Diese Reform ist ja putzig. Die Erhöhung des Grundfreibetrages passiert jedes Jahr, das ist keine Entlastung, sondern eine Anpassung an die Inflation und steigende Löhne und Lebenshaltungskosten, damit die kalte Progression nicht mehr so früh zuschlägt und man keine Steuer zahlt, wenn man dadurch unter das Existenzminimum fällt. Das ist eine komplette Lüge. Das ist verfassungsrechtlich übrigens vorgeschrieben. Diese jetzt stärker steigen zu lassen sind keine 10 Mrd. Entlastung. Eine großer Teil davon wäre eh gekommen.
Gleichzeitig wird bei Mini-Jobs der Pauschalsteuersatz von 2% auf 5% angehoben. Es gibt in Deutschland etwa 6,8 millionen Minijobs. Davon gut zwei Drittel vom sozialversicherungspflichtig versicherten als Nebenjob, da sonst das Geld nicht reicht. Das sind die unteren Einkommen, die man doch entlasten wollte. Man nimmt es also dort wieder weg. Lachhaft. Die zweite große Gruppe sind Rentner, die sich was dazu verdienen (18,3%). Da wird Altersarmut auch noch bestraft. Die 3te Gruppe : Schüler und Studenten. Alles genau die Gruppen, die man angeblich entlasten wollte...
Beim Arbeitsmarkt kommen nur Platitüden. "Unser Ziel ist es, den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung stabil zu halten und die Handlungsfähigkeit der Bundesagentur für Arbeit nachhaltig zu sichern." Wo ist das eine Reform? "Der Himmel ist blau." ist dann auch eine Reform?
Fünfter Punkt : Sachgrundlose Befristung bis zu 48 Monate wird möglich sein und das kann man 6 mal verlängern... 24 Jahre lang befristet eingestellt. Kündigungsschutz ade. Und der Angestellte bekommt so wohl auch sehr gut einen Kredit für ein Haus oder ein Auto...
Das mit dem Attest ab dem 1ten Tag wird für mehr Krankentage sorgen. Bisher war es so bei uns : Jemand hatte was falsches gegessen und blieb 1-2 Tage zu Hause. Jetzt geht der am ersten Tag zum Arzt und der schreibt ihn eventuell 1 Woche krank. Stelle mir das für die Ärzte auch richtig toll vor, wenn die ganzen "Kurzzeitkranken" dann den chronisch Kranken die Plätze wegnehmen.
In der Privatwirtschaft ist der Krankenstand übrigens niedriger als beim Staat. Im Bundesdurchschnitt sind es 25,5 Arbeitstage pro Jahr im öffentlichen Dienst, im Berlin 36,8 Arbeitstage und im Bezirk Berlin-Mitte sogar 46,5 Fehltage pro Jahr. Bei der Privatwirtschaft liegt der Wert bei 15-19 Fehltagen pro Jahr.
Was ich übrigens nicht gelesen habe : Konkrete Sparbemühungen. Alles nur Sonntagsreden und Allgemeinplätze ohne Inhalt. Sorry aber das ist Wasser auf die Mühlen von afD, BSW und den Linken. Ich kann es mittlerweile den Wählern in Deutschland nicht mehr verübeln, dass sie darauf keine Lust mehr haben.