Ich fand Tom meets Zizou schon sehr eindrücklich. Vor allem hat er ja nicht klischeehaft dem "bösen" Fußball die Schuld gegeben, sondern er zeigt, wie einerseits Fehlentscheidungen und Fehlverhalten des Protagonisten und andererseits die Heuchelei im Geschäft einen Menschen in eine negative Situation bringen können. Man muss sich ja für Broich sehr freuen, daß er die Kraft noch besaß, einen Weg zu finden, der es ihm ermöglicht, seinen Charakter und seine Lebensweise mit seinem Beruf zu verbinden, und das mit großem Erfolg. Eigentlich ist Broich ja nicht wirklich gescheitert, er hat Gladbach einmal vom Abstieg gerettet, er hat Köln mit in Liga 1 geschossen, und er ist australischer Meister.
Ich habe den Film gerade gesehen, die 130 Minuten vergingen wie im Flug und ich muss sagen, dass er etwas Bleibendes hinterlassen hat. Der philosophische Ansatz ist zwar sicherlich im Mainstream Bereich anzusiedeln, aber der Mensch Broich, und seine Einstellung zum Fußball, ist doch faszinierend. Sicherlich handelt es sich bei diesem Film um ein kommerzielles Produkt, wodurch seine Karriere schön nach Drehbuch zusammengeschnitten wurde, aber ich halte diesen Thomas Broich für sehr authentisch, und mit seinem Interview bezüglich Daum hat er mir wohl auch bei einer wissenschaftlichen Arbeit ein wenig weitergeholfen ^^.
Jedenfalls kann ich diesem Film jedem empfehlen, der sich für Fußball interessiert und einen gewissen Sinn für Melancholie und Dramatik in sich trägt.