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Autor Thema: Allgemeine Nachrichten  (Gelesen 2000927 mal)

Omegatherion

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1741 am: 15.Oktober 2011, 12:41:59 »

Ich bin nicht für Kommunismus oder irgendeinen "-ismus", ich hätte gerne einfach mal Politiker mit Hirn, die nicht nur Lobbypolitik betreiben, sondern sinnvolle Dinge entscheiden und auf ein Gleichgewicht zwischen freiem Markt und staatlicher Regulation achten und sich nicht von dummdreisten Ökonomen, eigennützigen Ackermännern die Politik diktieren lassen.
Vollste Zustimmung!

Dito...nur würde solch eine Art von Politikern nicht gewählt werden...bzw nie in wirklich wichtig entscheidungsbringende Positionen vorstoßen um gewählt werden zu können...
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FMGaunt

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El_Pocho

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1742 am: 15.Oktober 2011, 15:25:13 »

Wenn man die Berichterstattung über die Demos verfolgt - z.B. auf SPON oder bei uns in KA im Radio - dann kann man nur noch den Kopf schütteln. Es wird peinlichst darauf geachtet, Termini wie "Linke"  oder "Aktivisten" zu verwenden. Manchmal werden auch noch "Arbeitslose" hinzugedichtet. Kurzum: es soll das Gefühl entstehen, daß die Unzufriedenheiten mit dem Finanzsystem und den aktuellen Lösungswegen der sogenannten "Schuldenkrise" etwas sind, das nur wenige Bekloppte teilen, von denen man sich unbedingt abgrenzen muss. Es soll weiterhin das Meinungsbild kultiviert werden, daß Kritik am Finanzsystem weiterhin sakrosankt ist und nur von denen geübt wird, die sowieso kaum mehr etwas zu verlieren haben, oder von Leuten, die sowieso politisch einen an der Waffel haben. Aber ich glaube kaum, daß es sich bei 6000 Leuten in Berlin und Frankfurt "nur" um eine Randgruppe handelt, und das vor allem durch den heutigen Tag die Kritik ein wenig mehr in die Mitte der Gesellschaft rückt.

Sehr gerne werden von SPON auch noch die "Internetproteste" als lachhaft dargestellt. Ich denke aber daß gerade der Aufbau einer Gegenöffentlichkeit und das Niederschreiben von alternativen Meinungsbildern eine sehr wichtige Funktion hat, die leider die deutsche Presselandschaft heutzutage nicht mehr übernimmt.
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Kaliumchlorid

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1743 am: 15.Oktober 2011, 15:58:40 »

Den Standpunkt von SPON zu gewissen Nachrichten kann man doch schon länger nicht mehr ernst nehmen. Da üben, ebenso wie bei anderen großen Medien, Politiker und Lobbyisten mehr oder weniger unauffällig Druck aus, um eine bestimmte Meinung zu forcieren.
Wirklich unabhängige Medien gibt es mittlerweile ja kaum noch bzw. sind diese nur schwer zu finden.
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Zu weit exitiert nur in deinem Kopf

mancity

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1744 am: 16.Oktober 2011, 00:11:56 »

Wenn man die Berichterstattung über die Demos verfolgt - z.B. auf SPON oder bei uns in KA im Radio - dann kann man nur noch den Kopf schütteln. Es wird peinlichst darauf geachtet, Termini wie "Linke"  oder "Aktivisten" zu verwenden. Manchmal werden auch noch "Arbeitslose" hinzugedichtet. Kurzum: es soll das Gefühl entstehen, daß die Unzufriedenheiten mit dem Finanzsystem und den aktuellen Lösungswegen der sogenannten "Schuldenkrise" etwas sind, das nur wenige Bekloppte teilen, von denen man sich unbedingt abgrenzen muss. Es soll weiterhin das Meinungsbild kultiviert werden, daß Kritik am Finanzsystem weiterhin sakrosankt ist und nur von denen geübt wird, die sowieso kaum mehr etwas zu verlieren haben, oder von Leuten, die sowieso politisch einen an der Waffel haben. Aber ich glaube kaum, daß es sich bei 6000 Leuten in Berlin und Frankfurt "nur" um eine Randgruppe handelt, und das vor allem durch den heutigen Tag die Kritik ein wenig mehr in die Mitte der Gesellschaft rückt.

Sehr gerne werden von SPON auch noch die "Internetproteste" als lachhaft dargestellt. Ich denke aber daß gerade der Aufbau einer Gegenöffentlichkeit und das Niederschreiben von alternativen Meinungsbildern eine sehr wichtige Funktion hat, die leider die deutsche Presselandschaft heutzutage nicht mehr übernimmt.

Absolut richtig. Interessanterweise sind einige konservative Medien da deutlich objektiver. Die Berichterstattung auf Welt Online fand ich heute schon fast wohlwollend. SPON ist dagegen wirklich die Bildzeitung der Neocons geworden. Selbst die konservative Leipziger Volkszeitung hat hier recht objektiv berichtet ohne jegliche Verleumdungstendenzen.

http://www.welt.de/politik/ausland/article13662786/Die-grosse-Wut-Empoerte-Nackte-und-Revoluzzer.html
http://nachrichten.lvz-online.de/leipzig/citynews/kapitalismuskritiker-gehen-weltweit-auf-die-strasse-/r-citynews-a-109885.html

Was ich allerdings völlig unverständlich finde, ich der Vorwurf der Diffusität. Ich meine, die Leute gehen auf die Straße, um ein Zeichen zu setzen, dass sie der Souverän sind, nicht die Banken, nicht die Politiker. Was ist daran diffus? Wahrscheinlich fehlen den Medien die Schubladen. Was nur zeigt,wie beschränkt die Medien sind - und damit Teil des Problems.

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El_Pocho

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1745 am: 16.Oktober 2011, 19:53:55 »

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,792098,00.html

Gauck hat zumindest die Entschuldigung, maximal DDR-geschädigt zu sein. Ansonsten entspricht dies seiner gesellschaftlichen Vorstellung von der maximalen "Eigenverantwortung", was immer bedeutet, daß das staatliche Netz abgebaut werden soll. Für manche scheint die einzige Alternative zur totalen Planwirtschaft die totale Ellbogengesellschaft zu sein. Beides führt über kurz oder lang zu Unfreiheit. Die SPD muss sich nachträglich aber fragen lassen, inwiefern ein Herr Gauck mit dem "S" in ihrem Namen vereinbar ist.

SPON bombt übrigens fleissig weiter. Heute sind ja ein paar Politiker aus ihren Löchlein gekrochen und haben groß darüber posaunt, wie sie NUN ABER WIRKLICH!!! die Banken an die Kette legen wollen. Da werden so revolutionäre Vorschläge wie die Trennung von "normalem" Banking und Investmentbanking vorgebracht - das war bis in die 80er/90er der Fall und wurde unter anderem durch den "wählenswerten" Herrn Steinbrück mit aufgehoben. SPON legt gleich wieder los und bezeichnet solche Vorschläge als "populistisch", "riskant" etc., etc. Man weiss nachdrücklich gar nicht, worüber man sich mehr ärgern soll: über die propagandistische *sorry* Scheisse, die SPON täglich rausdrückt, oder über die Tiefflieger, die sich jetzt mit den "Kapitalismuskritikern" *hüstel* solidarisieren.



« Letzte Änderung: 16.Oktober 2011, 20:04:14 von El_Pocho »
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pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1746 am: 17.Oktober 2011, 14:22:03 »

Kurz vorneweg, wenn ich schreibe, "dein" Modell, meine ich damit deinen Standpunkt.

Es gibt 3 Szenarios. Die dritte ist die deine.
Nein, es gibt auch noch andere Szenarien.

Welche zum Beispiel?

Zitat
Transferzahlungen und (vergeblich) darauf zu hoffen, dass sich an der Situation Griechenlands etwas ändert. [..] Aber genau das willst du weiterführen und erhoffst dir dabei mittelfristig einen Wirtschaftsaufschwung. Wo soll der herkommen, wenn die noch mehr sparen müssen?
Aus dem, was ich schreibe, geht das von dir (absichtlich?) falsch interpretierte nicht hervor. Du scheinst dich jetzt, aus welchem Grund auch immer, auf Unterstellungen und Provokationen verlegt zu haben.

Wieso ist das ne Unterstellung? Du schreibst unten schon wieder, dass du für mehr Sparmaßnahmen in GR bist.

Zitat
Und genau das ist ja der Grund, warum man jetzt mit den Transferzahlungen anfängt.
Welche Transferzahlungen wurden bisher aus welchem Grund geleistet? Welche sollen für welchen Zweck geleistet werden? Sollen sie geleistet werden, um den gr. Konsum anzuheizen, damit die Griechen toll auf unsere Kosten leben können? Nein.

Genau deswegen werden diese Transferzahlungen gemacht. Damit die Griechen auf einem Niveau leben können, was nicht ihrer wirtschaftlichen Stärke entspricht. Du hast es erfasst! Als Beweis, kannst du dich mal fragen, was theoretisch passieren würde, wenn diese Transferzahlungen nicht geleistet würden. (wie es eigentlich vorgesehen ist)

Zitat
Aber es macht keinen Sinn, wenn wir den anderen Euroländern Geld geben, damit diese es uns wieder zurückgeben in Form von Wareneinkäufen.
Macht ja auch keiner, von daher ist auch dein 1. bis 3. obsolet. Du redest über ungelegte Eier, die niemand legen will.

Natürlich wird Geld transferriert, um den Staat Griechenland (auf status quo) weiter am Laufen zu halten. Was denn sonst?

Zitat
Es geht nicht um Märktekonkurrenz. GR muss mehr exportieren nach D und weniger importieren von D.
Ich weiß zwar nicht, was "Märktekonkurrenz" sein soll, aber natürlich stehen die gr. und die dt. Volkswirtschaft in Konkurrenz. Wer zwingt die Griechen eigentlich, dt. Produkte zu kaufen?

Niemand zwingt die Griechen dazu. Sie können es ganz einfach machen, weil sie in einer gemeinsamen Währungsunion mit D sind. Wären sie das nicht, würden sie auch keine dt Produkte kaufen, zumindest nicht in dem Maße. Weil durch den Währungsunterschied diese dann viel zu teuer wären.

Zitat
Welche Produkte da jetzt mehr bzw. weniger nachgefragt werden ist doch völlig egal.
Die gr. Produkte fallen einfach so vom Himmel, wenn nur endlich in D die Löhne steigen, oder wie muss man sich das vorstellen?

Nein, aber die Nachfrage nach griechischen Produkten würde steigen und die Nachfrage nach deutschen Produkte würde sinken.

Zitat
Es sollte dir doch klar sein, dass wenn in einem gleichen WÄHRUNGSRAUM (das ist wichtig, weil es DAS Problem ist), der aus 16 Ländern besteht, ein einziges Land an ALLE ständig nur exportiert aber kaum von den anderen Ländern importiert, dass dann irgendwann dieses eine Land, ALLES GELD hat, und die anderen faktisch pleite sind.
Das ist eine theoretische Binsenweisheit. D ist nicht die Ursache der Finanzkrise in GR und den anderen "Südländern".

Habe ich nicht behauptet, dass D Ursache ist. Die Ursache ist die gesamte Währungsunion zwischen unterschiedlich wirtschaflich starken Ländern, bei dem es früher oder später zu dem oben genannten "Monopoly-Effekt" kommt. Die einzig wirksame Waffe dagegen, Wechselkurswährungen, sind in einer Währungsunion ja ausgeschlossen.

Zitat
Aber ja, so ist es....D überschwemmt damit den europ. Markt und alle europ. Staaten können sich die Produkte eben auch leisten, weil sie dieselbe Währung haben wie D, deren Wert aber gar nicht ihre eigene Wirtschaftsstärke widerspiegelt, sondern eher die von D.
Und der Euro fällt in diesen Ländern anscheinend (so wie die Produktion) vom Himmel, oder wie muss man sich das vorstellen?

Nein, den Euro haben sich die Griechen 12 Jahre lang zu den selben Konditionen wie Deutschland, bei den privaten Banken (und die wieder bei der EZB) geholt. Deswegen sind ja jetzt im Arsch!

Zitat
Weil das hier alles gar nix mit der Finanzkrise zu tun hat. Das ein ganz anderes Thema.
Ich habe über die Finanzkrise diskutiert. Wenn du das nicht diskutieren willst, können wir uns das Geschreibe schenken.

Doch ich will. Wollte aber nur klarmachen, dass die derzeitigen Transferzahlungen nix mit der Finanzkrise zu tun haben, sondern ein Problem falscher Wirtschaftspolitik bzw. Wirtschaftsverständniss ist. Eine "no-bailout" Klausel wurde nicht umsonst in europ. Verträgen festgeschrieben. Daraus würden sich nämlich ganz einfache Konsequenzen ergeben (Bankrott, Wirtschaftsschrumpfungen, Austritt von EU Staaten), die auch sinnvoll und richtig sind.

Zitat
Das simple Mathematik. Produktivität=Output/Input. Lohnerhöhungen erhöhen den Input. Also wird die Produktivität kleiner.
Ok, es gibt also keine detaillierte Berechnung von dir, um wie viel die dt. Löhne erhöht werden müssen, um die dt. auf die gr. Produktivität abzusenken.

Ich hatte ja schonmal geschrieben, dass bei jährlichen 4-5% Lohnsteigerungen, Deutschland in ca 15 Jahren das Produktivitätslevel von Frankreich erreicht hätte.

Ich habe auch nicht gesagt, dass Deutschland griechisches Niveau erreichen muss, was Produktivität angeht, aber man muss versuchen, die Handelsbilanzen wieder in den Griff zu bekommen, ansonsten ist eine Währungsunion nur noch über Transferzahlungen aufrecht zu erhalten.

Zitat
Wenn man nicht imstande oder willens ist, diese Unterschiede auszugleichen, muss man die Währungsunion entweder wieder auflösen oder wieder Sozialismus einführen.
:D Wer sagt denn, dass diese Unterschiede nicht ausgeglichen werden sollen?

Ich kann nicht erkennen, wie die Unterschiede in der Produktivität derzeit ausgeglichen werden. Über Transferzahlungen ganz sicher nicht, eher im Gegenteil. Schenkungen führen zu noch weniger Produktivität (Sozialimus ahoi). Und weitere Sparmaßnahmen in GR halte ich auch für fragwürdig. Man kann ja dieses Jahr sehr schön sehen, wohin das führt. Nämlich zu noch größeren Defiziten im Staatshaushalt.

Zitat
Habe ich oben ja schon erklärt, dass das mit direkter Konkurrenz in den Märkten gar nix zu tun hat.
Du hast das behauptet. Natürlich konkurriert die gr. Volkswirtschaft mit der dt. und es ist nach wie vor wenig überzeugend, dass man etwas Funktionierendes kaputt machen soll, nur damit das schon Kaputte nicht ganz so schlecht aussieht. Ich würde lieber versuchen, das Kaputte reparieren.

Mit den falschen Werkzeugen und Vorstellungen wird das nix.


Zitat
Noch nichtmal die haben sie ja bei deinem bevorzugten Transfermodell.
Aber sicher haben sie mit dem "Modell" Chancen, sogar wesentlich bessere als mit deinem Lohnerhöhungsmodell, mit dem du nur D ruinierst und GR nicht hilfst. Es ist übrigens nicht "mein" Transfermodell, was ich machen würde, habe ich bereits geschrieben: günstige Kredite zur Umschuldung gewähren (die natürlich zurück gezahlt werden müssen), vernünftige Sparmaßnahmen in die Wege leiten und investieren bzw. Investitionsanreize schaffen. Nimm es zur Kenntnis.

Nimm du bitte zur Kenntnis, dass man das die letzen 12 Jahre bereits getan hat. Griechenland konnte sich immerschön mit "billigen" Krediten versorgen. Wo das hingeführt hat, sieht man jetzt. Aber klar, es hat vorher nicht funktioniert, dann wird es jetzt bestimmt zu 100% funktionieren. LOL!


Zitat
Fazit: Der EFSF ist ein Rundum-Sorglos Paket im Falle eines Schuldenschnitts für private Banken, da die Verluste vom europ. Steuerzahler getragen werden.
Du missdeutest ESM und ESFS, damit es in deine Argumentation passt. Mit diesem Instrumentarium soll die Stabilität des Euro gewährleistet und Staatsbankrotte vermieden werden, von einem "Rundum-Sorglos Paket" für private Banken kann keine Rede sein. Natürlich profitieren die Banken, die faule Staatspapiere gekauft haben, aber eben nicht nur die Banken alleine, es profitieren vor allem die EU-Bürger, insbesondere die in den betroffenen Staaten

Das ist halt die blumige Darstellung von den Leuten, die den EFSF (später EMS) haben wollen. Ich habe nur erläutert, was der EFSF zukünftig machen wird. Er gewährt notleidenen Staaten Kredit und die Risiken dafür tragen die europ. Steuerzahler. Wenn die Griechen "zufälligerweise" nicht zurückbezahlen können, weil sie sich in derselben wirtschaftlichen Zwangslage wie jetzt befinden, dann verbuchen alle anderen Länder die Verluste (Deutschland mit dem Hauptanteil von 50%). Wie sich unsere Regierung dann diese Gelder vom deutschen Steuerzahler wiederholt ist dann die große Frage. Da man ja offensichtlich die Exportwirtschaft und die Banken mit diesen Maßnahmen den Hintern retten möchte, wäre es auch toll, wenn man sich an diese Institute dann wendet, und nicht wieder nur "Soziales" kürzt.

und es ist auch wieder die immer gleiche Kosten-Nutzen-Abwägung: die Politiker scheinen der Meinung zu sein, dass die Alternative "Zusammenbruch der Eurozone, Staatsbankrotte und Bankencrashs" mehr Kosten und weniger Nutzen nach sich ziehen würde, ganz abwegig erscheint mir das auch nicht zu sein. Information am Rande: ich bin auch kein Freund dieser Maßnahmen, die Alternative würde meiner Meinung nach allerdings lauten, dass etliche Staaten in der Eurozone bankrott gingen und dabei auch etliche Banken insolvent würden. Die Folgen für den Finanzmarkt und die Realwirtschaft wären unabsehbar, aber alles andere als positiv.

Es halt nicht immer alles positiv. Aber deswegen muss man ja nicht die Grundsätze des Wirtschaftens ausser Kraft setzen.

Zitat
Erkläre mir mal "systemrelevant"?
Sobald die Gefahr besteht, dass durch die eine Bankenpleite noch andere Banken pleite gehen, die wiederum andere Banken mit in die Tiefe reißen usw. und durch diesen Dominoeffekt der gesamte Finanzmarkt in Gefahr gerät, ist eine Bank systemrelevant.

Tja, dann kann man wohl nix machen. "In die Tiefe" möchte ja niemand gerissen werden. Hört sich zumindest ziemlich gruselig an.
Obwohl für die Abschaffung des Finanzmarktes, den kein anderer Mensch braucht, als die Finanzbranche selbst, würde ich mir einiges gefallen lassen.

Und seien wir mal ehrlich. Jede Bank die bis jetzt pleite ging, wurde verstaatlicht. Also kann man die doch auch pleite gehen lassen. Wenn die Staatsfinanzierung, was ja eigentlich mit die Hauptaufgabe der privaten Banken ist (nur deshalb haben die überhaupt eine Daseinsberechtigung), jetzt eh schon über den Staat selber läuft (siehe EFSF), dann kann man die auch getrost komplett von der Bildfläche nehmen. Denn ständig nur Geld in die Banken zu pumpen, damit sich das einige wenige Private in die Taschen stecken, macht doch keinen Sinn.

Kredite an die Realwirtschaft vergeben und die Geldversorgung, kann auch ne staatliche Bank.

Allerdings galt früher mal der Grundsatz wenn ein Staat sich selbst finanziert, ohne über private Banken zu gehen, dann dauerts nicht sehr lange bis zur Hyperinflation. Also so gesehen, wäre das doch für dich gar nicht so schlecht.



Zitat
Private Altersvorsorge kannst du eh in der Pfeife rauchen.
Dann rauch du deine mal in der Pfeife :D

Ich meinte damit vorwiegend die angebotenen Finanzprodukte.

Zitat
Übernimmt der Staat dann.
Und wer gibt dem Staat das Geld? Ist ja nicht so, als würde D im Geld schwimmen.

Der Staat geht direkt an die EZB, ohne den Umweg über die privaten Banken. So wie er es jetzt mit dem EFSF machen will, der ja praktisch nur vor die EZB geschaltet wird. Theoretisch könnte man das auch direkt über die EZB laufen lassen, aber das wäre ja "verboten".

Zitat
Wenn sie die Risiken nicht abdecken können, dürfen sie auch nicht solche Geschäfte machen.
Ach, tatsächlich? Genau das ist das Problem der Finanzkrise seit 2007 und der Grund, warum Banken überhaupt gerettet werden müssen. Bisher wurde es allerdings versäumt, daran etwas zu ändern, ein großer Fehler der Politik.

Ja, ein weiterer großer Fehler. Obama hatte ja schon den Vorschlag gemacht. Finanzspielereien nur ab 100% Eigenkapital. Wurde leider nur wieder ganz schnell aus den Schlagzeilen genommen.
Aber das hätte aber jetzt im Falle Griechenlands nix gebracht, weil Staatsanleihen/Staatsfinanzierung sozusagen das absolute Kerngeschäft sind und nicht unter "Casino-Games" fällt.

Zitat
Warum soll das Privatvermögen von völlig unbeteiligten Nicht-Aktionären haften?
Welches Privatvermögen von Unbeteiligten soll wofür haften?

Europ. Steuergelder haften demnächst für das Kreditausfallrisiko von Griechenland & Co., sowie für Vermögensverluste von privaten Banken, verursacht durch Kreditausfälle von GR & Co.

Zitat
Als Aktionär (also Teilhaber) einer Bank hat man auch Pflichten!
Bitte nachlesen, was eine Aktie ist und welche Pflichten ein Aktionär hat.

Okay, anders ausgedrückt: Macht der Laden Profit, machst du Gewinn. Macht der Laden pleite, ist dein Einsatz auch futsch. Das wollte ich damit nur ausdrücken.

Zitat
Aber Wirtschaftsschrumpfung willst du nicht.
Erzwungene und damit kontraproduktive Schrumpfung der Wirtschaft über deine Lohnerhöhungen in D (ist das nicht auch Sozialismus?), bei der am Ende alle dumm aus der Wäsche gucken, will ich in der Tat nicht.

Ja, ist ne Form von Planwirtschaft, definitiv. Wie gesagt, ich bin auch lieber für einen Austritt, dann erspart man sich dieses ganze Regularium um eine stabile Währungsunion hinzubekommen.

Zitat
Bankrott willst du auch nicht.
Du scheinst meine Beiträge nicht zu verstehen. Ich würde den Bankrott von Banken und auch von Staaten, die schlecht wirtschaften, begrüßen, aber nicht, wenn dadurch unser gesamtes Wirtschaftssystem in Gefahr gerät. Die Banken haben das schon clever gemacht, die sind untereinander eng vernetzt, geht die eine große Bank pleite, reißt sie direkt andere Banken mit sich, sie sind "too big to fail". Leider unternimmt die Politik nichts dagegen, sorgt nicht dafür, dass die Banken ihre Systemrelevanz verlieren, den Banken kann man das nur schwerlich zum Vorwurf machen, auch dass sie diese Tatsache zu ihren Gunsten nutzen.

Wer das eine will, muss das andere mögen.

Wie soll die Politik denn die "Systemrelevanz" von Banken ändern, wenn nicht dadurch, sie bankrott gehen zu lassen. Und ob die Banken Bankrott gehen, wenn GR die Eurozone verläßt, steht ja auch erstmal in Sternen. Die griechischen Banken vielleicht. Aber die sind bestimmt nicht "systemrelevant".


Zitat
Glaubst du Staaten können nicht bankrott gehen?
Ich weiß, dass Staaten zahlungsunfähig werden können. Was bezweckt deine Frage?

Sollte nur klarmachen, dass wenn man ständig die Verluste von privaten Institutionen auf den Staat abschiebt, und weiter Insolvenzverschleppung von ganzen Staaten betreibt, dass dann das komplette Gebilde EU schneller bankrott ist, als einem lieb ist.

Zitat
Wenn du meinst, dass wenn man die Verluste auf den Staat legt, die Sache aus der Welt ist, hast du dich leider geiirt.
Du irrst in deinen merkwürdigen Unterstellungen. Wo soll ich das meinen?
Zitat
Die Frage ist doch nur, hole ich es mir von den wenigen Verantwortlichen oder hole ich es mir von der großen Masse der Nicht-Verantwortlichen.
Dann hole es dir bei den Verantwortlichen zurück. Wer ist denn eigentlich verantwortlich? Die Banken? Der gr. Staat? Der säumige gr. Steuerzahler? Der gr. Frührentner? Wer?

Die Banken sind die Käufer der Staatsanleihen (Kreditgeber) und lassen sich das Kreditrisiko auch verzinsen. Fällt der Kredit aus, hat die Bank den Verlust.

Zitat
Und eine normale Insolvenz von Banken findet doch gar nicht statt! Siehe oben, Erklärung des EFSF.
Das findet nicht statt, weil man Angst hat, dass dadurch der Finanzmarkt vollends crasht.

Sollten mal nicht so ängstlich sein.

Zitat
Nur gibt es derzeit eben keine Inflation.
Sicher gibt es die, nur eben keine Megainflation, was ja wiederum niemand behauptet hat.


Der Link geht nicht.

Aber was du mir zeigen wolltest, ist bestimmt die normale jährliche Inflation. Ich denke, ein Warenkorb ohne Energie (die tatsächlich inflationiert, aber wohl eher aufgrund sinkender Ressoursen und teuren grünen Energien), würde kaum Inflation zeigen. Jedenfalls müssten nach den 2008 und den ganzen Nullzins Milliarden, die Inflationsraten ganz anders aussehen.

Zitat
Und mit deinen Lohnsenkungen in GR und "Lohnerhöhungen in D ist scheisse"-Credo wird sich daran auch nix ändern.
Gut nur, dass dein "Lohnerhöhung in Deutschland löst alle Probleme"-Unsinn gar nicht erst in Betracht gezogen wird :D

Es wird NICHTS in Betracht gezogen. Das Credo unserer Politiker: "There is no alternative!"
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"Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft."

J.P. Sartre

RudiGutendorf

  • Gast
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1747 am: 17.Oktober 2011, 14:48:16 »

Freunde, ihr habt zu viel Zeit  :o
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tacticus

  • Gast
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1748 am: 17.Oktober 2011, 15:11:30 »

Kurz vorneweg, wenn ich schreibe, "dein" Modell, meine ich damit deinen Standpunkt.
Du kennst meinen Standpunkt nicht, weil du meine postings nicht verstehst oder nicht verstehen willst. Es wurden und werden keine Transferzahlungen an Griechenland geleistet, damit dort privater Konsum stattfinden kann. Die Banken haben dem gr. Staat Kredite gegeben, die Griechenland nicht mehr bedienen konnte, weil die Ausgaben zu hoch und die Einnahmen zu niedrig waren und sind. Würde man Griechenland einfach so bankrott gehen lassen, würde das auch für viele große europäische Banken das Ende bedeuten, was wiederum einen weltweiten Finanzcrash und kurz darauf auch eine Weltwirtschaftskrise großen Außmaßes zur Folge hätte. Mich kotzt das Geraffe der Banken auch an und ich will (seit Jahren übrigens), dass sie in die Schranken gewiesen werden, aber es hilft auch nichts, jetzt alles komplett an die Wand zu fahren. Das ist populistischer und blinder Aktionismus, ebenso wie das Ende der Eurozone zu fordern, man muss "nur" darauf achten, dass die vereinbarten Regularien auch eingehalten werden, für hochverschuldete Staaten muss man eine vernünftige Lösung finden, einen Vorschlag habe ich ja schon gemacht.

Freunde, ihr habt zu viel Zeit  :o
Naja, "pudel" sieht das eben alles ganz anders, da muss man schonmal diskutieren ;) Aber sei's drum, er wird mich nicht überzeugen, dazu ist mir seine Argumentation zu unausgegoren und ich werde ihn nicht überzeugen, daher gehe ich auch nicht mehr kleinteilig darauf ein.
« Letzte Änderung: 17.Oktober 2011, 15:20:50 von tacticus »
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El_Pocho

  • Gast
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1749 am: 17.Oktober 2011, 16:47:38 »

Ich will die Diskussion nicht wieder aufflammen lassen. Nur verstehe ich nicht, was an Lohnerhöhungen in Deutschland so schrecklich sein soll. Was ist daran "Sozialismus" *kreisch*, wenn ich Mindestlöhne festlege und Leute - wo notwendig - im Staatsdienst anstelle? Hier in KA wird gerade darüber geätzt, das die Stadt so dreckig sei und man Hartz-IV-Empfänger ja zum "Zwangsdienst" verpflichten könne. Darüber, daß man auch einfach 500 Leute einstellen könnte, die einen ordentlichen Lohn empfangen, diesen versteuern, mit ihm konsumieren und nicht mehr von Staats (oder Kommunen-) Hilfe abhängig sind, spricht keiner. So sehr ist der deutsche Kopf auf "Sparen, sparen, sparen" fixiert.

Betrachtet man die deutsche Wirtschaft von der Nachfrageseite, ist die Lohnstagnation bzw. sogar Minderung, die seit 10 Jahren stattfindet, der absolute schnellste Weg auf die Intensivstation. Eine Wirtschaft kann auf Dauer nicht funktionieren, wenn der Binnenmarkt schwächelt. Das sieht man an der aktuellen drohenden Rezension. Die Lüge, daß, um Wirtschaftswachstum zu erzielen, nur die Löhne ausreichend gesenkt und Arbeit billigstmöglich sein soll, glaubt doch angesichts der dürftigen Wachstumszahlen, die D seit Jahren erzielt, kein Mensch mehr.

Übrigens geht so auch die Rechnung der privaten Altersvorsorge in die Brüche. Wenn ich das bisschen, daß ich an Knete übrig habe, in die private Altersvorsorge investieren soll, fehlt dieses Geld bei meinem Konsum. Wenn kein Mensch mehr konsumiert oder investiert, wird die Wirtschaftsleistung schwächeln. Und wenn die Wirtschaftsleistung schwächelt, werden auf die ganzen finanzmarktbasierten Fonds irgendwann schwächeln. Ich werde am Ende weniger rausbekommen, als ich es bei der klassischen umlagefinanzierten Rente bekommen hätte. Das ganze Konstrukt des demographischen Wandels, der auf einen Zeithorizont von 50-60 Jahren prognostiziert werden soll, ist eine gewaltige Zahlenlüge. Hätte man 1900 versucht die Bevölkerungsstruktur von Deutschland 1950 vorherzusehen, hätte man mal eben 2 Weltkriege "vergessen". Hätte man es 1950 für 2000 versucht, käme die Erfindung der Pille nicht drin vor. Interessant hier das Buch von Bosbach: "Lügen mit Zahlen".

Von "Hyperinflation" kann in D auch keine Rede sein. D liegt unter der von der EU festgelegten Zielinflation, d.h.: das Angebot ist deutlich höher als die Nachfrage, man könnte sogar behaupten, daß D eine deflationäre Lohnpolitik betreibt. Dadurch erklärt sich auch die Handelsbilanz. Da die Summe aller Handelsbilanzen in einem Wirtschaftsraum immer Null beträgt, muss irgendwo ein Staat sein, der die Exportüberschüsse abkauft und damit gleichzeitig die eigene Wirtschaft ruiniert sowie sich gegenüber dem Exporteur "verschuldet". Ergebnis ist das, was wir derzeit in der EU erleben, bzw. ist der deutsche Exportüberschuss durch Lohndumping eines der großen Probleme in der EU. Wenn ein gemeinsamer Wirtschaftsraum funktionieren soll, kann sich Staat A nicht durch Senken der Lohnsstückkosten Marktanteile gegenüber Staat B "erschummeln".

Wenn der Wirtschaftsraum EU auf längere Sicht funktionieren soll, muss eine Koordination der Lohnsstückkosten stattfinden. Das geht nur über Definition von Lohn- und Sozialstandards, z.B. eine Berechung der Lohnentwicklung nach der Formel Lonhsteigerung ="Produktivität + Zielinflation" .Selbst wenn man die Löhne in Deutschland um die notwendigen 7-10% jährlich steigen lassen würde, hätte man ein Gleichgewicht übrigens erst in Jahren erreicht. Eine sinnvolle Lösung der aktuellen Problematik wäre das also nicht. Bis 2015 muss GR den Großteil seiner Schulden zurückgezahlt haben.

Irgendwo gab es einen Streitpunkt darüber, wofür GR das Geld eigentlich verwendet. Meines Wissens nach nicht für irgendwelche Investitionen, sondern nur noch, um Zinsen zu bedienen. Damit muss man schlussfolgern, daß der griechische Staat bereits handlungsunfähig ist. Die Pleite ist IMHO nur eine Frage der Zeit. Und ich muss Pudel recht geben: je mehr Bürgschaften und Garantien man in Form von Rettungsschirmen aufspannt, desto mehr entlastet man die Gläubiger im Falle einer tatsächlichen Insolvenz. Da das "tatsächliche" Geld für den ESFS ja auch größtenteils wieder am Finanzmarkt geliehen werden wird, kommt es nur zu einer Verschiebung der Schulden auf die gesamte EU. An der Grundproblematik ändert sich nichts. Aber der ESFS wurde ja auch faktisch von Herr Ackermann erfunden. Wen wundert´s also, wenn seine Clique am meisten von profitiert.

Die EU muss sich von der Finanzierung der Staaten über den Finanzmarkt lösen. Deswegen muss sie in der Lage sein, sich über die EZB zu moderaten Zinsen Geld zu leihen. Ergo: Eurobonds. Den ganzen Schwachsinn, daß der Staat de fakto kein Geld mehr druckt, sondern es zu Schleuderpreisen dem Finanzmarkt überlässt, der es dann zurückverleiht, braucht doch kein Mensch. Auch hier hat sich die zugrundeliegenden Theorie, daß der Staat, wenn er selber Geld drucken darf, per se immer unrational handelt und tatsächlich eine Megainflation produziert, doch als Blödsinn rausgestellt. Natürlich gibt es ein gewisses Risiko der Fehlnutzung. Dieses gehört kontrolliert. Aber von den Staaten und deren Zentralbanken selber und nicht von Bankheinis, die damit Geld machen.

Ein Kapitalisierungszwang ist natürlich ebenfalls bitter notwendig. Es ist ein Witz, daß die Banken durch Kreditvergaben mittlerweile mehr als 40mal mehr Geld "erschaffen" haben, als tatsächlich als Real-Tauschwert "existiert". Davor haben die Ackermänner natürlich die größte Panik. Das würde faktisch bedeuten, daß ihr Lügengebäude einstürzt. Allerdings frage ich mich manchmal, was es für mich als Bankenkunde bedeuten würde.

Schliesslich muss auch noch die Wurzel des ganzen angegangen werden: die Besteuerung. Würde man neben der Schuldenuhr in Berlin eine Uhr positionieren, die den Vermögenszuwachs der oberen 10% zählt, liefe diese schneller. Die Schulden der öffentlichen Haushälter sind die wachsenden Vermögen eines kleinen Prozentsatzes der Privathaushälter. Alleine mit den Steuersätzen von 1998 hätte man 2010 50 Milliarden (!) mehr eingenommen. Löst man dieses Problem nicht, werden wir uns weiter von einer "Krise" zur nächsten hangeln.


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tacticus

  • Gast
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1750 am: 17.Oktober 2011, 17:01:55 »

Nur verstehe ich nicht, was an Lohnerhöhungen in Deutschland so schrecklich sein soll.
An Lohnerhöhungen ist nichts schlimm, auch nicht an einem Mindestlohn, im Gegenteil. Ich befürworte den Mindestlohn, jeder, der Vollzeit arbeitet, soll auch ordentlich davon leben können.

Bei "normalen" Lohnerhöhungen muss der Staat sich aber heraus halten, das ist Sache der Tarifparteien und nicht ohne Grund ist die Tarifautonomie im Grundgesetz verankert. Lohnerhöhungen müssen an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Unternehmen angepasst sein und sollten nicht erzwungen werden, um damit schwächeren Volkswirtschaften helfen zu wollen, was sowieso nicht funktioniert. Es gibt ja nicht nur die DAX-Konzerne, die sich so etwas locker leisten könnten oder sich eben ins Ausland verdrücken ;)
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El_Pocho

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1751 am: 17.Oktober 2011, 19:32:28 »

Es geht doch hier nicht nur darum, schwachen Volkswirtschaften zu helfen. Im Gegenteil: eine vernünftige Lohnpolitik und ein in die Gänge kommender Binnemarkt wären doch gerade für den kleineren, mittelständischen Betrieb profitabel. Warum funktionieren Ketten wie ALDI oder NORMA hauptsächlichen in Deutschland? Weil es eine immer größer werdendes Heer von Leuten gibt, die zu deren Dumpingpreisen einkaufen müssen, um nicht in Nöte zu geraten. Warum schreibt die OECD Deutschland fast jährlich ins Buch, einer der Industriestaaten mit der am stärksten zunehmenden privaten Armut zu sein? Warum hat der Anteil an Personen, die unterhalb der für Deutschland definierten Armutsgrenze liegen, so zugenommen? Wegen der dauernd gepredigten Lohnzurückhaltung! Für einen mittelständischen Betrieb, der keine Dumpingpreise anbieten kann, ist dies auf längere Sicht Gift.


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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1752 am: 17.Oktober 2011, 19:34:56 »

Es geht doch hier nicht nur darum, schwachen Volkswirtschaften zu helfen. Im Gegenteil: eine vernünftige Lohnpolitik und ein in die Gänge kommender Binnemarkt wären doch gerade für den kleineren, mittelständischen Betrieb profitabel. Warum funktionieren Ketten wie ALDI oder NORMA hauptsächlichen in Deutschland? Weil es eine immer größer werdendes Heer von Leuten gibt, die zu deren Dumpingpreisen einkaufen müssen, um nicht in Nöte zu geraten. Warum schreibt die OECD Deutschland fast jährlich ins Buch, einer der Industriestaaten mit der am stärksten zunehmenden privaten Armut zu sein? Warum hat der Anteil an Personen, die unterhalb der für Deutschland definierten Armutsgrenze liegen, so zugenommen? Wegen der dauernd gepredigten Lohnzurückhaltung! Für einen mittelständischen Betrieb, der keine Dumpingpreise anbieten kann, ist dies auf längere Sicht Gift.

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tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1753 am: 17.Oktober 2011, 20:06:50 »

Es geht doch hier nicht nur darum, schwachen Volkswirtschaften zu helfen.
Hier ging es schon darum.

Zitat
Im Gegenteil: eine vernünftige Lohnpolitik und ein in die Gänge kommender Binnemarkt wären doch gerade für den kleineren, mittelständischen Betrieb profitabel.
Liegt der deutsche Binnenmarkt denn am Boden? Und warum muss man sich auf Deutschland beschränken, wenn einem der europäische Binnenmarkt viel mehr Chancen bietet? Griechenland und Portugal waren immer ärmere Länder, daran ist nicht Deutschland und auch nicht der Euro Schuld. Man hätte sie nur nie in die Eurozone lassen dürfen, durch deren Verschuldung haben wir jetzt den Salat.

Zitat
Warum funktionieren Ketten wie ALDI oder NORMA hauptsächlichen in Deutschland?
Funktionieren sie denn nicht im Ausland? Gerade im Ausland müsste es doch wegen der Wirtschaftskraft Deutschlands, die alle anderen Volkswirtschaften in Europa zerstört, doch viel größere Heere von Menschen geben, die sich nichts anderes mehr leisten können.

Wie gesagt, ich bin für einen Mindestlohn und ich bin auch sehr dafür, dass Arbeiter und Angestellte gut verdienen, das kann aber nicht von Seiten der Regierung angeordnet werden. Ich würde auch einen anderen Ansatz wählen, der sich aus einem Fixum und einer Erfolgsbeteiligung zusammen setzt. So verdient man in Zeiten der Hochkonjunktur viel, das Unternehmen gerät aber nicht im Schwierigkeiten, wenn es mal schlecht läuft und muss nicht direkt Leute entlassen.
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1754 am: 17.Oktober 2011, 22:03:00 »

Kurz vorneweg, wenn ich schreibe, "dein" Modell, meine ich damit deinen Standpunkt.
Mich kotzt das Geraffe der Banken auch an und ich will (seit Jahren übrigens), dass sie in die Schranken gewiesen werden, aber es hilft auch nichts, jetzt alles komplett an die Wand zu fahren. Das ist populistischer und blinder Aktionismus, ebenso wie das Ende der Eurozone zu fordern, man muss "nur" darauf achten, dass die vereinbarten Regularien auch eingehalten werden, für hochverschuldete Staaten muss man eine vernünftige Lösung finden, einen Vorschlag habe ich ja schon gemacht.

Welchen Vorschlag hast du gemacht? Du hast geschrieben, wir machen weiter wie bisher. Wir versorgen GR mit billigen Krediten und hoffen auf das Beste. Das hat man jetzt 12 Jahre lang gemacht, und deshalb stehen wir jetzt da wo wir sind und fangen mit Transferzahlungen an. Wie dreist (oder einfach nur naiv) muss man sein, dass als Lösungsvorschlag zu bringen. Und nichts anderes machen ja unsere Eliten gerade.  >:(

ElPocho hat das auch nochmal ganz schön zusammengefasst, dass diese Politik in einer Währungsunion eben NICHT funktioniert:


Von "Hyperinflation" kann in D auch keine Rede sein. D liegt unter der von der EU festgelegten Zielinflation, d.h.: das Angebot ist deutlich höher als die Nachfrage, man könnte sogar behaupten, daß D eine deflationäre Lohnpolitik betreibt. Dadurch erklärt sich auch die Handelsbilanz. Da die Summe aller Handelsbilanzen in einem Wirtschaftsraum immer Null beträgt, muss irgendwo ein Staat sein, der die Exportüberschüsse abkauft und damit gleichzeitig die eigene Wirtschaft ruiniert sowie sich gegenüber dem Exporteur "verschuldet". Ergebnis ist das, was wir derzeit in der EU erleben, bzw. ist der deutsche Exportüberschuss durch Lohndumping eines der großen Probleme in der EU. Wenn ein gemeinsamer Wirtschaftsraum funktionieren soll, kann sich Staat A nicht durch Senken der Lohnsstückkosten Marktanteile gegenüber Staat B "erschummeln".

Genau so siehts aus!

Irgendwo gab es einen Streitpunkt darüber, wofür GR das Geld eigentlich verwendet. Meines Wissens nach nicht für irgendwelche Investitionen, sondern nur noch, um Zinsen zu bedienen. Damit muss man schlussfolgern, daß der griechische Staat bereits handlungsunfähig ist. Die Pleite ist IMHO nur eine Frage der Zeit.

Für mich gab es da keinen Streitpunkt. ;D  Die SIND pleite. Ohne Transferzahlungen hat GR schneller die Drachme wieder als du gucken kannst. Kannst dich entsinnen? Du wolltest das nachher nur nicht mehr hören (bzw lesen). :P

Da das "tatsächliche" Geld für den ESFS ja auch größtenteils wieder am Finanzmarkt geliehen werden wird, kommt es nur zu einer Verschiebung der Schulden auf die gesamte EU. An der Grundproblematik ändert sich nichts. Aber der ESFS wurde ja auch faktisch von Herr Ackermann erfunden. Wen wundert´s also, wenn seine Clique am meisten von profitiert.

Korrekt!
Am "Finanzmarkt leihen" hört sich etwas undurchsichtig an. Kannst ruhig schreiben, dass man sich das Geld bei den europ. Steuerzahlern "leiht".

Die EU muss sich von der Finanzierung der Staaten über den Finanzmarkt lösen. Deswegen muss sie in der Lage sein, sich über die EZB zu moderaten Zinsen Geld zu leihen. Ergo: Eurobonds. Den ganzen Schwachsinn, daß der Staat de fakto kein Geld mehr druckt, sondern es zu Schleuderpreisen dem Finanzmarkt überlässt, der es dann zurückverleiht, braucht doch kein Mensch.  Auch hier hat sich die zugrundeliegenden Theorie, daß der Staat, wenn er selber Geld drucken darf, per se immer unrational handelt und tatsächlich eine Megainflation produziert, doch als Blödsinn rausgestellt. Natürlich gibt es ein gewisses Risiko der Fehlnutzung. Dieses gehört kontrolliert. Aber von den Staaten und deren Zentralbanken selber und nicht von Bankheinis, die damit Geld machen.

Könntest zu dem fett gedruckten, ein wenig detailierter werden? Gibt es da event ein paar Belege, dass diese Theorie Blödsinn ist?

Ich meine, wenn ich die jetzige Politik sehe, wo man ja prinzipiell nichts anderes macht, als die privaten Banken abzulösen und über den EFSF (eine staatliche Einrichtung) beginnt die Staatsfinanzierung zu übernehmen, dann erkennt man doch, dass die privaten Banken eingesehen haben, dass GR zahlungsunfähig ist und seine Kredite nicht mehr zurückbezahlen kann. Ergo, die hohen Zinsen. Wenn jetzt der ESFS kommt und trotzdem weiterhin Kredite an GR vergibt zu 2% Zinsen, ist dann nicht "unrational und Megainflation produzierend"?

Ein Kapitalisierungszwang ist natürlich ebenfalls bitter notwendig. Es ist ein Witz, daß die Banken durch Kreditvergaben mittlerweile mehr als 40mal mehr Geld "erschaffen" haben, als tatsächlich als Real-Tauschwert "existiert". Davor haben die Ackermänner natürlich die größte Panik. Das würde faktisch bedeuten, daß ihr Lügengebäude einstürzt. Allerdings frage ich mich manchmal, was es für mich als Bankenkunde bedeuten würde.

40 Mal ist vllt ein wenig hoch gegriffen. Das Welt-BIP beträgt so um die 60-70 Billionen USD. Die Welt-Schulden belaufen sich wohl auf 200 Billionen USD. Trotzalledem bereits ein krasser Unterschied. Und bedingt durch die Zinsen, laufen die Schulden natürlich weg, wenn wir nicht bald ein neues Wirtschaftswunder aus der Tüte zaubern.

Es geht doch hier nicht nur darum, schwachen Volkswirtschaften zu helfen.
Hier ging es schon darum.

Das stimmt. Es ging schon um das wechselseitige Funktionieren von Volkswirtschaften, speziell in einer Währungsunion.

Griechenland und Portugal waren immer ärmere Länder, daran ist nicht Deutschland und auch nicht der Euro Schuld. Man hätte sie nur nie in die Eurozone lassen dürfen, durch deren Verschuldung haben wir jetzt den Salat.

Davon rede ich doch die ganze Zeit. "Problem erkannt, Problem gebannt" ist aber trotzdem nicht drin, richtig! ;D
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tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1755 am: 17.Oktober 2011, 22:47:25 »

Du hast geschrieben, wir machen weiter wie bisher.
Du scheinst wirklich nur das zu verstehen, was du verstehen willst.

Zitat
Wie dreist (oder einfach nur naiv) muss man sein, dass als Lösungsvorschlag zu bringen.
Wie dreist (oder einfach nur naiv) muss man eigentlich sein, um so etwas in meine postings hinein zu fantasieren.

Zitat
Ohne Transferzahlungen hat GR schneller die Drachme wieder als du gucken kannst.
Wer sagt denn, dass ein Staat, der bankrott ist, automatisch aus der Eurozone ausscheiden muss?

Zitat
Kannst ruhig schreiben, dass man sich das Geld bei den europ. Steuerzahlern "leiht".
GR hat sich das Geld aber nicht beim europ. Steuerzahler geliehen, sondern bei den Banken. Der Steuerzahler muss jetzt wieder für die Banken bluten, damit das Finanzsystem nicht zusammen bricht, weil das unabsehbare negative Folgen für die Realwirtschaft, für Ersparnisse, für das Privateigentum und für die Altersvorsorge hätte. Die Politik hat nach der Finanzkrise 2007 erbärmlich versagt und der Finanzindustrie keine Zügel angelegt, das ist jetzt eine Quittung dafür. Wenn es auch diesmal keine drastischen Maßnahmen gegen die Banken gibt, wird die Krise noch schwerwiegender und noch teurer, wahrscheinlich wird diese dann gar nicht mehr händelbar sein. Den Politikern muss vom Wähler klar gemacht werden, dass er diese Lobbypolitik nicht mehr mitmacht, dass der Raubzug jetzt ein Ende hat, da sind die Demonstrationen wie am Wochenende ein guter erster Schritt.

Zitat
Es ging schon um das wechselseitige Funktionieren von Volkswirtschaften, speziell in einer Währungsunion.
Das Funktionieren stellt sich aber nicht dadurch her, dass man in einer dieser Volkswirtschaft per Dekret die Löhne erhöht.

Zitat
Davon rede ich doch die ganze Zeit.
So langsam scheinst du zu begreifen, dass wir eigentlich gar nicht so weit von einander entfernt sind. Ich halte nur deine Lösungsmöglichkeit "Löhne erhöhen" für untauglich, ebenso halte ich nichts davon, den Euro wieder abzuschaffen, weil ein gemeinsamer Markt mit einer gemeinsamen Währung viele Vorteile für alle Staaten der Eurozone bietet. Das Kind liegt im Brunnen, also muss man einen Weg finden, es dort wieder herauszuholen und dann gilt es sicherzustellen, dass es nicht wieder dort hinein fällt. Den Brunnen zuzuschütten ist meiner Meinung nach keine Lösung.
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pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1756 am: 17.Oktober 2011, 23:57:02 »

Du hast geschrieben, wir machen weiter wie bisher.
Du scheinst wirklich nur das zu verstehen, was du verstehen willst.

Ich kann dir deinen Lösungsvorschlag gerne nochmal zitieren:

Zitat
Es ist übrigens nicht "mein" Transfermodell, was ich machen würde, habe ich bereits geschrieben: günstige Kredite zur Umschuldung gewähren (die natürlich zurück gezahlt werden müssen), vernünftige Sparmaßnahmen in die Wege leiten und investieren bzw. Investitionsanreize schaffen. Nimm es zur Kenntnis.

Was anderes hat man die letzten 12 Jahre nicht gemacht. Nimm es zur Kenntnis. ;)



Zitat
Ohne Transferzahlungen hat GR schneller die Drachme wieder als du gucken kannst.
Wer sagt denn, dass ein Staat, der bankrott ist, automatisch aus der Eurozone ausscheiden muss?

Weil ein Teilmitglied einer Währungsunion ja schlecht bankrott gehen kann, oder? Wie auch? Dazu benötigt es ja erstmal eine eigene Währung. Das ist wie, als wenn du sagen würdest, Sachsen-Anhalt geht morgen pleite. Geht natürlich nicht. Wenn dann geht Deutschland pleite, zusammen mit Sachsen-Anhalt. Nur mit dem Unterschied, dass Sachsen-Anhalt kein souveräner Staat wie GR ist. Und ich würde es auch sehr befremdlich finden, wenn die Geberstaaten innerhalb der EU anfangen, die nationale Souveränität der Nehmerländer ausser Kraft zu setzen. Da ist mehr Sprengkraft dahinter als hinter jedem Finanzcrash.


Zitat
Kannst ruhig schreiben, dass man sich das Geld bei den europ. Steuerzahlern "leiht".
GR hat sich das Geld aber nicht beim europ. Steuerzahler geliehen, sondern bei den Banken. Der Steuerzahler muss jetzt wieder für die Banken bluten, damit das Finanzsystem nicht zusammen bricht, weil das unabsehbare negative Folgen für die Realwirtschaft, für Ersparnisse, für das Privateigentum und für die Altersvorsorge hätte. Die Politik hat nach der Finanzkrise 2007 erbärmlich versagt und der Finanzindustrie keine Zügel angelegt, das ist jetzt eine Quittung dafür. Wenn es auch diesmal keine drastischen Maßnahmen gegen die Banken gibt, wird die Krise noch schwerwiegender und noch teurer, wahrscheinlich wird diese dann gar nicht mehr händelbar sein. Den Politikern muss vom Wähler klar gemacht werden, dass er diese Lobbypolitik nicht mehr mitmacht, dass der Raubzug jetzt ein Ende hat, da sind die Demonstrationen wie am Wochenende ein guter erster Schritt.

Das kannst du drehen wie du willst. Fakt ist, dass derzeit schon 30% der Verluste der Banken durch GR's Zahlungsunfähigkeit, bei der EZB in den Büchern stehen, und damit europ. Steuergelder sind. Und mit dem EFSF wird genau diese Praxis festgeschrieben. Die europ. Steuerzahler bürgen demnächst für die Kredite von GR & Co. Nimm es zur Kenntnis.

Zitat
Es ging schon um das wechselseitige Funktionieren von Volkswirtschaften, speziell in einer Währungsunion.
Das Funktionieren stellt sich aber nicht dadurch her, dass man in einer dieser Volkswirtschaft per Dekret die Löhne erhöht.

Dann muss man das Experiment Euro, zumindest in der derzeitigen Form (inkl. GR & Co.), aufgeben. Oder eben lustig weiter an die Wand fahren, bis die gesamte Eurozone Pleite ist. Oder du hast noch einen anderen Plan auf Lager, der nicht darin besteht, die Instrumente anzuwenden, die bisher gescheitert sind.

Zitat
Davon rede ich doch die ganze Zeit.
So langsam scheinst du zu begreifen, dass wir eigentlich gar nicht so weit von einander entfernt sind. Ich halte nur deine Lösungsmöglichkeit "Löhne erhöhen" für untauglich, ebenso halte ich nichts davon, den Euro wieder abzuschaffen, weil ein gemeinsamer Markt mit einer gemeinsamen Währung viele Vorteile für alle Staaten der Eurozone bietet. Das Kind liegt im Brunnen, also muss man einen Weg finden, es dort wieder herauszuholen und dann gilt es sicherzustellen, dass es nicht wieder dort hinein fällt. Den Brunnen zuzuschütten ist meiner Meinung nach keine Lösung.

Du musst den Euro ja nicht abschaffen. Und welche Vorteile jetzt eine gemeinsame Währung für GR und Deutschland gebracht hat, ist mir nicht ganz klar. Sicher, Deutschland hat schön immer exportiert und GR ordentlich importiert, bis aufeinmal alle gemerkt haben, dass es so nicht ewig geht. War ne schöne Zeit, klar. Aber nun muss man schauen, woran es gelegen hat und wie man das Problem löst. 
« Letzte Änderung: 18.Oktober 2011, 00:00:13 von pudel »
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1757 am: 18.Oktober 2011, 00:52:40 »

Schon einigermaßen grotesk was Dick Cheney letztens im Spiegel-Interview zur Schuldenkrise sagt. Er bezieht sich allerdings hauptsächlich auf die USA.

"Das Schuldenproblem haben wir wegen der teuren Sozialprogramme (...) Die Regierung müsste für langfristiges Wachstum sorgen, indem sie die Steuergesetze reformiert, die Wirtschaft von regulatorischen Lasten befreit und den Anstieg der Sozialausgaben stoppt."

Also Sozialausgaben runterfahren, Märkte deregulieren und noch mehr Steuererleichterungen für Reiche sollen die aktuelle Krise bewältigen. Naaaa jaaaa.
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1758 am: 18.Oktober 2011, 00:53:01 »

Was anderes hat man die letzten 12 Jahre nicht gemacht. Nimm es zur Kenntnis. ;)
So, so, die anderen europäischen Staaten haben also GR in den letzten 12 Jahren günstige Kredite zur Umschuldung gewährt, vernünftige Sparmaßnahmen in die Wege geleitet und Investitionsanreize geschaffen? Das ist der Beweis, dass du ausschließlich das verstehst, was du nur verstehen willst. Nichts dergleichen ist natürlich in Wirklichkeit passiert. Nimm es zur Kenntnis ;)

Zitat
Weil ein Teilmitglied einer Währungsunion ja schlecht bankrott gehen kann, oder?
Warum nicht?

Zitat
Das kannst du drehen wie du willst.
Du wiederholst eigentlich nur, was ich schon geschrieben habe.

Zitat
Fakt ist...
Wenn du meine postings mal unvoreingenommen lesen würdest, dann würdest du wissen, dass ich das längst weiß und wie wohl die meisten Menschen, nicht gut heiße. Du scheinst aber unbedingt auf Krawall aus zu sein. Auf solche Kindergartenspielchen habe ich aber keine Lust und auf dieser Basis diskutiere ich auch nicht. Nimm es zur Kenntnis ;)

Zitat
Dann muss man das Experiment Euro, zumindest in der derzeitigen Form (inkl. GR & Co.), aufgeben.
Warum muss man das?

Zitat
Aber nun muss man schauen, woran es gelegen hat und wie man das Problem löst.
Das Problem derzeit ist Griechenlands zügellose Verschuldung, an der Deutschland nicht Schuld ist. GR musste sich nicht verschulden, weil in Deutschland die Produktivität höher ist. Nimm es zur Kenntnis ;)
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1759 am: 18.Oktober 2011, 06:03:57 »

Um noch mal einen anderen Gesichtspunkt in die Diskussion zu bringen. Deutschland hat im Prinzip kein wirklich großes Interesse an einer Euro-Rettung und damit an einem starken Euro. Denn so schlechter der Euro gegenüber den Dollar steht, um so besser für den deutschen Export.
Das Dumme ist nur, dass die USA genau das selbe mit dem Dollar vorhaben. Und auch die Chinesen versuchen ihre eigene Währung nicht zu stark werden zu lassen.

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