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Auf welche Games wartet Ihr?

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KI-Guardiola:

Das Ding ist ein Brett und die Performance der Hammer.... Ich habe nativ fast alles auf hoch (Texturen auf höchster Einstellung) -- Schatten sind wie in Teil 1 mit die fordernste Einstellung. Aber selbst auf low sind die nicht "low" (bin auf medium).

Wo sind die letzten 5 Stunden hin?  :o








Noergelgnom:

@KI-Guardiola:

Ich kann Dir nur aus vollem Herzen zustimmen.
Was für ein Spiel!
Der erste Teil war schon toll, aber das Sequel ist eine absolute Gaming-Sternstunde.
Ich bin inzwischen bei über 160 Stunden im Spielstand ( :o :o :o ) und noch nicht ansatzweise durch.
Und ich finde immer noch neue Dinge, die mich völlig flashen, Dialoge, bei denen mir wahlweise die Kinnlade runterklappt oder bei denen ich nen Lachflash bekomme, Storywendungen, bei denen ich fluchend vor dem Bildschirm sitze und jemanden erwürgen möchte, NPCs, die einfach so glaubwürdig agieren und entscheiden, dass es mir die Freudentränen ins Auge treibt ...

Absolut grandios.
Ich glaube, das letzte Spiel, das mich auf so vielen Ebenen so vollständig geflasht hat, war Baldurs Gate 1.
Und das hab ich 1999 zum ersten Mal gespielt.

Heißt das, dass KCD2 perfekt ist?
Nein, weit davon entfernt.
Ich könnte hier locker 20+ mehr oder weniger große Kritikpunkte ansprechen, nur eine kleine Auswahl:
 
Buchstäblich hunderte schwebende Objekte wie Steinchen oder Äste an Hängen (Cryengine halt) - bis hin zu einigen schwebenden Nestern, zu denen die Bäume fehlen und einer schwebenden Deko-Holzente (!). :D

Die Tatsache, dass ich in einem derart immersiven Spiel mit so vielen Personen entweder gar nicht oder nur kurz während einer Quest sprechen kann, ist absolut unverständlich - warum kann ich den Bettlern zB kein Almosen geben?

Dass die Ökonomie des Spieles leider nur in den ersten 4 - 20 Spielstunden stimmig ist und man danach einfach viel zuviel Geld hat, ist sehr ärgerlich, zumal es mit nur wenigen Tagen Verzögerung sehr gute Mods dafür gab, die mit einfachsten Mitteln eine deutlich bessere finanzielle Balance herstellen.

Dass mir Talente fehlen (Taschendienstahl und Schlösserknacken wurden zB zu Stehlen zusammengefaßt) oder Perks fehlen ("rain man"), die im ersten Teil noch vorhanden waren, find ich schade - der Trend zur allgemeinen Verwässerung von RPG-Systemen geht mir maximal auf den Senkel.
(Man schaue sich die Systeme in Daggerfall -> Morrowind -> Oblivion -> Skyrim an, um zu verstehen, was ich meine).


Dass die "Belohnungs"-Gegenstände (aus der vorbestellten Goldversion, aus den Twitch-Drops etc) die eh schon sehr fragile Balance nochmal deutlich weiter zugunsten des Spielers kippen lassen, ist ein weiteres Ärgernis, das es nicht gebraucht hätte aus meiner Sicht (ich habe Gold vorbestellt, es ist also kein Neid, der hier aus mir spricht. Ich wünschte im Gegenteil, ich hätte diese Items nicht gehabt, weil sie den Anfang des Spiels deutlich vereinfachen und die Atmosphäre des Spielbeginns viel zu schnell in eine andere Richtung kippen lassen.)

Dass ich (v.a. in Kuttenberg) so viele Gebäude/Bereiche nicht betreten kann, nervt total.
Und dass ich bisher nicht eine einzige Kirche im ganzen Spiel betreten kann, ist absolut untragbar - aber beides wird sich hoffentlich mit den angekündigten DLCs ändern (gehe sogar fest davon aus.)


ABER:
All das kann nicht verhindern, dass ich in dieser Welt versinke wie in kaum einer anderen Spielewelt jemals, dass ich mit Heinrich mitleide, mich mit ihm mitfreue, manche NPCs aus tiefster Seele hasse - nur um ein paar Stunden später plötzlich ein gewisses Verständnis für ihre Entscheidungen zu bekommen, weil so gut wie nichts in dieser Welt schwarzweiß ist - andere NPCs zum Schreien komisch finde, eine ungeheuer fesselnde Story erlebe ... und ganz allgemein gesprochen von einer Atmosphäre eingefangen werde, die ich so wirklich nur ganz selten in Spielen erlebt habe.

Trotz Baldurs Gate 2 und 3, trotz Enderal, trotz Jagged Alliance 2, trotz Europa Barbarorum 2, trotz Nordlandtrilogie, trotz Daggerfall, trotz Morrowind, trotz Drakensang 2, trotz x und y und z ist Kingdom Come 2 für mich genreübergreifend das beste Spiel, das ich in den letzten 25 Jahren gespielt habe.

Und dass ich das auf meiner 4 Jahre alten Möhre (die beim Kauf schon nur Mittelklasse war) auf "Grafik: hoch" flüssig spielen kann, ist dann nur noch der Sahneklecks auf der Kirsche.



KI-Guardiola:

Passend dazu ein paar Daten, die zeigen, was Kingdom Come 2 wieder für ein Unterschiedsspiel ist.

60-70 Stunden Spielzeit. Zwei Dutzend entspannte Besuche im Badehaus. Und 40 "Feinde" gelegt -- die meisten davon optional. Und einige noch aus dem spielbaren Intro.






Jetzt nichts gegen Kampf, der ist spaßig, ich spiele alle x Jahre noch mal Icewind Dale durch. Finde es trotzdem erstaunlich, dass RPGs selbst 25 Jahre nach Fallout und Torment meist gar keine andere Wahl lassen, als einen Murderhobo zu spielen. Der bis zum Ende der Mainquests einen größeren Leichenhaufen verursacht hat als Rambo IV, Hitler I und Amboss -- der Kontrollator. Gerade wenn man bedenkt: wie viel breiter Spieler heute aufgestellt sind. Und -- auch wenns stereotyp ist -- wie viel weniger die Branche auch devseitig von jungen Männern dominiert wird.

Dabei ist Warhorse nicht mal explizit dafür bekannt, sonderlich "divers" zu sein. Aber sie wussten schon mit Teil 1, dass das hier ein Risiko ist. Und waren stolz drauf, bewiesen zu haben, dass es auch anders geht. Derweil brachten diverse alteingesessene Studios zuletzt Games, in denen Äkschn und Kampf die Hauptaktivitäten sind -- teilweise noch mehr als in ihren Spielen davor.
 
Wer Serienkiller sein will, kann natürlich auch dieses Spiel so spielen. Aber das ist das Ding: es ist eine Option. RPG und so.

DragonFox:

Wobei klassisches RPG halt da her kommt. Dungeon Crawler. Der Encounter gehört zum Erlebnis - die Charakterprobe ist elementar. Erst später wurde das typische Social Adventure gegenüber gestellt, in dem man auch mal einen Kriminalfall lösen musste oder mit Charisma sich auf einem Königsball umtreiben soll, etc. Letzteres kommt in Spielen wie Witcher und Co auch noch als Abwechslung ab und zu vor.

Die Option zu haben ist trotzdem schön. Ich würde sagen, die Fallout Serie hat das früher ganz gut gemacht. Heutige 3D Rollenspiele bedienen sich eher an Action Adventures und die 2D Rollenspiele wie Baldurs Gate 3 an einem klassischen P&P Mix mit Gewichtung zum Kampf.
Ich spiele ja gerade Divinity Original Sin 2 und ehrlich gesagt ist das auch nur eine ziemlich vohersehbare Anneinanderreihung von einem Kampf nach dem anderen, die in einer viel zu kompakten Welt alle 50 Meter passieren. Nach etwas über 80 Stunden Spielzeit stellt sich routinierte Langeweile ein.


Disco Elysium fällt mir auf Anhieb noch ein. Das ist ein tolles Rollenspiel, bei dem Kampf und Mord sehr optional ist.


Welche 12 Menschen hast du den getötet, die nicht deine Feinde waren?  ;D Und was hast du in den 60-70 Stunden sonst so erlebt?

KI-Guardiola:


--- Zitat von: DragonFox am 28.Februar 2025, 15:27:22 ---Welche 12 Menschen hast du den getötet, die nicht deine Feinde waren?  ;D Und was hast du in den 60-70 Stunden sonst so erlebt?

--- Ende Zitat ---

Waren glaube ich NPCs, die noch nicht als "Feinde" geflaggt waren. Also Banditen in ihrem Lager, die mich nicht gesehen hatten und deshalb nicht "feindlich" waren. Die habe ich nachts teils im Schlaf erdolcht... Bei der letzten Session kamen doch noch mal eine Handvoll hinzu. War wieder optional -- wollte den Kerlen aber nicht durchgehen lassen, dass sie eine Mühle überfallen, alle Helfer getötet und eine Magd gekillt und vergewaltigt hatten. Also habe ich unauffällig erst mal ein, zwei Patrouillen von hinten gedolcht. Und dann u.a. Gift in ihren Kochtopf geschüttet....


Was hab ich ansonsten gemacht? Bin mit einer holden Maid spazieren und habe für sie Blumen geflückt (sie belohnte mich dafür, ähem).  Habe mich mit einer Gruppe Halsabschneider verbrüdert und mit ihnen gesoffen, nachdem wir gemeinsam ihre alte Ausrüstung im Wald ausgebuddelt hatten. Bin nach einer Gefangennahme durch ein unterirdisches Höhlensystem geflohen. Habe für jemanden ein paar Diebesauftrage erfüllt. Eine Hochzeitsfeier gecrasht. Und in einem Riesenhaufen Scheiße nach einem Vermissten gesucht (lange Story...), worauf ich stank wie eine Güllegrube (NPCs reagieren natürlich). Kingdom-Come-Sachen halt. :D

Oder wie es Warhorse selbst ausdrückten: The life of a true medieval adventurer isn't always about winning epic battles, saving damsels in distress and forging your own destiny. Sometimes it's about fumbling for corpses in a pile of sh*t behind the Bylany tavern at 7 AM.


Das ganze Charisma- und Klamottensystem alleine hätte hier wieder so viel Potenzial für mehr als immer direkten Kampf. Mit nobler Kutte reagieren die Leute entsprechend -- und umgekehrt. Gleichzeitig lässt es einen aber bedrohlicher wirken, wenn man dreckig und blutend ankommt ... Bloß nur in Unterhose sollte man nicht raus. Es sei denn, man will von niemandem respektiert werden. :D

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