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Autor Thema: UEFA Champions League  (Gelesen 26883 mal)

Henningway

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Re: UEFA Champions League
« Antwort #200 am: 02.Juni 2024, 10:36:12 »

Ich ärgere mich, dass ich sowas kommen gesehen habe: BVB total motiviert und leidenschaftlich und am Ende "nicht clever genug". Das ist so ätzend immer wieder, dass die großen Teams auch ausmacht, sich immer wieder aus solchen Situationen herauszuwinden. Naja, andererseits: wer hätte schon mit einem Finaleinzug gerechnet? Wenn Dortmund die CL-Leistungen dieser Saison nächste Saison auch in der Liga gegen Augsburg und Mainz zeigt, könnte es spannend werden.
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Scp_Floh

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Re: UEFA Champions League
« Antwort #201 am: 02.Juni 2024, 10:42:40 »

Wenn man Real madrid beschreiben will unter Ancelotti dann war das gestern das perfekte lehrvideo

Für den bvb ärgert es mich riesig! Toller fight, top eingestellt und wenig falsch gemacht. Am ende steht zwar nur platz 2 aber ihr könnt trotzdem stolz auf diese Leistung sein!

Ich muss mich auch bezüglich terzic korrigieren dem ich beim bvb nicht viel zugetraut habe. Die vize meisterschaft letzte Saison und das Champions league Finale sind schon stark!
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Thorbinho09

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Re: UEFA Champions League
« Antwort #202 am: 02.Juni 2024, 11:47:27 »

Bei Real bleibt auch festzuhalten, dass was Christoph Kramer gestern nach dem Spiel noch sagte. Die haben in den letzten Jahren zig solcher Spiele gehabt, wo sie weitestgehend nicht unbedingt die bessere Mannschaft sind, aber am Ende fast immer gewinnen. Und dann ist das auch nicht mehr nur Glück bzw. immer Glück ist Können!
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Bayernfahne

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Re: UEFA Champions League
« Antwort #203 am: 02.Juni 2024, 18:43:46 »

Bei Real bleibt auch festzuhalten, dass was Christoph Kramer gestern nach dem Spiel noch sagte. Die haben in den letzten Jahren zig solcher Spiele gehabt, wo sie weitestgehend nicht unbedingt die bessere Mannschaft sind, aber am Ende fast immer gewinnen. Und dann ist das auch nicht mehr nur Glück bzw. immer Glück ist Können!

Ja und nein. Dazu möchte ich mal einen Quervergleich ziehen, der bestimmt gewaltig hinkt, aber das ist mir mal eben einfach egal, weil er mir kurz nach dem Halbfinalrückspiel Real - Bayern eingefallen ist und mich seitdem irgendwie nicht mehr los lässt.

Vorab sollte man wissen, dass ich Real viele Jahre wirklich, wirklich, wirklich!!! abgrundtief beschissen fand für diese Art, Spiele zu gewinnen. Der Tiefpunkt war das CL Finale 2018, das in meiner Meinung nach eine Schweinerei war und meinen Glauben an den Fußballgott, falls ich den jemals hatte, wohl mit einem Streich begraben hat. Wohlgemerkt das einzige CL-Finale seit 2004, welches ich nicht live gesehen habe. Dennoch hat es mehr (negative) Emotionen in mir ausgelöst, als so manches andere von mir verfolgte Finale. Das mal vorab, um deutlich zu machen, dass meine gleich geschilderte Meinungsänderung auf keinen Fall etwas mit den neuerlichen Erfolgen Reals zu tun hat. Als Bayernfan beteuert man das lieber einmal zu oft als zu wenig.  ::)

Mittlerweile hat sich mein Blick auf Real Madrid gewandelt. Dabei spielte sicherlich eine Rolle, dass sich meine allgemeine Wahrnehmung mit uns konkurrierender Vereine mit zunehmendem Alter deutlich entspannt hat. Bei Real kam jedoch im speziellen die Saison 2021/22 hinzu, während welcher ich zum einen mit einem glühenden Realfan in einer WG gewohnt habe, zum anderen ebenjenes Real eine wirklich beeindruckende KO-Phase in der Champions League gespielt hat. Ich war im Finale dennoch für Liverpool, obwohl gerade das Halbfinale, das ich mit besagtem Mitbewohner geschaut habe, mich nachhaltig beeindruckt hat. Wie die Mannschaft danach mit den Fans gefeiert hat, hat mich irgendwie diese Stärke Reals, mit unbändigem Willen verloren geglaubte Spiele doch noch umzubiegen, wertschätzen und akzeptieren lassen. Man kann sagen, in dieser Saison habe ich meinen Frieden mit einem ehemals bis aufs Blut bekämpften Gegner gemacht.

Es war von da an nicht nur Respekt, sondern langsam aufkeimende Sympathie, die ich diesem Club entgegengebracht habe. Da mag mit reingespielt haben, dass Barca, welches ich in diesem Kampf der Giganten immer deutlich favorisiert hatte, sich in den 10er Jahren zu einem absolut katastrophalen Haufen entwickelt hatte. Real hingegen, auch wenn da längst nicht alles toll war, Stichwort Super League, hat zumindest auf dem Transfermarkt keine verrückten Sachen gemacht. Ja, es gab teure Transfers, aber alles mit Hand und Fuß, Spieler wie Kroos, Modric, Vini Jr. und Alaba kann ich zudem einfach richtig gut leiden und zuletzt ist Ancelotti als Coach einfach ein Boss.

So viel zu den sportlichen Aspekten. Was mir aber in den letzten Wochen darüber hinaus klargeworden ist, ist der Umstand, dass Real so Fußball spielt, wie ich mein Leben lebe. Nicht immer geradlinig, sondern sehr häufig auf Schlingerkurs, in irgendwelche Situationen hinein- und wieder herausgeratend, ohne zu wissen, wie man das nun wieder geschafft hat. Aber mit dem Selbstverständnis und der tiefen, inneren Überzeugung: Egal was für eine Scheiße passiert, ich werde damit schon irgendwie fertig und am Ende bin ich der Sieger.

Was hat dieser schier endlose Exkurs jetzt mit dem gestrigen CL-Finale zu tun? Zu der beschriebenen Mentalität gehört meiner Meinung auch die nüchterne Einordnung, dass Menschen(gruppen wie z. B. Fußballmannschaften) dazu neigen, sich dort eine hohe Selbstwirksamkeit zu attestieren, wo sie besonders erfolgreich sind, oft genug jedoch nur vom Zufall, vom Wohlwollen bzw. Versagen anderer und/oder den sich damit einhergehend reproduzierenden Umständen profitieren. Soll heißen: Natürlich hat diese Real-Mannschaft einen brutalen Siegeswillen, eine mit eiskalt noch untertriebene Abgezocktheit und eine Cleverness, die ihresgleichen sucht. Dennoch ist selbst mir, der ich zu 100% für Real war, die Diskrepanz in den 50:50 Entscheidungen der Schiedsrichter aufgefallen. Die wurden nahezu ausnahmslos alle pro Real gepfiffen. Real schreibt seinen eigenen Mythos mit jedem Titel, mit jedem auf glücklichste Weise errungenen Sieg permanent weiter und jeder im Weltfußball bekommt das mit. Die gegnerischen Spieler, die Schiedsrichter, Fans, Verbandschefs usw. Neben den Entwicklungen der letzten Jahre unter Ancelotti darf man außerdem nicht vergessen, dass Real schon zuvor DAS Aushängeschild des Weltfußballs war. Auch davon profitiert die aktuelle Mannschaft, ohne dass sie zur Vorgeschichte des Clubs etwas beigetragen hat. Das soll nicht heißen, dass irgendjemand Offizielles bewusst Real bevorzugen würde, es führt einfach nur dazu, dass extrem viele "weiche" Faktoren, die du nicht trainieren und auch nicht aus eigener Kraft beeinflussen kannst, sich in den letzten Jahren sehr stark allesamt in Richtung Real Madrid gedreht haben.

Insofern möchte ich der Mannschaft nicht ihre Leistung absprechen, trotzdem gehört unglaublich viel Glück dazu und die Fügung so vieler, unterschiedlicher Faktoren, dass man das nicht alleine auf Können, auch nicht auf Willen oder ähnliches zurückführen kann. Real versteht es, das absolut beste aus diesem Privileg zu machen und davor ziehe ich meinen Hut, aber es bleibt ein Privileg.

Folglich bleibt mir nur zu sagen: Glückwunsch an Real Madrid, die selten den besten Fußball der Welt gespielt haben, aber immer den erfolgreichsten, weil sie verstanden haben, dass es genau darauf ankommt.
« Letzte Änderung: 02.Juni 2024, 20:55:56 von Bayernfahne »
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m4

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Re: UEFA Champions League
« Antwort #204 am: 03.Juni 2024, 08:45:13 »

Dennoch ist selbst mir, der ich zu 100% für Real war, die Diskrepanz in den 50:50 Entscheidungen der Schiedsrichter aufgefallen. Die wurden nahezu ausnahmslos alle pro Real gepfiffen.

Sehr guter Punkt, der auch mir aufgefallen ist. Dies ist leider oftmals der Fall, dass favorisierte Teams oftmals auch die engen Entscheidungen eher gefpiffen bekommen.

Man hat speziell in HZ1 die Wirkung der neuen Machroute bezüglich des "Meckerns" gesehen. Bin gespannt, wie sich dadurch das Verhalten der Spieler langfristig ändert.

Aber man muss einfach festhalten: Dortmund ist nicht am Schiedsrichter, sondern am eigenen Unvermögen gescheitert, speziell Adeyemis Riesen Chance in HZ1 muss ein Tor sein. Und Gegentore durch einen schlecht verteidigten Standard und einen individuellen Fehler sind natürlich sehr bitter, aber zeigt einfach auch die Abgezocktheit von Real. Ob der BVB das 2:0 ebenso gemacht hätte, wäre ich mir bspw. nach HZ1 garnicht so sicher....

Für Kroos freut es mich aber am meisten, ich hoffe, dass er auch in Deutschland endlich das Standing bekommt, was er verdient, da man ihn zweifellos zu den Legenden zählen kann. Ist für mich schon immer komisch gewesen, dass er im Ausland ein viel höheres Standing hat, als in seiner Heimat... Typisch deutsch...
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Thorbinho09

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Re: UEFA Champions League
« Antwort #205 am: 03.Juni 2024, 14:59:01 »

Da stimme ich dir absolut zu. Wir staunen immer wieder über Weltklassespieler anderer Nationen und ihr Standing aber wenn wir selber mal welche haben, dann wird nur über den Frauengeschmack oder den Intellekt diskutiert, oder eben im Falle von Kroos über "Querpass-Toni" und ob seine Rückkehr ob des Alters und des schnellen Spiels in die N11 Sinn macht. Gleichzeitig sind diese Spieler in anderen Ländern absolute Helden und hier leistet der Boulevard ganze Arbeit.
Da nehme ich es lieber wie König Otto, denn entscheidend ist die Qualität eines Spielers, nicht sein Alter.


Ich würde mich freuen, wenn sich das Verhalten durch diese neue Richtlinie des direkten Verwarnens ändern und das Gemecker eingedämmt werden würde. Evtl. könnte dies auch einen Effekt in tiefere Ligen bewirken und den Schiedsrichtern generell bei ihrer Spielleitung helfen.


Apropos Vorbild, schade auch, dass Vinicius Jr. für seine astreine Schwalbe auch noch belohnt wurde und eben nicht vom Platz gestellt wurde.


Naja, am Ende bleibt wie so oft nur zu sagen "Lebbe geht weider".
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