@Tony Cottee:
Frage 1:
Warum soll sich immer nur Europa solidarisch mit sämtlichem Elend auf der Welt zeigen? Ich bin der Meinung, dass die vor Petrodollar nur so strotzenden Golfstaaten hier mal zur Verantwortung gezogen werden sollten. Wenn sie schon keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, sollen sie wenigstens die unmenschlichen Lager finanzieren.
Das ist für mich unverständlich, da nach meinem Verständnis sehr wohl viele Syrer in ihrer Heimat zurück kehren wollen, sobald dieses möglich ist.
Bis Syrien wieder auf den Beinen sein wird, werden Jahre, vermutlich Jahrzehnte, vergehen. Auf dem Weg dahin gibt es noch viele Hürden zu nehmen. Zuerst muss der IS besiegt werden, dann muss der Bürgerkrieg beendet werden, dann muss Assad entsorgt werden, etc.. Aus meiner Sicht wird der nächste Konflikt gerade angeheizt, indem wir die kriegerische Verantwortung, zumindest auf dem Boden, den Peshmerga auferlegen und sie massiv aufrüsten. Hier muss spätestens nach der Zerschlagung des IS eine Lösung gefunden werden, um den Kurden endlich einen eigenen Staat in Aussicht zu stellen.
Persönlich gehe ich davon aus, dass es eine Spaltung Syriens geben wird.
Frage 2:
Platt gesagt, zählen Banken und die Märkte mehr als Menschen.
Das Problem in dieser Situation ist aber kaum schnell zu lösen. Die Ablehnung des deutschen Quotensystems ist in Europa weit verbreitet, nicht nur in Osteuropa. Der deutsche Vorstoß die Schleußen für alle zu öffnen, hat für viel Verwunderung und Ablehnung gesorgt. Typischer Fall von erst reden dann denken.
Kurz- und mittelfristig muss aber eine Lösung her. Ob das nun über Quotierungen oder über einen "wilden" Zustrom passieren wird, bleibt abzuwarten. Viel wichtiger sehe ich, dass endlich langfristig die Ursachen der Flüchtlingsbewegungen angegangen und beseitigt werden.
Generell:
Gemäß UN-Studien wird die Weltbevölkerung in den folgenden Jahrzehnten weiter rasant anwachsen, besonders in weiten Teilen Afrikas wird dies der Fall sein. Daher geht man davon aus, dass die Zahl der Flüchtlinge, die aus unterschiedlichsten Gründen (Krieg, Gewalt, Elend) ihre Heimat verlassen, ebenfalls massiv zunehmen wird. Spätenstens dann, können wir die Problematik nicht mehr bewältigen.
Folgende Maßnahmen müssen eingeleitet werden um die Wanderungsbewegungen möglichst klein zu halten:
- keine politische und militärische Einmischung in Krisenregionen
- keine Unterstützung einzelner genehmer Gruppen um politische Verhältnisse zu ändern
- keine Unterstützung autoritärer Regime (der Leitsatz: "Er ist ein Schurke, aber er ist unser Schurke" muss endlich der Vergangenheit angehören)
- Änderung der Wirtschaftspolitik zum Wohle armer Staaten (Abschaffung der Subventionspolitik zur Stärkung einheimischer Märkte, keine Ausbeutung schwacher Staaten durch die Wirtschaft, etc.)
- Rückführung von Produktionsstätten und Förderungsanlagen in die einheimische Wirtschaft
- Bekämpfung der Korruption
- gesteuerte Wirtschaftshilfe
Die Maßnahmen sollten im Übrigen für alle gelten. Also nicht nur für die westliche Welt, sondern auch für Russland und China.
Auswirkungen der Erderwärmung werden wir nicht verhindern können, da ich der Meinung bin, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel nur einen kleinen Teil des gesamten ausmacht.