Deutschland an sich erwirtschaftet sehr viel Geld, dass das nicht unbedingt bei der Masse der Bevölkerung liegt ist aber auch kein Geheimnis. Gerade in einem "Sparerstaat" wie Deutschland hat das quasi Nichtvorhandensein von Zinsen die Vermögenbildung zusätzlich erschwert.
Ansonsten nehme ich jetzt mal mich als Beispiel.
Standort: Beliebte Stadt mit 130k Einwohnern mit sehr guter Verkehrsanbindung. Ich arbeite seit 3 Jahren hier und verdiene überdurchschnittlich viel Geld. Das erste Jahr habe ich 2 ZKB 55 m² für 550 inkl. Stromflatrate warm gehabt, was spottbillig war. Einliegerwohnung im EFH, total geiles und riesiges Badezimmer, einigermaßen moderne, wenn auch kleine Küche, zusätzlicher Abstellraum, Gartenmitnutzung. Eigenbedarfskündigung. War vorgeschoben wie sich später herausstellte, vermutlich habe ich zu viel Strom verbraucht.
Dann bin ich via friss oder stirb in eine 33 m² 1 ZKB-Wohnung gezogen und wohne dort noch immer. Ich zahle 530 warm ohne Strom. Die Küche und das Badezimmer sind mini. Einen relativ großen Balkon habe ich zum Glück.
So oder so: nächster Halt Eigenheim. Für eine Eigentumswohnung im Bereich irgendwo 70-100 m² je nach Zustand 4-500000 Euro. Ohne Kaufnebenkosten. Sagen wir ich bringe 100-150k Eigenanteil und finanziere den Rest, dann lande ich inklusive Hausgeld und Strom irgendwo bei 12-1400 Euro nur fürs Wohnen. 500 Euro monatliche Sparrate und mir bleiben kaum 1000 Euro übrig. Das ist jede Menge Geld zur freien Verfügung, das ist mir klar, aber die meisten verdienen bekommen ja auch 1000 Euro weniger als ich, haben den Eigenanteil nicht rumliegen und statt 500 Euro Sparrate ist noch ein Auto zu unterhalten, was sie aus irgendwelchen Gründen brauchen (ich verzichte, damit ich eben die Sparrate bringen und hoffentlich früh in Rente kann). Was ich damit sagen will: Als Single bist du in den meisten Fällen aufgeschmissen, wenn es um Wohneigentum geht. Und für mich fängt "echter Wohlstand" und wirklicher Vermögensaufbau mit Wohneigentum an - es sei denn natürlich es gibt gute Gründe, die dagegen sprechen wie häufig wechselnde Wohnorte oder man verdient so viel, dass es auch egal ist.
Meine neuste Überlegung ist übrigens stattdessen mit nem Arbeitskollegen ein 4-6 Parteienhaus zu kaufen, jeder nimmt ne Wohnung und der Rest wird vermietet. Könnte der bessere Deal sein.
Edit: Okay, ich kam ein bisschen vom Thema ab...