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Autor Thema: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread  (Gelesen 1623462 mal)

Magic1111

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3860 am: 02.Oktober 2026, 20:42:08 »

Naja, so teuer ist so ein Strandkorb nicht.

Es geht nicht, und ging niemals um den Strandkorb an sich, und wie viel er kostet und ob er ihn selbst bezahlt hat....der Strandkorb ist nur das Tüpfelchen auf dem i; der Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte. Er steht quasi sinnbildlich für das abgehoben sein einzelner (vieler) Politiker, die sich immer weiter vom einfach Volk entfernen. Dazu die Person Amthor und die ganze Doku als Rahmen dazu.

Niemand, wirklich niemand (auch nicht die Springer Presse u.ä.) hätte sich darüber aufgeregt, wenn

- die Wirtschaft brummt
- die Arbeitslosenquote niedrig ist
- der Liter Super 1,60 und Diesel 1,40 kostet

usw. usw.

Aber jetzt in diese Zeit passt das nicht.
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3861 am: 02.Oktober 2026, 20:56:12 »

Er steht quasi sinnbildlich für das abgehoben sein einzelner (vieler) Politiker, die sich immer weiter vom einfach Volk entfernen.
Für mich steht der Strandkorb eigentlich für das genaue Gegenteil: Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit. Der Mann kommt von der Küste, warum soll er sich keinen Strandkorb kaufen und sich den auf die Büroterrasse stellen? Die Aufregung darüber kann ich Null nachvollziehen, auch wenn sie wie hier eher indirekt erfolgt.
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Magic1111

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3862 am: 02.Oktober 2026, 21:08:54 »

Für mich steht der Strandkorb eigentlich für das genaue Gegenteil: Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit. Der Mann kommt von der Küste, warum soll er sich keinen Strandkorb kaufen und sich den auf die Büroterrasse stellen? Die Aufregung darüber kann ich Null nachvollziehen, auch wenn sie wie hier eher indirekt erfolgt.

Weil der Mann in diesen Räumlichkeiten zum arbeiten da ist, und nicht um sich in einen Strandkorb zu fläzen.

Den kann er sich zu Hause in den Garten stellen, aber der gehört nicht an den Arbeitsplatz.
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Pico

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3863 am: 02.Oktober 2026, 21:22:24 »

Mit Amthor und seinem jovialen Gehabe kann ich auch wenig anfangen, aber die Aufregung über einen von ihm gekauften Strandkorb finde ich lächerlich. Dass er ihn zurückschickt, ist dann auch noch sowas wie ein Eingeständnis, etwas falsches getan zu haben. Hier kann man eher das PR Team von ihm kritisieren, die offenbar immer noch nicht merken, wie seine Art bei den Leuten ankommt.
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TNDO

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3864 am: 02.Oktober 2026, 21:41:00 »

Er steht quasi sinnbildlich für das abgehoben sein einzelner (vieler) Politiker, die sich immer weiter vom einfach Volk entfernen.
Für mich steht der Strandkorb eigentlich für das genaue Gegenteil: Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit. Der Mann kommt von der Küste, warum soll er sich keinen Strandkorb kaufen und sich den auf die Büroterrasse stellen? Die Aufregung darüber kann ich Null nachvollziehen, auch wenn sie wie hier eher indirekt erfolgt.
Wie gesagt, er soll sich einen Strandkorb hinstellen wenn er will.. Er ist nunmal aber auch ein Teil einer Gruppe von cdU-Abgeordneten, die in ziemlich viele Skandale verwickelt waren/sind (z.B. auch Spahn) was Vorteilsnahme betrifft.


Von linker Seite kommt das Wort Pöbel.

Da hast du doch bestimmt einen Nachweis für. Aber davon mal abgesehen: ich rate dir dringend, dich mal vernünftig einzulesen, was links und was rechts in der Politik bedeutet. Mir scheint, du bist da "etwas" durcheinander gekommen bzw. hast dich da ein klein wenig verrannt.
Knoxville sieht sich selbst sicherlich als links und progressiv oder möchtest du ihm das absprechen?

Keine Ahnung, die einzigen, die sich hier bisher parteigemäß "geoutet" hatten, sind, sofern mich meine Erinnerung nicht trügt, du und Signor Rossi - beide für die FDP.

Davon ab: selbst wenn knoxville sich als links sieht - spricht eine Person jetzt für Alle? Sprichst du bzw. deine Aussagen dann für alle FDP-ler? Spricht der "kleine" Ortsvorstand in irgendeiner Ruhrpottgemeinde für die gesamte SPD? Oder der ebenso "kleine" CDU-Ortsvorstand im sächsischen Dorf, der (mehr oder weniger gezwungenermaßen) mit der AgD zusammenarbeit, für die Union?
Knoxville sieht sich meiner Meinung nach eher der linken Seite zugehörig, so interpretiere ich auch seine Meinung. Ich habe ihn weder den Grünen, noch der spD oder der Linkspartei zugeordnet. Der Urvater vieler Linker (Karl Marx) hat übrigens unterschieden zwischen Proletariat (sogenanntes Industrieproletariat) und dem Rest des "Pöbels" (Def. von Hegel) und dafür das Wort Lumpenproletariat (z.B. Bettler / Prostituierte) geprägt. Wie gesagt, linke Strömungen stellen ja einen exklusiven Anspruch für sich, dass sie Inklusiv sind und Diversität erreichen wollen, aber tun genau das oft nicht. Damit schlägt sich ja der Bogen zum Abstieg der "Arbeiterpartei" spD. Dort sitzen wie ich sie immer nenne  akademische "Pseudo-Linke", die in einer Blase über Arbeiter sprechen, aber gar nicht ihre Probleme kennen und sich genau daher wundern, dass sie von diesen nicht mehr gewählt werden...
Und ich habe 2 Dinge unterschieden übrigens :
 1) Linke Parteien stehen hinter §188 und fördern damit in meinen Augen ein (wie es Signor Rossi nennt) Zwei-Klassen-Recht. Das passt nicht zu ihrem Anspruch auf Gleichheit aller vor dem Recht. Ich weiß auch nicht, wo man da eine Diskussion ansetzen will. Würde ich sagen : Wählerstimmen zählen unterschiedlich viel je nach Einkommen, würde ich (zurecht) Gegenwind bekommen. Hier wird das aber gekonnt ignoriert. Finde ich verstörend. Und dass eine Strack-Zimmermann dieses extrem häufig eingesetzt hat, obwohl sie als FDP-Mitglied eigentlich für Meinungsfreiheit sein sollte, das habe ich schon sehr oft hier kritisiert. Ich kann also auch innerhalb "meiner" Partei Kritik äussern. Vor allem wenn Personen sich gegen liberale Ideen wenden und gleichzeitig Mitglied einer liberalen Partei sind.


2) Knoxville sieht sich als Links bzw. Mitte-Links. Er mag sich melden, wenn er das nicht so sieht. Er schreibt explizit von "dann hat der Pöbel keine Probleme mehr". Er meint damit Mitglieder des einfachen Volkes. Finde ich schon abgehoben, so über die eigenen Mitbürger zu sprechen, die Tag für Tag den Staat am Laufen halten mit ihren Steuern und Abgaben.

Ich komme jetzt mal auf deine Definition von politisch links :

Links sieht sich ja vor allem in folgenden Werten vorne, die da wären Soziale Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Emanzipation. All das spricht diametral gegen §188! Wo ist denn die Gleichheit vor dem Gesetz, wenn bestimmte Gruppen mehr geschützt werden vom Staat und dies auch noch die "Eliten" sind? Ist das deine Vorstellung von Sozialer Gleichheit und Gerechtigkeit? Oder ist das nur ein Feigenblatt, um das Wahlvolk zu verarschen und selbst ein gemütliches Leben zu führen? Was man "rechter Politik" gerne zuschreibt sind Werte wie die Verteidigung gesellschaftlicher Hierarchien. Was genau macht §188? Er verteidigt eine Elite und eine Hierarchie.
Oder wie würdest Du linke und rechte Politik beschreiben?
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kn0xv1lle

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3865 am: Gestern um 01:06:27 »

@TNDO danke für deine Einordnung. Ich sehe mich weder links noch rechts noch in der Mitte. Mit dem linken Enteignungswahn kann ich genauso wenig anfangen wie mit dem Remigrationswahn der AfD. Diese Einteilung in Links, Rechts und Mitte finde ich ohnehin eher hinderlich für gute Politik.

Das Wort „Pöbel“ habe ich bewusst überspitzt von Signor Rossi aufgegriffen.

Befremdlich finde ich allerdings, dass du § 188 auf linke Parteien zurückführst. Den Paragrafen gibt es als § 187a schon seit 1951. Eingeführt wurde er unter Konrad Adenauer von Justizminister Thomas Dehler, und der war von der FDP. Hintergrund waren die massiven Verleumdungskampagnen gegen Politiker in der Weimarer Republik. Wer sich heute in bestimmten Social-Media-Blasen bewegt, wird da durchaus Parallelen erkennen.

Die heutige Fassung hat die GroKo aus Union und SPD beschlossen. Sie hat klargestellt, dass auch die einfache Beleidigung darunter fällt und dass Kommunalpolitiker geschützt sind. Dass also nur linke hinter diesem paragraf stehen, halte ich deshalb für nicht haltbar.

Ob die einfache Beleidigung darunter fallen sollte, kann man sicher diskutieren. Dass Kommunalpolitiker jetzt eindeutig geschützt sind, finde ich dagegen richtig. Die gehören nun wirklich nicht zur „politischen Elite“. Übrigens sieht das die Justizministerkonferenz offenbar ähnlich: Sie hat im Juni vorgeschlagen, den Sonderschutz für Spitzenpolitiker zu streichen, ihn für die kommunale Ebene aber zu behalten.

Die Kritik von der Zwei-Klassen-Gesellschaft halte ich für unpassend. Ungleiche Behandlung ist nicht automatisch Unrecht, wenn es einen sachlichen Grund dafür gibt. Und den gibt es: Politiker stehen in der Öffentlichkeit und sind deshalb viel stärker persönlichen Angriffen ausgesetzt als ein Normalbürger. Sie treffen unbequeme Entscheidungen und werden dadurch zwangsläufig zur Zielscheibe. Trotzdem müssen sie ihre Arbeit machen können, ohne Angst vor irgendwelchen Spinnern zu haben.

Wohin das führen kann, hat der Mord an Walter Lübcke gezeigt. Dem gingen jahrelange Hetze und Hasskommentare im Netz voraus. Aus Worten wird eben manchmal Gewalt.

Auch hier im Forum liest man oft von „denen da oben“, die angeblich alle abgehoben sind. Das mag auf den einen oder anderen zutreffen, aber es gibt parteiübergreifend genug Gegenbeispiele. Pauschalurteile helfen in der Debatte niemandem weiter.
« Letzte Änderung: Gestern um 01:09:08 von kn0xv1lle »
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3866 am: Gestern um 07:44:49 »

Weil der Mann in diesen Räumlichkeiten zum arbeiten da ist...
Auch Politiker dürfen mal eine Pause machen oder draußen in der Sonne arbeiten, wenn es möglich ist.
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3867 am: Gestern um 07:55:55 »

Er ist nunmal aber auch ein Teil einer Gruppe von cdU-Abgeordneten, die in ziemlich viele Skandale verwickelt waren/sind (z.B. auch Spahn) was Vorteilsnahme betrifft.
In welchen Skandal wegen Vorteilsnahme ist Amthor verwickelt? Die Frage ist ernst gemeint, davon habe ich bisher nichts gehört.
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gruffi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3868 am: Gestern um 11:49:45 »

Er ist nunmal aber auch ein Teil einer Gruppe von cdU-Abgeordneten, die in ziemlich viele Skandale verwickelt waren/sind (z.B. auch Spahn) was Vorteilsnahme betrifft.
In welchen Skandal wegen Vorteilsnahme ist Amthor verwickelt? Die Frage ist ernst gemeint, davon habe ich bisher nichts gehört.

Er hat einem US-Startup Kontakte zum Wirtschaftsministerium verschafft und dafür Aktienoptionen und einen Direktorenposten erhalten.
https://www.abgeordnetenwatch.de/recherchen/lobbyismus/wie-philipp-amthor-zum-tueroeffner-fuer-augustus-intelligence-wurde
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3869 am: Gestern um 12:12:34 »

Er hat einem US-Startup Kontakte zum Wirtschaftsministerium verschafft und dafür Aktienoptionen und einen Direktorenposten erhalten.
https://www.abgeordnetenwatch.de/recherchen/lobbyismus/wie-philipp-amthor-zum-tueroeffner-fuer-augustus-intelligence-wurde

Danke. Meine Fresse, gibt es eigentlich noch einen Politiker, der keinen Dreck am Stecken hat?
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OppaChonk

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3870 am: Gestern um 12:36:54 »


Ich komme jetzt mal auf deine Definition von politisch links :

Links sieht sich ja vor allem in folgenden Werten vorne, die da wären Soziale Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Emanzipation.

Ja, durchaus. Es fehlen in deiner Aufzählung unter anderem, als Stichpunkte: Arbeitnehmerrechte, Tarifbindung, Mindestlöhne; Umverteilung von "ganz oben" nach "mitte/unten" (z.B. "Vermögenssteuer"); LGBTQIA*-Rechte; Klimaschutz; Internationalisierung; liberale(re) Migrationspolitik; teilweise Überwindung des Kapitalismus; Friedenspolitik

All das spricht diametral gegen §188! Wo ist denn die Gleichheit vor dem Gesetz, wenn bestimmte Gruppen mehr geschützt werden vom Staat und dies auch noch die "Eliten" sind? Ist das deine Vorstellung von Sozialer Gleichheit und Gerechtigkeit? Oder ist das nur ein Feigenblatt, um das Wahlvolk zu verarschen und selbst ein gemütliches Leben zu führen? Was man "rechter Politik" gerne zuschreibt sind Werte wie die Verteidigung gesellschaftlicher Hierarchien. Was genau macht §188? Er verteidigt eine Elite und eine Hierarchie.

Zu dieser Fehlannahme hat knoxville bereits ausführlich geantwortet.

Oder wie würdest Du linke und rechte Politik beschreiben?

Links: siehe oben.
Rechts: Kapitalismus/höheres Leistungsprinzip; Nationalismus, Tradition, Konservatismus (u.A. "traditionelles" Familienbild; "nur zwei Geschlechter"; "Ich bin nicht queer, sondern lesbisch/schwul"; etc.); Ordnungspolitik/innere Sicherheit; mehr oder weniger weitgehende Ablehnung von Migration.

Wo die einzelnen Parteien zur BTW25 standen, hat der Political Compass untersucht. Klar, das ist auch "nur" deren eigene Interpretation, aber diese führen zur "einfachen" Links-Rechts-Achse auch eine Autoritär-Libertarismus-Achse dazu, was das ganze Bild etwas differenzierter macht.

BTW25: https://www.politicalcompass.org/germany2025

Und Off-Topic und zum Spaß mal US24 - die "Dems" werden ja momentan gern von manchen "Reps" als "radical left" bezeichnet, dabei stand Kamala Harris laut dem Political Compass doch ziemlich weit rechts (andererseits muss man hier auch das US-System mit einbeziehen, welches eher konservativ aufgestellt ist und eigentlich keine echten "linken" Parteien kennt*): https://www.politicalcompass.org/uselection2024

* Selbst Bernie Sanders, der für gewöhnlich als sehr weit links gehalten wird, ist eigentlich eher in der "Mitte" anzusiedeln, vielleicht "Mitte-Links". Dies wurde mal in einem etwas humoristischen Meme aufgegriffen:

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TNDO

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3871 am: Gestern um 13:52:46 »

Er ist nunmal aber auch ein Teil einer Gruppe von cdU-Abgeordneten, die in ziemlich viele Skandale verwickelt waren/sind (z.B. auch Spahn) was Vorteilsnahme betrifft.
In welchen Skandal wegen Vorteilsnahme ist Amthor verwickelt? Die Frage ist ernst gemeint, davon habe ich bisher nichts gehört.
Gruffi hat die Frage tatsächlich schon beantwortet...
@ Oppachonk : Friedenspolitik also. Wo war eigentlich die linke Bewegung als im Iran die Proteste gewaltsam unterdrückt wurden? Habe ich nicht viel von gehört. Warum kritisiert man Israel aber ignoriert gekonnt die Taten der Hamas?
https://taz.de/Massaker-in-Iran/!6152368/

Du bist also gegen Kapitalismus? Wieso lebst du dann nicht in sozialistischen Staaten? In Kuba ist das Leben ja augenscheinlich toller als in Deutschland. Nach dem 2ten Weltkrieg hat der gezügelte Kapitalismus (Ordoliberal, soziale Marktwirtschaft) Deutschland zu einem Wirtschaftswunder verholfen. Du willst also Umverteilung von Ganz oben nach unten/mitte? Dann solltest du gegen Zuckersteuer, Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel sowie die Steuerlast für die Mitte sein. Du willst Tarifbindung? Dann bring die Gewerkschaften doch dazu, sich wieder für die Beschäftigten einzusetzen. Verdi ist für die Mitarbeiter im Einzelhandel einfach nur ein Grauen. Weselsky war da anders. Sagt über ihn was ihr wollte : Er hat für seine Gewerkschaftsmitglieder gut verhandelt. Verdi verrät die Mitarbeiter im Einzelhandel nur. Kein Wunder, dass dort keiner mehr Mitglied sein will. LGBTQIA-Rechte ist doch kein linkes Alleinstellungsmerkmal. Als liberaler kannst du von mir aus in deiner Freizeit machen was du willst. Du sollst mir aber nichts gegen meinen Willen aufzwingen. Versteht irgendwie auch keiner. Oder um einen Berliner Bürgermeister zu zitieren :"Ich bin schwul und das ist auch gut so." Stimme ich zu, aber ich werde dich deswegen nicht besonders behandeln oder dir Sonderrechte geben. Das ist liberal... Internationalisierung : Wieso machen wir dann Schutzzölle und sperren Waren aus China aus, wollen gleichzeitig mit Agrarsubventionen Afrika mit unseren Nahrungsmittelüberschüssen überschwemmen und die Bauern dort in den Ruin treiben? Passt nicht wirklich zu den Zielen... Wo ist denn Klimaschutz generell ein linkes Thema? Auch Konservative wollen ihre Umwelt so erhalten wie sie ist. Wenn ich als bürgerlich-liberaler eine PV-Anlage auf dem Dach habe und ein E-Auto bekomme, dann muss ich wohl ein Einhorn sein. Du glaubst doch nicht, dass linke alleine die Energiewende vorantreiben? Finde das schon ziemlich dreist, sowas als Behauptung aufzustellen.  Tatsächlich sind E-Autos tendenziell eher teurer und damit wohl eher ein Ding der "Gutverdiener". Die sind aber wohl nicht alle links. Gleiches gilt für Solaranlagen auf dem Dach. Wer ein Eigenheim hat und darauf Solar baut, der ist sicherlich nicht immer ein "armer Schlucker". Die Leute mit richtig Geldnot und niedrigem Einkommen haben sehr wenig Chancen zur Energiewende beizutragen.


@TNDO danke für deine Einordnung. Ich sehe mich weder links noch rechts noch in der Mitte. Mit dem linken Enteignungswahn kann ich genauso wenig anfangen wie mit dem Remigrationswahn der AfD. Diese Einteilung in Links, Rechts und Mitte finde ich ohnehin eher hinderlich für gute Politik.

Das Wort „Pöbel“ habe ich bewusst überspitzt von Signor Rossi aufgegriffen.

Befremdlich finde ich allerdings, dass du § 188 auf linke Parteien zurückführst. Den Paragrafen gibt es als § 187a schon seit 1951. Eingeführt wurde er unter Konrad Adenauer von Justizminister Thomas Dehler, und der war von der FDP. Hintergrund waren die massiven Verleumdungskampagnen gegen Politiker in der Weimarer Republik. Wer sich heute in bestimmten Social-Media-Blasen bewegt, wird da durchaus Parallelen erkennen.

Die heutige Fassung hat die GroKo aus Union und SPD beschlossen. Sie hat klargestellt, dass auch die einfache Beleidigung darunter fällt und dass Kommunalpolitiker geschützt sind. Dass also nur linke hinter diesem paragraf stehen, halte ich deshalb für nicht haltbar.

Ob die einfache Beleidigung darunter fallen sollte, kann man sicher diskutieren. Dass Kommunalpolitiker jetzt eindeutig geschützt sind, finde ich dagegen richtig. Die gehören nun wirklich nicht zur „politischen Elite“. Übrigens sieht das die Justizministerkonferenz offenbar ähnlich: Sie hat im Juni vorgeschlagen, den Sonderschutz für Spitzenpolitiker zu streichen, ihn für die kommunale Ebene aber zu behalten.

Die Kritik von der Zwei-Klassen-Gesellschaft halte ich für unpassend. Ungleiche Behandlung ist nicht automatisch Unrecht, wenn es einen sachlichen Grund dafür gibt. Und den gibt es: Politiker stehen in der Öffentlichkeit und sind deshalb viel stärker persönlichen Angriffen ausgesetzt als ein Normalbürger. Sie treffen unbequeme Entscheidungen und werden dadurch zwangsläufig zur Zielscheibe. Trotzdem müssen sie ihre Arbeit machen können, ohne Angst vor irgendwelchen Spinnern zu haben.

Wohin das führen kann, hat der Mord an Walter Lübcke gezeigt. Dem gingen jahrelange Hetze und Hasskommentare im Netz voraus. Aus Worten wird eben manchmal Gewalt.

Auch hier im Forum liest man oft von „denen da oben“, die angeblich alle abgehoben sind. Das mag auf den einen oder anderen zutreffen, aber es gibt parteiübergreifend genug Gegenbeispiele. Pauschalurteile helfen in der Debatte niemandem weiter.
§ 187a (durch §188 mittlerweile ersetzt) hat Verleumdung wider besseren Wissens beinhaltet. Die Aussage Lügenfritze ist dabei keine Verleumdung. Die Öffentlichkeit hat doch oft genug seine Lügen mitbekommen. Es war also keine Verleumdung. Ich möchte anmerken, dass dies nicht durch das Kanzleramt eingeleitet wurde, sondern durch die Staatsanwaltschaft Heilbronn. Wie kann man sowas denn überhaupt verteidigen?

Zur cdU : Die hat sich mit ihrem Schritt nach Links tatsächlich von der Stammwählerschaft gelöst, was ihr jetzt auf die Füße fällt. Ähnlich die die spD hat sie ihre Stammwählerschaft verloren. Die afD fängt tatsächlich viele Stimmen von beiden ab. Die häufigsten Angriff gab es übrigens auf afD und cdU-Politiker : https://www.tagesschau.de/inland/angriffe-parteimitglieder-politiker-statistik-100.html nur mal so als Anhaltspunkt, von wo sowas auch häufig kommt...

Übrigens zum Thema in der Öffentlichkeit stehen : Was ist denn dann mit anderen Personen des öffentlichen Lebens? Wir sind hier in einem Fussballforum. Wieviele Schmähungen und Beleidigungen gibt es gegen Fussballer? Wieso werden diese nicht genauso geschützt? Und wieso darf man gegen Polizisten ACAB rufen von linker Seite? Wieso werden diese nicht geschützt? Aber von Links sind Beleidigungen ja in Ordnung und werden gefeiert. Beispiele : Joschka Fischer :"Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch." Ist eine Beleidigung oder? Würde aber wohl kaum einer fordern, dass Richard Stücklen (CSU) hier besonders geschützt wird. Warum nicht?Helmut Kohl war von linker Seite ständig "Fat Shaming" ausgesetzt. Heute kritisiert man das (zurecht) bei Ricarda Lang. Aber bei Helmut Kohl war das in Ordnung? Ist das Gleichbehandlung, für die die linke Bewegung so gerne steht?
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3872 am: Gestern um 14:03:49 »

Obama rechts von der Mitte, was für ein Unsinn. Auch witzig: Grüne und SPD sollen wirtschaftlich "rechts" sein O0 Da ist der "political compass" aber schwer dejustiert.

Mit "Links" assoziiere ich mittlerweile vor allen Dingen Doppelmoral, Intoleranz, Diskursunfähigkeit, Kompromissunfähigkeit, Moralismus, Rassismus (gegen Weiße und Juden), Paternalismus bis hin zum Autoritarismus, Hass und Hetze gegen alles Nicht-Linke (besonders alles, was irgendwie "deutsch" oder "christlich" ist), Gewalt, massive Wirtschaftsfeindlichkeit und Technologieangst.

Und ja, ich weiß, dass es auch sehr vernünftige, pragmatische Linke gibt, die gehen im Geschrei der Anderen aber unter oder werden von den Genossen gleich mit angegriffen.
« Letzte Änderung: Gestern um 14:05:57 von Signor Rossi »
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3873 am: Gestern um 15:17:19 »

Der Absturz der Union geht weiter, AfD bei 30%:

DatumCDU/CSU SPD  GRÜNE  FDP  LINKE  AfD  BSW  Sonstige
03.10.202618 %  14 %  14 %  4 %  10 %  30 %  4 %  6 %
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Pico

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3874 am: Heute um 19:41:09 »

Sehr gute Sache für die Gegensteuerung von hohen Re-Dispatch Kosten und für langfristige Netzstabilität :

https://www.fr.de/wirtschaft/wende-fuer-autos-stromspeicher-revolution-bundesnetzagentur-lenkt-ploetzlich-ein-zr-94519736.html

ich hoffe man vermispelt es nicht.

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DragonFox

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3875 am: Heute um 20:27:27 »

Ja ok, da hast du einen Punkt,es kann auch Memes geben die in eine strafbare Richtung gehen,generell sollte der erlaubte Bereich aber sehr weit gefasst sein, ich denke da z.B an Musik die ja auch durch die Kunst und Meinungsfreiheit geschützt ist und bei der es verschiedene Formen gibt etwas zu erzählen. Das Habeck Schwachkopf Meme und auch Merz als Pinoccio ist mMn eher harmlos und da sollte sich keiner Gedanken machen müssen ob man deswegen Probleme bekommt, da sehe ich auch klar die Meinngsäußerung im Vordergrund und es besteht keine Absicht einzuschüchtern oder zu bedrohen.
Was ich hier am schlimmsten finde ist, dass eben keine Grenze zu erkennen ist. Du hast ein gutes Beispiel genannt: Merz wurde Lügenfritze und Pinoccio genannt. Beides wurde angezeigt. Lügenfritze gab 30 Tagessätze und Pinoccio gab ein Freispruch, weil es sich dabei um eine von der Meinungsfreiheit gedeckte Aussage handelt.  :o Es ist einfach nicht nachvollziehbar und darüber beklagen sich auch reihenweiße Juristen.


Ich bin da der Meinung,dass das alte Gesetz schon komplett ausreicht um wirklich relevante Sachen zu verfolgen und das neue,in der Form wie es angewandt wird, überflüssig ist. 188 wird halt gezielt als Begründung genutzt um die Massenanzeigen zu rechtfertigen.
188 ist nicht notwendig für Massenanzeigen. In dem Link den du gepostet hast geht es auch darum, dass die Meldestellen Fußballer, Influencer, Familien mit Opfern von Mobbing oder Wissenschaftler vertritt. Auch HateAid hat wesentlich mehr Madanten als Politiker. 188 rechtfertig und begründet keine Massenanzeigen.

Meine persönlich Meinung ist das die Meinungsfreiheit auch auf Beleidigungen ausgedehnt werden sollte solange es nicht in Richtung Drohung oder ähnliches geht, ich finde es teilweise wirklich wie im Kindergarten über was sich da aufgeregt und was angezeigt wird,in den allermeisten Fällen sind es doch wirklich Bagatellen.
Da bin ich nicht deiner Meinung. Für mich ist Social Media im speziellen und das Internet im allgemeinen ein offener Raum der geschützt gilt. Das beginnt nicht erst bei Drohung "oder ähnliches" (was ist ähnliches für dich?). Das wird für mich dann problematisch, wenn Menschen sich wegen Anfeindungen zurück ziehen und sie eingeschränkt sind diese Medien zu nutzen. Dabei ist mir egal, ob das ein Politiker ist, ein Prominenter oder eine Person mit mehr oder weniger exponierter Rolle.
Für die Personen (die nicht immer die obersten Spitzenpolitiker sind) ist es keine Bagattelle, wenn sie plötzlich eine Flut an Hasskommentaren erhalten.

Das wir in Grenzfällen zu diskutieren beginnen was sagbar ist stimmt. So wird sowas aber gesellschaftlich nunmal verhandelt. Es ist wichtig, dass der Raum des Sagbaren groß bleibt. Aber wir sind uns ja beide einige, dass es dahinter einen Raum gibt der nicht sagbar sein sollte und für den es Regeln braucht.
Die Lösung dafür ist nicht, dass bei Politiker übermotivierte Polizisten und Staatsanwälte Justizrambo spielen. Das ist ein neues Problem...

Einige Meldestellen verdienen ja auch daran, was den Auflauf an Anzeigen erklärt,dass ist für die ein Geschätfstmodell da würde ich dann nicht erwarten das genau hingeschaut wird sondern eher darauf, ob sich mit der Anzeige etwas verdienen lässt oder nicht. Wenn man das unterbinden würde könnte man das vielleicht wieder in normale Bahnen lenken.
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/hasskommentare-das-geschaeft-mit-dem-hass-im-netz/100089628.html
Ich sehe da kein Problem. Die gehen das Risiko ein und zahlen die Prozesskosten. Damit haben sie ein interesse, dass sie nur zur Anzeige bringen, was auch Erfolg hat zur Verurteilung zu kommen. Der Kundenstamm überrascht mich auch nicht. Die Entstehung der Idee auch nicht. Und in dem Artikel kommt sogar rüber, dass sie das Meme von Habeck nicht angezeigt hätten. Das zeigt, dass sie zumindest eine strengere Prüfung haben als die Polizei selbst.


Mal abgesehen von den Politikern kann man ja auch mal darüber nachdenken wie es sein kann, dass man aus Anzeigen von Hasskommentaren ein Geschäftsmodell machen kann. Hinter jedem betrieblichen Erfolg steckt eine Beleidigung, Drohung "oder ähnliches", die verurteilt wurde. Ich finde es wird oft etwas heruntergeredet, dass Beleidigungen und Drohungen ein Problem sind.
In einem Forum wie dem hier ist das kein Problem, weil hier moderiert wird. In anderen Plattformen wie dem Forum von Sports Interactive Forum wird auch moderiert. Aber zum Beispiel Miles Jacobson sprach offen über antisemtische Beleidigungen und Morddrohungen, weil ein Spiel verschoben werden musste. Das hielt ihn von Social Media fern. Für den Sprecher eines Spieleentwickler ist das eine erhebliche Einschränkungen. Bei so einem Beispiel gäbe es in Deutschland kein 188 und es zeigt, dass hier verschiedene Themen drin stecken.
Für große Plattformen wie X oder Facebook ist moderation lästig. Wenn man die Räume nicht schützt verliert man sie. Wer soll es den machen, außer der Gesetzgeber? Die Meldestellen sind auch nur der zivile Versuch die aktuelle Gesetzeslage zum Einsatz zu bringen. Damit werden für manche Menschen Lösungen angeboten, die aber gesellschaftlich sicher nicht frei von Problemen sind. Da sehe ich allerdings Meldestellen die ohne rechtliche Prüfung Löschungen beantragen zum Beispiel als wesentlich kritischer, als Meldestellen die Vorfälle anzeigen und rechtliche Prüfungen einfordern.
« Letzte Änderung: Heute um 20:54:06 von DragonFox »
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