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Frust-Ablass-Thread für das Real Life

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Viking:

--- Zitat von: wrdlbrmft am 12.Januar 2025, 10:50:57 ---Ja, das ist ein komplexes und schwieriges Thema. Strafzölle gegen China ergeben Strafzölle von China ergeben Strafzölle gegen China usw. Und deutsche Automobilfirmen sind davon ja auch betroffen, weil z.B. VW, Mercedes und BMW einige Modelle in China produzieren von dort aus exportieren. Trotzdem muss man irgendetwas entgegen setzen, auch wenn der Marktanteil der chinesischen Autos nur so bei 1,1% liegt. Ob Strafzölle der Weisheit letzter Schluss ist? Ich weiss es nicht. Vielleicht wären tatsächlich der von dir erwähnte Abbau von Regeln und bessere Produktionsbedingungen der richtige Weg ... oder eigene Subventionen? China subventioniert massiv seine Autoindustrie (laut Handelsblatt 2021-23 mit 5,7 Milliarden) und somit können sie ihre Autos ca. 20% billiger anbieten. Wenn die dann erst einmal nennenswerte Marktanteile haben, sieht es duster aus für die deuteschen und europäischen Hersteller.

--- Ende Zitat ---
Subventionen werden auch nicht viel bringen außer das die Autos teurer werden oder teuer bleiben,dass Geld dafür wird auch nicht da sein. Es geht da mMn allgemein um die Frage ob man eine Industrie wie die Autoherstellung in Europa/Deutschland halten will oder nicht,da habe ich wirklich Zweifel wenn ich mir einige Entscheidungen anschaue.
Falls man sich dafür entscheidet werden verbesserte Produktionsbedingungen und weniger Bürokratie eine Hilfe sein,velleicht auch das Verbrennerverbot aussetzen um den Herstellern einen besseren Übergang zu ermöglichen,nicht jeder Autofahrer wird sofort E Auto fahren,da werden einfach weiter gebrauchte Verbrenner gekauft. Wenn man aber wirklich bald auf E Mobilität statt Verbrenner setzen will braucht man auch eine sichere Energieversorgung und eine bessere Infrastruktur bei Ladestationen. Europäische oder Deutsche Marken haben ja auch klar Vorteile gegenüber Importen, z.B Zeitnahe Wartung und Reparatur, VW Vertragshändler gibt es ja überall.


--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 14:32:35 ---1. Mit der Schuldenbremse sanieren wir den Staat doch genau auf Kosten der zukünftigen Generationen. Dringendst benötigte Investitionen in Höhe von 500+ Milliarden Euro (für Schulen, Brücken, Straßen etc) werden aktuell wegen der Schuldenbremse nicht getätigt und müssen (ZUSÄTZLICH zu den zukünftig nötigen Investitionen) von unseren Nachfolgern getätigt werden.
Wie bitte schön sollen die das schultern? Die Schuldenbremse spart Deutschland in den Ruin und in 10-15 Jahren sieht es dann deutschlandweit so aus wie jetzt in manchen Ecken des Ruhrpotts oder Ostdeutschlands.

--- Ende Zitat ---
Ich glaube nicht,dass das Geld,dass man ohne Schuldenbremse aufnehmen würde wirklich in Schulen,Brücken oder Straßen fließen würde. Man hatte gerade Rekordsteuereinnahmen,wo ist denn das ganze Geld hin? Das Problem ist da doch eher die Priorisierung der Verteilung und das würde sich auch mit mehr Geld nicht ändern. Man muss sich doch nur mal anschauen wie Lindner bremsen musste damit z.B im Familienministerium nicht noch mehr Geld für eine neue Behörde oder neue Stellen zur Kindergrundsicherung ausgegeben wird.


--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 14:32:35 ---2. Den Sozialstaat könnten wir uns uns ganz locker leisten, wenn alle, die Sozialleistungen kassieren, auch entsprechend einzahlen würden.
Und diejenigen, die sich da fein raushalten, sind eben nicht nur die Beamten.
Eine Gleichbehandlung von Löhnen/Gehältern einerseits sowie Dividenden, Mieteinnahmen etc andererseits insbesondere beim Thema "Sozialabgaben" wär der nächste große Hebel.
Wiedereinführung einer angemessenen Vermögens- und Erbschaftssteuer wär ein weiterer Ansatz, statt wieder und wieder auf die Scheinargumente der (Super-)Reichenlobby reinzufallen.
(Denn bei der Vermögensstuer geht es eben nicht darum, den Ingenieur, der sich sein Eigenheim mühsam auf Pump finanziert hat, ins finanzielle Elend zu stürzen.)

--- Ende Zitat ---
Warum sollte man Löhne mit Dividenden gleichsetzen? Habeck hat da gestern im Bericht aus Berlin etwas ähnliches gesagt, dass ergibt aber für mich gar keinen Sinn. https://x.com/ARD_BaB/status/1878779275371040845 Kapitalanlagen entstehen doch meistens schon aus versteuertem Lohn oder sehe ich das falsch? Geht man da nicht eher der Normalbevölkerung an die Altersvorsorge? Aber ist ja Wahlkampf, da wird viel geredet, vielleicht muss man das auch nicht verstehen.  :P

Bei Vermögens oder Erbschaftssteuern sollte man aber aufpassen,dass man den Leuten nicht die Motivation nimmt Betriebe aufzubauen, von den Grünen gab es da ja auch schon die Ansage einen "Lebensfreibetrag in Höhe von beispielsweise einer Million Euro" aufzustellen und den Rest mit 25% zu besteuern.Das wäre dann ja so zielmlich jeder normale Betrieb.  https://www.deutschlandfunk.de/gruene-wollen-voellig-neues-modell-104.html


Noergelgnom:

--- Zitat von: Viking am 13.Januar 2025, 17:42:33 ---
--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 14:32:35 ---1. Mit der Schuldenbremse sanieren wir den Staat doch genau auf Kosten der zukünftigen Generationen. Dringendst benötigte Investitionen in Höhe von 500+ Milliarden Euro (für Schulen, Brücken, Straßen etc) werden aktuell wegen der Schuldenbremse nicht getätigt und müssen (ZUSÄTZLICH zu den zukünftig nötigen Investitionen) von unseren Nachfolgern getätigt werden.
Wie bitte schön sollen die das schultern? Die Schuldenbremse spart Deutschland in den Ruin und in 10-15 Jahren sieht es dann deutschlandweit so aus wie jetzt in manchen Ecken des Ruhrpotts oder Ostdeutschlands.

--- Ende Zitat ---
Ich glaube nicht,dass das Geld,dass man ohne Schuldenbremse aufnehmen würde wirklich in Schulen,Brücken oder Straßen fließen würde. Man hatte gerade Rekordsteuereinnahmen,wo ist denn das ganze Geld hin? Das Problem ist da doch eher die Priorisierung der Verteilung und das würde sich auch mit mehr Geld nicht ändern. Man muss sich doch nur mal anschauen wie Lindner bremsen musste damit z.B im Familienministerium nicht noch mehr Geld für eine neue Behörde oder neue Stellen zur Kindergrundsicherung ausgegeben wird.
--- Ende Zitat ---

Wenn Du (wie auch Lindner) die Bekämpfung von Kinderarmut nicht als erstrebenswert ansiehst, dann ist das Deine Sache.
Darf ja jedes Ex-Kind so egiostisch sein, wie es möchte.  :P
Und wenn Du nicht glaubst, dass die Investitionen, die Lindner erfolgreich blockiert hat, weil Grundsatzopposition in der Regierung so viel Spaß macht, auch Investitionen gewesen wären, dann ist das auch Dein Problem.
Die Programme waren da - was wir beide davon im Nachhinein glauben, ist völlig wurscht, weil sie ja dank Lindners "Aber die schwäbische Hausfrau!"-"Kompetenz" nicht umgesetzt werden konnten und Deine wie auch meine Meinung daher nur Spekulation sind.
Sorry, dass ich so sarkastisch bin, aber Lindner (der aus purer Sturheit gegen den Rat ALLER Wirtschaftsexperten inkklusive IFO-Institut, IWF und "Wirtschaftweise" agiert hat und sich inzwischen auch als pathologischer Narzisst und gewohnheitsmäßiger Lügner erwiesen hat) in irgendeiner Form ernstzunehmen kann sich dieses Land einfach nicht mehr leisten.


--- Zitat von: Viking am 13.Januar 2025, 17:42:33 ---
--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 14:32:35 ---2. Den Sozialstaat könnten wir uns uns ganz locker leisten, wenn alle, die Sozialleistungen kassieren, auch entsprechend einzahlen würden.
Und diejenigen, die sich da fein raushalten, sind eben nicht nur die Beamten.
Eine Gleichbehandlung von Löhnen/Gehältern einerseits sowie Dividenden, Mieteinnahmen etc andererseits insbesondere beim Thema "Sozialabgaben" wär der nächste große Hebel.
Wiedereinführung einer angemessenen Vermögens- und Erbschaftssteuer wär ein weiterer Ansatz, statt wieder und wieder auf die Scheinargumente der (Super-)Reichenlobby reinzufallen.
(Denn bei der Vermögensstuer geht es eben nicht darum, den Ingenieur, der sich sein Eigenheim mühsam auf Pump finanziert hat, ins finanzielle Elend zu stürzen.)

--- Ende Zitat ---
Warum sollte man Löhne mit Dividenden gleichsetzen? Habeck hat da gestern im Bericht aus Berlin etwas ähnliches gesagt, dass ergibt aber für mich gar keinen Sinn. https://x.com/ARD_BaB/status/1878779275371040845 Kapitalanlagen entstehen doch meistens schon aus versteuertem Lohn oder sehe ich das falsch? Geht man da nicht eher der Normalbevölkerung an die Altersvorsorge? Aber ist ja Wahlkampf, da wird viel geredet, vielleicht muss man das auch nicht verstehen.  :P

Bei Vermögens oder Erbschaftssteuern sollte man aber aufpassen,dass man den Leuten nicht die Motivation nimmt Betriebe aufzubauen, von den Grünen gab es da ja auch schon die Ansage einen "Lebensfreibetrag in Höhe von beispielsweise einer Million Euro" aufzustellen und den Rest mit 25% zu besteuern.Das wäre dann ja so zielmlich jeder normale Betrieb.  https://www.deutschlandfunk.de/gruene-wollen-voellig-neues-modell-104.html

--- Ende Zitat ---

Die Aktiendepots der Reichen (denn der normale Arbeitnehmer kann es sich in der Mehrheit überhaupt nicht leisten, irgendwelche substantiellen (!) Aktiendepots aufzubauen, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1101640/umfrage/aktienbesitz-in-deutschland/) entstehen also mehrheitlich aus Lohnarbeit?
Na das ist ja mal eine mutige Aussage.

Die beliebten (weil bis zu einer gewissen Höhe ja gaaaaanz zufällig steuerfreien) jährlichen Aktienprämien von Spitzenmanagern (wie zB bei VW oder der Deutschen Bank) fallen da wohl deutlicher ins Gewicht als meine lächerlichen paar hundert Aktien, die ich im Laufe der Jahre angesammelt habe.

Und die Aktienkäufe aus Mieteinnahmen sind noch mal ein ganz anderes Thema.
Da kann man so dermaßen viel absetzen, dass einem als Nicht-Hausbesitzer schon mal die Augen überquellen können.
(Ist im Endeffekt das gleiche Prinzip wie überall in der Steuergesetzgebung: "Je mehr Du hast, desto leichter kriegst Du das zurück, was Du erstmal abgeben mußtest."

Ja, und wer einen Betrieb neu aufmacht, hat in der Regel erstmal so dermaßen viele Kosten, dass er etliches dieser Steuern zurückbekommt - da sehe ich das Problem nicht.
Wobei ich kein Freund des Lebensfreibetrags bin.
Ich wär eher dafür, den Steuersatz generell für alle gleich zu machen (ich schätze,  mit 25-30% flat, ohne Möglichkeit, sich alles Mögliche mit den schrägsten Begründungen und Ausnahmen zurückzuholen, wär ein guter Anfang) und die tausenden von offenen und versteckten Subventionen abzuschaffen.
Und wenn ne Firma dann der Meinung ist, ihren Sitz in irgendeine Steuroase zu verlegen, damit sie sich auch weiterhin wie Amazon, Starbucks oder Facebook so arm rechnen kann, dass sie keine Steuern zahlen muß - tja, da gibts auch Ideen. Manche besser, manche schlechter, aber die meisten immerhin besser als "gar keine Steuern für die Superreichen" wie jetzt.
Würde zwar auch tausende Steuerberater und die Hälfte der Finanzbeamten auf die Straße befördern, aber hey: wir wollen doch Bürokratie abbauen?

Apropos: wir haben aktuell noch irgendwas über 130 Krankenkassen (95 gesetzliche und 42 in der PKV, wenn die Zahlen noch aktuell sind).
Eindampfen!
1 gesetzliche, 1 private.
Und die können dann unterschiedliche Leistungspakete anbieten.
Wenn wir 135 Vorstände, Verwaltungskosten, Protzbauten etc einsparen, dann sinkt der im Gesundkeitswesen durch flächendeckende Korruption verlorengegangene Betrag gleich mehrfach.  >:D

Viking:

--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 18:13:08 ---Wenn Du (wie auch Lindner) die Bekämpfung von Kinderarmut nicht als erstrebenswert ansiehst, dann ist das Deine Sache.

--- Ende Zitat ---
Solche emotionalen Argumente funktionieren nicht,es geht bei dem Punkt nicht um die Kinder sondern um das Plus an Bürokratie das dadurch entstanden wäre. Wenn man Bürokratie als eins der Hauptprobleme festmacht, sollte man sich auch aktiv überlegen wo man überflüssige Stellen und Regeln streichen kann, da passen die 5000 neuen Stellen für die Bearbeitung der Grundsicherung,die da zwischenzeitlich berechnet wurden, nicht rein.Da bräuchte es eine große Reform der Verwaltung and die sich aber anscheinend keiner rantraut.


--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 18:13:08 ---Sorry, dass ich so sarkastisch bin, aber Lindner (der aus purer Sturheit gegen den Rat ALLER Wirtschaftsexperten inkklusive IFO-Institut, IWF und "Wirtschaftweise" agiert hat und sich inzwischen auch als pathologischer Narzisst und gewohnheitsmäßiger Lügner erwiesen hat) in irgendeiner Form ernstzunehmen kann sich dieses Land einfach nicht mehr leisten.

--- Ende Zitat ---
Ich habe da in Erinnerung, dass die Debatte nicht so einseitig war, da gab es Experten auf beiden Seiten die Argumente gebracht haben,allgemein geht es ja ,selbst auf Seiten der Kritiker, eher in Richtung Aufweichung und nicht Abschaffung der Schuldenbremse , selbst die Grünen wollen "nur" eine Reform und die Bremse behalten.
Ich bin da vielleicht nicht auf dem neusten Stand aber vor einem Jahr haben sich z.B Leute vom ifo Institut noch gegen eine Abschaffung ausgesprochen. https://www.ifo.de/pressemitteilung/2024-02-14/schuldenbremse-beibehalten
Die Wirtschaftsweisen waren sich auch nicht einig: https://www.businessinsider.de/wirtschaft/wirtschaftsweise-veronika-grimm-widerspricht-mehrheit-im-rat-bei-schuldenbremse-neuer-streit/


--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 18:13:08 ---Die Aktiendepots der Reichen (denn der normale Arbeitnehmer kann es sich in der Mehrheit überhaupt nicht leisten, irgendwelche substantiellen (!) Aktiendepots aufzubauen, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1101640/umfrage/aktienbesitz-in-deutschland/) entstehen also mehrheitlich aus Lohnarbeit?
Na das ist ja mal eine mutige Aussage.

--- Ende Zitat ---
Ja in Ordnung, ich hatte da eher die Normalperson und den Anleger im Kopf der sich auf dem Weg eine Altersvorsorge als alternative zur Rente aufbaut.
Dann sollte man, wie auch bei Erbschafts und Vermögenssteuer die Hürde so hochsetzen,dass es auch nur die die ganz Reichen treffen kann und das so kommunizieren und sorry, dass Höre ich weder bei Habeck, noch bei der 25% Forderung der Grünen oder sonstigen Foderungen nach Besteuerungen heraus.


--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 18:13:08 ---Ja, und wer einen Betrieb neu aufmacht, hat in der Regel erstmal so dermaßen viele Kosten, dass er etliches dieser Steuern zurückbekommt - da sehe ich das Problem nicht.
Wobei ich kein Freund des Lebensfreibetrags bin.

--- Ende Zitat ---
Das Problem wird sein,dass sich Leute zwei mal überlegen ob sie einen Betrieb aufmachen ode ein Unternehmen gründen wenn dann am Ende 25% von ihrem Besitz verschwindet oder man noch dazu für seine Leistung Schulden beim Staat hat. wenn die Hürde da wirklich nur eine Million wäre und auch Fahrzeuge, Grundstück,Gebäude zählen hat man das sehr schnell zusammen.


--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 18:13:08 ---Apropos: wir haben aktuell noch irgendwas über 130 Krankenkassen (95 gesetzliche und 42 in der PKV, wenn die Zahlen noch aktuell sind).
Eindampfen!
1 gesetzliche, 1 private.
Und die können dann unterschiedliche Leistungspakete anbieten.
Wenn wir 135 Vorstände, Verwaltungskosten, Protzbauten etc einsparen, dann sinkt der im Gesundkeitswesen durch flächendeckende Korruption verlorengegangene Betrag gleich mehrfach.  >:D

--- Ende Zitat ---
Da würde ich zustimmen, mir fällt auch kein vernünftiger Grund ein warum es so viele Kassen braucht.

veni_vidi_vici:
Bei den Krankenkassen gibt es auch von mir Zustimmung. Ein Grund dagegen fällt mir ein - es fallen massenhaft Jobs weg.

Lindner der Lügner? Ja, wie halt alle Politiker. Allen voran Scholz. Ach ne, der hat es ja nur vergessen.  ;)

Schuldenbremse ist schwierig. Grundsätzlich bin ich eher dagegen. Dennoch könnte ich mich damit anfreunden. Aber erst Sparpotenziale sichten und umsetzen. Dann Ziele für die Aussetzung der Schuldenbremse benennen. Hatte es schon mal geschrieben. Bei der letzten/aktuellen Regierung wäre ich stark dagegen gewesen. Da fehlten Milliarden im Sozialministerium (verrechnet!) und es gab schon ein paar krude Projekte. Wenn Schuldenbremse aussetzen, dann wirklich verbindlich für Infrastruktur und Co.

Besteuerung von Anlagen empfinde ich als Frechheit. Seit Jahren sagt der Staat: Die gesetzliche Rente reicht nicht aus, ihr müsst auch privat vorsorgen. Und fügt dieser Staat an: Wir ziehen die Kapitaleinkünfte auch für die Sozialbeiträge heran. Kapitalertragssteuer gibt es ja auch schon. Darüber freuen sich scheinbar viele Liberale, die z.B. gegen eine Rentenerhöhung sind. Wenn ich meinen geplanten Betrag aber vor offizieller Rente nicht beisammen habe, dann muss ich mit weniger auskommen oder auch länger/mehr arbeiten. Klingt mir unausgegoren, wie so vieles bei Habeck. Da denke ich immer, der hat eine fixe Idee, die er selber ganz toll findet, aber wirklich geprüft ist das nicht. Ist aber natürlich nur meine Meinung. Das nur die Aktiendepots der Reichen gemeint sind, scheine ich bislang auch überlesen zu haben.

LG Veni_vidi_vici

Noergelgnom:
@Viking:
Ich machs mir beim Thema "Wer ist noch für und wer gegen die Schuldenbremse in der strikten "Lindner"-Form?" mal ganz einfach:

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-12-maerz-2024-100.html

Runterscrollen, Faktencheck anklicken, Quellen ab Seite 38 prüfen.  ;)
Der einzige, der sich zuletzt wirklich noch ausdrücklich pro Schuldenbremse positioniert hat, war tatsächlich Lars Feld, der persönliche Berater des Bundesfinanzministeriums unter ... ach ja, richtig. :D
(Ja, ich hab das gegoogelt, weil ich so perplex war, dass sich eine so breite Front wirklich gegen die Schuldenbremse gestellt haben soll. Aber ja, haben sie.)

Kindersicherung: von 5000 Stellen hab ich zwar nichts gelesen (das ist allerdings dann wirklich eine Hausnummer  :o ), aber wenn es um eine umfassende und ernsthafte/schonungslose Reformation der verschiedenen Systeme des Staates geht, traut sich da ja auch deswegen keiner ran, weil bei wirklich allem, was man kürzen/einsparen könnte, irgendeine (bzw. mehrere) Lobbygruppe(n) auf der Matte steht und den Aufstand probt.

Besteuerung von Kapitalanlagen:
Genau deswegen bin ich ja gegen die Million "Lebensfreibetrag" der Grünen. So, wie sie das bisher verargumentiert haben, sind die meisten von denen zwar auch betroffen, aber das hilft jemandem, der sich vielleicht wirklich eine Millionen "vom Munde abgespart" hat, auch nicht.
Der Freibetrag müßte schon höher liegen.
(Wobei, ganz ehrlich: um eine Million in einem ganz normalen Job anzusparen, muß man 40 Jahre lang konsequent reichlich 2.000€ pro Monat (!) beiseitelegen, um dann ab 60 das erste Mal ein paar Euro Steuern auf dieses Vermögen zahlen zu müssen.
Welcher normale Arbeitnehmer verfügt denn über solche Einkünfte? Ich kenne echt niemanden, der dermaßen viel verdient, dass er bei den aktuellen Preisen so viel "einfach nicht braucht" und weglegen kann. Und mein Freundeskreis ist schon ordentlich breit gefächert...)

Da sind wir aber auch wieder bei der generellen Steuergesetzgebung und Abgabengesetzgebung. Wenn die so fair geregelt wäre, dass wirklich jeder in diesem Land den gleichen Steuersatz auf all seine Einkünfte zahlen würde und dieser Dschungel, den wir Steuererklärung nennen, endlich mal gerodet würde, dann hätte erstens Friedrich Merz endlich sein seit Jahrzehnten uneingelöstes Versprechen wahrgemacht ("Bierdeckel!") und wir wären beim Thema Gerechtigkeit einen großen Schritt weiter. Traut sich aber auch keiner ran, siehe Bürokratiereform. :/

@veni_vidi_vici:

@"Dann werden viele arbeitslos."
Laß ich als Argument nicht gelten.
Wenn Du aber drauf bestehst - beim gewünschten Bürokratieabbau träfe das in noch viel höherem Maße zu und scheint auch kein Problem zu sein.
(Wobei fairerweise nach dem schlussendlichen Ableben all der "freigesetzten Bürokraten" auch eine deutliche Entlastung des Sozialbudgets entgegenstünde, weil die Pensionen der Beamten saamt all der Nebenvorteile wirklich herausragend hoch sind im Vergleich zu einem normalen Arbeitnehmer.)

@"Llindner der Lügner": über Scholz müssen wir nicht sprechen, der ist für mich seit Cum Ex und Wirecard genauso untragbar und hätte niemals ins höchste Amt des Staates gewählt werden dürfen.

@"Besteuerung von Anlagen ist eine Frechheit"
Sorry, aber ... so what?
Als die Rente soweit abgesenkt wurde, dass sich die Mehrheit der Arbeitnehmer plötzlich aus Altersarmut freuen durfte, wurde auf die Riesterrente verwiesen und die Leute wurden regelrecht genötigt, das doch zu machen.
Und, weas ist?
Riesterrente wird mit GruSi verrechnet, so dass ein Niedriglöhner, der von seinem eh schon geringen brutto (und damit netto) noch n bissl was abzweigt - und damit seinem Arbeitgeber hilft, der Sozialabgaben spart - aber am Ende exakt die gleiche Summe rausbekommt, als hätte er all die Jahre nicht geriestert und nicht vorgesorgt.
Nämlich den normalen GruSi-Satz.
Und? Haben die Millionen so Geschädigten irgendeine Kompensation zu erwarten?
Nö.
Und jetzt triffts halt die Reich(er)en, die nicht riestern und keine GruSi kriegen, sondern in Aktien investieren und danach etwas weniger Rendite haben als gedacht.
Triffts also beide Bevölkerungsgruppen gleichermaßen. :D
Ich seh das Problem nicht.
(Halbironisch gemeint. Soll heißen: doch, klar versteh ich Dein Argument, aber ich verstehe nicht, warum immer diejenigen, die sowieso schon mehr haben, von den schlimmsten Gemeinheiten verschont bleiben sollen.  :P )

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