dieses vermögen wird keine andere mannschaft in deutschland in den nächsten jahren bzw jahrzehnten anhäufen können
Bestimmt nicht. Dafür wird Bayern zu solide geführt - das nicht erst seit ein paar Jahren, sondern seit über 30! Es gibt natürlich einige natürliche Standordvorteile, die Bayern nutzen konnte: das Olympiastadion, die Wirtschaftskraft in und um München. Allerdings gibt es beispielsweise in Hamburg nicht schlechtere Vorraussetzungen, und Bayern war auch mit Olympiastadion mal hoch verschuldet. Alle Standortvorteile bringen nichts, wenn immer wieder Zickzack-Kurse gefahren werden, die die Clubs teilweise bis an den Rand der Existenz bringen. Bayern war in weiten Teilen der 80er im Vergleich zu heute (und selbst zu einigen Ligakonkurrenten) fast ein knausriger Sparverein, erst u.a. ein Millionenverkauf von Rummennige nach Mailand hat überhaupt die ganzen Altschulden der Siebziger abgebaut. Erfolg hatten sie trotzdem irgendwann wieder, ab da ging es auch finanziell bergauf - aber stetig, auch dank einem Funken Vernunft. Es ist ja kein Zufall, dass mit Leuten wie Hopfner Betriebswirte mit den Finanzen jonglieren, die zu den besten in der der Branche zählen. Hopfner ist dabei fast so lange dabei gewesen wie Hoeneß - in welchem Club gibt es so eine Kontinuität?
Dortmund gewann zwei Meisterschaften, ja. Aber sieben Jahre davor standen sie vor dem absoluten Nichts. Zum zweiten Mal, übrigens. Innerhalb von wenigen Jahren hatten Niebaum und Co. Anfang der 90er aus einem Verein, der in der Relegation fast in die Zweite Liga abgestiegen und fast bankrott war einen CL-Sieger zusammengekauft. Das Risiko wurde kontinuierlich erhöht, Summen ausgegeben, mit denen selbst Bayern damals nicht mitgezogen hat, im Turbokapital-Verfahren eine Aktie eingeführt, die gnadenlos gefloppt ist - wo es geendet hat, ist ja bekannt.
Auch wenn Geld eine Menge ist: Dieses "Bayern ist so reich" kann nicht als Pauschalausrede gelten für all den Murks, der in vielen vermeintlichen Spitzenclubs getrieben wurde. Es gibt nicht einen, der kontinuierlich, vernünftig und konstant gewirtschaftet hat - außer Bremen seit dem Wiederaufstieg vielleicht, aber in Bremen gibt es nicht die Vorraussetzungen, kontinuierlich Champions League zu spielen, ganz egal, wie die sich strecken. Wenn ich nur an die Eichberg-Eskapaden "Auf Schalke" denke, da ist der Schuldenberg von heute fast harmlos gegen. Das Geld-Gemosere hatten wir vor ein paar Jahren schon mal mit den ganzen Managern, die neidisch nach England und deren unerreichbare Fernsehgelder schauten - komisch, dass seit der gezielten und planmäßigen Neuausrichtung auf gute Konzepte, wie die gezielte Nachwuchsförderung, deutsche Vereine wesentlich stabiler geworden sind, auch im internationalen Vergleich. Dortmund könnte vor dem Anfang einer Ära stehen. Könnte. Aber dazu gehört Ausdauer, die länger hält als bis zum nächsten Größenwahn, den ich mir zumindest bei der aktuellen Führung allerdings nicht vorstellen kann. Dortmund wird in der nächsten Saison nicht schwächer sein, davon bin ich 100% überzeugt. Wenn richtig investiert wird, sogar im Gegenteil.