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Autor Thema: Allgemeine Nachrichten  (Gelesen 2190972 mal)

Tony Cottee

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4620 am: 14.September 2015, 17:34:33 »

Die Grenze wird wieder kontrolliert. Naja, besser spät als nie. Ich habe heute Nacht gut geschlafen: Mir ist jeder echte Kriegsflüchtling willkommen, aber der Kontrollverlust war schon atemberaubend schlimm.

Ehrlich? Schlaflose Nächte wegen atemberaubendem Kontrollverlust? Falls das wirklich so war, solltest Du ganz ernsthaft einen Arzt aufsuchen...allerdings keinen Allgemeinmediziner.
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Shels

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4621 am: 14.September 2015, 18:20:58 »

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Ferrarist

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4622 am: 14.September 2015, 19:28:47 »

Ich weiß nicht so Recht, was ich von der Grenzschließung halten soll. Vor allem nachdem erst schön groß angekündigt wird, dass man auf die Schnelle zehntausende aufnehmen möchte. Da fehlt mir mit Blick auf das große Ganze ein schlüssiges Gesamtkonzept. Gerade in dieser Lage wären effektive und effiziente Institutionen auf europäischer Ebene nötig, die ein klares Flüchtlingskonzept für die Europäische Union ausarbeiten könnten, was den europäischen Interessen gelegen kommen sollte. Ebenso braucht man ein europäisches Einwanderungsgesetz und damit einher Aufnahmelager an den Außengrenzen, wo die EU dann wenigstens ein bisschen kontrollieren kann, wen sie sich da reinholt.
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DocSnyder

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4623 am: 15.September 2015, 12:52:18 »

Und parallel knallt es gerade landauf, landab zwischen Kurden und Türken, die einen westasiatischen Konflikt zentral in Deutschland austragen. Arabische Demos laufen fröhlich "Juden ins Gas" skandierend durch deutsche Städte. Wo sind die linksgrünen Empörungsbeauftragten hier?
Nichtsdestrotrotz werden sich - fröhlich am Bahnhof beklatscht - die nächsten internationalen Konflikte ins Land geholt. Noch hat es die entsprechenden Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten, Moslems und Jesiden nur innerhalb der großen Landeserstaufnahmestellen und werden in den Medien kaum erwähnt (100 vs. 100 mit ein paar Dutzend Verletzten - das auf einem Dorffest und die Zeitungen wären voll). Lange wird es nicht dauern, bis auch diese Konflikte die Straßen erreichen. Oh du schöne, bunte Bereicherung.
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Tony Cottee

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4624 am: 15.September 2015, 15:18:51 »

Und parallel knallt es gerade landauf, landab zwischen Kurden und Türken, die einen westasiatischen Konflikt zentral in Deutschland austragen. Arabische Demos laufen fröhlich "Juden ins Gas" skandierend durch deutsche Städte. Wo sind die linksgrünen Empörungsbeauftragten hier?
Nichtsdestrotrotz werden sich - fröhlich am Bahnhof beklatscht - die nächsten internationalen Konflikte ins Land geholt. Noch hat es die entsprechenden Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten, Moslems und Jesiden nur innerhalb der großen Landeserstaufnahmestellen und werden in den Medien kaum erwähnt (100 vs. 100 mit ein paar Dutzend Verletzten - das auf einem Dorffest und die Zeitungen wären voll). Lange wird es nicht dauern, bis auch diese Konflikte die Straßen erreichen. Oh du schöne, bunte Bereicherung.

Ich musste mich nach "linksgrüne Empörugsbeauftragte" zwar kurz zwingen, weiterzulesen, weil ja absehbar war, was dann folgen wird, aber: Liest sich fast so, als ob Du es gar nicht mehr erwarten könntest, bis das endlich so eintrifft...
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Khlav Kalash

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4625 am: 15.September 2015, 15:43:23 »

Naja anders werden die Leute ja anscheinend nicht zum Nachdenken gezwungen  :-\. Sie sehen immer nur die süßen Bilder die durch die Presse gehen. Aber dies ist nunmal nicht alles was kommt.

Ich kann an den Grenzkontrollen nichts verwerfliches finden, Ankömmlinge werden ja trotzdem noch aufgenommen, nur die Schleuser werden endlich mal festgesetzt. Dies wiederum hat zur Folge, dass andere von ihrer Tätigkeit ablassen und Flüchtlinge sich evtl. auch mal mit was anderem außer dtl. zufrieden geben.
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Tony Cottee

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4626 am: 15.September 2015, 17:20:11 »

Ich kann an den Grenzkontrollen nichts verwerfliches finden, Ankömmlinge werden ja trotzdem noch aufgenommen, nur die Schleuser werden endlich mal festgesetzt. Dies wiederum hat zur Folge, dass andere von ihrer Tätigkeit ablassen und Flüchtlinge sich evtl. auch mal mit was anderem außer dtl. zufrieden geben.

Das musst Du mir erklären, wie die Grenzkontrollen dazu führen, dass Schleuser festgesetzt werden. Denkst Du, die fahren da jetzt fröhlich pfeifend an die Grenze und lassen sich dann an den Grenzkontrollen festnehmen?

Und die Flüchtlinge, die an den Grenzen lediglich registriert werden, geben sich daher damit zufrieden lieber in Ungarn wie Tiere behandelt zu werden, oder damit, dass die UN die Verpflegung in den Lagern im Libanon, Nordirak etc. einfach mal dramatisch zusammen streicht und denken sich: "Och nöö, Grenzkontrollen. Dann doch lieber nicht vor Not und Elend fliehen..."
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Khlav Kalash

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4627 am: 15.September 2015, 17:42:43 »

Hä? Hast du meinen Beitrag gelesen? Da steht "das andere von ihrer Tätigkeit ablassen". Erst lesen, dann Ironie ;)

Schleuser brauchen neue, zum Teil längere Strecken, dass wird für die Flüchtlinge sicherlich billiger, wenn es für die Schleuser schwerer wird. So, genug des weiterdenkens
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Tim Twain

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4628 am: 15.September 2015, 17:50:13 »

Das Hauptproblem ist, dass keiner auch nur den Hauch eines Planes hat, wie man das Problem löst. Weder hier noch in der Politik. Und aktuell stürzt man von einer Übersprungshandlung in die nächste. Die große "Flüchtlinge sind willkommen"-Aktion hat das ganze leider nur noch verschlimmert... Jetzt will man dem ganzen wieder entgegenwirken, aber es wirkt halt alles ziemlich hilflos. Das Problem im Keim zu ersticken klappt nicht, stattdessen feuert man die zweite Krise in Osteuropa weiter an. Aber das redet sich alles so leicht, einen wirklichen Plan hat keiner, da nimm ich mich nicht aus . Aber diese blinde Hetze untereinander und gegen Flüchtlinge bringt halt auch keinen weiter.
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Khlav Kalash

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4629 am: 15.September 2015, 18:19:16 »

Aber diese blinde Hetze untereinander und gegen Flüchtlinge bringt halt auch keinen weiter.

Und genau das wird in meinen Augen gezielt unterstützt/angeheizt um vom versagen der Politik abzulenken.
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Tony Cottee

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4630 am: 15.September 2015, 19:27:20 »

Zum Versagen der Politik stellen sich mir (neben gefühlt 100 weiteren) diese zwei Fragen, die aus meiner Sicht in der Öffentlichkeit noch gar nicht ausreichend diskutiert wurden:

1. In den angrenzenden Staaten zu Syrien leben weitaus mehr syrische Flüchtlinge, als sich auf den Weg nach Europa gemacht haben.  Viele Syrer harren schon seit Jahren in solchen Lagern aus. Warum kürzt die UN die Lebensmittelunterstützung in Lagern im Libanon, Nordirak etc. in dem hunderttausende Syrer auf eine Rückkehr nach Syrien hoffen drastisch? Wäre es nicht angebracht, dass die UN, die EU, oder wer auch immer sich aus der westlichen Welt berufen fühlt, diese Lager finanziell so unterstützt, dass dort ein menschenwürdiges Leben möglich ist? Man könnte fast den Eindruck bekommen, dass die Kürzung der Unterstützung dort "Anreize" schaffen soll, nach Europa zu fliehen. Das ist für mich unverständlich, da nach meinem Verständnis sehr wohl viele Syrer in ihrer Heimat zurück kehren wollen, sobald dieses möglich ist.

2. Warum ist es innerhalb der EU möglich in Nachtsitzungen Banken und Staaten vor dem Bankrott zu retten, aber bei der Flüchtlingsfrage gibt es a) kein Interesse an Konsens, b) keinen sichtbar ausgeübten Druck und c) ein paar lose Termine in unregelmäßiger Folge? Wäre ich Frau Merkel, Herr Hollande oder sonst jemand "Zuständiges", würde ich dafür sorgen, dass meine Innen- und Außenminister nicht mehr aus den Sitzungsräumen kommen, bis sie entsprechende Kompromisse und Lösungen gefunden haben, wie man kurz-, mittel- und langfristig den Umgang mit den Flüchtlingen innerhalb der EU konzipieren möchte.
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Shels

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4631 am: 15.September 2015, 19:47:17 »

Tja, man könnte meinen jemand hätte ein Interesse daran Europa zu destabilisieren...   :police:
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smedhult

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4632 am: 15.September 2015, 22:09:27 »

@Tony Cottee:

Frage 1:

Warum soll sich immer nur Europa solidarisch mit sämtlichem Elend auf der Welt zeigen? Ich bin der Meinung, dass die vor Petrodollar nur so strotzenden Golfstaaten hier mal zur Verantwortung gezogen werden sollten. Wenn sie schon keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, sollen sie wenigstens die unmenschlichen Lager finanzieren.

Das ist für mich unverständlich, da nach meinem Verständnis sehr wohl viele Syrer in ihrer Heimat zurück kehren wollen, sobald dieses möglich ist.

Bis Syrien wieder auf den Beinen sein wird, werden Jahre, vermutlich Jahrzehnte, vergehen. Auf dem Weg dahin gibt es noch viele Hürden zu nehmen. Zuerst muss der IS besiegt werden, dann muss der Bürgerkrieg beendet werden, dann muss Assad entsorgt werden, etc.. Aus meiner Sicht wird der nächste Konflikt gerade angeheizt, indem wir die kriegerische Verantwortung, zumindest auf dem Boden, den Peshmerga auferlegen und sie massiv aufrüsten. Hier muss spätestens nach der Zerschlagung des IS eine Lösung gefunden werden, um den Kurden endlich einen eigenen Staat in Aussicht zu stellen.

Persönlich gehe ich davon aus, dass es eine Spaltung Syriens geben wird.

Frage 2:

Platt gesagt, zählen Banken und die Märkte mehr als Menschen.

Das Problem in dieser Situation ist aber kaum schnell zu lösen. Die Ablehnung des deutschen Quotensystems ist in Europa weit verbreitet, nicht nur in Osteuropa. Der deutsche Vorstoß die Schleußen für alle zu öffnen, hat für viel Verwunderung und Ablehnung gesorgt. Typischer Fall von erst reden dann denken.
Kurz- und mittelfristig muss aber eine Lösung her. Ob das nun über Quotierungen oder über einen "wilden" Zustrom passieren wird, bleibt abzuwarten. Viel wichtiger sehe ich, dass endlich langfristig die Ursachen der Flüchtlingsbewegungen angegangen und beseitigt werden.

Generell:

Gemäß UN-Studien wird die Weltbevölkerung in den folgenden Jahrzehnten weiter rasant anwachsen, besonders in weiten Teilen Afrikas wird dies der Fall sein. Daher geht man davon aus, dass die Zahl der Flüchtlinge, die aus unterschiedlichsten Gründen (Krieg, Gewalt, Elend) ihre Heimat verlassen, ebenfalls massiv zunehmen wird. Spätenstens dann, können wir die Problematik nicht mehr bewältigen.

Folgende Maßnahmen müssen eingeleitet werden um die Wanderungsbewegungen möglichst klein zu halten:

- keine politische und militärische Einmischung in Krisenregionen
- keine Unterstützung einzelner genehmer Gruppen um politische Verhältnisse zu ändern
- keine Unterstützung autoritärer Regime (der Leitsatz: "Er ist ein Schurke, aber er ist unser Schurke" muss endlich der Vergangenheit angehören)
- Änderung der Wirtschaftspolitik zum Wohle armer Staaten (Abschaffung der Subventionspolitik zur Stärkung einheimischer Märkte, keine Ausbeutung schwacher Staaten durch die Wirtschaft, etc.)
- Rückführung von Produktionsstätten und Förderungsanlagen in die einheimische Wirtschaft
- Bekämpfung der Korruption
- gesteuerte Wirtschaftshilfe

Die Maßnahmen sollten im Übrigen für alle gelten. Also nicht nur für die westliche Welt, sondern auch für Russland und China.

Auswirkungen der Erderwärmung werden wir nicht verhindern können, da ich der Meinung bin, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel nur einen kleinen Teil des gesamten ausmacht.
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Tim Twain

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4633 am: 15.September 2015, 22:24:32 »

Zitat
Bis Syrien wieder auf den Beinen sein wird, werden Jahre, vermutlich Jahrzehnte, vergehen. Auf dem Weg dahin gibt es noch viele Hürden zu nehmen. Zuerst muss der IS besiegt werden, dann muss der Bürgerkrieg beendet werden, dann muss Assad entsorgt werden, etc.. Aus meiner Sicht wird der nächste Konflikt gerade angeheizt, indem wir die kriegerische Verantwortung, zumindest auf dem Boden, den Peshmerga auferlegen und sie massiv aufrüsten. Hier muss spätestens nach der Zerschlagung des IS eine Lösung gefunden werden, um den Kurden endlich einen eigenen Staat in Aussicht zu stellen.

Das ganze hat der Postillon leider auf den Punkt gebracht:
http://www.der-postillon.com/2014/07/westen-auf-der-suche-nach-noch.html


Zitat
- keine politische und militärische Einmischung in Krisenregionen
- keine Unterstützung einzelner genehmer Gruppen um politische Verhältnisse zu ändern
- keine Unterstützung autoritärer Regime (der Leitsatz: "Er ist ein Schurke, aber er ist unser Schurke" muss endlich der Vergangenheit angehören)

Das wird wohl das allerschwerste an der ganzen Sache. Wie gerade die Ukraine zeigt, gehen die USA und auch Russland über Leichen, wenn es darum geht, die Machtbasis des anderen zu untergraben, oder die eigene zu festigen. Auch in Syrien und dem Irak zeigt sich, wie kläglich die die "Weltpolizei" doch handelt. Probleme wie Lybien könnte man auch einfach frühzeitig aus der Welt schaffen, wenn man sie nicht unterstützt. Überhaupt frage ich mich, wozu ein Land wie Deutschland überhaupt noch Waffen produzieren muss. Aber die 10.000 Arbeitsplätze sind halt wichtiger wie Menschenleben irgendwo in der Pampa  :-X



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Shels

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4634 am: 15.September 2015, 22:54:56 »

Wenn eine Merkel Eier hätte, würde sie die USA auffordern sich aktiv am Flüchtlingsproblem zu beteiligen. Aber dafür müsste sie erstmal den Kopf aus dem Hinterteil Obamas bekommen, und das ist nicht leicht sotief wie er drin steckt.
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Emanuel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4635 am: 15.September 2015, 23:12:14 »

Wenn eine Merkel Eier hätte, würde sie die USA auffordern sich aktiv am Flüchtlingsproblem zu beteiligen. Aber dafür müsste sie erstmal den Kopf aus dem Hinterteil Obamas bekommen, und das ist nicht leicht sotief wie er drin steckt.

Endlich mal ein reflektierter Beitrag, der die Diskussion voranbringt.

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Ferrarist

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4636 am: 15.September 2015, 23:20:10 »

@Tony Cottee:

Frage 1:

Warum soll sich immer nur Europa solidarisch mit sämtlichem Elend auf der Welt zeigen? Ich bin der Meinung, dass die vor Petrodollar nur so strotzenden Golfstaaten hier mal zur Verantwortung gezogen werden sollten. Wenn sie schon keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, sollen sie wenigstens die unmenschlichen Lager finanzieren.

Die Golfstaaten finanzieren lieber jene, die überhaupt erst für den Flüchtlingsstrom verantwortlich sind.

Zitat
Das Problem in dieser Situation ist aber kaum schnell zu lösen. Die Ablehnung des deutschen Quotensystems ist in Europa weit verbreitet, nicht nur in Osteuropa. Der deutsche Vorstoß die Schleußen für alle zu öffnen, hat für viel Verwunderung und Ablehnung gesorgt. Typischer Fall von erst reden dann denken.
Kurz- und mittelfristig muss aber eine Lösung her. Ob das nun über Quotierungen oder über einen "wilden" Zustrom passieren wird, bleibt abzuwarten. Viel wichtiger sehe ich, dass endlich langfristig die Ursachen der Flüchtlingsbewegungen angegangen und beseitigt werden.

Ich wäre trotzdem dafür, dass jedes Land der EU seinen Beitrag zur Flüchtlingsproblematik leistet. Man sollte aber den Ländern Osteuropas die Wahl lassen: Entweder sie nehmen Flüchtlinge auf, oder zahlen jenen Ländern, die welche aufnehmen Geld. Quasi eine Art Lastenausgleich, der dafür sorgen soll, dass sich kein Land der EU aus der Verantwortung stielt. Natürlich ist sowas leider kurzfristig nicht machbar und ich sehe auch die Orbans der Welt meckern, dass Länder wie Deutschland absichtlich viele Flüchtlinge aufnehmen würden, um die "armen" Osteuropäer abzukassieren usw. Trotzdem muss eine Lösung her, die jedes EU-Mitglied in die Verantwortung zwingt.
Allerdings brauchen wir auch ein vernünftiges Einwanderungsgesetz und der Vorschlag mit den Aufnahmelagern an den Außengrenzen der EU hört sich schonmal vernünftig an. Von den Lagern aus kann man den Einwanderungsstrom wenigstens kontrollieren und eventuell auch selektieren, so hart es sich auch anhört.

Zitat
- keine politische und militärische Einmischung in Krisenregionen

Ich wäre eher für das Gegenteil, aber wenn man sich zumindest mal in die wichtigsten Konfliktherde im Nahen Osten und Nordafrika einschaltet, wird es viele menschliche Opfer geben. Ich halte es aber besser, Werte wie Freiheit und Demokratie offensiv zu vertreten, anstatt den Kopf in den Sand zu stecken und hilflos mitanzusehen, wie Despotie und Barbarei an ihre Stelle treten.

Zitat
- keine Unterstützung einzelner genehmer Gruppen um politische Verhältnisse zu ändern

Solange jene Gruppen freiheitlich und demokratisch sind, sehe ich kein großes Problem. Auf der anderen Seite sieht es keine Zivilbevölkerung gerne, wenn ihr auf einmal eine neue Elite aufgezwungen wird. Trotzdem sollte man mit jenen progressiven Kräften zusammenarbeiten, die einen wirklichen Wandel herbeiführen wollen.

Zitat
- keine Unterstützung autoritärer Regime (der Leitsatz: "Er ist ein Schurke, aber er ist unser Schurke" muss endlich der Vergangenheit angehören)

Ist ein frommer Wunsch, aber mittlerweile denke ich echt, dass ein funktionierendes Assad-Regime dem Westen eher im Kampf gegen den IS hätte helfen können. Ja, er ist gewiss ein Schurke, aber zumindest bis zum über den IS wäre er nützlich gewesen.

Zitat
- Änderung der Wirtschaftspolitik zum Wohle armer Staaten (Abschaffung der Subventionspolitik zur Stärkung einheimischer Märkte, keine Ausbeutung schwacher Staaten durch die Wirtschaft, etc.)

Auch ein frommer Wunsch, der sich so leicht nicht durchsetzen lässt, denn dafür müsste man die Wirtschaft sehr stark regulieren, was ich für falsch halte. Gerade in Afrika muss man überhaupt erst jene Wirtschaftsstrukturen aufbauen, um den Aufbau einer Mittelschicht zu ermöglichen. Daher sollte der Westen erst Recht in diese Regionen investieren, um sie so langfristig zu entwickeln.

Zitat
- Bekämpfung der Korruption

Wäre ich ja auch dafür, aber dafür müsste man erstmal neue Eliten ausbilden, die das westliche Gesellschaftssystem durchlaufen haben und dieses dann entsprechend weitergeben wollen. Denn gerade jene einheimischen Kulturen sind sehr anfällig für Korruption.

Wenn eine Merkel Eier hätte, würde sie die USA auffordern sich aktiv am Flüchtlingsproblem zu beteiligen. Aber dafür müsste sie erstmal den Kopf aus dem Hinterteil Obamas bekommen, und das ist nicht leicht sotief wie er drin steckt.

Wie soll denn das gehen? Soll sie mal eben in Washington ein paar hundert Schiffe bestellen und den Menschenmassen eine erschöpfende Fahrt über den Atlantik zumuten? Dazu würden wir das Problem auch nur verlagern, denn auch in den USA müssen die Flüchtlinge erstmal versorgt werden und auch in den USA wird es sicherlich eine breite Opposition dagegen geben. Ebenso beteiligen sie sich zumindest an einer militärischen Lösung des Syrienkonflikts, es ist also nicht so, als würden sie nichts machen.
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Shels

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4637 am: 15.September 2015, 23:35:11 »

Ja, sicher. Wenn man etwas aus den vergangenen 60 Jahren Nahostpolitik lernen kann, dann dass militärische Interventionen Probleme lösen können. Nicht.
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DayDreamer

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4638 am: 15.September 2015, 23:41:02 »

Ich schließe mich hier smedhult und Shels an!
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #4639 am: 15.September 2015, 23:45:09 »

Vor allem, wenn die militärische Intervention nicht dem Wohle der Bevölkerung dient, sondern nur darin, den passenden Machtwechsel durchzuführen oder sich irgendetwas anzueignen...
Dass das ganze dazu dient, Freiheit und Demokratie offensiv zu vertreten ist doch auch alles nur Propaganda.
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