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Autor Thema: [FM 20 bis 24] Lavayeuxs Europatour - Die Geschichte eines Luxemburgers  (Gelesen 327260 mal)

KoniCutshot

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Wie immer sehr unterhaltsam. Glückwunsch zu den Erfolgen! Gönne Lava die Pause.
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Bayernfahne

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Der alte Hannes wieder! Ich freue mich und bin sehr gespannt, wie der jetzt wieder seinen Weg in die Geschichte findet  :D

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Muffi

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Wow, was für eine Abschiedssaison (rein sportlich). Klar, der CL-Triumph wäre das Sahnehäubchen gewesen, aber auch die Titelverteidigung ist sensationell!

Ich bin gespannt (hoffe, dass) wie es nun weitergeht.  :)
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Sonzee87

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Fantastisch was du in Saragossa erreicht hast und welche tollen Erfolge. Meister, Pokalsieg, CL Finale. Schade das das letzte nicht gewonnen werden konnte, aber vielleicht ist es jetzt auch gut so das der Gerd aus Saragossa rauskommt.
Jetzt bin mal echt gespannt was für eine Wette das ist und wo der Gerd nun seine Zelte aufschlägt.
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Noergelgnom

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Wenige Stunden zuvor.

Im Wiener Studio des ORF sitzen einige Männer um einen runden Konferenztisch und fachsimpeln über die erste Halbzeit des Champions-League-Finales, die gerade zuende gegangen ist.

Hannes Ringlwadl, der frühere Trainer und inzwischen langjährige Experte des ORF, nickt auf die verwunderte Nachfrage des Moderators.
"Ja, genau das habe ich gemeint. - Schauen Sie sich den Werdegang von Gerard doch an. Schon in Locarno hat er sich in alles eingemischt, hat den Scouts ihre Arbeit erklärt, dem Sportdirektor die Transferziele ein- und ausgeredet und so weiter. Und bei jeder folgenden Station seiner Karriere war es genau das gleiche. Ich finde, dass es Zeit wird, das mal so offen zu sagen:
Gerard Lavayeuxs Erfolge mit anderen Trainern zu vergleichen, ist allen anderen gegenüber zutiefst unfair. Denn während ein normaler Trainer lediglich Einfluss auf das Herrentraining und die Taktik (und in England vielleicht noch ein wenig auf die Transferstrategie) hat, bestimmt Gerard in bester Diktatorenmanier von der Infrastruktur über den Staff bis hin zum Scouting über wirklich alles, wenn man ihn einstellt.

Ich würde mich überhaupt nicht wundern, wenn er in der Versenkung verschwände, sobald er den gleichen Sachzwängen wie seine Kollegen unterworfen wäre."


"Das ist ja eine wirklich harsche Aussage, die Sie da treffen, Herr Ringlwadl - aber unglücklicherweise ist es auch eine, die sich wohl kaum je beweisen läßt, oder?"

"Ach, ich denke schon. Aber ich wette, dass er sich auf eine solche Herausforderung - also ein reines Trainerengagement ohne Sonderbefugnisse - auch gar nicht einlassen würde, weil er ganz genau weiß, dass sein angeblicher 'Zauber' dann schnell verflogen ist. Stellen Sie sich Gerard doch mal bei - sagen wir mal - Austria Salzburg vor, wie er ohne seine üblichen Strategien klarkommen soll, wenn er sich beispielsweise darauf verlassen muss, dass die Transferverantwortlichen schon die richtigen Spieler verpflichten - oder seinen Mannschaftskapitän nicht in der Winterpause verkaufen... "

"Die Salzburger Austria sucht ja gerade einen Trainer, stimmt - aber ich glaube kaum, dass sich ein Drittligist das Millionengehalt eines solchen Trainers leisten könnte."

"Ach, dafür findet sich bestimmt ein Sponsor. Und es muss ja auch nicht Salzburg sein. Es gibt europaweit sicherlich etliche Vereine, die sich alle zehn Finger danach lecken würden, ihre Erste vom berühmten Gerard Lavayeux, dem Aufstiegsfuchs und Titelhamster, trainieren zu lassen."

Hannes hat plötzlich ein entschieden sinistres Lächeln im Gesicht.
"Ich frage mich, ob man daraus nicht eine sehr schöne Challenge basteln könnte...."

"Was haben Sie im Sinn?"

"Ich werde mit Ihrer Erlaubnis rasch ein, zwei Telefonate führen - vielleicht kann ich nach Spielende schon ein wenig mehr dazu sagen."


Anderthalb Stunden später.
Das Finale ist zuende, Chelsea darf sich Champions-League-Sieger 2045 nennen, die Experten haben sich ausgiebig über das sehr einseitige Spiel ausgetauscht - und auch Hannes Ringlwadl ist wieder im Studio.
Der Moderator wendet sich ihm nach einigen abschließenden Bemerkungen zur Champions-League-Saison zu und sagt:
"Ich möchte noch einmal auf Ihre Aussagen in der Halbzeitpause zurückkommen - Sie wollten uns nach dem Spiel mehr zu Ihrer Idee verraten, Herr Ringlwadl. Haben Sie mit den Telefonaten etwas erreichen können?"

Hannes nickt und grinst.
"Ich habe mit jemandem gesprochen, der sofort begeistert war und die Finanzierung meiner Idee sicherstellen wird."

Er holt kurz Luft und versucht, das Kichern zu unterdrücken, das sich aus seiner Kehle zu befreien versucht.
"Ich wette hiermit öffentlich um zehn Millionen Euro, dass es Gerard Lavayeux nicht schafft, einen noch festzulegenden europäischen Drittliga-Verein innerhalb von sieben Jahren zu mindestens einem nationalen Meistertitel, zu einem Pokalsieg und zu einem Europapokalsieg zu führen, wenn es ihm nicht gestattet ist, Einfluß auf etwas anderes als das Training und die Spieltaktik der Herrenmannschaft zu nehmen."

Die anderen Anwesenden schnappen nach Luft.
"ZEHN MILLIONEN EURO?! Wer soll das bezahlen??"

Hannes grinst womöglich noch ein bißchen breiter:
"Nun, die Herausforderung steht seit dem letzten Telefonat unter dem offiziellen Titel 'The Red Bull Lava Challenge' - ich denke, das beantwortet Ihre Frage."

"Und .... und nach welchen Kriterien werden Sie den Verein auswählen?"

"Ganz einfach: Ab Morgen mittag 12 Uhr ist jeder Drittligaverein jedes Mitgliedslandes der UEFA herzlich eingeladen, innerhalb von drei Tagen über die Anmeldemaske auf www.red-bull-lava-challenge.com eine Bewerbung einzureichen. Die endgültige Auswahl treffen die europäischen Fussballfans per Onlineabstimmung, ebenfalls auf der genannten Webseite. Das Gehalt von Herrn Lavayeux übernimmt Red Bull, alle anderen finanziellen Entscheidungen unterliegen den Gegebenheiten des ausgewählten Vereins. Es wird also keinerlei Sponsoring für den Club geben, weil das die Challenge verwässern würde."

"Und Sie glauben, dass sich Gerard Lavayeux - der gerade zweimal nacheinander sensationell die spanische Meisterschaft gewonnen und womöglich noch sensationeller das Champions-League-Finale erreicht hat - auf eine solche Wette einläßt?"

"Nun", da ist wieder dieses Zucken um Hannes' Mundwinkel, "wenn er es nicht tut, wird er wohl mit dem Ruf leben müssen, gekniffen zu haben, als er hätte beweisen können, wie gut er als Trainer wirklich ist."


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Nachdem ich es am nächsten Morgen mit einiger Mühe geschafft habe, meinen Unterkiefer vom Boden aufzusammeln - und nach einem ziemlich lauten Telefonat mit diesem Mistkerl namens Hannes, der mich mit dieser Aktion ganz schön in die Ecke gedrängt hat! - können die Onlinemedien und Zeitungen vermelden, dass diese irrwitzige Idee tatsächlich in die Tat umgesetzt wird.
Ich habe noch ein paar Detail-Änderungswünsche durchgesetzt (u.a. die Klausel, dass Red Bull die Jugendarbeit in dem Land des gewählten Vereins finanziell unterstützen wird) und dann im Prinzip zugestimmt.

Und das heißt, dass ab 12 Uhr das Anmeldeformular für die Vereine "live" geht.

Vier Tage später startet die Onlineabstimmung - die Fans haben nun noch einmal vier Tage Zeit, um zu entscheiden, welchen Verein Gerard Lavayeux ab der neuen Saison trainieren wird.
Die Abstimmung findet ein fast schon überwältigendes Echo - über eine Million Teilnehmer haben am Abend des vierten Tages bereits abgestimmt und es kristallisiert sich nach und nach ein Siebenkampf heraus:

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« Letzte Änderung: 09.Juni 2026, 08:31:13 von Noergelgnom »
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Agariel

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Erstmal: Willkommen zurück!

Ich hoffe die Wogen des bösen Lebens abseits der simulierten Welt glätten sich irgendwann mal wieder (unabhängig davon wie es hier weitergeht).

Bei der Story hatte ich zwischenzeitlich beim Lesen schon die Befürchtung du würdest damit doch das Ende einleiten. Und damit Lavayeux nach Jahrzehnten im Fussballgeschäft und Geschichten für sicherlich 3 Leben nun doch in den (wohlverdienten!) Ruhestand schicken. Freut mich entsprechend umso mehr, wenn es nun doch weitergeht.  :D

Vielleicht findet der fussballverrückte, sture Luxemburger ja auf die späten Tage doch (wieder) sein Glück außerhalb des Platzes (oder erlebt bei dem Versuch wieder spannende Abenteuer) ;D

Wenn ich mich nicht verzählt habe, dann hat Deutschland in der letzten Saison ja mit  Leipzig, Dortmund, Hoffenheim, Frankfurt und Leverkusen sogar 5 (!!) Teilnehmer in der Champions League, die alle nicht Bayern München heißen... alleine deshalb würde mich schon interessieren wie sich das entwickelt (hat) und weitergehen wird. Wäre eventuell sogar ein Grund für eine Reise nach Erfurt... so eine Bundesliga ohne Serienmeister Bayern wäre auch mal spannend.
Aber ich hab trotzdem mal für Frem gestimmt. Vielleicht gibt es da ja noch eine Svea  ::)
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Muffi

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Du hast das schon ganz treffend als "verrückte Idee" benannt, aber das passt zu Gerard. Ich habe für Ascoli gestimmt. Immerhin hat dort mal Olli Bierhoff seine Buden gemacht.  :D
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Sonzee87

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Das ist eine wirklich verrückte Idee, aber mittlerweile würde ich so etwas nicht mal mehr als abgedreht bezeichnen. Sowas kann ich mir auch gut im realen Fussball vorstellen, mittlerweile.
Ich hab für Kopenhagen gestimmt. :)
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Bayernfahne

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Was, wieso kann man nur eine Stimme abgeben?! SKANDAL! Bei Muffi ist das alles viel besser!  :police:

Ich schwanke zwischen zwei Stationen, aber ja, die Idee ist wirklich gaga, ich liebe es!  ;D ;D ;D
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Noergelgnom

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Wenn zwei sich streiten...


Es ist der letzte Abend der Abstimmung, kurz vor acht Uhr abends, in zehn Minuten läuft die Frist ab.
Im Hauptstadtstudio des ORF sitzen Moderator Reginald Flöttenkötter, Red-Bull-Vertreter Manuel Pfandsky, ein reichlich selbstgefälliger Hannes Ringlwadl und ein betont professionell-höflicher Gerard Lavayeux um einen runden Tisch und versuchen seit einer Stunde mit zunehmender Verzweiflung, die Zeit bis zum Ende der Abstimmung sinnvoll zu füllen.
Seit etwa einer Viertelstunde hat dabei wieder mal Hannes die Führung an sich gerissen und salbadert sich einen ab, wie ungeheuer innovativ diese Wettidee doch ist, wieso auch der zuletzt so grummlige Gerard Lavayeux davon profitieren wird und warum es sich bei der ganzen Aktion keinesfalls um eine reine Werbeaktion vom Red Bull handelt.
Oh und die Gerüchte darüber, dass er - also Hannes - einen gutdotierten Beratervertrag vom Sponsor dieser Challenge bekommen wird, sind selbstverständlich hanebüchener Unsinn ohne jeglichen Bezug zur Realität.

Flöttenkötter (neugierig): "Herr Ringlwadl, Sie haben diese Challenge ja ohne Absprache mit Ihrem Freund Gerard ins Leben gerufen und publik gemacht. Hat sich dieser, man möchte fast sagen: Vertrauensbruch, negativ auf Ihre Freundschaft ausgewirkt?"
Ringlwadl (selbstgefällig): "Natürlich nicht. Gerard weiß, dass ich ihm damit eigentlich eher einen Gefallen tue."
Flöttenkötter (überrascht): "Wie dieses?"
Ringlwadl (lächelnd): "Nun, als Luxemburger hat man es in der Welt des Fussballs oft nicht so einfach, wirkliche Anerkennung zu erfahren. Mit dieser Challenge jedoch kann Gerard der ganzen Welt ein für allemal beweisen, wie kompetent er ist. - Außerdem kann er damit auch beweisen, dass er nicht kneift, wenn man ihm eine unerwartete Herausforderung präsentiert. Das ist eine Eigenschaft, die aus meiner Sicht zu den wichtigsten Tugenden einen Menschen gehört: sich nicht wegzuducken, keine Ausflüchte zu suchen und einfach sein Bestes geben."
Lavayeux (dezent ironisch): "Es freut mich sehr, dass Du so denkst, Hannes. Ich hatte sowieso gehofft, Dir heute eine kleine Freude machen zu können - aber nach diesen Deinen Worten bin ich mir sicher, dass Du Dir gleich voller Vorfreude und Tatendrang die Hände reiben wirst."
Ringlwadl (alarmiert): "Was soll das heißen?"
Pfandsky (total seriös): "Nun, das heißt, dass wir auf Anregung von Herrn Lavayeux eine kleine Last-Minute-Änderung an der 'Red Bull Lava Challenge' vorgenommen haben. Um den Wettbewerbscharakter der Challenge zu steigern, werden Sie, Herr Ringlwadl, das bei der heutigen Abstimmung auf den zweiten Platz gewählte Team übernehmen und unter den gleichen Bedingungen wie Ihr Freund versuchen, Titel mit dem Verein zu gewinnen. Die Aktion läuft daher ab sofort auch unter dem leicht abgewandelten Titel 'The Red Bull Coaching Challenge'."
Ringlwadl (geschockt): "W...was??! Das ... das können Sie nicht machen! Ich ..."
Lavayeux (generös): "Du wolltest doch immer zum FC Barcelona, oder? Jetzt hast Du die Chance, denen zu zeigen, dass Du gut genug für sie bist."
Ringlwadl (stammelnd): "Aber ... aber ich hab doch seit fünfzehn Jahren keinen Verein mehr trainiert..."
Lavayeux (schmunzelnd): "Aber Du hast die Austria ins Pokalfinale geführt und bist seit fünfzehn Jahren ein profunder Kommentator und Experte mit klugen Kommentaren und Ratschlägen für jeden Trainer, dessen Mannschaften Du beobachtest. - Und außerdem: sich nicht wegzuducken und eine Herausforderung auch einfach mal anzunehmen, ist doch eine der wichtigsten Tugenden eines Menschen heutzutage, oder?"
Ringlwadl (konsterniert): *sagt nichts mehr, versucht Gerard jedoch mit seinen Blicken zu erdolchen*

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« Letzte Änderung: 10.Juni 2026, 18:43:26 von Noergelgnom »
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Bayernfahne

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Oh du je mine... Da muss der Trottel seine eigene Medizin schlucken, aber dann kann man ja nur hoffen, dass die Abstimmung Hannes nicht in eine Top 5 Liga spült, während Lava irgendwo in Skandinavien rumdümpelt. Das ist natürlich nicht despektierlich gemeint, die Bedingungen was TV Gelder und nachkommende Jugendspieler angeht erscheinen mir außerhalb der Top 5 einfach deutlich erschwert. Na wir werden sehen, am Ende sitzt der eine in Österreich und der andere in der Schweiz.  :D
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Noergelgnom

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20 years of Lavayeux - reloaded


Die Sekunden verrinnen unerbittlich, die Abstimmungsdeadline rückt näher und näher.
Hannes ist nach der für ihn offenbar schockierenden Ankündigung, dass er entgegen seiner Planung nun auch selbst etwas leisten muss statt lediglich zu kommentieren, was ich so tue, ziemlich still geworden - und auch ich sehe aktuell wenig Veranlassung, die "Party" hier irgendwie am Laufen zu halten, ist ja auch gar nicht meine Aufgabe!
Sollen doch diejenigen, die sich diesen Quatsch ausgedacht haben, die Leute unterhalten!

Flöttenkötter kommt offenbar zu dem Entschluss, dass ein bißchen allgemeines Ablenkungs-Blabla auf der Grundlage ebenso allgemeiner Statistiken bestens geeignet ist, den Zuschauern beim Nicht-Einschlafen zu helfen.

"So", sagt er betont enthusiastisch, "nur noch ein paar Minuten, dann wissen wir, welche Vereine in den nächsten Jahren das Privileg genießen, einen berühmten Trainer an die Seitenlinie gestellt zu bekommen. - Bis dahin schauen wir uns vielleicht mal ein paar exemplarische europäische Ligen an - oder besser gesagt: wir schauen mal, wer in den letzten 20 Jahren diese Ligen dominiert hat, hm?"

Yippieh. Er greift nach dem letzten Strohhalm.
Der Typ ist als Moderator ungefähr genauso eine Koryphäe wie ich als Langstreckenschwimmer.
Na soll er mal machen, das gibt mir die Gelegenheit, mein Hirn noch ein bißchen auf stand-by zu schalten, ich kenn diese Übersichten ja quasi auswendig.

"Lassen Sie uns mit Austria starten, also Österreich. Wenn wir die Liste auf englisch durchgehen, ist Österreich Erster, haha."
Herr im Himmel, ist der immer so "witzig"?!

"Red Bull Salzburg, Rapid Wien ... und dann eigentlich lange nix, kann man nicht anders sagen. Der dritte Platz des SV Lafnitz vor 20 Jahren war die einzige wirklich große Überraschung, die mir einfällt."


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Flöttenkötters Plan ist vom ersten Satz an genauso klar wie langweilig:
Allgemeinplätze, langsam ausgesprochen - und ebenso lahme Hinweise auf Dinge, die jeder Zuschauer mit offenen Augen selbst lesen kann.
Und mit dieser Strategie quält er sich (und uns) nacheinander durch ein reichliches Dutzend europäischer erster Ligen...


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... und guckt dann fassungslos auf die Uhr, weil immer noch Zeit zu überbrücken ist.
Die Moderatorenlegende wirft dem unscheinbaren Typen im Halbdunkel des Studiohintergrunds einen fast schon flehentlichen Blick zu - und dieser zuckt mit den Schultern und wirft ein paar weitere Grafiken an die Wand, über die man Sinnloses sagen kann:


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Und dann leuchtet endlich, endlich, endlich die rote Lampe auf, die das Ende des Abstimmungszeitraums anzeigt.
Mit einem wahrscheinlich auch ohne Mikrofon hörbaren Seufzer der Erleichterung wendet sich Flöttenkötter vom Viereck der Langeweile (vulgo: Bildschirm) ab und den Kameras zu.

"Meine Damen und Herren - das Warten hat endlich ein Ende!
Der glückliche Siegerclub der Red Bull Coaching Challenge - der Club, den der weltberühmte Meistertrainer Gerard Lavayeux, der Magier an der Seitenlinie, das Idol einer ganzen Generation, der Hexer mit der Taktiktafel, der ..."
Aus dem Off hört man ein deutlich genervtes und überlaut ge"flüstertes" "Komm zum Punkt, Du Depp!" vom Aufnahmeleiter.

Flöttenkötter stutzt, ist für einen Sekundenbruchteil erstaunlich still und setzt dann wieder an:
"Meine Damen und Herren, der Gewinnerclub der Red Bull Coaching Challenge - der Club, für den die meisten von Ihnen gestimmt haben, ist ...."

In diesem Moment wird das Studio dunkel.
« Letzte Änderung: 12.Juni 2026, 21:30:25 von Noergelgnom »
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Der Stromausfall dauert glücklicherweise nur wenige Sekunden - und als das Licht wieder angeht, erfahren die Zuschauer endlich, wen ich ab ersten Juli trainieren darf.
Wer dem Liveticker des ORF in den vergangenen Tagen folgte, weiß (genau wie ich) sowieso längst bescheid - der dänische Drittligist (und Abstiegskandidat) Boldklubben Frem aus Kopenhagen lag bei der Anzahl der erhaltenen Stimmen quasi von Beginn an komfortabel in Führung und geht denn auch erwartungsgemäß als Erster durchs Ziel.

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(Ich habe gestern kurz gegoogelt, ob der Vereinspräsident vielleicht auf den Namen "Jensen" hört oder ob der Club eine Sportdirektorin beschäftigt, aber natürlich hat die Realität keinerlei Notwendigkeit gesehen, meiner fiktiven Traumgeschichte zu entsprechen.)

Während Moderator Flöttenkötter die Umfrageergebnisse vorliest, verzieht sich Hannes' Mund zu einem immer breiteren Grinsen.
Kein Wunder, denn der Zweitplatzierte ist kein Geringerer als der italienische Vertreter Ascoli Calcio - Topfavorit auf den Aufstieg.
Viel größer hätte die Diskrepanz zwischen unseren beiden Vereinen nicht ausfallen können!

Hannes formt mit den Lippen ein lautloses "Ätsch!" in meine Richtung, bevor er den Zuschauern in salbungsvollen Worten erklärt, dass er die große Herausforderung selbstverständlich - als der wahre Sportsmann, der er ist - annehmen wird.

Danach gibt es noch ein paar Erklärungen seitens des Red-Bull-Vertreters, der offenbar vor allem sicherstellen möchte, dass wir beide die Regeln verstanden haben:

1. Es wird keinerlei Einflussnahme unsererseits auf andere Bereiche als Training, Taktik und Spiele geben. Scouting, Transfers, Vertragsverhandlungen mit Spielern und Staff etc sind für uns tabu, diese Bereiche werden von den jeweiligen Sportdirektoren, Scoutingteams etc verantwortet.
Es ist allerdings erlaubt, dem Sportdirektor Spieler vorzuschlagen, die nach Möglichkeit verpflichtet werden sollen.
Diese müssen jedoch über Scoutvorschläge für uns bekannt geworden sein.

2. Einzige Ausnahme von Punkt 1. ist unsere Verpflichtung, an regelmäßigen Presseterminen teilzunehmen - zusätzlich zu denen, die wir als Angestellte des jeweiligen Vereins sowieso wahrzunehmen haben.

3. Wir bekommen - zusätzlich zu dem Gehalt, das wir mit dem Verein vereinbaren - 20.000€ pro Monat als Sponsoring von Red Bull, im Gegenzug geben wir Bild- und Tonrechte, die im Zusammenhang mit der Tätigkeit als Coach bei Frem bzw Ascoli stehen, für den Zeitraum der Tätigkeit für RB frei.

4. Sollte es keinem von uns beiden gelingen, alle 3 Titel zu holen, gewinnt derjenige mit mehr Titeln/mehr Aufstiegen/besserer Ligaplatzierung die ausgelobte Summe.

5. Wer von seinem Posten entbunden wird - was selbstverständlich (zB bei sportlichem Misserfolg oder aus anderen Gründen) möglich ist  - verliert automatisch und der andere bekommt die ausgelobte Summe.

Pfandsky liest noch weitere Bestimmungen vor, aber ich höre nur mit einem Ohr hin, so langsam reicht es mir mit dieser Studioatmosphäre...

Eine halbe Stunde später ist der Spuk endlich vorbei und ich kann ins Hotel.
Früh am nächsten Morgen nehme ich den ersten Flieger, komme aufgrund verschiedener Verzögerungen allerdings erst spätabends in Kopenhagen an.
Die Nacht wird kurz - um 7:00 Uhr steht das erste Treffen mit den Verantwortlichen meines neuen Arbeitgebers auf dem Plan.
Kurz vor meinem Check-In im Hotel erreicht mich dann noch eine SMS von Hannes, der mir für meine "hinterlistige Aktion" Rache androht und mir prophezeiht, dass er mich hochkant aus der Challenge schießt, da der "Freizeitverein", den ich ab sofort trainiere, "nicht die geringste Chance" gegen seinen "Glücksgriff" habe, wie er sich ausdrückt.
'Na das wollen wir doch mal sehen!', denke ich mir.
Bis jetzt war das Ganze ein ziemlich surrealer Gag für mich - aber diese SMS hat mich nun doch angestachelt.

Morgen früh gehts los - Mission "Danish Dynamite" kann beginnen, ich bin bereit!


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« Letzte Änderung: 12.Juni 2026, 22:42:14 von Noergelgnom »
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Bayernfahne

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Da entschied es sich also genau zwischen den beiden Vereinen, zwischen welchen ich auch schwankte. Und meine Stimme ging nicht nach Dänemark, aus den bereits genannten Gründen... Rein vereinstechnisch ist das natürlich eine coole Wahl und wir bekommen, was uns einst verwehrt wurde, es könnte aber aus sportlicher Sicht echt schwer werden. Die 3 Aufstiege und die nationalen Erfolge traue ich Lava ohne Probleme zu, aber mit dem internationalen Titel wird das schon echt schwer. Nur gut, dass Großmaul Hannes sehr wahrscheinlich schon an den nationalen Titeln scheitern wird.  :D Die Coppa Italia ist womöglich noch drin, aber an den Titel in der Serie A glaube ich nicht.
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Agariel

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Erstmal Danke für die kleine, schön eingebaute, Rückblende...
Wenn Kaiserslautern es schafft schon 2030 die Conference League zu gewinnen, dann ist es offenbar durchaus möglich.
Gab es die Challenge vielleicht 2026 bereits und sie haben Klopp als Trainer bekommen? :D

Ich mache es mir simpel und prophezeie 7 Jahre voll lustiger Anekdoten und bester Unterhaltung auf und neben dem Platz.
Und dieser Emporkömmling von Ringerwade, Ringwilderer oder wie der nochmal heißt der wird eh keine 7 Jahre aushalten *pff*
Der fliegt doch schon nach 3 Wochen spätestens!
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Noergelgnom

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"Der Tod des Fussballs"

Sommer 2045, Valby/Kopenhagen


Während ich von Wien nach Kopenhagen reise und dort eine relativ unruhige und viel zu kurze Nacht in einem Hotelbett verbringe, schlägt die nun endgültig gestartete Challenge europaweit Wellen.
Naturgemäß vor allem in Dänemark und Italien, den beiden Ländern, die von diesem "Wettkampf" zweier "aufmerksamkeitsheischender alternder Männer" (wie es der englische "Guardian" ausdrückt) am direktesten betroffen sind.

Und es sind beileibe nicht nur die Fans (vor allem der Konkurrenzvereine), die ihrer Empörung Luft machen - nein, auch Politik und prägende Figuren des europäischen Vereinsfussballs melden sich zu Wort.






"Guardian", England


"Mit dem heutigen Tag ist die vom Getränkehersteller und Sportgroßsponsor Red Bull seit Wochen beworbene 'Red Bull Coaching Challenge offiziell gestartet worden. Der Österreicher Hannes Ringlwadl, langjähriger Kommentator im östereichischen Fernsehsender ORF und in früheren Jahren auch erfolgreicher Trainer u.a. bei Austria Wien hatte seinen luxemburgischen Freund Gerard Lavayeux, seines Zeichen mehrfacher spanischer Meister und im letzten Mai sensationeller Champions-League-Finalist mit Real Saragossa, mit einer in der Öffentlichkeit zunächst belächelten Wette herausgefordert: er, Gerard, könne nur dann Erfolg haben, wenn er diktatorische Befugnisse im jeweiligen Club besäße.

Eine Unterstellung, die Lavayeux offenbar nicht auf sich sitzenlassen konnte, weswegen er diese Herausforderung annahm. Ringlwadl hatte bereits im Vorfeld Red Bull als Sponsor gewinnen können - und ursprünglich war diese 'Challenge' lediglich für den Luxemburger vorgesehen gewesen, der jedoch kurzfristig für eine Änderung der Regeln sorgte.
Und nun lautet die Challenge 'Lavayeux gegen Ringlwadl' oder auch 'Wer kann ohne Sonderbefugnisse erfolgreicher sein?'

Während der letzten Tage haben mehr als anderthalb Millionen Menschen darüber abgestimmt, welchen europäischen Drittligaverein die beiden Trainer übernehmen sollen. Die Wahl fiel auf den Boldklubben Frem aus dem Kopenhagener Stadtteil Valby (Lavayeux) und den Serie C(B)-Vertreter Ascoli Calcio 1898 (Ringlwadl). Die Gehälter werden zum Großteil von Red Bull übernommen, denn kein Drittligist - vielleicht von einigen Clubs der SkyBet One abgesehen - könnte es sich leisten, mehrere hunderttausend Euro pro Jahr in die Trainerposition zu investieren.
(Zumal selbst das zumindest für Lavayeux ein deutlicher Rückschritt ist - sein Gehalt bei Saragossa belief sich nach der letzten Vertragsverlängerung schätzungsweise auf knapp zwei Millionen Euro pro Jahr.)

Alleine diese finanziellen Dimensionen sorgen nun, wenig überraschend, für Diskussionen und Empörung, vor allem in der dänischen und italienischen Fussballwelt, die ja direkt von diesen Trainerentscheidungen betroffen ist.
Die Italiener können sich dabei mit dem Gedanken trösten, dass Ringlwadl bisher hauptsächlich unterklassige Schweizer Vereine trainiert hat - erfolgreich zwar, aber eben doch 'nur' Amateurvereine. Sein größter Erfolg war das Erreichen des österreichischen Pokalfinales 2029/2030 mit der Wiener Austria - ein Endspiel, dass er dann allerdings trotz 80-minütiger doppelter Überzahl mit 2:3 gegen Red Bull Salzburg verlor. Am Ende jeder Spielzeit wurde sein Vertrag dann auch aufgelöst und er hat seitdem nicht mehr als Trainer gearbeitet. Ob sein Mitwirken also überhaupt ein signifikanter Vorteil für Ascoli Calcio ist, bleibt abzuwarten.

Bei BK Frem wird dagegen wohl die Freude vorherrschen, einen ausgewiesenen Fachmann quasi 'geschenkt' zu bekommen, der in den letzten 20 Jahren mehr oder minder sensationelle Titel in mehreren europäischen Ländern geholt hat - vom allerersten Meistertitel (und gar dem Double!) der Vereinsgeschichte mit Bohemians 1905 Prag über ein weiteres Double (und insgesamt zwei Meisterschaften) mit Royal Antwerpen bis hin zu ebenfalls zwei Meisterschaften (und einem Double) mit Real Saragossa. In Spanien brachte er zudem noch das Kunststück fertig, den Verein nicht nur zum ersten europäischen Titel (Conference League) seit Jahrzehnten, sondern auch ins Champions-League-Finale geführt zu haben.

Man kann die Empörung der Konkurrenten in der dänischen 2. Division also durchaus verstehen.
Diese Personalie ist allemal geeignet, in der dritten dänischen Liga von 'Wettbewerbsverzerrung' zu sprechen - denn es dürfte ein ziemlich einmaliger Vorgang in der Geschichte des Fussballs sein (und hoffentlich bleiben!), dass ein mit Meister- und Pokalsiegertiteln aus 2 Top-10-Ligen dekorierter, derartig prominenter Übungsleiter für einen Halbprofiverein arbeitet, der ihm ein lediglich ein mittelmäßiges Bürotätigkeitsgehalt zahlt.

Aufstiegsfavorit Hellerup IK hat jedenfalls bereits rechtliche Schritte angekündigt, um überprüfen zu lassen, ob es sich hier nicht um einen Fall von unerlaubter Drittfinanzierung und damit eben um Wettbewerbsverzerrung handelt. Red Bull teilte auf unsere Anfrage hin mit, dass man die rechtlichen Gegebenheiten habe prüfen lassen - man erwarte keinerlei Probleme."



"Bild", München


"Bayern-Alterspräsident Uli Hoeness hat mit scharfer Kritik auf die 'Red Bull Coaching Challenge' (Bild berichtete) reagiert: "Das ist ein absoluter Wahnsinn und eine Wettbewerbsverzerrung vom Allerfeinsten! Wir bei Bayern München haben immer gesagt, dass die Integrität des Sports gewahrt bleiben muß. Es kann nicht sein, dass sich einzelne Vereine dank erheblich höherer Finanzkraft sportliche Vorteile verschaffen! Wir Bayern werden da immer an der Seite der Fans kämpfen und ihre Sorgen ernst nehmen!' Nach diesem Interview verabschiedete sich der sympatische 95-jährige, weil er einige Manager von VW, Audi und Mercedes zu einem informellen Sponsoringtermin erwartete."


"L'Equipe", Paris


"PSG-Eigentümersprecher Nasser Al-Khelaifi hat sich mit deutlichen Worten gegen die 'Red Bull Coaching Challenge' ausgesprochen. Die finanzielle Integrität des Fussball sei genauso wichtig wie transparente Eigentumsverhältnisse und klare Werte.
Außerdem seien die ausgelobten 10 Millionen 'ja wohl ein schlechter Witz' - für diese Summe würde man in Paris nichtmal ans Telefon gehen.



"Kurier", Wien


Red-Bull-CEO Olaf Mintzlaff hat die 'Red Bull Coaching Challenge' als einen 'weiteren konsequent gedachten Schritt zur Integration auch kleinerer Vereine in die Welt des Großkapitals' verteidigt. Es sei doch zu begrüssen, dass durch solche Aktionen auch andere Clubs mal die Möglichkeit bekämen, sich innerhalb von ein paar Jahren emporzuarbeiten. Viele Fans seien es doch leid, ständig die gleichen Vereine an der Spitze der nationalen und europäischen Wettbewerbe ertragen zu müssen. Hier setze die "RBCC" an - man nähme die Sorgen der Fans also ernst."


"11 Freunde", Deutschland


Die europäische Fan-Initiative 'FFF - Freundeskreis friedlicher Fans' hat ihre Mitglieder zu Protestaktionen gegen die 'Red Bull Coaching Challenge' aufgerufen, welche ein 'Frontalangriff auf den Volkssport Nummer Eins' sei. Der Protest solle selbstverständlich friedlich erfolgen, man könne seinen Mitgliedern aber natürlich keine Vorschriften machen, es seien ja alles erwachsene Menschen. Und wie man an jedem Wochenende in vielen Stadien sähe, wären Fussballfans nun einmal eher für direkte, sichtbare Protestformen zu haben. Das gemeinsame Absingen von Protestsongs sei wenigen Mitgliedern dauerhaft als erfolgversprechend zu vermitteln - zumal die nötigen Instrumente (insbesondere die Schlagzeuge) ja auch gar nicht mit ins Stadion gebracht werden dürften."


"Bayernkurier", Onlineausgabe auf www.csu-die-zukunft.de


CSU-Ehrenpräsident Markus Söder hat der 'Red Bull Coaching Challenge' eine ebenso deutliche wie gut begründete Absage erteilt.
Der langjährige gefühlte Bundeskanzler und Fleisch-Influencer sagte bei einem Sponsorentermin in der 'Allianzarena' in München:
'Es kann doch nicht sein, dass die Wirtschaft sich derartig in den Sport einmischt. Wir alle sind aufgerufen, für die Unabhängigkeit des Sports von der Windkra... äh .... dem Sponsorenunwesen einzutreten!'
Direkt nach diesem Interview stieg Herr Söder in ein Privattaxi, um sich zu einem unbekannten Termin an den Tegernsee chauffieren zu lassen.'



"(Dagbladet) Information", Kopenhagen


Der Präsident des dänischen Fussballverbandes DBU, Henning Hansen, hat mit Sorge auf die Ergebnisse der Fanwahl bei der 'Red Bull Coaching Challenge' reagiert.
'Einerseits freue ich mich natürlich, dass so viele dem Fussball verbundene Menschen einem derartig traditionsreichen Verein wie BK Frem die Chance geben wollten, von einem nachweislich großen Trainer zu profitieren. Ich kann auf der anderen Seite jedoch vollauf verstehen, dass alle Konkurrenten von BK Frem nun Sorge haben, dass die neue Saison in der 2. Division unter Wettbewerbsverzerrung leidet. Herr Lavayeux hat in den letzten 20 Jahren eindrucksvoll bewiesen, Vereine auch unter schwierigeren Bedingungen erfolgreich führen zu können. Seine reichhaltige Erfahrung wird BK Frem mutmasslich einen großen Vorteil verschafffen.
Wir werden die Entwicklung sehr sorgfältig beobachten und behalten uns vor, im Rahmen unserer Möglichkeiten einzugreifen, sollten sich konkrete Anhaltspunkte für unlautere Praktiken ergeben oder eine Gefahr für die Integrität des Wettbewerbs absehbar werden.'
Hansen setzte hinzu, dass Herr Lavayeux herzlich eingeladen sei, sich bei der DBU vorzustellen - im Rahmen der Zustimmung zu seiner Tätigkeit bei BK Frem sei ja sowieso ein kurzer Termin nötig."





« Letzte Änderung: 13.Juni 2026, 20:38:58 von Noergelgnom »
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Sommer 2045, Valby/Kopenhagen


Im beschaulichen Valby sitzen währenddessen ein paar Menschen um einen durchaus hübschen, wenn auch nicht sonderlich spektakulären Konferenztisch herum und beschnuppern sich gegenseitig - metaphorisch gesprochen.

Mein neuer Vereinspräsident ist ein circa 60jähriger Bilderbuch-Skandinavier namens Martin Skjellerup - bestimmt einsneunzig groß, blonge Haare (inzwischen allerdings zu drei Vierteln grau), mit dröhnender Bassstimme.
Eine beeindruckende Erscheinung, fürwahr - und wahrscheinlich wäre er regelrecht furchteinflößend, wenn er nicht so unglaublich fröhlich wäre.

Neben ihm sitzt mein direkter Vorgesetzter - Mads Høi, auch ein Däne, wie eigentlich jede/r in diesem Verein - also außer dem Lotteriegewinn namens Gerard, der hier in den kommenden Jahren Großes erreichen soll.

Außer den beiden sitzen auch noch der Technische Direktor Hjalte Dylong und mein Co-Trainer Mads Rejnhold (der in Personalunion auch Jugendabteilungsleiter ist) mit am Tisch.

Die Begrüßung fiel durchaus freundlich aus - aber über dem Tisch wabert auch nach zehn Minuten noch eine gewisse Unsicherheit.
Präsident Skjellerup ist es schließlich, der die Fragen stellt, die - ausweislich der Reaktionen am Tisch - alle bewegt:

"Wie stark wird sich Red Bull eigentlich in den Verein einmischen? Und ... müssen wir uns auf irgendwelche Namens- oder Logoänderungen gefaßt machen?"

Ich schüttele heftig den Kopf.
"Soweit es mich betrifft, lauten die Antworten in der Reihenfolge 'Null!' und 'Nein.' - Ich bin weder Angestellter von Red Bull noch sind sie mir gegenüber irgendwie weisungsbefugt. Ich bin hier, weil mich ein alter Bekannter öffentlich herausgefordert und mir unterstellt hat, ich könne nur als Diktator erfolgreich sein. Das will ich widerlegen, weil ich das für eine Frechheit halte. Alles andere ist mir egal, Red Bull eingeschlossen."

Die Herren am Tisch schauen mich mit einer Mischung aus Erstaunen und Unglauben an.
"Aber die zehn Millionen Euro haben doch bestimmt eine gewisse Rolle gespielt, oder?"

Ich schüttele den Kopf.
"Ob Sie das glauben oder nicht - nein. Ich bin dank einiger sehr erfolgreicher Jahre in Spanien bereits mehrfacher Millionär und auf keine Finanzspritzen angewiesen."

"Hmmm ... na gut."
So richtig überzeugt klingt Skjellerup nicht - wer will es ihm verdenken?

"Wie soll die Zusammenarbeit denn nun im Einzelnen aussehen? Und was brauchen Sie von uns?"
"Oh, das ist ganz einfach: ich kümmere mich - zusammen mit Ihnen, Herr Rejnhold - um das Training und die Taktik der Seniorenmannschaft. Darüberhinaus nehme ich an den Medienrunden teil, stehe vor und nach Spielen für Interviews zur Verfügung und das wars im großen und Ganzen."
"Das ist alles?"
"Naja, ich muß regelmäßig mit irgendeiner Reporterin sprechen, die mich für einen Red Bull Streaming Kanal interviewen wird, aber das mache ich nach Möglichkeit abseits meiner normalen Tätigkeit hier. - Ich werde einfach nur Trainer sein, Punkt."

"Hm."
Kurze Stille, als die Anwesenden diese Info verdauen, dann schaut mich Høi an und nickt.
"Na gut, Herr Lavayeux, dann lassen Sie uns mal in mein Büro gehen, damit wir dort den Kader und die Transfers besprechen können."
Ich schüttele den Kopf.
"Das wird nicht nötig sein, Herr Høi - ich werde weder Vorschläge noch Forderungen hinsichtlich Transfers haben, weder im Bereich Zu- noch Abgänge. Darf ich nämlich auch gar nicht."
Ich kichere ein wenig, als mir final klar wird, wie fundamental sich meine Tätigkeit hier von dem unterscheiden wird, wie ich in den letzten 20 Jahren gearbeitet habe.
"Ich sage Ihnen gern, dass meine bevorzugte Taktik ein auf sicherer Defensive und Direktpassspiel basierendes Vier Vier Zwo mit Doppelsechs ist und dass ich im Allgemeinen ein Vier Zwo Vier sowie ein Vier Drei Drei als Ausweichformationen einstudieren lasse. Alles andere liegt in Ihrer Hand - und in der Hand Ihres Scoutingteams."

Høi klappt der Unterkiefer runter.
"Ist das Ihr Ernst??"
"Ja, das ist ja die Grundbedingung der ganzen Challenge. Ich arbeite mit dem, was der Verein mir auf den Trainingsplatz stellt. Ich mische mich weder in Spielertransfers noch in Mitarbeiterverpflichtungen ein. Genaugenommen sind selbst die Infos, die ich Ihnen eben gegeben habe, schon zuviel gewesen. Sie verpflichten, wenn Sie für geeignet halten und wenn Sie der Meinung sind, der Verein solle ein 361 oder 235 spielen, dann holen Sie die Spieler dafür und geben mir die Anweisung, diese oder jene Formation und Taktik spielen zu lassen. Ich richte mich zu 100 Prozent nach Ihnen."

Die Männerriege am Tisch schüttelt unisono und äußerst ungläubig die Köpfe.
"Sie sind der schrägste Coach, den ich je hier gesehen habe."


Eine Stunde später läuft eine dürre Tickermeldung über den ... ähm ... Ticker:

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Und ich habe den Rest des Tages frei, denn dadurch, dass der Verein semiprofessionell aufgestellt ist, gibt es pro Tag nur eine Trainingseinheit - und heute gar keine.
Auch nicht schlimm, dann hab ich zumindest Zeit, mich über den Verein zu informieren.
Hab ich zwar vor vielen vielen Jahren in Locarno für meine ausgedachte Geschichte schonmal gemacht, aber nur mit Wikipedia-Informationen...

Der Ersteindruck ist jedenfalls äußerst positiv, soviel wird mir schnell klar.
Hannes mag mit Ascoli den größeren, reicheren und potentiell "leichteren" Club gezogen haben - aber Frem ist nicht zu verachten!
Weder im Hinblick auf Titel und Infrastruktur...

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... noch in finanzieller Hinsicht.
Der Club hast fast 3 Millionen Euro auf dem Festgeldkonto, verliert im Laufe einer Saison zwar einige hunderttausend durch Fixkosten, Gehälter und so weiter - nimmt aber eben auch 800.000 durch Sponsoren ein. Nicht schlecht für Liga drei in Dänemark!

Wenn die halbe Million an abzuzahlendem Kredit nicht wäre, sähe es sogar noch besser aus - aber auch so ist das wirklich nicht übel.

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Weiter im Text - bei BK Frem wird seit vielen Jahren idealerweise entweder 422 oder 424 gespielt, gerne mit Fokus auf Konter.
Kein Wunder - ist Frem doch in jeder neuen Saison aufs Neue Abstiegskandidat (und mehrfach in den letzten 30 jahren auch tatsächlich in die 4. oder gar fünfte Liga abgestiegen!
Vor kurzem gab es allerdings auch zweijähriges Gastspiel in der NordicBet Liga  (also der 2. Ligastufe), nach dem Abstieg 2043 verließen nahezu alle Leistungsträger den verein und statt erneut den Aufstieg anpeilen zu können, war auch in Liga 3 erstmal wieder Abstiegskampf angesagt - in der aus 12 Mannschaften bestehenden Liga wurde man zweimal nacheinander Neunter.

Das Ziel "nicht absteigen" ist auch für die vor uns liegenden 3 Jahre meiner initialen Vertragslaufzeit gültig - für höhere Ziele ist die Mannschaft einfach zu schwach.
Das muss ich erstmal kurz sacken lassen - denn Hannes' Ascoli ist im gegensatz dazu einer der Geheimfavoriten auf den Aufstieg in die Serie B!


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Nachdem ich diese Info verdaut habe, werfe ich noch einen Blick auf den Staff, mit dem ich zukünftig arbeiten werde - mit den Trainern der Zweiten und der Jugendteams werde ich mich zwar abstimmen, wenn es um die Frage geht, ob jemand hochgezogen oder zu Spielpraxiszwecken "runtergeschickt" wird, aber ansonsten werden die beiden Teams komplett unabhängig von den Senioren agieren. Ich nehme an, dass sie die gleichen Formations- und Taktikvorgaben wie ich bekommen werden, aber wenn nicht, geht mich das auch nix an!


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Apropos Mannschaft - ich habe mir von Martin (meinem Co) die Mannschaftsübersicht geben lassen und stelle bei einem kurzen Blick darauf fest, dass das sehr ... ähm ... übersichtlich ist.
Genauer gesagt reicht das vorne und hinten nicht!
Kein einziger Mannschaftsteil ist so besetzt, dass ich das für ausreichend halte ... vielleicht mit Ausnahme der Innenverteidigung - aber Martins Notizen zu den Stärken und Schwächen der Spieler lassen mich auch daran zweifeln.
Nahezu die gesamte Mannschaft ist zu langsam, zweikampfschwach, mental nicht gefestigt, technisch viertklassig und charakterlich ausbaufähig.
Hoffentlich schafft es Høi, ein paar echte Verstärkungen an Land zu ziehen, sonst sieht es mit dem ersten Etappenziel "Aufstieg in die Zweite Liga" zumindest in der kommenden Saison wirklich zappenduster aus.


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Das Sahnehäubchen: unser einziger "Star", Defensivspezialist und Kapitän Ingvardsen, hat noch nichtmal einen richtigen Vertrag, sondern operiert auf Prämienbasis.

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Nachdem ich einen ersten (Daten-)Blick auf die Seniorenmannschaft geworfen habe, wird mir jedenfalls schlagartig klar, warum die Saisonprognosen der Onlinemagazine so aussehen wie sie aussehen...

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Da hat mir Hannes ja nen schönen Schlamassel eingebrockt!
(Beziehungsweise ich mir selbst - ich hätte auf seinen Quark ja nicht eingehen müssen!)
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Aller Anfang ....

2. Division, Herbst 2045, Valby/Kopenhagen



Das Web-Interview mit Yvonne, Hannes und mir ist eine sterbenslangweilige Bullshit-Bingo-Veranstaltung.
Nachdem ich einmal verstanden habe, dass es allen Beteiligten im Endeffekt nur darum geht, verschiedene Checkpoints abzuhaken und ein paar bestimmte "buzzwords" unterzubringen, kann ich das Ganze quasi im zerebralen Leerlauf absolvieren, ohne dass ich dabei negativ auffalle.
Ich hoffe, das bleibt zukünftig so - dann kann ich meine Hirnkapazitäten nämlich für Wichtigeres nutzen.
Zum Beispiel dafür, mir Möglichkeiten auszudenken, wie ich die zahlreichen Neuzugänge, die Mads Høi nach und nach verpflichtet, in die Mannschaft einbaue.
Im Laufe der ersten zwei Monate meiner Tätigkeit hier in Kopenhagen schleppt mir mein wunderbarer Sportdirektor nämlich schlappe FÜNFZEHN neue Spieler an - und fast zwei Drittel davon für die "Erste".

Den Anfang macht er mit einem baumlangen Stürmer, der nicht nur als Zielspieler im gegnerischen Strafraum brauchbar ist, sondern auch als ... Freistoßschütze!
Hat man in den unteren Ligen jetzt auch nicht so oft, das nehme ich gern als Bonus mit.

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Am nächsten Tag kommt er mit einer dringend nötigen Verstärkung für die Abwehr um die Ecke.
Auch dieser Neuzugang hat wieder mehr Schwächen als Stärken - aber immerhin beherrscht er die absoluten Kernkompetenzen eines Innenverteidigers auf einem akzeptablen Niveau. Und darüber, das er auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden kann (zumindest wenn man ihn nicht zu Passorgien zwingt), werd ich mich auch nicht beschweren.

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Wiederum nur drei Tage später schleppt er einen südländisch wirkenden, permanent verwirrt grinsenden Typen aufs Traininsgelände, der glücklicherweise genügend spanisch und englisch spricht, dass ich mich mit ihm verständigen kann. Unser neuer Quoten-Portugiese heißt Andre und fühlt sich im Sturmzentrum zuhause, kann aber auch leidlich gut auf den Flügeln rumturnen.
Erwähnte ich schon, dass Polyvalenz gerade bei zahlenmäßig beschränkten Kadern wie dem unseren ein wirklich signifikanter Vorteil ist?
(Warum Høi ihm allerdings das kombinierte Gehalt von gleich vier Stammspielern in den weit geöffneten Rachen wirft, weiß auch nur er.)

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Während wir noch versuchen, Almeida unser Taktikkonzept zu erklären, schlurft bereits der nächste hoffnungsfrohe Neuzugang aufs Gelände - und der wird zwar kein Sprinter mehr, gibt uns aber immerhin ein bißchen mehr Kadertiefe im Defensivdrittel.
Und er ist derartig fit, dass wir zumindest keine Sorge haben müssen, er könne sich vielleicht wundsitzen auf der Ersatzbank.
(Genau dort wird nämlich aller Voraussicht nach seine Stammposition sein.)

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Und dann geht plötzlich, ganz ohne Vorwarnung, die Saison los.
Die 2. Division spielt dabei zunächst eine Vorrunde, in der alle 12 Mannschaften je zweimal gegeneinander spielen. Nach diesen 22 Spieltagen bilden die ersten 6 der Tabelle die Aufstiegsrunde, der Rest die Relegationsrunde.
Alle Statistiken der Vorrunde werden dabei übernommen.
Erneut geht es in Hin- und Rückspiel nach dem Motto "jeder gegen jeden" zur Sache - und am Ende steigen die beiden Erstplatzierten der Aufstiegsrunde in die NordicBet Liga auf (gut so, sonst müßte man die Aufstiegsrunde wohl auch umbenennen) - und die beiden Letzten der Relegationsrunde verstärken in der Folgesaison die 3. Division.

Wir wollen natürlich in der Vorrunde so viele Punkte wie möglich hamstern - denn jeder Punkt, den wir vor der Teilung holen, erleichtert ja den Klassenerhalt.
Und die Mission "Punktehamster" starten wir mit einem Derby gegen Brønshøj.
Wobei der Begriff "Derby" hier in Dänemark ein bißchen albern wirkt.

BK Frem, Brønshøj, FA 2000, Hellerup, B93 - knapp die Hälfte der Vereine in der Liga stammen aus der dänischen Hauptstadt.
Insgesamt nennen schwindelerregende 26 (!) Vereine aus den ersten 4 Ligen des Landes Kopenhagen ihr Zuhause.
Im Durchschnitt wird also fast jedes zweite Ligaspiel der Saison ein "Derby" sein.

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Sei es wie es sei, die Saison startet jedenfalls mit einem eng umkämpften Nachbarschaftsduell gegen den Aufsteiger.
Gewinnen ist hier eigentlich schon (fast) Pflicht, da Brønshøj eine von nur 2 Mannschaften sind, mit denen wir auf Augenhöhe gesehen werden.

Und auch wenn es über eine Stunde dauert - wir schaffen es, durch einen Ingvardsen-Freistoß in Führung zu gehen. Mehr noch, wir verteidigen den knappen Vorsprung bis zum Abpfiff und können uns danach über drei wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten freuen.

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Drei Tage später fahren wir zum Viertligisten AB Tärnby nach Kastrup zum Erstrundenduell im Pokal.
Zwei-Meter-Mann Friis und Rechtsaußen Fisker vor der Pause, Zielspieler Hermansen direkt nach der Pause, dann ein kurzes Aufflackern von Widerstand der Gastgeber, das wir in Gestalt des eingewechselten Almeida mit der endgültigen Entscheidung beantworten.
Klingt klar, war klar.
Eine Runde weiter, sehr schön!

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Als wir zurück aufs Vereinsgelände kommen, steht dort ein langer (und blutjunger) Lulatsch, den ich noch nie gesehen habe.
Ich schnappe mit den vorbeihastenden Sportdirektor: "Hoi Mads, wer ist denn das dort drüben?"
"Der? - Ach, das ist Tobias, ein neuer für die Abwehr. Absolut fit, mutig und sprunggewaltig!"
"Oh klasse, und was sind seine Stärken?"
"Die habe ich gerade erschöpfend aufgezählt."
Sprichts und hastet weiter.

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Der Ligaspielplan meint es wirklich gut mit uns - denn jetzt haben wir das zweite (beziehungsweise - Pokal mitgerechnet - sogar das dritte!) Spiel am Stück vor der Brust, in dem wir nicht als Aussenseiter in die Partie gehen.
Wir schwören die Mannschaft darauf ein, dass wir hier die große Chance haben, auch den zweiten Mitabstiegskandidaten schonmal um drei Punkite zu distanzieren und schicken sie erneut im 442 mit Doppelsechs (und Kapitän Ingvardsen als Dreh- und Angelpunkt unseres Spiels) auf den Rasen.

90 Minuten später grinsen wir alle wie die Honigkuchenpferde, weil der Plan absolut perfekt aufging und dieses Spiel wohl auch unseren Anhängern ein bißchen länger im Gedächtnis bleiben wird....
Die bedauernswerten Gastgeber wissen überhaupt nicht, wie ihnen geschieht, als wir über sie hinwegfegen.
Am Ende lassen wir es zwar etwas ruhiger angehen, aber dennoch: so irre es klingt - dieser Sieg ist um nicht ein einziges Tor zu hoch ausgefallen.

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Am Sonntag nach dem Spiel bringt Mads Høi den nächste Neuen vorbei, diesmal für den rechten Flügel, wo wir bisher nur Fisker haben, der außerdem bei jedem Einsatz auf dieser Position permanent flucht, weil er lieber Mittelstürmer wäre.
Nun, in Zukunft kann er wohl eher über seinen Bankplatz fluchen, denn Lund Larsen ist ein sehr deutliches Upgrade.


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Spieltag 3 - und zum ersten Mal eine Partie, in der uns eine deutliche Niederlage vorhergesagt wird. Middelfart, vor zwei Jahren aus der NordicBet abgestiegen, gehört zu den Aufstiegsfavoriten und hat sich in den letzten Wochen nochmal kräftig verstärkt.
Aber alle Verstärkung nutzt nichts, wenn man den Start verschläft.
Wir stoßen an, Hermansen erhält den Ball, spielt zurück zu Ingvardsen und setzt sofort zum Sprint Richtung gegnerischem Strafraum an. Die Gäste, noch gar nicht richtig da, lassen ihn gewähren ... und schauen dann verdutzt dem 50-Meter-Pass hinterher, den Ingvardsen genau im richtigen Moment auf Hermansen schlägt. Dieser nimmt die Kugel gar nicht erst an, sondern verlängert einfach am Keeper vorbei....
Das Spiel ist 16 Sekunden alt, als wir 1:0 in Führung gehen.
Midelfart ist ein wenig geschockt, wird dann aber immer stärker und kommt nach einer reichlichen halben Stunde per (völlig berechtigtem) Elfmeter zum Ausgleich.
Danach neutralisieren sich beide Mannschaften auf überschaubarem Niveau gegenseitig.
Aber die Gäste gönnen sich leider (oder aus unserer Sicht: zum Glück) auch in der zweiten Halbzeit nochmal eine kurze Verschnaufpause ... die wir wiederum nutzen! Diesmal gleich doppelt, damit das mit dem Ausgleichen hoffentlich schwieriger wird.
Wird es auch - genaugenommen wird es sogar unmöglich.
Als der Referee abpfeift, blicken wir ein bißchen ungläubig auf die Tabelle - Erster!

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Auch wenn wir inzwischen offensichtlich eine konkurrenzfähige Mannschaft haben - unser Sportdirektor sieht noch immer Verbesserungspotential und schleift weitere Spieler zum Vereinsheim.
Palanci ist dabei allerdings bestenfalls eine Kaderbreiten-Option. Selbst im Kontext der dritten dänischen Liga ist sein Fähigkeitenpaket mit "schmal" noch extrem wohlwollend umschrieben...

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In Brabrand sitzt er jedenfalls nichtmal auf der Bank, sondern auf der Tribüne. In der Liga dürfen nur sieben Ersatzspieler nominiert werden, davon 1 Torhüter und wie erwähnt 3 U21-Feldspieler. Da müssen mitunter harte Entscheidungen getroffen werden. Auch das gehört zum Trainerjob dazu.

Was ebenfalls zum Trainerjob gehört, ist das ausgelassene Jubeln über völlig unerwartete Ligasiege, die durch zwei Tore in den jeweiligen Nachspielzeiten der beiden Halbzeiten zustandekamen.
Der Sieg an sich ist insgesamt nichtmal unverdient - aber aufgrund der Zeitpunkte, zu denen die Tore fielen, schon eindeutig glücklich, da gibts nix zu diskutieren.
Ist zum Glück halt völlig wurscht - wir haben weitere 3 Punkte im Sack.


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Wenn Trainer und Mannschaft auf der Erfolgswelle surfen, will der Sportdirektor natürlich auch mal - und zurrt kurzerhand einen weiteren Neuzugang fest, der uns auf der Doppelsechs offensivere Optionen bieten soll.
Macht er auch - trotz all der Fehler und Schwächen, die auch bei ihm wieder im Gesamtpaket inbegriffen sind.

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Solcherart verstärkt, freuen wir uns nun auf das Duell mit einem weiteren (erweiterten) Aufstiegsanwärter - der FC Fredericia (keine 10 Kilometer vom FC Middelfart entfernt auf dem dänischen Festland beheimatet) möchte endlich mal wieder in die zweite Liga, auch sie haben kräftig investiert.
Nutzt nur nix, wenn beim BK Frem gleich mehrere aktuell wirklich in Topform spielende Kicker sind - Ingvardsen, Hermansen und Lund Larsen benötigen exakt 13 Minuten und 43 Sekunden, um den Gästen jegliche Punkteträume für dieses Spiel eindrücklich zu vergällen.
In der zweiten Halbzeit passiert nicht mehr viel - außer dass wir vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit noch einen Elfmeter versenken und die Gäste ebenfalls noch mal elfmetern dürfen.
Ein hochüberlegener Heimsieg - mit einem xG von 4,69!

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Leider ist der teuer erkauft - denn ein Grund für die Langeweile in Halbzeit zwei ist der Ausfall von Ingvardsen und Lund Larsen, die bei Fredericias verzweifelten Abwehrbemühungen derart auf die Socken bekommen haben, dass wir sie zur Halbzeit in der Kabine lassen müssen.
Beide fallen etwa einen Monat aus - und das ist echt bitter, denn für beide haben wir keinen auch nur annähernd gleichwertigen Ersatz im Kader.
Das wird - im negativen Sinne - spannend.

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Spielen müssen wir natürlich trotzdem - und zwar zunächst mal bei FA2000, auch wieder ein Verein aus der Hauptstadt(region).
Auch FA2000 haben (leise) Aufstiegshoffnungen und sind auch gut aus den Startlöchern gekommen.
Ein Grund dafür - ihr wirklich in Topform befindlicher Keeper.
Nun, den haben wir mit Støckel aber auch.
Und was passiert, wenn zwei gute Abwehrreihen mit jeweils überragendem Keeper aufeinandertreffen?
Na?

Genau.
Für uns ein gewonnener Punkt, für die Gastgeber eher zwei verlorene.

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Am Montag (und Dienstag) danach folgt ein Kapitel aus dem allseits beliebten Buch "Einfache Wege, um Slapstick zwanglos in Ihr Leben einzubauen!".
Schritt 1: Mads Høi kommt freudestrahlend um die Ecke und teilt mir mit, dass er endlich die aus seiner Sicht dringend nötige Verstärkung fürs defensive Mittelfeld gefunden habe. Vladmimir Fernandes, der eigentlich auf Sao Tome & Principe wohnt, aber "endlich mal Urlaub in einem kühleren Land machen" wollte, wurde von unserem Sportdirektor überredet, den Urlaub ein Jahr zu verlängern, "Arbeit" zu nennen und sich bezahlen zu lassen.
Isser mit einverstanden, der Vladimir, im Training bringt er unsere Offensivkräfte reihenweise zur Verzweiflung, ich freu mir n Keks und der Vertrag wird noch am gleichen Tag unterzeichnet.
Schritt 2: die DBU teilt uns mit, dass die Arbeitserlaubnis für Vladimir Fernandes nur für den Fall galt, dass er keine Arbeit aufnimmt.
Schritt 3: Vladimir Fernandes ist nun der bestbezahlte Spieler in unserer Reservemannschaft und einer der bestbezahlten Urlauber in der Geschichte der 2. Division.

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Die nachfolgende 2. Pokalrunde (erneut gegen einen Viertligisten) ist nicht nur eine in der zweiten Halbzeit klare und souveräne Angelegenheit ... nein, es ist auch mein 1000. Pflichtspiel als Coach.
Un-fass-bar!

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Das erste Spiel nach diesem Meilenstein führt uns mal wieder in die nähere Umgebung, nach Roskilde nämlich.
Der Name weckt bei mir als erstes Assoziationen im musikalischen Bereich - in Roskilde findet ein ziemlich berühmtes und bunt gemischtes Festival statt - aber die Fussballer sind, wie sie uns beweisen, so schlecht auch nicht.
Wir finden in der ersten Halbzeit offensiv kaum statt, weil wir defensiv alle Hände voll zu tun haben - und zur Halbzeit liegen wir auch völlig verdient hinten.
In der Pause gibts ein kurzes Donnerwetter von mir - und ich tausche die Flügelzange aus. Links Søren Poulsen für Kim Nielsen, rechts Jens Fisker für Kim Lund Larsen.
Und 45 Minuten später darf ich mich zum wiederholten Male selbst beglückwünschen, weil das genau die richtigen Wechsel waren.

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Gegen Helsingør zuhause sind wir etwa 120 Sekunden lang die bessere Mannschaft, danach plätschert das Spiel so vor sich hin und wir passen gegen Ende der Halbzeit einmal nicht auf.
Ergebnis: ein einzelner Punkt, den wir mitnehmen, der aber mit etwas mehr Konzentration auch zwei Freunde mit auf unser Konto gebracht hätte.

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Hellerup IK, unser nächster Gegner, ist zum einen DER Topfavorit auf den Aufstieg, da die Mannschaft sogar drei Vor-kurzem-noch-Erstliga-Spieler in ihren Reihen hat. Und zum anderen sind sie die lautesten Kritiker meiner Anstellung hier.
Und es ist ein Derby.
Und auswärts!
Beste Voraussetzungen also für eine Klatsche?
Nö.
Erstens erwischen wir den besseren Start und zweitens sind wir effektiv wie nichts gutes.
Wir haben exakt zwei gute Torchancen...

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Der dicke Wermutstropfen: Ingvardsen wird mal wieder umgetreten und und ist einen weiteren Monat raus.
Mist!

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Pokalrunde 3 - bei einem wirklich grossen Namen in Dänemarks Fussballkosmos.
Esbjerg fB war zwischen 1960 und 1980 eine der erfolgreichsten dänischen Mannschaften, gewann fünfmal die Meisterschaft und zweimal den Pokal. Letzteres gelang ihn 2013 nochmal, aber alles in allem sind die letzten 30 Jahre eher eine Zeit des Abstiegs für den Verein gewesen, aktuell spielen sie gar in der vierten Liga.

Das Spiel ist dann entschieden ungewöhnlich - wir gehen schnell in Führung, Esbjerg gleicht in der 22. Minute aus.
90 Sekunden später kassieren sie eine Rote Karte ... und zwischen der 29. und 32. Minuten ändert sich das Ergebnis von 1:1 auf 3:2 für uns.
Danach passiert nichts ergebnisrelevantes mehr.
Seltsames Spiel - aber wir sind in der 4. Runde!

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Auch hier wieder ein Wermutstropfen:
Diesmal erwischt es unseren Portugiesen Almeida, der vier Wochen ausfällt.

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Zehnter Spieltag. Heimderby gegen Aufsteiger Aarhus Fremad.
Geht da was?
Japp, und wie da was geht - unsere famose Ungeschlagenserie nämlich. Und zwar zum Teufel.
Ist aber folgerichtig - wir nehmen eigentlich nur in der letzten Viertelstunde vor der Halbzeit wirklich am Spiel teil (und gleichen da auch die frühe 2:0-Führung der Gäste aus), danach spielen sie uns wieder schwindlig und gewinnen auch in dieser Höhe völlig verdient mit 4:2.

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Høi reagiert in der Folgewoche auf die diversen Ausfälle vor allem in der Offensive und holt mit Kim Thomsen einen neuen Stürmer, der uns mit seiner (für diese Liga) erstaunlichen Geschwindigkeit vielleicht einen Vorteil bieten kann.

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Beim Kellerkind B93 (das nächste Derby) will ich auf jeden Fall eine Reaktion auf die pomadige Vorstellung zuhause sehen.
Klappt auch, die Gastgeber haben zwar mehr vom Spiel, unser "neuer" Stammkeeper Jonathan Nielsen läßt aber keinen Ball durch. Und vorne sind wir wieder mal effektiv wie nix Gutes.

Wieso Nielsen Støckel im Tor abgelöst hat? Weil Letzterer die Inkonstanz in Person ist und außerdem bei hohen Bällen (mit denen auf diesem Level natürlich viele Teams operieren) immer wieder Schwächen aufweist.

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Damit ist der September vorbei und exakt die Hälfte der Vorrunde absolviert - Zeit für eine erste Zwischenbilanz: wie schlägt sich der Abstiegskandidat BK Frem Kopenhagen denn so?

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Nun ja.
Geht so, würde ich sagen.

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Und wenn wir schon mal dabei sind - was treibt der Initiator dieser oh-so-grandiosen Idee, der Hannes nämlich ... was treibt der in Italien so?

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Die "Vor-Rückrunde" beginnt und wir duellieren uns zum zweiten Mal in dieser Saison mit Næsby.
Nach dem fulminanten 7:1 auswärts begnügen wir uns diesmal damit, einfach nur souverän unseren Stiefel runterzuspielen.
Reicht auch, wie sich herausstellt.

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Und weiter gehts - in Brønshøj entwickelt sich ein wildes Spiel, das die Trainer rapide altern läßt und die Zuschauer entzückt.
Dabei erwischen die Gastgeber zwar den deutlich besseren Start, nach einer Viertelstunde führen wir dann aber dennoch 2:1 und lassen uns dem Sieg (der am Ende vielleicht ein Tor zu hoch ausfällt) auch nicht mehr nehmen.

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Aber auch hier gibt es wieder einen Wermutstropfen - unser Sturmtank Hermansen fällt für anderthalb Monate aus!
Wie wir den wirklich gleichwertig ersetzen sollen, wissen wir im ersten Moment nicht.
Seine Luftpräsenz ist eine absolute Waffe in beiden Strafräumen, wie überhaupt seine physische Stärke dafür sorgt, dass gegnerische Abwehrreihen ein ums andere Mal in Verwirrung gestürzt werden....

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14. Spieltag, wir steuern mit großen Schritten auf die etwa dreimonatige Winterpause zu.
In Middelfart sieht es bis kurz vor Schluss nach einem weiteren Frem-Sieg der Effizienz aus - denn während die Gastgeber ein ums andere Mal an Aluminium, einem Verteidigerbein oder ihrem Unvermögen scheitern, machen wir aus null klaren Chancen 2 Tore.
Leider muss ich etwa eine Viertelstunde vor Schluss Ingvardsen auswechseln, weil der gelb-rot gefährdet ist ist.
Und falls ich noch einen Beweis hätte haben wollen, dass ihm im defensivem Mittelfeld keiner im Kader das Wasser reichen kann, ist das Endergebnis alles, was es dazu braucht...
Mist mal wieder!

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Vierte Pokalrunde - und hier ist zum ersten Mal seit längerer Zeit eine Niederlage fest eingeplant. Zum einen steht unser Gegner Næstved im Mittelfeld der ersten Liga, ist also sowieso schon klarer Favorit - und zum anderen fallen uns nahezu alle Stürmer gleichzeitig aus, so dass wir notgedrungen auf ein 433 wechseln.
Und angesichts dieser Voraussetzungen schlagen wir uns wirklich achtbar, finde ich!

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Ligaspiel 15 überschreiben wir am besten mit "Sieg der Moral"!
Wüßte nicht, was da besser passt.
Almeida ist glücklicherweise wieder fit geworden, so dass wir wieder ein bißchen Spielraum im Sturmzentrum haben.
Die erste Halbzeit ist sehr intensiv, geht aber ohne Zählbares zuende.
Die zweite Hälfte ist kaum angepfiffen, da entscheidet sich Mittelfeldanker Grønn, mal ein Zeichen zu setzen.
Gesagt, getan - einen gellenden Schmerzensschrei des Gegenspielers später sind wir nur noch zu zehnt.
Danke auch!

Erstaunlicherweise sind wir in Unterzahl besser als zuvor und nach einer reichlichen Stunde bringt uns Almeida in Führung.
Jippieh!
Direkt im Gegenzug holt er im eigenen Strafraum allerdings einen Brabrander Spieler ungeschickt von den Beinen - Elfmeter, Tor, Ausgleich.
Dreck!
Zehn Minuten vor dem Ende erläuft er nochmal einen Sahnepass aus dem Mittelfeld und netzt zur erneuten Führung ein.
Jippieh!
Nur drei Minuten später stößt er einen Gegenspieler im Strafraum derart ungestüm um, dass Brabrand den zweiten Elfmeter an diesem Tag erhält.
Und da darf er sich bei Keeper Nielsen bedanken, dass der den hält!
Sonst wärs nämlich nix geworden mit "Spieler des Spiels"...
Ausweislich der Statistiken verdienter, aber dennoch glücklicher Sieg.

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Die Disziplinarkommision der DBU sperrt Lasse Grønn danach für 2 Spiele, weil er mit seiner Roten Karte die Grenze von 36 Disziplinarpunkten erreicht hat.
What?!

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Wie sich mir nun in voller epischer Breite erschließt, gilt in Dänemark ein ziemlich raffinierter Punktekatalog, nach dem Unsportlichkeiten aller Art mit Sperren geahndet werden, die ein ziemlich gerechtes System bilden.
Auch wenn wir dank Lasses Eselei diesmal die Leidtragenden sind - das System an sich find ich super, muß ich zugeben.

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Apropos "super" - die Jugendarbeit meines vorherigen Vereins Real Saragossa wird - ebenfalls anhand eines Punktesystems - aktuell als die drittbeste der Welt (!) eingestuft.
Was für eine grandiose Bestätigung des Lava-Wegs!

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Noch zwei Spiele bis zum langen Urlaub.
Beim FC Fredericia entwickelt sich ein eher langweiliges Spiel mit zwei Mannschaften, die statistisch sehr ähnlich unterwegs sind.
Der Unterschied: die Gastgeber haben eine echte Chance und einen xG von knapp unter eins - und schießen ein Tor (per Elfmeter in der Nachspielzeit).
Der BK Frem hat ebenfalls eine klare Chance und einen xG von kanpp unter eins und schießt drei Tore.
Effizienzmonster!

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Letztes Spiel im Jahres 2045 für den Boldklubben Frem aus Valby in Kopenhagen.
Es steht bereits fest, dass diese Halbserie (a) den Fans des Vereins sehr schmecken wird und (b) die Kritiker an dieser "Wettbewerbsverzerrung" wohl nicht verstummen lassen wird.

Das jederzeit souveräne und überlegene 4:1 gegen den (vor dem Spiel) Tabellenzweiten FA2000 wird die Kritiker auch nicht beruhigen, denke ich mal...

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Bilanz der ersten 17 Spiele unter Gerard Lavayeux:
eine gewisse Overperfomance kann nicht geleugnet werden.
Bereits 5 Spiele vor Ende der Vorrunde sind die Hauptstädter des BK Frem (als bisher einziges Team) für die Aufstiegsplayoffs qualifiziert.

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In Italien sieht es nicht ganz so rosig aus, aber zumindest ist Ascoli Calcio noch im Soll:

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Gabs sonst noch was?
Ach ja - unser Sportdirektor schlägt Mitte Dezember vor, die Jugendeinrichtungen auszubauen, ein Vorschlag, der vom bekanntermassen jugendbegeisterten Coach vollauf unterstützt wird.
Høis Vorschlag wird angenommen und in die Tat umgesetzt, das Vereinsvermögen schrumpft auf unter 1,5 Millionen Euro.

(Böse Zungen behaupten übrigens, der Grund für Høis Vorstoß sei ein Besuch bei der aktuellen U17 gewesen, von dem er aschfahl und "ach du Scheiße!" stammelnd zurückgekehrt sei...)

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« Letzte Änderung: 14.Juni 2026, 12:25:51 von Noergelgnom »
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KoniCutshot

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Sehr schön. Da verpasse ich es ins Forum zu schauen und abzustimmen und dann ist das Ergebnis das, was ich auch gestimmt hätte. Viel Freude an der DoF (from hell?) challenge!
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Muffi

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Wow, hier ging es ja orderntlich voran und Gerard ist mal mehr als im Soll! Klasse Leistung! Ich lehne mich mal sehr weit aus dem Fenster und prophezeie den Aufstieg in Liga 2! ;)
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