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DeDaim:
Welchen Finger in welche Wunde?

Man kann ja darüber diskutieren, ob die beschlossenen Einschränkungen sinnvoll und verhältnismäßig sind, da mag man gute Argumente dafür und dagegen finden. Und es ist völlig legitim, Kritik an den Maßnahmen zu üben.

Die Bild-Zeitung suggeriert aber, wir würden in einem Unrechtsstaat leben, in dem uns die Grundpfeiler der Demokratie genommen seien. Das sind 1A Querdenker-Positionen und diese werden auf eine marktschreierische Art und Weise herauskrakeelt. Wie immer völlig undifferenziert. Das ist in meinen Augen kein Journalismus, sondern Aktivismus. Bild doing Bild things: Zündeln und wenig später fragen, warum es brennt.

Und im Übrigen ist es schlicht falsch, dass kein anderes Medium den aktuellen Weg kritisiert. Aufmachermeldung bei ZEIT Online: https://www.zeit.de/gesundheit/2021-08/corona-gipfel-impfung-schnelltest-ministerpraesidenten-beschluesse

Signor Rossi:

--- Zitat von: Henningway am 10.August 2021, 19:21:32 ---Da tummeln sich inzwischen Personen, die völlig unwissenschaftlichen Kram schreiben und - darauf angesprochen - sehr gerne mit "Meinungsfreiheit", "Mund verbieten" und "Denk mal selbst nach" antworten.
--- Ende Zitat ---
Auf diese Art zu antworten ist natürlich albern, wenn der andere Kommentar sachlich war. Ich finde nur diese Verallgemeinerungen furchtbar und für nicht diskussionsförderlich. Aber im Grunde erleben wir auch nur das, was in den USA vorgelebt wurde, eine immer tiefere Spaltung zwischen rechts-konservativ und links-progressiv und mir wird Angst und Bange, wenn ich das zu Ende denke. Vor allen Dingen, bei den großen Problemen, vor die uns der Klimawandel stellt und die imho nur zu bewältigen sind, wenn ALLE Menschen (zumindest in den Industrienationen) an einem Strang ziehen.

DeDaim:
Ja, das ist ein berechtigter Grund zur Sorge, den ich teile. Das ist ja aber auch genau Hennings Punkt, wenn ich ihn richtig verstehe: Mittlerweile geht es nur noch ums Rechthaben und nicht mehr um einen Diskurs, der einen Austausch von Argumenten ermöglicht. Selbst wenn an dessen Ende die Erkenntnis stehen sollte, dass man sich gegenseitig nicht überzeugen konnte und weiter unterschiedliche Meinungen hat. Im Idealfall ist dann trotzdem ein Verständnis für die jeweils andere Meinung entstanden.

Dazu braucht es aber neben der Aufgabe des Anspruchs Recht zu haben auch eine gemeinsame Faktenbasis bzw. ein gemeinsames Verständnis davon, was man als Fakten anerkennt. Wenn jemand z.B. in Sachen Klimawandel grundsätzlich wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse in Zweifel zieht, wird es halt schwierig, weil dann die Diskussionsbasis fehlt oder erst einmal gefunden und aufgebaut werden muss.

Rejs:
Mal wieder kurioses aus der Querdenker- und Impfverweigererszene auf Twitter. Diese zeigen sich verärgert über die Verlängerung der Maßnahme, die sie selbst durch die Verweigerung der Impfung zu verantworten haben. Aus Protest wollen sie an einem Testboykott teilnehmen und nichts mehr aufsuchen, wo ein Test oder Impfbescheinigung benötigt wird. Sie gehen also aus eigenen Stücken in einen Lockdown, den sie eigentlich kategorisch ablehnen. Kannste dir nicht ausdenken  :laugh:

Herr_Rossi:

--- Zitat von: DeDaim am 11.August 2021, 09:43:51 ---Ja, das ist ein berechtigter Grund zur Sorge, den ich teile. Das ist ja aber auch genau Hennings Punkt, wenn ich ihn richtig verstehe: Mittlerweile geht es nur noch ums Rechthaben und nicht mehr um einen Diskurs, der einen Austausch von Argumenten ermöglicht. Selbst wenn an dessen Ende die Erkenntnis stehen sollte, dass man sich gegenseitig nicht überzeugen konnte und weiter unterschiedliche Meinungen hat. Im Idealfall ist dann trotzdem ein Verständnis für die jeweils andere Meinung entstanden.

Dazu braucht es aber neben der Aufgabe des Anspruchs Recht zu haben auch eine gemeinsame Faktenbasis bzw. ein gemeinsames Verständnis davon, was man als Fakten anerkennt. Wenn jemand z.B. in Sachen Klimawandel grundsätzlich wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse in Zweifel zieht, wird es halt schwierig, weil dann die Diskussionsbasis fehlt oder erst einmal gefunden und aufgebaut werden muss.

--- Ende Zitat ---

Es ist aber auch mittlerweile anstrengend, von Leuten lautstark und wortreich - ungefragt - "belehrt" zu werden. Egal um welches Thema es geht oder von welcher "Seite" es kommt.

Wenn man der Meinung ist, dass grün nicht grün ist sondern rot - bitte. Aber ich muss mir über diese Meinung nicht ungefragt und vor allem teilweise aufdringlich-aggressiv keinen Vortrag anhören. Und wehe, man ist anderer Meinung und tut diese kund. Denn dann gehört man ja zu "denen" und hat seine Informationen aus der diabolischen "Lügenpresse".

So kann eine saschliche Kommunikation und Diskussion nicht statt finden. Dazu gehören immer zwei Seiten.

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