MeisterTrainerForum

Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Autor Thema: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread  (Gelesen 1549586 mal)

fussballmonster

  • Halbprofi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3720 am: Gestern um 15:23:28 »

Die aktuelle Regierung hat doch erst 40 Maßnahmen beschlossen. Das Statistische Bundesamt misst mittlerweile sehr umfangreich den Bürokratiekostenindex, Erfüllungsaufwand und Belastungsbarometer. Mal abwarten, wie es sich entwickelt. Die Belastung sinkt seit 10 Jahren kontinuierlich. Mehr könnte immer drin sein. Aber zumindest das Gefühl, dass es schlimmer wird, geben die Zahlen nicht her.
Das ist ein guter Anfang, auf jeden Fall. Nach Jahrzehnten in denen Bürokratie aus Berlin und Brüssel aufgebaut wurden, bin ich sehr skeptisch wann und wie sich das auf Betriebe und Bürger auswirken wird. Zu oft gab es diese leere Versprechungen. Ich kann gut nachvollziehen wenn man den Ankündigungen von CDU und SPD nicht traut.
Gespeichert

Signor Rossi

  • Researcher
  • Weltstar
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3721 am: Gestern um 15:49:40 »

Ist da auch das neue Bürükratiemonster EU-Verpackungsverordnung (PPWR) berücksichtigt? Diese Verordnung ist dermaßen bekloppt, dass selbst ein hoher EU-Beamter (Name entfallen) den EU-Staaten empfiehlt, das nicht umzusetzen.
Gespeichert

veni_vidi_vici

  • Fussballgott
  • ******
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3722 am: Gestern um 16:32:20 »

Stimmt. Habe schon von kleinen und mittleren Betrieben gelesen, die dann nicht mehr ins Ausland verschicken wollten. Hätte sich wirtschaftlich nicht gerechnet. Zeigt einmal mehr wie abgehoben und weltfremd Spitzenpolitik ist.

LG Veni_vidi_vici

TNDO

  • Halbprofi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3723 am: Gestern um 17:29:13 »

Und da kommt das Märchen dass wir Bürokratie abbauen. Die Zahl der Staatsbediensteten steigt übrigens weiter. Ich empfehle die Lektüre der Monatsberichtes der Bundesbank von Juli 2026.

Ich zitiere mal :
Zitat
Im Durchschnitt erhöhten sich die
Bürokratiekosten zwischen 2022 und 2024 von rund 5 % auf ungefähr 7 % des
Jahresumsatzes. Ökonometrischen Schätzungen zufolge bremste der gestiegene
Regulierungsaufwand die Produktivitätsentwicklung im Unternehmenssektor spürbar. Die
Ergebnisse sprechen dafür, dass Bürokratie vor allem bei kleineren Unternehmen einen Teil
der Arbeitskapazität bindet und dadurch umsatzwirksame Tätigkeiten verdrängt.
Die Umfrage ermittelt neben den bezifferbaren Bürokratiekosten auch qualitativ die
Bürokratielasten in einzelnen Bereichen. Die größten und am stärksten gestiegenen Lasten
meldeten die Unternehmen bei i) der Steuer- und Finanzberichterstattung, ii) den
Datenschutz- und Privatsphärenvorschriften, iii) dem Arbeitsrecht und der
Beschäftigungsregulierung sowie iv) dem Umweltrecht. Dabei stiegen die Bürokratiekosten in
allen Branchen deutlich. In der Finanzindustrie stieg der Anteil der Bürokratiekosten am
Umsatz von hohem Niveau aus weiter stark. Auch im Verarbeitenden Gewerbe wuchs er
kräftig

Ein Anstieg von 50% in 2 Jahren. Ein starker Anstieg auch im verarbeitenden Gewerbe...


Zitat
Die bürokratischen Belastungen von Unternehmen in Deutschland sind in den
letzten Jahren deutlich gestiegen. Umfragen verschiedener Institutionen belegen
diese Entwicklung. Repräsentative Erhebungen der Bundesbank zeigen, dass seit 2022
immer mehr Unternehmen Bürokratie als drängendes Problem benennen. Zuletzt
gaben dies knapp 70 % an, während es 2022 noch 45 % gewesen waren. Damit stellen
die staatlichen Vorschriften inzwischen mehr Unternehmen vor Probleme als der
Fachkräftemangel oder die hohen Produktions- und Arbeitskosten. Die Europäische
Investitionsbank erhebt regelmäßig Investitionshemmnisse bei Unternehmen. Seit
2022 zeigen die Ergebnisse, dass regulatorische Vorgaben Investitionen in Deutschland
zunehmend bremsen. Daten des Normenkontrollrats stützen diesen Befund. Sie
zeigen, dass der Erfüllungsaufwand seit 2022 insbesondere für die Wirtschaft deutlich
gestiegen ist.
70% sehen die Bürokratiebelastung als drängendes Problem, noch vor Fachkräftemangel und hohen Produktions- und Arbeitskosten.

Zitat
Gleichzeitig beeinträchtigt übermäßige Bürokratie die gesamtwirtschaftlichen
Investitionen, Wettbewerbsfähigkeit und BIP‐Wachstum. Eine ifo-
Unternehmensbefragung von 2023 zeigt, dass in Deutschland die Regulierungsdichte
die gewerblichen Investitionen deutlich stärker als Fachkräftemangel oder gestiegene
Energiepreise bremste. 30) Zudem stellt Bürokratie seit einigen Jahren ein zentrales
Hemmnis für Unternehmensgründungen dar und schwächt damit die
Innovationstätigkeit. 31) Im KfW-Mittelstandspanel nannten Unternehmen Bürokratie
2023 und 2024 zudem als mit Abstand größtes Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit. 32)
Unter Berücksichtigung solcher indirekter Effekte schätzt das ifo Institut die jährlich
entgangene Wirtschaftsleistung infolge des in Deutschland vergleichsweise hohen
Bürokratieaufwands auf 146 Mrd €. 33) Dies entspricht mehr als 3 % des deutschen BIP.
Das bestärkt den Eindruck den man gewinnen kann. Deutschland erstickt an Bürokratie, stärker übrigens im Vergleich als alle andere Staaten in der EU mit Ausnahme von Spanien.
Jetzt mögt ihr meinen, dass die Bürokratie nicht so schlimm ist. Aber um das nochmal zu verdeutlichen : Die Bürokratiekosten sind in 2 Jahren (2022 bis 2024) von 5% auf 7% des Jahresumsatzes gestiegen. Daraus ergibt sich empirisch belegbar ein Rückgang des Umsatzes pro Beschäftigten von 3% pro Punkte Bürokratiekosten am Jahresumsatz. Das heisst allein die Bürokratie hat den Umsatz pro Mitarbeiter um 6% sinken lassen.
Gespeichert

DragonFox

  • Nationalspieler
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3724 am: Gestern um 17:35:02 »

@ DragonFox : Ich habe genau auf das reagiert was kn0v1lle geschrieben hat. Lies das nochmal nach. Es ist keine gute Diskussionskultur mir jetzt Rosinenpicken vorzuwerfen. Kn0xv1lle hätte ja genauer ausführen können was man darunter versteht. Nur zu schreiben : Traditionelles Familienleitbild und "Baby-Begrüßungsgeld" ist gegen queere Menschen ist nämlich Schwachsinn. Klingt hart, aber da muss man dann schon in die Tiefe und das genauer ausführen. Er hat die Behauptung schliesslich in den Raum gestellt, er muss das auch untermauern. Denn nicht jeder hat das Interesse sich das gesamte afD-Programm in Sachsen-Anhalt durchzulesen.
Zu deinem Zitat : Die steigenden Abtreibungszahlen sind faktisch falsch. Sie sinken. Ende der 90er waren es 130000, 2025 etwa 106000 und 0,7% weniger als im Vorjahr. Ist es trotzdem zuviel? Ja kann sein. Es ist aber so, dass bei den Frauen zwischen 15 und 24 Jahren die Zahl gesunken ist und bei Frauen über 30 angestiegen ist. Dass die Geburtenrate sinkt ist übrigens richtig. 2025 hat sie mit 1,32 Kindern pro Frau einen TIefstand erreicht. Kann das damit zusammenhängen, dass sexuelle Abweichungen und nicht-reproduktive Lebensweisen offensiver beworben werden als Familien? Da liefert die afD keinen Beweis. Vor allem war auch wo die Geburtenrate höher war die Akzeptanz von sexuellen Abweichungen und nicht-reproduktiven Lebensweisen gegeben. Klar kann man Familie mit Kindern bewerben. Aber das tut man halt nicht und ich bezweifle stark, dass dies einen Einfluß auf die Geburtenrate hat. Zumal sexuelle Abweichung super schwammig definiert ist. Homosexualität mag jemand als sexuelle Abweichung sehen, ich eher nicht. Ja zumindest in meinem Umfeld hat es auch 1990 keinen interessiert was das Strafrecht sagt. War man homosexuell, dann war das eben so und das ist auch gut so.
Ich brauche übrigens weder einen "Gleichstellungsbeauftragten" noch einen "Familienbeauftragten", das ist beides nur ABM für arbeitsscheue Leute. Wir haben ein Familienministerium und eine(n) Familienminister/in.
Das mit der Kinderfreundlichkeit ist deine Interpretation. Für mich fällt unter Kinderfreundlichkeit z.B. auch eine Tempo30-Zone vor Schulen, genug Spielplätze und Sportangebote. Und bei Gesetzen z.B. auch, dass man Kinderlärm aushalten muss, denn es sind nunmal Kinder. Familienfreundlichkeit ist auch nicht, was mich z.B. als Kinderlosen alarmiert.

Das du keine Lust hast das Wahlprogramm zu lesen ist fein. Aber du urteilst trotzdem, dass es Schwachsinn sei das zu kritisieren ohne ein Bild zu haben, wie es die AFD meint und in dessen Kontext Kn0xv1lle offensichtlich schreibt. Ich finde schon, dass du dir aus den Punkten pickst was gut passt. Immerhin hat Kn0xv1lle drei Begriffe in einem Kontext genannt und den kritischsten ignorierst du. Aus diesem Grund wollte ich dir es ausführen, warum auch ein anderer Punkte problematisch sein kann. Aber das hat auch nichts gebracht, weil wir jetzt unter anderem über die StVO reden.

Was du dann zu dem Zitat schreibst verstehe ich nicht. Mir fehlt da in deinen Sätzen der Punkt, auf den du hinaus willst.

Ansonsten finde ich es gut, dass du dich mit Homosexuellen solidarisiert. Auch in den 90ern. Ich bin mir sicher, dass die, die Anfang der 90er wegen Liebe mit einem Mann in deutschen Gefängnisen saßen froh waren, dass du und dein Umfeld im Gegensatz zur Gesellschaft eine liberale und tolerante Meinung zu ihnen pflegten.
Ist auch okay, dass du sie nicht als sexuelle Abweichung bezeichnest. Ich mache das auch nicht, so wie die AFD das nicht macht. Aber durch den zweiten Begriff aus dem Wahlprogramm sitzen sie dann doch wieder im selben Boot.

Ich habe nicht geschrieben was ich unter Kinderfreundlichkeit verstehen. Ich habe lediglich zwei Sätze in Zusammenhang gebracht.


Ich finde es faszinierend wie du in diesem Thread schon mehrfach mit einer unglaublichen Deutlichkeit bestimmte Gruppen von Personen auf Grund ihrer Arbeit menschlich abwertest.
Gespeichert

TNDO

  • Halbprofi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3725 am: Gestern um 17:56:51 »

@ DragonFox : Ich habe genau auf das reagiert was kn0v1lle geschrieben hat. Lies das nochmal nach. Es ist keine gute Diskussionskultur mir jetzt Rosinenpicken vorzuwerfen. Kn0xv1lle hätte ja genauer ausführen können was man darunter versteht. Nur zu schreiben : Traditionelles Familienleitbild und "Baby-Begrüßungsgeld" ist gegen queere Menschen ist nämlich Schwachsinn. Klingt hart, aber da muss man dann schon in die Tiefe und das genauer ausführen. Er hat die Behauptung schliesslich in den Raum gestellt, er muss das auch untermauern. Denn nicht jeder hat das Interesse sich das gesamte afD-Programm in Sachsen-Anhalt durchzulesen.
Zu deinem Zitat : Die steigenden Abtreibungszahlen sind faktisch falsch. Sie sinken. Ende der 90er waren es 130000, 2025 etwa 106000 und 0,7% weniger als im Vorjahr. Ist es trotzdem zuviel? Ja kann sein. Es ist aber so, dass bei den Frauen zwischen 15 und 24 Jahren die Zahl gesunken ist und bei Frauen über 30 angestiegen ist. Dass die Geburtenrate sinkt ist übrigens richtig. 2025 hat sie mit 1,32 Kindern pro Frau einen TIefstand erreicht. Kann das damit zusammenhängen, dass sexuelle Abweichungen und nicht-reproduktive Lebensweisen offensiver beworben werden als Familien? Da liefert die afD keinen Beweis. Vor allem war auch wo die Geburtenrate höher war die Akzeptanz von sexuellen Abweichungen und nicht-reproduktiven Lebensweisen gegeben. Klar kann man Familie mit Kindern bewerben. Aber das tut man halt nicht und ich bezweifle stark, dass dies einen Einfluß auf die Geburtenrate hat. Zumal sexuelle Abweichung super schwammig definiert ist. Homosexualität mag jemand als sexuelle Abweichung sehen, ich eher nicht. Ja zumindest in meinem Umfeld hat es auch 1990 keinen interessiert was das Strafrecht sagt. War man homosexuell, dann war das eben so und das ist auch gut so.
Ich brauche übrigens weder einen "Gleichstellungsbeauftragten" noch einen "Familienbeauftragten", das ist beides nur ABM für arbeitsscheue Leute. Wir haben ein Familienministerium und eine(n) Familienminister/in.
Das mit der Kinderfreundlichkeit ist deine Interpretation. Für mich fällt unter Kinderfreundlichkeit z.B. auch eine Tempo30-Zone vor Schulen, genug Spielplätze und Sportangebote. Und bei Gesetzen z.B. auch, dass man Kinderlärm aushalten muss, denn es sind nunmal Kinder. Familienfreundlichkeit ist auch nicht, was mich z.B. als Kinderlosen alarmiert.

Das du keine Lust hast das Wahlprogramm zu lesen ist fein. Aber du urteilst trotzdem, dass es Schwachsinn sei das zu kritisieren ohne ein Bild zu haben, wie es die AFD meint und in dessen Kontext Kn0xv1lle offensichtlich schreibt. Ich finde schon, dass du dir aus den Punkten pickst was gut passt. Immerhin hat Kn0xv1lle drei Begriffe in einem Kontext genannt und den kritischsten ignorierst du. Aus diesem Grund wollte ich dir es ausführen, warum auch ein anderer Punkte problematisch sein kann. Aber das hat auch nichts gebracht, weil wir jetzt unter anderem über die StVO reden.

Was du dann zu dem Zitat schreibst verstehe ich nicht. Mir fehlt da in deinen Sätzen der Punkt, auf den du hinaus willst.

Ansonsten finde ich es gut, dass du dich mit Homosexuellen solidarisiert. Auch in den 90ern. Ich bin mir sicher, dass die, die Anfang der 90er wegen Liebe mit einem Mann in deutschen Gefängnisen saßen froh waren, dass du und dein Umfeld im Gegensatz zur Gesellschaft eine liberale und tolerante Meinung zu ihnen pflegten.
Ist auch okay, dass du sie nicht als sexuelle Abweichung bezeichnest. Ich mache das auch nicht, so wie die AFD das nicht macht. Aber durch den zweiten Begriff aus dem Wahlprogramm sitzen sie dann doch wieder im selben Boot.

Ich habe nicht geschrieben was ich unter Kinderfreundlichkeit verstehen. Ich habe lediglich zwei Sätze in Zusammenhang gebracht.


Ich finde es faszinierend wie du in diesem Thread schon mehrfach mit einer unglaublichen Deutlichkeit bestimmte Gruppen von Personen auf Grund ihrer Arbeit menschlich abwertest.
Hätte er wie du das näher ausgeführt wäre das besser gewesen, es fehlte halt der Kontext. Und wie du lesen kannst stehen allein in den Passagen die du ansprichst schon faktisch falsche Aussagen, die klar statistisch widerlegbar sind. Des weiteren scheint die afD es bewusst schwammig zu halten. Man kann über die Gründe nur spekulieren, aber eine klare Vision oder einen Plan sehe ich da (wie bei der Finanzierbarkeit ihrer Versprechungen) überhaupt nicht gegeben. Es hört sich nach Platitüden an, die Siegmund ja auch sehr gut beherrscht, wo er aber bei Jasmin Kosubek sichtlich an die Grenzen kommt, wenn man kritisch nachfragt.
Das mit dem arbeitsscheu ist keine Abwertung und auch nicht so gemeint. Denn wenn wir mal ehrlich sind, würde fast jeder so einen Job annehmen, wenn er die Gelegenheit dazu hätte. Das ist menschliche Natur. Genauso wie auch Leute das Sozialsystem ausnutzen, das Steuersystem etc. Der Fehler liegt nicht beim Menschen, der sich über den Arbeitsplatz freut, wo man kaum Verantwortung und kaum etwas zu tun hat. Das Problem ist eher, dass es diesen Arbeitsplatz gibt. Sie könnten auch andere Jobs ausführen.
Gespeichert

Signor Rossi

  • Researcher
  • Weltstar
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3726 am: Gestern um 17:57:42 »

Schulisch geht es weiter bergab:
Die Stichprobe zeigt, wie Jugendliche in Deutschland kurz vor dem Ende der Pflichtschulzeit in zentralen Kompetenzbereichen abschneiden. Das Fazit der OECD ist ernüchternd: In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften wurden bei den hier getesteten Schülern "die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt", heißt es.
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101425848/pisa-darum-schneiden-deutsche-schueler-in-der-oecd-studie-schlecht-ab.html

In Sachen Bürokratie, hier mal nur die Personalkosten:
Staat und Sozialversicherungen in Deutschland haben im vergangenen Jahr zusammen erstmals mehr als 400 Milliarden Euro für ihr Personal ausgegeben.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/bund-und-laender-investieren-wofuer-400-milliarden-euro-verwendet-werden-110637668.html

Jeder einzelne Cent davon muss von den Arbeitern, Arbeitnehmern und Unternehmern in der freien Wirtschaft erwirtschaftet werden. Oder man macht halt Schulden, dann muss das, was heute verkonsumiert wird, eben von den nachfolgenden Generationen erarbeitet werden.
Gespeichert

kn0xv1lle

  • Nationalspieler
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3727 am: Gestern um 18:12:32 »

@TNDO ich soll das AfD Parteiprogramm weiter ausführen ? Sorry aber traditionelles Familienbild ist doch ziemlich klar was die AfD damit meint. Sicherlich nicht schwuler Mann, schwuler Mann, Kind oder Lesbe, Lesbe Kind. Wenn es dich genauer interessiert und es für dich nicht so klar ist hättest du die Passagen sicherlich auch schnell googeln können. Es ist übrigens auch Geil das die Weidel diese Passage selber kritisiert, sich davon aber nicht angegriffen fühlt. Ist halt auch einfach zu sagen wenn man in der Schweiz lebt.  ::)

Dann zu deinem Beitrag von Bürokratieabbau:
1.) Steht da Studie von 2022- 2024. Das ist noch vor den ersten Entlastungskabinett von 2025.
2.) Sind die Bundesbank Zahlen Selbsteinschätzung der befragten Unternehmen. Heißt auf solchen Zahlen irgendwelche quantifizierbaren Aussagen zu treffen halte ich für gewagt. Die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen legen. Trotzdem kann man mit einer Studie von 2024 sicherlich nicht die Arbeit der aktuellen Regierung bewerten bzw. die aktuellen Maßnahmen. Frühestens wohl 2027 oder später, wenn die weiteren Entlastungskabinette beschlossen wurden.
Gespeichert

DragonFox

  • Nationalspieler
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3728 am: Gestern um 21:51:16 »

Das mit dem arbeitsscheu ist keine Abwertung und auch nicht so gemeint. Denn wenn wir mal ehrlich sind, würde fast jeder so einen Job annehmen, wenn er die Gelegenheit dazu hätte. Das ist menschliche Natur. Genauso wie auch Leute das Sozialsystem ausnutzen, das Steuersystem etc. Der Fehler liegt nicht beim Menschen, der sich über den Arbeitsplatz freut, wo man kaum Verantwortung und kaum etwas zu tun hat. Das Problem ist eher, dass es diesen Arbeitsplatz gibt. Sie könnten auch andere Jobs ausführen.

Also vielleicht liegt es ja an mir … Aber wenn man mir sagen würde, dass mein Job ausschließlich etwas für arbeitsscheue Menschen wäre und sich darüber jeder freuen würde, weil man kaum Verantwortung trägt und kaum etwas zu tun hat, dann würde ich das persönlich nehmen und glauben, dass man mich damit als faulen Menschen hinstellst.  ;) Wir drücken uns da offenbar grundsätzlich unterschiedlich aus.

Ich weiß, dass du diese Jobs sehr abwertend bezeichnest. Letztes Mal waren es die Sozialpädagogen und Sozialarbeiter an Schulen. Aber wenn du deine Kritik auf die Menschen überträgst, die diese Jobs machen, ist das eben eine Abwertung. Deshalb fällt es mir schwer, das anders aufzufassen und fasziniert zu beobachten, wie du das wiederholst.

Deine eigentliche Kritik ist doch, dass verschiedene Institutionen Tätigkeiten schaffen oder dauerhaft finanzieren, deren gesellschaftlicher Mehrwert deiner Meinung nach in keinem angemessenen Verhältnis zu den dafür eingesetzten Ressourcen steht. Das kann man meiner Meinung nach völlig unabhängig davon diskutieren, ob die Menschen, die diese Stellen annehmen, deshalb arbeitsscheu sind oder Verantwortung und Arbeit aus dem Weg gehen...
« Letzte Änderung: Gestern um 22:16:05 von DragonFox »
Gespeichert

TNDO

  • Halbprofi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3729 am: Heute um 08:02:19 »

@Kn0xv1ille : Traditionelles Familienbild ist weniger festgelegt als du glaubst und jeder versteht etwas anderes darunter. Das kann ein Ehepaar sein für manche, für andere widerum nur Ehepaar mit Kind. Und nicht ich muss das Googlen, weil du doch die Behauptung aufgestellt hast. Daher musst du sie auch untermauern.
Nach dem Entlastungskabinett gibt es aber trotzdem noch neue Regelungen :
NIS2, E-Rechnung B2B, CSRD/CSDDD, LkSGDie Digitalisierungspflicht, EU-Vorgaben (kann man auch nicht umsetzen...) und Gold-Plating fressen ganz schnell die Einsparungen wieder auf...
Zum Thema Selbsteinschätzung : Der Geschäftsklimaindex ist auch eine Selbsteinschätzung, viele Argumente von linker Seite auch. Aber gut, wenn die Unternehmen sagen, dass die Bürokratie schlimmer als der Fachkräftemangel ist, tun sie das im luftleeren Raum. Lustig übrigens dabei ist : Von linker Seite wird immer wieder der Fachkräftemangel herangezogen um Migration zu rechtfertigen. Auch hier ist das oft eine Selbsteinschätzung der Unternehmen und der Wirtschaft. Wenn nun aber die Bürokratie als noch schlimmer angesehen wird kommt einfach : Das ist nur eine Selbsteinschätzung. Man sucht es sich raus, wie es am besten passt.
@DragonFox : Wenn ihr dir das gleiche Geld für weniger Arbeit biete, würdest du wahrscheinlich sofort annehmen, ich auch. Das liegt in der Natur des Menschen, den einfachen Weg zu gehen. Japan hat in Unternehmen auch solche Leute nennt sich Madogiwa-zoku (Fenstergucker). Im Englischen gibt es den Begriff Bullshit Jobs. Sie beschreiben alle das gleiche Phänomen.
Gespeichert

DragonFox

  • Nationalspieler
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3730 am: Heute um 09:23:02 »

@DragonFox : Wenn ihr dir das gleiche Geld für weniger Arbeit biete, würdest du wahrscheinlich sofort annehmen, ich auch. Das liegt in der Natur des Menschen, den einfachen Weg zu gehen.
Du selber kannst dich natürlich als arbeitsscheu einschätzen. Man hat da ja über sich selber den besten Blick. Vielleicht musst du mal durchrechnen, ob es sich für dich lohnt und du eine der Stellen ergattern kannst, um in den aus deiner Sicht bezahlten Müßiggang zu wechseln.

Japan hat in Unternehmen auch solche Leute nennt sich Madogiwa-zoku (Fenstergucker). Im Englischen gibt es den Begriff Bullshit Jobs. Sie beschreiben alle das gleiche Phänomen.
Den Vergleich zu USA kann ich aus deiner Perspektive nachvollziehen, das mit Japan finde ich wild. Seis drum... Mach du mal weiter, mit deinem Menschenbild, dass du zwar wiederholt aussprichst, aber dann immer nicht so meinst wie es gelesen werden kann.
Ich war mir einfach nicht sicher, ob du das so meinst wie du es schreibst. Die Unklarheit konntest du ausräumen.  :)




[...] Fachkräftemangel [...]. Auch hier ist das oft eine Selbsteinschätzung der Unternehmen und der Wirtschaft.
Fachkräftemangel wird zum Beispiel vom Institut der deutschen Wirtschaft berechnet und basiert nicht auf Befragungen zur Selbsteinschätzung der Unternehmen und der Wirtschaft.
Gespeichert

OppaChonk

  • Profi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3731 am: Heute um 09:37:46 »

Japan hat in Unternehmen auch solche Leute nennt sich Madogiwa-zoku (Fenstergucker). Im Englischen gibt es den Begriff Bullshit Jobs. Sie beschreiben alle das gleiche Phänomen.

Just my two cents: 窓際族 (madogiwazoku) beschreibt etwas komplett anderes, als du in deinen letzten Posts benannt hast. In der japanischen Arbeitskultur ist es üblich, "auf Lebenszeit" in einer Firma angestellt zu werden und deshalb eher selten, dass Unternehmen redundante Arbeitnehmer*innen rausschmeißen, weshalb sie ihnen diese "Fenstergucker"-Jobs geben. Die betreffenden Personen (meistens älteren Semesters) sitzen dann wortwörtlich den ganzen Tag an ihrem Platz und müssen die Zeit irgendwie totschlagen, weil sie keine richtigen Aufgaben und erst recht keine Verantwortung haben. Das mag für manche vielleicht eine Traumvorstellung von einer Arbeitsstelle zu sein, kollidiert aber extrem mit der schon erwähnten japanischen Arbeitskultur, in welcher sich auch über den Job definiert wird. In den letzten Jahren wurde das noch weiter ins Extreme getrieben, und die madogiwazoku werden in extra dafür vorbereitete Räume gesetzt.  追い出し部屋 (odaishibeya), sehr oft ohne Fenster oder irgendeine Ablenkung, in welchem diese dann in absoluter Langeweile die Zeit verbringen müssen. Dies führt dann noch mehr zu 村八分 (murahachibu) - dem Von-der-Gruppe-Ausgeschlossen-sein, was wieder mit der japanischen (Arbeits-) Kultur kollidiert.

Ziel seitens der Firmen ist es natürlich, dass diese Personen von selbst kündigen und damit auf Ansprüche verzichten, welche es bei einer Firmen-seitigen Kündigung normalerweise gäbe (Abfindung etc.).
Gespeichert

kn0xv1lle

  • Nationalspieler
  • *****
  • Offline Offline
Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3732 am: Heute um 11:10:40 »

Zitat
@Kn0xv1ille : Traditionelles Familienbild ist weniger festgelegt als du glaubst und jeder versteht etwas anderes darunter. Das kann ein Ehepaar sein für manche, für andere widerum nur Ehepaar mit Kind. Und nicht ich muss das Googlen, weil du doch die Behauptung aufgestellt hast. Daher musst du sie auch untermauern.

Das jeder was anderes darunter versteht mag sein. Aber ganz sicher nicht im Kontext der AfD. Und wenn dir der Überpunkt aus dem Parteiprogramm und der Kontext das es von der AfD kommt nicht reicht um es einzuschätzen, dann liess es halt nach was für die AfD ein traditionelles Familienbild ist. Ich hab keine Behauptung aufgestellt. Es ist eigentlich ziemlich klar das wenn nur das Leitbild Mann, Frau, Kind gefördert wird dies gleichgeschlechtliche Ehen herabsetzt. Selbst eine Weidel kritisiert diesen Punkt. Also selbst sie weiß was damit in Sachsen Anhalt gemeint ist und fühlte sich angesprochen. Ihre Reaktion darauf ist dann auch ein Geschlag ins Gesicht für alle Schwulen und Lesben.

Deinen anderen Punkt kann ich nicht nachvollziehen. Da schwinkt wieder zuviel Abneigung gegen Linke Parteien mit. Den "Fachkräftemangel" gibt es schon seit Menschengedenken in Deutschland. In den 2000ern fehlten uns zichtausende Maschinenbauer angeblich. Mit dem Ergebnis, dass jeder der das in den 2000er studiert hat heute in einem richtig beschissenen Arbeitsmarkt ist.
Auch hier liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.
Im Vergleich zum Bürokratieabbau und das war letztlich meine Kritik an deinem Post, du kannst auf Grundlage dieser Studie keine Rechnungen anstellen, da kaum ein Betrieb Bürokratiekosten getrennt erfasst. Eine Befragung ist also erstmal eine Meinung der Unternehmen.
Um einzuschätzen wie stark Unternehmen die Bürokratiebelastung empfinden ist die Studie sicherlich geeignet ein Stimmungsbild aus der Wirtschaft zu holen.
Um daraus quantifizierbare Aussagen bezüglich der Kosten zu treffen eher nicht, weil einfach eine fundierte Datengrundlage dafür fehlt und das in der Studie auch gar nicht untersucht wurde. Darauf also Rechnungen anzustellen und das als Beleg für Bürokratieüberfluss anzuführen ist aus meiner Sicht müßig.
Davon ab das diese neuen Bürokratierregeln nicht für alle Unternehmen gelten, hast du da gute Beispiele für sinnvolle Bürokratie genannt.
Bspw. Thema Cybersicherheit macht Sinn, E-Rechnung macht Sinn, da hier nun ein maschinenlesbares Format vorgeschrieben wird. Heißt am Ende des Tages profitieren alle davon, da man nun seinen Invoice Prozess komplett automatisieren kann.

Worauf ich hinauswill Bürokratie muss nicht immer schlecht sein, sondern kann auch Vorteile bringen.
Gespeichert