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Autor Thema: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...  (Gelesen 13113 mal)

Veichen blühen ewig

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #280 am: 05.Januar 2022, 19:24:11 »

Mal schauen.

Grippe hatte auch schon jeder, und trotzdem gibt es sie noch. Und die Impfung hilft einen Schmarrn dagegen, selbst versucht.

Ich glaube dass uns Corona bleibt. Aber schön, dass zumindest diese Variante nicht so gefährlich ist.

Diese Vergleiche mit der Grippe nerven doch nur noch. Bitte entschuldige, aber ich kann es echt nicht mehr lesen. Das Grippevirus verändert sich viel gravierender, hat sowohl tierische wie auch humane Varianten mit unterschiedlichen Eigenschaften, die sich vermischen können und der Impfstoff wirkt aus eben diesen Gründen niemals so gut wie die Impfstoffe gegen SARS-CoV2, aber immer noch zu 60%, ungeachtet Deiner Einzelerfahrung, aus der Du hier freimütig auf die gesamte Impfung schließt. Genau wie Influenza wird SARS-CoV2 niemals mehr verschwinden. Na und? Wenn (angepasste) Impfstoffe schwere Verläufe nahezu verhindern - Boosterung verhindert auch gegen Omikron bereits vielfach die schweren Verläufe - dann verliert das Virus seinen Schrecken und wird nur zu einer weiteren Infektionsmöglichkeit, mit der die Menschheit schon seit Jahrtausenden lebt. Was könnte man mehr wollen?

Und? Läßt sich irgendetwas an meiner Aussage darauf schliessen, dass ich mit deiner nicht konform gehe?

Die Grippeimpfung hilft weder bei mir, noch bei meiner Freundin, noch bei unseren Eltern. Man wird gegen einen Stamm geimpft, und wir stecken uns mit nem anderen an.

Das Selbe wird es in Zukunft mit Corona sein. Es wird immer da sein, aber so lange die Impfung die Lebensgefahr minimiert, kann ich gut damit leben.
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Hanz Maia

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #281 am: 07.Januar 2022, 11:58:59 »

Lt. Drosten ist Omikron per se nicht ansteckender als die Varianten vorher, es verbreitet sich nur schneller als Delta z.Z., weil es eben weder durch zweifache Impfungen noch durch Genesungen signifikant an einer Ansteckung gehindert wird. Erst der Booster hilft und damit würde es sich ohne sonstigen Schutz (wie in GB) so verbreiten wie das Virus Anfang 20; R-Wert irgendwo bei 3.
Schwere Verläufe sind aber durch Omikron und Impfungen seltener.

 
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Maddux

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #282 am: 11.Januar 2022, 16:32:42 »

Der eine oder andere User erinnert sich evtl noch an die Geschichte mit meinem Bekannten in den USA der zu dort zu Beginn der Pandemie für 6 Monate in einem Boot Camp war und sich dort mit Corona infiziert hat.
Der hat sich die Tage zum dritten mal mit Corona infiziert. Traumjob Restaurantmitarbeiter in den USA. Und nocht schlimmer, in Texas. Wo er sich quasi stündlich mit "i did my own research"-Covidioten rumschlagen muss die sich weigern eine Maske zu tragen. Jetzt würde er die Arbeit gerne hinschmeißen, auch weil die Arbeitsbedingungen unter aller Sau sind. Nur muss er quasi jeden Scheißjob annehmen weil länger ohne Arbeit zu sein ein Verstoß gegen die Bewährungsauflagen wäre (7 Jahre Bewährungszeit btw) und er ohne Arbeit nicht in der Lage wäre die Probation Fees und weitere monatliche Strafzahlungen zu bezahlen. Die man übrigens nicht gestundet bekommen kann. Auch nicht während der Pandemie und aus welchen Gründen auch immer. Bezahl deine Strafen egal wie oder geh zurück ins Gefängnis. Man könnte fast den Eindruck gewinnen dass das Justizsystem in den USA darauf ausgelegt wäre die Leute schnellstmöglich wieder ins Gefängnis zu bekommen damit die privaten Betreiber mehr Profit machen können  ::)

Der einzige Arbeitgeber in seiner Umgebung der während der Pandemie Leute wie ihn für ein annehmbares Gehalt einstellt ist UPS. Und das leider nur als Fahrer. Dummerweise müsste er dafür während seiner Lieferungen das Stadtgebiet verlassen, was er wegen der Bewährungsauflagen für weitere 1,5 Jahre nicht darf. Also kann er sich aussuchen ob er weiterhin in einem Scheißjob arbeitet bei dem er sich immer wieder mit Corona infiziert oder seinen Job schmeißt und demnächst für mindestens 3 Jahre in den Knast geht wo er sich zu 100% auch wieder mit Corona anstecken wird.
In welcher Geschmacksrichtung möchten sie ihren Kot haben und wollen sie noch Nachschlag?
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migi

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #283 am: 11.Januar 2022, 17:25:06 »

Aus welchem Grund musste er denn ins Boot Camp?
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Henningway

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #284 am: 11.Januar 2022, 18:17:29 »

Der eine oder andere User erinnert sich evtl noch an die Geschichte mit meinem Bekannten in den USA der zu dort zu Beginn der Pandemie für 6 Monate in einem Boot Camp war und sich dort mit Corona infiziert hat.
Der hat sich die Tage zum dritten mal mit Corona infiziert. Traumjob Restaurantmitarbeiter in den USA. Und nocht schlimmer, in Texas. Wo er sich quasi stündlich mit "i did my own research"-Covidioten rumschlagen muss die sich weigern eine Maske zu tragen. Jetzt würde er die Arbeit gerne hinschmeißen, auch weil die Arbeitsbedingungen unter aller Sau sind. Nur muss er quasi jeden Scheißjob annehmen weil länger ohne Arbeit zu sein ein Verstoß gegen die Bewährungsauflagen wäre (7 Jahre Bewährungszeit btw) und er ohne Arbeit nicht in der Lage wäre die Probation Fees und weitere monatliche Strafzahlungen zu bezahlen. Die man übrigens nicht gestundet bekommen kann. Auch nicht während der Pandemie und aus welchen Gründen auch immer. Bezahl deine Strafen egal wie oder geh zurück ins Gefängnis. Man könnte fast den Eindruck gewinnen dass das Justizsystem in den USA darauf ausgelegt wäre die Leute schnellstmöglich wieder ins Gefängnis zu bekommen damit die privaten Betreiber mehr Profit machen können  ::)

Der einzige Arbeitgeber in seiner Umgebung der während der Pandemie Leute wie ihn für ein annehmbares Gehalt einstellt ist UPS. Und das leider nur als Fahrer. Dummerweise müsste er dafür während seiner Lieferungen das Stadtgebiet verlassen, was er wegen der Bewährungsauflagen für weitere 1,5 Jahre nicht darf. Also kann er sich aussuchen ob er weiterhin in einem Scheißjob arbeitet bei dem er sich immer wieder mit Corona infiziert oder seinen Job schmeißt und demnächst für mindestens 3 Jahre in den Knast geht wo er sich zu 100% auch wieder mit Corona anstecken wird.
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USA sind unfassbar arbeitnehmerfeindlich. Und was da wirklich alles abverlangt wird. Jahresurlaub zwei Wochen. Eine Freundin, hochschwanger, musste als Kraneknschwester bis eine Woche vor ihrer Entbidnung arbeiten und sofort danach auch wieder. Ein Freund verbringt seine Zeit damit und arbeitet in South Dakota. Er wohnt aber in Arkansas. Fahrtzeit einfach 15 Stunden.
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"Pass auf, ich sach Dir wat: Du klicks getz auf dat, wat da so grün am leuchten is un wenne dat gemacht has, dann holse Dich ne Wurst oder n'Käffken oder sonswat und liest ma in alle Ruhe durch, wat da so am passiern is!"

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Maddux

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #285 am: 11.Januar 2022, 19:35:19 »

Aus welchem Grund musste er denn ins Boot Camp?
Er hatte sich zuhause beim Halo zocken besoffen, weil er selten Alkohol trinkt einen Blackout, ist in sein Auto gestiegen und dann eine Straße weiter in ein geparktes Auto gekracht. Also Fahren unter Alkohol, Verursachung eines Unfalls und ein bischen anderer Kleinkram. Er hatte noch Glück das es sein erstes Vergehen war und der Richter ihm die Geschichte geglaubt hat, weswegen er dann nur zwecks Therapie für 6 Monate ins Boot Camp musste. Alle Anklagepunkte zusammen hätten sonst eine Mindestfreiheitsstrafe von 7 Jahren ergeben.

@Henningway:

Das sind schon richtige Horrorstories die ich da von meinen Bekannten in den USA aus ihrem Arbeitsalltag erzählt bekomme. Wenn du dennen dann erzählst das wir hier in Deutschland mindestens 20 BEZAHLTE Urlaubstage, unlimitierte Krankheitstage, Elternzeit etcpp haben und jeder vom ersten Arbeitstag an krankenversichert mit minimalsten Zuzahlungen ist fallen die vom Glauben ab. Bei uns ist es für die Schwächsten wegen der Hartz4-Gesetze ja schon nicht toll aber für einen US Amerikaner hört sich das trotzdem an wie Socialist Wonderland.
Auch das wie sie in den USA die Angestellten mit Teilzeitstellen verarschen. Laut Gesetz stehen einem Krankenversicherung etc zu wenn man eine Vollzeitstelle hat. Um Kosten zu sparen stellen die Firmen aber nur Teilzeitkräfte ein und bieten dennen dann aus reiner Herzensgüte an ein paar Stunden mehr zu arbeiten. Du bekommst dann keine Vorzüge die ein Vollzeitangestellter hat obwohl du pro Woche nur 1 bis 2 Stunden weniger arbeitest.

Einer meiner Bekannten hatte vor 2 Monaten stundenlang in einer Notaufnahme gewartet um sich testen zu lassen weil er Covid-Symptome hatte. Nach ein paar Stunden ist dann eine Krankenschwester gekommen und hat ihm gesagt er soll für ein paar Tage in Quarantäne und sich testen lassen wenn die Symptome dann noch nicht weg sind. Für den Spaß musste er dann, trotz Krankenversicherung, 1200$ bezahlen weil auch der pure Aufenthalt in der Notaufnahme ohne jegliche Behandlung oder Beratung kostenpflichtig ist.
Das ist ein beliebter Trick der Krankenhäuser in den USA. Die testen wenn möglich garnicht weil der Staat die Kosten übernimmt wenn der Patient positiv getestet wird und der Betrag gedeckelt ist. Wenn sie den Pantienten nicht testen und einfach nur in Quarantäne schicken bekommen sie von der Krankenversicherung und dem Pateinten deutlich mehr Geld.
Kapitalismus im Endstadium und da wundern sich die Leute warum es ständig Hygieneskandale gibt weil ein Koch sich lieber eine Packung Kohletabletten reingepfiffen hat statt mit seiner Magen-Darm-Grippe im Bett zu bleiben.

Ich bin im Nachhinein echt froh das ich damals nicht das Jobangebot der amerikanischen Bergbaufirma angenommen hatte. Mit den gesundheitlichen Problemen die ich später unglücklicherweise hatte wäre ich hochverschuldet auf der Straße gelandet und evtl schon tot.
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Hanz Maia

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #286 am: 11.Januar 2022, 20:52:46 »

Das Komische ist, dass es für viele der "linken" Positionen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Arbeitsmarkt, ... Mehrheiten in den USA gibt, die sich aber nicht in den entsprechenden Wahlergebnissen (Bernie!) niederschlagen.

Das liegt nicht nur an "Machenschaften", sondern auch daran, dass die Republikaner mehrere Interessengruppen gleichzeitig vertreten können, da diese sich in Ihren Forderungen nicht widersprechen.
(Waffen, Big Money, Abtreibung, Migration, Justiz, Staatsferne, ...).
Bei den Demokraten ist das anders, da Arbeiter nicht gleichzeitig ideologisch progressiv-liberal sind.
Das gilt in Deutschland auch, sehr zum Leidwesen der SPD. Also vor der letzen Wahl ;)
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Rejs

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #287 am: 13.Januar 2022, 08:56:44 »

Mir ist auch etwas während der Pandemie aufgefallen, was eigentlich immer passiert. Das symbolische Aufladen von Wörtern und Begriffen mit bestimmten Assoziationen. Bekannt ist ja, dass die Nazis bewusst Sprache genutzt haben, um ihre Ziele zu erreichen, gerade bei der Propaganda. Daher sind so Wörter wie Lebensraum oder Volk ja auch heute noch problematisch.
Jetzt passiert das Ganze wieder. In alle Richtungen. Neuestes Beispiel: Spaziergang/ spazieren gehen. Ein total alltägliches und neutrales Wort. Bisher zumindest. Jetzt musst du echt aufpassen. Habe beispielsweise im Büro gesagt, dass ich nach der Arbeit noch n bisschen spazieren gehe und der Kollege war erstmal entsetzt und "so einen Bullshit hätte ich von dir nie erwartet". Und derweil bin ich wirklich alleine durch den Park geschlendert.
Ich finde das Ganze aber wirklich super spannend, auch aus soziologischer Sicht. Spaziergang ist ja nicht das einzige Wort. Querdenker war ja auch deutlich positiver, bis es die neurechten mit ihrer Bewegung in BaWü "gekapert" haben
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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #288 am: 13.Januar 2022, 14:45:34 »

Mir ist auch etwas während der Pandemie aufgefallen, was eigentlich immer passiert. Das symbolische Aufladen von Wörtern und Begriffen mit bestimmten Assoziationen. Bekannt ist ja, dass die Nazis bewusst Sprache genutzt haben, um ihre Ziele zu erreichen, gerade bei der Propaganda. Daher sind so Wörter wie Lebensraum oder Volk ja auch heute noch problematisch.
Jetzt passiert das Ganze wieder. In alle Richtungen. Neuestes Beispiel: Spaziergang/ spazieren gehen. Ein total alltägliches und neutrales Wort. Bisher zumindest. Jetzt musst du echt aufpassen. Habe beispielsweise im Büro gesagt, dass ich nach der Arbeit noch n bisschen spazieren gehe und der Kollege war erstmal entsetzt und "so einen Bullshit hätte ich von dir nie erwartet". Und derweil bin ich wirklich alleine durch den Park geschlendert.
Ich finde das Ganze aber wirklich super spannend, auch aus soziologischer Sicht. Spaziergang ist ja nicht das einzige Wort. Querdenker war ja auch deutlich positiver, bis es die neurechten mit ihrer Bewegung in BaWü "gekapert" haben

Sicher, dass dein Kollege dich nicht nur veräppeln wollte mit seiner Reaktion? Also beim Wort "Spazierengehen" in Zusammenhang mit Mittagspause und vor allem nicht Montags nach der Arbeit einfach so, sich dann darüber  so zu brüskieren finde ich sehr seeehr übertrieben...

Aber ich verstehe, was du meinst. Mich kotzt es einfach an, dass die Afd wahrscheinlich für immer das Wort "Alternativ(e)" in den Dreck gezogen hat.
Alternativ wurde in meiner Jugend eher assoziiert mit frei, unabhängig und allgemein einer cooleren Art Unangepasstheit und Alternative Rock beispielsweise
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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #289 am: 13.Januar 2022, 14:50:45 »

Aber ich verstehe, was du meinst. Mich kotzt es einfach an, dass die Afd wahrscheinlich für immer das Wort "Alternativ(e)" in den Dreck gezogen hat.
Alternativ wurde in meiner Jugend eher assoziiert mit frei, unabhängig und allgemein einer cooleren Art Unangepasstheit und Alternative Rock beispielsweise

Genau so versteht sich die AfD doch :D
Aktuellstes Video auf Twitter von der Storch ist auch wieder zu gruselig.
https://twitter.com/Beatrix_vStorch/status/1481209562623528965?s=20
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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #290 am: 13.Januar 2022, 15:06:24 »

Mir ist auch etwas während der Pandemie aufgefallen, was eigentlich immer passiert. Das symbolische Aufladen von Wörtern und Begriffen mit bestimmten Assoziationen. Bekannt ist ja, dass die Nazis bewusst Sprache genutzt haben, um ihre Ziele zu erreichen, gerade bei der Propaganda. Daher sind so Wörter wie Lebensraum oder Volk ja auch heute noch problematisch.
Jetzt passiert das Ganze wieder. In alle Richtungen. Neuestes Beispiel: Spaziergang/ spazieren gehen. Ein total alltägliches und neutrales Wort. Bisher zumindest. Jetzt musst du echt aufpassen. Habe beispielsweise im Büro gesagt, dass ich nach der Arbeit noch n bisschen spazieren gehe und der Kollege war erstmal entsetzt und "so einen Bullshit hätte ich von dir nie erwartet". Und derweil bin ich wirklich alleine durch den Park geschlendert.
Ich finde das Ganze aber wirklich super spannend, auch aus soziologischer Sicht. Spaziergang ist ja nicht das einzige Wort. Querdenker war ja auch deutlich positiver, bis es die neurechten mit ihrer Bewegung in BaWü "gekapert" haben

Sicher, dass dein Kollege dich nicht nur veräppeln wollte mit seiner Reaktion? Also beim Wort "Spazierengehen" in Zusammenhang mit Mittagspause und vor allem nicht Montags nach der Arbeit einfach so, sich dann darüber  so zu brüskieren finde ich sehr seeehr übertrieben...

Vielleicht ist der Kollege ein begeisterter Twitter Nutzer. Da wird ja jedes Wort auf die Goldwaage gelegt und es wird sich sehr gefreut wenn man auf den täglichen Empörungszug aufspringen kann.

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #291 am: 13.Januar 2022, 15:34:35 »

Mir ist auch etwas während der Pandemie aufgefallen, was eigentlich immer passiert. Das symbolische Aufladen von Wörtern und Begriffen mit bestimmten Assoziationen. Bekannt ist ja, dass die Nazis bewusst Sprache genutzt haben, um ihre Ziele zu erreichen, gerade bei der Propaganda. Daher sind so Wörter wie Lebensraum oder Volk ja auch heute noch problematisch.
Jetzt passiert das Ganze wieder. In alle Richtungen. Neuestes Beispiel: Spaziergang/ spazieren gehen. Ein total alltägliches und neutrales Wort. Bisher zumindest. Jetzt musst du echt aufpassen. Habe beispielsweise im Büro gesagt, dass ich nach der Arbeit noch n bisschen spazieren gehe und der Kollege war erstmal entsetzt und "so einen Bullshit hätte ich von dir nie erwartet". Und derweil bin ich wirklich alleine durch den Park geschlendert.
Ich finde das Ganze aber wirklich super spannend, auch aus soziologischer Sicht. Spaziergang ist ja nicht das einzige Wort. Querdenker war ja auch deutlich positiver, bis es die neurechten mit ihrer Bewegung in BaWü "gekapert" haben

Sicher, dass dein Kollege dich nicht nur veräppeln wollte mit seiner Reaktion? Also beim Wort "Spazierengehen" in Zusammenhang mit Mittagspause und vor allem nicht Montags nach der Arbeit einfach so, sich dann darüber  so zu brüskieren finde ich sehr seeehr übertrieben...

Vielleicht ist der Kollege ein begeisterter Twitter Nutzer. Da wird ja jedes Wort auf die Goldwaage gelegt und es wird sich sehr gefreut wenn man auf den täglichen Empörungszug aufspringen kann.

Deswegen gehört Twitter eigentlich verboten.  ;D Es tut der Menschheit nicht gut.
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Hanz Maia

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #292 am: 13.Januar 2022, 17:13:18 »

Zitat
Daher sind so Wörter wie Lebensraum oder Volk ja auch heute noch problematisch.

Problematisch ja. Wobei die Frage ist, ob man aufgrund der Nazi-Verseuchung diese Begriffe sie meiden möchte. Ggfs. haben die Nazis dadurch ja immer noch die Sprachhoheit.

Man muss ja nicht gleich davon reden, Menschen in Lagern zu konzentrieren.

Zitat
Querdenker war ja auch deutlich positiver ...

Sehr unschön, v.a. wenn man es vorher als Kompliment verstanden hat.
Schrägüberleger ist ein schlechter Ersatz. :o
Diagonalsinnierer gefällt mir da schon besser.  8)
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Benny

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #293 am: 13.Januar 2022, 18:50:23 »

Zitat
Aber ich verstehe, was du meinst. Mich kotzt es einfach an, dass die Afd wahrscheinlich für immer das Wort "Alternativ(e)" in den Dreck gezogen hat.
Alternativ wurde in meiner Jugend eher assoziiert mit frei, unabhängig und allgemein einer cooleren Art Unangepasstheit und Alternative Rock beispielsweise

Das mit der Alternative hat doch schon vor der AFD Angela Merkel entwertet, in dem sie ihre Regierungsentscheidungen (Bsp. Eurorettungspolitik, Bankenkrise) als alternativlos dargestellt hat, will heißen: Es gibt gar keine Alternativen zu Regierungsentscheidungen. Das setzt sich auch bis heute fort siehe Coronamaßnahmen, da werden auch alle Maßnahmen als alternativlos dargestellt. Aber nicht nur die Rechten benutzen Sprache zu ihrem Zwecke, auch die Medien tun sich gütlich daran Bsp. Impfdurchbruch. Das Wort Durchbruch ist positiv konnotiert (Bsp. Wir haben den Durchbruch geschafft. oder Der Durchbruch bei den Koalitionsverhandlungen). Dabei ist Impfdurchbruch nur ein Euphemismus von Impfversagen. Wer einen Impfdurchbruch hat, bei dem hat der Impfschutz versagt. Aber ein Wort zu benutzen, bei dem Impfen direkt neben Versagen steht, macht sich natürlich nicht gut für die Impfkampagne, deswegen eben der Durchbruch. Oder Altersheim. Keiner sagt heute mehr Altersheim, weil das Wort ´alt´ im hiesigen Kulturraum mit ´krank´und´nicht mehr am Wertschöpfungsprozess teilnehmend´ in Verbindung gebracht wird. Klartext: Man steuert nichts mehr zum BSP bei und kostet nur noch Geld. Deswegen heißt das heute ´Seniorenresidenz´. Und last but not least die ´Wiedervereinigung.´ Rein formaljuristisch handelte es sich dabei um einen Anschluss, nämlich den Anschluss der DDR mit seinem sozialistischen Wirtschaftssystem an die BRD. Aber ´Anschluss´ klingt erstens nicht sonderlich romantisch für ein solch historisches Ereignis und weckt zweitens natürlich Erinnerungen an Österreich im Jahre 1938. Deswegen hat man sich die ´Wiedervereinigung´ einfallen lassen.
Im Propagandasprech der DDR finden sich auch viele interessante Beispiele. Die Mauer, an der flüchtende Menschen erschossen wurden, wurde als ´antifaschistischer Schutzwall´ bezeichnet. Schon ein merkwürdiger Schutz, wenn man Leute erschießen muss, die zu denen flüchten wollen, vor denen man sie eigentlich beschützen will.
 Die Stasi war die ´Staatssicherheit´, obwohl es sich dabei weniger um einen Sicherheits- als eher um einen Repressionsapparat gehandelt hat aber ´Sicherheít´ klingt natürlich um einiges angenehmer. Warum soviel Wind um das Wort ´Volk´gemacht wird, verstehe ich allerdings nicht. In der DDR, dem antifaschistischen Deutschland, war das Wort ´Volk´ durchaus gebräuchlich und auch massenmedientauglich. Es gab ja auch die ´Volkskammer´, in der aber das Volk in der Realität wenig zu suchen hatte, weil das Parlament aus Kaderköpfen bestand. Oder die ´Volkspolizei´, die allerdings auch eher gegen als für das Volk eingesetzt wurde. Ebenso war das Militär die ´Volksarmee´ und die ´Völkerfreundschaft´ war sozusagen Regierungsprogramm. Mit dem Wort ´Volk´ hatte man in der DDR keinerlei Berührungsängste.      Wenn man als Westbürger in die DDR fuhr, musste man für jeden Tag, den man dort verbrachte, einen verbindlichen Betrag an Westknete 1:1 in Ostknete umtauschen. Das nannte sich offiziell ´verbindlicher Mindestumtausch´, obwohl es de-facto nichts anderes war als ein ´Zwangsumtausch´ oder ´Eintrittsgeld´. Und so könnte man noch endlos weitermachen....
« Letzte Änderung: 13.Januar 2022, 18:58:46 von Benny »
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Rejs

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #294 am: 13.Januar 2022, 19:24:35 »

Zitat
Aber ich verstehe, was du meinst. Mich kotzt es einfach an, dass die Afd wahrscheinlich für immer das Wort "Alternativ(e)" in den Dreck gezogen hat.
Alternativ wurde in meiner Jugend eher assoziiert mit frei, unabhängig und allgemein einer cooleren Art Unangepasstheit und Alternative Rock beispielsweise

Das mit der Alternative hat doch schon vor der AFD Angela Merkel entwertet, in dem sie ihre Regierungsentscheidungen (Bsp. Eurorettungspolitik, Bankenkrise) als alternativlos dargestellt hat, will heißen: Es gibt gar keine Alternativen zu Regierungsentscheidungen. Das setzt sich auch bis heute fort siehe Coronamaßnahmen, da werden auch alle Maßnahmen als alternativlos dargestellt. Aber nicht nur die Rechten benutzen Sprache zu ihrem Zwecke, auch die Medien tun sich gütlich daran Bsp. Impfdurchbruch. Das Wort Durchbruch ist positiv konnotiert (Bsp. Wir haben den Durchbruch geschafft. oder Der Durchbruch bei den Koalitionsverhandlungen). Dabei ist Impfdurchbruch nur ein Euphemismus von Impfversagen. Wer einen Impfdurchbruch hat, bei dem hat der Impfschutz versagt. Aber ein Wort zu benutzen, bei dem Impfen direkt neben Versagen steht, macht sich natürlich nicht gut für die Impfkampagne, deswegen eben der Durchbruch. Oder Altersheim. Keiner sagt heute mehr Altersheim, weil das Wort ´alt´ im hiesigen Kulturraum mit ´krank´und´nicht mehr am Wertschöpfungsprozess teilnehmend´ in Verbindung gebracht wird. Klartext: Man steuert nichts mehr zum BSP bei und kostet nur noch Geld. Deswegen heißt das heute ´Seniorenresidenz´. Und last but not least die ´Wiedervereinigung.´ Rein formaljuristisch handelte es sich dabei um einen Anschluss, nämlich den Anschluss der DDR mit seinem sozialistischen Wirtschaftssystem an die BRD. Aber ´Anschluss´ klingt erstens nicht sonderlich romantisch für ein solch historisches Ereignis und weckt zweitens natürlich Erinnerungen an Österreich im Jahre 1938. Deswegen hat man sich die ´Wiedervereinigung´ einfallen lassen.
Im Propagandasprech der DDR finden sich auch viele interessante Beispiele. Die Mauer, an der flüchtende Menschen erschossen wurden, wurde als ´antifaschistischer Schutzwall´ bezeichnet. Schon ein merkwürdiger Schutz, wenn man Leute erschießen muss, die zu denen flüchten wollen, vor denen man sie eigentlich beschützen will.
 Die Stasi war die ´Staatssicherheit´, obwohl es sich dabei weniger um einen Sicherheits- als eher um einen Repressionsapparat gehandelt hat aber ´Sicherheít´ klingt natürlich um einiges angenehmer. Warum soviel Wind um das Wort ´Volk´gemacht wird, verstehe ich allerdings nicht. In der DDR, dem antifaschistischen Deutschland, war das Wort ´Volk´ durchaus gebräuchlich und auch massenmedientauglich. Es gab ja auch die ´Volkskammer´, in der aber das Volk in der Realität wenig zu suchen hatte, weil das Parlament aus Kaderköpfen bestand. Oder die ´Volkspolizei´, die allerdings auch eher gegen als für das Volk eingesetzt wurde. Ebenso war das Militär die ´Volksarmee´ und die ´Völkerfreundschaft´ war sozusagen Regierungsprogramm. Mit dem Wort ´Volk´ hatte man in der DDR keinerlei Berührungsängste.      Wenn man als Westbürger in die DDR fuhr, musste man für jeden Tag, den man dort verbrachte, einen verbindlichen Betrag an Westknete 1:1 in Ostknete umtauschen. Das nannte sich offiziell ´verbindlicher Mindestumtausch´, obwohl es de-facto nichts anderes war als ein ´Zwangsumtausch´ oder ´Eintrittsgeld´. Und so könnte man noch endlos weitermachen....




Ich kann deine Gedanken nachvollziehen, finde aber deine Wahl an Beispielen, gerade die ersten, doch etwas unglücklich.


Durchbruch ist ein Wort das meiner Meinung nach (Achtung: Sprache ist subjektiv!) eher negative Tendenzen aufweist. Frage mal einen Menschen mit Blinddarmdurchbruch, ob das jetzt was positives ist? Oder einen Anrainer an einem Fluss, wenn der Damm durchbricht. Daher ist der Begriff "Impfdurchbruch" nun alles, aber kein Euphenismus. Ein Erreger bricht ganz einfach durch die Schutzmauer. Auch ist es grob falsch zu sagen, dass der Impfschutz versagt hätte. Gerade bei Covid sorgt der Impfstoff nicht in erster Linie für das Ausbleiben einer Infektion, sondern viel eher für eine Linderung der Symptome. Und gerade letzteres ist auch wunderbar belegt und hat wohl schon tausenden Menschen das Leben gerettet. Versagen ist was anderes, da ja auch nie eine 100%ige Sicherheit kommuniziert wurde. Mir ist auch bekannt, dass der Begriff Impfversagen durchaus benutzt wird und der kann dann auch verwendet werden, wenn der Impfstoff eine vollständige Unterdrückung einer Infektion oder Ansteckbarkeit erreichen soll.
Auch Wiedervereinigung ist doch ein logischer Begriff. Der soll eben ausdrücken, dass wiedervereinigt wurde, was aus der damaligen Sicht irgendwie zusammengehört hat(auch wenn da Historiker riesen Spaß mit der Aussage hätten).


Bei der AfD und den Querdenkern fällt eben auf, dass sie nicht, wie du bei der Wiedervereinigung und den anderen Beispielen andeutest, negativ belastete Begriffe vermeiden wollen, sondern das gezielt als positiv angesehene Begriffe genutzt werden, um das eigene Handeln massentauglich zu machen.  Das dient in erster Linie nicht dazu, wie beim Beispiel Wiedervereinigung zu sehen, um mögliche "Shitstorms" wegen des negativ belasteten Begriffs zu vermeiden, sondern gezielte "normale" Bürger für die eigene Ideologie einzunehmen. Da soll eben gezeigt werden, dass die kritischen Aktivitäten von Querdenkern etc. ja eigentlich was ganz normales und tolles sind. Da wird ein Protest, der teilweise von rechtsextremen Hintermännern organisiert wird, als eben etwas ganz normales dargestellt. Dadurch sollen dann Anhänger gewonnen werden, weil auf diesen "Spaziergängen" ja ganz normale Leute etwas ganz normales machen.
Ebenso beim Begriff "Querdenker"! Hanz Maia hat ja auch schon geschrieben, dass der Begriff ein Kompliment war. Viele Akteure aus der Forschung oder im Kreativbereich haben sich als Querdenker bezeichnet, weil sie neue und innovative Ideen vorangetrieben wurden, die bestehende Strömungen umgingen. Jetzt wurde aber der Begriff für Wissenschafsfeindlichkeit und Protest genutzt. Die Stimmung, die die ursprüngliche Querdenken-Bewegung ausgestrahlt hat, war ja von Anfang an aggressiv. Da wurden keine innovativen Ideen vorangetrieben, da ging es einfach nur darum, dagegen zu sein.
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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #295 am: 13.Januar 2022, 23:22:22 »

Für mich ist Krise so ein Wort das von den Medien zu häufig verwendet wird und man mittlerweile nicht mehr braucht. Passt zwar nicht 100% zu den Beispielen aber ging mir vor kurzem mal durch den Kopf.
Frau Merkel war die Bundeskanzlerin der Krise. Als Herr Scholz kurz vor der Übernahme des Amtes stand und es in der Ukraine brodelte titelte der DLF, dass die Amtszeit von Herr Scholz direkt mit mehreren Krisen beginnt. Corona, Ukraine und Flüchtlinge (Das war das Thema im Ärmelkanal).
Ich will dabei die Themen aber nicht kleinreden. Vielleicht sind das alles vergleichbare Vorgänge die man unter Krisen zusammen fassen kann. Aber wenn alles Krisen sind braucht man ein neues Wort für den schlimmeren Fall, da die Krisen von heute irgendwie Alltag sind. In so einem Regierungsjahr kommen dann gut und gerne 50 Krisen zusammen, um die man sich irgendwie kümmern musste. Da verliert das Wort für mich seine Bedeutung.


Man kann nie verhindern, dass Wörter bestimmte Konotationen erhalten wenn man sie nutzt. Die AFD und Querdenker machen das nicht absichtlich und mit dem Ziel Wörter wegzunehmen. Sollen sie sich hinstellen und sagen: "Hier protestieren nur schlechte Menschen. Bitte machen Sie mit, wenn Sie dazu gehören."?  ;) Aus ihrer Sicht verhalten sie sich korrekt und jeder sollte sich ihnen anschließen. Natürlich nutzen sie dafür positive Worte. Das ist vom Ziel einem Vorgang wie der Wiedervereinigung einen positiven Klang zu geben nicht weit weg. Das ist quasi Marketing das überall und von jedem eingesetzt wird. Natürlich auch von Nazis, Querdenkern oder AFDlern.
Das ein Großteil der Bevölkerung (hoffe ich) denkt, dass Wörter die von ihnen genutzt werden verbrannt sind, zeigt für mich allerdings, dass es einen gewaltigen Widerstand gibt. Und dieser Widerstand beginnt schon an der Wurzel, nämlich bei der Anwendung der Sprache. Das ist zwar bedauerlich für die Worte aber für mich ein gutes Zeichen.


Edit:
Der Duden teilt sich übrigenes direkt bei euren Beispielen in Sachen Durchbruch. Die Beispiele dort sind:
        der Durchbruch eines Zahnes
        dem Feind glückte der Durchbruch
        〈in übertragener Bedeutung:〉 ihm gelang der Durchbruch zur Spitzenklasse
        〈in übertragener Bedeutung:〉 einer Sache zum Durchbruch (Erfolg) verhelfen
Benny hat recht, dass der Durchbruch im übertragenen Sinne eher positiv ist. Aber im eigentlichen Sinne wird ein Ding durchbrochen und ob das positiv oder negativ ist kommt stark darauf an was wovon durchbrochen wird. Im Falle des Impfdurchbruchs spricht man also von einem Durchbruch im eigentlich und nicht im übertragenen Sinn.
Der Ausdruck wurde auch nicht erst von den Medien im Rahmen der aktuellen Corona Pandemie erfunden sondern hatte schon früher seinen Durchbruch (eigentlich) in den Sprachgebrauch. Die Corona Pandemie verhielf ihm aber zum Durchbruch (übertragen).
Ich hör jetzt auf damit...
« Letzte Änderung: 13.Januar 2022, 23:47:58 von DragonFox »
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BlueSnakeRD

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #296 am: 14.Januar 2022, 09:04:11 »

Also wenn es bei der Wehrmacht hieß "der Feind hat einen Durchbruch auf Höhe Brest-Litowsk erzielt," war das sicherlich für die Zuhörer nicht positiv konnotiert. Durchbruch ist ein Kontextwort.

Sprache hatte, hat und wird wohl immer Euphemismen und Schönrederei haben.

Finde es auch bedenklich, dass heute alles gleich "Krise" ist. Erinnert mich an eine Aussage zum Ahrtaldesaster, als Jemand im Bekanntenkreis meinte - paraphrasiert: "Mich wundert das nicht (Ausmaß der Katastrophe). Die Leute kriegen jahrelang im Radio und TV was von *Jahrhundertflut* erzählt und *sinflutartigen Regenfällen.* Und wenn dann wirklich mal was ernstes angekündigt wird, hört keiner mehr zu."

"Wölfe, Wölfe," schrie er, bis mal wirklich Wölfe kamen.
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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #297 am: 14.Januar 2022, 17:13:30 »

Am Mittwoch meine dritte Impfung(3xPfizer) bekommen. Die beiden Male davor überhaupt keine Nebenwirkung gehabt.

Um drei in der Früh wache ich auf. Mir war eiskalt, Schüttelforst und später dann noch Gelenksschmerzen. Das erste Mal dass ich in einer heißen Badewanne gesessen bin, in der mir kalt war.

Hat sich angefühlt, als würde man nackt in der Arktis stehen. Am frühen Nachmittag dann alles vorbei.
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Rejs

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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #298 am: 14.Januar 2022, 18:43:13 »

Am Mittwoch meine dritte Impfung(3xPfizer) bekommen. Die beiden Male davor überhaupt keine Nebenwirkung gehabt.

Um drei in der Früh wache ich auf. Mir war eiskalt, Schüttelforst und später dann noch Gelenksschmerzen. Das erste Mal dass ich in einer heißen Badewanne gesessen bin, in der mir kalt war.

Hat sich angefühlt, als würde man nackt in der Arktis stehen. Am frühen Nachmittag dann alles vorbei.


Ich muss auch sagen, dass es mich doch schwerer als gedacht erwischt hat. Hatte jetzt nach 2 Mal Biontech den Moderna bekommen und ja. Auch heute Nacht aufgewacht und gedacht, dass ich erfriere. Also mit Pulli, Jogginghose, dicken Wollsocken im Bett gelegen, minimal besser. Dann morgens auch starke Kopfschmerzen und vor allem Übelkeit. Mein Körper war auch mit Leitungswasser maximal überfordert. Nach einem Tag im Bett geht es aber jetzt wieder einigermaßen. Bin nur noch schlapp und die Einstichstelle macht sich deutlich bemerkbar. Ich will aber hier nicht jammern. Das war mir jetzt alles viel lieber als dann irgendwann an einem Beatmungsgerät zu hängen.
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Re: Die Corona-Pandemie geht mir auf den Sack, denn...
« Antwort #299 am: 14.Januar 2022, 19:45:15 »

Die Kapitalismus-/Sozialismus-Diskussion findet ihr jetzt hier: https://www.meistertrainerforum.de/index.php/topic,28647.0.html