Hochinteressanter Punkt das Thema von der Leyen. Bekanntlich knapp zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt, durchaus entscheidend hier die Stimmen der europäischen Rechtspopulisten. Außer sehr leiser Kritik ("Sie hat es gerade so geschafft und nur mit der Unterstützung der Anti-Europäer.") kamen hier nicht nur von Merkel, Spahn und Co. sondern auch parteiübergreifend eigentlich nur herzlichste Glückwünsche, auch aus Reihen der SPD. Müsste sie eigentlich nicht auch geteert und gefedert werden?
Lassen wir mal den ganzen "Linke bäh, Rechte böse"-Gelaberkram weg und schauen uns die Fakten an: v.d.Leyen nimmt KEINEM der Anderen den Platz am Futtertrog weg. Die AFD in Thüringen schon eher.
Es geht um Macht. Das Getöse sind nur Rechtfertigungsversuche zur Mobilisierung der eigenen Zielgruppe. Sieht man doch an der Blumenstraußfrau: Für die "Linken" ist das ein Zeichen des Widerstandes "gegen Nazis" auf eine "clevere Art und Weise". Für die "Rechten" zeigt das, dass die "Linken" "schlechte Verlierer ohne Benimm" sind. Da interpretiert jede Seite rein was sie hören MÖCHTE.
Betrachten wir also die MACHT...ich denke, dass die CDU in Thüringen in absehbarer Zeit Richtung AFD "umfallen" wird oder in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Warum sollte man die noch wählen? Will ich Links, wähle ich Ramelow (vereinfacht gesagt). Will ich Rechts, bleibt ja nur noch die AFD, weil die CDU/FDP sich selbst Schachmatt gesetzt haben. Morgen Neuwählen und die Linke wäre bei 40% und die AFD bei 35%...und der Rest bei "Sonstiges" (wieder vereinfacht gesagt).
Insofern wäre die FDP gut beraten gewesen, wenn schon ihr Heini gewählt wurde, es wenigstens zu versuchen mit wechselnden Majoritäten je nach Gesetzesentwurf und Sachfrage. Selbst wenn da andere Parteien wenig mitmachen würde, könnte die FDP egoistisch formuliert profitieren...weil sie sich als "guck mal, wir wollen über Parteigrenzen hinweg für Thüringen arbeiten, ohne ideologische Scheuklappen jedweder Art"-Leute präsentieren könnten. Das käme beispielsweise bei der Linkspartei natürlich nicht gut an - was aber einem FDP-Strategen egal sein sollte, denn er könnte so einige Wähler von der CDU und dem gemäßigten AFD-Flügel abziehen. Linkewähler würde er eh NIE bekommen. Stichwort: Adressierung der Zielgruppe...beobachtet man im Alltag gerne, wenn Leute eine Werbung im TV "doof" finden und gar nicht bedenken, dass sie nicht die Zielgruppe dafür sind. Ob das schlau wäre? Naja...sagen wir so...: Entweder macht man aus der Not eine Tugend und probiert den dritten Weg...oder lässt sich von vornerein gar nicht erst im dritten Wahlgang aufstellen und in die Bredouille bringen. Aber dieses Hin und Her bringt gar nix. Zuerst wählen lassen, dann zurücktreten wollen, dann doch nicht, dann doch...
...die FDP ist damit in Thüringen tot.
@Neps: Das Mädel im Meeting: oh, Ende 20...stimmt. Dann ist das...wirklich unangebracht peinlich.