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j4y_z:
Alles klar, danke. Falls du sie noch nicht kennst: Die VILM-Trilogie von Karsten Kruschel fand ich klasse, weil originell und irgendwie anders. http://www.phantastik-couch.de/karsten-kruschel.html

Louis:

--- Zitat von: Veilchen blühen ewig am 03.Oktober 2016, 19:01:30 ---Nette Liste. Bis auf Songs auf Ice and Fire, welches mir wohl weltweit als einzigem überhaupt nicht gefallen hat, kenne ich nichts davon.
--- Ende Zitat ---

Nein, da bist du nicht der einzige. Der Autor Brandon Sanderson hat auch kürzlich erklärt, er habe nur das erste Buch gelesen, und es sei ihm zu düster gewesen. Wobei ich glaube, dass er sich da vom oberflächlichen Erzählstrang hat irreleiten lassen. Die Stärke von ASoIaF ist sicherlich zum einen, dass aus so vielen unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, die alle gegeneinander agieren, und man dadurch ähnliche Ereignisse aus völlig anderen Blickwinkeln präsentiert bekommt. Außerdem ist es natürlich der endgültige Abschied an das Gut/Böse-Schema, weil jede Figur aus ihrer eigenen Perspektive "gut" ist. Und es wird auch hinterfragt, ob der moralisch immer nach bestem Gewissen handelnde Mensche (also quasi der typische Fantasy-Held) tatsächlich dadurch Gutes erschafft, oder in seiner moralischen Verblendung nicht eher Chaos bewirkt. Das ist die eine Stärke der Reihe. Die andere ist ein Spiel mit Mythen und Symbolik, für das man aber tatsächlich zum Teil den Text zwei Mal lesen muss. GRRM versteckt im Text immer wieder verschiedene Mythen, die zum Teil in unterschiedlichen Ländern ähnlich erzählt werden, und verknüpft sie mit symbolischen Handlungen von Charakteren. Das ist allerdings schon ziemlich Meta-Ebene. Viele übersehen das aber. Die Fernseh-Serie hat solche Aspekte auch komplett ignoriert. Aus meiner Sicht ist das aber schon ziemlich gelungene schriftstellerische Kunst.

Von GRRM gibt es auch einen aus meiner Sicht sehr faszinierenden Vampir-Roman, "Fevre Dream". Ist ein kurzer Band, hat man schnell durchgelesen, und verknüpft das untergehende Dampfschiffahrtszeitalter in einer morbiden, sehr passenden Art und Weise mit dem sumpfigen Mississippi und einem ganz eigenen Vampir-Mythos.


--- Zitat von: Veilchen blühen ewig am 03.Oktober 2016, 19:01:30 ---Danke für den Tipp, werde mich gleich mal schlau machen. Lese die letzten Jahre eigentlich fast nur mehr SF, kenne mich deshalb bei den neuern F Autoren nicht mehr so gut aus.
--- Ende Zitat ---

Mal kurz so zur Orientierung:

Brandon Sanderson ist der bereits erwähnte Autor mit der überbordenden Phantasie. Was der in "Stormlight Archive" an Ideen verbraten hat, würden andere Autoren für fünf Bücher nutzen. Das gilt auch für seine anderen Serien und Werke. Da reicht es nicht, sich eine eigene Welt und ein eigenes Magiesystem zu überlegen, es muss dann auch mindestens noch ein eigenes Wettersystem sein, dessen Auswirkungen dann auch auf Flora und Fauna durchgerechnet werden, etc. Sanderson ist außerdem ein richtiger Arbeiter, der schafft 1-2 Bücher im Jahr, aber nicht, weil er sie einfach so runterschreibt, sondern weil er offenbar einiges an Disziplin und Arbeitsethos hat.

Patrick Rothfuss ist in vielerlei Hinsicht das genaue Gegenteil. Er hat von seiner Serie "Kingkiller Chronicles" erst zwei Bücher geschafft, weil er ein Sprachpoet und ein Wortefeiler ist. In einem Podcast hat er mal gesagt, für ihn gebe es zum Beispiel einen Unterschied zwischen "grey" und "gray", und genauso geht er an jedes seiner Worte, was seine Lektorin wahnsinnig machen würde. Der Punkt ist: Du merkst es beim Lesen. Zumindest im englischen Original, die deutsche Übersetzung kann ich nicht beurteilen. Das ist unglaubliche Sprachgewalt.

Neil Gaiman ist etwas abseits der "klassischen" Fantasy in einem Genre irgendwo zwischen Fantasy, Urban, Mystik und leichtem Horror. Er arbeitet sehr viel mit realer Welt, die aber häufig eine weitere Ebene bekommt. Das ist ebenfalls sehr beeindruckend, und häufig sehr gekonnt gewobene Plots. In jedem Fall aber auch immer etwas ganz Eigenes. Es gibt sehr viele Autoren aus dem Genre, die ihn als Vorbild nennen.


--- Zitat von: Veilchen blühen ewig am 03.Oktober 2016, 19:01:30 ---Pratchett tue ich mir sicher kein zweites Mal an, unter Humor verstehe ich etwas gänzlich anderes.

--- Ende Zitat ---

Was hast du denn von ihm gelesen? Das Frühwerk ist recht klamaukig und versteckt seine zweite Ebene sehr tief. Die späten Bücher sind deutlich griffiger. Ein Buch wie "Monstrous Regiment" zum Beispiel ist aus meiner Sicht eine sehr beißende und gelungene Satire auf Armee, Politik und Kriegsführung (und noch so einiges mehr, aber das wären schon Spoiler). Was ebenfalls sehr zu empfehlen ist sind seine Kinder- und Jugendbücher. "Nur du kannst die Menschheit retten" ist ein sehr amüsanter Gedankenweltausflug in die Vorstellung, was eigentlich wäre, wenn wir bei Computerspielen tatsächlich echte Raumschiffe abschießen (und die Aliens sich wundern, warum dieser Gegner immer wieder kommt, obwohl sie ihn erledigt haben). "The amazing Maurice and his educated rodents" ist eine Parabel auf Märchen und Sagen. Pratchett war sehr weise, er wird aber oft als Blödelautor verkannt. Wobei, da stimme ich auch zu, nicht alle seine Bücher gelungen waren.

Veilchen blühen ewig:
Mal überlegen.

Das erste war jenes bei welchem der TOD auf Urlaub geht. Ich muss gestehen dass ich das noch ganz amüsant fand. Danach gings weiter mit Wache, Wache und noch irgendeinem, und da war es dann vorbei. Ich mag gekünstelten Humor überhaupt nicht. Erinnert mich auch an die vielen fehlgeschlagenen Versuche diverser Autoren, die meinten sie wären der neue Douglas Adams.

Ich fand Songs of Ice and Fire nicht wirklich schlecht, ich konnte einfach zu keinem der Protagonisten eine Beziehung aufbauen. Meiner Meinung nach sind das alles intrigante *hust*. Ich mag das an einer Geschichte nicht. Zumindest mit einem sollte man sich indentifizieren können. Ist wahrscheinlich eine persönliche Geschichte zw. mir und den Büchern.


@j4y_z

Danke für den Tipp mit der Vilm Triologie, ist mir bis jetzt scheinbar entgangen. Die eben gelesene Rezension hört sich auf jeden Fall sehr vielversprechend an. Wird morgen bestellt. :)

aragorn99werder:
Also ich finde nicht, dass man Eddard, Jon Snow oder Daenerys (zumindest anfänglich) Intrigantentum vorwerfen kann.  ;)

Veilchen blühen ewig:
Ok, Jon Snow war auch wirklich der einzige. Als der in Band 3(?) verschwand, habe ich aufgehört zu lesen. Eddard sagt mir nichts mehr.

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