Ohne jetzt konkret die Hintergründe von Willian zu kennen muss ich jetzt einfach mal etwas zu den immer wiederkehrenden Söldner -Aussagen loswerden.
Mich stört einfach, dass viele Leute so ein Urteil treffen ohne sich den anderen Umständen bewusst zu sein, die Fussballer aus Südamerika und Afrika häufig haben. In Deutschland kann man leicht auf das Geld verzichten, erstens ist es eh nur fúr einen selbst, und zweitens kann man mit einem einfachen Job später immer noch gut über die Runden kommen, das schlimmste was einem in Europa passieren kann sind ja fast sicher 400 Euro + Wohnung...
Wenn ich an die Umstände von Spielern aus anderen Ländern denke, die häufig aus ärmlichen, und ungebildeten Schichten stammen, da ist nach den 10 Jahren als Fussballer Schluss. Ausserdem versorgen die mindestens ihre ganze Familie, meistens noch weitere Leute aus ihrem Viertel mit.
Wenn man von Söldnern redet schwingt da immer mit, dass diese Spieler für mehr persönlichen Reichtum, den sie eigentlich gar nicht brauchen, wechseln.
Wie würdet ihr euch denn entscheiden, wenn ihr 50 Leute mit eurem Gehalt versorgt, noch genau 10 Jahre dieses Gehalt verdienen könnt und danach den Rest eures Lebens unter 300 Euro im Monat fallen werdet?
Sicher ist es ehrenhaft wenn man trotzdem die sportliche Herausforderung sucht, aber mir wird zu oft aus der eigenen, gesicherten Situation in Deutschland verurteilt wieso ein Spieler wechselt.
Ich hoffe ich trete damit keinem auf den Schlipps. Habe mir darüber aber seit dem Barrios nach China Wechsel Gedanken gemacht, und bei Barrios weis ich sehr genau wo er her kommt.
Gruss, Tobias