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| Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread |
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| m4:
--- Zitat von: Zockerbit am 26.Februar 2025, 17:58:03 --- Die Parallelen zur NSDAP sehe ich viel eher problematisch und verharmlosen die Realität für die beide Parteien stehen/standen. Während die AFD sicherlich mit rechtsextremen Tendenzen einhergeht, sind die Unterschiede zum Nationalsozialismus fundamental! Die AFD hat keine totalitäre Agenda und strebt keine Gewalt oder Vernichtung an. Ihre Politik ist demokratisch legitimiert, auch wenn man dies gern verkennt bzw. nicht teilt. Fairerweise sind einige Aussagen sicherlich problematisch. Es ist jedoch wichtig die AFD zu kritisieren ohne die Gefahr zu beschwören, diese Fehler zu wiederholen, indem wir sie mit extremen historischen Regimen auf eine Stufe stellen. --- Ende Zitat --- Die Politik der NSDAP inklusive des Ermächtigungsgesetzes war (zwar getrickst) ebenfalls "demokratisch" legitimiert. Scheiße war es trotzdem. Und dass Sie keine Gewalt oder Vernichtung angestrebt wird, sehe ich in den ganzen extremen Aussagen, die von Seiten hochrangiger AFD Mitglieder getätigt werden, auch nicht in Stein gemeißelt. Vorallem eine Partei in Schutz zu nehmen, von denen einer der hochrangigsten Funktionäre gerichtlich legitimiert Faschist genannt werden darf, sowie die mehrfach Nazisprache benutzt und den Holocaust leugnet/verharmlost finde ich schon sehr zweifelhaft. |
| Zockerbit:
Die Wahlmotive sind viel komplexer, als sie auf den ersten Blick scheinen. Es ist vergleichbar komplex & vielschichtig als wie wenn man sagt, warum die Wähler gewisse Themengebiete (Bspw. Migration) vereinfacht betrachten und vermeintlich einfache Lösungen fordern, obwohl dies auf der Kehrseite schwieriger umzusetzen ist, als es der Wähler glauben bzw. wissen mag. Ebenso wenig zielführend ist es also eine ellenlange, aber doch simple Diskussion darüber zu führen wieso das Wahlverhalten bei einer gewissen Masse nun so ist wie sie ist - Und Wir sprechen hier nicht von einer Minderheit, sondern einer zweistelligen Millionenzahl. Zu erwarten, dass jeder Mensch, oder zumindest ein Großteil, einen wohlüberlegten Schachzug tätigt, sofern er sich ``im Stich gelassen`` - oder nicht vertreten fühlt, ist einfach fern der Realität. Denn wer dies als Erwartung setzt, könnte genauso gut darüber debattieren warum Menschen sich heutzutage überhaupt noch bekriegen. Auf eine (logische) Erkenntnis wird man da nicht kommen. Ob Protest, oder Identifikation sei in erster Linie mal dahingestellt. Für mich persönlich ist die Entwicklung, u.a. der AFD eher ein Symptom auf die vergangenen Ereignisse die das politische System, die Medien, Terrorismus, aber vor allem auch die Parteien/Politiker hervorgerufen haben. Und bei allem Respekt - Vor allem die Politiker im Regierungsauftrag stehen hier in der Pflicht die Schuldfrage hier großteilig entgegenzunehmen. Denn wer sich im Auftrag eines Landes in der Öffentlichkeit nicht selten unglücklich ausdrückt, oder gewisse Tätigkeiten ausübt, sollte sich hinterher nicht die Frage stellen wo denn nun der Respekt und vor allem das Vertrauen hin ist, weil man den Anschein machte das eigene Volk an der Nase herumführen zu wollen - Stichwort: Man ist nicht insolvent, sondern man produziert einfach nicht mehr etc. pp. (Weitere Beispiele erspare ich jetzt). Ehrlicherweise habe ich hier bei einigen Argumentationen & Ansichten das Gefühl als erwarte man vom Wähler (dem normalen Bürger) mehr als von den hochbezahlten & gebildeten (Einige mal ausgenommen...) Politikern die im Auftrag des Volkes handeln sollen. Und genau das sollte mehr Sorge bereiten, da der Strom, mit dem man (seit Jahren) schwimmt, dann doch unbewusst Richtung Abgrund tendiert, wenn die ``vermeintlich`` richtigen Parteien nicht den Ernst der Lage erkennen. Am Ende verdient man sich das Vertrauen & Respekt nicht durch tolle Worte oder Wahlprogramme, sondern durch die Taten die man vollbringt (Darunter zählt auch das öffentl. Auftreten). Schafft man es nicht durch diese Taten, verliert man die Gesellschaft an Solche, die gute & schmackhafte Worte finden, aber (noch) keine Chance hatten Taten walten zu lassen. Dieses ``Phänomen`` ist aber nur natürlich und keine Frage von ``Wie konnte sowas nur passieren? Wieso denkt man nicht nach?`` Auch hier - Wer so kurzsichtig denkt, ist fern der Realität. |
| DragonFox:
Dann kommen wir da nicht zusammen. Für mich sind die Wähler schuld. Für dich die Politiker der Mitte. Nicht, dass du den Wählern viel zutrauen würdest. Sie scheinen ja jeder Karotte wie ein Esel hinterher zu trotten. Erst Jahrzehnte eingelullt und jetzt befreit, um endlich selbstbestimmt rechtsextrem wählen zu können, weil diese ein paar tolle Worte von sich geben und das einzige positive Argument auf ihrer Seite haben, es selbst noch nicht verkackt zu haben. Naja... Ich frage mich, was aus dem Prinzip der Volkssouveränität geworden ist. Oder aus dem von dir mit einem Amen abgesegneten "Das Volk bekommt die Regierung, die es verdient hat.". Wer hat den die Wahl? Das du die ellenlange Diskussion als nicht zielführend bezeichnest, weil sie die Komplexität der Realität gar nicht abdecken kann, nur um dann weiter zu machen, um eine recht einfache und kurze Meinung zu vertreten, warum die AFD heute so stark gewählt wird und wie man "am Ende" Vertrauen und Respekt verdient passt für mich nicht zusammen. Wenn die Diskussion für dich lässtig ist, dann lasse sie doch bleiben. Du hast immerhin mit steigender Zahl der Protestwählern angefangen und bist dann zu einer Bewertung von Protestwählern hin zu, dass es gar nicht viele Protestwähler gäbe schlussendlich zu keinem anderen Punkt gekommen, außer, dass die ganze Diskussion nicht zielführend sei. Für mich war das alles sehr spannend. Beim zweiten und dritten Abssatz stimme ich dir zu. Symptome vergangene Ereignisse, klar. Keine Lösungen von den etablierten Parteien. Geht mir ähnlich. Vierter Absatz... Hm... Ich wiederholde die Aufzählung nochmal: Thema Schießbefehl an Grenzen, Aufrufe zu neuem Holocaust und Gewalt, Releativierungen zur SS und Hitler. Anderen Forenmitglieder haben andere Beispiele genannt. Dazu das Wahlprogramm, dass inhaltlich gar nicht zu dem Hauptwählerstamm passt. Tolle Worte, die Vertrauen und Respekt verdienen. Gute und schmackhafte Worte. Klar, Wahlprogramm zählt für dich nicht. Den Punkt hast du schon gemacht. Also entweder unsere Meinung über Vertrauen und Respekt sowie tolle, gute und schmackhafte Worte gehen sehr weiter auseinander, oder der Punkt, dass sie noch keine Chance in der Regierung hatten hat ein viel stärkere Gewichtung in deiner Erklärung. (An der Stelle tatsächlich mal die Frage: Ist die AFD für dich rechtsextrem? Wenn du eigentlich ja sagen würdest, aber die Wähler moralisch nicht ins falsche Licht rücken willst aus Angst, dass noch mehr abrutschen könnten, ist es in Ordnung, wenn du lieber nicht antwortest. ) Hätten sie sich nicht die Partei Bibeltreuer Christen, den Südschleswigscher Wählerverband oder die Tierschutzpartei aussuchen können? Die hatten auch noch keine Chance in der Regierung. Vielleicht sind die ja gut? Ne, jetzt sind erstmal die rechtsextremen Populisten an der Reihe und du erklärst, dass das alles seine Ordnung hat, dass man das nicht negativ bewerten darf und es immer noch besser ist als eingelullt zu werden von der politischen Mitte wie vor 20 Jahren. Ja, egal wie die Erklärung klingt... Vielleicht stimmt sie. Ich kann dir da gar nicht widersprechen. Vielleicht ist das wirklich der Mechanismus. Aber ich darf doch das Resultat trotzdem doof finden, oder? Für mich ist die AFD eine rechtextreme Partei und eine Gefahr für Deutschland (Für alle die, die jetzt DIE LINKEN, DIE ANTIFA, DER TERRORISMUS, DER ISLAMISUMS oder sonst irgendwas schreiben wollen wie die ganzen Male davor. Ja, ihr habt recht. Und ich sagte eine.... Nicht einzige.). Ich weiß, überdramatisch und mit moralischem Zeigefinger kritisiere ich hier 20% der Wähler. Du hast mich über die Gefahr aufgeklärt und warum das nicht gut sei. Ich bleibe dabei und wage es. |
| Signor Rossi:
Wer seit Ewigkeiten1) Politik gegen die eigenen Bürger macht, der darf sich halt nicht über solche Wahlergebnisse wundern, auch die extremen Parteien am linken Rand haben ja einiges an Stimmen eingesammelt. Merz hat meiner Meinung nach jetzt die letzte Chance, die Demokratie in Deutschland zu retten. Schafft er das nicht, wird es finster. 1) Merkel war eine Katastrophenkanzlerin, aber das durfte man ja schon damals nicht ansprechen, in deren Amtszeit fielen 10 Jahre niedrigster Zinsen und hoher Steuereinnahmen, trotzdem hat sie die Infrastruktur und die Bundeswehr verrotten lassen, woran aber auch ein Schäuble seinen Anteil hatte. Ehe jemand auf krumme Gedanken kommt: nein, ich habe nicht AfD oder andere Extremisten gewählt. |
| TNDO:
--- Zitat von: DragonFox ---Jup, stimmt. Wobei bei Thunberg hinzuzufügen ist, dass sie nicht die Grünen ist. Selbst Fridays for Future Germany sind nicht die Grünen und haben sich wiederum von den Aussagen Thunbergs distanziert. Das sich die Klimabewegung in teilen radikalisiert hat ist nicht von der Hand zu weisen. Roth und Paus zumindest haben Fehler eingeräumt und sich versucht zu entschuldigen. Quelle lieferst du selbst. Das alles stimmt, macht aber die AFD nicht besser. Eine Roth kann man sehr locker mit einem Krah aufwiegen. (https://www.tagesschau.de/inland/bundestagswahl/afd-fraktion-krah-helferich-100.html). Den Grünen hängt man das Handeln einer zivilen Organisation an, bei der AFD kann man in die eigenen Reihen sehen. (https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/afd-bundestag-rechtsextreme-mitarbeiter-100.html). Würdest du sagen, dass diese Themen die du anbringst gleichzusetzen sind mit offenem Rechtsradikalismus in der Form, wie man ihn beobachten kann? Sieh dir mal die Aussagen von aktiven AFD Funktionären durch (Thema Schießbefehl an Grenzen, Aufrufe zu neuen Holocaust, Releativierungen zur SS und Hitler), die ohne Kritik aus den eigenen Reihen gesagt, sogar verteidigt wurde. Kannst du das gleichsetzen mit der Kritik von dir an Grünen und Linken? Von denen die Hälfte der Kritik sogar nicht mal die Parteien betrifft, sondern sich an NGOs oder sonstige Organisationen wendet? --- Ende Zitat --- Krah bezeichnet sich selbst als Rechts und ist selbst in der afD umstritten. Da braucht man keine Diskussion führen, wo der politisch steht, wenn selbst in der afD da manche ihn als problematisch sehen. Macht die Aussagen welche ich verlinkt habe und die Verhaltensweisen auch nicht besser. Klingt nach Deflection. Nur weil die Rechten zu großen Teilen Antisemitismus betreiben ist das doch kein Grund, dass die Linken sich für sowas keine Kritik annehmen müssen, besonders weil sie selbst sich als moralisch sehen und Menschenrechte angeblich verteidigen. Vor allem weil öffentlich der linker Antisemitismus wesentlich offener und sichtbarer ist, siehe Palästina-Demos (wo auch "Linke" mitlaufen und skandieren). Ich will gar keinen Antisemitismus, weder von Links noch von Rechts. Das heißt, dass ich auch beide kritisieren werde und nicht nur auf die Rechten draufschlage, während von links das öffentlichkeitswirksamer und sichtbarer gelebt wird. @Addison53 : ChatGPT ist keine solide Basis für solche Aussagen. Ist nicht ernstzunehmen meiner Meinung nach. Beispiel gefällig? Die Steuerpläne der CDU/CSU sollen laut IW Köln 110 Mrd. Euro kosten. Gegenfinanzierung gibt es dazu keine. Wo ist denn das realistisch umsetzbar? Bei aller Kritik sind da zum Beispiel die SPD-Pläne durchdachter gewesen. Die kosten nämlich 11 Mrd. für Entlastungen und würden durch höhere Abgaben/Steuern auf Kapital- und Sparvermögen, sowie eine Erhöhung der Erbschaftssteuer finanziert. Die Entlastungspläne der fdP sind sogar noch teuer als die der afD. Gegenfinanzierung fehlt auch da, wenn man "Wirtschaftswachstum" nicht als Gegenfinanzierung sieht. Tatsächlich aber kommt bei der unteren Hälfte der Bevölkerung ein Viertel der Entlastungen an (afD) und nur 11% bei cdU und fdP... Die beiden sind also tatsächlich weniger sozial als die afD... https://www.l-iz.de/politik/kassensturz/2025/02/diw-hat-steuersenkungsplane-der-parteien-gepruft-union-fdp-afd-staatsdefizit-616656 Zum Thema Protestwähler : Ein Protestwähler wird ja gerade dadurch bestärkt, dass die afD die richtige Wahl ist, weil die halt locker die 5%-Marke knackt und vor allem die "Altparteien" sehr stark darauf reagieren. Die Werteunion ist ja krachend gescheitert, BSW nach der Taktiererei im Osten wurde abgestraft. Die Linke sammelt ebenfalls einen (kleinen) Teil der Protestwähler aus dem linken Spektrum ein. Denn eines will der Protestwähler : Den Parteien schaden, die ihn "verraten" haben. Das geht nur, wenn die Protestpartei die 5%-Hürde knackt. Was die Wahlstatistiken zeigen ist, dass die afD ihre größten Zugewinne von Nicht-Wählern bezieht. https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2025-02-23-BT-DE/analyse-wanderung.shtml Ferner sieht man, dass fdP und Union ca. 2 mio. Stimmen an die verloren haben und sogar die spD 720.000, nicht zu vergessen 100.000 Grünenwähler. Aber ihr seht das leider nicht als Weckruf. Deutschland taumelt Richtung Abgrund. Die Wähler verpassen den "Altparteien" ständig Denkzettel (afD) und diese Beschimpfen die afD aber sie machen in ihrer Politik einfach so weiter gegen die Interessen der kleinen Leute. So fährt man eine Demokratie gegen die Wand. Solange wir aber sagen : Der Wähler soll die afD nicht wählen, während wir ihm das Leben immer schwerer machen, erreicht man genau das Gegenteil. Die afD zu bekämpfen geht nur mit Reformen, eine Verbesserung der Gesellschaft und der Lebensstandard für große Teile der Arbeiter und Mittelschicht. Solange wir das nicht machen, wirst du die afD nicht kleinkriegen. Selbst wenn du sie verbietest, werden sich die Wähler ein anderes Ventil suchen, evtl. BSW oder MLPD. Hauptsache erstmal nicht die "Altparteien". Ich war übrigens auch wählen, aber meine Stimme ist sozusagen im Mülleimer gelandet, da die Partei die 5%-Hürde nicht geknackt hat. |
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