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Der MTF-Kurzgeschichtenwettbewerb

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veni_vidi_vici:


--- Zitat von: Octavianus am 01.März 2016, 12:18:19 ---Je weiter man es aufdröselt, desto mehr Objektivität gaukelt man sich dabei vor. Ich stimme zu, dass insbesondere die Kategorie Stichworte unter uns Juroren für Fragezeichen gesorgt hat. Wann gebe ich da 3, wann 5 Punkte? Mit der 10er Skala für den Inhalt und den Stil kann ich gut leben.

--- Ende Zitat ---

Hmmm... ob nur Objektivität vorgegaukelt wird, hängt von der Ausgestaltung ab. Bei den Stichworten gab es ein einfaches Problem. Ich gab bei je drei Stichworten immer einen Punkt für den Einbau und wollte einen weiteren vergeben, wenn das Stichwort in der Geschichte eine tragende Rolle spielt. Jetzt waren natürlich immer alle drei Stichworte verbaut. Wie viele Punkte gibt man aber, wenn zwei einen tragenden Aspekt hatten und eines nur schmückendes Beiwerk war. Kommazahlen haben wir gelassen. Es ist auch die Frage, ob man unbedingt auf 100 Punkte kommen muss oder ob 107 (nur ein Beispiel) nicht ebenso möglich wäre. Es lässt sich ja in Windeseile in Prozent runterrechnen.

Jetzt näher zur Objektivität und dem Vorgaukeln.


--- Zitat von: Octavianus am 01.März 2016, 12:18:19 ---- 30 Punkte je Juror, 20 für den Inhalt, 10 für die Sprache/Stil
- Jeder Juror verpflichtet sich, einen schriftlichen Kommentar zu der Geschichte zu schreiben, der auf folgende Punkte eingeht:
-> Inhalt (Handlung, Charaktere, Handlungsort, Berücksichtigung/Umsetzung der Vorgaben)
-> Sprache (Schreibstil, Erzählweise, Orthographie,  Zeichensetzung)

--- Ende Zitat ---

Hier ist erneut das Unpräzise, was ich gemeint habe. Natürlich kann ich die Charaktere und den Handlungsort in den Inhalt einfügen. Aber um dem Autor ein besseres Feedback geben zu können, finde ich es richtig diese Kategorien aufzudröseln.

Inhalt (30 Punkte):
- Story/Handlung: 10 Punkte
- Charaktere: 5 Punkte (da Kurzgeschichte, sonst würde ich es höher ansetzen)
- Handlungsort/Schauplatz: 5 Punkte
- Beschreibungen/Metaphern/"Hintergrundrauschen": 5 Punkte
- Umsetzung der Vorgaben: 5 Punkte (Vielleicht auch eine dritte Kategorie mit 10 Punkten für Stichworte (5 Punkte) und Hintergrund z.B. Mittelalter (5 Punkte).

Sprache (20 Punkte)
- Stil: 5 Punkte
- Erzählweise: 5 Punkte
- Orthographie und Zeichensetzung: 10 Punkte

Octas Vorschlag ist nur abgewandelt und etwas weiter gestreckt. Ich finde hier verliert nicht die Objektivität, es gewinnt die Transparenz.

Ich hätte übrigens auch kein Problem gehabt, dass mein Nickname unter meinen jeweiligen Bewertungen gestanden hätte. Sicherlich war da auch einiges an Kritik dabei, aber wie gesehen nehmen die Autoren das alle fair entgegen.

LG Veni_vidi_vici

Rejs:

Aber muss so etwas wie der Handlungsort oder gut ausgearbeitete Charaktere wirklich sein? Bei meiner Geschichte war der Handlungsort vollkommen irrelevant, weil einfach anderes im Mittelpunkt stehen sollte. Das Ganze hätte statt in London auch in New York, Palermo oder auf Guadalcanal spielen können. Es kann aber auch Geschichten geben, bei denen nicht die Charaktere die tragende Rolle einnehmen, sondern das, was drumherum passiert.
Wollen wir solche Geschichten von vorneherein ausschließen oder schlechter bewerten, weil eben anderes im Fokus ist? Darum war ja auch nur Inhalt, Sprache und Stichworte vorgegeben. Wenn jemand auf Charaktere als tragende Säulen der Geschichte setzt, kann das da individuell bewertet werden, genauso wie die Inszenierung des Handlungsortes. Da muss die Jury dann eben flexibel in ihrer Benotung sein, auch wenn das Ganze natürlich dann schwerer zu vergleichen und benoten ist.

Louis:

Ich stimme da Rejsinho zu.

Je mehr Kategorien wir einführen, desto mehr wird das ein schematisches Abarbeiten an einzelnen Kriterien. Entweder für die Autoren selbst, oder aber dann spätestens bei der Bewertung.

Dabei fand ich es prinzipiell genial, dass die Geschichten in der ersten Runde so unterschiedlich waren. Mir gefiel an der Bienenkönigin gerade, dass sie sich einem Plot etwas verweigert hat. Der fehlende Plot war nicht der Grund, warum ich sie nicht auf Platz eins gewählt habe (wie ich ja ausgeführt hatte). Mir gefiel an Rejsinhos Geschichte, dass es als Kunstform angelegt war. Und so weiter. Wenn man nur 1500 Wörter hat, dann darf man auch gerne kreativ werden, finde ich.

Ich denke, da kann jeder Juror sich auch gerne selbst Gedanken zu machen, und muss nicht nach Schema F vorgehen.

Ich fände auch eine eigene Kategorie für Orthographie eher sinnlos. Korrekte Rechtschreibung sollte einfach eine Grundvoraussetzung sein. Wenn ich zwei Flüchtigkeitsfehler drin habe, weil ich nachts um 1 Uhr schreibe, sind das dann nur noch 9/10 Punkten? Fände ich albern. Wie ebenfalls schon gesagt, aus meiner Sicht schießt sich jeder Autor mit schlechter Kommasetzung einfach selbst ins Knie, weil die Geschichte automatisch holpriger und schwerer zu verstehen wird. Da brauchen wir keine eigene Kategorie.

Ich fand die Kategorien alle prinzipiell in Ordnung. Das einzige echte Fragezeichen war die Kategorie "verbaute Stichwörter". Da sollte man wohl grob einen Rahmen schaffen. Jemand hatte ja geschrieben, er habe allein fürs Verbauen schon Punkte vergeben. Man könnte auch davon ausgehen, dass jeder Autor logischerweise alle Worte verbauen wird, dann hat man anschließend eine größere Bandbreite fürs intelligente Verbauen. Frage ist auch, ob das Hauptkriterium tatsächlich sein muss, dass die Begriffe als zentrale Bausteine genutzt wurden - oder ob es nicht auch Applaus dafür geben kann, dass ein Stichwort zwar eher nebensächlich, aber sprachlich besonders gekonnt und kreativ benutzt wurde.

Ryukage:


--- Zitat von: Louis am 01.März 2016, 15:23:18 --- Jemand hatte ja geschrieben, er habe allein fürs Verbauen schon Punkte vergeben. Man könnte auch davon ausgehen, dass jeder Autor logischerweise alle Worte verbauen wird, dann hat man anschließend eine größere Bandbreite fürs intelligente Verbauen. Frage ist auch, ob das Hauptkriterium tatsächlich sein muss, dass die Begriffe als zentrale Bausteine genutzt wurden - oder ob es nicht auch Applaus dafür geben kann, dass ein Stichwort zwar eher nebensächlich, aber sprachlich besonders gekonnt und kreativ benutzt wurde.

--- Ende Zitat ---

Das werde wohl ich gewesen sein; ich war mir nicht sicher, ob´s darum ging, dass die Wörter verbaut wurden oder dass sie in einen sinnvollen Kontext verpackt wurden. Dies habe ich beim Bewerten auch erfragt. Man muss dazu auch sagen, dass ich in der heißen Phase (vom 26-28.02.) mit meinem Umzug beschäftigt war; ich musste also recht zügig bewerten und habe hier nur bewertet, ob mindestens 3/5 Worten verwendet wurden. Generell ist es fraglich, WAS das sinnvolle Verbauen dieser Wörter bedeuten soll. Diese Wörter in einen Satz quetschen kann jeder, so dass ich schon fast dafür plädieren würde, die Stichwörter außen vor zu lassen und nur ein Thema vorzugeben - dies würde meines Erachtens eine größere Varianz zulassen.

Louis:

Versteh mich nicht falsch, ich mache da gar keinen Vorwurf. Es war ja von vorne herein nicht geklärt, wie und für was Punkte vergeben werden.

Ich fand die Sache mit den Stichwörtern gut, mir persönlich haben sie auch beim Erfinden der Geschichte geholfen. Wenn ich einfach nur ein großes Thema habe, tendiere ich dazu, eingetretene Pfade zu gehen. Die Idee mit den Ritterrüstungen führte mich zu einem der zentralen Elemente der Story (die futuristischen Anzüge, in denen man nicht erkennen kann, wer eigentlich drin steckt) und zu einem zentralen Element des Settings (die große Stadt als ausbeuterischer Eroberer), und letztlich auch zum unterliegenden Thema (Schallplatte -> Geschichten erzählen, in diesem Fall von Rittern und Drachen).

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