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[FM 20 bis 24] Lavayeuxs Europatour - Die Geschichte eines Luxemburgers
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Noergelgnom:
(click to show/hide)@Elemotion:
Danke! Ja, die Finanzen sind in der Tat aktuell kein Problem - inwiefern das auf mittlere Sicht so bleibt, muss ich mal sehen, irgendwann werden die Stammspieler wohl leider nicht mehr zu "Drittligagehältern" bleiben wollen, wenn sie aus Kopenhagen oder dem Ausland hochdotierte Angebote bekommen.
Mal schauen. :)

@Sonzee87:
Vielen Dank - und joa, das war schon herausragend gut, auch wenn der Sportdirektor mit einigen wirklich guten transfers da ordentlich Anteil dran hatte. Das läuft ebenfalls besser als erwartet.^^

@knufschu:
Morale Manager 2024 - es ist immer wieder das gleiche. Ist die Moral grün, kannst Du Dir kleine taktische Fehler erlauben und es funzt dennoch. Ist sie gelb, orange oder gar rot, wird es deutlich schwieriger bis unmöglich. Dann kann es sogar passieren, dass Du mit Gegenpressing-Taktiken mal verlierst. *hier Zynismus-Smiley einsetzen, weil nicht jede Gegenpressing-Taktik automatisch ein "I win!"-Cheat ist und ich das natürlich auch weiß :) *

@Muffi:
Danke - und nö, Meister wird Frem vorerst nicht, das kann ich mir bei der Übermacht, die Kopenhagen selbst gegenüber dem "Zweiten Leuchtturm" Nordsjælland zeigt, wirklich nicht vorstellen.
Wenn wir ab sofort regelmäßig unter die ersten sechs kommen, ist schon extrem viel gewonnen (vor allem finanziell, aber auch im Hinblick darauf, dass der Klassenerhalt dann ja schon sehr früh feststeht)

@Bayernfahne:
Danke, danke - ich freu mich, dass es noch immer ein Vergnügen ist, Gerards chaotisches Leben zu verfolgen.
Zu den internationalen Plätzen Dänemarks gibts im unten stehenden Update ein paar Infos, vielleicht reicht Dir das ja? ^^





future tense
Valby/Kopenhagen, Meisterrunde 2047/2048

Meisterrunde.
Und wir sind dabei!
Unfassbar - also wirklich, im wahrsten Sinne, unfassbar. Vor drei Jahren spielte Frem noch gegen den Abstieg in der dritten Liga.

Mads R. und ich sind uns nach einen wirklich kurzen Gespräch einig, was unsere Anforderung an die Mannschaft angeht: Wir wollen in allen Spielen einfach zeigen, dass wir zurecht in den Top 6 stehen - und intern (also wirklich nur in der Kabine) äußern wir den leisen Wunsch, vielleicht einen aus Aalborg/Lyngby hinter uns zu lassen und also nicht Letzter in der Meisterrunde zu werden.

Mit diesen Worten schicken wir die Jungs ins fünftletzte Heimspiel der Saison gegen den Tabellendritten Midtjylland.
Die Gäste haben bereits 6 Punkte Rückstand auf den Zweiten und satte 21 (!) auf Tabellenführer FC Kopenhagen.
(Wie der diesjährige Meister wohl heißen wird, ist also aller Voraussicht nach eine Frage, deren Antwort am Saisonende niemanden überraschen wird - außer vielleicht denjenigen, die jeden Morgen aufs Neue fassungslos feststellen, dass die Sonne aufgegangen ist.)

Wie sich zeigt, verspürt das Team aus Midtjylland ordentlich Druck ... und kann damit gar nicht mal sooo gut umgehen.
Sie vergeben zwei, drei gute Chancen, können unseren Führungstreffer (durch den zum Saisonende scheidenden Hillgren) nur mit viel Glück ausgleichen (weil besagter Hillgren sich so unglücklich anschießen läßt, dass der Ball am hechtenden Keeper vorbei in die Maschen hoppelt) ... und haben am Ende dennoch Pech, nicht wenigstens einen (verdienten!) Punkt mitzunehmen, weil unser Nachwuchsjuwel Bond mit Ablauf der regulären Spielzeit eine Peron-Flanke ins Tor wuchtet, dass es nur so eine Freude ist.
Also für uns, nicht für Midtjylland.

Das sind gleich zum Auftakt also mal drei eher nicht eingeplante Punkte.
Cool, darf so weitergehen!

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Und wenn es so weitergeht, dann natürlich besonders gern in einem Derby!
"Auswärts" bei Lyngby - eines der berüchtigten "wichtigsten Spiele für die Fans" in einer Saison.
Die Partie geht denkbar beschissen los, denn nach 7 Minuten foult Palade im Sechzehner Gästestürmer Rasmussen derart ungestüm, dass der Schiedsrichter geradezu zum Pfeifen gezwungen wird.
Der Gefoulte tritt selbst an - und verwandelt cool ins linke untere Eck.

Wie sich herausstellt, ist das der Auftakt für einen bitteren Abend - allerdings für Lyngby, nicht für uns!
Dragic und eine 60-Sekunden-Doppelschocker durch Johannsen und Peron bringen uns bereits zur Pause mit 3:1 in Front, nach einer reichlichen Stunde legen wir einen weiteren extrem schnellen Doppelpack nach.
Das 2:5 wenige Minuten später ist nur noch belanglose Ergebniskosmetik.
Während die Heimfans danach augen- und ohrenscheinlich not amused sind, fahren wir die paar Kilometer zurück in den Süden und haben allerbeste Laune.

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Denn diese Maximalausbeute aus den ersten beiden Spielen hat für eine grandiose Ausgangslage vor der ersten von wahrscheinlich mehreren Niederlagen in dieser Meisterrunde gesorgt.
Denn seien wir ehrlich - auswärts, beim FC Kopenhagen, wo alleine Abwehrchef Nico Mühlbauer mit 4,2 Millionen Euro genausoviel verdient wie alle unsere Spieler (in allen Mannschaften bis runter zur U19) zusammengenommen (!) verdient, was wird uns da wohl erwarten?
Alles andere als eine klare Niederlage wäre doch eine Sensation.

Genau so kommt es dann auch. Das einzige, was ein bißchen überraschend ist, ist das Endergebnis.
Denn das wir hier nur 0:2 verlieren, liegt weniger an uns als vielmehr an einer gewissen übertriebenen Lässigkeit des Tabellenführers, der sogar einen Elfmeter verschießt (allerdings die nachfolgende Ecke dann leider doch zum 1:0 nutzt).
Wir verzeichnen einen xG von 0,15 (!) undfahren in dem Bewußtsein heim, dass wir mit der Meisterschaft einfach nichts zu tun haben.
Was uns nicht überrascht.

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Trotz dieser Niederlage haben wir jedenfalls wenig Grund, die Köpfe hängenzulassen, denn die Tabelle sieht wirklich gut aus.
Und das hat mehrere Gründe.
Zum einen ist unser aktueller Platz natürlich an sich schon großartig.
Aber er wird noch großartiger durch einige kleine Informationen:
mit dem FC Kopenhagen und dem FC Nordsjælland bestreiten die beiden stärksten Teams der Meisterrunde auch das Pokalfinale.
Das bedeutet, dass der Europa-League-Startplatz für den Pokal an den Drittplatzierten in der Liga geht, weil Dänemark nach einigen herausragenden Europapokaljahren zwei Champions-League-Startplätze besitzt.
(Ich erinnere mich aus Saragossa zum Beispiel noch an ein gewisses ECL-Finale gegen ... Kopenhagen.)
Und das wiederum heißt, dass wir aktuell auf dem Tabellenplatz stehen, der für die Teilnahme am ... EUROPA-LEAGUE-PLAYOFF berechtigt!
Da geht mir doch sofort wieder der Ausdruck "unfassbar" durch den Kopf.

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Natürlich hat diese Konstellation auch ihre Tücken.
Zum einen wissen auch die anderen drei Mannschaften, die den CL-Startplatz nicht schon (quasi) sicher haben, dass Platz vier nunmehr das Mindestziel darstellt - und zum anderen kann uns bereits eine weitere Niederlage im nächsten Spiel wieder auf Rang 6 abrutschen lassen.
Und da hilft es überhaupt nicht, dass diese nächste Ligabegegnung ein Heimspiel gegen den Zweitplatzierten, als den FC Nordsjælland, ist.
Auch hier ist jeder Punktgewinn eigentlich nur ein (nicht eingeplanter) Bonus.

Und genau so läuft auch diese Partie.
Womöglich sind diese 90 Minuten sogar noch ein bißchen einseitiger als das vorherige Spiele - und dennoch ärgern wir uns nach dem Schlußpfiff maßlos über einen unnötig hergeschenkten Punkt.
Warum?
Weil wir bis fast in die Schlußphase hinein das angestrebte 0:0 halten - um die Gäste dann durch zwei haarsträubende Slapstick-Fehlerketten (inklusive mehrfachen Anschießens des Mitspielers) förmlich um Gegentore anzubetteln.
Seufz.

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Das bedeutet natürlich, dass wir nun statt eines relativ entspannten Spiels gegen Aalborg ein ganz und gar nicht entspanntes Spiel gegen Aalborg vor der Brust haben, denn wenn wir verlieren, rutschen wir in der Tabelle hinter sie zurück.
Und das kann doch keiner wollen!

Zum Glück habe ich noch einige der Entspannungs-, Meditations- und Konzentrationsübungen im Kopf, die uns damals in Saragossa geholfen haben, die Mannschaft im Saisonendspurt die richtigen Prioritäten zu setzen.
Wie war das noch?
Ach ja: "Zähne fletschen und sich den Gegenspieler als leckeres Steak vorstellen, in das man gerne seine Zähne schlagen möchte".
Sehr entspannend, sehr meditativ - und vor allem ungeheuer sportlich, jaja.

Und es funktioniert.
Also zumindest so ein bißchen.
Wir zeigen eine fast slapstickfreie Vorstellung - und die einzige Einladung an den Gegner sprechen wir auch erst kurz vor dem Schlußpfliff aus, so dass das Gegentor zwar ärgerlich ist (unser Torverhältnis ist sowieso schon sehr ausbaufähig!), aber die drei Punkte behalten wir dennoch.
Puh!

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Die Presse reibt sich inzwischen ob des immer knapper werdenden Europapokalplatzierungsrennens die schweißnassen Hände und recherchiert auch noch den unsinnigsten Unsinn für den drölfzigsten Artikel, denn alles, was dieser tage irgenwo in Dänemakr über Fussball geschrieben wird, wird auch gekauft.
Selbst ein unter Zuhilfenahme von Lebensmittelfarbe, Aktivkohle und Zellulose zusammengemixter "McMeister"-Burger in einer leidlich bekannten Burgerbraterei finden reißenden Absatz (allerdings bei den meisten Kunden nur einmal, da das "Backwerk" erst Verstopfung hervorruft und eine halbe Stunde später dann abführend wirkt.
Ums mit dem MAD-Magazin zu sagen: "WÜRG!")

Zu den exotischeren Informationen zählt dabei die Nachricht, dass der Luxemburger Gerard Lavayeux beim Heimspiel gegen Lyngby BK seinen eintausendeinhundertsten Rumpelstilzchen-Gedächtnistanz bei einem Pflichtspiel an der Seitenlinie aufführen wird.

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Vor diesem mit Spannung erwarteten Jubiläumsauftritt müssen wir allerdings noch zum auf dem Papier drittschwersten Auswärtsspiel der Meisterrunde, nämlich nach Midtjylland.
Die sind ausweislich der markigen Ansagen ihres Trainer auf der Spieltags-Pressekonferenz immer noch echt angefressen über die Niederlage am ersten Spieltag und "werden uns mal dafür erkenntlich zeigen", wie der Übungsleiter poltert.

Was zunächst nach übler Drohung klingt, stellt sich im Spiel dann als wirklich nette Geste heraus.
Offenbar finden sie es gar nicht in ordnung, wenn immer wir den Abwehrslapstick aufführen - und deswegen legen sie sich diesmal zwei Tore fast selbst ins Netz. Dass Ruiz und Peron auf dem offiziellen Spielberichtsbogen als Torschützen aufgeführt werden, kann ich mir nur mit einem sehr seltsamen Humorverständnis des Unparteiischen erklären, denn bei beiden Treffern würde ich dem Abwehrchef bzw dem Keeper der Gastgeber mal mindestens 75% des Scorerwerts gönnen ....

Im Endeffekt natürlich wurscht, die beiden Tore reichen für einen so ganz und gar nicht erwarteten Auswärtssieg, der uns in der Tabelle auch ordentlich weiterhilft.
(click to show/hide)(Die Tabelle wird aus Gründen einer aufrechtzuerhaltenden Spannung vorerst nicht eingeblendet. Der Programmdirektor bittet hierfür nicht um Entschuldigung, weil das kein Versehen, sondern pure hinterhältige Absicht ist.)
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Derby und Jubiläum - an diese Kombination hab ich ja nun nicht die allerbesten Erinnerungen.
Und nach dem Spiel bin um eine solche Erinnerung reicher.
Wir spiele nLyngby in der ersten Stunde regelrecht an die Wand, treffen aber nur zweimal  (einmal selbst, beim zweiten Treffer zwingen wir Rechtsverteidiger Sokolowsky regelrecht zu einem Eigentor.)
Zusätzlich treffen Peron, Brand, Rakic, Camara und Dragic allesamt je einmal Pfosten oder Latte (!!) - fünf Fast-Tore, die mit insgesamt ungefähr 0,2 in den xG-Wert eingehen, weil die Schüsse allesamt von außerhalb des Strafraums abgegeben wurden.

Nach 61 Minuten muß Camara nach einem Presschlag raus, drei Minuten später erwischt es auch seinen Sechser-Kumpel Brand.
Und mit den Ersatzleuten Sütö und Lorenzo auf der Doppelsechs kommen die Gäste leider deutlich besser zurecht und auch immer öfter gefährlich vors Tor.
Logische Folge:
Zwei Gegentore ... und in der 91. fast noch der komplette Knockout, aber Gästestürmer Rasmussen scheitert zum Glück ... am Pfosten.
Hätten wir hier gewonnen ... aber hach. Hätte, wäre, wenn - da wußte ja schon Fussballphilosoph Lothar Matthäus das eine oder andere dazu zu sagen...

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Statt mit dem Rückenwind eines (verdienten) Derbysiegs gehen wir nun also mit der Bürde eines leichtfertig verspielten Derbysiegs ins Heimspiel gegen den FC Kopenhagen.
Die sonstigen Ansetzungen dieses Spieltags lassen es möglich erscheinen, dass wir auf Platz 6 abrutschen, wenn wir - wie es ja wieder mal zu erwarten ist - gegen den schier übermächtigen Gegner verlieren.
Ich schwöre die Jungs also darauf ein, defensiv konzentriert zu arbeiten.

...
....
.....

Nach dem Spiel verweigere ich zum ersten Mal in meiner Zeit als Frem-Kopenhagen-Trainer ein Interview.

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Vorletztes Spiel der Meisterrunde, auswärts beim FC Nordsjælland.
Es ist noch nichts verloren, das heimliche Ziel Platz 5 ist weiterhin erreichbar, aber wenn wir die letzten beiden Partien genauso herschenken wie das Spiel gegen Kopenhagen, seh ich schwarz.

Zum Glück hat die Mannschaft genügend Kampfgeist übrig, um sich mit aller Macht der zweiten Niederlage in Folge entgegenzustemmen - und wir haben auch endlich mal das Glück auf unserer Seite.
Rein statistisch betrachtet hätten die Gastgeber hier drei oder vier zu eins gewinnen müssen, stattdessen ärgern wir uns nach dem Spiel, dass nach einem ultraspäten Gegentor "nur" ein Punkt ist, den wir mitnehmen!
Was dieser Punkt wert ist, wird man erst nach dem letzten Spieltag sehen, aktuell ist alles extrem eng beieinander.

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Letzter Spieltag - und die überraschende Frage lautet tatsächlich: "schafft es der als Absteiger erwartete BK Frem Kopenhagen, sich für die Gruppenphase der Europa League zu qualifizieren?"

Eine Frage, die die Spieler eher lähmt als beflügelt, wie sich zeigt.
Aalborg, für die es nach einer rabenschwarzen Meisterrunde außer der Ehre um nichts mehr geht, rennt sich die Seele aus dem Leib und gewinnt völlig verdient mit 2:0.

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Das ärgert uns kurz, dann hören wir, dass Lyngby beim FC Kopenhagen verloren hat und hinter uns bleibt!

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Und kurz darauf stellen wir dann fest, dass wir dennoch nicht für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert sind, sondern "nur" fürs Playoff.
Was allerdings auch bedeutet, dass wir auf jeden Fall die Gruppenphase der Conference League sicher haben!

Der Vorrunden-Dritte FC Midtjylland wird nach katastrophalen 3 Punkten in 10 Meisterrundenspielen noch auf Platz 6 durchgereicht, Aalborg holt auch nur 8 Punkte, sichert sich damit aber immerhin die Qualifikation für die ... äh .... Qualispiele zur Conference League..
Und Lyngby ergattert immerhin 10 Zähler - was aber eben nicht für Platz 3 reicht, weil BK Frem Kopenhagen sensationelle 14 Zähler (4 Siege, 2 Unentschieden) erkämpft und mit Midtjylland die Plätze tauscht.

Mir geht schon wieder "unfassbar!" durch den Kopf.

(click to show/hide)(Ausblick in den Juli - während Lyngby BK in der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League das Hammerlos Feyenoord Rotterdam gezogen hat, stehen zwischen uns und den Fleischtöpfen "nur" die Iren von Dundee United.)

Zurück in die Gegenwart - während wir ausgelassen feiern, sind die Mannen von Odense BK am Boden zerstört, denn sie rutschen noch auf den vorletzten Platz zurück und steigen damit zusammen mit Vendsyssel FF ab!

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Für die neue Saison, das sagt uns Präsident Martin schon mal zu, werden wir ein deutlich großzügigeres hGehaltsbudget erhalten, denn wir haben durch Teilnahme- und Platzierungsprämien der Superliga und durch die TV-Einnahmen etwa zehn Millionen Euro mehr eingenommen als in der Vorsaison - und für die Conference-League-Gruppenphasen-Qualifikation (die uns ja nicht mehr zu nehmen ist), fließen auch mindestens anderthalb Millionen Euro.

Darüberhinaus - das fällt dann aber schon nicht mehr unter die Rubrik "gute Nachrichten" - gibt es für mehrere unserer Schlüsselspieler erste konkrete Angebote: der FC Everton bietet für Bond, der VfB Stuttgart für Wæver.
Wir können dort mit mindestens 3-4 Millionen Euro Extraeinnahmen rechnen, die uns bei der Suche nach geeigneten Nachfolgern hoffentlich helfen werden.

(click to show/hide)

Ein Blick auf die Stammelf der abgelaufenen, äußerst erfolgreichen Saison zeigt uns, dass wir rein nominell nur durch den Bond-Abgang ein echtes Loch zu erwarten haben.
Da Sütö das nötige Niveau (oder besser die nötige Konstanz) für die Liga aber öfter vermissen läßt, soll auch da Verstärkung her.
Und außerdem brauchen wir auf den meisten Positionen Backup, die qualitätiv besser sind als die Drittligakicker, die sich aktuell teilweise noch im Kader tummeln.
Da hat Mads H. eine schöne Stange Arbeit vor sich!

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Als allerletztes noch eine wirklich melancholisch stimmende Nachricht:

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Jakob Søjberg hat knapp anderthalb Dekaden lang seine Knochen für Frem hingehalten und wird nun im Rahmen eines Abschiedsspiels sein Karriereende "feiern".
Und natürlich wird er in die kleine, aber hoch in Ehren gehaltene Riege der Vereinslegenden aufgenommen!
Noergelgnom:


lady in black
Valby/Kopenhagen, Ende Februar 2049

Als ich in den Meetingraum komme, sitzen sie alle schon da und ihre Köpfe drehen sich unisono zur Tür - und damit zu mir - um.

Martin winkt mich heran und deutet auf den freien Platz neben sich.
"Schön, dass Du da bist. Setz Dich, dann können wir anfangen."
Ich nicke und nehme Platz.
Martin wartet, bis ich sitze und nickt dann Mads H. zu.
Dieser schaut uns alle nacheinander kurz an und erhebt die Stimme.
"Joa, die Hälfte der Saison ist vorbei und ich denke, sie läßt sich ganz gut mit 'Licht und Schatten' überschreiben. Ich fang mal mit den Finanzen an. ... Wir haben in den letzten 10 Monaten - also seit die Teilnahme am Europapokal feststand - fast 4 Millionen Euro an Ablösesummen und Handgeldern in die Mannschaft investiert, haben im gleichen Zeitraum aber auch fast 15 Millionen Euro eingenommen, den Löwenanteil davon durch die drei Abgänge von Gunnar Bond, Kristoffer Wæver und Tiago Bondoso.
Unser Gehaltsbudget ist im gerade zuendegegangenen Wintertransferfenster noch einmal angehoben worden, wir geben für alle Mannschaften zusammengenommen inzwischen etwa das vierfache dessen aus, was wir beim Aufstieg an Kosten hatten. Dennoch sind unsere Finanzen mit Fug und Recht als 'sicher' zu bezeichnen, denn trotz neuen Rekordeinkaufs und trotz des Ausbaus der Trainingsanlagen sowohl für die Senioren als auch für die Nachwuchsmannschaften ist unser Kontostand binnen Jahresfrist um fast 6 Millionen Euro gestiegen."


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Ich hebe die Hand und als Mads H. mir zunickt, werfe ich ein:
"Ich finde es durchaus problematisch, dass wir trotz eines zweistelligen Millionenüberschusses aus Ablösen und Europapokalprämien lediglich sechs Millionen als Zuwachs auf dem Festgeldkonto verzeichnen können. Das kann doch zur Folge haben, dass wir - ein Nicht-Erreichen des Europapokals und ein Ausbleiben erneuter großer Verkäufe vorausgesetzt - mit einem deutlichen Millionenloch dastehen werden, oder?"

Mads H. schüttelt den Kopf.
"Nein, weil wir genau diese Summe ja aktuell als Transferausgaben verbucht haben. Sollten wir also den Europapokal verpassen, wird das Transferbudget schlicht auf Null sinken und wir können nur dann Ablösesummen zahlen, wenn wir zuvor Spieler verkaufen. Mach Dir keine Gedanken, allein durch die Teilnahmeprämien der Liga und durch die TV-Gelder sind unsere Ausgaben komplett gedeckt, sogar ein bißchen mehr als das."

"Hm", nicke ich, "na gut, gehen wir mal davon aus, dass das stimmt. Dann bleibt dennoch ein zweiter Punkt, der mir wirklich Bauchschmerzen bereitet." Aus dem Augenwinkel sehe ich Gerard die Augen rollen, er weiß wohl schon, was jetzt kommt. "Warum hat unser Trainer neuerdings soviel Mitspracherecht bei den Transfers? Soweit ich weiß, war doch der ursprüngliche Plan dass er sich da komplett raushält und Du den Hut bei dem Thema aufhast, oder?"

Mads H. setzt zu einer Antwort an, aber Martin zu meiner Rechten ist schneller.
"Karo, das haben wir doch schon geklärt. - Die Beschränkung galt für diese Red Bull Challenge, seit die beendet ist, gibt es keinen Grund mehr, warum wir Gerards Erfahrung und sein Netzwerk nicht nutzen sollten."

"Das ist mir klar, aber ich habe das Gefühl, dass wir uns im Hinblick auf den Kader qualitätstechnisch eher zur Seite bewegen, während die Kosten explodieren. Diese Entwicklung macht mir einfach Sorge."

Mads H. setzt erneut zu einer Antwort an, aber diesmal fährt ihm unser angeblicher "Wundertrainer" in die Parade und antwortet mir:
"Frau Skjellerup, bei allem Respekt, aber das kann ich so nicht stehenlassen. Der einzige Abgang, den wir nicht mit einem mindestens gleichwertigen Nachfolger ersetzen konnten, ist Gunnar Bond. Und das liegt einfach daran, dass Bond ein verdammter Glücksgriff war, wie man ihn alle paar Jahre mal findet. Der ist nicht umsonst aus dem Stand Stammspieler bei Everton in der Championship geworden. Dass wir den überhaupt verpflichten konnten, grenzt an ein Wunder, für das wir Mads auf Knien danken sollten."

Na, damit liefert er mir ja eine perfekte Vorlage!
"Das heißt also, dass Mads in der Lage ist, bessere Spieler zu finden und zu verpflichten als Sie? Falls nein: wie sind wir dann an Bond rangekommen? Falls ja: warum mischen Sie sich jetzt in die Transferpolitik ein, wenn solche Spieler wie Bond Ihrer Meinung nach gar nicht für uns erreichbar sind - eine Meinung, die Mads durch eben diese Verpflichtung ja bereits widerlegt hat?"

Schön zu sehen, wie er nach Luft schnappt - aber wieder ist es Martin, der eingreift. Während er mir mit einer wahrscheinlich beruhigend gemeinten Geste die Hand auf den Unterarm legt (woraufhin ich diesen natürlich mit einem empörten Schnauben wegziehe, wo sind wir denn?!), sagt er:
"Ich glaube kaum, dass es in irgendeiner Form förderlich ist, sich hier Schuldzuweisungen um die Ohren zu schlagen. - Mads", er blickt den Sportdirektor an, "es gab doch sicherlich konkrete Gründe für Gerards erweiterte Rolle im Transferbereich - Gründe, die über 'er hat ein tolles Netzwerk' hinausreichen, oder?"

Mads nickt - und wirkt plötzlich ein wenig verlegen?!
"Ja, die gab es in der Tat - mir ist die wichtigste Kaderregel überhaupt 'durchgerutscht'. Und Gerard hat, nachdem ihm aufgefallen war, dass wir durch meinen Fehler auf ein potentiell schwerwiegendes Problem zusteuern, darum gebeten, in die künftige Planung zumindest insoweit einbezogen zu werden, dass er über mögliche Zu- und Abgänge informiert wird und gegebenenfalls seine Meinung dazu abgeben kann."

Wird Zeit, die Bombe platzen zu lassen.
Ich hole den Zeitungsartikel aus der Tasche und knalle ihn auf den Tisch.
"Ja, stimmt, das passt ins Bild. So hats in Saragossa nämlich auch angefangen. Und dann war seine Sportdirektorin plötzlich auf dem Abstellgleis. Macht er nämlich gerne: erst den großen Teamplayer heucheln und dann seine Vorgesetzten einen nach dem anderen absägen, um seine Machtposition zu stärken. Erst bist Du dran, Mads, und danach wahrscheinlich ich."

Stille am Tisch.
Gerard sieht von einem Moment zum anderen so aus, als hätte ihn einer mit einem Vorschlaghammer getroffen.
Dann schüttelt er den Kopf und fragt mit konsternierter Miene:
"Wer hat Ihnen denn diesen Schwachsinn erzählt?"

"Schwachsinn? Schwachsinn??!", höre ich mich sagen.
"Das ist ganz und gar kein Schwachsinn, sondern ein ausführlicher Artikel der 'Marca' aus dem Jahre 2044 und die ..."
Weiter komme ich nicht, denn dieser intrigante Luxemburger prustet los.
"Die ... MARCA? Ihr Ernst??"
Ich bin irritiert, denn mit dieser Reaktion auf meine Enthüllung habe ich nun wirklich nicht gerechnet.
"... Was stimmt denn nicht mit dieser Zeitung?"
Lavayeux braucht ein paar Sekunden, um zu Atem zu kommen und sich die Lachtränen aus dem Gesicht zu wischen.
"Die 'Marca', Frau Skjellerup, ist die Haus- und Hofboulevardzeitung von Real Madrid - und die tun grundsätzlich alles, um Konkurrenten von Real schlecht dastehen zu lassen und Unruhe zu stiften. Glauben Sie denen nichtmal die Uhrzeit oder das Datum!"

Na, so leicht laß ich mir meine Enthüllung aber nicht kaputtmachen!
"Die haben auch ein Interview mit ihrer damaligen Sportdirektorin abgedruckt, wo sie die Vorwürfe bestätigt!"
Gerard schüttelt nur den Kopf, inzwischen lacht er auch nicht mehr.
"Ich nehme an, Sie haben den Artikel aus dem Herbst '44 vor sich liegen, Ende Oktober müßte das gewesen sein, richtig?"
Ich schaue aufs Datum... "Ja, stimmt, wieso?"
"Eloïse ... ich meine, Frau Mertens und ich haben die Zeitung wegen dieses Interviews bzw wegen des ganzen Artikels verklagt und die mußten eine Gegendarstellung drucken, die müßte irgendwann im Februar des Folgejahres erschienen sein. - Hören Sie, Frau Skjellerup, ich habe keine Ahnung, warum Sie mich nicht mögen und das ist auch Ihre Sache. Aber das, was Sie mir da gerade unterstellt haben, ist wirklich absoluter Unsinn. Sie können gern Frau Mertens selbst fragen - sie wird Ihnen mit Sicherheit sagen, dass ich im Privatleben einer der größten Idioten bin, denen sie jemals begegnet ist. Aber ich würde mich arg wundern, wenn sie sich in beruflicher Hinsicht über mich beschweren würde.
Ich versichere Ihnen, dass ich noch nie gegen meine Vorgesetzten intrigiert habe, um deren Jobs zu übernehmen."


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Ich hab keine Ahnung, ob sie mir glaubt, deswegen setze ich hinzu:
"Wenn Sie mögen, frage ich Frau Mertens, ob sie bereit wäre, mit Ihnen zu sprechen, um meine Darstellung zu bestätigen. Ich weiß allerdings nicht, ob ich damit erfolgreich bin. Aufgrund meiner erwähnten privaten Idiotie ist unser Verhältnis nicht mehr allzugut...."

Karoline Skjellerup schaut mich ein, zwei Sekunden mit reichlich perplexer Miene an, dann nickt sie.
"Das wäre ... hrmm .... ja, machen Sie das."
Nach einem Augenblick des Zögerns setzt sie ein "Bitte." hinzu und verstummt dann wieder.

Die anderen, die dem kurzen hitzigen Wortwechsel mit deutlichen Fragenzeichen im Gesicht zugehört haben, scheinen sich darauf verständigt zu haben, das Intermezzo vorerst zu ignorieren.
Nach einer Sekunde der Stille räuaspert sich Mads H. und fragt:
"Dann weiter mit dem Kader?"
Martin nickt nur, also fährt Mads H. fort.
"Die Abgänge insbesondere von Bond und Wæver waren, wie es so schön heißt, ein 'echter Schlag ins Kontor', der auch in der Mannschaft zunächst für schlechte Stimmung gesorgt hat. Dennoch bin ich der Meinung, dass wir inzwischen einen deutlich stärkeren Kader zur Verfügung haben.
Ich bin in aller Bescheidenheit auch der Meinung, dass nahezu jeder der Neuzugänge bisher zumindest im Großen und Ganzen das leistet, was wir uns erhofft haben."

"Naja, besser geht immer - aber wenn man mal von der Tatsache absieht, dass uns pünktlich zur Schließung des Transferfensters nun drei unserer vier Flügelspieler ausfallen, sind wir eigentlich wirklich gut aufgestellt", stimme ich zu.
"Ich finde es besonders schön, dass wir mit Rouxel und Holmberg nun zwei wirkliche Sturmkanten für die guten Flanken unserer Außenspieler im Kader haben.
Dass Rouxel zusätzlich auch noch auf der linken Außenbahn und sogar als Linksverteidiger eine gute Figur abgibt, macht das Ganze sogar noch besser.
Auch unsere neue Innenverteidigung miz Gueye und Baldini kann sich wirklich sehen lassen - ich hoffe darauf, dass wir irgendwie noch das Geld zusammenkratzen können, um die Kaufgoption für Gueye ziehen zu können. Die 1,6 Millionen für Villadsen haben wir ja zum Glück schon überweisen können, so dass dieses Riesentalent über den Sommer hinaus bei uns bleiben wird."

Martin nickt und fragt dann mit einem feinen Lächeln um die Mundwinkel:
"Versteh ich Dich richtig, dass Du keine Baustellen mehr im Kader siehst?"

Ich lächle zurück.
"Ganz so weit gehe ich nicht - perspektivisch brauchen wir auf jeden Fall eine Verstärkung auf der linken Defensivseite, weil sowohl Jørgensen als auch Sørensen bestenfalls knapp durchschnittliches Liganiveau haben. Ein wirklich dringendes Problem - also im Sinne von 'Ich hab schlimme Bauchschmerzen auf Position X' - sehe ich im Moment allerdings wirklich nicht."


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Martin nickt und lächelt sein enervierend unergründliches Lächeln weiter.
"Wir werden also unsere Saisonziele erreichen?"


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"Naja", seufze ich, "das hoffe ich natürlich. Auch wenn es aktuell nicht schlecht aussieht, kann natürlich immer etwas dazwischenkommen. Wenn sich Rakic und Amerighi auch noch verletzt abmelden, brauchen wir auf jeden Fall eine völlig andere Taktik - und dann sieht es möglicherweise sehr schnell sehr duster aus. ich brauche Dir beziehungsweise euch", meine Handbewegung umfaßt auch den Rest der am Tisch Sitzenden, "wohl kaum zu erklären, was die Schwierigkeiten sind, wenn man ohne taktische Vertrautheit in Spiele geht."

Mads H. schaltet sich wieder ein.
"Lass uns positiv bleiben - wir schlingern zwar aktuell ein bißchen, aber immerhin schlingern wir deutlich oberhalb der Tabellenregionen, in denen uns die öffentlichkeit erwartet hat, nicht wahr?"


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Martin nickt mal wieder.
"Auch das ist natürlich absolut richtig - wobei ich mich immer noch frage, was zum Teufel eigentlich im Europapokal los war. Das Abschneiden ist keine finanzielle Katastrophe, selbstverständlich nicht - aber ein bißchen enttäuschend finde ich es schon, muß ich gestehen. Wie erklärst Du Dir - und uns - das Ergebnis, Gerard?"


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"Das ist relativ einfach zu erklären. Erstens ist diese Mannschaft permanente englische Wochen nicht gewöhnt, zweitens haben die allermeisten von den Spielern noch nie im Europapokal gespielt - mit Ausnahme unseres Keepers patrick Albert, der vor einer halben Dekade mal zwei krachende Niederlagen in der Conference League mit gemacht und in 2 Spielen 11 Gegentore geschluckt hat. Der Mannschaft fehlt schlicht die Erfahrung, die Du international einfah brauchst. - Gegen Dundee United sind wir einfach ins offene Messer gerannt, was aber auch daran lag, dass zu dem Zeitpunkt sowohl die Mittelfeldzentrale als auch der Unterschiedsspieler im Sturm gerade gegangen waren, Ersatz noch nicht verpflichtet war und die Mannschaft dadurch ordentlich verunsichert war. Ich bin überzeugt davon, dass die Mannschaft jetzt eine bessere Figur abgeben würde.

Abgesehen von den Spielen am Saisonanfang - und von Malaga natürlich - haben wir uns eigentlich dann ganz gut verkauft, finde ich. Und mit etwas mehr Glück hätten wir eines der drei Unentschieden-Spiele ja auch durchaus gewinnen können - die gegentore fielen ja jeweils extrem spät - und stünden jetzt trotz des unschönen Starts dennoch in den Playoffs."


"Hm". Zustimmendes Nicken am Tisch - sogar von Karoline, wie mir auffällt.
Dann ergreift Martin erneut das Wort.

"Zur Liga brauchen wir meines Erachtens gar nicht viel zu sagen, da sieht grundsätzlich ordentlich aus. An der Konstanz der Auftritte solltet ihr noch ein bißchen arbeiten, aber wenn die Mannschaft so weiterpunktet, sehe ich sehr gute Chancen, unser Saisonziel 'Mittelfeldplatz' zu erreichen."

Ich nicke meine Zustimmung.

"Da bin ich ganz Deiner Meinung - gerade durch unsere Winterzugänge und da vor allem durch Jussi Holmberg im Sturm und durch Abobakari Mohammed, der ja fast überall eingesetzt werden kann, haben wir nochmal ordentlich an Kaderqualität und an Flexibilität gewonnen. Wir dürfen auch weiterhin nichts in dieser Liga als erwartbar oder gar selbstverständlich annehmen, aber auch bei der Bekämpfung dieser Einstellung und bei sonstiger Schludrigkeit hilft es Mads R. und mir ja weiter, wenn wir Spielern auch mal eine Pause geben können, um über eben diese ihre Einstellung zum Beispiel auf der Bank oder Tribüne nachzudenken."


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"Bleibt noch der Pokal", sagt Martin. "Zu diesem Wettbewerb möchte ich eigentlich überhaupt nichts sagen und mich auf eine Geste beschränken..." Sprichts, grinst plötzlich und reckt beide Daumen nach oben. "Grandiose Leistung!"

Es wird wieder genickt am Tisch, dann sage ich: "Weitere Erfolge sind in diesem Wettbewerb aber nicht mehr zu erwarten in diesem Jahr. Wir werden natürlich unser bestes geben, aber im Ergebnis zweier K.O.-Spiele im Halbfinale gegen den FC Kopenhagen wäre alles andere als ein mehr oder midner deutliches Ausscheiden eine Riesensensation."

Der Einfachheit halber nickt die Tischbelegschaft einfach weiter.


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"Eine wirklich dringende Bitte hätte ich allerdings noch", setzt er dann hinzu. "Ich wär euch wirklich verbunden, wenn solche Ergebnisse wie im August bei Aarhus GF und im Oktober beim FC Kopenhagen absolute Ausnahmen bleiben.... oder am besten gar nicht mehr vorkommen. Ich meine, gegen den FC Kopenhagen unterzugehen, ist jetzt keine Schande .... aber das Debakel bei Aarhus hat mich schon echt bestürzt."


Wenn man die Heftigkeit, mit der alle Anwesenden mit dem jeweils eigenen Kopf nicken, als Maßstab nimmt, herrscht auch in dieser Frage Einigkeit im Führungszirkel des BK Frem Kopenhagen.


Ein paar Schlußfloskeln noch, dann ist das Halbzeit-der-Saison-Meeting beendet und wir können uns wieder der berüchtigten "akribischen Detailarbeit" zuwenden.
In acht Tagen geht die Vorrunde in den Endspurt und wir müssen als erstes zum Tabellenletzten Hillerød.
Wenn wir da drei Punkte holen, verbessern wir unsere Aussichten auf die erneute Teilnahme an der Meisterrunde enorm!



(click to show/hide)1. Im TM-Forum war wieder mal ein User der Meinung, die 'Marca' sei ein seriöses Sportmedium, das hat mich möglicherweise ein bißchen provoziert... :D

2. Ich mußte im Spiel doch wieder in die Transfers eingreifen, weil mein Sportdirektor inzwischen alle Eigengewächse bis auf den vierten Keeper Nielsen verkauft hat und dennoch lauter Ü20-Spieler verpflichten wollte (die ich nur eingeschränkt registrieren kann, weil ich nur noch 21 Kaderplätze bzw 22 mit Nielsen zur Verfügung habe und weil auch die U19 keinerlei brauchbare Spieler hat.)

(Ich gebe außerdem freimütig zu, dass die ganze Idee mit der Red-Bull-Challenge eine echte Schnapsidee war (ohne dass ich überhaupt Alkohol trinke ^^), die ihren Reiz für mich sehr schnell verloren hat.
Das ist der Nachteil an meiner Herangehensweise an diese Story (einfach schreiben, was ich spontan toll/witzig/spannend/interessant/passend finde - und die Konsequenzen dem future Gnom überlassen.  ::) ).
Dass ich die SpoDi-"Challenge" also zumindest teilweise beerdigen mußte, war für mich als Schreiberling keine sooo große Katastrophe. ;) )

In einer Liga, die derartig klare Kaderregeln/-einschränkungen hat, war die Kombination mit einem Verein, der durch die zwischenzeitliche Nichtteilnahme an aktivierten Ligen keinen Pool an früheren Eigengewächsen hat, die man notfallmäßig zurückholen könnte, jedenfalls beinahe fatal.

Wenn mir Bondoso nicht weggekauft worden wäre, hätte ich ab Sommer 2049 wenigstens wieder 3 Eigengewächse gehabt - Keeper Nielsen, DM Camara und DM Bondoso. So sind es nur zwei - und Nielsen wird auch künftig nicht das Niveau für auch nur den dritten Torwart im Kader haben, so dass realistischerweise nur Camara bleibt (der zum Glück gerade ohne AK gerade verlängert hat - AKs vergibt Mads Høi nämlich echt gerne *grummel*).

Wenn nicht irgendein Wunder geschieht und mehrere Spieler in den Nachwuchsmannschaften im nächsten halben Jahr einen ruckartigen und heftigen Entwicklungssprung machen, wird BK Frem auch in der nächsten Saison allerhöchstens 21 Ü20-Spieler im Kader haben können (und das auch nur, weil ich grade noch rechtzeitig eingegriffen und die Transfers selbst in die Hand genommen habe. Denn auch die zweite Bedingung der Liga - 8 in Dänemark ausgebildete Spieler - war zwischenzeitlich arg deutlich verfehlt.
Wenn der SpoDi da auch alle verkauft hätte - und er war auf einem guten Weg dahin ^^ - hätten wir noch 17 (!) mögliche Ü20-Spieler gehabt.

Ich bin jetzt jedenfalls dazu übergegangen, nach maximal 18jährigen zu scouten, die bereits das Niveau für den Erstligakader haben.
Wenn die drei Jahre bleiben, sind sie danach die Eigengewächse, die wir brauchen. Mit der eigenen Jugend ist meines Erachtens auch weiterhin nicht zu rechnen, dafür ist die Infrastruktur einfach zu schlecht. Und während ich gezwungenermaßen die Transfers wieder in die eigene Hand genommen habe, ist alles andere (also auch die Bettelei beim Vorstand um Investititionen in eben jene Insfrastruktur) ja weiterhin Sache des Sportdirektors. Und der Mads H. bettelt sehr ungern, wie ich festgestellt habe.  ;D
KoniCutshot:
 Tolles Update, auch der Perspektivwechsel  :)

Und ein weiteres Kompliment, dass man sich beim Lesen schon zu 3/4 gedacht hat, was du dann im Spoiler aufgedeckt hast. Ergebnistechnich läuft es ja auch einigermaßen. Also, mit einem guten Endspurt nach Europa!
Noergelgnom:
(click to show/hide)@KoniCutShot:
Danke!
Und ja, die Beschreibung war schon recht plakativ/offensichtlich - aber ich kann euch ja nicht jedes Mal komplett im Dunkeln tappen lassen. :D



Don't talk to strangers
Valby/Kopenhagen, Frühsommer 2049

Ich schaffe es tatsächlich, eine gewisse Belgierin davon zu überreden, Frau Skellerup eine Schilderung unserer beruflichen Zusammenarbeit zu senden. Keine Ahnung, was Eloïse ihr geschrieben hat und was sie und Karoline sonst noch besprochen haben, aber im Nachgang stelle ich fest, dass die Schwester meines Präsidenten mir gegenüber ... naja, nicht direkt freundlich, aber immerhin nicht mehr gar so giftdornig ist.
Man soll ja auch mit kleinen Dingen zufrieden sein - also freu ich mich darüber.

Das fällt mir insofern leicht, also ich sowieso ab der Wiederaufnahme der Pflichtspiele eine Art perplexes Dauergrinsen spazierentrage.

Warum?
Dazu komm ich gleich.
Erstmal gibt es eine traurige Nachricht zu verdauen - für alle Fans von Hannes nämlich.
Und da gibts überraschenderweise einige!
Seit er als TV-Experte über die Bildschirme flimmert, hat er nämlich zumindest auf seinen SocialMedia-Kanälen ordentlich Karriere gemacht und die Red Bull Challenge, wie auch immer man sie auf einer sportliche nEbene bewerten möchte, hat ihm nochmal ordentlich "Follower in die Kasse gespült", wie er das ausgedrückt hat. Nicht ansatzweise genug, um wie so manch anderer "Star" allein durch die Werbeeinnahmen ein luxuriöses Leben führen - oder mal eben 800.000 Euro Schulden abbezahlen - zu können, aber er nagt ohne sonstige Einnahmequellen auch nicht am Hungertuch.

Und das ist gut so - denn im März zieht Ascoli Calcio die Reißleine und entläßt Hannes.
Eine Entscheidung, die der europäische Sportblätterwald ziemlich einhellig als "überfällig" bezeichnet, immerhin liegt der Verein zu diesem Zeitpunkt gerademal auf Platz 9. Der berechtigt zwar zur Teilnahme an den vom Vorstand wie jedes Jahr als Ziel ausgerufenen Aufstiegs-Playoffs, aber die letzten 6 Spiele waren katastrophal und haben einen Trend fortgesetzt, der sich ebreits im Spätherbst andeutete.
1 Punkt und 2:25 Tore stehen in diesen Spielen zu buche - die Fans pfiffen sowieso schon länger und forderten Ringlwadls Rauswurf, nun ist der Vorstand dieser Forderung gefolgt.

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Hannes beklagt sich bitterlich bei mir, als ich ihn anrufe.
"Dass sie im Verein überhaupt die Playoffs zum Ziel gemacht haben, war schon eine Frechheit - jedes Jahr sind Leistungsträger verkauft und durch Talente ersetzt worden, weil der Verein immer noch an alten krediten abzahlt und in der Serie C natürlich keine großen Zuschauer- oder Sponsoreneinnahmen hat. Also ich da angefangen habe, wurden wir noch auf Platz vier oder fünf getippt - diese Saison wars noch Platz 15. FÜNFZEHN! Und der Vorstand phantasiert vom Aufstieg...

Und ganz ehrlich, die Serie schlechter Ergebnisse jetzt - das kann mir doch auch keiner anlasten. Ich hab den Reservetorwart der U19 auf den Platz schicken müssen, weil alle drei Senioren ausgefallen sind und der U19-Keeper desgleichen. In der Abehr fehlen mir seit drei Monaten zwei Stammspieler, der Stamm-Sechser desgleichen.... dazu pfeift der Schiri in jedem Spiel gegen uns ... was soll ich denn da machen?"

Guter Freund, der ich bin, stimme ich ihm natürlich zu, dass er da aber mal wirklich nichts machen kann.
(Die Zeitungsberichte, in denen beschrieben wird, dass Hannes Ringlwadl durch so manche seltsame Personalentscheidung, durch zunehmende Dünnhäutigkeit und durch zunehmend wirre taktische Aufstellung die Kabine zumindest in teilen verloren habe, entsprechen bestimmt nicht der Wahrheit. Viel naheliegender ist es, dass Hannes einfach im Zentrum einer internationalen Verschwörung steht. Seh ich absolut ein.)

"Wie solls bei Dir denn nun weitergehen?", frage ich ihn nach etwa einer halben Stunde, als seine Klagerundumschlagwelle langsam abebbt.

"Keine Ahnung", sagt er. "Ich werd mal versuchen, ob die mich beim Fernsehen wieder zurücknehmen. Und wenn das nicht ist, zieh ich vielleicht in irgendein einsames Alpental und mach einen Bushcraft channel auf."
"Ach komm", lache ich, "das glaubst Du doch selbst nicht. Drei Stunden in der Wildnis und Du wählst den Notruf. Spätestens."

Es grummelt sehr kurz am anderen Ende der Leitung, dann lachen wir beide.
"Ja, stimmt wahrscheinlich. - Ach ich weiß einfach nicht, was ich jetzt mache. Außer 'irgendwas mit Fussball' kann ich doch sowieso nichts so richtig. Ich glaub, ich mach erstmal Urlaub und überlege in Ruhe."

Wir vereinbaren, "demnächst wieder zu telefonieren", danach taucht mein "Rivale" erstmal ab.
Und ich kann mich auf die vor mir liegenden Aufgaben konzentrieren - und darauf, dass ich beim Dauergrinsen keinen Krampf in den Mundwinkeln bekomme.

Wir - also Mads R. und ich - haben vor kurzem nochmal Detailanpassungen an der Taktik vorgenommen. Die Tatsache, dass wir inzwischen zwei echte Kopfball"ungeheuer" im Sturm haben (Rouxel und Holmberg) und dass auch Dragic und Rakic alles andere als schwach in der Luft sind, hat uns zu der Idee gebracht, diese Stärke noch, nunja, stärker zu nutzen.

Unsere Standardtaktik ändert sich dabei eigentlich nur in Details - und vor allem sieht sie eigentlich auf den ersten Blick gar nicht nach "Da vorne steht n Turm, schießt den mal an, vielleicht fällt der Ball ins Tor!" aus.
Aber wenn Holmberg auf der Mittelstürmerposition steht und/oder Rouxel auf Linksaußen gegen Außenverteidiger spielt, die ein bis anderthalb Köpfe kleiner sind als er, gibt uns das eben oft einen zumindest situativ echt überraschenden Vorteil.

Wir versuchen es mit dieser diese "Luftangriffstaktik" im letzten Testspiel vor dem Rückrundenauftakt - und die Mannschft fegt den bedauernswerten Gegner förmlich vom Platz. Am Ende steht ein 11:0 auf der Anzeigetafel, aber das hätte auch ein 20:0 sein können. Rouxel und Holmberg sind bei hohen Bällen grundsätzlich nicht (mit fairen Mitteln9 zu stoppen, bei den vielen resultierenden Standardsituationen kommen dann auch noch unsere kopfballstarken Defensivspieler mit nach vorn ... es ist zeitweise wirklich eine Demütigung.
"Gut, der Gegner spielte in der fünften Liga, da kann man so einen Kantersieg schon mal erwarten", mag sich der eine oder andere Fan unserer Konkurrenten denken.

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OT: Der Winger auf links wird zum Wide Target Forward (attack), wenn Rouxel dort spielt, der Deep Lying Forward wird zum Targetman (support), wenn Holmberg als DLF zur Halbzeit schlechter als 6.6 bewertet wird - und Dragic als Shadow Striker wird immer mal wieder von Jernberg-Ericson ersetzt, der dann als Attacking Midfielder (support) aufläuft.


Das abschätzige Grinsen vergeht der Konkurrenz (und ihrem Anhang) allerdings rasch, denn die Pflichtspiele laufen nicht großartig anders als dieses letzte Testspiel.
Natürlich nicht mit zweistelligen Ergebnissen, das nicht.
Aber Frem eilt plötzlich von Sieg zu Sieg.
Dass wir Hillerød klar schlagen, ist noch keine große Sensation, der Tabellenletzte geht ja sowieso in den meisten Ligaspielen als Verlierer vom Platz.
Das 1:0 gegen Aalborg und vor allem das spektakuläre 4:3 gegen Lyngby sind dann schon eher Ausrufezeichen - vor allem, weil wir gegen den Stadtrivalen bereits mit 4:0 vorne liegen und der Gegner nur durch einige sehr seltsame Schiedsrichterentscheidungen wieder ins Spiel zurückfindet.

Als wir dann auch noch Horsens und Silkeborg schlagen, stehen wir bereits drei Spieltage vor Schluß als Teilnehmer der Meisterrunde fest.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf gibt die Mannschaft in Aalborg (ja, der Spielplan ist seltsam) nicht die nötigen 100, sondern nur 98% ... und da die Gastgeber sich unbedingt für die Niederlage im vorherigen Spiel rächen wollen, verlieren wir zum ersten Mal im neuen Jahr.
Ein paar Tage später haben wir dann auch gegen Kopenhagen das Nachsehen - egal, wie gut eine Taktik ist, gegen diese Mannschaft brauchst Du auch Glück und einen gebrauchten Kopenhagener Tag, um was mitzunehmen

Zum Vorrundenabschluss siegen wir dann etwas glücklich, aber nicht unverdient gegen Nordsjælland und gehen als Vierter in die Meisterrunde.

Diese beginnt mit einem absoluten Knaller von einem Spiel - auswärts bei eben jenem FC Kopenhagen, der uns grad noch in unserem Stadion auseinandergenommen hat.
Das Spiel ist keine drei Minuten alt, da zückt der Schiedsrichter nach einer wirklich heftigen Attacke des gegnerischen Rechtsverteidigers gegen Rouxel glatt Rot.
Und weil das im Strafraum war, gibts auch gleich noch einen Elfmeter obendrauf.
Nach fünf Minuten führen wir 1:0.
Nach 7 Minuten steht es sogar 2:0 für BK Frem, weil Rouxel, Holmberg und Dragic die gegnerische Defensive mit einer Traumkombination regelrecht auseinanderreißen.
Bis zur Halbzeit neutralisieren sich beide Teams dann auf hohem taktischen Niveau (und mit einem Unterhaltungswert, der dem von trockenem Weißbrot entspricht).

Direkt nach der Pause - der FC Kopenhagen kommt mit Wut und Wucht zurück aufs Feld - kassieren wir nach einer leider tollen Doppel-Doppelpass-Staffette den Anschluß, stellen allerdings vom Anstoß weg den alten Abstand wieder her, weil der für den angeschlagenen Dragic eingewechselte Rakic aus der gegnerischen Hintermannscheft einen Haufen Slalomstangen macht und als I-Tüpfelchen noch den zu weit vor dem Tor stehenden Keeper überlupft.

Die Gastgeber kommen kurz vor Schluss zwar noch auf 2:3 heran, aber am Ende bringen wir dem FC Kopenhagen die erste Heimniederlage in einem Ligaspiel seit Keinerkannsicherinnernwielangedasherist bei!

Leider ist das das einzige Erfolgserlebnis in allen 4 Frühjahrsduellen gegen den FCK. Denn sowohl im Pokal (wo sie uns mit 1:0 und 5:0 schlagen) als auch im Meisterrundenheimspiel (2:4) zeigen sie uns deutlich, wie außergewöhnlich unser Sieg war.

Aber zum Glück spielen wir in de Meisterrunde ja noch gegen ein paar andere Teams, die vielleicht nicht einfach, aber zumindest einfachER zu schlagen sind.
Und zumindest gegen den FC Midtjylland und gegen Aarhus gelingt uns das auch, sogar je zweimal.
Zusammen mit den beiden Unentschieden gegen Aalborg reicht uns das, um am Ende sogar (erneut) als Dritter durchs Ziel zu gehen und damit auch in der kommenden Saison wieder international zu spielen.

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In der Stammelf der damit abgelaufenen Saison stehen mindestens zwei Spieler, die im kommenden Herbst wahrscheinlich nicht mehr Teil der Mannschaft sein werden:
Karim Brand möchte unbedingt weg und sein "Traumverein" Westham baggert inzwischen sogar öffentlich an ihm.
Und der geliehene Innenverteidiger Gueye wird wohl eher nicht fest verpflichtet, denn während seine Leistungen durchaus gut waren, müßten wir ihn zum neuen Topverdiener machen, um ihn zu halten.
Und da er sich pünktlich zum Saisonabschluß einen Bänderriß zuzieht, der ihn wohl mindestens für 4, wahrscheinlich sogar eher 6 Monate außer Gefecht setzt, erscheint uns das als etwas zu großes Risiko.
Die letzte Entscheidung darüber ist noch nicht getroffen, aber ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass wir die Million an Ablöse wirklich investieren, da gibt es eigentlich bessere Optionen.

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Ab 2051 wird es der dänische Fussball übrigens schwerer haben, die Ligaphasen der europäischen Clubwettbewerbe zu erreichen, denn durch die bestenfalls durchwachsenen Resultate der letzten Jahre ist Dänemakr in der Rangliste ein paar Plätze abgerutscht und das macht sich direkt bemerkbar.
(Unsere letztjährige, verheerende erste Europa-Visite im neuen Jahrtausend war da nur der letzte Sargnagel, bis auf den FC Kopenhagen hat sich keiner der dänischen Vertreter mit Ruhm bekleckert....)

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Tja, und dann ist plötzlich Urlaubszeit und ich werde mal ein bißchen ausspannen.
Dachte ich zumindest, aber wie sich zeigt, komme ich vom Fussball einfach nicht los, selbst wenn ich es aktiv versuche.
Statt Ruhe und Erholung gibts für mich allerdings Telefon- und E-Mail-Terror, denn aus heiterem Himmel stehen plötzlich kleinere und größere Klubs Schlange, ganz so, als hätten sie sich verabredet. Buchstäblich Dutzende Erst- bis Drittligisten wollen wissen, ob ich denn nun, da die Challenge durch Ringlwadls Entlassung ja nun wirklich auf allen Ebenen zu meinen Gunsten beedet wäre, nicht Lust hätte, die Fussballprovinz hinter mir zu lassen?

Und während das unfreiwillig komisch klingt, wenn es vom Sportdirektor eines zypriotischen Zweitligisten geäußert wird, sieht das bei Zweitligisten (oder gar Erstligisten) aus einer Top-10-Liga naturgemäß ein wenig anders aus.
Am Ende sage ich allen unter Verweis auf meinen bis 2051 laufenden Vertrag ab - allerdings zeigt sich vor allem ein am Mittelmeer gelegener Verein lange Zeit völlig uneinsichtig.
Das ihrer Meinung nach schlagende Argument lautet dabei wie folgt:
"Sie haben uns in den letzten Jahren bereits 3x abgesagt, Herr Lavayeux. Wir schätzen Ihre Fachkompetenz und wir halten Sie sowohl fachlich als auch menschlich für einen nahezu idealen Chefcoach für unseren Verein, aber ganz ehrlich. so ganz langsam verlieren wir die Geduld. Wenn Sie uns auch diesmal wieder die kalte Schulter zeigen, müssen wir wohl anerkennen, dass Sie unseren ruhmreichen Club nicht genügend wertschätzen und werden bei künftigen Neubesetzungen vielleicht einfach darauf verzichten, Sie überhaupt zu kontaktieren."

Das klingt nach kalter Erpressung und das teile ich dem Herrn am anderen Ede des Videocalls auch mit. Daraufhin grinst er nur und fragt: "Und, klappt es?"
Ich seufze. "Nein, es klappt nicht, aber ich muß gestehen, dass mich die Aufgabe wirklich sehr reizt. Andererseits möchte ich mein jetziges Team einfach nicht im Stich lassen, weil wir uns die Chance erarbeitet haben, die europäische Scharte aus dem letzten Jahr wettzumachen. Ich hoffe, Sie verstehen das?"
Wir palavern noch ein wenig hin und her und am Ende einigen wir uns auf einen ziemlich schrägen Kompromiß - der Club wird die Stelle anderweitig besetzen, aber wenn sie mich das nächste Mal kontaktieren, werde ich zumindest mal zu einem Vorstellungsgespräch erscheinen.
Noergelgnom:


No, really, don't talk to strangers
Valby/Kopenhagen, Winter 2049/50


Martin schaut mich mit einer Mischung aus dezentem Ärger und Fatalismus an.

"Wann genau hattest Du vor, mit uns darüber zu sprechen?"
Ich zucke ein wenig hilflos mit den Schultern.
"Gar nicht? - Ich meine, die Frage stellt sich doch eigentlich überhaupt nicht, ich habe schließlich Vertrag hier, hab ihn sogar extra vor zwei Jahren verlängert, weil ich mich hier eigentlich sehr wohl fühle."
"Genau: 'eigentlich' ", echot mein Präsident.
"Ich hätte es wirklich schön gefunden, wenn Du uns nicht so vor vollendete Tatsachen gestellt hättest. Find ich echt nicht schön, fast schon wie einen Vertrauensbruch, das muss ich schon sagen."
"Was denn für vollendete Tatsachen?", widerspreche ich. "Ich habe nirgendwo unterschrieben, ich hab den beiden Clubs auch abgesagt und ich habe nicht vor, zu gehen."
"Ja, diesmal nicht. Aber Du hast einen Abgang zumindest soweit in Betracht gezogen, dass Du Dich mit den Vertretern der beiden Vereine getroffen hast. Wird das beim nächsten derartigen Gespräch auch so sein?"
"Ich habe keine weiteren Gesprächstermine."
"Im Moment vielleicht nicht, nein. Aber das kann ja nächste Woche schon ganz anders aussehen. ganz ehrlich, Gerard: je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass mein Vertrauen in Dich ziemlich weg ist.
Und es ist jetzt auch nicht so, als würde irgendwas darauf hindeuten, dass Du den Verein in dieser Saison auf ein neues Niveau hebst. Genaugenommen deutet eigentlich sogar alles darauf hin, dass es in allen Wettbewerben genauso weiterläuft wie in den letzten beiden Saisons."
"Was willst Du damit sagen?", frage ich irritiert.
"Ganz einfach: sportliche Stagnation und Störung des Vertrauensverhältnisses - das ist eine Mischung, die ziemlich laut nach einem 'neuen Impuls' ruft, findest Du nicht?"
"Du wirfst mich raus?!", frage ich ungläubig.
"Nein, ich lasse Dir die Möglichkeit, selbst zurückzutreten. Wenn Du das nicht machst, werd ich mich mit Mads und Karoline zusammensetzen und mit ihnen gemeinsam entscheiden, ob wir Dich entlassen."

Ich bin wie vor den Kopf gestossen, denn das hatte ich nun wirklich nicht kommen sehen - auch wenn mir natürlich klar war, dass die mediale Enthüllung meiner beiden Sondierungsgespräche mit den zwei führenden Genueser Clubs im Verein möglicherweise nicht gar so gut ankommen würde.

Dabei wollte ich eigentlich mit keinem der beiden sprechen, war eher ein blöder Zufall.
Die Winterpause in Dänemark ist nunmal extrem lang und da die Kaderplanung bereits Anfang Dezember abgeschlossen war, hab ich mir eben eine Woche am Mittelmeer gegönnt.
Ja, es war vielleicht nicht der allercleverste Move, diesen Urlaub ausgerechnet dort zu verbringen, wo mein hartnäckigster "Verehrer" (auf Clubebene) beheimatet ist, aber wie hätte ich denn damit rechnen sollen, dass ich gleich am zweiten Tag auf offener Straße erkannt und angequatscht werde?
Eh ich mich's recht versah, saß ich mit den Vertretern des Clubs an einem Tisch eines "ruhigen, diskreten" Lokals (so zumindest die Beschreibung meiner Gesprächspartner) und fand mich in einer ausführlichen Diskussion über den Club und dessen Vision sowie die Gründe dafür wieder, warum ich so unglaublich perfekt als Trainer passen würde.

Und weil das an seltsamen Erlebnissen für einen Tag noch nicht reicht, wurde ich auf dem Nachhauseweg von einem atemlosen Anzugträger angequasselt, der "sehr froh" war, "mich noch eingeholt" zu haben, denn er habe "von einem Freund" erfahren, dass ich gerade "in diese Absteige mit die Vertreter von die Lokalrivale" gesprochen hätte.
Sprachs und zerrte mich von der Straße direkt in ein "ruhiges, diskretes" Lokal, wo ich mich innerhalb weniger Augenblicke in einer Diksussion über den Club, dessen Vision sowie die Gründe wiederfand, warum ich als Trainer null zum erwähnten Rivalen, aber zu 100% zu seinem Verein passen würde.

Muss ich gesondert erwähnen, dass beide Lokale derart diskret waren, dass berichte über die beiden Treffen inklusive mehrerer Photos mit meiner klar erkennbar abgebildeten Physiognomie innerhalb von 24h auf allen einschlägigen Internetportalen zu finden waren?!
Hmph!

Dass ich beiden Clubs abgesagt habe (dem einen damit zum fünften Mal, wie mir höchst theatralisch vorgerechnet wurde), interessiert meinen Präsidenten nicht die Bohne.
Und ganz ehrlich, irgendwo ganz tief drinnen kann ich es auch verstehen. Ich ärgere mich auch, dass ich ihn nicht sofort angerufen habe - dann wär das alles womöglich ein wenig anders gelaufen.

So jedoch werd ich morgen früh wohl vor die Presse treten und meinen Rücktritt erklären müssen.

Gründe gibts durchaus - denn mit der Bewertung"Stagnation auf sportlicher Ebene" hat Martin nicht ganz unrecht. Auch wenn wir die Gehaltsausgaben erneut gesteigert haben, war der Herbst sportlich nur unwesentlich erfolgreicher als die letzten beiden. Kein Beinbruch, aber eben auch keine unglaubliche Erfolgsgeschichte.
(Wenn man mal von dem unwichtigen Fakt absieht, dass wir rein von den Kaderwerten und der sportlichen Stärke her gesehen eher um Platz 8-10 kämpfen sollten statt um Platz 4-7.)

Dass wir gegen Aarhus im Pokal ausscheiden, ist dabei ärgerlich - dass wir in den Playoffs für die Europa League nach einem 4:2 in Donezk zuhause noch mit 0:6 (!) untergehen, hat schon fast was tragisches.

Demgegenüber steht als positives Ausrufezeichen ein glücklicher Ligasieg gegen Kopenhagen ...
... alles in allem wirklich "durchwachsen mit Tendenz zur Seite", wie im Vorjahr.
Irgendwie werd ich den Rücktritt mit Verweis auf diese Ergebnisse schon so erklären können, dass er nicht völlig wie ein Rausschmiss klingt.


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Und danach?
Keine Ahnung.
Das neue Jahr wird mal wieder ein Neuanfang - soviel steht fest.
Was allerdings ebenfalls feststeht - so hübsch langsam werd ich zu alt für den ganzen Scheiß. Ich hätte echt mal wieder Bock auf einen ruhigen, entspannten Arbeitsplatz - ohne große Presseaufmerksamkeit, ohne ständige Nebenkriegsschauplätze, ohne all den Mumpitz, der einem die Trainingsarbeit und die Spieltage vermiest.

Mal sehen, ob ich mit meiner inzwischen errungenen Reputation einen hübsch angenehm ruhigen Club dazu bringen kann, mich anzustellen....


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