Aber genau diese fehlende Differenzierung ist doch das Problem:
Alle Antifaschisten sollen sich anders nennen, wenn ein paar Deppen unter dem Deckmantel einer Flagge Polizeiautos anzünden.
Alle Effzeh-Fans sind Chaoten, wenn sich ein paar Deppen prügeln oder Pyro zünden.
Alle Muslime sollen sich distanzieren, wenn ein paar Extremisten unter dem Deckmantel ihrer Religion Anschläge verüben.
Nochmal: Das wäre so, als wenn ich behaupten würde, die Polizei zündet grundsätzlich Schwarze an und die Bundeswehr besteht nur aus Nazis.
Der feine Unterschied - nur um das gleich klar zu stellen - bei meinen beiden letzten Beispielen: Hier handelt es sich um "Staatsorgane" mit Gewaltmonopol und dem Auftrag die Demokratie zu schützen und die haben daher per Definition einen viel engeren Rahmen, um solchen Tendenzen vorzubeugen und diese aufzuklären.
Dennoch würde niemand bei klarem Verstand die Polizei und die Bundeswehr so undifferenziert diffamieren, wie es bei "der Antifa" - die es darüber hinaus auch gar nicht gibt - geschieht.
Und das hat eine politische Agenda. Und die ist demokratiefeindlich.
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edit: Damit wir uns hier nicht verlaufen, nochmal zum Ursprung der Diskussion zurück.
These: Die Grünen sind demokratiefeindlich und totalitär.
Beleg: Frau Künast fordert die Finanzierung der Antifa. Die Antifa ist demokratiefeindlich und antisemitisch.
Conclusio: Die Grünen sind demokratiefeindlich.
Das Problem ist: Frau Künast hat niemals die Finanzierung von demokratiefeindlichen oder antisemitischen antifaschistischen Initiativen gefordert. Es gibt nicht "die Antifa" und es herrscht sehr große Einigkeit darüber, dass Frau Künast demokratiefördernde antifaschistische Initiativen wie z.B. die Amadeo Antonio Stiftung fördern möchte.
Damit ist der Beleg bewusst falsch. Sowohl was den Kontext der Forderung von Frau Künast betrifft, als auch die Darstellung "der Antifa" als demokratiefeindliche Gruppe. Beides wurde hier belegt und damit gibt es immer noch keinen Beweis für die (aus meiner Sicht haltlose) These, dass die Grünen demokratiefeindlich und totalitär sind. Man kann sehr wohl darüber diskutieren, ob die Grünen aus politischen Gründen gewählt werden sollten. Da spricht eine Menge dagegen und eine Menge dafür und es obliegt jeder Wählerin da zu gewichten, welche Argumente für sie überwiegen. Es ist jedoch abstrus zu behaupten, dass es die Demokratie gefährdet Grün zu wählen - im Gegenteil: Wer behauptet, dass dies der Fall ist gefährdet bewusst die Demokratie.