MeisterTrainerForum

Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Autor Thema: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread  (Gelesen 984368 mal)

Pico

  • Profi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3260 am: Gestern um 20:09:50 »

Als drittgrößte Volkswirtschaft finde ich, dass man schon etwas Verantwortung übernehmen und auch Vorreiter sein darf.
Wenn man hier in Forschung und Wissen führend ist, kann man dieses und die dahinter aufgebaute Industrie und Technologie eben auch in alle weiteren Länder mit höheren Emissionen verkaufen. Das würde auch dem Wirtschaftswachstum zugute kommen.

Warum sind EE ein gigantisches Verlustgeschäft? Irgendwann kommen doch auch die nötigen Erträge und der Return of Invest. Man darf auch nicht nur in monetären Größenordnungen denken, sondern auch die Externalitäten  mit einberechnen, denn die EE führen zu ausbleibenden Umweltschäden (im Gegensatz zu Kohle, Gas, Kernkraft), Unabhängigkeit von Importen, Einspareffekten.
Wie lange baut man ein Kernkraftwerk, wie hoch sind die Gesamtkosten inkl. Versicherungen für Schadensfälle, wie hoch der Abbau/Entsorgung des radioaktiven Materials (lt. Bundesregierung schätzt man die Kosten auf 170 Milliarden bis 2100 mit dem Müll, den wir hier so ). Hier haben die ehem. Betreiber 24 Milliarden in einen Fonds gezahlt und den Rest übernimmt der Staat oder wie?

Mal ein positives Beispiel in Sachen E-Autos: mittlerweile sind gebrauchte Elektroautos fast auf dem gleichen Anschaffungspreis wie ein gleichaltriger gebrauchter Benziner gefallen. Teilweise sogar drunter. In unseren Gewerbegebieten haben die Arbeitgeber (alle mittelständisch) Ladestationen installiert, wo Mitarbeiter ihre Autos günstig laden können. Das ist doch der richtige Ansatz, damit sich Menschen mit einer Mietwohnung und ohne Lademöglichkeit zuhause mit einem Elektroauto befassen.

Eine Frage, da ich es so verstanden habe: Siehst Du die Politik in der Verantwortung für die Entlassung von ca. 50.000 Mitarbeitern bei VW?
Gespeichert

Signor Rossi

  • Researcher
  • Weltstar
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3261 am: Gestern um 20:34:08 »

Unfassbares posting O0 "Verantwortung übernehmen" ... für Dinge, die man nicht zu verantworten hat  ;D

Führend in Forschung und Wissen? Bei immer schlechteren Schulleistungen, wo Dividieren für Grundschüler schon zu viel ist und dt. Weltliteratur künftig in "leichter Sprache" unterrichtet wird?  :o Und welche grünen Wunderprodukte sollen da erfunden und weltweit vermarktet werden, die hunderttausende, gut entlohnte Arbeitsplätze in Deutschland bringen?

100 TWh Strom weniger bei gleichem Kapitaleinsatz sind kein gigantisches Verlustgeschäft? Zumal die "Energiewende" ja auch nicht fertig ist, vermutlich wird sie auch nicht mehr fertig, weil Deutschland und den Michels vorher das Geld ausgeht. Durch die Deindustrialisierung wird in Zukunft aber auch viel weniger Strom benötigt, tolle Sache, klappt also vllt. doch noch!

Strom aus Kernenergie ist CO2-neutral, externe Effekte wie schwere Unfälle sind bei modernen Reaktoren in D so gut wie ausgeschlossen, die deutschen Reaktoren waren die sichersten der Welt. Das "Endlagerproblem" wird sich in den kommenden Jahrzehnten in Luft auflösen, dann ist der Abfall von gestern der Brennstoff von morgen. Irgendwelche fiktiven Kosten kann man sich zwar ausdenken, ist aber realitätsfern.

Gebrauchtautos, hier bei mir (20km), Kleinanzeigen, Preis bis 5.000 EUR:
Kraftstoffart
Benzin  (718)
Diesel  (356)
Erdgas (CNG)  (3)
Autogas (LPG)  (30)

Preis 5.000 bis 10.000 EUR:

Kraftstoffart
Benzin  (345)
Diesel  (257)
Autogas (LPG)  (9)
Hybrid  (2)
Elektro  (11)

Und ja, selbstverständlich sind die letzten Regierungen an der Deindustrialisierung Deutschlands Schuld.

Fun Fact am Rande:
Autokrise verschärft Finanznot in Kommunen - FOCUS online
Statt 2,17 Milliarden nehmen sie insgesamt nur noch 1,37 Milliarden Euro ein. Alleine am Audi-Stammsitz in Ingolstadt dürften sich die Gewerbesteuer-Einnahmen 2025 gegenüber dem Vorjahr auf 55 Millionen Euro nahezu halbieren. Der Opel-Stadt Rüsselsheim droht bei der Gewerbesteuer ein Minus von 82 Prozent auf 10 Millionen Euro. Am schlimmsten trifft es im laufenden Jahr aber wohl die schwäbische Gemeinde Weissach. Am Sitz des Entwicklungszentrums von Porsche könnten in diesem Jahr nur noch drei Millionen Euro Gewerbesteuer hängen bleiben und damit 97 Prozent weniger als noch vor Jahresfrist, berichtet der FOCUS unter Berufung auf die Kommunen.

https://www.focus.de/finanzen/news/autokrise-verschaerft-finanznot-in-kommunen_2dca65da-33aa-4921-97ab-7df940334402.html

Gegenmaßnahme:
Erst vor rund einem Monat hat der Stuttgarter Gemeinderat die Hundesteuer erhöht – zum ersten Mal seit fast 30 Jahren.

Weissach ist übrigens lustig: Wahlergebnis LTW 26: 33,2% Zweitstimmen für die Grünen. Tja, wie bestellt, so geliefert.

Und das ist alles nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was da noch kommt. Aber wenigstens geht Deutschland diesmal mit moralisch weißer Weste unter, auch ein Fortschritt.
« Letzte Änderung: Gestern um 21:18:17 von Signor Rossi »
Gespeichert

Pico

  • Profi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3262 am: Gestern um 21:18:17 »

Deutschland ist in vielen Technologien immer noch vorne mit dabei. Wir bilden im dualen System viele Fachkräfte aus, in unseren Universitäten und Fachhochschulen entstehen Startups, werden Patente entwickelt und viele schlaue Köpfe ausgebildet. Führend waren wir im Übrigen mal in Sachen Solarenergie, das Ende ist bekannt.
Natürlich gibt es z.T. wirklich signifikante Probleme im Bildungssystem, das ist doch gar nicht abzustreiten. Aber es gibt auch viele engagierte Lehrer an Allgemein- und Berufsbildenden Schulen, die helfen, jungen Menschen auf das Berufsleben vorzubereiten. Vielleicht sehen wir mal einige Dinge positiver.

Durch Investitionen in EE entstehen Arbeitsplätze, irgendjemand muss den ganzen Kram auch bauen, es hängen ganze Industriezweige dran. Willst Du denen alles abdrehen? Wie passt das in deine Argumentation? Welche grünen Wunderprodukte? Was hat das mit einer politischen Gesinnung zu tun? Fossile Energien sind endlich, irgendwann muss man sich unabhängig machen. Einmal aufgrund der Ressourcen und nochmal wegen der Abhängigkeit von anderen Ländern.

Ich habe geschrieben, dass Elektroautos in der Anschaffung fast auf dem Niveau von Verbrennern sind. Wirklich Gebrauchte E-Autos sind in etwa 5 bis max 10 Jahre alt, da macht es keinen Sinn bei Preisen bis 5.000 € zu schauen. Auch gibt es auf dem Gebrauchtmarkt logischerweise weitaus mehr Verbrenner im Angebot, daher ist der mengenmäßige Vergleich nicht sinnvoll. Ein Golf 8 Benziner ist z.B. in etwa gleichauf mit einem ID.3
Der Kauf eines gebrauchten Elektroautos in Verbindung mit Lademöglichkeiten beim Arbeitgeber bietet hier eine gute Alternative.

Ich habe konkret nach VW gefragt. Können wir auf Porsche und Opel erweitern. Unterliegen diese Konzerne nicht betriebs- und marktwirtschaftlichen Szenarien? Warum sinken die Verkäufe, Gewinne und Umsätze dieser Unternehmen? Was ist der Grund?
« Letzte Änderung: Gestern um 21:48:04 von Pico »
Gespeichert

Signor Rossi

  • Researcher
  • Weltstar
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3263 am: Gestern um 21:47:35 »

Deutschland ist in vielen Technologien immer noch vorne mit dabei.
Die Betonung liegt auf noch, diese Technologien sind allesamt durch höchste Energiekosten bedroht.

Zitat
Waren wir im Übrigen mal in sachen Solarenergie, das Ende ist bekannt.
Ja, die Produktion wurde in D zu teuer, geforscht und optimiert wurde viel zu wenig, China holte auf und hat immer mehr deutsche Subventionen abgegriffen, während der "Solarkönig" und Grüne Asbeck seinen Villen, Schlössern und der Jagd frönte, die er sich dank Subventionen leisten konnte.

Zitat
Vielleicht sehen wir mal einige Dinge positiver.
Gibt es denn auch mal positive Nachrichten? Ich kann nichts finden. In welchen Bereichen geht es denn richtig nach vorne, wo boomen deutsche Unternehmen, wo werden massenhaft Arbeitsplätze geschaffen anstatt abgebaut? Höchstens noch in der Waffenindustrie. Und nein, der Staat als Arbeitgeber zählt nicht, die leben alle von der Arbeit und vom Geld der Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Wirtschaft.

Zitat
Durch Investitionen in EE entstehen Arbeitsplätze, irgendjemand muss den ganzen Kram auch bauen, es hängen ganze Industriezweige dran.
Das sind Subventionsstrohfeuer, das ist nicht nachhaltig, ohne Subventionen gingen da direkt die Lichter aus. Mal ganz davon abgesehen, dass wir den "Kram" zu großen Teilen aus China importieren. Wie viele EE-Anlagen und wie viele eAutos gäbe es wohl, wenn die nicht seit 25 Jahren mit irrsinnig viel Geld - 300 Milliarden EUR alleine für EE, remember - subventioniert worden wären? Nur ein Bruchteil vom heutigen Bestand. Mit dem gigantischen Erfolg, dass wir immer noch sehr dreckigen Strom haben und vom Stromexporteur zum Stromimporteur geworden sind, da wird der Atomstrom aus Frankreich auch gerne genommen.

Zitat
Welche grünen Wunderprodukte? Was hat das mit einer politischen Gesinnung zu tun?
Nicht politische Gesinnung, aber grün ist doch die Farbe für Umwelt- und Klimaschutz, oder nicht? Meine Frage beantwortest du nicht, stellst nur Gegenfragen. Welche Produkte schweben dir denn für das grüne Wirtschaftswunder vor? Der grüne Wasserstoffstahl ist jedenfalls schon gefloppt, weil viel zu teuer.

Zitat
Fossile Energien sind endlich, irgendwann muss man sich unabhängig machen.
Den Weg meiner Energiewende hatte ich skizziert. Deutschlands Braunkohle reicht mW. noch für 200 Jahre, daran würde es nicht scheitern.

Zitat
...nochmal wegen der Abhängigkeit von anderen Ländern.
Guter Witz, wo die Abhängigkeit von China und in Sachen Strom von den Nachbarländern steigt und steigt. Deutschland war mal die Apotheke der Welt, jetzt haben wir Medikamentenengpässe (das würde ich allerdings nicht der Politik ankreiden). Niedergang allerorten.

Zitat
Ich habe geschrieben, dass Elektroautos in der Anschaffung fast auf dem Niveau von Verbrennern sind.
Mag ja sein, nur bringt das nichts, wenn es kaum gebrauchte eAutos zu kaufen gibt.

Zitat
Was ist der Grund?
Ich werde mich nicht auf einzelne Unternehmen festnageln lassen, weil es dann sofort heißt die "Nieten in Nadelstreifen" wären Schuld. Die Deindustrialisierung in D hat die Politik zu verantworten, durch immer mehr Kostentreiberei (Löhne, Lohnnebenkosten, Energiepreise), immer mehr Vorschriften und immer mehr Bürokratie, was auch immer mehr Geld kostet. Gleichzeitig wird von Medien und Teilen der Politik das Bild des raffgierigen, ausbeuterischen Unternehmers (und Vermieters) gezeichnet, der für die SPD der zu bekämpfende Feind ist. Ein weiteres Zeichen von der kompletten Abkopplung einiger Politiker von der Realität. Wohin sozialistische Zentralverwaltungswirtschaft ohne Unternehmer führt kann man sich in Bildbänden zur DDR ansehen.
« Letzte Änderung: Gestern um 21:55:23 von Signor Rossi »
Gespeichert

TNDO

  • Halbprofi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3264 am: Gestern um 22:59:23 »

@ Octavianus : Der Weiterbetrieb der AKW dürfte ausfallen, soviel ist klar. Das sind wir nicht mehr am Abgrund sondern einen Schritt weiter. Strom aus Gas ist aber noch teuer als Strom aus neuen AKWs.
Neue AKWs kämen übrigens zu spät und sind zu teuer : Wir brauchen die eigentlich schon gestern. Deshalb ist es auch ein Witz jetzt Gaskraftwerke zu bauen. Die letzten Zahlen zu Strom aus Gas : 67 Cent pro kwH und auch die sind noch nicht gebaut.
Bundeswirtschaftsministerien Reiche will uns doch verarschen. Zumal ja der Irankrieg und Russland-Konflikt große Zweifel daran aufkommen lassen, ob man auf Gas setzen soll. Schon gar nicht, wenn Flüssiggas über das Meer aus den USA hierhin verschifft wird. Interessant übrigens, dass die Grünen jetzt gegen Gaskraftwerke sind, die Habeck selbst noch bauen wollte...


Was wir falsch machen : Bayern bremst den Ausbau von "Stromautobahnen" um Windenergie vom Norden in den Süden zu bringen und umgekehrt Solarenergie vom Süden in den Norden. Da hatten wir Jahre Zeit und Deutschland schafft es einfach nicht zu bauen. Zuviel Bürokratie und zuviel Gebremse aus der Politik. Das ist Deutschland seit Jahren und deshalb verliert man den Anschluss. Das einzige was Deutschland kann : Bremsen und ineffizient mit maximalen Personaleinsatz verwalten.
Baut Pumpspeicherkraftwerke, schließt Abkommen mit der Schweiz und Österreich wo massenhaft solcher Pumpspeicherkraftwerke sind. Das hilft schonmal sehr viel. Habe doch auch mal hier von Verbund die Zahlen gepostet : 15 Cent für den Endkunden für Strom aus Wasserkraft. Und die machen noch einen satten Gewinn. Hier sind wir bei 34 Cent.
Baut intelligente Zähler ein, nutzt e-Auto-Batterien indem man bei hohem Stromüberschuss günstigen Strom für e-Autos bereitstellt. Eventuell kann man das auch wieder rausholen (KIA hat das im EV6 drin), wenn man ihn braucht.
Aber lieber verbraten wir 400 Mrd. Personalkosten für einen ineffizienten Verwaltungsapparat, der von der arbeitenden Bevölkerung ausgehalten werden muss. 8 mal soviel wir Bürgergeld übrigens... Das deutsche Kaiserreich brauchte weniger Staatsbedienstete und dort sind keine Brücken zusammengefallen und schnell bauen konnten die auch. Damals war Deutschland das, was heute China ist. Davon ist nicht mehr viel übrig. Wir brauchen mehr Leute die anpacken und die Ärmel hochkrempeln. Was wir haben : Verwalter und Beamte, die den Sinn ihrer Existenz suchen...


@ Pico : Wir sind noch die drittgrößte Volkswirtschaft. Indien wird uns in den nächsten Jahren sicher überholen. Aber in Forschung und Wissen sind wir nicht mehr führend. Da haben uns die Amerikaner, Japaner und vor allem die Chinesen den Rang abgelaufen.
Wir waren führend in der Solarenergie. Jetzt sind die Chinesen technisch davongelaufen. Aber wir haben schön alles verwaltet und mit Dekreten, Erlassen und Gesetzen zu Tode reglementiert.
Wir hatten einen Transrapid. Der fährt jetzt in China und wird dort weiterentwickelt.
In Sachen KI sind wir gar nicht mehr dabei. Wie denn auch : Die braucht enorm viel Strom, den wir nicht haben und unser Strom wäre auch viel zu teuer.


https://www.bidt.digital/themenmonitor/deutschlands-technologische-rahmenbedingungen-weltweit-nicht-mal-mittelmass/#:~:text=Deutschland%20nimmt%20im%20Ranking%20Platz,Platz%2031%20nur%20schlecht%20ab.
World Digital Competitiveness Ranking 2020 : Platz 18 von 63.
Technologie : Platz 31 von 63 Staaten
Und das war noch 2020, wo wir uns noch nicht darauf konzentriert haben, alle 53 Geschlechter zu erforschen und wieviele Verwaltungsaufgaben man so schaffen kann.


https://imd.widen.net/content/xclarczvwr/pdf/WDCR_Report_2025.pdf
Das gleiche von 2025. Deutschland ist immernoch auf Platz 18...
Beim Wissen sind wir auch nur noch auf 13 und damit hinter den Vereinigten Arabischen Emiraten... Das war 2020 noch anders.
Bei Technologie sind wir auf Platz 20 (hinter Ländern wie Qatar und Puerto Rico), aber immerhin 11 Plätze weiter oben.
Future Readiness : Platz 21, hinter Qatar, Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten... Ganz vorne Dänemark, Schweiz und Niederland. Alles Nachbarstaaten von uns. Wir sind zu dumm und zu rückständig von denen zu lernen.


Und EE sollten sich monetär lohnen. Die Externalitäten verhindern wir allein nicht. Wir allein verhindern nicht die Umweltschäden. Klima kennt keine Ländergrenzen. Wenn Indien so seinen CO2-Ausstoß hochschraubt ist Deutschland nicht mehr relevant. Wir können es nicht ausgleichen.


Dass e-Autos laut einer Studie von Ferdinand Dudenhöffer "nur" noch 1600 Euro teuer sind ist aber auch wild. Er vergleicht die Top 20 Verbrenner mit den Top 20 reinen Elektroautos...


In seiner Studio wurde z.B. der ID3 mit dem Golf verglichen. Der ID.3 ist immernoch teurer trotz hoher Rabatte.
Bei Opel wurde der Opel Corsa Electric mit dem normalen Corsa verglichen und die e-Version war deutlich teurer.
Runtergezogen wurde der Schnitt bei den e-Autos vom Dacia Spring und auch BYD (ich hatte erwähnt, dass wir mehr chinesische E-Autos hier bräuchten)...


Fratzscher ist übrigens ein Genie. Jetzt hat er Merz auch überzeugt : Spitzensteuersatz von 42 auf 49 Prozent. Der beginnt übrigens mitterweile bei 68000 € also dem 1,5-fachen des Medieneinkommens. Früher war er beim 14-fachen. Merz ist mittlerweile der schlechteste Kanzler und der größte Lügner in der deutschen Geschichte. Das ist einfach nur Wahnsinn... Ich überlege ja bei jeder Überstunde schon sie lieber nicht zu machen : Abgaben sind einfach zu hoch. Bin zwar noch nicht vom Spitzensteuersatz betroffen und dabei bleibt es hoffentlich.
« Letzte Änderung: Gestern um 23:11:18 von TNDO »
Gespeichert

Pico

  • Profi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3265 am: Gestern um 23:09:03 »

Deutschland ist in vielen Technologien immer noch vorne mit dabei.
Die Betonung liegt auf noch, diese Technologien sind allesamt durch höchste Energiekosten bedroht.
Erneuerbare Energien stehen für die günstigste Stromerzeugung. Dazu gibt es viele verschiedene Studien, nicht Meinungen. Selbst die Vorstände der Energiebetreiber äußern sich so. Ich würde das den Marktteilnehmern überlassen, diese sollten es wohl wissen. Wenn sie der Meinung sind, dass Kernkraftwerke bauen die Lösung sind, dann sollen sie es ohne politische Verhinderung tun.

Zitat
Waren wir im Übrigen mal in sachen Solarenergie, das Ende ist bekannt.
Zitat
Ja, die Produktion wurde in D zu teuer, geforscht und optimiert wurde viel zu wenig, China holte auf und hat immer mehr deutsche Subventionen abgegriffen, während der "Solarkönig" und Grüne Asbeck seinen Villen, Schlössern und der Jagd frönte, die er sich dank Subventionen leisten konnte.
Die Produktion wurde in D zu teuer, weil die Förderung massiv zurückgeschraubt wurde. China hat ebenfalls massiv subventioniert, was sie heute noch tun. Das gehört zum Geschäft der Chinesen. Die Gewinne der Unternehmen fließen z.T. zurück zum Staat. Hier hat keine Marktwirtschaft ohne Eingriff des Staates eine Chance.

Zitat
Vielleicht sehen wir mal einige Dinge positiver.
Zitat
Gibt es denn auch mal positive Nachrichten? Ich kann nichts finden. In welchen Bereichen geht es denn richtig nach vorne, wo boomen deutsche Unternehmen, wo werden massenhaft Arbeitsplätze geschaffen anstatt abgebaut? Höchstens noch in der Waffenindustrie. Und nein, der Staat als Arbeitgeber zählt nicht, die leben alle von der Arbeit und vom Geld der Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Wirtschaft.
Z.B. Medizintechnik oder Quantentechnologie. Arbeitsplätze entstehen in vielen Bereichen, aber sicher nicht massenhaft. Ob es die wegfallenden Beschäftigten Autoindustrie auffangen kann? keine Ahnung, eher nicht.
Der Staat redet ständig von Digitalisierung und Bürokratieabbau, setzt aber nichts um bzw. bläht das weiter auf. Da bin ich in Teilen ganz bei dir. Ob die dort beschäftigen Menschen nicht zählen ist eine zu pauschale Aussage. Die halten den Laden doch auch am Laufen: Lehrer, Polizisten, Feuerwehr, Müllabfuhr etc... Ganz nebenbei: das Einkommen, welches die beim Staat beschäftigten Menschen ausgeben, landet auch wieder in Geschäften, Dienstleistungen, Eigenheim usw.

Zitat
Durch Investitionen in EE entstehen Arbeitsplätze, irgendjemand muss den ganzen Kram auch bauen, es hängen ganze Industriezweige dran.
Zitat
Das sind Subventionsstrohfeuer, das ist nicht nachhaltig, ohne Subventionen gingen da direkt die Lichter aus. Mal ganz davon abgesehen, dass wir den "Kram" zu großen Teilen aus China importieren. Wie viele EE-Anlagen und wie viele eAutos gäbe es wohl, wenn die nicht seit 25 Jahren mit irrsinnig viel Geld - 300 Milliarden EUR alleine für EE, remember - subventioniert worden wären? Nur ein Bruchteil vom heutigen Bestand. Mit dem gigantischen Erfolg, dass wir immer noch sehr dreckigen Strom haben und vom Stromexporteur zum Stromimporteur geworden sind, da wird der Atomstrom aus Frankreich auch gerne genommen.
Sehe ich nicht so. Subventionen sind ein politisches Mittel und nötig um einen Startschuss für die Transformation zu geben und um wirtschaftliche Standorte zu erschließen. Du weißt selber, in wie vielen Bereich bezuschusst wird, ob Mittelstand, Industrie, Landwirtschaft. Deutschland hat eigene Produktionsstätten für Windkraftanlagen, bei Solarenergie (aus o.g. Gründen) weniger und man importiert viel aus China.
Grundsätzlich ist an Stromimport doch nichts negatives. Es wird dann importiert, wenn der Strom am EU Markt günstiger ist. Dann macht es auch Sinn, das importiert wird. Die Importe sind auch ein Strommix mit einem enorm hohen Anteil an Ökostrom aus vielen Ländern. Import bedeutet nicht = Kernkraft aus Frankreich. im Übrigen nehmen die Franzosen auch gern mal Strom aus Deutschland ab, wenn deren Kernkraftwerke nicht ausreichend gekühlt werden können.


Zitat
Welche grünen Wunderprodukte? Was hat das mit einer politischen Gesinnung zu tun?
Zitat
Nicht politische Gesinnung, aber grün ist doch die Farbe für Umwelt- und Klimaschutz, oder nicht? Meine Frage beantwortest du nicht, stellst nur Gegenfragen. Welche Produkte schweben dir denn für das grüne Wirtschaftswunder vor? Der grüne Wasserstoffstahl ist jedenfalls schon gefloppt, weil viel zu teuer.
Ich halte die begonnene Transformation zu EE und die Unabhängigkeit von fossilen Energien für alternativlos. Der Ausbau von großen Batteriespeichern und der Netzausbau muss natürlich vorangetrieben werden. Ansonsten gilt meine Ausführung oben. Sollten die Marktteilnehmer Gas- oder Kernkraftwerke als Ausweichtechnologie für sinnvoll erachten, dann gerne. Bzgl. grünem Wasserstoffstahl kenne ich mich nicht so aus. Habe aber auch noch nirgends gelesen, dass diese Technologie gescheitert ist.

Zitat
Fossile Energien sind endlich, irgendwann muss man sich unabhängig machen.
Zitat
Den Weg meiner Energiewende hatte ich skizziert. Deutschlands Braunkohle reicht mW. noch für 200 Jahre, daran würde es nicht scheitern.
Kommst Du aus der Branche? Was macht dich hier so sicher, dass dies der richtige Weg ist?

Zitat
...nochmal wegen der Abhängigkeit von anderen Ländern.
Zitat
Guter Witz, wo die Abhängigkeit von China und in Sachen Strom von den Nachbarländern steigt und steigt. Deutschland war mal die Apotheke der Welt, jetzt haben wir Medikamentenengpässe (das würde ich allerdings nicht der Politik ankreiden). Niedergang allerorten.
Die Unternehmen streben nach Gewinnen. In China lässt sich alles wesentlich günstiger herstellen. Ich habe dafür keine realistischen Lösungsansätze.

Zitat
Ich habe geschrieben, dass Elektroautos in der Anschaffung fast auf dem Niveau von Verbrennern sind.
Zitat
Mag ja sein, nur bringt das nichts, wenn es kaum gebrauchte eAutos zu kaufen gibt.
Es kommen mehr und mehr Elektroautos gebraucht auf den Markt, Tendenz steigend.

Zitat
Was ist der Grund?
Zitat
Ich werde mich nicht auf einzelne Unternehmen festnageln lassen, weil es dann sofort heißt die "Nieten in Nadelstreifen" wären Schuld. Die Deindustrialisierung in D hat die Politik zu verantworten, durch immer mehr Kostentreiberei (Löhne, Lohnnebenkosten, Energiepreise), immer mehr Vorschriften und immer mehr Bürokratie, was auch immer mehr Geld kostet. Gleichzeitig wird von Medien und Teilen der Politik das Bild des raffgierigen, ausbeuterischen Unternehmers (und Vermieters) gezeichnet, der für die SPD der zu bekämpfende Feind ist. Ein weiteres Zeichen von der kompletten Abkopplung einiger Politiker von der Realität. Wohin sozialistische Zentralverwaltungswirtschaft ohne Unternehmer führt kann man sich in Bildbänden zur DDR ansehen.
Wir leben in einem globalen Weltmarkt. Die Konzerne in Deutschland treffen betriebswirtschaftliche, strategische Entscheidungen. Die einbrechenden Gewinne sind zum Großteil mit dem Wegfall der Marktanteile an die günstige Konkurrenz (wieder China) zu argumentieren. Ebenfalls fallen die erhobenen Zölle der amerikanischen Administration ins Gewicht, die unserer Industrie in der Schwächephase nochmal zusetzen. Man hat die Entwicklung m.E. verschlafen und hat nun massive Nachholeffekte. Der Elektromotor und die aktuelle Entwicklung der Akkuleistungen sowie der Reichweite schlagen den Verbrenner um Längen. Ich halte das für unumkehrbar und unsere Autohersteller haben diese Entwicklung verschlafen. Man kann sich gern die Interviews vom damaligen Nokia CEO zum Thema Smartphone nochmal durchlesen oder Olympia mal fragen, warum heute keine Schreibmaschinen mehr gebaut werden.
« Letzte Änderung: Heute um 00:08:14 von Pico »
Gespeichert

Pico

  • Profi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3266 am: Gestern um 23:19:14 »

Strom aus Kernenergie ist CO2-neutral, externe Effekte wie schwere Unfälle sind bei modernen Reaktoren in D so gut wie ausgeschlossen, die deutschen Reaktoren waren die sichersten der Welt. Das "Endlagerproblem" wird sich in den kommenden Jahrzehnten in Luft auflösen, dann ist der Abfall von gestern der Brennstoff von morgen. Irgendwelche fiktiven Kosten kann man sich zwar ausdenken, ist aber realitätsfern.

Auf den Punkt wollte ich noch eingehen. Das Endlagerproblem wird sich nicht einfach in Luft auflösen. Die Technologie steckt noch am Anfang und ist sehr teuer. Da braucht es noch viele Jahre bis wir daraus Energie gewinnen. Bis dahin sollte man sich mit dem Atomabfall und den Kosten ernsthaft auseinander setzen.
Gespeichert

DragonFox

  • Nationalspieler
  • *****
  • Online Online
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3267 am: Heute um 00:02:32 »

Wäre ein neues AKW in Deutschland finanzierbar und würde dann tatsächlich ein günstigerer Strom als als alternative liefern?
Der Ausbau der EE hat bis 2025 ca. 300 Milliarden EUR gekostet, mit dem Geld hätte man ca. 27x Block 3 von Olkiluoto bauen und damit dann am Ende pro Jahr 378 TWh Strom produzieren können. Die EE haben im Jahr 2025 ca. 278 TWh Strom erzeugt: https://www.gruene-sachwerte.de/news/energiewende-konkret-strommix-deutschland-2025/

Woher kommen die 300 Milliarden Euro? Was ist da alles entahlten?
Gespeichert

Signor Rossi

  • Researcher
  • Weltstar
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3268 am: Heute um 00:53:15 »

Erneuerbare Energien stehen für die günstigste Stromerzeugung.
Das ist angesichts der Rechnung weiter vorne schon dreist O0

Zitat
Die Produktion wurde in D zu teuer, weil die Förderung massiv zurückgeschraubt wurde.
Danke für die Bestätigung, EE brauchen lebenslang Förderung, egal ob Produktion oder Betrieb.

Zitat
Z.B. Medizintechnik oder Quantentechnologie.
Quantentechnologie? Welche deutschen Unternehmen gibt es da, welche Produkte verkaufen die? MW. ist das alles noch Grundlagenforschung. Medizintechnik kennen ich mich nicht mit aus, welchen Umsatz erwirtschaftet die Branche, wie viele Menschen sind dort beschäftigt?

Zitat
...eher nicht.
Eben.
 
Zitat
Ob die dort beschäftigen Menschen nicht zählen ist eine zu pauschale Aussage.
Wer hat gesagt, dass diese Menschen nicht zählen? Deine Aufzählung ist auch witzig, die ganzen Sesselfurzer, die den Menschen und Unternehmen das Leben schwer machen, zählst du nicht auf.

Zitat
Ganz nebenbei: das Einkommen, welches die beim Staat beschäftigten Menschen ausgeben, landet auch wieder in Geschäften, Dienstleistungen, Eigenheim usw.
Diese Einkommen müssen KOMPLETT von den Menschen, die in der Wirtschaft arbeiten, erwirtschaftet werden.

Zitat
Sehe ich nicht so. Subventionen sind ein politisches Mittel und nötig um einen Startschuss für die Transformation zu geben und um wirtschaftliche Standorte zu erschließen.
Da bin ich ganz bei dir, der Startschuss dauert aber schon über 25 Jahre und verschlingt Unsummen. Hätte man das Geld in KKW investiert, hätten wir wie vorgerechnet mehr, billigeren und saubereren Strom.

Zitat
Deutschland hat eigene Produktionsstätten für Windkraftanlagen, bei Solarenergie (aus o.g. Gründen) weniger und man importiert viel aus China.
Ja, weil Deutschland nicht mehr konkurrenzfähig ist, zu hohe Kosten.

Zitat
Grundsätzlich ist an Stromimport doch nichts negatives.
Na klar, plötzlich ist Abhängigkeit dann doch nichts Negatives und dann hat man auch wieder nix gegen Atomstrom.

Zitat
im Übrigen nehmen die Franzosen auch gern mal Strom aus Deutschland ab, wenn deren Kernkraftwerke nicht ausreichend gekühlt werden können.
Es war Sommer, die KKW gingen in eine geplante Revision, weil nicht so viel Strom benötigt wurde.

Zitat
Ich halte die begonnene Transformation zu EE und die Unabhängigkeit von fossilen Energien für alternativlos.
Wieder keine Antwort auf meine Frage. Logisch, weil es diese Produkte nicht gibt. Deutschland wird den Weg zu Ende gehen, keine Bange, und es wird sich dabei alternativlos ruinieren. Ohne auch nur das Geringste für das Klima zu erreichen.

Zitat
Habe aber auch noch nirgends gelesen, dass diese Technologie gescheitert ist.
Das Produkt ist gescheitert. Ich finde das faszinierend, wie immer wieder ein Twist versucht wird. Stahl mit Wasserstoff zu kochen funktioniert, es ist nur viel zu teuer und es gibt nicht genug grünen Wasserstoff.

Zitat
Was macht dich hier so sicher, dass dies der richtige Weg ist?
Der nächste Gummitwist. Wo habe ich behauptet, dass das der richtige Weg wäre? Hast du inhaltlich etwas einzuwenden?

Zitat
Ich habe dafür keine realistischen Lösungsansätze.
Ich würde reziproke Handelsregeln einführen, wobei es dafür schon viel zu spät ist, die Abhängigkeit ist schon zu groß.

Zitat
Es kommen mehr und mehr Elektroautos gebraucht auf den Markt, Tendenz steigend.
Welch Erkenntnis!

Zitat
Wir leben in einem globalen Weltmarkt.
Genau, alle anderen haben Schuld an den Kostensteigerungen durch hohe Arbeitskosten, hohe Energiekosten und hohe Bürokratiekosten, nur der Verursacher nicht. Aber das ist wenigstens konsistent, Deutschland ist zwar nicht der Verursacher des Klimawandels, hat aber trotzdem Schuld und muss die "Verantwortung" übernehmen. Hauptsache Moral. Oder was man dafür hält.

Zitat
Ich halte das für unumkehrbar und unsere Autohersteller haben diese Entwicklung verschlafen.
Haben sie nicht. VW hat voll auf Elektro gesetzt und ist voll damit auf die Fresse gefallen.
« Letzte Änderung: Heute um 00:56:30 von Signor Rossi »
Gespeichert

Signor Rossi

  • Researcher
  • Weltstar
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3269 am: Heute um 00:54:20 »

Woher kommen die 300 Milliarden Euro? Was ist da alles entahlten?
Alleine die EEG-Umlage beträgt schon 288 Mrd. EUR seit 2000 bis 2025, kann man einfach nachrechnen.
Gespeichert

Signor Rossi

  • Researcher
  • Weltstar
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3270 am: Heute um 00:55:34 »

Da braucht es noch viele Jahre bis wir daraus Energie gewinnen.
Meine Rede: "Das "Endlagerproblem" wird sich in den kommenden Jahrzehnten in Luft auflösen"

Zitat
Bis dahin sollte man sich mit dem Atomabfall und den Kosten ernsthaft auseinander setzen.
Man parkt das Zeug einfach in Castoren, sehr geringe Kosten.
Gespeichert

DragonFox

  • Nationalspieler
  • *****
  • Online Online
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3271 am: Heute um 03:17:35 »

Woher kommen die 300 Milliarden Euro? Was ist da alles entahlten?
Alleine die EEG-Umlage beträgt schon 288 Mrd. EUR seit 2000 bis 2025, kann man einfach nachrechnen.

Danke.

Genau, alle anderen haben Schuld an den Kostensteigerungen durch hohe Arbeitskosten, hohe Energiekosten und hohe Bürokratiekosten, nur der Verursacher nicht. Aber das ist wenigstens konsistent, Deutschland ist zwar nicht der Verursacher des Klimawandels, hat aber trotzdem Schuld und muss die "Verantwortung" übernehmen. Hauptsache Moral. Oder was man dafür hält.

Verantwortung kommt nicht zwingend aus Schuld.
« Letzte Änderung: Heute um 03:42:37 von DragonFox »
Gespeichert

veni_vidi_vici

  • Fussballgott
  • ******
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3272 am: Heute um 08:03:51 »

Elektroautos sind nur auf dem Niveau von Verbrennern, weil sie subventioniert sind. Ob sich das mal ändert? Ob wir uns diese Subventionen noch leisten können, wenn wir irgendwann ggf. 50 % des Staatshaushaltes in Soziales/Rente stecken? Oder wollen wir uns die nächsten 25 bis 40 Jahre immer weiter verschulden. Außerdem trifft das nicht auf alle Autoklassen zu m.E.n. UND: Die Marge ist trotz Subventionen bei den Autobauern schlechter, was mit ein Grund (aber längst nicht der Einzige) für den Stellenabbau bei VW ist.

Die Abschaltung und der Abriss voll funktionsfähiger KKWs war ein wirtschaftspolitischer Fehler (hier funktioniert das Beispiel, wie bei einer Wärmepumpe bei mir, nämlich auch rückwirkend), für den nie jemand Verantwortung übernommen hat. Wo das Thema Verantwortung hier aktuell so groß geschrieben wird und hier jetzt so getan wird, also wäre das nicht zu ändern und daher auch nicht mehr wichtig. Aufarbeitung würde vielleicht helfen in Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen.

Eine europäische Energielösung haben wir ja irgendwie schon. ABER so zu tun als wäre jetzt alles fein, dass ist es nicht. Viele Länder waren nicht gerade begeistert als Deutschland im Sommer den Markt mit Fast-Gratis-EE-Strom flutete. Dass macht nämlich den Wettbewerb kaputt und belastet die Unternehmen der aufnehmenden Länder.

Zwei Drittel des Tankpreises sind Steuern und Abgaben. Hier verdient der Staat gerade massiv mit. Trotzdem schreien die Leute zuerst nach einer Übergewinnsteuer (halte ich im Zweifel auch nicht für verkehrt). Aber hat der Staat nicht den größten Übergewinn und müsste er nach dieser Logik nicht einfach die Steuern und Abgaben temporär (und mit Überwachung) senken?

Ich habe leider einen Artikel zu zukunftsrelevanten Wissens- und Forschungsgebieten nicht mehr gefunden. Deutschland schnitt hier sehr schlecht ab. Ich sehe uns auch in wenigen Bereichen gut aufgestellt. Und selbst da, wo wir es sind, machen wir es uns im Prinzip mit hohen Kosten für Arbeitskraft und Energie kaputt.

Wenn wir einen Spitzensteuersatz von 49 % bekommen, dann fange ich an nur noch so viel zu arbeiten, wie ich zum Leben benötige oder ich wirtschaftlich gerade noch für sinnvoll halte. Als Selbstständiger/Freiberufler bin ich schnell oberhalb der Grenze. Muss ja auch selber Rücklagen bilden, für das Alter vorsorgen, habe Risiken von Arbeitsausfall etc. Aber im Zweifel darf mich der Staat dann auffangen. Macht er ja gerne. Arbeit wird scheinbar immer weiter belastet/bestraft. Konsequenz: Wird halt weniger gearbeitet. Sehen viele meiner Kollegen übrigens ebenso.

Wir brauchen in diversen Bereichen echte Reformen und keine Steuerflickschusterei um das eigene Klientel bei der nächsten Wahl bei Laune zu halten.

Schon mein drittes Edit: Aber ich glaube mich zu erinnern, dass die Erneuerbaren mit ca. 200 Mrd. gefördert werden jährlich. Damit könntest du jährlich 2 KKWs bauen, die demnächst wohl 80 Jahre halten - im Gegensatz den Erneuerbaren.

LG Veni_vidi_vici
« Letzte Änderung: Heute um 08:34:54 von veni_vidi_vici »
Gespeichert

Signor Rossi

  • Researcher
  • Weltstar
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3273 am: Heute um 08:34:29 »

Verantwortung kommt nicht zwingend aus Schuld.
Woraus denn dann?
Gespeichert

Signor Rossi

  • Researcher
  • Weltstar
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3274 am: Heute um 09:59:02 »

Wir brauchen in diversen Bereichen echte Reformen und keine Steuerflickschusterei um das eigene Klientel bei der nächsten Wahl bei Laune zu halten.
Das ist der Knackpunkt. Die Zeit für Reförmchen ist längst vorbei, wir brauchen eine gewaltige Reform, die ALLEN Bürgern wehtun wird und die auch um Steuererhöhungen nicht herum kommen wird, zumindest so lange nicht, bis die Wirtschaft wieder anspringt. Allerdings befürchte ich, dass auch dieser Zeitpunkt bereits verstrichen ist, außerdem ist das mit den aktuellen Politikern sowieso nicht zu machen, die haben den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt, obwohl Investitionen an Deutschland vorbeilaufen und auch deutsche Unternehmen (zumindest die, die es sich leisten können und bei denen das möglich ist), immer mehr Produktion ins Ausland verlagern.

Zitat
Schon mein drittes Edit: Aber ich glaube mich zu erinnern, dass die Erneuerbaren mit ca. 200 Mrd. gefördert werden jährlich.
Nein, so viel ist das nicht.
Gespeichert

DragonFox

  • Nationalspieler
  • *****
  • Online Online
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3275 am: Heute um 10:35:38 »

Verantwortung kommt nicht zwingend aus Schuld.
Woraus denn dann?

Fragst du das so allgemein wie ich es sage? Na zumindest nicht zwingend aus vergangener Schuld. Im Alltag trägst du für dein Handeln Verantwortung, ohne das du in der Vergangenheit automatisch Schuld trägst. Pico schreibt ja auch nicht von Schuld, sondern von Stärke und damit Wirkkraft aus der sich Verantwortung ergeben solle.

Ist der Klimaschutz für dich gar keine moralische Frage? Oder was meinst du mit diesen beiden Sätzen: "Hauptsache Moral. Oder was man dafür hält."
Gespeichert