Denke es gibt da mehrere Faktoren.
a) Niemand spielt gegen Frankreich so wie Spanien. Die trauen es sich, aufgrund ihrer Erfahrung an positiven und erfolgreich Spielen gegen sie.
b) Spanien macht unheimlich gut Räume zu und ist extrem selbstbewusst. Eine Szene von Pau Cubarsi habe ich dazu noch im Kopf, als er durch halb Frankreich, mit dem Ball am Fuß, durchtankt, obwohl er Innenverteidiger ist. Mit gerade 19 Jahren.
c) Spanien hat eine großartige Passqualität. Man muss mal darauf achten, kaum muss mal ein Spieler eine Positionierung korrigieren, weil der Pass zu ihm schlecht oder zu langsam kam. Oder gar in den Rücken
d) Ihre Kreativität kennt kaum Grenzen.
e) Der Gamechanger bei Spanien war für mich, als de la Fuente endlich Pedri durch Fabian ersetzt hat. Glaube es war ab dem 3. Gruppenspiel. Vorher haben sie mir nicht gut gefallen und ich zweifelte bereits an meinem Weltmeistertipp (bin aktuell Zweiter in der Firma, hehe). Pedri ist ein Traumspieler, aber nicht in diesem Sommer.
f) Rodri und Yamal haben sich merklich stabilisiert und während des Turniers Formsteigerungen erlebt.
g) Spanien arbeitet wie ein Uhrwerk gegen den Ball. Nicht umsonst kassieren sie seit geraumer Zeit kaum Tore.
h) Dadurch dass sie wenige Passfehler machen, können sie viel offensiver agieren und mehr Risikopositionierungen eingehen
i) Frankreich hat seine Kreativität in der vorderen 4er-Reihe. Bei Spanien beginnt sie bei Rodri. Kaum ein 6er hat solche Spieleröffnungsideen und Passqualität im Repertoire.
j) Die Spanier bekommen vor dem Tor nicht das Flattern
k) Yamal bindet mindestens 1,5 Spieler und auch wenn er 90 Minuten abgemeldet wäre, ist das eine Waffe.
Heute wird es aber ganz ganz heiß bei Argentinien vs. England.
Keine Ahnung wie es ausgeht. Gefühlt kann alles passieren. Ich halte für Argentinien, aber würde es auch Tuchel gönnen.
Möge der Bessere gewinnen.