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Autor Thema: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread  (Gelesen 1425087 mal)

Magic1111

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3520 am: 12.Juni 2026, 18:01:20 »

Ich glaube, dass viele der sog. Altparteien und besonders das links-grüne "Lager" vor allen Dingen eines haben: Angst! Und zwar Angst davor, dass die AfD in Regierungsverantwortung (nachhaltig) Erfolg haben könnte. Egal ob in Regierungsverantwortung auf kommunal- oder Länderebene, oder perspektivisch sogar im Bund.

Und zum Verbotsverfahren und zur "Brandmauer", da bin ich inhaltlich ganz bei dem Autor Harald Martenstein, der u.a. folgendes dazu gesagt hat:

Zitat
Ich habe, glaube ich, gesagt, dass ich es nicht ausschließen kann, dass sich die Partei mäßigt. Es gibt da keinen Automatismus. Trump ist sicherlich ein Sonderfall, den es auf der Weltbühne zum Glück nicht allzu oft gibt. Diese Mäßigung können Sie gut beim Rassemblement National in Frankreich und bei der Partei von Giorgia Meloni in Italien beobachten. Deren Entwicklungen hängen damit zusammen, dass sie Regierungspraxis erworben haben. Dass es in beiden Ländern nicht so eine harte Brandmauer gegenüber den Rechtspopulisten gegeben hat, hat zu deren Mäßigung geführt. Die Brandmauer wie in Deutschland verhindert Mäßigung.

Zitat
Auch das ist eine interessante Frage, weil aus der Tatsache, dass ich gegen ein Verbot bin, geschlossen wird, dass ich ein Anhänger der Partei sein muss. Das ist wirklich ein Kurzschluss. Ich habe wiederholt gesagt, dass ich auch die Linkspartei jederzeit gegen Verbotsdrohungen verteidigen würde. Das ist einfach ein Missverständnis der Rolle, die ich da als Anwalt übernommen habe. Ich bin allerdings schon der Ansicht, dass das legitim ist, was die machen. Unter Demokratie verstehe ich ein breites Meinungsspektrum, das von weit rechts bis weit links reichen darf. Das ist Demokratie. Ausgenommen sind natürlich Staatsstreiche, die Befürwortung von Gewalt, Umsturzpläne, solches Zeug.

...

Ein Indiz für die bedrohte Freiheit ist, dass ernsthaft darüber nachgedacht wird, die laut Umfragen mindestens zweitstärkste Partei zu verbieten. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier hat mir vorgeworfen, dass ich mich über Einschränkungen der Freiheit beschwere, obwohl doch die Tatsache, dass ich das schreiben kann, ein Beweis dafür sei, dass es bei uns noch jede Menge Freiheit gibt. Das finde ich ein interessantes Argument. Es läuft darauf hinaus, dass man sich über Gefährdungen der Freiheit erst dann auslassen darf, wenn es keine Freiheit mehr gibt. Dann ginge das aber nicht mehr.


Quelle:
https://www.hna.de/kassel/autor-harald-martenstein-manche-leute-hassen-mich-jetzt-noch-mehr-94346605.html

 
« Letzte Änderung: 12.Juni 2026, 18:02:54 von Magic1111 »
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3521 am: 12.Juni 2026, 19:17:51 »

Sicher haben die Angst. Angst ihre Posten und Pfründe zu verlieren, Angst, nicht mehr die Macht innezuhaben, Angst, nicht mehr den Diskurs zu beherrschen. Und dabei dann zu Methoden greifen, die sie der AfD vorwerfen. Mit dem Unterschied, dass diese Parteien das schon umsetzen, was sie der AfD vorwerfen, umsetzen zu wollen.

"Sie wollen Andersdenkende diskreditieren und manchmal fertigmachen."

Ist jetzt die AfD gemeint oder die Grünen? Man kann das gar nicht so einfach trennen. Gesagt hat es Hubertus Heil, gestern, und er meinte natürlich die AfD. Dass viele, viele Menschen, die es wagen, eine andere Meinung zu haben, von linker Seite diskreditiert und fertiggemacht werden, scheint völlig uninteressant.

Dabei ging es um den AfD-Absetzungsantrag gegen Frau Bas, die schon längst hätte zurücktreten oder von Merz abberufen worden sein müssen, angesichts von "Hass und Hetze" gegen Arbeitgeber und "einheitsbraune" Deutsche.

Oder der Majestätsbeleidigungsparagraf 188. Oder die vielen Meldestellen gegen "Hass und Hetze", welche aber "unterhalb der Strafbarkeitsschwelle" liegt. Oder das frühmorgendliche Anrücken einer medial bestens begleiteten SEK-Einheit. Das sind autoritäre Maßnahmen gegen die Bürger, gegen die Meinungsfreiheit und somit gegen einen Grundpfeiler der Demokratie. Gleiches gilt für die Bestrebungen, die größte Oppositionspartei auf jede nur erdenkliche Art und Weise verbieten lassen zu wollen. Sehr demokratisch, das alles. Dooferweise liefern sie der AfD gleich die Blaupause, falls die mal an die Macht kommen sollte.

Anstatt die AfD inhaltlich zu stellen und gute Politik für die Bürger zu machen, Politik, die das deutsche Volk - immerhin der Souverän in diesem Land, zumindest auf dem Papier des Grundgesetzes - mehrheitlich haben will, verliert man sich in solchen Grabenkämpfen, die man nur verlieren kann und die doch immer nur der AfD nutzen. Ich kann es nicht verstehen.
« Letzte Änderung: 12.Juni 2026, 19:20:13 von Signor Rossi »
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Pico

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3522 am: 12.Juni 2026, 20:32:51 »

Oder der Majestätsbeleidigungsparagraf 188. Oder die vielen Meldestellen gegen "Hass und Hetze", welche aber "unterhalb der Strafbarkeitsschwelle" liegt. Oder das frühmorgendliche Anrücken einer medial bestens begleiteten SEK-Einheit. Das sind autoritäre Maßnahmen gegen die Bürger, gegen die Meinungsfreiheit und somit gegen einen Grundpfeiler der Demokratie.

Im Kontext zum §188 StGb gab es SEK Einsätze? Welche meinst Du?
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3523 am: 12.Juni 2026, 21:39:58 »

"Oder" bedeutet etwas anderes als "und".
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Pico

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3524 am: 12.Juni 2026, 21:57:25 »

OK, wo gab es SEK Einsätze als medienwirksame und autoritäre Maßnahmen gegen unbescholtene Bürger?
« Letzte Änderung: 12.Juni 2026, 22:00:30 von Pico »
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3525 am: 12.Juni 2026, 22:28:16 »

Bitte sehr: https://www.tagesspiegel.de/berlin/razzia-bei-rechtsextremisten-innenministerium-verbietet-elsassers-compact-magazin-12029774.html Ja, es war nur die Landespolizei und nicht das SEK und vermutlich gilt der Elsässer nicht als "unbescholten". Macht es aber auch nicht besser.

Und nein, man kann auch Meinungsfreiheit - und hier Pressefreiheit - für solche Gestalten einfordern, wenn man kein Fan von denen ist: "Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit."

Nochmal nein, das hat kein AfDler gesagt, sondern Rosa Luxemburg.

Und nein, zum Dritten: Beleidigungen sind keine Meinung.
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Pico

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3526 am: 13.Juni 2026, 09:56:50 »

Bitte sehr: https://www.tagesspiegel.de/berlin/razzia-bei-rechtsextremisten-innenministerium-verbietet-elsassers-compact-magazin-12029774.html Ja, es war nur die Landespolizei und nicht das SEK und vermutlich gilt der Elsässer nicht als "unbescholten". Macht es aber auch nicht besser.

Und nein, man kann auch Meinungsfreiheit - und hier Pressefreiheit - für solche Gestalten einfordern, wenn man kein Fan von denen ist: "Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit."

Nochmal nein, das hat kein AfDler gesagt, sondern Rosa Luxemburg.

Und nein, zum Dritten: Beleidigungen sind keine Meinung.

Doch, es ist ist ein maßgeblicher Unterschied von pauschalen Aussagen wie: "Oder das frühmorgendliche Anrücken einer medial bestens begleiteten SEK-Einheit. Das sind autoritäre Maßnahmen gegen die Bürger, gegen die Meinungsfreiheit und somit gegen einen Grundpfeiler der Demokratie"
zu:
es war wohl die Landespolizei, es war 2024, es ging gegen das Nachrichtenmagazin Compact und nicht gezielt gegen normale Menschen mit anderer Meinung.

Das unabhängige Bundesverwaltungsgericht hat das Verbot 2025 aufgehoben, eigentlich also ein gutes Beispiel wie und ob die Grundpfeiler der Demokratie funktionieren.
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3527 am: 13.Juni 2026, 11:42:06 »

Ich wusste es O0
...eigentlich also ein gutes Beispiel wie und ob die Grundpfeiler der Demokratie funktionieren.
Aber nur eigentlich, weil genau damit das Exempel statuiert wurde, um die Menschen einzuschüchtern. "Bestrafen einen, erziehe Hunderte".

Mittlerweile gibt es das ja schon bundesweit: https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/polizei-aktion-hetze-internet-100.html Natürlich größtenteils gegen "Hass und Hetze" von rechts außen, der von links außen und von Islamisten ist nicht so wichtig. Und nein, das aufgeführte Beispiel ist natürlich keine Meinungsäußerung, sondern ein Verstoß gegen § 86a StGB, mithin auch kein "Hass und Hetze". Mehr erfährt man ja aber nicht, weswegen wurden die anderen Leute "besucht"? Man weiß es nicht, das schürt Unsicherheit und Angst, im Zweifel sagt man dann lieber nichts mehr.

Weil Reul dort von "Hass" spricht: in welchem Paragraphen des StGB ist das mittlerweile definiert? Stimmt, gar nicht, man versucht das jetzt krampfhaft unter §130 StGB zu subsumieren.

Warum wird Bas eigentlich nicht verfolgt? Mit ihrem "einheitsbraun" könnte man das hier durchaus als erfüllt ansehen: "die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen dessen Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet".

Aber stimmt ja, Deutsche ohne Migrationshintergrund kann man gar nicht beschimpfen, verächtlich machen oder verleumden, und man darf sie "hassen" wie man will, deswegen geht ja auch sowas wie "Köterrasse" klar.

Und nochmal nein, ich setze mich nicht dafür ein, dass man Straftaten begehen darf, sondern dafür, dass 1. nicht mit zweierlei Maß gemessen wird und 2. nicht krampfhaft irgendwelche Straftaten herbei fantasiert werden. Wenn ein Bundeskanzler lügt, dann muss man das auch aussprechen dürfen, auch mit einer zugespitzten Äußerung, ohne Angst haben zu müssen, dass die Polizei morgens vor der Tür steht. Harte und zugespitzte Kritik an den Herrschenden muss erlaubt sein, guck dir mal an, was über Helmut Kohl herein geprasselt ist.
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Pico

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3528 am: 13.Juni 2026, 13:09:22 »

 O0

Der übliche Beißreflex. Aus dem Fakt, dass lt. BKA Bericht vom Rechtsextremismus sowie deren politischen Straftaten die größte Gefahr, und daher logischerweise auch überproportional häufiger ermittelt wird, machst Du da raus: Hass und Hetze von Linksextremen und Islamisten ist ja nicht so wichtig“ und lässt außer Acht, dass auch hier bei strafbaren Inhalten genauso ermittelt wird.

Hass ist kein Straftatbestand, die Aussagen können es aber sein und es obliegt den Gerichten, hier sorgfältig zu prüfen, ob eine Straftat vorliegt (z.B. konkrete Delikte wie Beleidigung oder Volksverhetzung).
Und wenn die Gerichte zu dem Schluss kommen, dass die Meinungsfreiheit die Aussagen nicht mehr deckt und somit Straftatbestände vorliegen, kommt es zu Verurteilungen. Unter welchem Paragraphen sollte man es sonst regeln, das ist doch eigentlich recht klar definiert. Ich vermute, dass du es einfach nur falsch interpretierst.

Bärbel Bas hat wurde für diese Aussagen zurecht kritisiert, sie ist maximal ungeschickt. Die SPD ist nur noch ein Schatten vergangener Tage, vielleicht nicht einmal mehr das und sie trägt dazu bei.
Aber: Die AfD ist mit dem Antrag erwartungsgemäß gescheitert, war eh nur für die Medienwirksamkeit. Ob Du dann hier die Straftatbestände der Beleidigung oder Volksverhetzung siehst, ist dann ziemlich irrelevant. Vermutlich eher nicht.

Harte und zugespitzte Kritik an „Herrschende“ ist erlaubt. Man muss doch nur bei X, Facebook, Zeitungskommentarspalten etc schauen, was dort so abgeht. Oder auf Demonstrationen. Du findest, dass Merz oder sonst jemand aus der politischen Landschaft, egal welcher Partei, keine Kritik widerfährt? Es gibt keine zugespitzte Kritik an Merz?
Meinungsfreiheit ist bei uns ein Grundrecht. Wir können uns zu Demonstrationen verabreden, uns in sozialen Medien über Politiker auslassen, hier im Forum alle paar Tage einen subjektiven Rant über die Politik in Deutschland schreiben. Die Polizei steht bei all diesen Leuten dann genau wann vor der Tür?
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3529 am: 13.Juni 2026, 13:40:35 »

...machst Du da raus...
O0 Der übliche Beißreflex.

Aus dem Artikel: "Es geht vielfach auch um strafbare Beleidigungen gegen Politiker, in weniger Fällen um extremistische religiöse Postings oder linksradikale Postings."

Zitat
Hass ist kein Straftatbestand, die Aussagen können es aber sein...
Was für ein Quark. Nur Aussagen, die gegen die Strafgesetze verstoßen, sind strafbar. "Hass und Hetze" sind nicht per se strafbar, auch wenn das gerne suggeriert wird.

Ich vermute, dass du es einfach nur falsch interpretierst.

Zitat
Bärbel Bas hat wurde für diese Aussagen zurecht kritisiert, sie ist maximal ungeschickt.
Danke, das bringt es wunderbar auf den Punkt. Bei Linken ist es "maximal ungeschickt", bei Rechten ist es "Hass und Hetze".

Zitat
Aber: Die AfD ist mit dem Antrag erwartungsgemäß gescheitert, war eh nur für die Medienwirksamkeit.
Logisch, es gibt ja die Brandmauer.

Zitat
Ob Du dann hier die Straftatbestände der Beleidigung oder Volksverhetzung siehst, ist dann ziemlich irrelevant.
Der Bundestag hat auch nicht über Beleidigung oder Volksverhetzung abgestimmt. Klar, ist alles irrelevant, man stelle sich nur die Dauerempörung, Menschen- und Lichterketten, Demos und Gratiskonzerte von linksradikalen Bands vor, würde ein CDUler sowas über Muslime sagen O0

Zitat
Harte und zugespitzte Kritik an „Herrschende“ ist erlaubt.
Ist sie in vielen Fällen eben nicht. Dein endloses Fragespielchen kannst du dir stecken, ich spiele das nicht mit.
« Letzte Änderung: 13.Juni 2026, 13:43:19 von Signor Rossi »
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Viking

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3530 am: 13.Juni 2026, 14:18:48 »

Doch, es ist ist ein maßgeblicher Unterschied von pauschalen Aussagen wie: "Oder das frühmorgendliche Anrücken einer medial bestens begleiteten SEK-Einheit. Das sind autoritäre Maßnahmen gegen die Bürger, gegen die Meinungsfreiheit und somit gegen einen Grundpfeiler der Demokratie"
zu:
es war wohl die Landespolizei, es war 2024, es ging gegen das Nachrichtenmagazin Compact und nicht gezielt gegen normale Menschen mit anderer Meinung.

Das unabhängige Bundesverwaltungsgericht hat das Verbot 2025 aufgehoben, eigentlich also ein gutes Beispiel wie und ob die Grundpfeiler der Demokratie funktionieren.
Normale Bürger bekommen aber auch Besuch von der Polizei,z.B im "Schwachkopf" Fall bei dem einer Habeck beleidigt hatte.
Da wird teilweise kompletter Unsinn angezeigt, Politiker bekommen da von den petz Meldestellen Namen vorgelegt, lesen sich wahrscheinlich gar nicht durch worum es geht und unterschreiben einfach, dass geht am Gedanken dahinter,also das jemand sich persönlich durch einen Kommentar so angegriffen fühlt,dass er dagegen vorgehen muss, vorbei. Habeck hat bei der Schwachkopf Anzeige ja angeblich auch keine Ahnung gehabt was da losgetreten wurde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwachkopf-Aff%C3%A4re
Ich bin inzwischen auf der Linie das man fast alles sagen können sollte, gerade Politiker sollten da mehr aushalten können, sonst sind sie auf dem Posten falsch. Ernsthafte Drohungen sind da natürlich ausgenommen.
Es gab ja auch so Fälle wie damals Böhmermann mit dem Erdogan Gedicht oder neulich erst eine Anzeige gegen den Comedian? El Hotzo weil er einen Witz über Trump gemacht hat, ich mag beide nicht aber sowas ist einfach Quatsch und Zeit/Geldverschwendung.
https://www.deutschlandfunk.de/nach-spott-ueber-trump-attentat-satiriker-el-hotzo-erneut-freigesprochen-100.html

Gleichzeitig wird dann Kritik an Trump verteilt wenn der z.B dafür sorgt das eins Talkshow Host abgesetzt wird,was auch nicht toll ist, dabei geht in den USA die Meinungsfreiheit deutlich weiter als hier.

Ich glaube, dass viele der sog. Altparteien und besonders das links-grüne "Lager" vor allen Dingen eines haben: Angst! Und zwar Angst davor, dass die AfD in Regierungsverantwortung (nachhaltig) Erfolg haben könnte. Egal ob in Regierungsverantwortung auf kommunal- oder Länderebene, oder perspektivisch sogar im Bund.

Und zum Verbotsverfahren und zur "Brandmauer", da bin ich inhaltlich ganz bei dem Autor Harald Martenstein, der u.a. folgendes dazu gesagt hat:

Zitat
Ich habe, glaube ich, gesagt, dass ich es nicht ausschließen kann, dass sich die Partei mäßigt. Es gibt da keinen Automatismus. Trump ist sicherlich ein Sonderfall, den es auf der Weltbühne zum Glück nicht allzu oft gibt. Diese Mäßigung können Sie gut beim Rassemblement National in Frankreich und bei der Partei von Giorgia Meloni in Italien beobachten. Deren Entwicklungen hängen damit zusammen, dass sie Regierungspraxis erworben haben. Dass es in beiden Ländern nicht so eine harte Brandmauer gegenüber den Rechtspopulisten gegeben hat, hat zu deren Mäßigung geführt. Die Brandmauer wie in Deutschland verhindert Mäßigung.

Zitat
Auch das ist eine interessante Frage, weil aus der Tatsache, dass ich gegen ein Verbot bin, geschlossen wird, dass ich ein Anhänger der Partei sein muss. Das ist wirklich ein Kurzschluss. Ich habe wiederholt gesagt, dass ich auch die Linkspartei jederzeit gegen Verbotsdrohungen verteidigen würde. Das ist einfach ein Missverständnis der Rolle, die ich da als Anwalt übernommen habe. Ich bin allerdings schon der Ansicht, dass das legitim ist, was die machen. Unter Demokratie verstehe ich ein breites Meinungsspektrum, das von weit rechts bis weit links reichen darf. Das ist Demokratie. Ausgenommen sind natürlich Staatsstreiche, die Befürwortung von Gewalt, Umsturzpläne, solches Zeug.

...

Ein Indiz für die bedrohte Freiheit ist, dass ernsthaft darüber nachgedacht wird, die laut Umfragen mindestens zweitstärkste Partei zu verbieten. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier hat mir vorgeworfen, dass ich mich über Einschränkungen der Freiheit beschwere, obwohl doch die Tatsache, dass ich das schreiben kann, ein Beweis dafür sei, dass es bei uns noch jede Menge Freiheit gibt. Das finde ich ein interessantes Argument. Es läuft darauf hinaus, dass man sich über Gefährdungen der Freiheit erst dann auslassen darf, wenn es keine Freiheit mehr gibt. Dann ginge das aber nicht mehr.


Quelle:
https://www.hna.de/kassel/autor-harald-martenstein-manche-leute-hassen-mich-jetzt-noch-mehr-94346605.html
Ich habe eigentlich auch immer die Meinung vertreten,dass sich die AfD mäßigen und mehr in die Mitte rücken muss wenn sie bei einem Großteil der Wähler Erfolg haben will, ich nehme mich da selbst auch als Beispiel, ich hätte gerne eine andere Politik aber kann mit der AfD nicht viel und mit leuten wie Höcke gar nichts anfangen. Ich hätte aber nicht gedacht, dass sich die anderen Parteien so blöd anstellen, den Schub den ich erst mit dem Durschlag der Co2 Steigerung erwartet hätte, hat die Partei jetzt schon erreicht, stand jetzt  sind die bei 29%, wenn die Menschen eine Gegenbewegung zur Co2 Politik wollen und merken was eine solche Veränderung eigentlich bedeuted sind da locker +10% drin.
Die Partei muss sich also ggf gar nicht wie beispielsweise der RN deradikalisieren um mehr Stimmen zu holen,der Punkt wird erst kommen wenn sie merken das es nicht weitergeht und anfangen untereinander zu streiten. Die Brandmauer einzureißen wird auch immer schwerer je stärker die AfD wird.



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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3531 am: 13.Juni 2026, 17:09:31 »

Ich kritisiere zwar viel und ausgiebig, aber ehe ich die AfD  wähle, müssten die sich schon sehr stark ändern, sowas wie eine konservative CSU, noch weiter rechts außen dürfte das auf gar keinen Fall sein. Und selbst dann hätte ich damit meine Probleme, weil mir das zu illiberal wäre.

Ich möchte in einem freien Land leben, mit brummender Wirtschaft, mit vernünftigen Sozialleistungen für Menschen, die einfach Pech in ihrem Leben gehabt haben (ein paar Faulenzer kann man dann locker mitziehen). Aber auch in einem Land, in dem der unparteiische Rechtsstaat gilt, in dem Gewaltverbrechen härter bestraft werden als Politikerbeleidigungen (ja, ich weiß, das war jetzt wieder polemisch).

In einem Land, das Schutzsuchenden klar macht, dass der Schutz nur temporär ist und dann die Heimreise, wenn der Schutzgrund wegfällt, auch durchzieht, wenn ein "Spurwechsel" nicht in Frage kommt. In einem weltoffenen Land, das attraktiv für Fachkräfte aus aller Welt ist. In einem Land, das kein Geld für komplett unerreichbare Ziele wie Klimarettung oder weltweite Abschaffung der Armut verschwendet.

In einem Land, das nicht technikfeindlich ist, das Arbeitgeber nicht hasst, in dem selber erarbeiteter Wohlstand als Vorbild und nicht als Neidobjekt angesehen wird. In einem Land mit einem Weltklasse-Bildungssystem. In einem Land mit einem Weltklasse-Gesundheitssystem. In einem Land, mit einem Weltklasse-Rentensystem. Und das alles mit einem voll digitalisierten, schlanken, effizienten Staat.

Wunschdenken? Teilweise schon, aber es gibt Länder, da ist das schon Wirklichkeit, die baltischen Staaten oder Singapur. Und nein, ich gehe nicht "nach drüben", auch wenn ich nur Passdeutscher bin ist Deutschland meine Heimat und ich will, dass Deutschland blüht und gedeiht. Das kommt auch uns Migranten zu Gute.
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3532 am: 13.Juni 2026, 17:17:01 »

Paragraph 188 gehört abgeschafft. Auf dem Parteitag der FDP haben sich übrigens beide Kandidaten (Wolfgang Kubicki und Strack-Zimmermann) gegen diesen Paragraphen ausgesprochen. Doof nur, dass sie 2024 angab (Europawahlkampf) darüber jeden Monat 200 Anzeigen rauszuhauen und bis zu diesem Zeitpunkt über 1800. https://www.welt.de/politik/deutschland/article252721060/Hass-auf-Politiker-Berliner-Polizei-bearbeitete-fast-900-Faelle.html Sie hat übrigens auf die Frage beim Parteitag nicht darauf geantwortet, wieviele Anzeigen sie gestellt hat, sondern mit einer Rede davon abgelenkt. Sie ist definitiv in der falschen Partei und sollte lieber gehen. Vielleicht nehmen cdU, spD und Grünen sie ja auch.
Für Lügenfritze gibt es übrigens 30 Tagessätze. Das ist faktisch einfach wahr, dass Merz der Bundeskanzler ist, der am offensichtlichsten und am meisten gelogen hat in so kurzer Zeit. Und Merz teilt ja gerne aus : Gegen Krebskranke, gegen Unternehmer, die sich mittlerweile von ihm abwenden und das zurecht. O-Ton von dort :"Ich sage das ohne jede Larmoyanz. Eine wohlhabende Gesellschaft zu verändern ist viel schwieriger, als ein Land nach Krieg und Zerstörung wieder aufzubauen." Das ist unglaublich sowas von sich zu geben. Sollen wir deswegen verteidigungsfähig werden und den Russen reizen? Er hat noch andere Aussagen getroffen. Jeder FDP-Politiker wäre nach solchen Aussagen in der Partei am Ende gewesen. Ich kann nicht verstehen, dass die cdU das noch mitmacht. Ich hoffe ja weiterhin auf eine FDP über 5% ohne Regierungsverantwortung. Denn mit der cdU wird das nichts und auch sonst sehe ich keinen möglichen Koalitionspartner im Moment. Interessanterweise berichtet von seinen Ausfällen gegen die Familienunternehmer so einfach gar keiner.
Übrigens so endet eine "Entschuldigung" von Merz https://www.youtube.com/watch?v=WyL4Dt3YhkQ
Hier nochmal seine Aussage dort : https://hubertusporschen.com/blog/merz-golfplatz-talkshow-unternehmer-bankrotterklaerung/
Eine Unternehmerin (Nicole Leibinger-Kammüller) die Merz sogar persönlich kennt setzt sich sogar für pauschale Kürzungen von 80 Milliarden im Jahr bei allen Subventionen aus, auch für die Wirtschaft.
Böhmermann wurde übrigens für sein Schmähgedicht nicht belangt. So geschmacklos dieses Gedicht auch ist, bei Links funktioniert Meinungsfreiheit scheinbar noch.
@Pico : Merz muss diese Kritik aushalten und nicht jemand anzeigen, damit der 30 Tagessätze zahlt. Du kannst hier in diesem Forum schreiben, dass du mich für einen Schwachkopf uns Idioten hälst. Würde mir nicht gefallen, aber ist nunmal deine Meinung und die habe ich dann zu respektieren. Das gilt auch für Merz und die anderen Politiker.
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3533 am: 13.Juni 2026, 23:40:18 »

Merz hat doch gar nicht angezeigt und der Pinocchio etwa war ja auch kein Problem.

@Rossi: Ich finde es schon ein wenig ambivalent, sich über den Zustand der Meinungsfreiheit in Deutschland zu beklagen, Singapur aber als Beispiel für einen Musterstaat zu nehmen.
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3534 am: 14.Juni 2026, 01:51:09 »

Merz hat doch gar nicht angezeigt und der Pinocchio etwa war ja auch kein Problem.

@Rossi: Ich finde es schon ein wenig ambivalent, sich über den Zustand der Meinungsfreiheit in Deutschland zu beklagen, Singapur aber als Beispiel für einen Musterstaat zu nehmen.
Habe ich auch gelesen. Das hat die Staatsanwaltschaft Heilbronn gemacht. Aber und jetzt wird es spannend : Merz hätte es stoppen können. Da kann man sich schlecht rausreden. Zeigt übrigens auch ein weiteres Problem : Man muss es nicht mal selbst anzeigen, hier hat es eine übereifrige Staatsantwaltschaft gemacht.
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3535 am: 14.Juni 2026, 08:19:54 »

@Twain: in Singapur gibt es mW. kein Äquivalent zu §188 StGB, dass Singapur in Sachen Meinungsfreiheit Defizite hat, ist mir bekannt. Daher bezog sich das auch eigentlich auf den letzten Absatz davor und von "Musterstaat" war keine Rede, aber das kennt man ja.
« Letzte Änderung: 14.Juni 2026, 08:22:45 von Signor Rossi »
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Tim Twain

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3536 am: 14.Juni 2026, 08:39:24 »

Du hast in drei Absätzen formuliert, wie du dir das gewünschte Land vorstellst und dein Beispiel drunter bezieht sich nur auf einen Absatz davon? Das habe ich dann falsch verstanden.

In Singapur musst du schon sechsstellige Summen zahlen, wenn du nur einen kritischen Artikel über einen Politiker in Social Media teilst. (Da ging es um mögliche Verbindungen eines ehemaligen Prime Ministers zu einem Korruptionsskandal). Oder es geht gleich mal ein paar Wochen ins Gefängnis, wenn man über einen Streit in der Familie eines Politikers berichtet.

https://www.straitstimes.com/singapore/courts-crime/toc-editor-terry-xu-and-contributor-get-3-weeks-jail-each-for-defaming-cabinet-members?ref=inline-article

Und drei Monate Gefängnis gabs oben drauf, weil es vom Emailaccount des Freundes aus war.
« Letzte Änderung: 14.Juni 2026, 08:43:57 von Tim Twain »
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3537 am: 14.Juni 2026, 09:12:01 »

In dem Fall wurde Korruption unterstellt. Ich frage mich, was in Deutschland passieren würde, hätte jemand Ex-Kanzler Scholz, der SPD oder seiner Regierung so etwas in Sachen Cum-Ex-Affäre unterstellt.
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Pico

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3538 am: 14.Juni 2026, 22:49:10 »

...machst Du da raus...
O0 Der übliche Beißreflex.

Aus dem Artikel: "Es geht vielfach auch um strafbare Beleidigungen gegen Politiker, in weniger Fällen um extremistische religiöse Postings oder linksradikale Postings."

Deine ursprüngliche Aussage und Allgemeinplätzchen war "Natürlich größtenteils gegen "Hass und Hetze" von rechts außen, der von links außen und von Islamisten ist nicht so wichtig", begründest das mit einer Meldung zu einem Aktionstag der Polizei gegen Hass & Hetze im Internet, wo der Schwerpunkt auf rechtsradikalen Äußerungen lag. Bei dieser Argumentation könnte ich jetzt den Aktionstag gegen Islamismus ein halbes Jahr später hier posten:
https://www.bka.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Kurzmeldungen/251113_Aktionstag_iTE.html
Und jetzt behaupten, dass es ja immer größtenteils gegen Islamismus ginge, der von rechts und linksaußen ist ja nicht so wichtig. Um ein Lagebild zu bekommen, wie die Verteilung der Straftaten in dem Kontext aussehen, kann man sich auf der Seite des BKA informieren. Das wäre die richtige Quelle und nicht ein Bericht über einen einzelnen Aktionstag, welchen man für eine pauschale Aussage nutzt.
Btw: Mein bester Kumpel ist Kripoleiter in einem Stadtteil einer mittelgroßen Stadt. Die haben schon genug zu tun (recht hohe Clan-Kriminalität), aber er bestätigt quasi was im BKA Bericht steht. Der Anteil von rechtsextremen Straftatbeständen wächst enorm schnell und die Delikte werden schwerer. Diese Fakten kann man durchaus mal anerkennen.

Zitat
Hass ist kein Straftatbestand, die Aussagen können es aber sein...
Was für ein Quark. Nur Aussagen, die gegen die Strafgesetze verstoßen, sind strafbar. "Hass und Hetze" sind nicht per se strafbar, auch wenn das gerne suggeriert wird.

Ich vermute, dass du es einfach nur falsch interpretierst.
Hä? Genau das hab ich doch geschrieben?!?

Zitat
Danke, das bringt es wunderbar auf den Punkt. Bei Linken ist es "maximal ungeschickt", bei Rechten ist es "Hass und Hetze".
nö.

Zitat
Logisch, es gibt ja die Brandmauer.
Die wird schon noch fallen. Dann spaltet sich die CDU und die AFD hat ihr Ziel, die größte Partei Deutschlands zu zerstören, erreicht.

Zitat
Der Bundestag hat auch nicht über Beleidigung oder Volksverhetzung abgestimmt. Klar, ist alles irrelevant, man stelle sich nur die Dauerempörung, Menschen- und Lichterketten, Demos und Gratiskonzerte von linksradikalen Bands vor, würde ein CDUler sowas über Muslime sagen O0
Du argumentierst gegen eine Position, die ich gar nicht vertrete. Die Aussage habe ich kritisiert und sie war spaltend. Es gab hier Empörung, eine Debatte im Bundestag, AfD und Aiwanger haben Rücktritt gefordert, aus der CDU haben sich viele Abgeordnete empört, es gab öffentliche Berichtserstattung in der Bild, Welt etc.
Beispiele von der anderen Seite gibt es doch: Kleine Paschas, Wartezimmer bei den Zahnärzten, Stadtbild etc.
Man kann fragwürdige Aussagen von Politikern kritisieren und muss nicht als Maximalforderung gleich den Rücktritt fordern. Würde man diesen Maßstab anlegen, wäre vermutlich die halbe AfD Fraktion nicht mehr im Bundestag vertreten oder wir hätten keine regierungsfähige Koalition mehr. Deine weiteren Übertreibungen "Gratiskonzerte linksradikale Bands" oder "Lichterketten" greifen ins Leere, da gehe ich nicht drauf ein.

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Ist sie in vielen Fällen eben nicht. Dein endloses Fragespielchen kannst du dir stecken, ich spiele das nicht mit.
Das stecke ich mir nirgendwo hin. Das ist hier ein Diskussionsforum und nicht das Nachrichtenportal - Signor Rossi News -
Da musst Du auch mit rechnen, dass mal Widerspruch kommt. Ich teile einige deiner Ansichten, genauso ich finde aber vieles undifferenziert und einseitig aus einer bestimmten Richtung geschrieben, die offenbar das Ziel hat, alles was deiner Meinung nach zu links ist, zu diskrediteren. Da bin ich um einiges offener und das fällt mir dann auf und suche ich lieber die Diskussion, um einzuordnen was in deinen Posts ernst und was nicht ernst gemeint ist. Und da finde ich einiges halt ziemlich übertrieben und einiges drüber.
Nur ein Beispiel, ich will mich da jetzt nicht abarbeiten. Z.B. das Echauffieren über eine Überarbeitung des seit 2015 existierenden Landesprogramm Queer in Sachsen-Anhalt, was nach deiner Interpretation Wahlhilfe für die AFD sein soll. Ich finde eher, dass das Übernehmen der Wahlkampfpositionen der AFD der CDU noch stärker schadet und geschadet hat, weil man dann doch lieber das Original wählt. Und der Schutz von Minderheiten steht eben auch im Grundgesetz und ich halte es für sehr zweifelhaft, dass man Schutz für Minderheiten dann nur gewähren will, wenn es in der Wirtschaft läuft.
Ich sehe mich politisch irgendwo in der Mitte und kann im demokratischen Spektrum links und rechts davon sinnvolle Ansätze für ein besseres Deutschland, wie du in einem späteren Post nochmal ausgeführt hast, finden.
Ebenso bin ich der Meinung, dass die Koalition am Bürger vorbei schlechte Politik macht (ja, schlechte Politik - nicht per se schlechte linke Politik, welche so auch nicht existiert, sondern einfach schlechte Politik).

Dass die AfD inhaltlich mal mehr gestellt wird, würde ich mir ebenfalls wünschen (das Wahlprogramm kann man auseinanderpflücken und man findet einiges, was z.B. überhaupt nicht finanzierbar ist, die grottenschlechte Wirtschaftsausrichtigung - raus aus der EU, zurück zur DM - da können viele Menschen gar nicht einschätzen, was das für uns als Industrie- und Exportland überhaupt bedeutet). Ich kann mich als Europäer fühlen und die Vorzüge beim Reisen, Zahlungs- und zollfreiem Wirtschaftsverkehr gut und wichtig finden, genauso aber die vielen überflüssigen Vorschriften, den Bürokratiewasserkopf, der Verteilung von Geldern u.v.m. kritisieren.
Ich glaube jedoch auch, dass man die wenigsten damit zurückholt. Populismus verfängt in den Zeiten wo es nicht läuft und einfache Lösungen für komplexe Themen propangiert werden.

Vielleicht füllt eine FDP unter Kubicki das frei gewordene Volumen zwischen CDU und AfD, es ist dann eine Option mehr und dann die Alternative auf demokratischen Füßen, die sich einige wünschen.

Gleichzeitig wird dann Kritik an Trump verteilt wenn der z.B dafür sorgt das eins Talkshow Host abgesetzt wird,was auch nicht toll ist, dabei geht in den USA die Meinungsfreiheit deutlich weiter als hier.
Trump wird hier häufiger mal verteidigt. Der Mann diskreditiert auf offener Bühne seine internationalen Partner, postet in sozialen Medien auf Niveau eines bockigen Kindes, setzt unangenehme Journalisten vor die Tür, beleidigt politische Gegner sowie Journalisten, ist selbst beleidigt wenn ihm Kritik widerfährt, bezeichnet Dinge welche ihm nicht passen pauschal als Fake-News und hat maßgeblich Druck ausgeübt, dass die Late Show von Stephen Colbert abgesetzt wurde. Er hält also überhaupt nichts aus. Das wäre in etwa so, als würde Merz die Heute-Show absetzen lassen, weil ihm die Gags von Oliver Welke nicht passen. Das ist nicht nur "nicht toll" sondern eigentlich doch genau das Szenario vor dem hier häufig gewarnt wird.
 
Paragraph 188 gehört abgeschafft.....

Böhmermann wurde übrigens für sein Schmähgedicht nicht belangt. So geschmacklos dieses Gedicht auch ist, bei Links funktioniert Meinungsfreiheit scheinbar noch.
@Pico : Merz muss diese Kritik aushalten und nicht jemand anzeigen, damit der 30 Tagessätze zahlt. Du kannst hier in diesem Forum schreiben, dass du mich für einen Schwachkopf uns Idioten hälst. Würde mir nicht gefallen, aber ist nunmal deine Meinung und die habe ich dann zu respektieren. Das gilt auch für Merz und die anderen Politiker.
Das Schmähgedicht über Erdogan? Böhmermann wurde vom Landgericht Hamburg verurteilt. Er darf einige Teile des Gerichts nicht wiederholen, sonst drohen Haft oder Ordnungsgeld.
Serdar Somuncu hat sich damals auch sehr böse in seinen Shows über Erdogan geäußert und Böhmermanns Gedicht im Sinne der Meinungs- und Kunstfreiheit verteidigt. Er selber wurde glaub ich nie angeklagt.

Offenbar ist es ja so, dass alle Parteien hier Agenturen zum Sammeln der Beleidigungen engagiert haben... Aber abschaffen? Also meinst Du, dass dann der normale § 185 ausreicht, um Spitzenpolitiker sowie Kommunalvertreter zu schützen?

Ich verstehe deine Intention, aber warum sollte ich jemanden, der eine andere Meinung vertritt als "Schwachkopf oder Idiot" bezeichnen? So lange es um die Diskussion in der Sache geht, ist es einfach Demokratie. Das wäre, bei den verhärteten Fronten und der vielen s/w Debatten in Politik und Gesellschaft, wünschenswert. Ich hoffe und denke, dass wir das im Forum hinbekommen.
« Letzte Änderung: 14.Juni 2026, 22:56:11 von Pico »
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3539 am: Gestern um 00:13:58 »

Wir reden bei Böhmermann über 2 Dinge. Strafrechtlich wurde er nicht verurteilt und hatte deswegen auch keine Strafe bekommen. Zivilrechtlich wurde er dazu verurteilt Teile seines Gedichtes nicht zu wiederholen (was er bis zum Bundesverfassungsgericht geklagt hat zurückzunehmen). Also kam er straffrei davon. Erdogan hatte übrigens § 185 genutzt für seinen Strafantrag. Kommen wir zum Zivilverfahren. Dort hat Böhmermann abgelehnt, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Übrigens kostete das Böhmermann 1973 Euro (80% der Abmahnkosten) und er mußte keinen Schadensersatz zahlen, da Erdogan das nicht verlangt hatte.
Ich schaue übrigens sehr gerne Serdar Somuncu, aber er schießt auch oft über das Ziel hinaus. Hier auch.
Zum Thema alle Parteien : Ich habe hier ja auch meine eigene politische Richtung in Form von Strack-Zimmermann als Beispiel genannt, das nicht nur von Links der §188 ausgenutzt wird. Jeder kommt ja mit Habeck und Merz. Aber auch die FDP kann sich davon nicht freisprechen. Die einzigen Parteien von denen mir das nicht bekannt ist, sind die afD und das BSW. Ich beobachte diese Parteien aber einfach weniger und ich will nicht ausschließen, dass auch diese da mitmachen. Wie gesagt : §188 abschaffen und die Poltiker sollen selbst nach §185 Anzeige erstatten. Erinnert sich noch jemand wie Kohl damals häufig beschimpft und beleidigt wurde. Der hat das irgendwo auch hingenommen und drüber gestanden.
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