@Noergelgnom: Danke; Akbuluts Verletzung wird vermutlich für einen Verbleib sprechen. Lieber hätte man an der Feuerbach...ähh...Balla... Naja, vielleicht das Geld genommen, denn die Baufirmen dümplen an der Wand herum, sind aber inzwischen eher Papiertiger :-) Zu den Positionen - Weiterlesen!
@KoniCutshot: Danke!
Ist das etwa zweitligatauglich? Ja! - Die taktische Ausrichtung der TuRU in der 2. Bundesliga (Spielzeit 2029/30)Jode Dach, lieber Leser und Freunde der TuRU Düsseldorf,
neben dem Podcast „Achtzehnhundertachtzich“ gibt es einen leicht verwaisten Blog, den Andy und ich, Jörg, betreiben. Hier werden wir immer mal Geschichten rund um die Blau-Weißen aus Oberbilk erzählen oder auch auf taktische Trends der TuRU blicken.
Es ist nun Ende Februar und die Rückrunde in der zweithöchsten Spielklasse im deutschen Profifußball ist in vollem Gange. Wer verwundert auf die Tabelle blickt und sich fragt „WTF ist TuRU Düsseldorf?“ oder „Was macht denn TuRU- ähh – Düsseldorf in der 2. Liga und wieso stehen die sogar recht weit oben in der Tabelle?“, der ist hier genau richtig gestrandet.
Wie der aufmerksame User „Noergelgnom“, der uns immer wohlgesonnen ist, zurecht in den Kommentaren zu unserer Podcastfolge zuletzt anmerkte, scheint die Taktik der Turn- und Rasensportunion aus Düsseldorf – ich reiße es mal bewusst ein wenig aus dem Kontext – ein wenig „schief“ und in gewissen Bereichen des Feldes scheinen sich die Spieler gar „auf den Füßen“ zu stehen.
Um hinter das Geheimnis des aktuellen TuRU-Erfolgs unter Trainer Bruno Kahlig zu kommen, versuche ich zwei bis drei taktische Beobachtungen rund um die Schlagworte „schief“ und „auf den Füßen stehen“ zu beleuchten.
Hierfür blicke ich in die – schaut man nur die Punktausbeute - gar nicht so erfolgreiche Phase von Dezember bis jetzt, also Ende Februar. Hier eignen sich natürlich vor allem die beiden deutlichen Siege (4:1 gegen Köln & 3:0 gegen Kaiserslautern) oder aber das überraschende Unentschieden (1:1) gegen Dresden zum Monatsende.
Schief ist asymmetrisch und asymmetrisch ist gut Gegen den 1. FC Köln, bei denen Stefan Leitl im Winter Julian Nagelsmanns Cheftrainerposten übernommen hat, sieht man die Asymmetrie in der Heatmap des Spiels sehr gut.
Während der Linksverteidiger Chaidron recht defensiv eingestellt ist und mit den Innenverteidigern eher auf einer Höhe steht, ist Ismail Belkhir, der Rechtsverteidiger, schon deutlich häufiger in vorderer Position zu sehen.
Auf dem Feld kann man die Vorzüge der Asymmterie beim 3:0 durch Akbulut erkennen. Da Belkhir sich immer wieder gerne sehr weit vorne zeigt, haben Parkadze (ZM) und Herzog (off. Flügel) eine weitere Anspieloption. Hier bekommt der rechts Außenverteidiger einen Ball und gibt ihn schnell weiter an Pachulski (Stürmer), der in der Folge auf den Torschützen quer legt.
Der linke Verteidiger, Chaidron, hinten im Bild, sichert der Zentrum gegen einen etwaigen Konter mit ab.
(Je länger ich mir das Spiel nun in Re-Live ansehe, umso eher sehe ich „Auf den Füßen stehen“ im Spiel mit dem Ball im rechten Halbrraum, in dem ZM, IAS und AV mitunter zu geringe Abstände haben.)
Eine zweite Szene, nun aus dem Lautern-Spiel, zeigt, dass die Kombination aus der offensiver Positionierung Belkhirs und der gemäßigtem Mitarbeit Chaidrons sogar das Zeug hat, dass beide Spieler sich in einer Szene ergänzen. Während Chaidron für eine Flanke freigespielt worden ist, besetzt Belkhir den Halbraum im Grunde alleine und sorgt dafür, dass der FCK-Außenspieler Bueno etwas zu spät (gelber Bereich) in die Defensivaktion kommt und es fast 4:0 stehen könnte.
Raumbesetzung als Schlüssel?Gegen den Aufstiegskandidaten aus Dresden musste TuRU erst spät einen Gegentreffer schlucken, nachdem man die Partie zuvor über 75 Minuten recht gut im Griff hatte, ein xG-Wert von 1,72 zu 0,45 und der Ballbesitz von 55% zu Gunsten der Blauen zeigen hier bereits mit einem Blick in die Statistiken des Spiel, dass eigentlich mehr für TuRU drin gewesen wäre.
Die Passmappe belegt eine Beobachtung, die Noergelgnoms Hinweis eher widerlegt, denn es kommt eher auf der rechten Seite zu Ineffizienzen im Positionsspiel.
Effizienter hingegen spielt die linke Seite um Dausch und Herzog. Hier findet der Außenstürmer den sich offensiv orientierenden Dausch, dem es in der Folge gelingt, den Dresdner Verteidiger Christensen mit einer Körpertäuschung zu narren und mit dem starken rechten Fuß ein Tor aus etwa 18 Metern zu erzielen.
FazitLetzten Endes entscheiden weder eine gut ausgespielte Asymmetrie, noch die Raumbesetzung komplett alleine über den aktuellen Erfolg der Blau-Weißen, sondern eben auch die Schnelligkeit der Außen- und zentralen Stürmer, die Passsicherheit Begsades im Mittelfeld, die Kopfballstärke von Heitzmann und Endress hinten drin oder auch mal die starke Parade von Lulu Born über den Ausgang einer Einzelpartie.
Schade nur, dass Ömer Akbulut sich im Spiel gegen Dynamo Dresden das Kreuzband gerissen hat und erst im Herbst 2030 wieder einsatzfähig sein wird.
Auf der anderen Seite hat TuRU bereits drei aussichtsreiche Talente für die kommende Spielzeit im Visier! Läuft alles normal, dann wird es ja eine weitere Zweitligasaison in der heißgeliebten Michael-Ballack-Arena geben.