Ich verzichte jetzt mal auf das nervige Copygepaste.
Es geht doch hier nicht um Produktivitätsraten oder Löhne per Dekret. Es geht darum, daß man die Lohnentwicklung in der Eurozone über eine Zielinflationsrate steuert. Wie ich schon schrieb: Lohnentwicklung/Jahr = Produktivitätsrate + Zielinflationsrate. Dadurch werden in einem Land wie D die Löhne weiterhin höher sein als in einem weniger produktiven Staat wie GR.
Natürlich ist die Frage, wie man das steuert. Man kann Länder sanktionieren, die unter der Zielinflation bleiben. Länder, die drüber liegen, bestrafen sich eh quasi schon selber. Auf nationaler Ebene wird es natürlich tricky. Es ist nicht Staatsaufgabe, Löhne festzulegen. Aber er kann die Lohnentwicklung mitsteuern, wenn er geschickt subventioniert, Mindestlöhne festlegt oder selber Leute anstellt. Dieses staatliche Steuern wurde in D aufgegeben, bzw. man sieht es als die Würzel alles Übels an.
Wie ich schon sagte: die Art, wie D seine Löhne seit 10 Jahren stagniert, ist sicherlich einer der Gründe, warum andere Staaten in der Eurozone unter Druck geraten. Es ist doch relativ simpel: wenn ein Staat A, der sehr effizient produziert und dazu noch - gemessen an seiner Produktivität - zu niedrige Lohnstückkosten hat, mit einem Staat B in direkter Konkurrenz steht, der weniger effizient produziert und entsprechende Löhne zahlt, dann gerät Staat B unter enormen Druck und wird noch weniger Marktanteile im gemeinsamen Wirtschaftsraum haben, wie er angesichts seiner geringeren Produktivität eh schon hätte. Dieses "noch weniger" an Marktanteilen ist das Problem. Es geht hier nicht darum, D und GR gleichzuschalten. Es geht darum, daß Marktanteile nicht durch ein sich gegenseitig übertrumpfendes Lohndumping erobert werden sollten, sondern rein über die Produktivitätsraten.
Löst man dieses Problem nicht, kann ein gemeinsamer Wirtschaftsraum nicht existieren, ohne daß es zu Transferzahlungen oder gemeinsamer Verschuldung kommt, da man ständig die Staaten retten muss, die unter dem Druck kollabieren und wenig Chancen haben, eine vernünftige eigene Wirtschaftsleistung herzustellen. Man bekämpft andauernd nur Symptome und will eine der Krankheiten nicht wahrhaben. Wobei im Fall der aktuellen Krise mehrere Krankheiten zusammenkommen.