Ich hatte am Wochenende leider Schwierigkeiten mit meinem Account. Mir war aber wichtig, dass ich nochmal auf die Punkte von Signor Rossi eingehen kann.
Warum lässt Du die Subventionen für Kernenergie außen vor?
Wo mache ich das? Die 300 Mrd. EUR die in einem alternativen Universum in die Kernenergie gesteckt würden, wären selbstverständlich auch Subventionen.
Das war aber nicht der Punkt. Friendly reminder: meine Aussage war, dass man mit dem gleichen Kapitaleinsatz 100 TWh Strom pro Jahr mehr hätte produzieren können.
Okay, stimmt. Das kann man natürlich kritisieren. Aber es scheint, als würde der massive Ausbau von EE kein exklusives Deutschland Szenario zu sein. Weltweit sind 2025 die Kapazitäten 100 x mehr gewachsen als die Kernenergie (565 GW zu 5,4 GW).
https://www.worldnuclearreport.org/Kernenergie-verliert-weltweit-an-BedeutungHier ist auch ein Bericht zur Kritik an der fehlenden Wirtschaftlichkeit der Kernkraftprojekte vom französischem Rechnungshof verlinkt.
Wie gesagt, irgendwann muss natürlich der ROI eintreten und sich EE von selbst tragen.
Wann soll das sein und wie hoch wird der Strompreis dann sein?
Das kann niemand von uns seriös beantworten, ich verweise daher auf das Interview mit dem CEO von Vattenvall. Wir zahlen heute in etwa den Strompreis von vor 10 Jahren, da bin ich vorsichtig optimistisch.
Meine Gedanken zu den Erneuerbaren Energien, und warum dieser mMn. auch alternativlos ist (was Robert Zurawski von Vattenvall quasi ja auch bestätigt): Alles, was nun in der Energiewende verlangsamt wird, rückgängig gemacht wird oder gar eingestampft wird, sind die Kostentreiber und DAS wird dann extrem teuer für Deutschland.
Nun ist zum zweiten Male innerhalb von 5 Jahren ein Krieg ausgebrochen, wo uns die Abhängigkeit von Gas und Öl vor Augen geführt wird. Der Wandel auf Erneuerbare Energien ist hier der Ausweg anstatt das Hindernis.
Die Ölkonzerne jagen unmittelbar nach Beginn des Krieges die Verkaufspreise nach oben und machen exorbitante Gewinne, Pendler haben im Monat weniger Geld in der Tasche für den Konsum, die Kaufzurückhaltung wird dadurch wieder größer, der schon jetzt unter Druck stehende Einzelhandel wird mehr leiden, Unternehmen ihre Investitionen verschieben/absagen, auf die energieintensive Industrie kommen noch höhere Produktionskosten zu, die Verbraucher werden in einem Jahr die Gas- und Ölkosten spüren. DAS ist ein riesiger volkswirtschaftlicher Schaden. Und je länger der Krieg dauert, desto größer wird dieser. Der Ruf nach Hilfen vom Staat ist ja schon da, und wird auch noch lauter werden. Und schon sind wir wieder bei Belastungen der Staatskasse, wo das Geld zur Hilfe von in Schieflage gekommenen Unternehmen und Verbrauchern wahrscheinlich wieder bei Bildung oder Infrastruktur fehlt. An der Stelle passt evtl. die Aussage „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren, vielleicht doch ganz gut.
Quantentechnologie steht in der Tat am Anfang, Deutschland ist hier vorn mit dabei.
Ich bin gespannt, welche Produkte daraus entstehen und wie viele Arbeitsplätze in der Branche geschaffen werden.
Ich auch.
Siemens Healthineers, Zeiss oder Fresinius sind m.W. Marktführer in bildgebenden Verfahren wie MRT, KI Implementierung usw.
Das ist schön, ein Lichtblick. Welchen Umsatz erwirtschaftet die Branche, wie viele Menschen sind dort beschäftigt, kann sie die Transformation zu einer postindustriellen Wirtschaft monetär und mit Arbeitsplätzen auffangen?
Schnelle Recherche sagt 41 Milliarden. Das kann man natürlich nicht mit dem Automobilmarkt vergleichen. Aber in dieser Branche ist Deutschland nach den USA und China vorne mit dabei.
Du schriebst, dass der Staat als Arbeitgeber nicht zählt.
Das ist das Problem, wenn man es aus dem Kontext reißt, ich habe meine Aussage begründet: "Und nein, der Staat als Arbeitgeber zählt nicht, die leben alle von der Arbeit und vom Geld der Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Wirtschaft."
Dass ich keinen gesellschaftlichen Nutzen von Staatsangestellten und Beamten sehen würde, ist halt der übliche Murks, der mir auf diese Art und Weise angehängt werden soll.
Ich will dir gar nichts anhängen. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass die Rechnung "wir müssen alle finanzieren" zu ungenau ist. Die ganzen Angestellten im ÖD oder Beamte verbrauchen ihre Einkommen ebenfalls für Investitionen, Urlaube, Dienstleistungen, Güterkonsum etc., was wiederum im Kreislauf den Unternehmen zufließt. Der Beitrag zu Wohlstand und Bildung mit Effekte auf Wirtschaft/Produktivität durch Schulen/Bildungseinrichtungen aller Art sei nur als ein weiteres Beispiel genannt.
Fakt: Die Staatsquote in DE ist im EU Ø.
Und? Macht das irgendwas besser? Dadurch könnten sich eher noch die Leute bestätigt fühlen, die von "EUdSSR" schwafeln. Und nein, dieser Meinung bin ich nicht.
Nö, macht es nicht. Das habe ich auch direkt danach geschrieben. Dann bitte richtig zitieren und nicht nur die Hälfte und dann noch falsch interpretieren.
Zu den Windkraftproduktionsstätten hast Du nichts gesagt.
Muss ich zu allem, was du schreibst, etwas schreiben? Wer produziert denn noch nennenswert Windräder in D, von welchen Stückzahlen reden wir?
Enercon baut z.B. die Turbinen (ca. 600 im Jahr für mehrere Energieversorger), Steelwind baut die Stahlträger für die Anlagen. Beide Unternehmen haben m.W. volle Auftragsbücher für Windkraftanlagen im Land und Offshore. Mir ist bewusst, dass die Beispiele nicht ansatzweise an den Umsätzen und Arbeitsplätzen wie z.B. der Automobilindustrie herankommen. Aber es sind eben positive Beispiele für den Produktionsstandort DE.
Diese Szenarien werden häufiger, dank der Temperaturanstiege des weltweiten Klimawandels.
Dann werden die Franzosen sicher irgendwann Kühltürme für die betreffenden KKW bauen und das Problem so lösen.
Keine Ahnung, ob das technisch überhaupt möglich ist. Wenn es aber so einfach wäre, hätte man das vielleicht schon längst getan.
Ich bin eher ein Freund vom Freihandel, dieser führt i.d.R. zu Wohlstand.
Ich bin auch ein Freund von Freihandel, aber wie willst du freien Handel treiben, wenn der andere unfaire Maßnahmen gegen dich verwendet?
Witzigerweise haben die Grünen zusammen mit der AfD das Freihandelsabkommen mit Südamerika torpediert 
Jup, ein Desaster. Gerade bei der langen Vorarbeit, die man in das Abkommen gesteckt hat. Dabei hätte damit, gerade in aktuellen Zeiten, ein wichtiges Signal gesetzt werden können.
Lademöglichkeiten beim Arbeitgeber
Wer nicht bei so einem Unternehmen arbeitet, hat nur auch nichts davon und vermutlich sind das Dienstwagen, die da mit schmutzigem Strom geladen werden.
Warum stellst Du unwissend diese Vermutung an? Die Unternehmen hier im Umkreis stellen den Strom für Privat PKW der Angestellten zur Verfügung. Üblicherweise ist dies ein Strommix
oder kommt von der PV – Anlage auf den Hallendächern und/oder Grünflächen der ansässigen Unternehmen. Und nein: das ist nicht nur in einem einzelnen Gewerbegebiet so, sondern weit verbreitet
und wird ausgebaut, da die Arbeitgeber gemerkt haben, wie gut Benefits ankommen.
Es geht hier voran!
Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir schon einen Schritt weiter 
Alles mies machen. So hat der Tag auch Struktur.

Wenn man immer nur Verantwortung übernimmt, wenn "Schuld" vorausgeht dann gute Nacht.
Du und Dragonfox könnt ja gerne Verantwortung für alles, was ihr nicht zu vertreten habt, übernehmen, aber erwartet bitte nicht, dass jeder bei diesem Unsinn mitmacht. Ich fühle mich nur für die Dinge verantwortlich, die ich auch selber fabriziert habe. Fühlst du dich denn auch verantwortlich für den Ukraine- und Irankrieg? Oder dem Konflikt in Darfur? Dem schleichenden Völkermord an Tibetern und Uiguren? Wie ist es mit den Slumbewohnern in Manila, bist du für deren Schicksal verantwortlich? Und falls ja, was unternimmst du dagegen?
Was ist das für eine Frage? Warum sollte ich mich persönlich für diese Dinge verantwortlich fühlen? Es geht doch nicht um Schuld des Einzelnen. Wir als aufgeklärte Gesellschaft, Demokratie und als Europäer aber wir doch im Kollektiv der Länder eine Verantwortung z.B. die Ukraine zu unterstützen gegen einen Angriffskrieg eines Regimes, der unser freiheitliche Grundordnung bedroht.
Wenn Du es schon auf ein Individium herunterbrechen willst: Wenn Du siehst, wie eine Person überfallen wird. Rufst du die Polizei oder gehst du weg, weil Du ja keine Schuld hast? Wenn du Zeuge eines Unfall bist, übernimmst Du Verantwortung und hilfst oder gehst Du weiter, weil Du den Unfall ja nicht verursacht hast? Wie Dragonfox schrieb ist Verantwortung nicht pauschal eine Frage der Schuld.
Was ist die Lösung?
Hatte ich schon skizziert, aber du willst ja Freihandel mit dem Wirtschaftsfeind, der das Gegenteil von Freihandel praktiziert. Ist wie mit der Schießerei, wo Deutschland dann mit der Nerfgun auftaucht.
Wo will ich das? Ich bin ein Freund vom Freihandel hatte ich geschrieben. Vielleicht hat das suggeriert, dass ich das einseitig mit China befürworte. Auf keinen Fall. China hält sich nicht an internationale Handelsregeln, subventioniert seine Produktion massiv und flutet den europäischen Markt mit Billigware. Ich bin in einer Handelsbranche tätig und erlebe das quasi jeden Tag. Deutsche Handelsfirmen gehen pleite, weil China billige Surrogate auf den Markt bringt und der deutsche Verbraucher sich in Massen die Ware nach Hause bestellt. Wie viele Pakete Billigware kommen hier aus China täglich an? 400.000? Die Zahl hab ich mal vor einigen Monaten gehört.
Die chinesische Billigware landet in der EU, hier fallen weder (bis zu 150 €) Einfuhrzölle an, noch müssen die chinesischen Firmen den Pflichten nachkommen, welche jedem deutschen Händler von der EU auferlegt werden. Deutsche Importeure müssen eine ganze Reihe von Nachweisen und Gesetzen befolgen (auch vieles, was sinnvoll ist), aber der ausländische, aggressive Marktteilnehmer nicht und/oder es wird nicht nachhaltig geprüft.
Ein eklatanter Wettbewerbsnachteil. Und das geht schon seit Jahren so. Und insbesondere die Grünen, als sie regieren durften und denen Nachhaltigkeit so wichtig ist, hatten die Chance, hier die deutsche Marktwirtschaft zu schützen. Hat man nicht gemacht und damit sicher einige Händler in DE auf dem Gewissen. Nun bewegt sich langsam was, soll vielleicht in 2 bis 3 Jahren gesetzlich geändert werden. Viel zu langsam, viel zu spät!
Ich tue nichts dagegen, weil ich keine Schuld habe.
Gähn.
"Wenn ALLE Menschen in ALLEN Industrienationen mitmachen, bin ich dabei."
"Ja, das sollten D und die EU tun, aber so, dass wir unseren Wohlstand und unseren Sozialstaat nicht gefährden. Denn das gefährdet sonst unsere Demokratie, das führt dazu, dass sich die Menschen radikalen/extremen Parteien zuwenden..."
"Aber wie gesagt, wenn der Klimaschutz in den Industrienationen gleich gehandhabt würde, hätte ich damit kein Problem."
Den Hauptpunkt ignorierst du: egal was Deutschland macht, es KANN das Klima weder retten noch schützen. Isso.
Also einfach nichts machen? Ist evtl. der massive Ausbau
weltweit vielleicht ein Zeichen dafür, dass die anderen Nationen vielleicht doch nicht alle so untätig sind und der Westen weniger "geisteskrank"?
Der Verbrenner ist am Ende seines technologischen Zyklus angekommen und wird abgelöst.
LOL. Deswegen brechen eAutos ja auch alle Absatzrekorde
Nicht. Selbst in China bricht der Absatz von den Dingern ein, wenn die Förderung wegfällt.
Der Verbrenner wurde über Jahrzehnte entwickelt und optimiert, bis er nun fast vollständig ausgereift ist, und irgendwann kommt man hier ans Ende. Rein physikalisch sind hier die Grenzen faktisch fast erreicht, das
wird dir jeder Ingenieur bestätigen.
Die Investitionen für Forschung & Entwicklung für einen fast nicht mehr messbaren Output steht also in keinem wirtschaftlichen Verhältnis. Das Elektro KFZ steht mehr oder weniger noch am Beginn seines
Entwicklung-Zyklus, hat aber jetzt schon so eine vielfach höhere Effizienz gegenüber Verbrennern sowie bis zu 50 % weniger Teile verbaut, welche das Fahrzeug wesentlich wartungsärmer und verschleißfreier macht.
Hier bleibt den Automobilherstellern nichts anderes übrig, als auf eine neue Technik zu setzen, zu forschen und weiterzuentwickeln. Das zu ignorieren und am Verbrenner festzuhalten (außer als Nischenprodukt) würde in meinen Augen deren Aus bzw. Verkauf an ausländische Hersteller/Investorengruppen bedeuten.
Der Fortschritt der letzten 10 Jahre in der E-Mobilität ist immens und es ist noch lange nicht Ende der Fahnenstange. Akkukapazitäten, Ladegeschwindigkeit (bald so schnell wie normales Tanken) oder Reichweiten
sind immer mehr gestiegen und werden weitergehen. Viele Menschen, die über das Haushaltseinkommen verfügen, können und wollen sich E-Mobilität leisten. Zum einen aus ökologischen Gründen, aber auch weil es für sie ökonomisch (eigene PV-Anlage, Lademöglichkeit) sinnvoll ist.
Die gekauften oder geleasten Modelle von 2020 bis 2022 kommen nun als Gebrauchtwagen auf den Markt. Reichweiten sind völlig i. O. und die Fahrzeuge sind für den Alltagsgebrauch mehr als geeignet. Wir reden hier nicht vom E-Golf mit kleiner Batterie und 200 km Reichweite sondern z.B. von Tesla Model 3, ID3 bei ca. 17.000 bis 20.000 € oder Peugeot bei Ø 16.000 €, welche nun auf den Gebrauchtwagenmarkt kommen und einer breiteren Bevölkerungsgruppe zugänglich gemacht werden. Die Akkus haben eine SoH von Ø 90 % und man hat noch 4-5 Jahre Garantie auf die Batterie. Die umfangreichen ADAC Tests verdeutlichen den sehr guten Zustand
und vor allem Langlebigkeit weit über 160.000 km hinaus von den im Schnitt vier Jahre alten Akkus. Dieser Fakt, verbunden mit bezahlbaren Lademöglichkeiten (an Terminals der Energieversorger muss es günstiger werden!, meine bereits genannte Lösung mit Lademöglichkeiten beim Arbeitgeber) und steigenden Benzin/Diesel-Preisen wird die Marktanteile für Elektromobilität weiter (schnell) wachsen lassen. Mit steigenden Produktionszahlen werden auch die Kosten und damit VK-Preise für Neuwagen sinken.
Zwar nur anekdotische Evidenz: alle Bekannten in meiner Bubble, die auf E-Mobilität gewechselt sind, wollen nicht mehr zum Verbrenner zurück.