Football Manager > FM2019
Team, Dynamiken und Interaktionen
LEViathan:
Habe das mal aus der Ersten Hilfe gefischt...
--- Zitat von: LEViathan am 12.April 2019, 13:25:08 ---
--- Zitat von: idandt am 11.April 2019, 16:37:58 ---btw: Was genau ist im Mannschaftsgefüge der "Zusammenhalt auf dem Platz"?
Meine Kaderatmosphäre ist sehr gut und die Unterstützung für den Trainer durchschnittlich (minimal rot), weil ich noch kein Ansehen genieße. Die Hierachie ist nicht optimal, doch müsste sich mit der Zeit ja finden, wenn Neuzugänge Leistungsträger werden und entsprechend an Einfluss gewinnen. Auch die sozialen Gruppen sehen gut aus (auch das Feedback am rechten Rand) und die Moral ist bei allen Spielern sehr gut oder extrem gut. Letztlich sieht das Mannschaftsgefüge also gut aus, doch der Zusammenhalt auf dem Platz ist miserabel.. Wie bekommt man den jedoch gesteigert? Die drei orangen/rote Stichpunkte liefern mir da keinen Hinweis. Nur die Zusammenfassung "In der Mannschaft geht nahezu jeder seinen eigenen Interessen nach" lässt mich vermuten, dass der Zusammenhalt steigten könnte, wenn ich mehrere Spieler im Team habe, die sich gegenseitig als favorisiertes Personal ansehen. Ist dem so oder kann ich noch was anderes tun, als abwarten und hoffen das sich einige Spieler anfreunden?
--- Ende Zitat ---
Gute Frage... verweise mal auf den entsprechenden Thread: http://www.meistertrainerforum.de/index.php/topic,26732.0.html
Eventuell geht die Thematik dort nicht sofort unter und es gibt Leute, die Antworten haben.
--- Ende Zitat ---
Bei fehlendem Zusammenhalt wird deine Mannschaft, wie die Bezeichnung eigentlich schon sagt, nicht als Einheit auftreten und aufgrund mangelndem Spielverständnis mehr Fehler produzieren. Schätze, dass die einzelnen Spielerwerte bei "Teamwork" einen ordentlichen Abzug bekommen.
Mögliche Ansätze:
- Häufiger in der selben Formation mit der gleichen Startelf spielen, damit sich Paare entwickeln (grüne Linien)
- Teamwork als Trainingseinheit nutzen
- Nicht zu viele Neuzugänge
- Nicht zu viele Spieler unterschiedlicher Nationen mit verschiedenen Sprachkenntnissen (in den Hinweisen & Tipps steht, dass Spieler aus anderen Ländern eine Rolle anfangs eventuell anders interpretieren und sich eingewöhnen müssen)
Eckfahne:
Zurufe während dem Spiel
Ich hatte mich hier bisher immer auf ein gelegentliches, kollektives "Konzentriert euch!" Euch beschränkt, wenn sich z.B. meine Mannen nach 3:0 Führung (fast) das 3:1 einfingen. Ein paar Spieler fühlten sich da dann auch immer zu unrecht angemotzt, insgesamt aber schien die Sache zu wirken.
Vor ein paar Minuten habe ich aber mal probiert, aber man aus diesem Feature nicht noch mehr rausholen kann, wenn man selektiver vorgeht. Ich hatte einen der seltenen Momente in dem im FM mal nicht die gefühlt "üblichen Logiken" greifen (oder vielleicht doch, weil es erklärbar scheint...) - ich habe als Tabellenführer den Drittletzten der Liga zu Hause nach allen Regeln der Kunst mit 8:1 zerlegt. Wobei man allerdings sagen muss, dass Passau sich auch nicht wie ein üblicher Abstiegskandidat hinten reingestellt hat - die sind in dieser Saison ein ziemliches Kuriosum, da sie sich die meisten Gegentore fangen, aber auch den drittbesten Angriff der Liga stellen - Torverhältnis vor dem Spiel: 36:44 nach 20 Spieltagen.
Es stand nach 26 Minuten bereits 3:0 und es zeigten sich bei zwei Spielern gelbe Körpersprache Rückmeldungen ("selbstgefällig"). Ich habe die beiden Herren zu mehr Konzentration aufgefordert - mit unterschiedlichen Erfolg. Der eine hat keine Reaktion gezeigt, der andere wechselte zumindest auf "gelassen" grün. Das beste war aber das zwei andere Spieler sich wohl indirekt angesprochen fühlten und sich plötzlich konzentrierter zeigten. Den uneinsichtigen Spieler habe ich während des ganzen Spieles im 10 Minuten Abstand immer wieder angetrieben, letztlich mit wenig Erfolg (er war dann frustriert).
Das Beste kam aber in der zweiten Halbzeit - ich habe in der 63. (da stand es 6:0, nach dem Stürmer und Rechtsaußen jeweils ihre Hattricks hatten) den linken Flügelspieler gelbbedingt gewechselt und stand nach ein paar Minuten vor dem geläufigen Problem, dass der Einwechselspieler "uninteressiert" wurde. Note 6.7 - ich habe darauf hin angesichts des Spielstandes etwas riskiert und von diesem Spieler "mehr gefordert", worauf hin er konzentrierter wurde (erneut samt zweier Mitspieler). Keine 3 Minuten später schießt er ein Tor und setze dann - nach dem der Gegner per Fernschuss den unvermeidlichen Ehrentreffer markierte - den Schlusspunkt. Beide Tore des Einwechslers waren von der Art her Gewaltschüsse und die Art wie er sich den Ball vorher schnappte sah für mich so aus, als ob die Logik war "dem Trainer zeigt ichs jetzt mal".
Mein Fazit: Auch wenn Zurufe nicht immer funktionieren, sind sie ein nützliches Mittel und der positive Effekt dürfte bei richtigem Einsatz überwiegen - auch wenn es sicher Spiele geben wird, in denen ein durch Zurufe frustrierter Spieler dann mal einen ärgerlichen Fehler fabriziert - an einen reinen Placebo-Effekt glaube ich bei den Zurufen nicht mehr, dazu funktioniert bereits die Konzentriert-Euch-Gießkannenmethode zu gut... (außerdem würde ein Placebo-Feature aus Entwicklersicht keinen Sinn machen...) Interessant find ich besonders, das gerade Einzelzurufe zum Teil doch auch Mitspieler beeinflussen (auch wenn vielleicht nur indirekt, weil diese dann von der geänderten Körpersprache des Ziels "mitgerissen" werden)
LEViathan:
Sich den Kapitän oder andere Führungsspieler (siehe Teamhierarchie) mit einer individuellen Ansprache oder einem Zuruf rauszugreifen, kann - so auch meine Erfahrung - übrige Mitspieler beeinflussen, wenn sie zu diesen Spielern wiederum eine positive Verbindung haben (soziale Gruppe, Mentoring) und weitere Bedingungen erfüllt sind. Hast du einen jungen, nervösen Spieler ist es manchmal besser, diesen nicht direkt anzusprechen, sondern seinen Kollegen, zu dem er gewissermaßen aufschaut. Klappt aber, glücklicherweise, nicht immer und automatisch.
Dass das Einwirken auf die Körpersprache einen Einfluss hat bzw. haben kann, ist definitiv so. Selbstgefälligkeit ist die "beste" Grundlage, um gegen einen Underdog überraschend zu verlieren oder eine Führung zu verspielen. Hängt aber von verschiedenen Faktoren ab. Die Spielmechanik wirkt komplexer als man auf ersten Blick meinen mag. Auch gefällt mir, dass sich immer gleiche Ansprachen und Zurufe irgendwann deutlich spürbar abstumpfen und es Sprachprobleme im Ausland gibt.
Ganz interessant in diesem Kontext: Habe ein Video gesehen, dass sich mit Pressekonferenzen auseinandersetzt. Dort wird behauptet, dass die dort getroffenen Aussagen sich zumindest unter der Haube auf die Einstellung des Teams - dann in Form der Körpersprache ersichtlich - auswirken. Selbstzufriedenheit schleicht sich noch schneller ein, einzelne Spieler, die charakterlich ohnehin dazu neigen, "kippen" schneller negativ um, wenn die öffentlich beispielsweise zu oft in Lob gehüllt werden. Deshalb war die Empfehlung des Videos, die PKs lieber schön selber zu machen.
Eckfahne:
--- Zitat von: LEViathan am 07.Mai 2019, 14:23:43 ---Auch gefällt mir, dass sich immer gleiche Ansprachen und Zurufe irgendwann deutlich spürbar abstumpfen (…)
--- Ende Zitat ---
Das ist mir auch aufgefallen; manchmal scheinen Zurufe auch komplett zu verhallen und wenn man es dann nochmal probiert, kommt eine negative Reaktion. Weniger ist also mehr und nachdem ich gerade mit 10 Mann noch ein 0:2 aufgeholt habe und der entscheidende Ausgleichstreffer durch einen Spieler gemacht wurde, den ich vorher durch "nach vorne drücken" motiviert habe werde ich mir die Zurufe in Zukunft vor allem für die wirklich wichtigen Spiele aufheben. Die Logik ist wohl wirklich sehr komplex und die Körpersprache scheint auch nur ein Indiz für die Wirkung zu sein (was ja auch realistisch ist). Schön ist aber, dass man sich im Großen und Ganzen auf seine Intuition verlassen kann und eben darauf, dass ein Spielverlauf dynamisch ist. Nachdem ich in Unterzahl das 0:2 bekommen hatte, waren meine Spieler frustriert und verängstigt. Ich habe daraufhin die Parole ausgegeben kein Druck - Reaktion: alle gelb und "desinteressiert". Dann ist aber kurze Zeit später durch einen gegnerischen Fehler (vermutlich wurden der Gegner nun überheblich) das 1:2 gefallen, woraufhin ich die Mannschaft zu erst gelobt und dann nach vorne getrieben habe. Auch das kam nicht bei allen Spielern gut an (oft kommt dann "fühlt sich überfordert" oder frustriert" vom Zuruf), aber es hat kurz vor Schluss wohl noch zum Ausgleich beigetragen. Ich hatte natürlich auch das Glück auf meiner Seite - es hätte dann leicht auch 1:4 ausgehen können, aber genau das ist eben Fußball.
Eckfahne:
Umgang mit wegen mangelnder Einsatzzeiten unzufriedener Spieler
Das Problem dürfte nahezu jeder kennen...
Mein Ansatz war lange immer hier eine wirklich "gute" Begründung finden zu müssen (also entweder auf mangelnde Leistung abzustellen, zu sagen Mitspieler XY spielt zu gut usw.), ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, das auch die Optionen (nicht wörtlich wiedergegeben) "Gedulde Dich, die Saison ist noch lang" (hat geklappt nach ca. 1/3 der Saison) oder "Bitte nicht jetzt, die Kaderatmosphäre ist gerade gut" (ich hatte gerade nach einem richtig miesen Saisonstart begonnen den Karren aus dem Dreck zu ziehen…) funktionieren können. Sie tun es aber, zumindest ab und an, denn ich hatte gerade diese Fälle. Ich kann daher nur den Rat geben auch mal was auszuprobieren, gerade wenn man sich sicher unsicher ist - ich habe das Gefühl, dass es hier manchmal weniger drauf an kommt, ein perfektes Argument zu liefern, als eines das zumindest irgendwie plausibel ist. Zumindest Spieler, die grundsätzlich eigentlich gerne beim Verein spielen, wollen -so scheint es mir - vielleicht einfach nur sagen "Hallo, ich bin auch noch da. Hast Du mich vergessen?" und sind froh wenn man ihnen einfach nur sagt, "Ja, ich verstehe Dich. Geht jetzt aber gerade (noch) nicht..."
Ich unterstreiche aber das auch das keine Patentlösung sein wird und FM-typisch die Werte des Trainer- und Spielercharakters, der Teamstatus, die sonstige Zufriedenheit des Spielers und weiteres eine Rolle spielen, ob das klappt.
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