welche Folgen das für unsere Energieversorgung hat (und was unsere derzeitige Energieversorgung zu so einer Situation beiträgt). Politik und Medien müssen auch besser darin werden, die Basics des Klimawandels zu vermitteln. Der von mir verlinkte Auftritt von Robert Habeck ist ein gutes Beispiel dafür: er benennt ganz klar das Problem der Trägheit des Systems. Er sagt klar, dass es nicht darum geht, eine Entwicklung umzukehren, sondern die schon eingesetzte Entwicklung so zu bremsen, dass wir uns daran anpassen können.
Ich befürchte wirklich, dass der Effekt relativ gering ist, wenn man den Leuten erklärt, der Klimawandel bedeutet das Ende der Welt, wie wir sie kennen. Dann findet noch mehr Verdrängung statt (meine Vermutung/Befürchtung). In unserer Macht liegt aber tatsächlich nur noch die Entscheidung, ob der Anpassungsdruck für unsere Gesellschaften nicht zu hoch wird, um weiter mehr oder weniger in unserer jetzigen Form bestehen zu können. Der Wissenschaftsjournalist und -blogger Lars Fischer hat dazu einen sehr passenden Thread auf Twitter veröffentlicht:
https://twitter.com/Fischblog/status/1425049360249888768