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Familienhilfe
Mchairhill:
Danke für die sachliche Kritik, du hast Recht, an der äußern Form tüfftel ich noch. Und keine Angst, ich nehme es nicht persönlich, es ist ja konstruktive Kritik. Aber schön das es dir inhaltlich gefällt.
Mchairhill:
Blackpool verpflichtet neuen Cheftrainer
--- Zitat ---Kennen sie Magnus Falkner?
Der 33jährige Neuling trainiert ab sofort den Blackpool FC. Was sich anhört wie ein Scherz, ist der volle Ernst von Karl Oyston. Er setzt seinen Schwiegersohn als Cheftrainer ein. Der junge deutsche Nachwuchstrainer bringt keinerlei Profierfahrungen mit, weder als Spieler noch als Trainer und soll den Blackpool FC durch die Saison bringen. Es wirkt so, als bräuchte Karl Oysen eine weitere Marionette im Verein um seine Vormachtstellung zu untermalen. Die Anhänger des Vereins können einem nur Leid tun.
Um das Ganze noch zu krönen, wurde bekannt gegeben, dass man sich mit sofortiger Wirkung von Co-Trainer John Murphy trennt. Man möchte neue Wege gehen, bedanke sich aber für die treuen Dienste und wünsche Murphy alles Gute auf seinem weiteren Karriereweg.
Die Blackpool Gazette will erfahren haben, das es hinter den Kulissen zwischen Murphy und Oyston zum Streit gekommen sei. Wir werden weiter berichten.
Am morgigen Vormittag soll bei einer Pressekonferenz, der neue Trainer vorgestellt werden. Angeblich sollen auch 2 Neuverpflichtungen präsentiert werden.
Es wird eine lange, harte Saison für alle Seasider.
--- Ende Zitat ---
Leland Gaunt:
Blackpool - stark!
Habe mit ihnen gespielt als sie damals in der Premier League waren, absolutes Himmelfahrtskommando!
Führe sie wieder dahin!
Mchairhill:
Der erste Auftritt
Jetzt ist es entschieden, ich übernehme den Job. Mein Bauch sagt ja, obwohl mein Kopf förmlich “Vorsicht” schreit. Nach langen Gesprächen mit meiner Frau Magret, meinen Kumpels und auch meinen Fußballbuben bin ich zumindest im Moment davon überzeugt, das ich das Zeug dazu hab, Trainer in der zweiten englischen Liga zu sein. Hört und fühlt sich verrückt an, Profifußballtrainer, in England. Ich trete bald gegen Clubs wie Fulham, Leeds, Sheffield Wednesday oder die Blackburn Rovers an. Das sind andere Kaliber als Fürstenfeldbruck, Garching oder Wolfratshausen, aber letztendlich derselbe Sport. Die Rückmeldung meiner Freunde und meiner B-Jugendlichen war eindeutig: “Mach das, das is deine Chance.” “Das musst du machen, die Chance kommt nicht wieder.” “Du hast das Zeug dazu, jetzt hast du die Möglichkeit.” “Das du überhaupt noch darüber nachdenkst, das is doch genau deins.” “Nächstes Jahr will ich ne Freikarte gegen Chelsea.” “Würg dem Magath einen rein.” Und sie hatten recht, ich könnte nicht mehr in Spiegel schauen, beim Auslassen dieser Chance. Ich hab ja nicht zu verlieren, zumindest keinen guten Ruf als Trainer. Das Einzige was auf dem Spiel steht, ist meine Beziehung zu meinem Schwiegervater. Meine Frau freut sich, wieder in ihrer Heimat zu leben.
Mein Chef in der FH, selber begeisterter Fußballfan, zeigte viel Verständnis, gewährt mir ein Sabbatjahr. Ich kann also jederzeit zurück, falls es nicht klappt. Meine Wohnung vermiete ich erst mal unter.
Gleich geht es los, mein erster Auftritt als Cheftrainer. Pressekonferenz. Ich bin aufgeregt, mein Herz rast, ich schwitze. Reicht mein Englisch? Wie viele Journalisten werden da sein? Kameras? Was werden Sie fragen? Was reagieren die Fans? Was sagen die Spieler?
Noch 30 Minuten, ich lerne meinen neuen Co-Trainer kennen. Darren Cross, ein 41-jähriger Schotte. Karl hat ihn als absoluten Taktikfuchs angepriesen. Ich bin gespannt, wie schnell wird er merken, dass ich eigentlich Amateur bin. Hilft mir da die Sprachbarriere? 1000 Gedanken schießen mir durch den Kopf. Dann alles halb so schlimm, es stellt sich ein sympathischer, leicht verschlossener Mann vor, der sehr professionell mit der Situation umgeht. Er strahlt etwas natürlich Autoritäres aus, was mich sofort beruhigt. Wir unterhalten uns kurz, wobei es mir schwerfällt, seinem harten Dialekt zu folgen.
Karl will mir noch zwei weitere Personen vorstellen. Er stellt mir 2 Männer circa meines Alters vor. Der eine kommt mir bekannt vor, den hab ich schon auf dem Trainingsplatz gesehen. Danny Coyne, neuer zweiter Keeper, hat heute Morgen einen Einjahresvertrag unterschrieben. Die andere Person, Lee Bowyer 35-jähriger Mittelfeldrecke, 477 Pflichtspiele in den beiden höchsten englischen Ligen, ein Länderspiel für England. Er kommt ablösefrei und soll den Taktstock im Mittelfeld schwingen. Auch Coyne, ist ehemaliger Nationalspieler, er kommt auf 16 Einsätze für seine Heimat Wales.
Was mir an Erfahrung fehlt, versucht Karl wohl durch diese Verpflichtungen zu kompensieren. Da stehen fast 900 Spiele und 40! Jahre Profifußball in meinem Büro. Bowyer hat zudem einige Jahre mit Leeds in der Champions League gespielt. Ich muss zugeben ich bin ein bisschen beeindruckt, ich schüttle gerade zwei Nationalspielern die Hand. Die Akzeptanz, die mir entgegenstößt, beruhigt mich wieder. Auch die beiden gehen recht relaxt und professionell mit dem Kennenlernen um.
Wir fünf gehen zusammen zum Presseraum, wo eine kleine Schar Journalisten auf uns wartet. Sogar ein Nachrichtensender hat ein Kamerateam geschickt. Sofort schießt mein Puls wieder in die Höhe.
Zum Glück sind dir ersten Fragen an Karl gerichtet, der natürlich sehr souverän mit der Situation umgeht. Karl stellt die beiden neuen Spieler, dann Darren Cross und als Letztes mich vor.
Erst als ein älterer Schreiberling sehr kritisch fragt: “Hr. Oyston, ist es wirklich ihr Masterplan, einem absoluten Traineranfänger, ohne Referenzen die Leitung eines Championship-Team zu übergeben. Unterstützt durch einen Co-trainer aus Schottland, dessen einzige Trainerstation bisher ein Torwarttrainerposten bei den Albion Rovers war. Falls es jemand nicht weiß, Albion spielt in der dritten Liga Schottlands. Das ist ihr Plan? Das kann nicht ihr ernst sein? Und dann wollen sie uns Lee Bowyer und Danny Coyne als gute Einkäufe verkaufen? 2002 wären das Granaten gewesen, aber das ist zehn Jahre her. Zumindest kriegen sie jetzt 11 Mann zusammen, das ist ja auch schon was. Alle vier sind wahrscheinlich recht günstig und nur noch darum geht es hier. Geld sparen, für ihren Geldbeutel. Dazu noch die Entlassung von John Murphy, der Mann war der personifizierte FC Blackpool. Und sie jagen ihn davon wie einen reudigen Hund, sie sollten sich schämen.”
Karl reagiert ihm ersten Moment recht ungehalten, kriegt sich dann aber wieder in den Griff. Er antwortet dann sehr kontrolliert: “Sehr geehrter Herr Cohen, wir haben tatsächlich einen Plan, den wir auch verfolgen. Alle unsere Entscheidungen sind sehr durchdacht und geplant. Ich verstehe ihre Sorge um unseren tollen Verein, kann sie aber beruhigen. Wir sind auf einem guten Weg, wir präsentieren heute einen jungen, unverbrauchten und leidenschaftlichen Trainer, von dem wir alle hier im Verein überzeugt sind. Mit Herrn Cross konnten wir ihm einen absoluten Fachmann zur Seite stellen. Der Blackpool FC soll ein Club sein der jungen Leuten eine Chance gibt. Zudem ist unser Verein reizvoll genug, um verdiente Spieler wie Lee Bowyer und Danny Coyne anzulocken. Wir stehen in Verhandlungen mit Spielern und werden schon bald, weitere schlagkräftige Neuzugänge bekannt geben. Wir sind mit John übereingekommen, dass wir unterschiedliche Wege gehen, er wurde nicht verjagt. Wir sind ihm sehr dankbar für die treuen Dienste, aber es ist Zeit für neue Ideen. Geben sie uns noch ein wenig Zeit und bringen sie uns Vertrauen entgegen. Es ist wichtig, dass der Club auf finanziell gesunden Füßen steht. Unser Hauptaugenmerk liegt auf kaufmännischer Vernunft, mit dem nötigen aber kalkulierten Risiko.
Und glauben sie mir, zu Beginn der Saison wird eine Mannschaft auf dem Platz stehen, auf die die Fans stolz sein wird. Und die Spieler werden das Trikot mit Stolz tragen. ”
Herr Adam Cohen, verlässt darauf hin den Raum. Der Rest der Journalie wendet sich dann mir zu. Ich versuche mich zu konzentrieren und höre genau den Fragen zu. Karl hat mich vorher versucht vorzubereiten, und tatsächlich auf die meisten Fragen hatte ich die passenden Antworten.
Ich erzählte mit Leidenschaft und Stolz, dass Blackpool ab sofort für offensiven, attraktiven Teamfußball steht. Hier würden die Spieler als Menschen gesehen und auch so behandelt werden, nicht wie Handelsware. Die Verantwortung wird im Trainerteam geteilt, aber das letzte Wort habe ich. Natürlich würden wir noch Verstärkungen suchen, vor allem einen neue Nummer 1. Aber auch das bisherige Personal bekommt natürlich eine faire Chance. Vor der Sprachbarriere hätte ich keine Angst, schließlich würde ich auch meine Ehe so führen. Der Wille zur Kommunikation steht erst mal im Vordergrund.
Nach gut 20 Minuten beendete Karl die Konferenz. Er war ganz zufrieden mit mir, was mich ebenfalls zufrieden stellte. Als ich mich verabschieden wollte, lachten Karl und Darren, wir hätten noch einen langen Tag vor uns. Taktikbesprechung, Scoutberichte, Vorstellungsgespräche mit weiteren Assistenten und vieles mehr stand auf unserer Agenda für heute.
Also packen wir es an.
itsdabomb:
Nur kurz zwischen rein:
Ich bin einigermaßen begeistert von deinem Schreibstil und auch die Präsentation ist im letzten Beitrag nun viel besser!
Weiter so und ich wünsche dir einen langen Atem! :)
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