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Autor Thema: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread  (Gelesen 1619648 mal)

Magic1111

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3860 am: Gestern um 20:42:08 »

Naja, so teuer ist so ein Strandkorb nicht.

Es geht nicht, und ging niemals um den Strandkorb an sich, und wie viel er kostet und ob er ihn selbst bezahlt hat....der Strandkorb ist nur das Tüpfelchen auf dem i; der Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte. Er steht quasi sinnbildlich für das abgehoben sein einzelner (vieler) Politiker, die sich immer weiter vom einfach Volk entfernen. Dazu die Person Amthor und die ganze Doku als Rahmen dazu.

Niemand, wirklich niemand (auch nicht die Springer Presse u.ä.) hätte sich darüber aufgeregt, wenn

- die Wirtschaft brummt
- die Arbeitslosenquote niedrig ist
- der Liter Super 1,60 und Diesel 1,40 kostet

usw. usw.

Aber jetzt in diese Zeit passt das nicht.
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3861 am: Gestern um 20:56:12 »

Er steht quasi sinnbildlich für das abgehoben sein einzelner (vieler) Politiker, die sich immer weiter vom einfach Volk entfernen.
Für mich steht der Strandkorb eigentlich für das genaue Gegenteil: Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit. Der Mann kommt von der Küste, warum soll er sich keinen Strandkorb kaufen und sich den auf die Büroterrasse stellen? Die Aufregung darüber kann ich Null nachvollziehen, auch wenn sie wie hier eher indirekt erfolgt.
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Magic1111

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3862 am: Gestern um 21:08:54 »

Für mich steht der Strandkorb eigentlich für das genaue Gegenteil: Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit. Der Mann kommt von der Küste, warum soll er sich keinen Strandkorb kaufen und sich den auf die Büroterrasse stellen? Die Aufregung darüber kann ich Null nachvollziehen, auch wenn sie wie hier eher indirekt erfolgt.

Weil der Mann in diesen Räumlichkeiten zum arbeiten da ist, und nicht um sich in einen Strandkorb zu fläzen.

Den kann er sich zu Hause in den Garten stellen, aber der gehört nicht an den Arbeitsplatz.
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Pico

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3863 am: Gestern um 21:22:24 »

Mit Amthor und seinem jovialen Gehabe kann ich auch wenig anfangen, aber die Aufregung über einen von ihm gekauften Strandkorb finde ich lächerlich. Dass er ihn zurückschickt, ist dann auch noch sowas wie ein Eingeständnis, etwas falsches getan zu haben. Hier kann man eher das PR Team von ihm kritisieren, die offenbar immer noch nicht merken, wie seine Art bei den Leuten ankommt.
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TNDO

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3864 am: Gestern um 21:41:00 »

Er steht quasi sinnbildlich für das abgehoben sein einzelner (vieler) Politiker, die sich immer weiter vom einfach Volk entfernen.
Für mich steht der Strandkorb eigentlich für das genaue Gegenteil: Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit. Der Mann kommt von der Küste, warum soll er sich keinen Strandkorb kaufen und sich den auf die Büroterrasse stellen? Die Aufregung darüber kann ich Null nachvollziehen, auch wenn sie wie hier eher indirekt erfolgt.
Wie gesagt, er soll sich einen Strandkorb hinstellen wenn er will.. Er ist nunmal aber auch ein Teil einer Gruppe von cdU-Abgeordneten, die in ziemlich viele Skandale verwickelt waren/sind (z.B. auch Spahn) was Vorteilsnahme betrifft.


Von linker Seite kommt das Wort Pöbel.

Da hast du doch bestimmt einen Nachweis für. Aber davon mal abgesehen: ich rate dir dringend, dich mal vernünftig einzulesen, was links und was rechts in der Politik bedeutet. Mir scheint, du bist da "etwas" durcheinander gekommen bzw. hast dich da ein klein wenig verrannt.
Knoxville sieht sich selbst sicherlich als links und progressiv oder möchtest du ihm das absprechen?

Keine Ahnung, die einzigen, die sich hier bisher parteigemäß "geoutet" hatten, sind, sofern mich meine Erinnerung nicht trügt, du und Signor Rossi - beide für die FDP.

Davon ab: selbst wenn knoxville sich als links sieht - spricht eine Person jetzt für Alle? Sprichst du bzw. deine Aussagen dann für alle FDP-ler? Spricht der "kleine" Ortsvorstand in irgendeiner Ruhrpottgemeinde für die gesamte SPD? Oder der ebenso "kleine" CDU-Ortsvorstand im sächsischen Dorf, der (mehr oder weniger gezwungenermaßen) mit der AgD zusammenarbeit, für die Union?
Knoxville sieht sich meiner Meinung nach eher der linken Seite zugehörig, so interpretiere ich auch seine Meinung. Ich habe ihn weder den Grünen, noch der spD oder der Linkspartei zugeordnet. Der Urvater vieler Linker (Karl Marx) hat übrigens unterschieden zwischen Proletariat (sogenanntes Industrieproletariat) und dem Rest des "Pöbels" (Def. von Hegel) und dafür das Wort Lumpenproletariat (z.B. Bettler / Prostituierte) geprägt. Wie gesagt, linke Strömungen stellen ja einen exklusiven Anspruch für sich, dass sie Inklusiv sind und Diversität erreichen wollen, aber tun genau das oft nicht. Damit schlägt sich ja der Bogen zum Abstieg der "Arbeiterpartei" spD. Dort sitzen wie ich sie immer nenne  akademische "Pseudo-Linke", die in einer Blase über Arbeiter sprechen, aber gar nicht ihre Probleme kennen und sich genau daher wundern, dass sie von diesen nicht mehr gewählt werden...
Und ich habe 2 Dinge unterschieden übrigens :
 1) Linke Parteien stehen hinter §188 und fördern damit in meinen Augen ein (wie es Signor Rossi nennt) Zwei-Klassen-Recht. Das passt nicht zu ihrem Anspruch auf Gleichheit aller vor dem Recht. Ich weiß auch nicht, wo man da eine Diskussion ansetzen will. Würde ich sagen : Wählerstimmen zählen unterschiedlich viel je nach Einkommen, würde ich (zurecht) Gegenwind bekommen. Hier wird das aber gekonnt ignoriert. Finde ich verstörend. Und dass eine Strack-Zimmermann dieses extrem häufig eingesetzt hat, obwohl sie als FDP-Mitglied eigentlich für Meinungsfreiheit sein sollte, das habe ich schon sehr oft hier kritisiert. Ich kann also auch innerhalb "meiner" Partei Kritik äussern. Vor allem wenn Personen sich gegen liberale Ideen wenden und gleichzeitig Mitglied einer liberalen Partei sind.


2) Knoxville sieht sich als Links bzw. Mitte-Links. Er mag sich melden, wenn er das nicht so sieht. Er schreibt explizit von "dann hat der Pöbel keine Probleme mehr". Er meint damit Mitglieder des einfachen Volkes. Finde ich schon abgehoben, so über die eigenen Mitbürger zu sprechen, die Tag für Tag den Staat am Laufen halten mit ihren Steuern und Abgaben.

Ich komme jetzt mal auf deine Definition von politisch links :

Links sieht sich ja vor allem in folgenden Werten vorne, die da wären Soziale Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Emanzipation. All das spricht diametral gegen §188! Wo ist denn die Gleichheit vor dem Gesetz, wenn bestimmte Gruppen mehr geschützt werden vom Staat und dies auch noch die "Eliten" sind? Ist das deine Vorstellung von Sozialer Gleichheit und Gerechtigkeit? Oder ist das nur ein Feigenblatt, um das Wahlvolk zu verarschen und selbst ein gemütliches Leben zu führen? Was man "rechter Politik" gerne zuschreibt sind Werte wie die Verteidigung gesellschaftlicher Hierarchien. Was genau macht §188? Er verteidigt eine Elite und eine Hierarchie.
Oder wie würdest Du linke und rechte Politik beschreiben?
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kn0xv1lle

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3865 am: Heute um 01:06:27 »

@TNDO danke für deine Einordnung. Ich sehe mich weder links noch rechts noch in der Mitte. Mit dem linken Enteignungswahn kann ich genauso wenig anfangen wie mit dem Remigrationswahn der AfD. Diese Einteilung in Links, Rechts und Mitte finde ich ohnehin eher hinderlich für gute Politik.

Das Wort „Pöbel“ habe ich bewusst überspitzt von Signor Rossi aufgegriffen.

Befremdlich finde ich allerdings, dass du § 188 auf linke Parteien zurückführst. Den Paragrafen gibt es als § 187a schon seit 1951. Eingeführt wurde er unter Konrad Adenauer von Justizminister Thomas Dehler, und der war von der FDP. Hintergrund waren die massiven Verleumdungskampagnen gegen Politiker in der Weimarer Republik. Wer sich heute in bestimmten Social-Media-Blasen bewegt, wird da durchaus Parallelen erkennen.

Die heutige Fassung hat die GroKo aus Union und SPD beschlossen. Sie hat klargestellt, dass auch die einfache Beleidigung darunter fällt und dass Kommunalpolitiker geschützt sind. Dass also nur linke hinter diesem paragraf stehen, halte ich deshalb für nicht haltbar.

Ob die einfache Beleidigung darunter fallen sollte, kann man sicher diskutieren. Dass Kommunalpolitiker jetzt eindeutig geschützt sind, finde ich dagegen richtig. Die gehören nun wirklich nicht zur „politischen Elite“. Übrigens sieht das die Justizministerkonferenz offenbar ähnlich: Sie hat im Juni vorgeschlagen, den Sonderschutz für Spitzenpolitiker zu streichen, ihn für die kommunale Ebene aber zu behalten.

Die Kritik von der Zwei-Klassen-Gesellschaft halte ich für unpassend. Ungleiche Behandlung ist nicht automatisch Unrecht, wenn es einen sachlichen Grund dafür gibt. Und den gibt es: Politiker stehen in der Öffentlichkeit und sind deshalb viel stärker persönlichen Angriffen ausgesetzt als ein Normalbürger. Sie treffen unbequeme Entscheidungen und werden dadurch zwangsläufig zur Zielscheibe. Trotzdem müssen sie ihre Arbeit machen können, ohne Angst vor irgendwelchen Spinnern zu haben.

Wohin das führen kann, hat der Mord an Walter Lübcke gezeigt. Dem gingen jahrelange Hetze und Hasskommentare im Netz voraus. Aus Worten wird eben manchmal Gewalt.

Auch hier im Forum liest man oft von „denen da oben“, die angeblich alle abgehoben sind. Das mag auf den einen oder anderen zutreffen, aber es gibt parteiübergreifend genug Gegenbeispiele. Pauschalurteile helfen in der Debatte niemandem weiter.
« Letzte Änderung: Heute um 01:09:08 von kn0xv1lle »
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